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Diskutiere im Thema Zwischen den Extremen im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #11
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 241

    AW: Zwischen den Extremen

    ich sehe die erde als eine art lehranstalt für erfahrungen und lernen an..

    wir leben in einer welt der dualität und oft des hin und her schwankens zwischen zwei extremen und es dauert oft eine weile, bis wir einen mittelweg gefunden haben, aber mir ist anhand deines threads gerade klar geworden, dass es gar nicht um die extreme und den mittelweg geht, sondern um
    das thema, in dem du diese extreme lebst.. soweit ich das beurteilen kann, geht es bei dir darum zu lernen, deinen eigenen weg zu gehen und der aufmerksamkeit der anderen nicht mehr zu bedürfen, zu deiner eigenen meinung stehen zu können und dich nicht darum zu kümmern, was andere dazu zu sagen haben.. dazu kommt noch, dass du ein interessantes spannendes leben haben möchtest, das sich für dich aber nur in den extremen ausdrücken kann..

    meinem empfinden nach sind die phasen, in denen du ruhig, ernst und in dich gekehrt bist, die zeiten, in denen du dich für die spannenden hoch adrenalisierten phasen ausruhst, weil man nicht immer unter adrenalin stehen kann.. du redest dir ein, dass nur dieses hoch und tief das leben interessant macht und ein gleichmässiges leben früher oder später langweilig wird.. das ist nachvollziehbar, wenn man bedenkt, wie diese welt beschaffen ist und dass sie sehr von diesen gegensätzen lebt, allerdings hat es den nachteil, dass es das leben nicht einfacher macht, wie du selbst merkst.. vielleicht fragst du dich mal selbst, wozu du dieses drama brauchst, das du die ganzen jahre schon lebst.. mein tipp, mach folgendes experiment: setz dich mit schreibzeug hin und trage alle gründe zusammen, weshalb du dieses exzessive leben brauchst.. wirklich alle, selbst wenn sie noch so verrückt zu klingen scheinen.. meiner erfahrung nach stecken genau in diesen verrückten gründen die hintergründe für das, was dich wirklich treibt..

    mal so als anregung ein paar gründe, die mir so dazu einfallen würden (in schwächerer form ist das zur zeit auch mein thema):

    - es macht das leben interessant
    - ich möchte das leben intensiv leben
    - wenn man ohne höhen und tiefen lebt, hat man das gefühl, gar nicht zu leben
    - ich kann mir nicht vorstellen, mein leben anders zu leben, weil ich angst vor dem habe, was ich nicht kenne
    - ich hab angst davor, dass mich andere kritisieren, wenn ich mein leben so lebe, wie ich es gern mag
    - ich hab angst aus dem auszubrechen, was ich als bequem und angenehm empfinde..
    - ich hab das gefühl, dass überall grenzen sind, die mich behindern..

    wahrscheinlich würden mir noch eine menge einfallen, aber in dem thread geht es nicht um mich, sondern um dich.. nach meiner erfahrung kommt irgendwann ein grund, bei dem du auf anhieb weisst, dass er stimmt.. vielleicht finden die anderen ja auch noch welche..

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Zwischen den Extremen

    Geht es wirklich um exzessive Phasen, hypomanische oder gar manische?

    Ich habe weder was von Adrenalinjunky noch von exzessiven Käufen, Problemen der Libido, oder anderen extremen Problemen in Bezug auf die "Hochphasen" gelesen.

    Wenn man z.B. am Anfang immer ruhig ist und dann erst aufdreht, dann hat es nichts mit irgendwelchen Phasen zu tun, dann scheint es eher ein Problem im Verhalten zu sein, denn dieses Muster lässt sich ja (wenn auch unbewusst) immer gleich steuern.

    Wenn jemand sagt er wäre gern lieber immer ruhig und ausgeglichen dann ist das sehr nachvollziehbar, wenn man es aber andererseits auch langweilig finden würde, scheint es ja nicht so ein extremes Leidenspotential in diesem Bezug zu geben. Die Funktion sich zu zügeln ist auch vorhanden. Alles irgendwie kein Hinweis auf exzessives Verhalten oder gar Manie.

  3. #13
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.977

    AW: Zwischen den Extremen

    Scheint ein Fall von Interpretation zu sein.
    Bipolar ist offenbar diagnostisch abgeklärt...daher meine vorsichtige Anfangsfrage.

    Mist,jetzt weiß ich nicht mehr,was ich noch schreiben wollte.

  4. #14
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.977

    AW: Zwischen den Extremen

    Hi Patrick,

    habe jetzt länger überlegt(), und hätte noch eine Variante anzubieten.

    Das,was Du da beschreibst,muss vielleicht hauptsächlich im Kontext Deiner Depressionen und Ängste und ihrer Auswirkungen auf Deine "Entfaltungsmöglichkeit" gesehen werden.

