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Diskutiere im Thema Identität finden im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Zappelphillipp!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 459

    Identität finden

    Hallo liebe Mit-Chaoten
    Es ist ein bisschen eine seltsame Frage, aber dennoch mach ich mir immer wieder Gedanken drüber.
    Wie ging es euch als Kinder/Jugendliche oder als junger Erwachsener mit der Findung eurer eigenen Identität?


    Bei mir war das eine schwierige Angelegenheit, ich hab immer gemerkt das ich anders bin als andere Kinder und Jugendliche und ich habe es teilweise auf schmerzhafte Weise zu spüren gekriegt. Ich konnte mich nie mit irgendwem identifizieren, weder mit anderen in der Schule noch mit mit meiner Familie. Ich war immer anders, sah anders aus und entwickelte mich anders als der Rest der Welt.... Meine Welt bestand aus blühender Fantasie. Ich hab nie den Trend in der Schule mitgemacht, fühlte mich oft eher wie ein Junge, wurde nicht verstanden usw. Ich hatte immer nur meine Idole, als Kind waren es noch Zeichentrickhelden wie Sailor Moon oder Pokemon, später waren es vor allem Musiker mit denen ich mich identifizieren konnte, die auch anders waren. Mein absolutes Idol war immer Billie Joe Armstrong (Green Day) Diese Identifikation war aber so stark, es war -grade jetzt z.b. wenn er spielt und singt auf der Bühne- als ob man sich wiedergespiegelt oder wiedergegeben fühlt, es ging mir sogar so nah, das ich sozusagen gefühlsmäßig und mit der Person total verschmelzen konnte. Ich fing an selber Gitarre zu spielen und zu singen. Bei anderen bin ich immer aufgefallen als die, die rumläuft wie Billie Joe Armstrong, das ist ja auch alles nicht so schlimm, aber leider hab ich auch die gleichen Fehler wie meine Idole gemacht und bin damit mit Volldampf gegen die Wand gecrashed, weil ich leider besonders empfänglich für sowas bin.

    Es kam erst die letzten 2 Jahre wo ich schaffte mich etwas von meinen Idolen zu lösen, weil ich besser wurde im Spielen und singen und selbst angefangen habe Songs zu schreiben, auch wenns erst 5 sind.. Langsam kapiere ich wer ich wirklich bin und ich finde immer mehr neues. Das krasseste is, nachdem ich mich hier auf dem Forum so wahnsinnig gut wiederfinden kann und hier soooo gut und offen über meine Probleme reden kann und jetzt auch viele viele Usernamen kenne, wollte ich mich mal zum Spass auf einem Borderline Forum anmelden, ich hab die Diagnose schon seit bald 6 Jahren. Na ja dann war ich angemeldet und fand auf dem Borderline Forum ne Welt vor die gar nicht so meine ist, cih hab da nix zu sagen. Jetzt zweifele ich natürlich an der Diagnose und da die Therapie sowieso nicht so gut läuft erst recht.....
    Wenn ich die Krieterien von Borderline durchgehe, dann könnte schon das eine oder andere passen, aber auf dem Forum sieht die Welt ganz anders aus und eigentlich müsste ich mich doch dann damit auch so identifizieren können.
    Ich bin so am Zweifeln und verunsichtert und fühle mich in der Therapie so missverstanden und hab das Gefühl alles läuft falsch, ich glaub die sind bei mir mit ihrem Latein am Ende
    Deswegen auch die Frage mit der Identität? Kann sich einer von euch Mit-Chaoten mit so einer story identifizieren? Kennt jemand dieses Verschmelzen?
    Ich hab die Idole immer gebraucht um ein Ziel und Halt im Leben zu haben und mich in einer Gruppe von Menschen integriert zu fühlen.
    Ansonsten bin ich menschlich nicht zu halten, absolut nicht beziehungfähig, lehne Beziehungen auch total ab, kann nur Tieren nah sein, aber mit ihnen super intensiv und zwar absolut immer...
    Ich hab auch grade im Bezug auf Selbst verletzendem Verhalten einen anderen Verlauf gehabt als andere, ic hab erst mit 23 damit angefangen und es wurde unter den Medikamenten mit denen ich vollgestopft wurde (fast zeitgleich viel schlimmer, weil der innere Druck so groß war, aber ich hab schon seit langem damit aufgehört und es kein Thema mehr für mich

    (Ich weis Canary schreibt mal weider so vieles wirres Zeug, aber mein Kopfkino und diese Fragen....)

