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Diskutiere im Thema sich ausgegrenzt fühlen... im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #11
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 547

    AW: sich ausgegrenzt fühlen...

    Über Asperger habe ich mich auch schon informiert, bin aber zu dem Schluß gekommen das das auf mich nicht zutrifft.

    Einige Züge dessen hab ich schon, aber ich hab mich gestern z.B. total entspannt mit einem mit völlig femdem, deutlich älteren Mann beim Mittagessen unterhalten. Das Gespräch ging zwar von ihm aus, ich hätte mich nicht getraut den beim Essen "zu stören", aber es entwickelte sich relativ schnell eine sympathische Unterhaltung. Hätte ich irgendwas in die Richtig Autismus, wäre das niemals möglich gewesen - denke ich.

    Andererseits trifft das was in dem Wikipedia-Artikel über Asperger-Syndrom unter "Sprache" steht voll und ganz zu - jedes einzelne Wort. Sprechen verzögert gelernt, dann relativ schnell eine Sprache entwickelt "die nicht altersgerecht ist" (Zitat aus Grundschulzeugnis). Auch heute habe ich noch eine Vorliebe für "besondere Wörter". Eins meiner Lieblingswörter ist z.B. "grasieren".
    Auch habe ich große Schwierigkeiten mit Ironie und antworte oft auf rethorische Fragen.

    Aber auch das was du über die Kommunikation und Interaktion bei dir schreibst, das mit den Faktoren, kann ich voll und ganz unterschreiben.

    Auch schaue ich Leuten nicht gern in die Augen - schüttle ich jemandem die Hand wende ich den Blick in der Regel ab und schau auf die Hände. Sage ich nur so zu jemandem "Hallo" ohne Handshake ist das kein Problem.

    Lose Kontakte z.B. jemanden etwas fragen, sich in ein ungezwungenes Gespräch einklinken oder so, sind überhaupt kein Problem. "Drohen" dann die Kontakte intensiver zu werden, bin ich auf komische Art und Weise unfähig teilweise wie gelähmt.
    Grad haben wir auch einen Kumpel - den kennen wir relativ neu und haben Anfangs des öffteren was miteinander gemacht. Jetzt legt sich das wieder etwas, weiß nicht ob das ne Phase ist, aber irgendwie sagt er dauernd ab wenn wir ihn fragen. Jetzt gehts halt wieder los. "Haben wir ihn genervt?" "Ist irgendwas geschehen, dass er keine Lust mehr auf uns hat?"

    Ich denke eh dass der Übergang von AD(H)S zu Asperger fließend ist. Dass irgendwas mit mir nicht ganz "normal" ist wusste ich schon im Kindergarten. Irgendwie wars immer anders.
    Heute überlege ich mir, ob ich überhaupt so wie die anderen sein will und vor allem: Was ist überhaupt normal?

    lg Susilein

  2. #12
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 281

    AW: sich ausgegrenzt fühlen...

    In euren "Silvester-Geschichten" habe ich mich auch wieder gefunden. Letztes Jahr war ich auch alleine, weil ich einen Tag vorher für eine Feier abgesagt habe. Es wäre mir einfach zu viel geworden mit den ganzen Menschen und mit der Feier. War dann allein im ganzen Wohnheim in meinem Zimmer und hab YouTube Videos geschaut und mich völlig depressiv und von der Welt abgelöst gefühlt. Um Mitternacht bin ich dann in die Kapelle gegangen und danach hab ich aus dem Fenster das Feuerwerk beobachtet und mich sch***e gefühlt. Im Jahr davor habe ich mich schon sehr früh von der Feier verabschiedet und bin schlafen gegangen... Gerade Silvester soll ja immer so ein Gemeinschafts-Ereignis sein und da "darf" man auf keinen Fall fehlen, weil es ist ja sooooo toll Party zu machen... hab ich nie so verstanden... genau wie Weihnachten, wo dann die ganze Familie aufeinander hockt und sich so wahnsinnig glücklich und selig und gemeinschaftlich fühlen soll...

