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Diskutiere im Thema Aufräumen im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    Frage Aufräumen

    Hallo zusammen

    entschuldigt bitte, wenn ich ein Thema aufgreife, dass hier wahrscheinlich bei vielen an der Tagesordnung ist, aber als Neue hier im Forum muss ich einfach meinem Herzen mal Luft machen

    Es ist schon komisch. Eigentlich habe ich auf Grund meiner sehr starken Unordnung bis hin zum Messie-Syndrom, wobei ich kein Problem habe, ich von Sachen zu trennen, immer an diesen Spruch gedacht "es siehr bei dir genauso chaotisch aus wie in deiner Seele". Aber eigentlich stimmt das gar nicht, zumindest nicht, wenn ich zurückdenke.
    Ich bin in einer sauberen und sehr ordentlichen Familie aufgewachsen. Aber aufräumen hat für mich immer bedeutet alles in eine Ecke zu räumen oder unter der Bettdecke zu verstecken, so dass von außen nichts zu sehen war. Richtiges Aufräumen funktionierte nur, wenn meine ältere Schwester sich zu mir setzte und mir Anweisungen gab, wo ich was hintun sollte.
    Wie ich jetzt weiß, ist dieses keine Ordnung hslten können und keine Strukturen haben, ja durchaus eins der großen Anzeichen von ADHS. Nur, wie ihr vielleicht gelesen habt, habe ich ja lediglich die Verdachtsdiagnose. Für mich stellt sich somit die große Frage: Falls kein ADHS, was kann denn sonst die Begründung für ein solches Unvermögen sein, das wie gesagt in meinem Fall eher angeboren als anerzogen ist Jemand eine Idee?

    Es grüßt herzlich
    Amneris

  2. #2
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 902

    AW: Aufräumen

    naja als Kind hat man ja auch keine Lust zum Aufräumen ...bzw muß dann halt so schnell wie möglich sein.Also ich denke Aufräumen als Kind darf man da nicht dazu tun .

    Und ich find den Satz mit der Seele schon richtig ...stimmt wahrscheinlich nicht bei Jedem

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 35

    AW: Aufräumen

    Hallo Amneris!
    Für mich ist es nicht wichtig, ob du eine Diagnose hast oder nicht. Das Messiesyndrom kenne ich nur zu gut. Es hilft mir allerdings nicht viel, zu sagen, dass ich ADS-ler bin, wenn meine Wohnung immer wieder in einem chaotischen Zustand ist . Entweder ich halte diesen Zustand aus, oder ich muss ihn für mich verändern. Eine einfache Taktik für mich ist, sich jemand alle 4 Wochen einzuladen, möglichst Mutter, dann bin gezwungen aufzuräumen. Ich gerate dann zwar in totale Panik und bin völlig unstrukturiert, aber nach ein paar anstrengenden Stunden sieht die Wohnung richitg Klasse aus. Allerdings dauert es dann auch nicht lange , bis sie wieder in einem chaotischen Zustand ist. Und alles fängt wieder von vorne an.
    Herzliche Grüße Cadona

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Aufräumen

    Hallo und guten Mogen!

    Also das funktioniert bei leider mitterweile nicht mehr
    In meiner alten Wohnung gab es Anfangs regelmäßige Termine, wo die Vermieterin die Wohnung einsehen kam, oder auch die Gastherme gewartet wurde etc.pp. Da habe ich es dann auch immer in einem Gewaltakt auf die letzte Minute geschafft alles aufzuräumen und sauberzumachen-allerdings habe ich da auch immer die komplette Nacht durchgemacht.

    Funktioniert jetzt aber nicht mehr. Hatte mir die vorletzte Woche frei genommen, weil ich aufräumen wollte, da sowohl der Schornsteinfeger sich angesagt hatte als ein paar Tge später auch die Gastherme gewartet werden sollte. Und was war?- Obwohl ich wie gesagt wollte, habe ich NICHTS gemacht und die Herren auch nicht reingelassen.

