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Diskutiere im Thema Depression und Ängste von ADS? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    jkb


    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 11

    Frage Depression und Ängste von ADS?

    Hallo Leute,

    ich habe vor ein paar Wochen einen psychologischen Test gemacht, meine Diagnosen waren:

    Depressive Entwicklung, soziale Phobien, generalisiertes Angstsyndrom, bei selbstunsicherer, depressiver und zwanghafter Persönlichkeit, adoleszente ADS.

    Der Psychologe hat besonders hervorgehoben, dass ich besondere Angst vor Bewährungssituationen habe, was ich sofort unterschreibe. Er hat mir Antidepressiva plus Beruhigungsübungen empfholen. Das ADS sei seiner Meinung nach nur ein Symptom (?). Darauf habe ich mich nicht eingelassen und bin mit dem Testergebnis zu einer Psychiaterin gegangen, die mir im Prinzip das gleiche gesagt hat. Vordergründig sei die Depression, ADS eher unwahrscheinlich oder eher nicht das Problem. Außerdem wäre ADS insofern auch schlimmer, als die Medikamente dafür recht hart sind für den Körper. Sie hat mir Cipralex und Schlafmittel verschrieben, das obwohl ich gesagt habe, dass ich derzeit eigentlich nicht unter schlimmen Depressionen leide, aber sie meinte die Motivationsstörung und die Schlafprobleme (Ein- und Durchschlafprobleme) kämen von der Depression und die Schlafprobleme verstärken die schlechte Konzentration - was ja eigentlich recht schlüssig klingt.

    Was immer wieder kommt, sowohl beim Psychologen, als auch bei der Psychiaterin, ist die Frage ob ich impulsiv bin. Wenn ich das eher mit "nein" beantworte, scheinen sie schnell ADS als das Grundübel auszuschließen. Ich habe dann gefragt, ob denn auch Leute mit ADS (im Gegensatz zu ADHS) immer impulsiv seien, sie meinte, ja, das sind immer schwierige Menschen. (?)

    Meine Frage ist also: Ist Impulsivität eine Grundvoraussetzung? Bei mir ist es eher so, dass ich sehr laut werde, aber nur in bestimmten Situationen, wenn ich mich in die Enge gedrängt fühle, oder wenn mir jemand auf die Nerven geht. Aber es ist nicht so, dass ich täglich Wutausbrüche habe.

    Auch macht mich stutzig, dass viele meiner Diagnosen, klassische Diagnosen bei ADSlern zu sein scheinen. Dazu kommt dann noch, dass ich zb diese Minipaniken kenne (wenn etwas nicht so läuft wie ich mir das vorgestellt habe), mich Reizüberflutungen (zb in Kaufhäusern) manchmal fertig machen, ich viele Ideen habe, ich nie etwas zu Ende bringen kann, schnell die Geduld verliere, mich oft nicht konzentrieren kann, schon immer verträumt war...

    Aber das alles wurde nie erhoben, weder beim Psychologen, noch bei der Psychiaterin.


    Was ist eure Einschätzung dazu?



    Schöne Grüße
    jkb
    Geändert von jkb (14.10.2014 um 22:06 Uhr)

  2. #2
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.211

    AW: Depression und Ängste von ADS?

    Hallo jkb,

    ich bin natürlich in einer anderen Altersklasse als du und meine ADHS-Diagnose habe ich bekommen,
    also (in Deutschland) von Leitlinien noch nicht die Rede war. Es hieß damals, ich habe sehr gute
    Ressourcen und mein Temperament gut im Griff. Bei mir war es etwas, was ich "Grübelkrankheit"
    nannte, also ständiges Gedankenkreisen, oft "neben mir stehen" und vor allem Angst/Panik.

    Ich probierte erst ADs aus und fühlte mich noch schlechter. Mit Methylphenidat, das ich seit
    einer "großen Krise" nehme (ich vermute, altersbedingt war ich am Ende mit meinen Kompensationsstrategien)
    wurde einiges besser, auch die ständige Angst. Trotzdem habe ich noch meine melancholisches Gemüt und
    überlege, mir demnächst mal Elondril verordnen zu lassen, bzw. ich warte gerade auf das Ergebnis
    meiner Blutuntersuchung hinsichtlich Vitamin D. Der Vitamin-D-Mangel ist ja zur Zeit auch so ein
    Thema, wenn es um Antrieb und Laune usw. geht.

    In deinem Fall wäre eine zweite Meinung vielleicht schon sinnvoll. Welches Medikament sollst du denn
    nehmen? Die Aussage, "Medikamente gegen ADHS seien sehr hart für den Körper" zeugt m. E. nicht gerade
    von Sachverstand in Bezug auf ADHS.

    Übrigens heute ist der "Face your fears"-Tag.
    https://www.daysoftheyear.com/days/face-your-fears-day/

    Ich wünsche dir, dass du viele interessante Antworten bekommst.

