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Diskutiere im Thema Die elendige Hypoaktivität im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    Die elendige Hypoaktivität

    Hi Leute,

    wie ihr wisst, habe ich vor mehr als 3 Monaten meine Diagnose erhalten und befasse mich seitdem mit der Krankheit und seinen Ausprägungen.

    Hierbei interessiert mich immer mehr die hyperkinetische Störung, insbesondere in der Form der Hypoaktivität.

    Ich denke bei mir ist und war die Hypoaktivität extrem ausgeprägt und belastet mich bis heute am Meisten.
    Die Hypoaktivität fing so mit 6-7 Jahren an und wechselte mit hyperaktive Phasen, allerdings wurde es immer öfters bis zur Pubertät.
    In der Pubertät wechselte es wieder in meist hyperaktive Phasen und dann wiederum ab dem 21. Lebensjahr wieder in die Hypoaktivität.
    Diese Hypoaktivität zeigt und zeigte sich bei mir in einem ausgeprägten Schamgefühl, Introvertiertheit, Unzufriedenheit, das Gefühl sich selbst einzusperren und
    wenig Lust andere Menschen zu treffen. Also die generelle Lust ist da, allerdings ist das aktive sich Verabreden etc. fast unmöglich.
    Wiederum versuchte ich in Phasen, wo mich das alles extrem ankotzte es zu hyperkompensieren durch ein sehr extrovertiertes, unverschämtes, fast schon asoziales Alphatierverhalten.
    Dann war aber das Problem, dass ich mich innerlich gar nicht so fühlte und so geben wollte, allerdings konnte man dank des Umfeldes dann nicht zurück.

    So vergeht ein Tag nach dem Anderen und ich sehe jetzt wieso und inwieweit mich wohl die Hypoaktivität beeinflusst hat. Als Kind habe ich sehr viel alleine oder mit meinem Bruder gespielt und hatte nur sehr wenig Kontakt mit fremden Kindern.
    In der Pubertät hing ich nur vorm PC / TV rum also wirklich fast nur und unternahm nur wenig draußen und dies ziehte sich bis späten Pubertät.
    Interessant ist auch, dass ich nicht wirklich ein ''Zocker'' war oder irgendwas Spezielles hatte, was mich vorm PC etc. hat verschimmeln lassen, sondern ich einfach nichts anderes mit mir anzufangen wusste.
    Ich war auch schlecht in jeglichen Sportarten, die mit viel Bewegung zu tun hatte und eher der langsame Typ und hatte eine schlechte Körperkontrolle.
    In der Schule usw. habe ich auch nur sehr sehr wenig Einsatz gezeigt und im letzten Augenblick meine Leistung erbracht. Das hat mir eine Hauptschulempfehlung eingebracht in der Grundschule, da meine Eltern es aber besser wussten, steckten sie mich aufs Gymnasium und ich machte dort mein Abi.

    Im Studium wollte ich auch mal selbst mich motivieren und mit Planung vorgehen, also selbstbestimmt und ohne immer notwendigen Außendruck.
    Naja das hat mich fast in den Wahnsinn getrieben, denn alles was nicht irgendwie notwendig war wie Fächer ohne Abschlussprüfungen, Praktika, Auslandssemester, Vorlesungen ohne Anwesenheitspflicht etc. konnte ich einfach nicht besuchen, weil ich mich nicht aufraffen konnte.
    Ich konnte es einfach nicht und heute kann ich auch meist mich nicht aufraffen und selbst motivieren, obwohl ich täglich mich versuche.
    Das hat letztendlich zu einer sehr harten depressiven Phase geführt, als ich einfach einsehen musste, dass ich nicht hinkriege egal wie sehr ich mich anstrenge.
    Seitdem bleibe ich trotz meiner Möglichkeiten immer hinter allem zurück und kann nichts beenden bzw. geduldig durchziehen, sondern ziehe mich wieder lieber in meinem Zimmer zurück und hock vorm PC, obwohl es zu meinem Untergang beiträgt.