    Vom inneren Gefühl her ist es so wie in einer Art Zwangsjacke zu stecken: Ich weiß, dass ich etwas tun muss und gleichzeitig hält mich irgendeine Kraft so fest, dassich nichts tun kann.
    Das klingt total verrückt, aber ich habe das auch auf anderen Gebieten. Zum Beispiel, was das Telefonieren angeht. Auf der Arbeit war das im letzten Jahr ganz extrem: Ich konnte z.B. nicht mehr ans Telefon gehen, wenn Kunden anriefen und konte auch nicht zurückrufen. Einfach so. Auch Termine für mich auszumachen-auch privater Natur. Das Telefon lag neben mir auf der Couch und klingelte. Meine beste Freundin rief an, habe ich auf dem Display gesehen-ich wollte natürlich, konnte aber nicht drangehen.

    Oder die Stadtbücherei. Die liegt auf dem Weg zu meiner Arbeit. Jeden Tag laufe ich dran vorbei. Und trotzdem habe ich ca. 20 ausgeliehene DVDs seit Weihnachten bei mir rumliegen, die ich einfach nicht schaffe, zurückzubringen, und ich möchte nicht wissen, wieviele hundert € ich diesmals werde nachzahlen müssen. Wie ihr merkt, nicht das erste Mal. Und ich bin KEin Krösus

    Kennt das jemand von euch-vielleicht wenigstens so ähnlich?

    LG Amneris

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 35

    AW: Aufräumen

    Die Aufschieberitis kenne ich mehr als nur zu gut, alles bei mir wird auf dem letzten Punkt erledigt unter enormer großer Anstrengung. Manchmal habe ich schon gedacht, ob das der Adrenalinstoß ist , den ich so brauche. Was würdest du Dir von uns / von mir wünschen, außer dass ich voll verstehe, dass es diesen Zweispalt in Dir gibt und ich Dich dafür nicht kritisieren würde? Bei mir war es eigentlcih immer Angst, wenn ich mich z.B. ewig nicht gemeldet habe, dass der Andere mich nicht mehr leiden könne und mir Vorwürfe machen würde, Aus lauter Angst davor habe ich es immer mehr nach hinten verschoben und manchmal ganz aufgegeben. Einige Menschen haben mir dadurch die Freundschaft gekündigt, was dann auch ok für mich war, andere halten das aus und stehen zu mir. Das sind für mich die wahren Freunde. Wenn du Dich nicht zur Stadtbibliothek traust z.B. , würde ich einen Brief schreiben und mein Sein erklären und anfragen, ob sie nochmal eine Ausnahme machen könnten. (Wegen den nicht vorhandenen Finanzmitteln)
    Herzliche Grüße Cadona

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Aufräumen

    Hallo Cadona,
    an deinen beiden Antworten sehe ich, dass du mich leider nicht verstehst Das ist keine Aufschieberitis, die ich da beschreibe, und die auch so gut wie jeder kennt. Sondern ein kompletter Strukturverlust-Aufschieberitis endet spätestens da, wo man sich selbst schadet, aber diese Grenzen sind bei mir längst überschritten.
    Und was ich möchte?- Wie ich schrieb, wissen, ob es jemand mit dem selben Problem gibt und fragen wie er denn damit umgeht.

