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Diskutiere im Thema Alkoholproblematik im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #81
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Alkoholproblematik

    Ich bin der Meinung, dass die Aussage von Trine dennoch sachlich richtig ist. Fürwahr handelt es sich bei der Arneimittelrichtlinie, wie der Name schon sagt, um eine Kann-Bestimmung und nicht um ein Gesetz.

    Allerdings steht in § 2 der Arzneimittelrichtlinie, dass mit dieser Richtlinie der gesetzlichen Pflicht des SGB V (die Paragrafen sind dort alle aufgelistet) genüge leistet. Somit hat diese Richtlinie einen Gesetzescharakter. Selbst eine DIN-Norm kann Gesetzescharakter besitzen, wenn in irgendeinem Gesetz steht, dass es Texte gibt, die diese und jene Vorgehensweise detailliert beschreibt.

    Also ist ein Arzt verpflichtet, darauf zu achten, dass der Patient, dem er BtM verschreibt, auch an einer Therapie teilnimmt. Ansonsten darf er diesem keine Medikamente mehr verschreiben (mein Arzt achtet akribisch auf die Einhaltung dieser Bestimmung, weil er juristische Ressentiments befürchtet).

    - - - - - - - - - - Beiträge zusammengeführt (< 3 Minuten Zeitunterschied) - - - - - - - - - -

    Lysander schreibt:
    Im Umkehrschluss hieße eine gesetzliche Vorschrift, dass sich Ärzte, die Stimulanzien verschreiben ohne darauf zu achten, dass der Patient eine begleitende Therapie macht, sich "strafbar" machten.
    Sie machen sich strafbar. Mein Arzt hat bereits Ärger bekommen und würde die weitere Behandlung verweigern, wenn ich nicht schnellstens eine Therapiestelle suche.

  2. #82
    Lysander

    Gast

    AW: Alkoholproblematik

    In einer Veröffentlichung der Bundesärztekammer steht aber, dass "die Psychotherapie [..] mit einer Pharmakotherapie kombiniert werden" sollte. Es steht da nichts von "muss" oder einer zwingenden Notwendigkeit. Es steht da etwas von "Behandlungsoptionen" im Zusammenhang mit Medikamenten und Psychotherapien.

    Bundesärztekammer - 7. ADHS im Erwachsenenalter

    Das finde ich sehr verwirrend. Denn eine Gesetzmäßigkeit würde ja bedeuten, dass sich auch ein Patient, der keine Psychotherapie macht, wohl aber MPH u.a. Medikamente verschrieben bekommt, sich strafbar machen würde?!
    Steintor, nicht falsch verstehen.... ich stelle Deine Aussage nicht in Frage

  3. #83
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Alkoholproblematik

    Nein, strafbar macht sich kein Arzt, der Stimulanzeien verschreibt, wenn die für die Verordnung notwendige Erkrankung vorliegt. Die Strafbarkeit leitet sich ausschließlich aus den Vorschriften zu den BTM her.

    Es kann aber sein, dass ein niedergelassener Arzt, der auf Kassenrezept Stimulanzien verordnet, und nicht dokumentiert, warum zu welchem Zeitpunkt der Behandlung welche zusätzliche Therapie geplant ist, von der Krankenkasse der Patienten in Regress genommen wird. Er muss dann die Kosten für das verordnete Medikament an die gesetzliche Krankenversicherung zurückerstatten. Viele Ärzte empfinden einen Regress als Strafe. Dies ist aber nicht eine Strafe oder Strafbarkeit im strafrechtlichen Sinne.

    Verschreiben niedergelassene Ärzte häufig Medikamente, ohne dabei die vertraglichen Verpflichtungen mit der kassenärztlichen Vereinigung (KV) zu beachten, kann es sein, dass die KV aus der Verletzung der vertraglichen Pflichten als Kassenarzt Disziplinarverfahren einleitet. Das hat unter Umständen Konsequenzen für den Arzt, was seine Tätigkeit als Kassenarzt angeht, aber hat keine Konsequenzen für ihn als Arzt bezüglich seiner Approbation.

    Das Ganze ist rechtlich sehr kompliziert und auch nicht mit wenigen Sätzen zu erklären, weil das ins tiefste Kassenarzt-Vertragsrecht geht. Für uns als Patienten ist das eigentlich nicht wichtig, weil wir lediglich wissen müssen, dass wir ein BTM-Rezept innerhalb von 7 Tagen einlösen müssen, egal ob als Privat- oder als Kassenrezept.