    LG CANARY
    Geändert von Canary (11.11.2014 um 14:43 Uhr)

  2. #2
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.185

    AW: Identität finden

    Ich verstehe dich gut, ich habe mich auch sehr lange gefragt, wer ich bin. Aber das tut man sein Leben lang. Ich gehöre auch praktisch allen Minderheiten an, denen man angehören kann. Ich bin Linkshänder, habe Adhs, bin gerne Katholisch und so weiter und so fort, das zieht sich praktisch durch mein ganzes Leben. Ich finde es in Ordnung, früher hat es mich gestört, das ich die Musik meiner Altersgenossen nicht gut finde und ich mit Mode und so weiter nichts anfangen kann. Aber weißt du, mir hat einmal jemand gesagt, wir sind das Salz in der Suppe der Menschheit.
    Ich kenne das mit den Idolen, mein großes Idol ist derzeit Konfuzius, früher war es Herman Hesse.
    Wenn man es soll, habe ich erst durch mein Adhs wirklich zum schreiben gefunden. Ich war in einer Klinik, da hat mir eine Freundin gesagt, was ich ihr davon erzähle wäre immer so lustig, ich sollte es doch mal aufschreiben. Ehe ich mich versah, wuchs und wuchs ein Kapitel nach dem anderen heran. Wenn ich schreibe, fühle ich mich wie ein Fisch im Wasser. Wie du bei der Musik.

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 281

    AW: Identität finden

    Hallo Canary!
    Ich versuche mal, dir zu antworten, auch wenn das jetzt wahrscheinlich ein bisschen wirr wird. Ich bin außerdem ja auch noch etwas jünger als du (23 und ich denke in dem Alter machen 6 Jahre schon was aus, oder?^^) In deinem Beitrag hab ich mich an mehreren Stellen gut wieder finden können und das Thema "Identität" und "Wer bin ich?" ist bei mir - gerade auch ziemlich aktuell.

    Ich konnte mich nie mit irgendwem identifizieren, weder mit anderen in der Schule noch mit mit meiner Familie. Ich war immer anders, sah anders aus und entwickelte mich anders als der Rest der Welt....
    Genauso ging es mir in der Schulzeit auch immer, und eigentlich heute auch noch oft. Ich hatte immer ganz andere Interessen und Ideale und fand vieles, was alle anderen gemacht haben, doof. Ich hab mich immer als Außenseiter gefühlt und trotzdem wollte ich auch mal so sein, wie alle - einfach dazugehören und mitmachen können! Aber dadurch, dass ich anders rede und denke und handle... hat das nie wirklich funktioniert.

    ich hatte ab dem Gymnasium das Glück, dass ich einen Mitschüler fand, mit dem ich mich gut verstand, weil er auch anders tickte. Und dadurch konnte ich außerhalb der Schule auch Freunde finden, die allerdings fast alle irgendein "Hau-weg" hatten. Also, ziemlich viele sind Borderliner und die Männer waren eigentlich alle schwul... Ich fand's super, aber so richtig identifizieren konnte ich mich damit nicht.

    Außerdem hab ich es nie geschafft, irgendwelche klamotten zu tragen, die modern waren oder zu einer gruppierung gehörten. Bei mir war immer alles bunt und durcheinander gemischt^^ Ein Mitschüler hat mal zu mir gesagt: "Ich würde ja gerne mit dir ausgehen, aber nicht, wenn du diese Klamotten trägst!!!"

    Ich hatte immer nur meine Idole, als Kind waren es noch Zeichentrickhelden wie Sailor Moon oder Pokemon, später waren es vor allem Musiker mit denen ich mich identifizieren konnte, die auch anders waren.
    Bei mir war es vor allem Elvis^^ Und Harry Potter (ich warte immer noch auf den Brief aus Hogwarts...^^) Hab mich auch immer so in diese Personen hineingelebt und alles dafür getan - in meiner Elvis-Phase wollte ich mir sogar die Haare so schneiden und so eine Locke vorne haben, aber meine Frisiertechnicken sind Gott sei Dank nicht so gut^^
    Während des Abiturs hatte ich dann so eine Klosterphase. Ich habe alle möglichen Texte zum Thema Benediktiner gelesen und wollte unbedingt eintreten... Hab mich in der Zeit auch für das Theologiestudium entschieden und das wäre auch gut gegangen, wenn ich nicht wieder jemanden kennen gelernt hätte, der mich dadurch eher in die andere Richtung "geschubst" hat.

    Wenn ich mich verliebe ist es ganz extrem, dann will ich den anderen so verstehen, dass ich anfange, mich in sein Leben so hineinzuleben, dass ich mich selbst ganz vergesse.

    Manchmal schwankt das ganz schnell um. Dann höre ich ein Musikstück und will so sein wie diese Musik! Und bin von einer Minute auf die andere dazu entschlossen, jemand anderes zu werden! Einfach, weil ich damit so verschmelze - bei einem Film oder einem guten Buch ist es das selbe.

    Ich hab die Idole immer gebraucht um ein Ziel und Halt im Leben zu haben und mich in einer Gruppe von Menschen integriert zu fühlen.
    das kann ich voll unterschreiben! Aber irgendwann habe ich bei den realen Menschen irgendwann bemerkt, dass es doch nicht passt...

    Hier im Forum kann ich mich auch sehr gut wiederfinden und ich habe auch mal in ein Borderline-Forum geschnüffelt, aber das fand ich dann auch viel zu wenig passend... Hab mit dem SVV auch erst mit 20/21 angefangen und auch mega sprunghaft...

