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Diskutiere im Thema ADHS und Borderline: Ausrasten und abwerten im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 206

    ADHS und Borderline: Ausrasten und abwerten

    Hallo zusammen,

    ich frage mich gerade, ob es Unterschiede beim Ausrastverhalten zwischen AD(H)Slern und Borderlinern gibt.
    Interessant wäre auch, ob es Unterschiede beim Ausrastverhalten zwischen ADSlern und ADHSlern gibt.

    Wenn ihr verbal ausrastet, wertet ihr den gegenüber dann auch ab?

    Ich bin letztens ziemlich verbal ausgerastet, weil ich mich verletzt und angegriffen fühlte: Dabei bediente ich mich mit dem übelsten, was die Fäkal- und Vulgärsprache so hergibt und sprach der Person für die Zukunft auch unsere verwandtschaftliche Verbindung ab. Es war wie automatisiert und man kann schon von Kontrollverlust sprechen, denke ich.

    Wie ist es bei Euch, welchen Inhalt hat Eure Sprache beim Ausrasten und welche von den obigen Diagnosen habt ihr?

    Bin auf Eure Antworten gespannt

    Lieben Gruß
    Maulbeere

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 423

    AW: Ausrasten und abwerten

    Ich würde mich eher als sensibelchen bezeichnen, nicht aggressiv.

    Früher als Kind u. Jugendlicher bin ich immer ausgerastet, meistens nur zu hause,
    ich hab dann immer Sachen von mir gegen die Wand geschmissen und lautstark
    rumgebrüllt, danach gab es die volle Ladung Selbstmitleid und Schuldgefühle.

    Das ging bei mir bis ich 13-14 Jahre alt war, danach wurde ich langsam immer ruhiger.
    (hat aber auch viel mit Mobbing zu tun)

    Das letzte mal bin ich in der Ausbildung und in der Berufsschule ausgerastet,
    da kam aber auch sehr viel zusammen, ich hab dort alle verbal zusammen geschissen,
    leider war Der Amoklauf von Erfurt zur der Zeit überall präsent.

    Hab dann auch noch gerne dunkle Klamotten getragen und mich von anderen fern gehalten.
    Sowas macht einen sehr schnell verdächtig und wenn man dann noch ausrastet weil
    sich andere über einen lustig machen ist ärger mit der Schulleitung vorprogrammiert.

    Ist aber schon alles 14 Jahre her, bin seit dem nie mehr auffällig geworden,
    ich lass mich nicht mehr von anderen provozieren, Kritik geht mir trotzdem immer noch sehr nahe.


    Borderliner haben glaube ich eine emotionale Regulationsstörung,
    während ADHS'ler eine mangelnde impuls-kontrolle besitzen.

    Meines erachtens macht es keinen unterschied ob man ADS oder ADHS hat was ausraster angeht.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 206

    AW: Ausrasten und abwerten

    Ich war als Kind eher ruhig, zurückgezogen, ängstlich und unauffällig (denke ich) - abgesehen von Arztbesuchen (wenn es um Spritzen ging, bin total ausgerastet). Ausraster sind bei mir zwar allgemein eher selten, aber dann richtig: Nur verbal, höchstens mal ab und an Türenschmeißen - ok, eine Fernbedienung landete mal unsanft auf den Wohnzimmerfliesen. in letzter Zeit war es unter Stress vor allem auf der Arbeit häufiger, in der Schule und Uni nie. Kritik versuche zur Kenntnis zu nehmen, aber wenn ich mich angegriffen/verletzt fühle, kann es dazu kommen, dass ich in die Luft gehe. Ich glaube, gelesen zu haben, dass beide, Borderliner und AD(H)Sler, eine Impulskontrollstörung haben.

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Ausrasten und abwerten

    Ich glaube bei Borderlinern hält das Ausrasten (etwas) länger an, der gegenüber wird als Person abgewertet, bei ADHSlern ist es eher eine Explosion, die ein paar Minuten später schon wieder leid tut, man hat nicht das Problem mit der Person, sondern eher dem Moment.


    Wenn ich ausraste, dann meist mit kurz, laut und zerstörerisch oder fies, ja auch Fäkalsprache, vulgär etc..... Meist weiss ich 5 Min später nicht mal mehr wieso es SO heftig war. Fast immer ist es bei mir aber Überforderung oder Ungeduld, so richtig schlimme Ausraster habe ich selten wegen angegriffen fühlen, da werde ich eher klar im Kopf.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 206

    AW: Ausrasten und abwerten

    Ich denke, die Wut kann auch bei BLern einigermaßen schnell verrauchen - z.B., wenn man eine Entschuldigung erhält. Aber wo das nicht der Fall ist und man sich sicher ist, im Recht zu sein, hält sie an und führt oft zum Kontaktabbruch.

