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Diskutiere im Thema Unsicher-Vermeidende Persönlichkeitsstörung und ADHS im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 289

    Unsicher-Vermeidende Persönlichkeitsstörung und ADHS

    Hallo zusammen

    Habe nun eine Diagnose bekommen und die lautet: Unsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung. Diese zeigt sich bei mir in vielen Bereichen. Unter anderem kann ich kaum Entscheidungen treffen, suche mir immer ein Sicherheitsnetz, habe irrsinnige Ängste, welche absolut nicht zutreffen, fühle mich oft als ungeliebt, was mich natürlich in meiner Person beunruhigt, trotz Erfolgen fühle ich mich nicht sicherer. Zum Beispiel: Ich war acht Jahre lang reiten. Und nie ist was passiert, was jetzt tragisch gewesen wäre, ich bin nie vom Pferd gefallen. Und doch: Ich habe immer noch angst vor dem Reiten! Und das obwohl ich acht Jahre lang dagegen gekämpft habe. Hat nicht geklappt.

    Kennt sich da wer aus oder was hat euch geholfen?

    Danke euch

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 5.962

    AW: Unsicher-Vermeidende Persönlichkeitsstörung und ADHS

    Ich weiss nicht, gehören teilweise Ängste nicht irgendwie zum AD(H)S dazu?

    Und gerade beim Reiten ... Ich lauf doch schon jede Ecke rund, stosse mich überall, nehme gerne Türklinken mit und all so was und das man mir freudestrahlend gesagt hat: "Wer noch nicht vom Pferd gefallen ist, der kann auch nicht richtig reiten!", hat es wahrlich nicht gerade besser gemacht. Ich bin noch nie gefallen und ja, ich habe auch jedesmal Angst. Ich weiss doch, was passieren kann und ich habe so eine dumme Angewohnheit, dass ich tatsächlich an meinem Leben hänge. Mag sein, dass es lästig ist, aber ich habe halt nur das eine. Allerdings steige ich doch oft - wenn ich denn überhaupt die Gelegenheit dazu habe - wieder auf.

    Ich bin bestimmt nicht so stark betroffen, wie das bei dir der Fall ist, aber vielleicht hilft es ja schon, dass du nicht so ganz alleine bist.

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 615

    AW: Unsicher-Vermeidende Persönlichkeitsstörung und ADHS

    kenne ich auch, ständig auftretende Ängste sind auch für Bordis typisch (auch wenn sie anders gelagert sind, eher irrational und diffus)
    Und mein Vater ist eine ängstlich-vermeidende Persönlichkeit (hat sich aber natürlich nie behandeln lassen, da er der Meinung ist, dass er normal sei und die andere leichtsinnig sind)

    die Frage ist, was machst du mit der Diagnose?
    Die Persönlichkeitsstörungen sind nun hauptsächlich durch Psychotherapie zu mildern.

    Und was der Reiten betrifft: das ist ja nicht so schlimm, darauf kann man verzichten (Millionen Menschen sind glücklich, ohne je geritten zu haben)
    Aber ich vermute, es sind noch viel lebenswichtigere Sachen, die dir Angst machen und dich daran hindern, zufrieden zu sein
    Geändert von Felis (15.02.2015 um 13:26 Uhr)

  4. #4
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 289

    AW: Unsicher-Vermeidende Persönlichkeitsstörung und ADHS

    Hallo zusammen, danke schonmal für eure Antworten

    Klar, irgendwie sollte man meinen, das Reiten zum Beispiel nicht so wichtig sei. Und gleichzeitig ist das etwas, was ich immer machen wollte und ich kriege es nicht hin.
    Ich gehe auch in die Psychotherapie und wir arbeiten daran, aber mir wurde bereits gesagt, dass dies lange dauern wird, da eine Persönlichkeitsstörung nicht schnell zu behandeln sei, da sich Verhaltensmuster bereits ausgeprägt hätten.