    LG Amneris

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 35

    AW: Aufräumen

    Es tut mir leid, dass ich Dich "nerve" und ich Dich nicht zu verstehen scheine! Du beschreibst mir allerdings sehr klar, wie Du Dich wahrnimmst und was das Problem für dich zu sein scheint. Insofern bin ich bisher immer davon ausgegangen, dass wenn ich das Problem für mich definieren konnte , schon erste Lösungsschritte entwickeln konnte, indem ich mir klarmachte, was mich stört und was mich belastet, um daraus zu entwickeln, was mir Freude machen und mich stärken würde. Als das allein nicht gelang, bin ich zu einem guten Psycho, weil bei mir der Leidensdruck so groß wurde, weil ich nicht mehr in der Lage war, es allein zu regeln. Nach 70 Sitzungen gelingt es mir, mich zunehmend mehr anzunehmen und das zu strukturieren, was ich für wichtig empfinde. Ich kann z.B. jetzt auch schon mal mein Zimmer so lassen, wie es ist , ohne dass ich das Kopfkino anschalte und mich fertig mache, was ich
    schon wieder hätte machen müssen. Wenn ich eins gelernt habe in der Therapie, dann das , dass ich keinen verantwortlich machen kann für mein Handeln, außer mich selbst . Mein ADS und mein Autismus erklärt zwar einiges, ist aber keine Dauerbefreiung für rmich, nicht mehr verantwortlich zu sein für mein Handeln.Ich glaube jedoch , ich nerve Dich eher, als dass es Dir hilft, insofern sorry, ich halte ab jetzt meine Klappe.
    Herzliche Grüße Cadona

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Aufräumen

    Nein, das war ein Missverständnis. Du nervst mich doch nicht! Wirklich nicht Ich hatte nur so das Gefühl, dass du mir sagen wolltest wie halt alle anderen tausend Menschen: Wenn dich was stört, dann ändere das doch! Genauso wie andere mir auch häufig sagen: ich räume auch nicht gerne auf. Wer macht das schon gerne? Aber was man tun muss, tut man dann einfach.
    Aber so einfach ist das nicht. Und ich habe fälschlicherwiese verstanden, dass auch du mir genau dieses so sagen wolltest. Und erst mit deinem post habe ich dirch richtig verstanden. Sorry!
    Mir ist schon klar, dass man niemand anderen für ein bestimmtes Verhalten verantwortlich machen kann- zumindest wenn man kein Kind mehr ist. Und ändern kann auch nur man selbst was.
    Aber trotzdem macht es mich halt fertig, nicht zu wissen, warum ich diese Schwierigkeiten habe. Wieso fallen anderen bestimmte Dinge leichter als einem selbst. Warum nimmt jemand ganz selbstverständlich einen Ordner und heftet Blätter ordentlich ab, was keine zwei Sekunden dauert, während bei einem selbst alles rumfliegt?-Mir kommt es so vor, als müsse ich um einen einzigen Handgriff zu machen 10 Tonnen Eisen stemmen.
    Dass ich Therapie brauche und nur selbst was ändern kann- wie gesagt klar. Aber ich wollte halt wissen, ob ich in dem Sinne "unnormal" bin, dass es nur mir so geht.

    LG Amneris

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 35

    AW: Aufräumen

    NEIN- es ist nicht unnormal. Das sind unsere Schattenseiten des ADS- Seins. Im Gegenteil, genau das zeichnet uns auch aus. Neben unseren tollen Stärken, haben wir auch diesen Mist, als 10 Tonnen Eisenrucksack mit rumzutragen . Das kostet schon genug Energie, deshalb bitte nicht weiter darüber grübeln, ob das "normal "ist, es geht nicht nur Dir so. Nimms an, lasse diesem 10 Tonnen Eisenrucksack auch seinen Raum, aber er darf nicht nur unser / Dein Leben bestimmen. Schau auch zu Deinen Stärkeseiten. Ich für mich finde bei mir, dass es sich eigentlich die Waage hält . Das hat mich ein wenig glücklich gemacht. Und wenn ich mich mal wieder so richtig über mich ärgere, werde ich mir bewusst, dass ich einen 10 Tonnen Rucksack mit mir rumschleppe, finde es zum Kotzen, heule mich hier aus und erkenne dann aber auch, dass ich mein Leben eigentlich schon ziemlich gut in die Reihe bekomme. Mein Lieblingssatz ist dann immer; "Ah, jetzt kommt mal wieder die Schlampe in mir zum Tragen." Oder; "Mann , ich bin eine faule Sau. Ok , lass uns einen Kompromiss machen, eine halbe Stunde bist Du jetzt noch schlampig und dann fängst du aber an." Manchmal klappt es , manchmal nicht, aber ich mache mich nicht mehr fertig deshalb.
    Ganz herzliche Grüße Cadona