    Ich finde diese Identitäts-Frage sehr interessant. Überall hört man ja, dass man zu sich selbst finden soll, aber ich glaube einfach, mein Selbst ist sowas wie ein Chameleon, das sich ständig verändert oder dass eben gerade diese Sprunghaftigkeit das ist, was mich irgendwie ausmacht... Vielleicht ist das ja auch so ein typisches ADHS-Problem???

    So... das ist das, was mir dazu eben durch den Kopf gegangen ist (ich kann nicht so schnell tippen, wie ich denke... also, vielleicht ist das nicht ganz so zusammenhängend...^^)
    Liebe Grüße,

    Anitüta.
    Geändert von Anitüta (11.11.2014 um 15:47 Uhr)

  4. #4
    Zappelphillipp!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 459

    AW: Identität finden

    @ Tetrian
    Schreiben tue ich auch wahnsinnig gerne. Ich schreibe oft und super lange Tagebuch, das mache ich schon (fast) regelmäßig seir 2005. Ich liebe meine Tagebücher, sie sind mein größter Schatz. Ich schreibe immer stundenlang abends durch ohne den Stift abzusetzen. Es is echt cool, weil man auch nix mehr vergisst, auch grade über meine Tiere zu schreiben ist mir sehr wichtig, da erschaffe ich mir so meine Erinnerungen. Ich würde nie aufhören Tagebuch zu schreiben. Und ich glaube das anzufangen war auch ein wichtiger Abschnitt in meinem Leben, wo ich merkte, das ich doch mehr Identität habe als ich dachte, da weis man wer man ist und was man hat.


    @ Anitüta (Cooler Name!!)
    Das mit der Elvis-Locke find ich süß! Ich hab auch schon seit 8 Jahren den Billie Joe Armstrong Mob aufm Kopf und schwarz gefärbt versteht sich. Im Moment hab ich aber ein Problem mit meinem Idol, ich musste leider einen heftigen Tablettenentzug machen und hatte auch eine Alkoholphase, war zwar nur Kurz aber alles in allem endete in einem Entzug und mein großes Idol hat selber Tablettensucht und Alkoholprobleme gehabt und ich kann jetzt einfach nix mehr davon hören oder sehen, es ist für mich sooo schlimm das die Musikwelt (zumindest die Musiker die ich so höre wie Green Day, Nirvana, Soundgarden, Gorillaz (na ja die gehen noch) so voller Suchtproblemen und Substanzen steckt. Deswegen hab ich jetzt leide rganz dolle Berührungsängste mit der Musik und auch mit dem selber machen. Und noch schlimmer ist, das ich jetzt in der schweren Zeit des Entzuges ein kleines geliebtes Vögele verloren habe, was mich heute noch quält (sie hat immer so gerne bei Green Day mitgesungen). Aber selbst wenn ich nie mehr Green Day hören würde, weil es mich an meinen eigenen Entzug und auch an den schweren und traurigen Verlust erinnert. ich würde mir die Frisur und Haarfarbe niemals ändern es ist jetzt meine geworden und mein Vögele hat mich so gekannt und geliebt (sie war sooo anhänglich und zahm, mein Baby eben, darum will ich mich nicht verändern,

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: Identität finden

    Ich glaube seine Identität hat man gefunden, wenn man sich selbst "gefunden" hat. Dabei denke ich, das das "gefunden" einfach ein Art Selbstakzeptanz ist. Sicherlich wird man nicht alles an sich mögen, und sicherlich schwankt das auch von Tag zu Tag, aber ich denke es ist einfach eine gewisse Art Grundakzeptanz.

    Und das heisst nicht, das man sich auf bestimmte Idole, Kleidungsstil, Freunde oder oder festlegt. Jeder, zumindest sollte es so sein, entwickelt sich ja weiter, man macht Erfahrungen, findet einiges irgendwann langweilig.......

    Ich glaube auch wenn man selbst dieses Hin und Her ein bisschen akzeptiert, wenn man seine Macken ( die unveränderlich sind, oder die man nicht verändern möchte) genauso wie seine Vorzüge akzeptiert und vor Allem wahrnehmen kann, dann hat man seine Identität. Das ist man dann selbst. Und je nach Jahreszeit, Gemütslage oder Freundeskreis kommen dann die anderen Attribute wie Kleidung und Musikstil dazu.

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Identität finden

    Ich würde nicht sagen, dass ich meine Identität komplett gefunden habe, aber bin schon recht weit gekommen.