    Wenn ich mich im Recht fühle und es kommt eine Entschuldigung, ist meist sofort alles wieder ok - kommt diese nicht, ist der Kontakt für mich gestorben und Wut hält lange an, meist dann solange, wie der Konflikt nicht geklärt ist. Ist es eine nicht nahestehende Person, kann ich das schnell abhaken und es belastet mich nicht. Ist es eine Person, die mir wichtig und nah ist, belasten mich solche emotionalen Konflikte so sehr, dass ich nicht arbeitsfähig bin. Sehe ich ein, zum Beispiel, wenn ich lange darüber nachgedacht habe, dass ich eine große Mitschuld am Konflikt trage oder ich der Auslöser war, kann ich mich auch ab und an dazu durchringen, mich zu entschuldigen.

    Habe noch das hier gefunden bezüglich BL-Wut und Dauer:

    "... so neigt letzterer [Anmerkung von mir: Der BLer] eher zu explosiven Wutausbrüchen, die manchmal schnell wieder verflogen sein können."

    Quelle des Zitates: Borderline und Narzissmus - Die Unterschiede - GrenzwandlerGrenzwandler

    Der Text bezieht sich aber auf den Unterschied zwischen Narzissmus und Borderline und nicht AD(H)S und Borderline.

  6. #6
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 998

    AW: Ausrasten und abwerten

    creatrice schreibt:
    Ich glaube bei Borderlinern hält das Ausrasten (etwas) länger an, der gegenüber wird als Person abgewertet, bei ADHSlern ist es eher eine Explosion, die ein paar Minuten später schon wieder leid tut, man hat nicht das Problem mit der Person, sondern eher dem Moment.
    Ist bei mir genauso als ADHSler. Ich kann laut werden und ziemlich inpulsiv......aber beleidigend oder Fäkal- und Vulgärsprache verwende ich niemals. Hinterher habe ich auch oft ein sehr schlechtest Gewissen (auch wenn ich Recht hatte).

  7. #7
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.981

    AW: ADHS und Borderline: Ausrasten und abwerten

    Unterschrieben.

    Meist ist es der Moment-irgendetwas,dass mich über's Limit hinausgetrieben hat. Unter Medikation geht es besser(nicht immer wirklich gut ),aber vorher waren meine Ausraster durchaus extrem heftig.

    Fäkalsprache kenne ich jetzt weniger. Ich kann sehr verletzend werden,ja,aber ich glaube,dass hat u.U.auch etwas mit der Sozialisation zu tun.

    Selbst wenn es Streit gibt,geht es nicht um die Person und auch wenn meine Wut berechtigt ist,tut mir die Heftigkeit meines Ausbruchs hinterher leid und ich kann,wenn nötig nach einem "Timeout",auch normal weitersprechen,wenn die Situation es verlangt.

    Bei BL habe ich es,im Gegensatz dazu,so erlebt,dass es in einer Beziehung kein "Normalnull" gibt,also,ich weiß z.B.,dass der Mensch,mit dem ich mich vielleicht auch mal streite,gute Seiten hat und solche,die mich auf die Palme bringen und beides ist integriert. Dort aber nicht und somit sind die Auswirkungen der Wut destruktiver.




    LG v. Luftkopf
    Geändert von luftkopf33 ( 5.01.2016 um 21:26 Uhr)

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 143

    AW: ADHS und Borderline: Ausrasten und abwerten

    Hey

    Hatte früher viel und oft impulsive Wutausbrüche mit totalem Kontrollverlust. Habe beobachtet, dass es bei mir schlimm und unkontrollierbar ist, wenn ich sehr depressiv bin.
    Allerdings betraf dies immer nur das private Umfeld. In der geschäftlichen Welt sah man mir es nur an, oder hörte es weil ich eine doofe Bemerkung gemacht habe oder so...Ich glaube die Angst vor dem Jobverlust, hat da doch sehr geholfen...

    Es war ein speziell grosses Talent die grössten Schwächen der Person gezielt zu nennen und dermassen auf den Punkt zu bringen, dass diese Personen dann jeweils entweder den Kontakt abgebrochen haben oder längere Zeit wütend waren, weil ich sie dort getroffen habe, wo sie am verletzlichsten waren..

    Im Nachhinein war es für mich wahrscheinlich fast schlimmer als für die Person. Hatte dann zum Teil noch Tage danach ein unglaublich schlechtes Gewissen und Verlustängste.

    Ausserdem ist es viel besser geworden, seitdem ich nicht mehr hormonell verhüte.

    Denke aber bei Borderlinern ist das Wechselspiel bzw die Intervalle zwischen Wutausbruch und "es tut mir leid" viel kürzer bzw wechselt innerhalb von Minuten..

    Obwohl ich weiss, dass ich defintiv kein Borderliner bin, und das auch so von der Psychologin bestätigt bekommen habe, habe ich mir ein Buch zur Selbsthilfe für Boderliner gekauft. Hat mir sehr viel geholfen! Kann ich nur empfehlen!
    Geändert von lini ( 5.01.2016 um 23:47 Uhr)

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 470

    AW: ADHS und Borderline: Ausrasten und abwerten

    Bei mir sind nach der ACT-Therapie alle Ausraster verschwunden - mit einer Ausnahme: Bei meinen Eltern.

    Ich werde dabei laut, sehr laut, bleibe zwar sachlich, werfe aber wild mit Vorwuerfen, manchmal mit Gegenstaenden um mich.