    Soll heißen,dass die Erkrankungen ja wahrscheinlich in Phasen ablaufen-mal besser,mal schlechter- und in den besseren Zeiten bricht quasi Deine "eigentliche Persönlichkeit" durch und Du möchtest Du selbst sein.

    Bist dann aber erschrocken,weil,den,der sich da zeigt,hast Du schon länger nicht mehr getroffen.

    Ich glaube von hier aus wirklich,dass die "nicht pathologisieren"-Idee ganz sinnvoll ist.

    Das war jetzt eine recht persönlich gefärbte Interpretation,ich hoffe dennoch,Du kannst etwas damit anfangen.

    LG

  5. #15
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 69

    AW: Zwischen den Extremen

    chrissiKA hat schon ein paar tolle Anregungen gegeben. Ich sehe es auch so das dass einzige was einem wirklich weiterhelfen kann ist, dass man sich selbst reflektiert und versucht zu abstrahieren.
    Vermutlich mache ich mir damit nicht unbedingt Freunde, aber ich glaube nicht daran das man komplexe Probleme die eine Person mit sich selbst und/oder ihrem Umfeld hat unter einer Diagnose zusammenfassen kann.

    Bezeichnungen wie "ADHS" oder "Depression" sind im Grunde, auch heute noch, bloß Sammelbegriffe für bestimmte Symptom-Profile die irgendwie regelmäßig auftauchen.
    Mehr weiß man tatsächlich nicht, weil die Art wie unser Gehirn funktioniert bisher nur über vage Theorien beschrieben werden kann. Und etwa genauso wichtig sollte man eine Diagnose nehmen.
    Es ist ein ungefährer Richtwert.

    Versuche herauszufinden welche Mechaniken bei dir wirken die du als problematisch empfindest und schaue dann nach Lösungen. Gute Ärzte und/oder Selbsthilfegruppen helfen dabei auch problemorientiert und weniger Etiketten-orientiert.

  6. #16
    hästkrake

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 808

    AW: Zwischen den Extremen

    Also, das ist ja eine interessante Diskussion!
    PS, ich kann dich verstehen, glaube ich, und mich wundert sehr, dass die anderen das nicht so nachvollziehen können. Aber das gehört wohl zu dem weiten Spektrum von ADHS, oder?

    Ich finde, dass du in deiner Selbsbeschreibung unter dem gewählten Titel etwas ganz Wesentliches ausdrückst, was das ADHS ausmacht: Dieses Pendeln zwischen den Extremen. Ich würde andere Beispiele für mich wählen, wir sind ja auch unterschiedlich, aber im Prinzip habe ich immer ähnliche Erfahrungen gemacht. Wenn ich mich selbst beschreiben sollte, habe ich manchmal gesagt: Mir fehlt die Mitte. Oder: Es stimmt immer beides, zu jeder Aussage irgendwie auch ihr Gegenteil. Das ist genau diese Zerrissenheit, die du benennst. sich keine Meinung bilden können, starke, kurzfristige Stimmungsschwankungen.

    Ich verstehe ADHS als Fragmentierung. Die Emotionen schwanken oft kurzfristig und zerfleddern - es ist m.E. auf emotionaler Ebene dasselbe wie die Unkonzentriertheit: Die Gefühle bleiben nicht lange genug stehen, ein neuer Eindruck löst sofort eine neue Emotion aus, die aber vielleicht anders ist als die davor, dann kommt wieder die nächste... Die Emotionen sind dadurch isoliert, korrigieren sich also nicht an der Situation, haben folglich die Tendenz, sich zu verabsolutieren - sie gleiten ins Extrem. Ich weiß nicht, ob du das nachvollziehen kannst, es sind Dinge, die ich noch nicht so gut formulieren kann.

    Jetzt geh davon aus, dass jede Entscheidung von unseren Gefühlen begleitet oder gesteuert wird. Wie soll man da zu einer Entscheidung kommen, wenn sich die Gefühle dauernd ändern? Ich erlebe das so, dass ich Entscheidungen wieder und wieder und wieder in Frage stellen muss und endlos von verschiedenen Seiten beleuchte, bis ich mich zu etwas durchringen kann. Also, ich finde, du triffst da den Kern des emotionalen Anteils von ADHS.

    Depressionen, Ängste, Zwänge: Das sind genau die Dinge, die dann die Folge sind: Es ist emotional wahnsinnig anstrengend, die Balance zu halten. Dann läuft man leer, kein Wunder, es geht nichts mehr. Das ist im Moment genau das, was bei einer Depression auch passiert. Aber wie lange hängst du dann in diesem Zustand? Für ADHS ist typisch, dass man sich in kürzester Zeit, ein paar Tage oder so, wieder davon erholt. Depressionen dauern Monate, daran kannst du es unterscheiden.
    Zwänge: kein Wunder, dass man anfängt, sich krampfhaft an etwas festzuhalten, wenn einem ständig alles entgleitet, oder?
    Ängste: Kenne ich auch. Die Dinge nicht im Griff haben. Sehen, wie es einem ständig entgleitet. Das macht natürlich Angst.