    Am meisten hat mir diesbezüglich die Beziehung zu meinem Exfreund gebracht.
    Bis dahin kannte ich nur meine Eigenwahrnehmung, hatte zwar seit ich 17 bin hier und da ein paar engere Freunde, aber niemanden, der mich wirklich richtig kannte.
    (Die Jahre als Kind und Jugendliche hatte ich gar keine engen Freunde.)
    Es gab immer wieder Probleme, die ich mir nicht erklären konnte, weil sie mit meiner Eigenwahrnehmung nicht zusammenpassten.
    Mein Exfreund hat mich als erster Mensch von außen reflektiert.
    Es kamen dabei viele überraschende Dinge zum Vorschein. Und die mein Selbstbild dann auch entsprechend beeinflusst haben.
    Auch Sachen (Ereignisse, Verhaltensmuster etc), die ich bis zu dem Zeitpunkt nicht einordnen konnte, konnten erklärt werden.
    Mir fiel z.B. auf, dass vieles bei mir mit der Reizüberflutung zusammenhing.
    Vorher habe ich die Reizüberflutung gar nicht wahrgenommen. Es war für mich normal so. Die Migräneattacken, die regelmäßigen Dissoziationen, plötzliche Ausraster, das alles war für mich etwas, was "halt so ist".
    Mit meinem Exfreund zusammen habe ich erstmals festgestellt, dass es einen direkten Zusammenhang gibt zwischen genannten Phänomenen und zu vielen Reizen.

    Das zweite große "Identitätserkenntnis" kam nach der Trennung. Lebe das erste Mal in meinem Leben nun alleine und es geht mir viel besser damit.
    Es gab zudem noch viele Gespräche mit meinem Exfreund, in denen wir analysiert haben, warum die Beziehung gescheitert ist.
    Dabei wurde mir noch viel mehr klar.
    Etwa zeitgleich bekam ich die Autismus-Diagnose, ein weiterer Meilenstein der Selbsterkenntnis.
    Die Auseinandersetzung damit lässt einem viel über sich selbst erfahren und ich fand es nahezu beruhigend, dass mein Exfreund vieles bestätigen kann.
    Bzw. nicht nur bestätigt, vieles weiß ich erst durch ihn, weil ich es selber nie bemerkt habe.

    Im Endeffekt ist der direkte Kontakt zu einem anderen Menschen wohl das gewesen, was mir tatsächlich das meiste über meine eigene Identität verraten hat.
    Ohne diesen Kontakt hätte ich nie gewusst, dass meine Außenwahrnehmung so sehr von meiner Eigenwahrnehmung abweicht.
    Und gerade die Gespräche über Probleme, die Streits u.ä. waren ein Anlass, mich mit mir selber auseinanderzusetzen.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 29

    AW: Identität finden

    Huhu!

    Ich mische mich einfach hier mal dazu, da hier Themen besprochen werden, die auch mich sehr stark betreffen.

    Ich bin 28 Jahre alt und kenne diese Phasen genau, wie ihr sie beschrieben habt.

    Schon wie ich noch klein war, haben mich Filme total mitgerissen. Ich hab dann angefangen Geschichten darüber zu schreiben- mir eigene Welten aufgebaut.
    In die Figuren hab ich mich reinversetzt, sowohl in die aus Filmen als auch aus Büchern- meistens waren es die Aussenseiterfiguren.
    Das hat sich auch in der Schule niedergeschlagen- ich war Aussenseiter- hab keine Trends mitgemacht, mich nicht sehr für andere interessiert-
    ich hab so in meiner Welt gelebt- die in meinem Kopf.

    Das haben natürlich viele nicht verstanden.

    Ich denke es ging um Identitätssuche- die frage, wer ich bin und wie ich sein möchte. Ich war damals fast immer Immitationen irgendwelcher Figuren,
    die entweder ähnliches durchmachten oder deren Stärke und Selbstbewusstsein ich gern gehabt hätte.

    Nunja, begonnen mich für andere und für die Liebe zu interessieren habe ich erst mit etwa zwanzig...das kam bei mir alles sehr spät-
    war ein klassischer Spätzünder.

    Damals hatte ich eine beste Freundin- sieben Jahre lang-
    es kam auch mal zwischendurch auf dass ich Gefühl für sie hatte, aber nachdem wir uns in der Hinsicht näher gekommen waren- merkte ich nach ein paar Malen-
    dass das nichts für mich ist.

    Naja, also wohl schwul.
    Als ich das ganze dann probiert habe, fühlte es sich auch alles sehr viel richtiger an.
    Leider ist es in dieser Hinsicht nicht einfach, eine Beziehung aufzubauen- es ging acht Jahre lange, mit zwei Beziehungen mal mehr mal weniger gut-
    Liebeskummer, Depressionen- weil ichs ja nicht wie die Jüngeren gelernt hatte- wie es ist in Beziehungen- und auch keine Erfahrungen hatte.

    Ich hab mich damals immer sehr unglücklich gefühlt weil ich allein war...das hat alles definiert.
    Aber in den ganzen 8 Jahren jetzt kam für mich nie ein Zweifel auf, wo ich hingehöre.
    Ich hatte die klassischen besten Freundinnen, hab mir nach Männern den Kopf verdreht, etc.

