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Diskutiere im Thema keine sozial phobie, was dann? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 423

    keine sozial phobie, was dann?

    Ich hab in letzter vermehrt bei mir bemerkt das ich keine großen Schwierigkeiten habe mich unter Menschen zu begeben,
    im nachhinein bin ich lediglich verspannt und ausgelaugt, da der Umgang mit anderen Menschen für mich wohl anstrengend zu sein scheint.

    Ich fang dann auch an mein verhalten zu analysieren und ärgere mich warum ich mich schon wieder so merkwürdig verhalten habe.
    Man könnte mich mitten in eine belebte Diskothek oder in ein Kino schicken und mir wäre es in der Situation komplett egal wo ich grade bin.
    Emotional passiert bei mir im Kopf in dem Moment gar nichts, selbst wenn fremde Menschen ins Spiel kommen, bei Konversationen trage
    ich meistens nicht viel bei oder fang an komisches Zeugs zu reden, aus der Sicht der anderen Person.

    Sehr oft weiß ich auch nicht was genau mein gegenüber von mir überhaupt will, als ob man aneinander vorbei redet,
    wenn ich ein anliegen habe versteht man mich wohl nicht klar genug, was wiederum dazu führt das ich mich nicht ernst
    genommen fühle. Wenn ich z.B. erwähne das ich noch bei meinen Eltern wohne wird mir sofort erklärt das ich ja erwachsen sei
    und selber Entscheidungen treffen kann, nur das ich sowas erwähne weil es eine Tatsache/Fakt ist und nicht weil ich unselbstständig bin.

    Ich scheine wohl auch dazu zu neigen etwas zu sagen was als "unterhaltsam" interpretiert wird, obwohl es ernst gemeint war.
    In solchen Momenten versuch ich dann schnell die Lage zu entschärfen und tue so als ob es tatsächlich "unterhaltsam" gemeint war.
    Auch habe ich Schwierigkeiten Gesprächen zu folgen oder verstehe Anspielungen und zweideutige Aussagen nicht richtig oder erst im nachhinein.

    Sobald ich wieder zu hause alleine mit mir selbst bin; funktioniert das "klar denken" wieder einwandfrei, zu dem vergesse ich oft Sachen,
    allerdings fast nur wenn andere Menschen involviert sind, ab und zu vergesse ich mal Kleinigkeiten ohne zu tun von Mitmenschen, mir fällt
    es dann aber sehr schnell wieder ein was ich grade wollte, nur halt nicht in Gegenwart von anderen.


    Wenn es nach mir ginge müsste ich nicht raus gehen und mich mit unter die Leute begeben, mich interessiert das eigentlich alles überhaupt nicht.
    Ich hab auch mal einiges zum Thema "Kognitive Verhaltenstherapie" gelesen, das meiste was darin steht mach ich ja schon, nur das bei mir kein lern-Effekt eintritt.
    Das was man als "Schalter umlegen und es macht klick!" bezeichnet, das verstehe ich nicht, finde ich den "Schalter" nicht!?

    Wird das Verständnis für solche dinge leichter, sobald man MPH nimmt oder hat es damit nichts zu tun?

    Leider habe ich immer noch keinen Ansprechpartner für meine "Probleme" gefunden, es hat wohl heut zu tage "jeder" ADHS
    und es gibt nicht genug Spezialisten die sich damit beschäftigen, einen Termin für eine ADHS Spezialsprechstunde bekommt
    man auch erst in einem Jahr.

    Wäre es nicht sinnvoller wenn ich das Umfeld wechseln würde, also zu hause ausziehen, und mit einer Person zusammen wohne
    die einen positiven Einfluss auf mich hat und dadurch meine sozial Kompetenzen verbessert? Ich meine jetzt kein betreutes wohnen oder so.
    Komplett auf mich alleine gestellt zu sein macht mir keine Angst, nur wäre es wohl nicht die beste Entscheidung so zu verfahren oder wie seht ihr das?

    Gibt es irgendwelche Möglichkeiten zusammen mit dem Amt was auszuarbeiten?
    Ich will nicht ein halbes Jahr zu Hause rum sitzen und warten bis ich mal einen Termin bekomme.


    P.S. entschuldigt falls das schon wieder zu viel lese Stoff ist.

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 291

    AW: keine sozial phobie, was dann?

    Hi Mistwalke. So auf Anhieb sehe ich, dass wir vieles gemeinsam haben. Aber letzendlich wollte ich dich auf deine Schlusssätze ansprechen. Zu erwarten, dass jemand bestimmtes auf dich einen positiven Einfluss hat, nunja... es wird Leute geben, die auch so denken und vielleicht die Erfahung gemacht hat, aber du wolltest Meinungen und hier ist meine Ich finde es kontraproduktiv, von jemandem zu erwarten, dass er dich ändert. Schließlich sagst du selber sehr selbstbewusst, dass du selber Entscheidungen treffen kannst. Es kommer immer wieder Leute in unser Leben, die einen Einfluss in uns haben - wenn wir Glück und Geschick haben, einen positiven Einfluss - aber auch dann kommt immer die Änderung von innen.

    Ich fühle mich oft einsam, aber sehe nicht ein mir einen Freund anzuschaffen, weil ich nicht denke, dass es die Lösung für meine Probleme wäre. Ich finde eher, wenn ich nicht an mir feile und meine Macken/Probleme selbstständig ändere, dann wird die Änderung nicht durch dritten kommen - vielmehr wird es die anderen abstoßen, wenn sie merken, dass ich unzufrieden bin und nichts dagegen tue.

