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Diskutiere im Thema Extreme Stimmungsschwankungen und Hassgefühle, Wut? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 177

    Extreme Stimmungsschwankungen und Hassgefühle, Wut?

    Hallo in die Runde,

    obwohl ich derzeit eigentlich grade im Urlaub auf den Philippine bin, wollte ich es mir nicht nehmen lassen, hier mal ein Thema in die Runde zu werfen, bei der ich mir nicht ganz sicher bin, ob es eine "Nebenwirkung" des ADS ist, was ich habe - was mich etwas daran zweifeln lässt, ist die Tatsache, dass sich das ganze erst vor circa drei Jahren anfing einzustellen.. aber nun erstmal der Reihe nach...

    Ich hatte hier im Forum irgendwann mal meinen privaten Leidensweg mit meiner vorigen Beziehung geschildert. Diese Frau hat mich nervlich wirklich kaputt gemacht, ohne dass es ihr wahrscheinlich überhaupt bewusst war. Ich war früher eigentlich ein immer sehr geduldiger Mensch, den nichts so schnell aus der Ruhe brachte. Nunja im Laufe der Zeit wurde sie immer ruhiger und gelassener und ich verlor dafür immer schneller die Beherrschung, sodass ich recht schnell reizbar wurde und dann auch emotionsgeladen reagierte und sauer war.

    Mittlerweile ist es so weit (und das zieht meine Frau leider in Mitleidenschaft), genügt der kleinste Funke und meine Stimmung schlägt von der einen Sekunde in die andere Sekunde um, aus happy wird stocksauer und wütend bzw. sau genervt. Das ganze geht teilweise so weit, dass ich meine Frau anfange zu hasse und anfange über Scheidung nachzudenken, da ich kein Bock auf die Scheisse mehr hab...

    Das ganze passiert mir meistens dann, wenn sie meine Meinung nicht akzeptiert oder meint, mich eines besseren belehren zu müssen. Beispiel: Sie: "Es ist Mittag, du musst was essen, du hast doch Hunger" - Ich: "Nein, ich bin nicht hungrig" - Se "Doch, du musst was essen" oder: (ein Kind spricht auf einer anderen Sprache, die meine Frau versteht, zu mir und deutet auf verschiedene Körperstellen und benutzt dabei immer das gleiche Wort): Sie: "Wieso weisst du denn nicht, was das Kind meint" - Ich: "Ich verstehe die Sprache nicht, deshalb weiß ich nicht, was es mir damit sagen will." - Sie: "Ja, aber das musst du doch verstehen" - Ich: "Nein, ich verstehe es aber nicht"

    Das sind nur mal so zwei Beispiele die mir grade einfallen.. also meistens passiert diese extreme Stimmungsschwankung immer dann, wenn meine Meinung nicht akzeptiert wird und versucht mir, mir etwas, gegenteilig zu meiner Meinung, in den Mund zu legen. Das regt mich tierisch auf, und lässt mich echt wütend werden.

    Meistens dauert es dann nur einige Minuten und dann hat sich meine Stimmung wieder gefangen --- und meine Frau schüttelt nur verdutzt den Kopf und "belustigt" sich darüber, wie sehr meine Stimmung doch binnen Minuten sich ändern kann.

    Nun weiß ich nicht, ob ich bedingt durch meine vorige Beziehung mir einfach einen Knacks eingefangen habe, und sich bei mir unterbewusst eine Art Abwehrhaltung gegenüber sämtliche Diskussionen oder möglichen Streitigkeiten aufbaut (denn in meiner vorigen Beziehung waren tägliche Streits und Diskussionen am Ende an der Tagesordnung), oder aber, ob dies eine Nebenwirkung des ADS ist.

    Vielleicht hat der ein oder andere ja etwas ähnliches wie ich und hat hier schon mehr in Erfahrung bringen können.

    Gerne würde ich hierzu auch mit meinem behandelnden Arzt sprechen. Im Internet hatte ich schon etwas dazu gelesen. In diesem Zusammenhang fiel z.B. das Wort "Borderline Syndrom" - wobei ich keine suizidalen Gedanken habe usw.

