Hey Canary

Vielen lieben Dank!
Das was du schreibst beruhigt mich, weil das erklärt für mich auch einiges mehr.
Gestern hatte ich auch ein paar gute Momente, in denen das Problem wieder in den Hintergrund trat und siehe da-
es war alles gut- gar nicht schlimm und das mit den Frauen war wie immer.

Ich glaube, da habe ich mal einen kurzen Blick hinter den Vorhang mit der Angst werfen können-
und gemerkt, dass es, das "ich" sehr wohl noch da bin- nur verschüttet- unter ner Menge Gedankenmüll und Angst.
Wie gesagt, rational erklärt und gedacht weiß ich sehr wohl, wohin ich gehöre, nur genau das will mein Kopf ja nicht glauben.
Ziemlich schräg...

Das mit deinem Entzug und dem Spiel mit der Angst- das klingt wirklich interessant und auch hoffnungsvoll.
Wenn du schreibst du blickst zurück und denkst dir: Mensch was war da nur los...
Dahin will ich auch kommen. Aber wie du schon schreibst, Zeit und Geduld...
Gerade wenn es Zwänge sind.

Ich denke, du hast es gut erfasst- ich war immer stolz auf meine freundschaftliche, respektvolle und unverkrampfte Beziehung zu Frauen
(Freundinnen und auch Schauspielerinnen und Sängerinnen, die eine große Rolle in meinem Leben spielen)
Ich denke, mein Selbstbild würde sich durch eine Verschiebung sehr ändern...und bei den anderen vielleicht eben auch- also den Freundinnen um mich herum.
Und da ich mich eigentlich so mochte, wie ich war, wäre das schon eine in meiner Wahrnehmung sehr starke Veränderung die mir wieder- da haben wir es wieder-
Angst machen würde.

Grübelzwang??? Das passt wirklich zu dem Zustand, den ich im Moment erlebe...und ich denke, du hast da völlig recht-
da es bei weitem nicht das erste Mal ist- muss ich dem mal psychologisch auf den grund gehen...weil ich glaube- es wird immer
wieder kommen. Wenn ich denke: Puh, es ist überstanden- weiß ich genau, irgendwann kommt das nächste- aus einer völlig
unerwarteten Ecke...

Dein Absatz mit dem Entzug und wie es dir ging finde ich wahnsinn...
das klingt echt total wie bei mir!!
Genau das...durch diese Selbstentfremdung tut alles, was man sonst gern gemacht/geschaut hat, plötzlich weh...weil man die Veränderung im Inneren so spürt dadurch...
Wie es einem Vorher gegangen ist und wie es einem jetzt geht.
Und genau das gleiche Problem mit dem "Verlangen" durchlebe ich auch...Typen, wo ich mir sonst den Kopf verrenkt habe (übertrieben gesagt)-
diese Tage spricht mich nix so richtig an....was natürlich auch noch meine Angst und Zwangsgedanken schön bestärkt, wie du dir vorstellen kannst.
Aber Wahnsinn, wie ähnlich das bei uns ist!!
Ich gratuliere dir übrigens sehr dazu, dass du auf deine schwere Zeit so besonnen und selbstreflektiert und stolz zurückschauen kannst-
denn das klingt nach einer sehr schweren Zeit...die du super überstanden zu haben scheinst...
das ist auch mein Ziel...soweit will ich auch mal kommen- diese Mechanismen zu erkennen und zu durchbrechen.

Suchtverhalten ist bei ADHSlern echt ein häufiges Ding...da bin ich zumindest froh, dass ich weder rauche noch trinke noch Drogen nehme etc.
Denn ich spüre manchmal so deutlich wie stark der Druck ist und da verstehe ich diesen Hang zu betäubenden Mitteln sehr gut...
Eine große Leistung ist davon loszukommen- da kannst du stolz drauf sein!!!

GLG Blattgrün86