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Diskutiere im Thema Ist immer AD(H)S schuld? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 281

    Ist immer AD(H)S schuld?

    Hallo Leute,

    ich bin gerade im Zwiespalt. Ich frage mich gerade, ob ich mein AD(H)S nicht als Sündenbock benutze um ihm meine zahlreichen Misserfolge auf zu bürden, AD(H)S greift zwar auf vielfältige Weise in das Leben der Betroffenen ein, doch sind diese und damit ich nicht handlungsunfähig.
    Wenn ich mich bespielsweise auf eine Prüfung vorbereite oder an einer großen Arbeit sitze hab ich es doch immer noch in der Hand, ob ich mich zum Arbeiten hinsetze oder nicht?

    Um es mal etwas konkret zu machen: Während meiner Diplomarbeit (oder auch bei jeder Prüfungsvorbereitung) habe ich es mit unter nicht fertig gebracht mich auch nur zum Arbeiten zu bewege. Und wenn ich dann doch gearbeitet habe dann beschäftigte ich mich mit anderen anderen Dingen bzw. unterbrach meine Arbeit immer wieder.
    Klar mein Antrieb war nicht immer sehr hoch (auch wenn mir die Wichtigkeit der Aufgabe sehr bewusst war) und meine Konzentration war auch nicht immer auf der Höhe (eigentlich war sie sogar meist recht niedrig).

    Ich kann doch aber nicht für jede vertrödelte Arbeitsstunde und jedes versemmelte Projekt, Klausur etc. das AD(H)S und eventuell noch meine Depressionen verantwortlich machen? Ich meine, so lange ich nicht völlig handlungsunfähig bin liegt die Verantwortung für meine Handlungen (vertrödeln von Arbeitszeit) immer noch bei mir oder nicht? Sprich wenn ich Mist baue, bin ich es der hier mist baut und nicht AD(H)S.

  2. #2
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Willst Du Erfolg haben?


    Irre schreibt:
    die Verantwortung für meine Handlungen [liegt] immer noch bei mir oder nicht?
    Selbstverständlich. ADHS ist noch kein Dämon, das Besitz von uns nimmt.

    Ich habe mein ADHS Friedhelm genannt.

  3. #3
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Ich denke dass man viel weniger Handlungen wirklich bewusst steuert als man zu denken geneigt ist. Viele Dinge hat unser Gehirn schon fertig entschieden bevor wir uns dessen bewusst werden. Ich würde jetzt aber nicht so weit gehen zu sagen dass man gar keinen eigenen Willen mehr hat.

    Manche Dinge können Menschen mit ADHS aber einfach nicht und das ist nun mal so. Ob das jetzt eine Ausrede ist hängt davon ab wir man mit seiner Schwäche umgeht, nämlich ob man sagt kann ich nix für ist halt so also ist die sache abgehakt oder ob man daran arbeitet Maßnahmen zu finden, die einem in Zukunft dabei helfen besser mit seinen Unzulänglichkeiten zurecht zu kommen.

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 281

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Steintor schreibt:
    Willst Du Erfolg haben?
    Natürlich, ohne geht's halt einfach nicht.

    Steintor schreibt:
    Selbstverständlich. ADHS ist noch kein Dämon, das Besitz von uns nimmt.

    Ich habe mein ADHS Friedhelm genannt.
    Ok, das heißt dann also, dass ich dann auch in der Pflicht bin mir Hilfe zu suchen, wenn ich mit meinem AD(H)S nicht alleine klar komme.

  5. #5
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Es geht um die Frage, ob das ADHS Schuld am Misserfolg ist.

    Das ADHS ist nun mal ein Teil von mir selbst. Würde es Schuld an was auch immer sein, würde ich es personifizieren und mental von mir los lösen. Das ist natürlich unmöglich. Also bin ich selbst Schuld an meinem Misserfolg.

    Ich muss gucken, was ich habe, und dass ich mit dem, was ich habe, Erfolg habe.

    Es ist müßig und Energie raubend, wenn ich nur gucke, was ich nicht habe und was ich mit dem, was ich nicht habe, nie erreichen kann.

    Ich wäre gern ein König. Leider habe ich kein Reich also werde ich kein Konig sein können.

    Kannst du also deine Idee von Erfolg mit den dir zur Verfügung stehenden Ressourcen verwirklichen können?

    Oder ist deine Idee von Erfolg lediglich eine Utopie?

    Wäre es nicht besser, wenn du versuchst, die Ziele zu erreichen, die du mit dem, was du hast, erreichen kannst als von Schuld zu reden, bezüglich dessen, was du nicht hast?

    Wer ist Schuld, dass ich kein Königreich habe?

    Wenn du trotzdem Ziele erreichen möchtest, die du mit deinen Mitteln nicht erreichen kannst, musst du dir Hilfe suchen.

    Gesendet von meinem GT-I9300 mit Tapatalk
    Geändert von Steintor (11.05.2015 um 01:20 Uhr)

  6. #6
    Celestis

    Gast

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Ich habe durch mein ADHS auch nicht das erreicht,
    was ich wollte und nein König werde wollte ich auch nie

    Kaiser oder Gottheit reicht mir schon. Nicht das ich gierig bin
    Manche haben Glück und andere haben das Pech, dass nichts klappt
    Man muss damit leben, dass man nicht alles erreichen kann, was man will.
    Egal wie sehr man sich anstrengt.