    Das mit den Themen der anderen ist bei mir auch wie ein roter Faden... hatte noch nie so die selben Interessen wie die anderen in meinem Alter, und wenn doch, dann waren es eben ganz andere Aspekte und eine andere Herangehensweise oder andere Motivationen. Das merke ich jetzt auch im Studium bei Diskussionen in Seminargruppen: Die reiten alle immer so auf Sachen herum, die doch völlig egal und überhaupt nicht interessant sind! Also, aus meiner Perspektive...^^ Und sie sind so frei dabei und locker... Wenn ich mich mal traue, was zu sagen stottere ich immer total rum und verliere mittendrin den Faden... Oder ich schweife mit den Gedanken so weit ab vom Diskussionsgegenstand, höre plötzlich ein Wort, wo es bei mir plötzlich klingelt, "wache auf" und sag was, was meiner Meinung nach dazu passt. Na gut, da ist es dann wahrscheinlich auch kein Wunder, dass die Leute komisch gucken...

    Ach ja... Und das mit dem Körperkontakt: Damit komme ich auch nicht so zu recht: Wann umarmt man wen, oder gibt die Hand? Meistens ist mir beides unangenehm... Aber das kann auch daran liegen, dass ich da so plötzlich und intensiv wahrgenommen werde... bin ja ziemlich schüchtern... In die Augen sehe ich den Leuten eigentlich, vor allem, wenn sie sprechen, wenn ich spreche, meistens nicht. das würde mich zu sehr ablenken, denk ich...
    Geändert von Anitüta (16.10.2014 um 19:29 Uhr)

  3. #13
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: sich ausgegrenzt fühlen...

    Susilein schreibt:
    Einige Züge dessen hab ich schon, aber ich hab mich gestern z.B. total entspannt mit einem mit völlig femdem, deutlich älteren Mann beim Mittagessen unterhalten. Das Gespräch ging zwar von ihm aus, ich hätte mich nicht getraut den beim Essen "zu stören", aber es entwickelte sich relativ schnell eine sympathische Unterhaltung. Hätte ich irgendwas in die Richtig Autismus, wäre das niemals möglich gewesen - denke ich.
    Doch durchaus.
    Es ist nicht unbedingt so, dass Aspies da schon komplett abblocken, ganz und gar nicht.
    Das ist zwar oftmals in der Tat der Fall, kann aber durch Erfahrung kompensiert werden und ist auch vom Gegenüber und dem Gesprächsthema abhängig.

    Susilein schreibt:
    Lose Kontakte z.B. jemanden etwas fragen, sich in ein ungezwungenes Gespräch einklinken oder so, sind überhaupt kein Problem. "Drohen" dann die Kontakte intensiver zu werden, bin ich auf komische Art und Weise unfähig teilweise wie gelähmt.
    DAS ist etwas, das ich schon in die Richtung autistisches Spektrum schieben würde.
    Solange das Ganze nur ein oberflächlicher Kontakt ist, geht das prima, da kann ich sogar an der Kasse mit der Kassiererin einen Scherz machen und ein paar Sätze sprechen, aber tatsächlich ist es auch bei mir so, wenn die Kontakte dann näher zu kommen drohen, gehe ich instinktiv auf Abstand, kann mich da nicht drauf einlassen bin genau wie Du es beschreibst, auf eine komische Art und Weise unfähig und wie gelähmt.


    Susilein schreibt:
    Andererseits trifft das was in dem Wikipedia-Artikel über Asperger-Syndrom unter "Sprache" steht voll und ganz zu - jedes einzelne Wort. Sprechen verzögert gelernt, dann relativ schnell eine Sprache entwickelt "die nicht altersgerecht ist" (Zitat aus Grundschulzeugnis). Auch heute habe ich noch eine Vorliebe für "besondere Wörter". Eins meiner Lieblingswörter ist z.B. "grasieren".
    Auch habe ich große Schwierigkeiten mit Ironie und antworte oft auf rethorische Fragen.