    Freue mich über eure Antwort.

    LG
    TangMu

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 246

    AW: Extreme Stimmungsschwankungen und Hassgefühle, Wut?

    hallo tangmu,

    ich kann da leider mitfühlen und verstehe genau was du meinst. es gibt ein paar trigger themen und worte, bwz. situationen, da werde ich vom gutmütigen, geduldigem lamm zum (nicht agierenden) axtmörder. aufgrund meiner bisweilen sehr miesen kindheit, wo ich die klappe halten musste um nicht drauf zu gehen, bzw. verprügelt zu werden, habe ich gelernt mich zu kontrollieren - so lange ich in gesellschaft bin, bzw. nicht komplett auszurasten. innerlich aber,...woooohooooo- entsetzliche(r) hass, wut,hass,wut, hass, wut,.... wenn ich alleine bin, dann gehts schon mal hoch her.

    ich habe gemerkt, dass es im laufe der letzten jahre immer schlimmer u massiver wurde und je mehr stress ich hatte/habe, desto intensiver wurde/wird das alles. ich gehe also stark davon aus, dass es mit meiner adhs zu tun hat. ich bin auch erst vor 1.5 jahren diagnostiziert worden u habe da erst medis bekommen. da es mit strattera (etwas) besser wurde, bin ich mir sogar sicher, dass es damit zu tun hat.

    Das ganze passiert mir meistens dann, wenn sie meine Meinung nicht akzeptiert oder meint, mich eines besseren belehren zu müssen.


    das ist bei mir auch so ein (haupt-)ding: wenn andere für mich/über mich hinweg entscheiden, ich nicht gefragt werde, klein gehalten werde, machen muss, was andere sagen, obwohl ich es scheiße finde, meine meinung, obwohl sinnvoll (auch objektiv) nicht zählt,... - da geht mir das messer in der tasche auf.

    2 themen- missachtung und machtlosigkeit, das kommt definitiv aus der kindheit.

    seitdem ich den amphetaminsaft nehme...-WOW - eine völlig neue welt. ich kann astlöchern ins gesicht lächeln, innerlich '&%$§&%$$%/' denken, trotzdem gelassen bleiben, ich stehe unter zeitdruck an einer roten ampel und bekomme keinen drohenden herztod,...

    LEIDER, leider hat sich das alles wieder gelegt, seitdem ich elontril nehme. ich habe es jetzt zwar reduziert, merke aber (noch) nicht wirklich was.

    ergo- es muss damit zu tun haben.
    bekommst du medizin? wenn nicht, denk mal drüber nach. ich warte auf den tag an dem ich das elontril wieder absetzen kann, damit ich wieder meine stoische gelassenheit zurück bekomme.

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 177

    AW: Extreme Stimmungsschwankungen und Hassgefühle, Wut?

    Ich habe hier im Urlaub zwar mein Medikament (Ritalin Adult) dabei, habe es bisher aber nicht benutzt, da ich hier ja mal bisschen von allem abschalten wollte. Ich werde es vielleicht die nächsten Tage mal nehmen und die Situationen beobachten, ob ich ähnlich "gereizt" reagiere, oder ob es damit vielleicht doch besser wird.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 246

    AW: Extreme Stimmungsschwankungen und Hassgefühle, Wut?

    wenn nicht - und du merkst, dass es dich sehr belastet - dann probiere doch mal strattera oder amphetaminsulfat. das macht wirklich gelassener.

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Extreme Stimmungsschwankungen und Hassgefühle, Wut?

    Hallo TangMu,

    was Du beschreibst kenne ich auch in allen Variationen.

    Allerdings können mir humorvolle Diskussionen soviel Spaß machen, dass ich mir schon einen Witz draus mache, das Spiel bis an die Grenze meiner persönlichen Meinung zu treiben!