    Naja bevor ich noch weiter erzähle, würde ich gerne wissen wie es bei euch läuft, ob ihr auch an Hypoaktivität leidet und ob ihr dagegen was gefunden habt?

  2. #2
    wali_karimya

    Gast

    AW: Die elendige Hypoaktivität

    Öhh. hallo. nojo. Ich interpretiere jetzt Hypoaktivität mit Absandeln, Nix Tun, sich zu nix aufraffen können, alles liegen lassen, einem eh alles wurscht sein.... lieg ich da einigermaßen richtig?

    Ich habe alles im Leben immer nur mit schrecklich hohem Außendruck machen können. Meine Gymzeit drückte ich irgendwie durch, da ich mit den Mitschülern irgendwie mithalten wollte. Ich war manchmal bei den Durchschnittlichen, sonst immer bei den Schlechten (Mathe, D, E, Latein etc...). Der Druck war enorm. Fast hätte ich die Matura nicht geschafft, weil ich am Lernpensum beinahe gescheitert wäre. Mein Hirn war komplett gaga. Ich hab "gelernt" wie ne Verrückte. Heißt: ich bin beim Schreibtisch gesessen und hab verzweifelt versucht, dass irgendetwas hängenbleibt. Es war purer Kampf. Naja. Da ich nicht auf den Mund gefallen bin und in meiner "süßen" schüchternen Art immer versucht habe, das arme Häschen raushängen zu lassen (is mir oft gut gelungen), dürfte ich möglicherweise oft das Wohlwollen der Lehrer eingeheimst haben Auf jeden Fall schaffte ich die Matura.

    Studium: Wahnsinnig hoher Druck, da ich Stipendienbezieherin war und meine Leistungen erbringen musste. Wieder war es auch der Druck durch all meine Mitstudenten, denen ich nicht unterlegen sein wollte und so kämpfte ich mich fünf Jahre durch, bis ich dann schlussendlich an der Diplomarbeit scheiterte. Damals erhielt ich sowieso kein Stipendium mehr.. also war der Druck weg, also war mir "alles wurscht".

    Ich hasse Druck einerseits, andererseits kriegte ich sonst meinen Arsc* nicht hoch.

    Mittlerweile nehme ich stinknormale Antidepressiva (1xtgl Angsthemmer, 1xtgl Arsc+hochkrieger). Funktioniert nach dreimonatiger (sehr unangenehmer) Umstellung sehr gut. Bin zufrieden.
    Mittlerweile sch++ß ich auf Druck. Ich brauch diesen Dreck nicht mehr. Ich hasse Druck. Und ich lebe jetzt viel besser. Das war für mich eine exzellente Lösung.

    Lg

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 243

    AW: Die elendige Hypoaktivität

    Hi Guirelliro.

    Hast du es schon mal mit Medikamenten probiert? Ich bin auch hypoaktiv. Ich muß aber noch auf ein chreiben von meiner Diagnostikstelle warten, ehe ich was machen kann.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 109

    AW: Die elendige Hypoaktivität

    Ich nehme Elontril und MPH Allerdings hilft es gegen den inneren Schweinehund und die Antriebslosigkeit in allen Belangen nur sehr wenig...

    @ wali: Genau das ist auch mein Problem. Ich brauche ständig Druck, wenn ich diesen habe dann kann ich in kurzer Zeit sehr gute Leistungen vollbringen. Versuche ich dagegen mich selbst zu motivieren bzw. nehme mir ein eigens anvisiertes Ziel vor, dann kann ich machen was ich will aber ich tue es nicht oder höre nach kurzer Zeit auf.

