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Diskutiere im Thema Ist immer AD(H)S schuld? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #21
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Oh mein "Leistungsanspruch" ist aber ganz aus Eigennutz. Ich habe diesen, nicht weil ich mich sonst nichts wert fühle, sondern weil ich sehr große Vorteile daraus ziehe, mein ADHS soweit möglich zu minimieren. Ich habe dadurch wesentlich mehr Ruhe und Gelassenheit und weniger negative Konsequenzen im Alltag. Und ich lebe auch in einer Gesellschaft. Und genauso wie ich von anderen erwarte mir entgegen zu kommen, sollte das ( nach meinem persönlichen Anspruch) auch von mir erfolgen. Dabei muss ich mich ja nicht überfordern, davon sprach hier keiner, es geht einfach darum, das man Eigenevrantwortung übernimmt für Konsequenzen.

    Genauso so wie ich halt Fahrradfahren lernen muss, um es zu nutzen, muss ich auch andere Dinge lernen, wenn ich einen Nutzen daraus haben will.

  2. #22
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Geht mir ähnlich, auch ich stelle diesen Anspruch aus Eigennutz. Und es ist sicherlich vorteilhaft, das ADS zu minimieren. Ich wollte nur mal deutlich machen, dass das nicht immer umsetzbar ist und dass das auch ok ist. Ich hab halt das Gefühl, der TE macht sich sehr viele Selbstvorwürfe und erwartet von sich selbst sehr viel. Also ich hatte schon das Gefühl, dass hier Überforderung und sehr hohe Ansprüche an sich selber mitschwingen. Aber ich kann mich natürlich irren.

    Dass man Fahrrad fahren lernen muss, um es zu nutzen oder ADS kompensieren lernen muss, um sein Potential auszuschöpfen, seh ich genauso. Ich finde aber, man sollte sich keine Vorwürfe machen, wenn man es nicht direkt kann oder wenn man es nicht immer kann.

    Ich finde außerdem, dass die Beispiele, die Irre im ersten Beitrag genannt hat, gerade solche Dinge sind, bei denen das ADS "greift" - sich nicht aufraffen können usw. - und da würde ich persönlich nun nicht davon sprechen, dass er zu wenig Verantwortung übernommen hat, sondern dass da tatsächlich das ADS ihm ein Bein gestellt hat. Ich kenne es aus eigener Erfahrung, sich nicht aufraffen zu können und es kostet IMMENSE Kraft, sich dann doch aufzuraffen, da würd ich niemandem einen Vorwurf draus machen, wenn er es nicht schafft, sich aufzuraffen.
    Geändert von Chamaeleon (14.05.2015 um 14:29 Uhr)

  3. #23
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Das sehe ich irgendwie differenzierter.... Wenn man sich nicht aufraffen kann, ist das wie nicht Fahrrad fahren können ohne es vorher geübt zu haben, das ist auch für mich kein Grund Vorwürfe zu machen oder auf sich selbst sauer zu sein. Wenn man aber die Möglichkeit hat es zu üben ( die Möglichkeit hat jeder der eine Diagnose hat oder zumindest seine Probleme kennt), und diese nicht nutzt und dann später jammert das man es nicht kann, dann, finde ich sollte man schon die Verantwortung bei sich selbst suchen. Anders verhält es sich natürlich wenn man trotz Aller Bemühungen mal etwas nicht schafft. Aber ich glaube da weiß jeder schon selbst ob es so oder so ist.

  4. #24
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Ich glaube, wir widersprechen uns da gar nicht so. Es geht mMn um zwei Fälle, wobei ich den ersteren geschildert habe und der zweitere hier im Thread vorkam:

    1. Man bemüht sich, aber schafft es nicht --> man hat keine "Schuld"
    2. Man bemüht sich nicht und jammert später, dass man nichts geschafft hat --> selbst Schuld

    Insofern...ich denke schon, dass sich der TE bemüht hat, aber wie beim Fahrrad fahren auch, muss er erst noch üben (sorry Irre, dass ich in 3. Person von dir spreche ). Muss er aber auch selber wissen, ob er es versucht hat oder nicht. Manchmal - und vor allen Dingen bei ADS - reicht ja bloßes Bemühen auch nicht, da muss man schon Tricks anwenden, um sich aufraffen zu können - zB würde ich allein mit bloßem "Willen" es oft nicht schaffen, mich einfach aufzuraffen, da muss ich Strategien anwenden wie zB Routinen schaffen, bei denen ich mich dann ganz automatisch an den Schreibtisch setze, ohne großartiges Aufraffen, einfach durch Gewohnheit.