    Nun habe ich seit einem Jahr eine glückliche gut funktionierende Beziehung mit einem Mann.
    Letztes Jahr gab es mal ein paar Wochen- da kamen mir Zweifel, weil ich plötzlich dachte, die Gefühle sind weg...
    dass haben wir überwunden, war aber auch ne schwere Zeit. Dann im November eine neue Angstidee...und ich hab das Gefühl-
    immer dann wenn ich gerade glücklich war und mal an nichts gezweifelt hatte.

    Mein Freund ist in meiner Familie richtig angenommen worden, alle mögen ihn, er war zu Weihnachten mit da...
    es war genauso, wie ich es mir immer gewünscht habe- ich war glücklich.
    Dann bin ich in ein schwarzes Loch gefallen. Weiß nicht ob es Angst oder die Sinnfrage oder ne frühe Midlifecrisis war.

    Und nun, urplörtzlich, im neuen Jahr, angeregt durch einen Film und ein zwei Gespräche hab ich plötzlich ne neue Angst: Nicht mehr schwul zu sein.
    Es gab keine Frau in die ich mich plötzlich verschossen habe, keine annähernden Gedanken zuvor dazu...es war alles klar für mich und nun plötzlich-
    kam diese Idee und ich suche überall nach Beweisen und prüfte mich...und wie das so ist- wer sucht der findet.

    Ich hab das Gefühl meine Identität und mein Leben und mich plötzlich und quasi über Nacht verloren zu haben.
    Ich meine man experimentiert vll mit Anfang zwanzig noch...aber ich bin fast dreißig und es gab für mich all die Jahre nur eine Richtung-
    und da gab es auch nie zweifel.
    Warum also jetzt, wo mal alles gut ist?

    Das macht mich echt fertig, weil ich mich verloren fühle...und das Gefühl habe, mein Kopf gönnt mir kein Glück- nur Zweifel und
    diese seltsamen Zwangsgedanken, die ich aber auch nicht mehr loswerde

    Verdrängung? Oder ist es nur eine Angstreaktion.
    Viele meiner Freunde meinen, es klingt nach ner klassischen Winterdepression mit Hinterfragung von allem.
    Sexualität würde nicht über Nacht geändert.
    Nur mein Kopf hat es geschafft- die Welt steht Kopf für mich...das belastet auch unsere Beziehung.
    Bin so fertig...

    Kann man sich selbst etwas vormachen? So sehr?

    GLG

  8. #8
    Zappelphillipp!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 459

    AW: Identität finden

    Hallo Blattgrün
    Wow... Ok, ich muss jetzt mal schauen wo ich vielleicht zuerst mal antworten kann (Konzentration geht nämlich heut gegen 0 bei mir, mein Kopf's so voll, will irgendwie alles gleichzeitig machen in Gedanken, ich hoffe ich bring was nützliches bei raus )....
    Ok...Also, ich weis jetzt nicht so ganz ob du vielleicht irgendwie in so einer Angst und Erwartungsspirale drin bist... Diese Erwartungsangst ("hm, es geht mir grad gut, jetzt muss was kommen!"....) kenn ich ja auch nur all zu gut, aber das ist ein Teufelskreis. Und wir ADHSler mit unserem Kopfkino da oben, neigen da ja besonders zu, jaaaa, da oben in der botenstoffgestörten Schaltzentrale ackert es einfach viel zu viel.... Das wäre was wo man mal versuchen könnte mit einem einfachen Psychologen drüber reden (aber, da kriegste ja auch so schnell wohl kein Termin, und mir hat es ja bezüglich dies auch nicht grad geholfen...)
    Dann, weis nicht, hast du mal darüber nachgedacht, vielleicht Bi-sexuell zu sein? Also, ich habe mal gehört, das viele Menschen bi-Sexuell sind. Mein großes Idol-selbst bi-sexuell- (ich will jetzt nicht sagen, das der sooo mit Weisheit gesegnet is; aber is immerhin mein Idol....) sagte mal dazu "I think people are born bi-sexual, it's only society that gives the Feeling of "Oh, I can't......"
    Aber vielleicht machst du dich auch so ein bisschen zu sehr verrückt damit, das du es jetzt reis aus der Angst davor erst recht glaubst (fallls sowas möglich ist. Ein Film is zwar- Klar ich kenn die Identifikation- immer noch nicht die Realität, vielleicht hättest du in Realität sogar anders reagiert. Siehst du deine Beziehung zu deinem Freund denn in Gefahr; weil du vielleicht Gefühle für Frauen noch mitentdeckt hast? Wenn du wirklich bi-sexuell wärst, dann heist das ja trotzdem nicht das du deinen Frend damit betrügst nur weil du auf beide Geschlechter fixiert bist, solange du ihn nicht wirklich betrügst mit Fremdgehen und so, versteht sich.