    In der Schule gab es die ständigen Kurztests und Klausuren und Abfragen. Ich schob das Lernen vor mir her bis zur Nacht vor der Klausur und lernte dann ab 1-3 Uhr morgens bis ich zur Schule musste (je nach Stofffülle) und schrieb dann die Klausuren. Das reichte für ein 2.0 Abi und auch das Abi selbst war ähnlich gestaltet. Ich wollte mich 3-4 Wochen vor den Klausuren, insbesondere den LK Klausuren Vorbereiten und fand mich immer wieder beim Tagträumen etc. Ich hatte auch mit Bio, Geschichte, Chemie LK eher lernintensive Fächer und konnte nicht auf mein Wissen aufbauen, da dieses Bulimie-Lernen und im Unterricht nie zuhören nicht gerade förderlich war.
    Als ich dann eine Woche nur noch hatte lief ich wieder zur Höchstform auf und konnte alles in kurzer Zeit durchlernen.

    Im Studium lief es dann so ab, dass ich Vorlesungen usw. mied, da ich dort nach 10 min anfing Tagträumen und wenn ich auch zuhörte, war alles nach der Vorlesung wie gelöscht.
    Ich versuchte somit selbst zu lernen und ohne den Druck ging es einfach gar nicht .... Meine Augen striffen über das Papier und mein Kopf war aufm Mars...
    Es war so frustrierend, ich versuchte die mangelnde Qualität mit der Quantität aufzuwiegen und so verbrachte ich viele Stunden in der Bib mit kleinen Schritten, ständigen Gefühlsschwankungen, Lustlosigkeit, dem Drang heim zu gehen und ständig das Wollen abzubrechen und was anderes zu machen....
    Bis wiederum nur noch paar Tage bzw. Wochen blieben bis zu den Abschlussklausuren dann ging es wieder und ich konnte alles abstellen und für kurze Zeit lernen.

    Das Ganze ging gut bis ich mal in den Semesterferien mich auf Klausuren im nächsten Semester vorbereiten wollte, da ich sonst viel zu viele auf einmal hätte ablegen müssen und ich versuchte wirklich die ganze Zeit zu lernen aber es ging einfach nicht...
    Ich wurde extrem müde, lustlos wenn ich lernen wollte und es ging nichts in mein Kopf... Naja irgendwie führte das nach ein paar Wochen dann zu einer richtigen Depression, weil ich mir so schäbig vorkam, dass ich es nicht schaffe mich einfach da hinzusetzen und mich mit dem Stoff, der mich wahnsinnig interessiert eigentlich, auseinanderzusetzen.
    Seitdem versuche ich täglich irgendwie zu lernen und es klappt fast gar nicht, außer es steht eine Klausur an oder eine Hausarbeit, die in kurzer Zeitspanne mit viel gutem Inhalt geschrieben werden muss.... Naja und dann gehts wieder in die Hypoaktivität....
    Da ich aber fast alle Scheine habe und auf mich das Examen wartet, was jedoch nicht allzuschnell abgelegt werden kann und mit paar Wochen lernen nicht gegessen ist, zudem auch verschoben werden kann, sehe ich zur Zeit wirklich schwarz irgendwie mein Studium zu Ende zu kriegen...

    So verbring ich trotz überdurchschnittlicher Begabung für mein Fach, langjähriger Beziehung und eig. vielen Leuten, die sich gerne mit mir treffen die meiste Zeit daheim vorm PC und fühle mich wie festgekettet.... gehe ich dann raus wird's mir schnell zuviel oder ich muss mit Alkohol usw. mich in Stimmung bringen...
    Die Medikamente haben in diesen Punkten nichts geändert.

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Die elendige Hypoaktivität

    Najaaaa........ ich glaube die "Hypoaktivität" kommt meist gar nicht vom ADHS. Es ist ja nicht mal ein Diagnosekriterium. Wirkliche Hypoaktivität kommt meist von Komorbiditäten wie Depressionen. Zwar nennt man den vorwiegend unaufmerksamen Subtyp umgangssprachlich hypoaktiv, aber er ist es ja nicht in seiner Reinform. Er ist vorwiegend unaufmerksam, teils innerlich aber unruhig, hat Probleme mit der Aufmerksamkeit und häufiger mit der Feinmotorik.

