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Diskutiere im Thema Was hilft einem Messie WIRKLICH? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #31
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 184

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    Hallo Schnarchnase, ich wollte Dich wirklich nicht ignorieren! Tut mir total leid! Jeder Beitrag, auch Deiner, war mir sehr hilfreich. Übereinstimmend war, dass der Klient sein Problem sehen und Veränderung wollen muss und das "aufgedrängte" Hilfe keine ist. Und ich muss einfach sagen, ja ihr habt recht. Deshalb gehe ich jetzt auch ein paar Schritte zurück. Es fällt mir aber schon schwer
    Ellipirelli hatte ich angesprochen, weil sie ganz ähnliche Arbeit zu machen scheint oder gemacht hat. Meine Frage bezog sich auf den Umgang mit dem eigenen Adhs in diesem Arbeitsbereich. Seid nicht böse auf mich!

  2. #32
    ellipirelli

    Gast

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    ich bin nicht böse- warum sollte ich??

    zu den Auswirkungen von meinem ADHS auf meine Arbeit kann ich gar nicht viel sagen..
    Zum einen, weil ich davon zum Großteil gar nicht wusste (Diagnose 2009, seit 2001 in "dem" Job), zum anderen, weil es kaum einen Unterschied gibt von "sich im Job" oder "privat" auswirken..
    ADHS ist ADHS- das ist nicht im Job weg/anders. Ich "war wie ich war"- hab mir damit allerdings nicht nur Freunde gemacht..
    Ganz besonders nicht mit meiner teilweise doch ausgeprägt undiplomatischen Art..

    Ein "die ist ganz nett" gab es noch nie bei mir: man mag mich gern-- oder findet mich sch...e
    An mir scheiden sich die Geister- ich habe immer polarisiert..

    Weiteres evtl per PN


    edit: 6 Stunden pro Woche?? Da geht man sich doch in dem Setting schon nach kürzester Zeit richtig auf die Nerven...
    Ich habe selbst 4 Stunden/Woche irgendwann abgelehnt-- der Sog war zu groß
    Geändert von ellipirelli (27.11.2014 um 12:02 Uhr)

  3. #33
    *schnüff*

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 2.168

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    Böse? Näää, bin ich nicht. Ist ja eher mein Problem, sich ignoriert zu fühlen.

    Wollte nur mal erwähnen, dass ich auch noch da bin....

  4. #34
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    Hallo zusammen,

    ich wollte auch noch etwas beitragen, da ich die Dinge aus eigener Erfahrung etwas anders sehe.
    Ich habe zwei AD(H)S Diagnosen als Erwachsener, meine 3 Kids und mein Mann haben auch eine Diagnose.
    Mein Mann und ich haben auch das Messiesyndrom.
    Ich bin seit über 2 Jahren in einer SHG für AD(H)S und war auch schon 5 Jahre in einer Messie-SHG
    und habe in dieser Zeit mehrere Zwangsräumungen bei anderen miterlebt.

    AD(H)S und Messiesyndrom schließe ich nicht aus, aus meiner Erfahrung liegt sehr oft AD(H)S vor
    und solange das nicht medikamentös behandelt wird, ist derjenige gar nicht fähig das Problem anzugehen.

    Ich finde die Aussagen bei Messies, dass sie es aus eigener Kraft schaffen müssen, es nur wollen müssen,
    bei vielen Betroffenen falsch.
    Ich selbst will es schon immer (aus meinem Sumpf) rauskommen und habe noch keinen getroffen, der das im Grunde nicht auch will.
    Allerdings ist dieses Thema sehr mit Scham belastet und deshalb lässt man keinen an sich ran, aber ich weiß aus eigener Kraft schaffen es nur die wenigsten.
    Was hilft ist ein auf AD(H)S spezialisierter Coach, der keine Berührungsängste hat, der möglichst selbst betroffen ist, der viel Geduld hat, weiß wie wir ticken, unsere Neurobiologie kennt, uns nicht überfordert, keine Vorwürfe macht, kleine Vorschläge und Angebote bietet, nicht beleidigt ist, wenn wir sie nicht annehmen, es geht nicht gegen euch, wir können manchmal nicht anders, wir fühlen uns so nicht wohl, nehmen das aber gerne als Schutzbehauptung, der uns ernst nimmt, als erwachsen sieht, weiß das wir nicht können, obwohl wir wollen, uns immer wieder lobt, auch bei den kleinsten Fortschritten, das ist ja eines unserer Hauptpobleme, das wir keine Motivation haben, wozu auch immer.
    Wenn man so jemanden gefunden hat und diese Personen sind echt selten und sich dann noch medikamentös einstellen lässt, ist der Boden für einen Erfolg schon gut vorbereitet. Allerdings muss man sich auf einen harten und langen Weg einstellen, aber nur so ist meine Erfahrung, hat man auf Dauer Erfolg.