    Dieser Verwechslung mit Bipolar und Borderliner begegne ich ständig.
    Borderliner ist eine Bewältigungsstrategie, die Menschen nach einem Trauma entwickeln. ADHS ist eine körperliche Konstitution, mit der man geboren wird. Wenn du wissen willst, ob du Borderliner bist, geh ins Borderliner-Forum. Du wirst nach 10sek wissen, ob das deine Community ist. ...eh, keine Diagnose. Aber Borderliner funktioniert total anders als ADHS, auch wenn man einiges mit denselben Worten beschreiben kann. Die Stimmungsschwankungen bei Borderlinern sind funktional zu verstehen, unsere stoffwechselbedingt. Das führt in eine ganz andere Richtung!

    Bipolar: Eine Manie ist ein Zustand, der abgekoppelt ist von der Persönlichkeit und wo die Selbstwahrnehmung verloren geht. Solange du noch einen Realitätsbezug hast, ist es keine Manie. (Ist es eine Manie, checkst du aber nicht, dass du keinen Realitätsbezug mehr hast...) Es ist eine echte Grenzüberschreitung. Also z.B. der Hausmeister, der plötzlich auf Pump zwei Porsche kauft und nicht checkt, wie absurd das ist. Der beständig treue Ehepartner, der plötzlich an einem Abend mit 5 Frauen schläft. Manien führen rechtlich deshalb oft zu Schuldunfähigkeit.

    ... Vergessen, die Kinder zu kutschieren. Soweit, bis später.

  7. #17
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.977

    AW: Zwischen den Extremen

    In die Richtung habe ich selbst durchaus auch gedacht,habe aber aufgrund bisher nicht vorhandener ADHS-Diagnose,dem "phasenhaften" Auftreten(evtl.einfach zu eng interpretiert... )und der bekannten Probleme,erstmal vorsichtig "die Fühler ausgestreckt".

  8. #18
    hästkrake

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 808

    AW: Zwischen den Extremen

    Ich war eh ziemlich fertig mit meinem Sermon. Als Nachschlag nur noch ein Buchtitel:

    Doris Ryffel-Rawak: Wir fühlen uns anders!
    Die bringt das Thema Emotionen und ADHS sehr auf den Punkt.

  9. #19
    Erklärbärchen

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 4.977

    AW: Zwischen den Extremen

    Ich hab' Dich jetzt aber nicht abgrwürgt,oder?
    War nämlich gar nicht meine Absicht.
    Und,ich fand den Sermon sehr interessant und gut erklärt.

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Zwischen den Extremen

    Skywalker schreibt:
    Dieser Verwechslung mit Bipolar und Borderliner begegne ich ständig.
    Borderliner ist eine Bewältigungsstrategie, die Menschen nach einem Trauma entwickeln. ADHS ist eine körperliche Konstitution, mit der man geboren wird. Wenn du wissen willst, ob du Borderliner bist, geh ins Borderliner-Forum. Du wirst nach 10sek wissen, ob das deine Community ist. ...eh, keine Diagnose. Aber Borderliner funktioniert total anders als ADHS, auch wenn man einiges mit denselben Worten beschreiben kann. Die Stimmungsschwankungen bei Borderlinern sind funktional zu verstehen, unsere stoffwechselbedingt. Das führt in eine ganz andere Richtung!

    Bipolar: Eine Manie ist ein Zustand, der abgekoppelt ist von der Persönlichkeit und wo die Selbstwahrnehmung verloren geht. Solange du noch einen Realitätsbezug hast, ist es keine Manie. (Ist es eine Manie, checkst du aber nicht, dass du keinen Realitätsbezug mehr hast...) Es ist eine echte Grenzüberschreitung. Also z.B. der Hausmeister, der plötzlich auf Pump zwei Porsche kauft und nicht checkt, wie absurd das ist. Der beständig treue Ehepartner, der plötzlich an einem Abend mit 5 Frauen schläft. Manien führen rechtlich deshalb oft zu Schuldunfähigkeit.
    Danke dir Skywalker und allen anderen für die Antwort/en.

    Zur Depression kann ich meine Niedergeschlagenheit schon gut abgrenzen. In der Depression geht gar nichts mehr und man fühlt sich verloren. Bei den anderen schlechten Gefühlen, sieht man zumindest das Licht am Ende des Tunnels (oder besser gesagt, weiß, dass es wieder auftaucht).

    In die "Kategorien" bipoloar oder Borderline würde ich mich nicht einordnen: Ich war nie in einer Manie, in der ich mich oder andere irgendwie in Gefahr gebracht hätte (sei es Gesundheitlich oder Existenziell). Für den klassischen Borderliner bin ich wohl zu friedfertig Und auch selbstverletztendes Verhalten tritt bei mir nicht auf. Das Alles ist natürlich nur ziemlich laienhaft-oberflächlich betrachtet.

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