    LG Gretchen

  3. #3
    jkb


    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Depression und Ängste von ADS?

    Gretchen schreibt:
    Ich probierte erst ADs aus und fühlte mich noch schlechter.
    Bei mir waren die richtig tiefen Depressionen zwar damit weg aber ich fühlte mich NOCH verwirrter.

    Gretchen schreibt:
    ich warte gerade auf das Ergebnis meiner Blutuntersuchung hinsichtlich Vitamin D. Der Vitamin-D-Mangel ist ja zur Zeit auch so ein
    Thema, wenn es um Antrieb und Laune usw. geht.
    Habe ich auch gemacht, mein Wert lag bei 23, ich habe dann richtig richtig viel Vitamin D genommen, danach war mein Wert bei 30 - also gerade und gerade in Ordnung (soweit ich das mitbekommen habe wäre ein Wert zwischen 50 und 60 oder sogar zwischen 60 und 70 gut.) Ich habe aus dem Grund auch mit den ADs aufgehört um zu erfahren ob es mir besser geht - und ich würde sagen JA es geht mir deutlich besser - auch deshalb habe ich ein schlechtes Gefühl wenn ich jetzt wieder damit anfange, was ich heute gemacht habe. Bezüglich Vitamin D kann ich dir also sagen, schrecke nicht vor hohen Dosen zurück, ich nehme derzeit 50.000 IE (IE für Internationale Einheiten, bzw IU für international units, das ist also das gleiche - solltes du darüber etwas lesen) pro Woche, habe aber dazwischen immer wieder zusätzlich 60.000 IE genommen, eben weil der Wert nur von 23 auf 30 ging, ich habe keinen Überblick mehr wieviel es jetzt tatsächlich war, es waren jedenfalls UNMENGEN. Ich kann dir die hier vom Preisleistungsverhältnis empfehlen http://www.vitalabo.at/vitaplex/vita...essig-2000-ie-

    Gretchen schreibt:
    Welches Medikament sollst du denn nehmen?
    Cipralex und Mirtabene zum Schlafen

    Gretchen schreibt:
    Ich wünsche dir, dass du viele interessante Antworten bekommst.
    Vielen Dank!


    Schöne Grüße
    jkb
    Geändert von jkb (14.10.2014 um 23:13 Uhr)

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 409

    AW: Depression und Ängste von ADS?

    Ich kann das nicht verstehen!

    Man sollte auch bei der Vitamin D Einnahme den Überblick behalten.
    "Unmengen" hört sich für mich erschreckend an.

    Eine chronische Überdosierung wird auch nicht ohne Nebenwirkungen bleiben!

  5. #5
    jkb


    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Depression und Ängste von ADS?

    HP_September schreibt:
    Man sollte auch bei der Vitamin D Einnahme den Überblick behalten.
    "Unmengen" hört sich für mich erschreckend an.
    Da haben sie recht, ich war am Anfang auch vorsichtig. Aber wenn das Ziel 50-70 ist und man klettert von 23 auf 30, muss man eben mehr nehmen. Ich muss das eh bald noch einmal testen lassen.

    edit: Das Problem ist einfach, jeder Arzt weiß wie hoch die Werte sein sollten, eben 50-70, aber die Ärzte neigen dazu einem 2000-3000 IE/Tag zu empfehlen, womit man nicht weit kommt.
    Geändert von jkb (15.10.2014 um 15:19 Uhr)

  6. #6
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Depression und Ängste von ADS?

    HP_September schreibt:
    Ich kann das nicht verstehen!

    Man sollte auch bei der Vitamin D Einnahme den Überblick behalten.
    "Unmengen" hört sich für mich erschreckend an.

    Eine chronische Überdosierung wird auch nicht ohne Nebenwirkungen bleiben!
    Huhu HP_September,

    überdosiert bist du erst und dann wirkt Vitamin D toxisch, wenn du bei einem Wert von 400 ng liegst.
    Dafür musst du aber zig Millionen i.E. schlucken. Das ist so gut wie unmöglich. Das macht auch keiner.

    Ich habe einen Wert 30 ng gehabt und mich damit nicht wohl gefühlt. Ausserdem habe ich bereits Osteoporose. Also habe ich die 1.000 i.E., die ich lt. meinem Arzt nehmen sollte, in die Tonne gekloppt und habe mir 10.000 i.E. Vitamin D3 gekauft.

    Habe dann eine Woche lang täglich 100.000 i.E. genommen. Zusammen mit Vitamin K 2.
    Wieder kontrollieren lassen, selbst bezahlt. Mein Wert lag immer noch tief....bei 40 ng.