    Gruß
    Natalie

  5. #35
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 184

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    Ich danke Dir für Deine Rückmeldung! Ich war bei dem beschriebenen Klienten 2 Jahre total involviert und naja, nicht verzweifelt aber echt fertig, weil er absolut alles boykottierte. Durch das Forum wurde mir dann klar, das aufgedrängte Hilfe keine ist. Er hat kein Problembewusstsein, alles sind andere schuld, er niemals, keine med.Behandlung und erst recht keine Medikamente. Ich habe mich wohnungsmäßig zurückgezogen, stehe ihm zur Verfügung wenn er meine Hilfe möchte. Was soll ich sonst machen? LG

  6. #36
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 56

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    Liebe Verpeilerin,

    inzwischen habe ich weitere Erkenntnisse erworben, die dir vielleicht weiterhelfen.

    Also meine auf AD(H)S spezialisierte Therapeutin (mit Ausbildung bei Cordula Neuhaus, wo sie regelmäßig Supervision und Forbildungen macht) hat mir bestätigt, dass es eigentlich keinen Messie gibt, der nicht AD(H)S hat (ich bin ja auch ein AD(H)S'ler mit Messiesyndrom). Deshalb stimmt auch meine Aussage, dass dein Klient ohne medikamentöse Einstellung sein Problem nicht in Griff bekommt. Sie sagt auch, dass die meisten erst therapiert werden können, wenn sie medikamentös eingestellt sind, vorher ist es sinnlos.

    In meinen Augen gibt es auch nicht das Krankheitsbild "Messie", sondern nur das Messiesyndrom, was bei stark betroffenen AD(H)S'lern
    auftritt.
    Da uns ja aufgrund unserer Störung die Weitsicht, Voraussicht und Einsicht fehlt, hast du natürlich schwere Karten, wenn du versuchst deinen Klienten zur Einsicht zu bringen. Da es bisher nicht funktioniert hat, ist es auch nicht der richtige Weg, hier musst du mit Tricks arbeiten.
    Bloss nicht so:"Wenn du hier nicht aufräumst, hast du bald wieder eine Zwangsräumung." Dieser Satz ist negativ belastet und wir AD(H)S'ler machen sofort zu und dann geht nichts mehr. Wir haben eine "Motivationsstörung", was bei nicht Betroffenen intuitiv funktioniert (das muss ich einfach machen z.B. aufräumen, Rechnungen bezahlen, genau jetzt losgehen, um rechtzeitig zum Termin da zu sein etc.), geht bei uns nicht. Wir sehen auch vieles nicht und haben auch die Konsequenzen nicht im Blick, was viele nicht verstehen.
    Nur mit Belohnung und Lob kommst du weiter, in den Elterntrainings kannst du das für deine Kinder lernen, dabei wird oft vergessen, das wir Erwachsenen noch genauso ticken.

    Schlage doch einfach mal kleine Schritte vor (eine Ecke, die Flaschen wegbringen, den Kompost raus, das Bett frei machen, damit man nicht auf dem Stuhl schlafen muss) und lass dabei alle negativen Äußerungen weg (wie der Kompost stinkt doch schon, du hast nie Geld, aber bringst dein Pfandgut nicht weg etc.) und setzte einen Zeitpunkt (ganz wichtig), ebenso wie eine Belohnung in Aussicht. Bei mir selbst funktioniert das Bett aufräumen, wenn mein Mann mir verspricht das Bett neu zu beziehen (eine von mir gehasste Aufgabe), er selbst kann Dinge angehen, wenn ich ihm seine Lieblingsschokolade verspreche oder eine von ihm gehasste Aufgabe übernehme.
    Was auch gut funktioniert ist eine To-do-Liste, die ich meinem Mann an den Frühstückstisch lege (aber nie mehr als 3 Aufgaben pro Tag, sonst ist die Motivation wieder weg), da das Durchstreichen einer Aufgabe, bei ihm Glücksgefühle freisetzt (hat er schon selbst bestätigt).

    Du hast es natürlich nicht einfach, da es am Besten ist, wenn du deinen Klienten dazubringen könntest, eine AD(H)S-Diagnose zu machen. Hier musst du auch wieder mit Tricks arbeiten.