    Zum Vergleich zu frueher: Meine Unterstufenlehrerin, die mich einmal in der dritten und in der vierten Klasse ohrfeigte, habe ich immer zurueck geohrfeigt, meine Sportlehrerin, die mich in der 6. Klasse schlimm misshandelt hat, als ich wieder zu Kraeften kam und sie mich erneut erniedriegen wollte, sofort beim Essen vor der ganzen Schule mit aller Kraft so richtig verdroschen.

    Schon Minuten hinterher, wenn ich mich langsam abrege, weiss ich aber heute dass ich da nicht nach Schuld oder Gruenden suchen und keine Schuld empfinden muss.
    Im Lauf der Zeit habe ich eben fuer mich noch nicht nachvollziehbare Trigger abgespeichert, die in unvorhersagbaren Situationen ploetzlich anschlagen. Die werde ich weiter erforschen!
    Der einzige Trigger, den ich kenne: Freiheitsberaubung. Wenn ich sauer bin und mich jemand nicht gehen laesst, mir die Tuer zuhaelt oder mich gegen meinen Willen ueberallhin verfolgt und auf mich einredet. Da kann sich mein Gegenueber warm anziehen, blaue Flecken und Haematom garantiert. Hey, das passiert natuerlich nicht sofort, aber wenn das Stunden anhaelt... selbst Schuld, ist ja auch eine Straftat.

    Dazu kam bei mir, dass ich Wut unterdrueckt habe. Das wurde mir schon als Kind antrainiert: Wut ist nicht in Ordnung, geh in die Ecke, schrei hier nicht herum.
    Jedesmal, wenn ich Wut empfand, gab es da dann eine Art Kurzschluss, weil ich wuetend wurde, wenn ich Wut gefuehlt habe. Bumms!

    Als mich die Therapeutin dann monatelang gezielt in Situationen geschickt hat, in denen ich vorhersagbar wuetend werden wuerde, ich aber vorbereitet war und nur darauf achten sollte, wo in meinem Koerper ich dieses Gefuehl spuere, habe ich gelernt, sie anders zu betrachten und dann, damit anders umzugehen. Wenn ich heute ploetzlich Wut empfinde, greift ein neuer Trigger: Hey, Du bist wuetend! Geil! Warum? Erforsche das!

    Zum Nachmachen: Geh in einer gut frequentierten Strasse mit einem nicht zu breiten Buergesteig spazieren. *Garantiert* kommen Dir darauf irgendwann zwei oder mehr Frauen (sorry, hab ich aber wirklich auch immer so erlebt, je aelter, desto schlimmer) nebeneinander entgegen. Keine von denen weicht aus, so dass Du auf die Strasse ausweichen muesstest, um an denen vorbei zu kommen. Du wirst NICHTS sagen, Du wirst EINER Person Dir gegenueber aber *unentwegt* genau in die Augen sehen und hoechstens langsamer werden. Achte dabei, wie sich Dein Koerper dabei anfuehlt, auf deine Haende (*hust* Faueste), Deinen Bauch, Deinen Nacken...) und wie KRASS sich diese Gefuehle innerhalb von Sekunden veraendern. Und ja, das mit dem "in die Augen sehen" allein dauert... zu Beginn vielleicht Wochen. Das klingt jetzt vielleicht belanglos, aber ist in der Realitaet sehr eindrucksvoll.

    Wut ist nichts als Staerke. Sie wurde uns von der Evolution geschenkt, damit wir blitzschnell mit voller Wucht zuschlagen koennen, wenn wir angegriffen werden.
    Dummerweise ist Wut eine Funktion des limbische Systems, ein Ueberbleibsel aus der Reptilienzeit und faehrt das modernere Grosshirn herunter, sobald sie zu gross wird.
    Ein Brief vom Finanzamt ist aber eigentlich kein wirklicher Angriff...

    Daher empfinde ich heute diesen neuen Trigger - hey, Wut, interessant, warum - als Befreiung.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 143

    AW: ADHS und Borderline: Ausrasten und abwerten

    Den Trigger mit der Freiheitsberaubung kenne ich gut. Wenn ich wegen was sauer bin oder so, und man mich dann anfängt zu umarmen.

    Und eigentlich will ich nur erzählen, wieso dieses und jenes so ist. Und man mich dann umarmt, dann werde ich noch heute innert kürzester Zeit zum Vesuv.

    Inzwischen habe ich es unter Kontrolle, dass ich dann zuerst sage, wenn du mich jetzt nicht loslässt, dann knallt es. Weil ich sage immer zuerst, lass mich. Mich macht sowas total aggressiv.

    Das ist für mich dann Freiheistberaubung. Hab mal meinem Exfreund so einen Zahn rausgeschlagen. War aber unabsichtlich, wollte mich nur befreien und habe dann aus Versehen den Mund getroffen....

    Die Wut in der Arbeit, wenn jemand findet er müsse mir fast auf die Oberschenkel sitzen oder so um mir was zu zeigen, konnte ich zum Glück in der Therapie bearbeiten...

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