    Ich bin froh, zu wissen, dass es da noch andere gibt, ich hoffe, dass die Therapie hilft

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 243

    AW: Unsicher-Vermeidende Persönlichkeitsstörung und ADHS

    Bin auch praktizierende ängstlich-vermeidend gestörte Persönlichkeit. Diagnose zusammen mit ADHS vor zwei Jahren in der Mitte meines Lebens. Es ist so ein irres Gefühl, wenn sich plötzlich dein Leben bzw. dein seltsamens Verhalten und deine anstrengenden Gedankengänge erklären - mit damals 46 Jahren! Aber eigentlich ist das ein Prozess, denn ich bin immer noch dabei. Es passieren ständig weitere Aha-Effekte.

    Ängste vor realen Gefahren sind bei mir nicht so das Problem, bin früher z.B. Motorrad gefahren und so. Es sind mehr so die diffusen Dinge und Ängste vor Situationen, Personen, Zukunft, Gelddinge etc.. Panik-Attacken zähle ich da nicht zu, da das jeder bekommen kann. Die Unsicherheit äußert sich bei mir auch in einem niedrigen Selbstwertgefühl und Schwierigkeiten z.B. bei Entscheidungen, auf Leute zuzugehen, bei der Gesprächsführung, bei der Einschätzung von Dingen oder Situationen. Klingt sehr allgemein, aber konkrete Beispiele zu nennen würde hier den Rahmen sprengen, glaub ich Es ist halt Bestandteil meiner Persönlichkeit und beeinflusst dadurch eben auch alle Lebensbereiche. Ich muss dazu sagen, dass ich auch schon immer depressiv war und bei mir alles mit der Tagesform steht und fällt. Manchmal kann ich unglaubliche Dinge tun, an anderen Tagen nicht mal piep sagen. Inwieweit sich da ADHS reinmischt, ist mir nicht so klar und vielleicht auch gar nicht wichtig.

    Was mir hilft? Keine Ahnung. Nehme seit ca. sieben Jahren durchgehend AD. Dadurch sind die damaligen Panik-Attacken weg, mehr kann ich zu der Wirkung gar nicht sagen, da ich vergessen habe, wie es vorher war und wie es mir in der ersten Zeit damit ging. Ich weiß nur, dass ich die Medis momentan nicht absetzen möchte, da es mir psychisch eher schlecht geht. Ich müsste mal mit meinem Arzt besprechen, ob ich aufdosiere. Mit einem Medi für ADHS bin ich noch am Ausprobieren, bisher hilft da noch nix. Ich meine jetzt nicht, dass eine ängstlich/unsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung mit Medikamenten behandelt werden soll oder kann. Das war nur die Schilderung meiner Erfahrungen. Was mir allerdings gut tut ist zu wissen, dass ich nichts dafür kann, dass ich so bin wie ich bin. Und all den Leuten die meinen, ich sei faul, ich stelle mich nur an, finde für alles eine Ausrede usw., kann ich jetzt Paroli bieten. Leider verstehen sie das oft nicht, da müssen beide Seiten noch dran arbeiten. Ich erzähle es nicht jedem, wenn doch, finde ich es sehr anstrengend, es zu erklären. Mich ärgern Kommentare wie "das merkt man dir aber gar nicht an" sehr. Ich fühle mich dadurch noch mehr in Erklärungszwang oder denke sogar, sie meinen, ich würde lügen. Oder es kommen dann die altbekannten "Verschwörungstheorien", wie z.B. die Pharmafirmen hätten Krankheiten erfunden...

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 243

    AW: Unsicher-Vermeidende Persönlichkeitsstörung und ADHS

    Aha ja - Therapie. Hatte ich ganz vergessen War in verschiedenen Verhaltenstherapien, die mir allesamt nix gebracht haben. Die früheren waren nämlich vor meiner Diagnose, wobei ich heute auf die Therapeuten sauer bin, dass sie nicht gemerkt haben, dass ich nicht "neurologisch unauffällig" bin, oder wie das heißt. Meine aktuelle Therapie bringt mir auch nichts, obwohl die Diagnose bekannt ist. Aber die Dame hat leider keine speziellen Kenntnisse über ADHS. So fühle ich mich meistens unverstanden und negativ bewertet. Es gibt aber natürlich Leute, denen Therapie geholfen hat. Ich habe in einem anderen Thread über das Thema Verhaltenstherapie philosophiert, vielleicht ist das ja hier interessant.

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