    Die banalen Alltagssituationen allerdings können mich auch auf die Palme bringen. Bei mir ist es nur leider so, dass ich viel zu spät Stopp sage bzw. auch leicht dazu neige, solche Grenzüberschreitungen bei meinem Gegenüber viel zu lange zu erdulden.

    Meiner Meinung nach hat das eher weniger mit AD(H)S zu tun. Jeder Mensch möchte schließlich anerkannt und in seinen Gefühlen ernst genommen werden. Ich will übrigens nicht, dass jeder meine Meinung teilt, aber ich erwarte, dass jeder meine Meinung respektiert.

    Die Sache mit der Sprache des Kindes ist m. E. ein schönes Beispiel dafür. Wenn Du schon sagst, dass Du das Kind nicht verstehst, dann ist das Nachkarten und Insistieren m.E. nach nicht ok und die Situation könnte sich schnell bei entsprechender Hilfe entschärfen.

    Natürlich wäre es besser, wenn Du in solchen Fällen eine gewisse "Sturheit" an den Tag legen könntest und ruhig und bestimmt, Dein Gegenüber in die Schranken verweisen.

    Allerdings würde ich mir nicht einreden lassen, dass es Dein Problem ist, wenn Du einen gewissen Respekt und eine gewisse Akzeptanz erwartest.

    Ich stoße in solchen Momenten auch an meine Grenzen, kann allerdings nichts krankhaftes darin erkennen, wenn ich mich gegen solche Manipulationsversuche zur Wehr setze.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 177

    AW: Extreme Stimmungsschwankungen und Hassgefühle, Wut?

    Mein Problem ist einfach das "ruhig bleiben" - das hatte ich früher noch nicht. Auch wenn mir früher etwas nicht passte, dann war das in Ordnung für mich. Ich habe einfach drüber weggesehen und mir meinen Teil gedacht. Heute bringt mich sowas auf die Palme, irgendwie bin ich da getriggert, sobald ich eine Konfliktsituation vermute, gehen in meinem Kopf direkt die Warnleuchten an und meine Stimmung schlägt um 180° um.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 100

    AW: Extreme Stimmungsschwankungen und Hassgefühle, Wut?

    Geht mir ähnlich. Bei mir reichen Kleinigkeiten um mir die Stimmung zu versauen. Ich muss dann recht zügig die Situation verlassen und mich selbst extrem unterdrücken. Das kostet teilweise extrem viel Kraft.

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Extreme Stimmungsschwankungen und Hassgefühle, Wut?

    Na ja, wenn die Stimmung total hochgeht ist das vor allem für einen selbst sehr schwer zu ertragen.

    Auch hier liegt wohl der beste Weg in der Mitte.

    Was die Situation z.B. mit dem Mittagessen angeht, gäbe es ja auch andere Antwortmöglichkeiten wie: Ich habe noch keinen Hunger. Wie sieht es denn bei Dir aus? Ich würde heute gern eine Stunde später essen! Können wir uns da treffen?

    Damit sind eigentlich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, der Ball ist zurück gespielt und gleich noch ein Kompromissangebot an das Gegenüber geschickt.

    Konkret würde es bedeuten, dass man die Projektion mit dem Hunger geschickt überhört und zugleich seine eigenen Wünsche sowie die Gesprächsbereitschaft signalisiert.

    Das geht natürlich nur, wenn das Gegenüber auch mitspielt. In einer intakten Partnerschaft müsste sowas eigentlich kein Problem sein.

    Ich kenne diese Trigger auch reichlich. Am besten geht es mir immer, wenn ich eben frühzeitig aktiv werde. Nur drüber schweigen bringt nach meiner Erfahrung nicht wirklich was. Zumindest kenne ich es von mir, dass ich dann eben doch irgendwann platze!

    Für mich persönlich ist es am schlimmsten, wenn ich erst nach langer Zeit mal nachdenke und dann so langsam kapiere, was eigentlich abgelaufen ist bzw. abläuft. Dann hasse ich mich wirklich wie Pest!

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 176

    AW: Extreme Stimmungsschwankungen und Hassgefühle, Wut?