    Also, das mit dieser Super starken Identifikation bei Filmen kenne ich auch ganz krass von einem Bekannten mit ADS, der hat mir das auch so erzählt. Das heist, das is wohl n AD(H)S Ding. Ich, persönlich hab das ganz ganz doll bei Musikern und Liveauftritten und MusikVideo- zum Glück guck ich keine Filme.... Da kann ich auch nicht mehr zwischen mir und meinen Idolen unterscheiden. Mein Bekannter war stationär mal und musste da als Therapie Filme mit "Abstand"- also von ganz hinten im Saal angucken, um mal was dran zu rücken, aber weis nicht obs erfolgreich war.....

    Und das das (dieses Zweifeln) mit 30 nicht normal ist, würd ich nicht sagen. Und grade als AD(H)Sler ist das ja so ne Sache. Ich habe jetzt einen super ADHS-ARZT, der is wirklich gut, einer von nur 50 ADHS Spezialisten hier in Deutschland. Der sagte zu mir, ADHS ist im Prinzip ein "Entwicklungsrückstand" im Gehirn. Daher brauchen wir länger, sind Spätsünder, sehen viel jünger aus. Wenn du wie ich jetzt 30 mit ADHS bist, bist du quasi grad mal 22 ohne ADHS. Wenn du 20 bist bist du eigentlich 14 und mit 6 bist du 4 einhalb. Also anhand dessen sind deine Gefühle vielleicht ganz normal!

    Das was du da als Zwangsgedanken beschreibst, könnte sein, das das keine Zwangsgedanken sind, sondern mehr so ein Grübelzwang bzw "Perserverstives Denken" (ADHS-pedia) der bei ADHS oft grad in Verbindung mit Depression oder sowas ähliches vorkommt, vielleicht auch in Verbindung mit Angstsymptomatik. Aber HEY ich bin kein Arzt und will auch nicht rüberkommen wie ein Hobby-Doc, das ist lediglich das was mir dazu einfällt und was ich von mir kenne. Ich würd dir gerne meinen Arzt empfehlen, der war echt gut auch grade bei dem Thema Sexualitöt, Identität, wo ich gar nicht wusste, das das mit ADHS zu tun haben könnte oder begleitendes Thema is, aber du wirst wohl ganz wo anders wohnen wie ich....

    LG Canary
    Kopf Hoch!
    Geändert von Canary (26.01.2015 um 01:18 Uhr)

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 29

    AW: Identität finden

    Hey Canary

    Also erstmal vielen vielen Dank für deine Nachricht!
    Saß grad in der Bahn, hab mal das Handy bemüht, damit die Fahrt und meine Gedanken etwas verkürzt werden-
    und als ich dann las ging es mir viel besser!

    Keine Sorge- als "Hobby-Doc" kommst du mir gar nicht rüber! Im Gegenteil- ich war so froh...das einfach mal nicht
    kam was in letzter Zeit ständig zu mir gesagt wurde: Du hast da vll was verdrängt, woran liegt das denn?
    Was findest du an ner Frau toll...etc..etc...
    Da bekam ich schon manchmal das Gefühl dass es mir nicht nur mein Kopf sondern alle einreden wollen.
    Mein Problem- und vielleicht das vieler ADHSler ist auf jedenfall, dass ich von außen sehr leicht beeinflussbar
    und mit wenigen Worten sehr stark in Zweifel gezogen werden kann.
    Ich hänge sehr an der Meinung anderer...

    Ich denke diese Angst-Erwartung trifft durchaus zu...eine gute Freundin von mir sagte, dass sie das Gefühl hätte- wenn ich glücklich bin
    zerreisse ich es sofort...
    Sie hatte ich ja auch um Rat gefragt, als ich letztes Jahr nach einer halben Phase absoluten Glücks plötzlich dachte, ich würde meinen
    Freund nicht mehr lieben...da hat sie mich auch beruhigt...gemeint, dass das so einfach gar nicht geht...
    Und wirklich...sobald ich da etwas entspannter war, hab ich nicht mehr ständig gegrübelt (unsere klassische Gedankenmühle
    und irgendwann war es wie "pufff" einfach weg.

    Und ich dachte mir nur: Wow...das hat sich so real angefühlt...wir waren teilweise richtig befremdet miteinander und ich hab geheult-
    so sehr war ich traurig deswegen. Wahnsinn...mein Kopf hat mir das echt stark suggeriert...das war so echt...und dann plötzlich weg...
    Da überlege ich auch immer: Wie stark beeinflusst diese Dysfunktion da oben in unserer Schaltzentrale wirklich unser Fühlen und Denken.
    Das erschreckt mich schon manchmal...

