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Diskutiere im Thema Was hilft einem Messie WIRKLICH? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #11
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 184

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    Eine Einweisung war bisher rechtlich nie möglich.

  2. #12
    ellipirelli

    Gast

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    verpeilerin schreibt:
    Zu sagen, ich beende die Geschichte von mir aus, sie sind ein hoffnungsloser Fall finde ich auch heftig.
    ich bin ja manchmal undiplomatisch--- aber so einen Abbruch kann ich schon noch wertschätzender und aufbauender formulieren.
    Von "hoffnungslos" kommt da so gar nichts drin vor.....
    Mit der jeweils klipp und klaren Zusicherung, das der Klient sich jederzeit melden kann, wenn er eine (leise) Ahnung hat, was er (auch von und mit mir) möchte...

  3. #13
    Pepperpence

    Gast

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    Ich schreibe dazu nachher noch einen langen Beitrag, möchte aber jetzt erstmal sagen, dass ich persönlich Messietum in seinen Auswirkungen einer Art Sucht gleichsetze.

    Der Wunsch den Messie von seinem Chaos wegzubringen ist in der Regel ebenso fruchtlos wie der Wunsch einen Alkoholiker von der Flasche wegzubringen, wenn dieser eben nicht auch den großen Wunsch und den starken Willen hat davon wegzukommen.

    Dazu gehört allem voran sich selbst einzugestehen dass man ein ernstes Problem hat. Wenn selbst der Schock einer Zwangsräumung nicht dazu geführt hat, dass er sein Problem erkennt, dann wird glaube ich (so traurig das ist) jede Hilfe von außen irgendwo ins Leere laufen.

    Messies selbst schliessen ADHSler übrigens aus, sprich der Definition nach sind ADHSler keine Messies in dem Sinne. Ich sehe das auch so. Die Auswirkungen mögen im Ergebnis ähnlich aussehen, die Ursachen und Lösungsansätze sind m.E. aber bei ADHSlern und Messies komplett anders gelagert.

    Und Messies haben enorme Schwierigkeiten den Wert von Dingen einzuschätzen, das hat nichts damit zu tun dass sie dumm oder uneinsichtig sind. Ich habe einen Messie erlebt, der auf dem Trödelmarkt Plastikpfandflaschen zum Verkauf anbot - das ist ein studierter, hochintelligenter Mann.

  4. #14
    *schnüff*

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 2.168

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    verpeilerin schreibt:
    Das allermeiste sammelt er für andere Leute, die weder danach gefragt haben noch es brauchen können.ZB Berge von Gemüse für Kaninchenbesitzer, die natürlich vergammeln oder Möbel ohne Ende, die mal einer dringend brauchen könnte.
    Das sind die einzig wichtige Fragen, die man sich stellen sollte:

    1. Warum hat jemand das Bedürfnis, in einer Überflussgesellschaft, in der kurzfristig alles zu besorgen ist, niemand zu hungern oder zu erfrieren droht, sich die normalen Dinge des Lebens jederzeit ohne große finanzielle und Mobilitätshürde beschaffen lassen, trotzdem in allem Vorräte anzulegen?

    2. Was veranlasst einen Menschen, sich nicht von Dingen trennen zu können, die für den Normalen scheinbar wertlos sind?

    3. Wieso geht der Betroffene lieber in die soziale Isolation, als sich den Maßstäben der Ordnung normaler Menschen anzupassen?

    Mit einem Satz: Welches Problem steckt hinter dem Symptom "Unordnung und Sammelwahn"?


    Ich bin, wenn auch im halbwegs erträglichen Rahmen, selbst betroffen.

    Meine Therapeutin hat sich (glaube ich) die Zähne ausgebissen, um herauszufinden, warum ich das Gefühl habe, alles nochmal irgendwie benötigen zu müssen, das Wegwerfen als Verlust zu bewerten.
    Nach mehreren Therapiesitzungen hierzu hat sie es aufgegeben. Ich sehe (außer dass ich im Laufe der Jahre ein massives Platzproblem habe und Besuch nicht mehr in unserer Wohnung empfangen wird) zugegeben kein Problem darin, alles zu hamstern, mich von Altem nicht trennen zu können.

    Ich sehe nur, dass andere sehen, dass ich ein Problem habe. Und ich weiß natürlich, dass ich eine Ausnahme mit diesem Verhalten bin. Dadurch erkenne ich schon immer wieder, dass ich wohl ein Problem habe.
    Ich selbst sehe am (unnützen) Sammeln und Bevorraten an sich nichts Falsches!
    Gut, ich hebe keine leeren Joghurtbecher auf, oder verdorbene Lebensmittel.
    Auch kann man in miener Wohnung leben, ohne krank zu werden. Der Putzfrau sei Dank! Vor der schäme ich mich auch nicht mehr. Ich habe akzeptiert, dass die innerlich wahrscheinlich die Hände vor dem Kopf zusammenschlägt...