    Das Thema erinnert mich an die Geschichte: Die Qualen des Tantalus.

    Tantalus war ein König der Alten Grichischen Mytologie.
    Er wurde in den Hadis verbannt und war gezwungen im
    Wasser zu stehen, dass zurück wich, sobalt er es trinken wollte.

    LG
    Celestis

  7. #7
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 281

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Erst einmal danke für eure Antworten.

    Ich will mit dem Beitrag etwas Selbstreflexion betreiben, eure Beiträge bilden dabei den Spiegel. Mir ist einfach aufgefallen, dass ich die Verantwortung für mein Handeln auf ADHS ab zu schieben.

    Steintor schrieb:
    Kannst du also deine Idee von Erfolg mit den dir zur Verfügung stehenden Ressourcen verwirklichen können?

    Dessen bin ich mir nicht wirklich sicher.

    Steintor schrieb:
    Wäre es nicht besser, wenn du versuchst, die Ziele zu erreichen, die du mit dem, was du hast, erreichen kannst als von Schuld zu reden, bezüglich dessen, was du nicht hast?

    Natürlich ist das besser.

    @Celestis:
    Manche haben Glück und andere haben das Pech, dass nichts klappt
    Man muss damit leben, dass man nicht alles erreichen kann, was man will.
    Egal wie sehr man sich anstrengt.

    Ja stimmt schon, nur nicht immer einfach zu akzeptieren. Was meiner Meinung nach nicht darunter fällt ist, wenn man nicht alle Möglichkeiten ausnutzt, die einem zur Verfügung steht. Ich hätte mich schon während oder besser vielleicht noch davor um mein ADHS und meine Depressionen kümmern. Hab ich aber nicht gemacht.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 97

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Ganz allgemein für alle ADHSler und mich inklusive gerichtet: ADHS ist eine Erklärung, aber mitnichten eine Entschuldigung. Ja, mit ADHS ist man ohne eigene Schuld in vielen Bereichen des Lebens gehandicapped; man wird ja wegen seiner Misserfolge aufgrund einer ADHS oftmals unwissend als charakterschwach und faul angesehen. Das heißt aber nicht, dass es Charakterschwäche und Faulheit unter ADHSlern nicht gibt.

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.933

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Irre schreibt:
    Natürlich, ohne geht's halt einfach nicht.
    Warum die Einschränkung? Verzeih, wenn ich sage, dass sich das nicht nach einem klaren Ja anhört.


    Was macht es besser oder schlechter, die Schuldfrage zu klären und hast du überhaupt die Zeit dazu? Solltest du diese nicht besser dazu nutzen deine Probleme anzugehen und zielorientiert daran zu arbeiten? Könnte es sein, dass es auch eine Form von Aufschieben ist? Wäre es nicht gut, darüber nachzudenken, was dir helfen würde in Zukunft besser an den Dingen zu arbeiten, die anliegen. wie dein Arbeitsplatz aussehen sollte und welche Voraussetzungen dann am besten erfüllt sein sollten? Was hindert dich daran, dich um deine anderen Probleme zu kümmern?

    Nur so ein paar Fragen, die mir durch den Kopf gehen ... aber das mag auch an der Uhrzeit liegen.

  10. #10
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Irre schreibt:
    Dessen bin ich mir nicht wirklich sicher.
    Du schreibst von Schuld, und zwar dass etwas Anderes Schuld sei. Das zeigt mir, dass du nicht zu dir stehst. Fatalismus ist schon toll. Man ist fremd bestimmt und muss sich keinen Kopf um sich selbst machen. Aber du willst auch Erfolg im Berufsleben haben. Im Berufsleben bist du leider auf dich Selbst gestellt. Wenn du jetzt schon Opfer sein möchtest (vom ADHS,), dann wirst du später auch Opfer sein. Du wirst vom Chef und von den Kollegen gemobbt. Das würde ich jetzt zu verhindern versuchen.

    Als erste Maßnahme sollte die Vorstellung sein, dass man für sich selbst verantwortlich ist. man muss es noch nicht optimal realisieren, aber erst einmal daran denken. Das ADHS ist ein Körperteil und man wird es nicht los. Das ist leider Naturgesetz.

    Nun gilt es mit diesem ADHS die Zukunft zu gestalten, so dass man kein Opfer von Anderen wird. Damit das gelingt, ist es wichtig, sich selbst zu schätzen und so zu leben, dass man nicht allzu viel Energie für Ziele aufwenden muss, die man ohnehin nicht erreichen kann, oder falls man sie doch erreicht hat, um diese Ziele aufrecht zu erhalten.

    Was kannst du? Was macht dir Spaß? Ich weiß ADHSler haben Schwierigkeiten, das zu sagen, was sie wollen; sie sagen lieber das, was sie nicht können. Das ist der erste Spagat, den du hin bekommen solltest: eine Liste erstellen, mit dem, was du kannst.

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