    Was das Bisexuelle angeht...klar damit hab ich auch schon überlegt.
    Ich denke halt nur...es gab genug Situationen...Liebeskummer wegen Kerlen- und da war eine beste Freundin, die mich aufgefangen hat-
    und mir an der Stelle anvertraute, dass sie Gefühle für mich hätte...oder generell hab ich viele Freundinnen...da gingen die Gedanken aber nie
    weiter...oder auch die ganzen Schauspielerinnen und Sängerinnen die ich immer toll fand. Das war immer aus einer ganz platonischen Idee heraus.
    Klar könnte man jetzt weiter argumentieren, dass ich das alles verdrängt habe...aber so sehr?
    Dass ich schwul bin wurde mir ja auch erst klar, nachdem ich mit einer Frau probiert habe...naja, jetzt sind es acht Jahre, in denen ich danach
    komplett umgeschwenkt bin und ich war lückenlos auf Männer fixiert. Da müsste ich mir echt stark was vorgemacht haben...
    Und es ist ja keine Frau aufgetaucht, in die ich mich plötzlich verschossen hätte...die Idee kam einfach so...
    Da wäre es vll wirklich ratsam, den Psychologen zu bemühen- aber für mich rational finden sich wenig Hinweise.
    Zumal ich bis in Silvester rein total glücklich mit meinem Freund war...er ist familiär total integriert...es war toll...
    ich dachte...jetzt ist mal alles so, wie es sein sollte...dann fiel ich in das "Loch"

    Was mich daran so fertig machen würde, wäre einfach dass sich meine Beziehungen zum weiblichen Geschlecht, zu all meinen Freundinnen und Idolen
    so ändern würden...ebenso wie mein Selbstbild...meine Identität. Darum macht mich dieser Gedanke teilweise schon panisch...ich fühle mich dann so verloren.

    Interessant was dein Arzt da sagt, mit dem Entwicklungsrückstand...das würde bei mir auch echt zutreffen...sowohl in der Pubertät als auch hier...
    Dann hoff ich einfach, dass dies nicht bedeutet, dass ich noch in meiner Findungsphase bin

    Was bedeutet dieses Perserverstives Denken?
    Diesen Grübelzwang kenne ich...ich kann den Kopf nicht abschalten von dem Problem, dass ich gerade wälze...und das wird bei mir so krass dass ich das in den
    Mittelpunkt meines Alltages stelle und meine Stimmung nur daran messe.
    Im Moment kann ich...so furchtbar das klingt...und um Gottes Willen nicht falsch verstehen...kaum Filme schauen...nicht einmal meine Lieblingsfilme-
    nicht einmal diese die ich noch kurz vor Jahreswechsel gesehen habe...nicht mal meine Lieblingssängerin.
    Alles was mit Frauen zu tun hat, lenkt mein Denken jetzt automatisch auf diese Angst in mir...
    Alle Frauen die ich vorher so locker und gern sah "bedrohen" mich quasi. Das klingt schon fast nach einer Phobie...die ganz plötzlich mal eben in meinen
    Kopf spaziert ist...dabei mochte- und mag ich Frauen ja meistens schon immer mehr als Männer...einfach in ihrer Art und Ausstrahlung.
    Daher auch diese "Identitätskrise"...ich erkenn mich selbst nicht wieder.

    Wenn das so ein starker Ausdruck einer Depression und Nachsinnen über mein Leben ist...denn es nimmt zur Zeit soviel Raum ein...
    ich krieg Beklemmungen, Angstgefühle...schotte mich ab.
    Tagsüber mache ich diese ADHS-typische Achterbahn...mal besser mal schlechter...mal Hochstimmung, mal alles ist mies...
    Gegen Abend erreiche ich meist eine konstante Form mit etwas Zuversicht, das alles gut wird.
    Und ich weiß schon, ich wache am morgen auf, und sofort ist dieses Gefühl da: Nix ist in Ordnung...dann grübele ich los und schaffe es teilweise ne
    halbe Stunde nicht aufzustehen...

    So war es letztes Jahr im August, so war es nach meinem heftigen Liebeskummer vor zwei Jahren...
    Hab so langsam das Gefühl ich ticke echt nicht richtig...

    Schade in BW wohne ich nicht...ich komme aus Sachsen
    Aber dein Arzt klingt echt toll...nach jemanden der in sowas auch wirklich helfen könnte.
    Hätte einfach gern ne klare Antwort von nem Psychologen, ob man sich quasi über Nacht so stark verändern kann, nur wegen eines Gedanken...

    FilmZitat: "Ein Gedanke ist wie ein Virus, resistent, hochansteckend- er kann dich aufbauen oder zerstören" (Inception)


    Ganz ganz liebe Grüße und sorry für diese ellenlange Nachricht...an der man merkt, wieviele Gedanken ich mir schon gemacht habe

  10. #10
    Zappelphillipp!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 459