    Mangelnde Sozialaktivitäten, mangelnder Antrieb, Unlust, Unzufriedenheit, Schamgefühle etc. sind oft Anzeichen von Depressionen.

    Mir helfen eine Kombi aus antriebssteigernden Antidepressiva und MPH um beide Erkrankungen in Schach zu halten.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 243

    AW: Die elendige Hypoaktivität

    Nein, das ist falsch.

    lies mal

    Hypoaktivität - ADHSpedia

    Ich bin Autist und meine Kompensation zur Reizüberflutung und Überforderung ist einfach meine Hypoaktivität.

    zu Depressionen kann ich Dir sagen, daß ich auch ohne Depressionen hypoaktiv bin.

  7. #7
    wali_karimya

    Gast

    AW: Die elendige Hypoaktivität

    Das ist ja interessant! Mein Arzt, den ich eig recht mag, meinte zu mir entweder man behandle die Depressionen oder das Adhs. Er hat sich für die Depr entschieden und es ging mir wirklich viel besser, aber trotzdem habe ich noch extreme Probleme mit dem Denken, Merken...
    Also kann man das SEHR WOHL gleichzeitig behandeln. Aha. !!! Na warte!!! Das sag ich ihm nächstes Mal. Bin eh in zwei/drei Wochen bei ihm!!!!!

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Die elendige Hypoaktivität

    Dabei geht es eben nur um Simchens Erklärung...........

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 149

    AW: Die elendige Hypoaktivität

    Guerillero schreibt:
    .
    Diese Hypoaktivität zeigt und zeigte sich bei mir in einem ausgeprägten Schamgefühl, Introvertiertheit, Unzufriedenheit, das Gefühl sich selbst einzusperren und
    wenig Lust andere Menschen zu treffen.
    Ist das erhöhte Schamgefühl ein Teil von von ADS?

    Ich hatte bereits im Kindergarten, etwa ein Jahr vor der Einschulung ein ziemlich ausgeprägtes Schamgefühl, traute mich nicht, nackt vor anderen Kindern zu spielen (zb Schwimmbad etc).

    ~gesendet von Unterwegs~

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Die elendige Hypoaktivität

    Ich kenne das.

    Ich habe immer das Problem, dass ich einfach viel zu viel "auf der Uhr" (bzw meiner ToDo-Liste) habe.
    Es wird auch nicht weniger, ist die eine Baustelle weg, hast du wieder zwei neue im Kopf.
    Mit zwei Kindern, krankem Mann und zwei "Jobs" und eigener Kopf-Baustelle...

    Also hilft mir nur meine Liste, es muss raus aus dem Kopf und zu Papier, dann habe ich 1. nicht das Gefühl, den Überblick zu verlieren und 1. gibt es mir Sicherheit, nichts zu vergessen (das tue ich so schon trotzdem noch) - und dann kleine Schritte. Das Gefühl, einen riesigen Berg Aufgaben vor mir zu haben, lähmt mich so sehr, dass ich gut mal einen halben Tag vertue und mir dann der ganze Scheixx auf die Füße fällt, es löst sich ja nichts in Luft auf.

    Das heißt für mich: Eins nach dem anderen und nach Priorität abarbeiten.
    Ein Hügel reicht, dann der nächste, dann der nächste.

    Es gibt aber auch Tage, da geht gar nix.
    Ich arbeite noch daran, mich einfach mal damit abzufinden *hust - Mich nach vertanem Vormittag mit schlechtem Gewissen zu quälen, bringt auch nur wieder Gedankenkarussel und neues "gelähmt-sein"

    Alles Liebe,
    koenigsblau

    PS. Das mit dem Schamgefühl kenne ich übrigens nicht..mmhhhh

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