    Also, wenn man nicht in Erfahrung bringt, warum der Mensch dieses Verhalten hat, kannst du ihn sooft du willst in neue Wohnungen umquartieren, die leer und aufgeräumt sind. Es wird immer wieder gleich enden.

  5. #15
    *schnüff*

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 2.168

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    Pepperpence schreibt:
    Ich schreibe dazu nachher noch einen langen Beitrag, möchte aber jetzt erstmal sagen, dass ich persönlich Messietum in seinen Auswirkungen einer Art Sucht gleichsetze.

    Der Wunsch den Messie von seinem Chaos wegzubringen ist in der Regel ebenso fruchtlos wie der Wunsch einen Alkoholiker von der Flasche wegzubringen, wenn dieser eben nicht auch den großen Wunsch und den starken Willen hat davon wegzukommen.

    Dazu gehört allem voran sich selbst einzugestehen dass man ein ernstes Problem hat. Wenn selbst der Schock einer Zwangsräumung nicht dazu geführt hat, dass er sein Problem erkennt, dann wird glaube ich (so traurig das ist) jede Hilfe von außen irgendwo ins Leere laufen.
    Oh doch, ich bin mir sicher, dass ein Messie merkt, dass er in Bezug auf das Chaos ein Problem hat. Allerdings sieht er keinen Ausweg, weil sein Problem nicht die Unordnung an sich ist, sondern wie oben von mir beschrieben, das Chaos nur die Folge seines eigentlichen Problems ist.
    Die Bude zu entkernen und ihn zu zwingen, sich von allem zu trennen, löst sein Problem aber nicht.

    Pepperpence schreibt:
    Messies selbst schliessen ADHSler übrigens aus, sprich der Definition nach sind ADHSler keine Messies in dem Sinne. Ich sehe das auch so. Die Auswirkungen mögen im Ergebnis ähnlich aussehen, die Ursachen und Lösungsansätze sind m.E. aber bei ADHSlern und Messies komplett anders gelagert.

    Und Messies haben enorme Schwierigkeiten den Wert von Dingen einzuschätzen, das hat nichts damit zu tun dass sie dumm oder uneinsichtig sind. Ich habe einen Messie erlebt, der auf dem Trödelmarkt Plastikpfandflaschen zum Verkauf anbot - das ist ein studierter, hochintelligenter Mann.
    Wieso schließen sich ADHS und Messie-Tum aus? Das kann ich nicht nachvollziehen...

  6. #16
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.393

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    hier schaut mal das video von der tagung an

    Neue Seite 1

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    http://www.femmessies.de/messiesyndrom/messieinfo/rat.htm#angehörige

    über diesen link kam ich zum video

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    Ich würde versuchen die Person zu einem Klinikaufenthalt zu bewegen, notfalls mit Unterstützung der Angehörigen. Eventuell sogar versuchen eine richterliche Verfügung mit Unterstützung des Sozialamtes zu erlangen. Ja mir ist bewusst, dass das eine harte Massnahme ist. Doch die Person braucht dringend Hilfe und hier reicht meines Erachtens eine reine ambulante Gesprächstherapie nicht mehr.

    Für mich ist das Messiesyndrom vergleichbar mit Suchtverhalten durch z.B. Substanzen. Solange das Leid durch die Sucht kompensiert werden kann, wird sich nichts ändern. Egal wie sehr die Person sich anstrengt. Auch Mitleid hilft hier nicht weiter.

    Das Leben in einem leichten Messiehaushalt ist mir vertraut. Meine Mutter hortet seit 30 Jahren alle möglichen Dinge und die Wohnungsreinigung ist auch eher bescheiden. Immerhin hält sich der Zustand soweit in Grenzen, dass alle Räume begehbar sind und dank meinem Vater immer mal wieder geputzt wird. Der Leidensdruck meiner Mutter ist noch zu gering für externe Hilfe und solange die Nachbarn sich nicht über üble Gerüche beschweren, wird sich daran leider nichts ändern. Mein Verdacht ist, dass spätestens mit dem Tod meines Vaters alles zusammen bricht. Erst dann ist der Leidensdruck so gross, dass meine Mutter die Hilfe annehmen kann. Für mich ist das schwer mit anzusehen. Doch manchmal müssen Menschen erst auf dem Grund des Brunnens hart aufschlagen, bevor sie die angebotenen Hilfestellungen annehmen können.