    Ich habe auch gewisse Themen, wo ich urplötzlich aus bester Laune heraus in eine sehr wütende Stimmung verfallen kann, für andere überhaupt nicht nachvollziehbar. Es dauert auch nur sehr kurz, sobald der aversive Reiz weg ist, bin ich wieder normal (aber ich spüre die Nachwirkungen der Erregung, wie Herzklopfen und Konzentrationsprobleme, manchmal sogar Ängstlichkeit, wie sie nach Überforderung kommt, früher konnte ich Wutattacken besser wegstecken).

    Eine Sache ist wie bei Dir, nämlich wenn meine Meinung bzw. Wahrnehmung angezweifelt und runtergeredet wird. Das habe ich meine ganze Kindheit durchmachen müssen, und ich hatte deswegen lange genug an mir selbst gezweifelt und geglaubt, ich hätte es nicht anders verdient als so behandelt zu werden, einfach weil ich nicht der Norm entspreche. Seit ich um die Gründe meines Andersseins weiß und vorallem dass es andere gibt, die ähnlich wahrnehmen (und vorallem: ich weiß inzwischen, dass meine Eltern selbst alles andere als normal sind!!), lasse ich mir das aber nicht mehr gefallen. Aber es kommt auch die ganze, jahrelang in mir angestaute Wut, dass ich mich früher so hatte behandeln lassen müssen, raus. Es ist wie eine Explosion.

    Eine andere Sache ist (sie ist artverwandt zur ersten Sache), dass andere sich Unsitten herausnehmen, die ich mir mühsam abtrainiert habe. Insbesondere wenn es Familienmitglieder sind, die sich genauso verhalten, wie es meinem früheren Verhalten entspricht, oder gar noch schlimmer, das mir verboten wurde. Ich hatte mir das damals zwar nicht verbieten lassen, habe mein Verhalten jetzt aber aus Einsicht geändert und v.a. weil ich inzwischen weiß, was es für eine Außenwirkung hat. Aber es belastet mich bzw. ärgert mich, dass ich von meinen Familienmitglieder als die Anstrengende oder gar als der Psycho hingestellt wurde bei Verhaltensweisen, die sie selber kein bißchen besser machen.

    Eine zeitlang hatte ich auch geglaubt, Bordi zu sein, wegen der Stimmungsschwankungen und der extremen Ausraster. Jedoch ist dies bei mir definitiv mehrmals ausgeschlossen worden. Entscheidende Unterschiede sind: ich mache keine SSV und habe niemals Selbsthaß gehabt, ich habe keine dauerhafte innere Anspannung, aus welcher diese Explosion herauskommt, sondern es gibt nur Trigger, die zu einem kurzen Stimmungseinbruch führen, und sobald dieser Reiz weg ist, vergesse ich sogar oft, was vorgefallen war und bin wieder in der ursprünglichen (meist guten) Stimmung, ich habe keine schweren Traumatas/PTBS, meine ToM ist auch nicht wirklich gut (Bordis haben eine sehr ausgeprägte Empathie), bin sehr direkt und offen und spreche seltenst zwischen den Zeilen und vorallem, ich habe nicht die Form der Impulsivität, wie sie Bordis haben: Wenn ich etwas haben will, kann ich zwar unleidlich sein, wenn ich es nicht schnell genug bekomme oder nehme auch gern das letzte Stück vom Kuchen, obwohl die Höflichkeit etwas anderes gebietet, schnell fahren tue ich auch gerne, aber ich tue nichts Riskantes, vorallem nicht, um mein "Schicksal herauszufordern" oder mich selbst zu bestrafen. Mit Drogen hatte ich außer Alkohol, Zigaretten und zweimal vom THC probiert (fand ich blöd, hab´s dann gelassen) in Maßen auch nichts zu tun, Angst vorm Verlassenwerden habe ich auch nicht, bzw. bin auch sehr gerne allein (Sex hasse ich). Drohen tue ich aber manchmal "gern"; habe auch manchmal sehr üble Dinge angedroht und andere erpreßt, v.a. in meiner Twenzeit (wo ich dann dachte: "Huch, bist ja wohl ein Bordi!"). Habe mir etliche Videos von Bordis angeschaut, habe auch mal welche kennengelernt, und da war für mich klar, unterschiedlicher zu meiner Wesensart geht es kaum (es war aber trotzdem faszinierend, da 2 völlig verschiedene Welten aufeinandertrafen, die sich in einem Punkt aber gut "verstanden": Wutanfälle). Ich habe inzwischen verstanden, dass es sich um eine sehr schwere Erkrankung handelt und man sich so etwas nicht allzuschnell "andichten" sollte, nur weil man ein "Heißblut" ist und sich ab und an gehörig danebenbenimmt/benommen hatte. (Ich möchte hiermit jetzt nicht sagen, dass Du es tust, ich weiß ja auch noch nichtmal, inwieweit die Symptomatik bei Dir zutrifft. Ich spreche nur von mir.)