    AW: Identität finden

    @Blattgrün 86 (Sorry, aber ich kapier das teilweise Zitieren noch nicht, daher antworte ich halt so, falls dus kapierst, kannst du mir gerne erklären
    Oh ja, is schon unheimlich wie diese Dysfunktion da oben unser Fühlen und handeln bestimmt, ich meine, icH frage mich immer wie ist es ohne, was weis ich nicht? wie ist es für andere? Was ist da noch alles was mir selbst gar nicht bewusst ist. Ich habe mir lange nix aus den ADHS Eigenschaften gemachgt und dachte es wäre normal, obgleich ich nie verstanden hab warum andere immer ein Problem mit mir haben und mich nicht verstehen.....
    Ich glaube eher nicht das du dir da was vorgemacht hast oder was verdrängt hast. Du hast es auch schon mit einer Frau probiert, und es kam dabei für dich raus, das du auf Männer fixiert bist un ddann hattest du bis jetzt immer Männer. Du weist wie es mit einer Frau ist, das ist doch der beste Weg um wirklich zu wissen wie du sexuell orientiert bist. Und von da ab schreibst du hattest immer einen Freund. Du bist bestimmt nicht nicht homosexuell, nicht nach 8 Jahren, allenfalls Bi, aber ich würd da echt mal an erster Stelle die Angst und Zwangsgedanken in Erwägung ziehen und wirklich auf Psychologische Hilfe setzen, wenn du das ganze "Miese Spiel" mit der Angst und dem Zwang durchschauen kannst (!!!!!!!!!!), dann hast du ne Chance das in den Griff zu bekommen. So war das im Entzug für mich auch, wenn ich das mal vergleichen darf, sofern es geht. Ich hab irgendwann das Spiel mit der Angst wirklich kapiert und durchschaut und wusste, das meine Zwänge die ich da auch irgedwo vorhanden hatte, daher kommen und durch das Einsehen und Verstehen des ganzen konnte ich den Entzug auch wirklich durchstehen und meistern, obwohl ich das nicht für möglich hielt, das hat mir echt geholfen, da muss es einen Weg rausgeben... irgendwie, aber das braucht vielleicht Zeit und Geduld......


    Warum glaubst du, das dich deine Sexuelle Orientierung verändern würde in deinem Kern? Du bist doch immer noch du, ob schwul oder Bisexuell oder hetero, das ist doch nur ein Teil von dir von noch vielen. Identität besteht meineserachtens nicht nur aus Sexualität. Und sei was wolle, selbst wenn du tatsächlich Gefühle für Frauen wiederentdecken würdest, könntest du dann eigentlich doch noch Freundinnen haben, oder? man muss ja nicht immer gleich an das eine denken, oder hättest du Angst das sie dir keine Freundschaftlichen Gestiken wie trösten mehr geben würden (gut, das könnte ich schon gut verstehen, das dich das traurig machen würde). Aber weist du, ich glaube du denkst viel zu weit..... (das kenn ich ja Ich würde echt erst mal wirklich der Sache mit der Angst und Zwang psychologisch gesehen auf den Grund gehen, das wäre der erste Schritt den ich an deiner Stelle machen würde....

    Perseveratives Denken ist im Prinzip nix anders als Grübelzwang (ich hab das in gewissen Phasen auch schon ganz schlimm gehabt)
    Perseveration - ADHSpedia

    Das su jetzt Frauen nicht mehr sehen magst Z.b. in Flimen, das kann ich sogar gut verstehen, hey mich erinnert das echt ganz ganz stark an meinen Entzug (eS war Valium- ein Angstlösendes mEDIKAMENT , daher im Entzug so massive Angstzustände und zwanghaftes Verhalten). Da konnte ich plötzlich meine gleiebten Musikvideos, die Videos meiner geliebten Bands, meine Tanz und Comedy viedeos nicht mehr schauen. ICH fühlte mich auch ganz stark von mir und der Welt selbst entfremdet, das war echt echt krass und sehr depremierend. Ja so eine massive Selnstentfremdung und Identitätsentfremdung hatte ich da. Ich konnte keine Frauen sehen, weil ich im Entzug null verlangen nach du "weist schon was" hatte und das hat mich fertig gemacht; Wo war ich da?! -Hölle. Daher ist meine Vermutung, das deine "Selbstentfremdung" mit deiner Angst und den Zwagsgedanken zu tun hat. Im Entzug hab ich das alles gehabt und den Zusammenhang erkannt, bei mir is es jetzt total weg , nachdem de rEntzug vorbei is. Du müsstest halt psychologisch oder Psychiatrisch (?) danach schauen lassen (ich will dich bestimmt nicht zu Medikamenten hinreisen, aber du solltest mit nem Fachmann darüber reden!)

    Das Zitat ist gut!!! iS NÄMLICH ECHT SO!!!!

    Ja mit ADHS und solchen Geschichten ist es echt alles andere als einfach, ich meine unser reizüberflutetes Gehirn achert ja soweiso schon mehr als der REST , aber wenn dann noch Angst und depressive und Zwangssymptomatik hinzukommt und das ganze sich dann noch aufstockt, dann wirds echt übel, daher glaube ich nämlich war für mich der Entzug auch schwerer, ich hab mich da sooo überhaupt nicht verstanden gefühlt, außerdem war Valium eh kein geeignetes Medikament für mich, ich kam da nur über schwere Schlafmittelabhängigkeit drauf

    LG Canary
    Geändert von Canary (28.01.2015 um 22:56 Uhr)

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