    Aber auch das was du über die Kommunikation und Interaktion bei dir schreibst, das mit den Faktoren, kann ich voll und ganz unterschreiben.

    Auch schaue ich Leuten nicht gern in die Augen - schüttle ich jemandem die Hand wende ich den Blick in der Regel ab und schau auf die Hände. Sage ich nur so zu jemandem "Hallo" ohne Handshake ist das kein Problem.
    Das sind schon Merkmale, die mich ein bisschen in Richtung ASS denken lassen ...
    Klar, für all das kann es auch andere Gründe geben und es wäre falsch, das gleich so in diese Richtung zu interpretieren, dazu müsste man viel mehr wissen und auch mehr Fachkenntis haben, ... aber so im Ansatz würde ich damit zumindest eine ASS nicht gänzlich als unzutreffend vermuten.
    Aber wie gesagt, es gibt genug andere Erklärungen für solche Merkmale.


    Susilein schreibt:
    Ich denke eh dass der Übergang von AD(H)S zu Asperger fließend ist.
    Wenn ich da ein wenig einhaken darf:
    Da es zwei wahrscheinlich unterschiedliche Störungen sind, zumindest ist das der aktuelle stand der Forschung, gibt es da keinen "Übergang" zwischen beiden Störungen.
    Es sind allerdings beides Spektrumsstörungen mit jeweils teilweise sehr ähnlichen Symptomen, das macht es nicht gerade leichter.
    Aber es ist nicht so, dass die eine sozusagen in die andere übergeht.

    Susilein schreibt:
    Dass irgendwas mit mir nicht ganz "normal" ist wusste ich schon im Kindergarten. Irgendwie wars immer anders.
    Heute überlege ich mir, ob ich überhaupt so wie die anderen sein will und vor allem: Was ist überhaupt normal?
    Das lässt sich relativ einfach beantworten .
    Normal ist das, was regelhaft passiert, also üblicherweise, in den allermeisten Fällen.
    Damit erklärt sich auch, dass "Normalität" nicht von irgendwelchen Menschen bestimmt wird, sondern aus Beobachtungen heraus.

    Man beobachtet etwas, egal was das ist, da geht es nicht nur um menschliches Verhalten etc. das gilt auch für die Physik und und und ... und dann kann man sehen, wie es sich verteilt.
    Und am Ende hat man üblicherweise ein "Verteilungsnormal", diese typische Gausß'sche Glockenkurve, die früher auf den 10DM-Scheinen zu sehen war.
    Und im Normbereich sind dann all die Fälle, die z.B. 95% der Beobachtungen ausmachen, während die anderen 5% rechts und links am Rand von der Skala liegen und eutlich von den 95% abweichen.
    Der Begriff "Normal" besitzt übrigens auch keinerlei Bewertung!
    Es ist nur ein Begriff eine Definition, ... letztlich sagt der Begriff nur aus, "dass Häufiges öfter vorkommt, als Seltenes" (das stammt von Eckart v. Hirschhausen)

    Menschen mit hoher Intelligenz sind z.B. genauso außerhalb der Normalverteilung wie Menschen mit niedrigerer Intelligenz.

    Es ist übrigens nicht untypisch für ASS-Betroffene (wie auch für ADS'ler) dass sie selbst sich in dem Bild gar nicht wiederfinden .
    Wie auch, wenn die Selbstwahrnehmung und die kognitive Empathie beeinträchtigt sind .

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: sich ausgegrenzt fühlen...

    Susilein schreibt:
    Über Asperger habe ich mich auch schon informiert, bin aber zu dem Schluß gekommen das das auf mich nicht zutrifft.