    Eine SHG für Messies bringt nichts, da war ich auch jahrelang. Das Messiesyndrom ist nur ein Teil unseres Problems und wenn man nicht die AD(H)S-Störung dahinter angeht, bringen die ganzen gutgemeinten Ratschläge zum Aufräumen einfach nichts.
    Wie man es macht, weiß ich auch (ich habe natürlich schon alle Messiebücher durch, mit kaum Erfolg), darüber wie man aufräumt und mit welchen System, könnte ich abendfüllende Vorträge halten, aber an der Umsetzung scheitert es!

    Eine SHG für AD(H)S könnte aber hilfreich sein, vielleicht auch für dich, entweder gehst du alleine hin und lässt dir dort für dich und deinen Klienten Tipps geben oder du schaffst es deinen Klienten mal versuchsweise mitzunehmen. In der Regel wird er sich unter den Gleichgesinnten so wohl fühlen, dass er von selbst wieder kommt. Meine Erfahrung ist, dass dann nach einiger Zeit die Neuen, die nur mal Reinschnuppern wollten und ja gar nicht so betroffen sind (in Ihren Augen), plötzlich eine Diagnose machen, obwohl sie ohne die Gruppe , diesen Schritt nie gemacht hätten.

    Das Problem ist, die meisten Betroffenen sehen ihre Probleme als ihre ganz eigene Schwäche, Faulheit etc. und nicht im Bezug auf vielleicht eine AD(H)S-Störung. In der SHG bekommen sie meistens ein "Aha-Erlebnis" und erkennen, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine dastehen, sondern dass wir viele sind.

    Du kannst aber auch einen Diagnosebogen aus dem Internet kopieren und zufällig in der Wohnung deines Klienten liegenlassen, wenn du dich nicht outen willst, kann der ja für einen anderen Klienten von dir sein.
    Ich selbst habe solch einen vor Jahren ausgefüllt und mein Mann war so neugierig, dass er den selbst durchgelesen hat und danach, da 80 Prozent Übereinstimmung rauskam, hat er eingesehen, dass er wohl auch betroffen ist. Das habe ich schon immer gewusst, aber von mir hat er sich natürlich nichts sagen lassen. Inzwischen hat auch er seine Diagnose und ist medikamentös eingestellt.

    Noch mal zum Aufräumen, also ich brauche keinen der mir sagt wie es geht, etweder der jenige packt einfach an und lässt sich von mir auch was sagen, dann geht es oder eben nicht. Auch nur die Anwesenheit motiviert mich, ich habe z. B. inzwischen jemanden aus der SHG (auf Empfehlung unserer gemeinsamen Therapeutin), der regelmäßig zu mir kommt und bei mir seine Bewerbungen schreibt, die er allein zuhause nicht hinbekommt, währendessen gehe ich in dieser Zeit mein Chaos an. Funktioniert in dieser Zeit (meistens 2 Stunden) prima, ich bin jedes Mal erstaunt, was man in 2 Stunden so alles hinbekommt. Mehr soll man nach meiner Therapeutin auch nicht machen, da die Belohnungspausen (mit Kaffe und Keks) auch wichtig sind.

    Eine anderes, gerade erfolgtes Projekt war, dass die gesamte SHG beschlossen hat, einen Teil meines Problems zu lösen und meiner kleinen Tochter ihr erstes Zimmer freigeräumt hat, sonst hätte sie bis zur Einschulung noch immer bei mir geschlafen. Das war aber abgesprochen, ich durfte den Termin und das Vorgehen bestimmen, meine Therapeutin hat nur Tipps gegeben, an Stellen wo sie mich als zu umständlich empfunden hat. Das war ein für mich und meine Familie sehr hilfreiches Projekt, als die SHG wirklich zur Selbsthilfe überging.

    So viel mal, vielleicht hilft dir was davon oder du entwickelst daraus eigene, auf deinen Klienten zugeschnittene, Ideen und vergiss nicht, jeden noch so kleinen Schritt zu loben, das motiviert ungemein, alles Negative (Belehrungen etc.), auch wenn es noch so schwer fällt, musst du unter den Tisch fallen lassen. Wir funktionieren einfach anders!

    Gruß
    Natalie

  7. #37
    *schnüff*

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 2.168

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    Hier ein paar Denkansätze zum Thema:

    Planet Wissen - "Weniger ist mehr"

    [ ...Wenn Schreibtisch und Kleiderschrank überquellen, ist es höchste Zeit auszumisten. Entrümpeln befreit, schafft Platz und tut unserer Seele gut. Doch warum ist das so? Wie schafft man es, unnötigen Ballast abzuwerfen? Und woher kommt die wachsende Lust an einem einfachen Leben? Zu Gast im Studio sind der Bestsellerautor Werner Tiki Küstenmacher und der Soziologe Harald Welzer... ]

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