    Nun habe ich einen Wert, der bei 100 ng liegt. Jeder Arzt meint, er wäre viiiieeeel zu hoch. Tja....meine Osteoporose hat sich aber verbessert, heisst die Knochendichte hat wieder zugenommen.
    Gibt es lt. meinem Arzt nicht.....naja

    Ich gebe dir insofern absolut Recht, wenn jemand so vorgeht, ohne seinen Vitamin D Wert zu kennen. Dann sollte man sich natürlich informieren, am besten eignet sich hier das Buch "Gesund in 7 Tagen".

    Dann auffüllen nach Schema, siehe hier:

    Vitamin D Substituierung

    Und wieder kontrollieren lassen und das regelmässig. Und natürlich schauen, wie es einem dabei geht. Aber ich kenne niemanden, dem es dadurch schlechter geht, ganz im Gegenteil.

    lg Heike

  7. #7
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Depression und Ängste von ADS?

    jkb schreibt:
    edit: Das Problem ist einfach, jeder Arzt weiß wie hoch die Werte sein sollten, eben 50-70, aber die Ärzte neigen dazu einem 2000-3000 IE/Tag zu empfehlen, womit man nicht weit kommt.
    Jeder Arzt, den ich hierzu befragt habe, was die Norm ist, sagte mir zwischen 30 und 60. Und ich hatte ganz zu Beginn meiner allerersten Testung einen Wert von 17 ng !!!!!
    Mit schlimmsten Depris, Tiefs und Stimmungsschwankungen, Heulattacken, Schlafstörungen hoch drei.
    Und bekam 1.000 i.E. verschrieben (auf Privatrezept). Die haben NULL gebracht, da hast du Recht.
    Nach einem Jahr lag mein Wert damit bei 20 ng!!!!

    Niemand kam auf die Idee, diese Dosis und den Wert mal zu erhöhen, damit es mir besser geht. AD's wurden mir noch und nöcher angeboten.
    Seit ich meinen Wert von 100 ng +/- habe, brauche ich keine AD's mehr.

    Nehme zwar noch Elontril 150, das ich gerade von 300 mg reduziert habe, aber ich nehme es nicht wegen Depris, sondern weil ich damit zu Beginn meiner ADHS-Symptomatik und Diagnose begonnen habe statt direkt mit MPH.

    Okay, ich stimme dir also vollkommen zu jkb

    lg Heike

  8. #8
    jkb


    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Depression und Ängste von ADS?

    Heike schreibt:
    Nehme zwar noch Elontril 150
    Ich habe jetzt auch Bupropion (Handelsname Wellbutrin, oder eben Elontril) verschrieben bekommen, nehme derzeit 150, bald dann 300, mal sehen. Ich kann zumindest schlafen jetzt dank Mirtabene, das macht mich aus meiner Sicht deutlich ausdauernder am Tag, aber etwas traurig auch, das ist neu.

    Gretchen schreibt:
    überlege, mir demnächst mal Elondril verordnen zu lassen
    Interessant, das scheint jetzt offenbar stark im Kommen zu sein. Wie gesagt ich nehme das gleiche nur mit anderem Handelsnamen. Zur Wirkung kann ich glaube ich noch nicht so viel sagen. Allerdings klingt das vielversprechend, da es zb keinen Gewöhnungseffekt gibt und relativ wenige Nebenwirkungen hat.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Forum-Beiträge: 176

    AW: Depression und Ängste von ADS?

    Also, ich habe auch Depressionen und bekomme daher ein SSRI, allerdings wird meine Impulsivität unter der depressiven Verstimmung immer schlimmer: ich bin extremst gereizt und kann heftigste Wutausbrüche haben. Da stört mich schon die kleinste Fliege an der Wand. Bin ich ausgeglichen, bin ich zwar auch impulsiv, kann nicht abwarten und rede oft drauflos, bin dabei aber nicht gereizt und eher friedfertig. Unter Depressionen scheine ich eine Paranoia zu entwickeln, so dass ich Menschen schon wegen kleiner Verhaltensfehler Böswilliges unterstelle. (Mein Mann meint, dass ich oft mit meiner Einschätzung richtig liege, dass der andere nicht wirklich lieb zu mir war, aber dass ich in der Intensität meiner Wahrnehmung stark übertreibe.)

    Da ich bei Depressionen alles andere als ruhig bin und nur in der Ecke rumdrösel, sondern extrem unruhig, sehr reizbar und viele Dinge sogar überdramatisiere, meine Wahrnehmung sich so verschiebt, dass kleines Fehlverhalten des Gegenübers mir gegenüber als böswilliger Angriff wahrgenommen wird, wurde mir die Depression nicht geglaubt. Nehme ich jedoch SSRI, dann verbessert sich der Zustand nach ca. einen Monat, bin zwar immer noch reizoffen, aber garnicht mehr aggressiv und sehe die Menschen in einem ganz anderen Licht.

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