    Einige Züge dessen hab ich schon, aber ich hab mich gestern z.B. total entspannt mit einem mit völlig femdem, deutlich älteren Mann beim Mittagessen unterhalten. Das Gespräch ging zwar von ihm aus, ich hätte mich nicht getraut den beim Essen "zu stören", aber es entwickelte sich relativ schnell eine sympathische Unterhaltung. Hätte ich irgendwas in die Richtig Autismus, wäre das niemals möglich gewesen - denke ich.
    So war das bei mir auch. Der Psychiater war anderer Meinung.
    Man ist als "Aspie" ja nicht vollkommen unfähig. Wenn das Thema passt, dann kann ich mich auch mit wildfremden Menschen angenehm unterhalten.
    Das Gespräch liegt ja nicht nur in meiner Hand (dann würde es zwangsläufig entweder in einem Monolog meinerseits oder in Schweigen enden).
    Es gibt auch so Standardgespräche, die kann ich ganz gut, wenn ich Leute kennenlerne. Zum Beispiel mich über Uni unterhalten (welche Kurse hört man etc.).
    Das kann ich noch ganz gut. Schwierig wird es, wenn man eine gemeinsame Basis finden muss, gemeinsame Interessen über die man reden kann (das Thema Uni ist irgendwann mal "ausgelutscht"). Da komme ich dann "ins stocken", keine Ahnung wie ich das beschreiben soll.


    Was Weihnachten betrifft habe ich Glück mit meiner Familie. Da kommen viele schöne Erinnerungen hoch (ich habe seeeehr lange ans Christkind geglaubt, schonmal erwähnt, dass ich unglaublich naiv bin?), es herrscht tatsächlich eine schöne Stimmung an Weihnachten.
    Meine Eltern sind undiagnostiziert, aber meine Mutter ist wahrscheinlich ADSlerin (sagt sie mittlerweile selber), mein Vater sehr sicher ADHSler. Beide haben autistische Züge.
    Ein Bruder zeigt auch einige autistische Züge (nur ist er sehr ruhig, während ich eher viel rede - gerade deswegen fand ich es sehr interessant, als meine Schwägerin irgendwann meinte, dass ich meinem Bruder unglaublich ähnlich sei von der Art her), mein anderen Geschwister zeigen eindeutige ADHS-Züge.
    Eine Familie halt oder: der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Die gehört definitiv auch in meine "Käseglockenwelt". Mit Leuten aus dieser Welt entwickel ich so ein Gemeinschaftsgefühl. Das Gefühl, dazuzugehören.
    Leider ist diese Welt sehr klein und etwa 95% der Menschen gehören nicht dazu. Muss mich mit den restlichen 5% abfinden. Bzw. erstmal muss man die finden, außerhalb meiner Familie hat es bei mir lange gedauert und es gab viele Entäuschungen und gibts immer noch regelmäßig.

    Umarmen tue ich jemanden, wenn ich ihn sehr mag und lange nicht gesehen habe. Dann kann es sogar vorkommen, dass ich die Person regelrecht anspringe.
    Ansonsten schaue ich, was die andere Person tut... von selber umarme ich eigentlich selten jemanden (außer in oben genannter Situation).

    Augenkontakt meide ich generell. Eine von meinen engen Freunden meinte zu mir, Gespräche mit mir wären sehr angenehm, da müsse er nicht auf Augenkontakt achten...
    Es geht nur, wenn ich anderen im Gespräch zuhöre und selber nicht involviert bin.
    Erstmals ist mir das in der Schule aufgefallen, da hatte ich in der Oberstufe erstmals einen Freundeskreis und nach 2 Jahren wusste ich nur die Augenfarbe von zwei Leuten. Hab mich dann gefragt, wieso und da fiel mir auf, dass ich anderen nicht in die Augen schaue. War mir bis dato nicht klar und hab die Erkenntnis auch danach wieder verdrängt, bis mich ein Freund (der, der selber keinen Augenkontakt mag...) vor einem Jahr etwa drauf aufmerksam gemacht hat.

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