    Sorry, falls ich irgendwie vom Thema abgewichen bin oder was falsch verstanden habe oder irgendwas offensichtliches übersehen habe, ich bin grad nicht so klar im Kopf.

  5. #25
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Wahrscheinlich bin ich heute auch nicht ganz klar...... Ich habe jetzt völlig den Faden verloren. Kommt auch wieder.

  6. #26
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 281

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Ich hab halt das Gefühl, der TE macht sich sehr viele Selbstvorwürfe und erwartet von sich selbst sehr viel.


    Nun ich weiß eigentlich gar nicht, was ich von mir selbst realistischerweise erwarten kann und was nicht. Am Anfang meines Studiums bin ich der geradezu hirnrissigen Vorstellung verfallen, ich müsse alles alleine schaffen (natürlich mit voller Punktzahl und so). Diese Vorstellung ist dann relativ schnell an der Realität zerbröselt. Die Leere die dann blieb füllte sich mit Zweifel an meinen eigenen Fähigkeiten und irgendwann habe ich den Glauben an mich selbst und daran etwas erreichen zu können fast völlig verloren.

    Wenn ich eine Aufgabe beginne, ist es dann vermessen zu hoffen, dass ich sie gut abschließen kann? (sehr gut wäre natürlich noch besser) Sprich wenn ich mich auf eine Prüfung vorbereite will ich sie nicht einfach nur bestehen sondern sie gut bestehen. Nicht unbedingt weil ich das selber will, sondern weil mit unter einfach notwendig ist. Eine halb fertig gestellte Schaltung, ein unvollständiger Artikel, eine nicht zu Ende gerechnete Aufgabe, mit solchen Sachen kann in aller Regel keiner etwas anfangen. Auch Unternehmen erwarten gute Leistungen von ihren Mitarbeitern und Bewerbern, was ich ihnen keines Falls übel nehme.

    Der Wunsch gute Leistungen zu erbringen kommt also nicht nur aus mir selbst, sondern ist auch extern motiviert. Ich bin eben halt nur sehr unsicher, was ich von mir erwarten kann und was nicht.

  7. #27
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Irre schreibt:
    Der Wunsch gute Leistungen zu erbringen kommt also nicht nur aus mir selbst, sondern ist auch extern motiviert. Ich bin eben halt nur sehr unsicher, was ich von mir erwarten kann und was nicht.
    Ich würde das von mir erwarten, gut zu machen, was ich kann.

    Was ich nicht kann, lasse ich lieber.

    Das habe ich aber erst mit 48 Jahren begriffen.

  8. #28
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 281

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Steintor schreibt:
    Ich würde das von mir erwarten, gut zu machen, was ich kann.

    Was ich nicht kann, lasse ich lieber.

    Das habe ich aber erst mit 48 Jahren begriffen.
    Dem stimme ich zu! Nur was ich kann und was nicht bzw. wie gut oder wie schlecht scheint starken Schwankungen zu unterliegen. An einem Tag kann ich etwas gut an einem anderen stelle ich mich an wie der erste Mensch. Mal quäle ich mich regelrecht durch Prüfungen und haue doch daneben, mal schreibe ich sie in der Hälfte der Zeit mit nahe zu voller Punktzahl. Ich habe nie wirklich verstanden, an welchen Faktoren das hängt....

  9. #29
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    Prüfungen sehe ich nicht als Maß für die persönlichen Qualifikationen an.

    Ich würde zur Abschätzung dessen, was man kann, auch nicht die Regelwerke verwenden, die Andere erstellt haben.

    Das Gleiche wäre, wenn man Rollstuhlfahrer verurteilen würde, weil sie nicht die Treppe hoch kommen, oder kleine Menschen als behindert bezeichen würde, weil sie nicht in einer Normküche arbeiten können.



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  10. #30
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 15

    AW: Ist immer AD(H)S schuld?

    hi zusammen
    ich finde schon, dass man - trotz der "krankheit" - sie verantwortung für sein handeln selber übernehmen muss. und wenn man sich ja schon bewusst ist, dass man für gewisse dinge anfällig ist, dann umso mehr. denn durch das bewusstsein hat man die möglichkeit "entgegenzuwirken".
    gruss

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