  10. #10
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 828

    AW: Extreme Stimmungsschwankungen und Hassgefühle, Wut?

    Ich kenne diese Wutanfälle und 180 Grad-Wendungen auch. Man muss ja schon sagen, dass die durchaus gerechtfertigt sind, wenn die eigene Meinung nicht ernstgenommen wird und man nicht respektiert wird - die Wut hat durchaus ihre Berechtigung! Das Problem ist halt, dass sie zu stark ausfällt und eine Überreaktion darstellt. Ich schätze (bei mir zumindest), dass man zu oft und zu viele Respektlosigkeiten ertragen hat und sich zu oft nicht gewehrt hat, so dass irgendwann einfach das Maß voll war und man diese ganze Zurückhaltung nicht mehr aufrechterhalten konnte. Die Lösung liegt deshalb meiner Meinung nach auch darin, schon bei kleinen Grenzüberschreitungen der Mitmenschen - wenn man noch nicht wütend ist - seine Position klarzumachen und für sich selbst einzustehen. Ich könnte mir vorstellen, dass diese übermäßige Wut ein "Schrei" danach ist, für sich selbst einzustehen und sich selbst ernst zu nehmen. Zuerst muss man sich selbst ernst nehmen, dann können es auch die anderen.

    Des weiteren denke ich, dass es mit dem ADS-typischen Gehirnstoffwechsel zusammenhängt, da ich ebenso mit der Medikation Gelassenheit erleben durfte/darf, die mir sehr gefällt. Ich bin nicht mehr Opfer meiner Wutanfälle, ich habe diese Anfälle gehasst, weil ich dann nicht mehr denken kann, mein Herz rast, ich zerplatzen will vor Anspannung und mich trotzdem noch beherrschen muss, um niemandem zu schaden (vor allen Dingen mir selbst nicht). Außerdem fühle ich mich danach furchtbar und erschöpft. Durch die Medikation - und durch mehr Respekt mir selbst gegenüber - hatte ich aber schon lange keinen solchen Anfall mehr. Ich denke, dass die Medikation die ADS-typische Impulsivität und Aggression mildert, insofern jep, Zusammenhang mit ADS. Zudem glaube ich auch, dass sich ADSler weniger schnell gegen Grenzüberschreitungen und Respektlosigkeiten wehren, weil ihr Selbstbild nicht gerade das beste ist (man macht ja andauernd Fehler) und sie dem anderen schnell gefallen wollen. Man muss aber irgendwann anfangen, den anderen nicht immer nur gefallen zu wollen, sondern auch sich selbst gefallen. Fehler wird man ohnehin machen und andere Meinungen wird man auch haben. Manchen Leuten muss man auch so richtig stark vor den Bug hauen, damit die überhaupt merken, wie respektlos sie sind. Glaube nicht, dass die das extra machen, ist vielleicht ne schlechte Angewohnheit, andere Meinungen immer erstmal anzuzweifeln, kenne viele Leute, die das automatisch machen und es nicht merken.

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