    Was MPH und andere Medikamente angeht: deine Persönlichkeit wird sich nicht ändern. Deine Probleme werden nicht übernacht anders aussehen. Aber du wirst es schaffen - wenn du die richtige Medis und die richtige Dosis findest - deine Probleme ruhiger von allen Winkeln zu analysieren und mit neuer Mut zu betrachten. Du musst aber auch zB feststellen, was für DICH ein Problem ist. Nur weil man sagt, alle sollten gut in Gesellschaft klar kommen und sich mit Menschen treffen, musst du das nicht machen. Hey du es nicht willst und es für dich kein Problem ist, wieso denn? Und wenn es dich stört, wie man dich betrachtet, wenn du sagst dass du bei den Eltern wohnst: dann sag's nicht. Schon mal nicht aus eigenem Willen, und wenn man hartnäckig nachfragt, dann helfen nur gut geübte Antworten, die freundlich und humorvoll eindeuten "Geht dich ein Dreck an, mit wem ich wohne!"

  3. #3
    DaveR

    Gast

    AW: keine sozial phobie, was dann?

    Mistwalker schreibt:
    Wäre es nicht sinnvoller wenn ich das Umfeld wechseln würde, also zu hause ausziehen, und mit einer Person zusammen wohne
    die einen positiven Einfluss auf mich hat und dadurch meine sozial Kompetenzen verbessert? Ich meine jetzt kein betreutes wohnen oder so.
    Komplett auf mich alleine gestellt zu sein macht mir keine Angst, nur wäre es wohl nicht die beste Entscheidung so zu verfahren oder wie seht ihr das?

    Gibt es irgendwelche Möglichkeiten zusammen mit dem Amt was auszuarbeiten?

    So einen Menschen müsstest Du halt finden und der/die müsste auch wollen.

    Wobei sich natürlich die Frage stellt, welchen Benefit Dein Gegenüber davon haben will.

    Was meinst Du mit ".mit dem Amt was auszuarbeiten" genau?

  4. #4
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 998

    AW: keine sozial phobie, was dann?

    Mistwalker schreibt:
    Ich hab in letzter vermehrt bei mir bemerkt das ich keine großen Schwierigkeiten habe mich unter Menschen zu begeben,
    im nachhinein bin ich lediglich verspannt und ausgelaugt, da der Umgang mit anderen Menschen für mich wohl anstrengend zu sein scheint.

    Ich fang dann auch an mein verhalten zu analysieren und ärgere mich warum ich mich schon wieder so merkwürdig verhalten habe.
    "Soiziale Phobie" bedeutet wohl nicht unbedingt, dass man sich nicht unter Menschen traut oder nicht mit fremde Menschen reden kann. Einer meiner "Problematik" ist eindeutig "Soiziale Phobie" und dennoch kann ich zeitweise ziemlich locker auf Menschen zugehen und locker mit ihnen reden. Daher habe ich oft das "Problem", dass Außenstehende (außer ein Fachkündiger-Arzt) oft gar nicht glaubt, dass ich an eine starken SP leide.

    Das "Problem" ist, dass ich es sehr schlecht einschätzen kann, wenn ich mit Menschen zusammen bin. Es kann passieren, dass es relativ lange gut geht und es sich aber von Minute zu Minute total ändern und ich in eine tiefe Depression verfalle. Es kommt sehr selten vor, dass ich mich mit Menschen lange Unterhalte (ist für mich sehr, sehr anstrengend), egal ob Fremde, Freund oder Familie. Ich "liebe" Small-Talk und bin da eigentlich oft sehr "oberflächlich" mit den Themen, obwohl ich überhaupt kein oberflächlicher Mensch bin. Ich gehe auf jedenfall lieber auf die Menschen zu, als wenn sie auf micht zukommen (Horror = fande an zu schwitzen und werde nervös).

    Ich führe nie lange Gespräche und mag es gar nicht, wenn ich "vollgequasselt" werde.

    Wenn ich irgendwo bin "Maßnahme, Veranstaltung (Pflichtveranstaltungen)", dann versuch ich immer zuerst in Raum zu sein und stelle im Umkreis alle Stühle zur Seite, damit sich keiner zu nah an mich ransitzt

    Vor einigen Tagen wollte mir einer ein Witz erzählen, als er nach cä eine Minute noch nicht zuende war, da sagte ich "der ist mir zu lang" und bin gegangen

    Eigentlich muss ich überhaupt nicht reden, wenn ich unter Menschen bin.

    In der Reha habe ich auch Menschen kennen gelernt die an eine SP leiden und sich dennoch mit Menschen unterhalten haben.

    Deine Aussage: "verspannt und ausgelaugt, da der Umgang mit anderen Menschen für mich wohl anstrengend zu sein scheint": Kann ich nur bestätigen, dass ich oft genauso empfinde.

    Das fatala daran ist, dass laien, aber auch viele Mediziner, oft einen gar nicht verstehen und einen als "normal" oder teilweise als hypochonder ansehen (in übertriebenen Sinne). So nehme ich es jedenfalls oft wahr. Ich habe auch immer das Gefühl, dass ich mich entschuldigen muss, wenn ich sage warum ich mit bestimmte Dinge nicht so gut umgehen kann. Ich empfinde es langsam alles ziemlich nervig, wenn man immer gegen eine "Wand" reden muss.
    Geändert von spacetime (17.02.2016 um 12:59 Uhr)

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