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    Kleiner Nachtrag nach dem Mittagessen: meine Verdachtsdiagnose lautet Borderline-Störung. Verpeilerinbesprich dich einmal mit einem Therapeuten deswegen. Viele deiner Äusserungen (Schwarz-Weiss-Sehen, Sucht, Opferhaltung jedoch keine Hilfe annehmen wollend, übertriebener Aktivismus, manipulatives Verhalten, Wahnstörungen bis hin zu schizoidem oder paranoidem Verhalten, deine Co-Abhängigkeit zu ihm) deuten für mich darauf hin. Nebenbei bemerkt Selbstverletzungen müssen nicht zwingend vorhanden sein oder sind sehr subtil (z.B. heisses Wasser über die Hände giessen bis es schmerzt, die Temperatur jedoch zu gering ist für Brandblasen) . Möglich ist auch, dass er sich an nicht sichtbaren Stellen verletzt.


    Falls sich der Verdacht erhärten sollte - meine Tipps an dich:
    - Suche dir Hilfe bei einem Supervisor
    - Nimm ab und an eine weitere Person mit ins Klientengespräch oder bespreche jedes Gespräch ausführlich mit deiner vorgesetzten Stelle
    - Versuche vermehrt interdisziplinär zu arbeiten

    Ich habe das Gefühl, dass er dich bereits viel zu stark zu seinen Gunsten manipuliert. Bitte nicht falsch verstehen. Selbst erfahrene Psychiater / Psychologen erkennen oft ein Borderliner nicht. Genau deshalb ist es wichtig, den Wahrheitsgehalt interdisziplinär zu prüfen und selber Hilfe anzunehmen.

    Selber habe ich Jahre gebraucht, mich aus den Fängen meiner Borderline-Mutter zu entziehen. (Ist ebenfalls nur eine Verdachtsdiagnose meinerseits - entstanden durch das Aufarbeiten meiner Lebensgeschichte). Seit ich viele ihrer manipulativen Muster erkannt habe, ist sie gezwungen neue Lösungswege zu gehen. Was allerdings aktuell mein pensionierter Vater ist - sprich sie hat leider ein neues "Opfer" gefunden.

  9. #19
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 184

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    Hallöchen! Danke für Deine Rückmeldung. Der Klient will absolut nicht in eine Klinik, das ist schon ewig Thema. Angehörige hat er nicht und bekannterweise kann er nur bei akuter Eigen- u/o Fremdgefährdung gezwungen werden. Die Frage ist auch, was sollen sie dort denn mit ihm machen? Keinem Gericht würde so ein PsychKG standhalten. Natürlich schädigt er sich in gewisser weise.Spätestens wenn er, , gesetzt den Fall, er wird nochmal zwangsgeräumt, obdachlos wird. Aber ich würde es nicht als selbstverletzend im Rahmen einer Borderline- Erkrankung sehen.Direkte Schädigungen wie von Dir beschrieben gibt es nicht.Es kann gut sein, dass ich zu nah dran bin und mehr auf Distanz gehen muss, aber Ko-Abhängigkeit? Ich habe eine feste Vertretung, die ihn auch gut kennt und er wird häufig im Team besprochen. Eine Suchterkrankung ist nicht vorhanden. LG!

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Was hilft einem Messie WIRKLICH?

    Mit Ko-Abhängig meine ich, dass Klienten mit Borderline in der Lage sind, ein ganzes Team und insbesondere seine direkten Betreuer auf subtile Weise zu manipulieren. Beispiel: er will nicht in die Klinik - bittet jedoch um Hilfe - gleichzeitig verletzt er mit verbalen Attacken seine direkten Betreuer. Was passiert? Du resignierst, hast allenfalls sogar Angst, dass er irgendwelche Dummheiten anstellt und machst schlussendlich unbewusst genau das was er will - mit dem einzig kleinen Haken, dass er auch damit nicht zufrieden sein wird.

    Auf deine Frage, was mit ihm in einer Klinik passiert. Etwas sehr einfach gesagt: Hilfe, während 7/24 Stunden. Er muss sich dort ausschliesslich mit sich selber auseinander setzten. Im normalen Alltag dagegen, kann er vor seinen Problemen flüchten.

    Der Tipp war lediglich ein Impuls von mir. Was du damit machst ist deine Entscheidung. Meines Erachtens hat dein Klient bereits die therapeutische Distanz überschritten und eine Objektivität kaum mehr möglich. Aber auch das ist nur eine Interpretation von mir, bezüglich deiner Fallschilderung. Im Endeffekt fehlen viel zu viele Fakten, damit dir hier im Forum überhaupt jemand gezielt helfen kann.

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