  10. #10
    soary

    Gast

    AW: Aufräumen

    Hallo Amneris,

    mag jez au ma was dazu sagen, wenn ich denn darf.

    Bei mir genauso, meine Wohnung sah aus wie ein Saustall. Überall Chaos.
    Bloß nix wegwerfen, man könnte es ja noch gebrauchen. Wobei Müll und so wurde entsorgt.
    Aufräumen? Wenn sich jmd angemeldet hat. Wobei aufräumen hieß: alles in den Schrank stopfen und hoffen, dass der zubleibt die ganze Zeit, alternativ alles in eine Ecke wo es keiner sieht, zur Not, wie du schon sagtest, alles ins Schlafzimmer geschmissen

    Besuch ohne Anmeldung? Gelitten, musste draußen bleiben.

    Angenervt hat es mich immer, ich wollte, konnte aber nicht.
    Ich wusste was ich zu tun habe, konnte es aber nicht umsetzten.
    Ich wollte mir einen Putzplan machen, war aber noch nicht mal in der Lage mir einen zu erstellen.
    Aufräumen bedeutete bei mir: Dinge von einem Zimmer ins andere tragen

    Vor meinem Termin zur Diagnostik hat sich dann mein bester Freund mit mir hingesetzt, Zimmer für Zimmer durchgegangen, alles was ich nicht brauchte und schon länger net gebraucht habe, wurde entsorgt. Er saß einfach da und hat mir Anweisungen gegeben.
    Du glaubst nicht, was der sich anhören durfte. Ich hab den wirklich aufs übelste beschimpft und geflucht was das Zeug hält.
    Er is heut zum Glück noch immer mein bester Freund.

    Bei meinem Besuch dann beim Doc meinte er, was ich denn nun eigentlich erwarte. Konnt ich ihm auch ganz genau beschreiben, 1. wichtigste Sache: Impulsivität; als 2. kam dann direkt Ordnung in der Wohnung.

    Ich bin jez seit ende Oktober in ner Ergo, hier gibts eine Ergopraxis, die sich auf ADHS bei Erwachsenen spezialisiert haben. Termine dauern, aber so bekomm ich das Chaos langsam in den Griff.

    Ich hab mit meiner Ergothera n Putzplan erstellt. Funktioniert soweit auch. Mit MPH noch besser, da kann ich nämlich gescheiter nachdenken und vor allem eine Sache zu Ende machen bevor ich die nächste anfang.

    Klar, wenns bei mir stressig is und ich kaputt dann kommt da auch wieder son "Rückfall".

    Genau wie jez, da ich gestern den ganzen Tag verpennt hab zum größten Teil, wollt ich eigentlich jez putzen. U was tu ich?
    Aber gleich, dann nämlich Laptop aus damit keine Ablenkung da is.

    Also, was ich sagen wollt: vielleicht suchst du dir auch Hilfe?
    Glaub mal, es is mir nicht leichtgefallen mir welche zu suchen. Vor allem weil ja alle davon ausgehen, dass ich in meinem Alter gefälligst in der Lage sein sollte, sowas neben Arbeit und Kind zu schaffen, andere schaffen das ja auch.

    Ich glaub, ich bin mit der Hilfe auf dem richtigen Weg, evtl is das ja auch was für dich.

    Ich wünsch dir die Kraft, die du brauchst, um da rauszukommen.

    LG soary

    PS: wenn das jez am Thema vorbei war, bitte bescheid sagen

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