  4. #84
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Alkoholproblematik

    Trine schreibt:
    Die Strafbarkeit leitet sich ausschließlich aus den Vorschriften zu den BTM her.[...]
    Verschreiben niedergelassene Ärzte häufig Medikamente, ohne dabei die vertraglichen Verpflichtungen mit der kassenärztlichen Vereinigung (KV) zu beachten, kann es sein, dass die KV aus der Verletzung der vertraglichen Pflichten als Kassenarzt Disziplinarverfahren einleitet.
    Das BtMG ist hier ohne Belang. Natürlich müssen die Gesetze im BtMG beim Verschreiben von BtMs beachtet werden.

    Ich beziehe mich auf das SGB V, indem steht, dass die Richtlinien beachtet werden müssen. Und Du schreibst ja selbst, dass der Arzt, der gegen das SGB verstößt, mit Disziplinarverfahren rechnen muss, die wiederum auf Gesetzen basieren. Er muss nämlich Strafgebühren bezahlen, die nur ein Richter verhängen kann, der einen Verstoß gegen ein Gesetz festgestellt hat.

  5. #85
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Alkoholproblematik

    Lysander schreibt:
    Das finde ich sehr verwirrend. Denn eine Gesetzmäßigkeit würde ja bedeuten, dass sich auch ein Patient, der keine Psychotherapie macht, wohl aber MPH u.a. Medikamente verschrieben bekommt, sich strafbar machen würde?!
    Steintor, nicht falsch verstehen.... ich stelle Deine Aussage nicht in Frage
    Sollte ich eine falsche Aussage machen, kannst Du sie natürlich widerlegen.

    Das "sollte" habe ich jetzt (mal wieder) überlesen. Ist aber klar, dass in einer Richtlinie kein "müssen" stehen kann, denn sonst wäre es ja eine Verordnung. Ich beziehe mich auf die Aussagen meines Arztes, der von "müssen" geredet hat. Leider habe ich ihn noch nicht zu einem Gespräch bewegen können, in dem der das betreffende Gesetz nennen würde. er hat selbst bisher das o.g. Paper zitiert (in dem nun "sollten" steht).

    Ich werde mir mal das SGB V zu Gemüte ziehen. Wenn dort steht, dass die Richtlinie beachtet werden muss, dass gilt das "Müssen" im Gesetz. Dieses gesetzliche Müssen hebt das "Sollen" der Richtlinie auf und wandelt es in "müssen" um.

    (Ich habe mich jahrelang beruflich mit diesem müssen-sollen beschäftigt, aber in anderem Zusammenhang, u.a. in Hygienefragen. Und wehe, ich habe so ein "sollen" übersehen, dann gab es Chefmecker)
    Geändert von Steintor (17.03.2014 um 13:46 Uhr)

  6. #86


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.809
    Blog-Einträge: 40

    AW: Alkoholproblematik

    Hallo.

    Der Bezug mit dem SGB besteht ausschließlich in der Form, dass die reguläre Kostenübernahme der gesetzlichen Kassen an den Beschluss gebunden ist.

    Um nichts anderes geht es im Beschluss des GBA.

    Werden die im Beschluss formulierten Richtlinien durch einen Arzt nicht eingehalten, so besteht auch keine Leistungspflicht der gesetzlichen Kassen in Bezug auf die Übernahme der Kosten für eine Stimulanzienbehandlung.

    Faktisch setzt sich der behandelnde Arzt also dem Risiko entsprechender nachfolgender Regressforderungen seitens der gesetzlichen Kassen aus, wenn er die Richtlinien nicht beachtet oder den Therapieverlauf nicht ausreichend dokumentiert.

    Das ist aber weder strafrechtlich relevant, noch gilt es für Versicherte privater Kassen oder Selbstzahler.

    Und der Beschluss betrifft auch nur Stimulanzienpräparate, die für eine Behandlung bei Erwachsenen zugelassen sind, was aktuell nur bei Medikinet adult der Fall ist.







    LG,
    Alex

  7. #87
    Lysander

    Gast

    AW: Alkoholproblematik

    Steintor, es geht gar nicht um Widerlegung. Ich deshalb ja den Fragecharakter gewählt. Ich habe halt mal gelernt, dass Richtlinien Verwaltungsvorschriften sind.

  8. #88
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Alkoholproblematik

    SGB V bezieht sich nur auf das Kassenarztrecht, also auf alles, was kassenzugelassene niedergelassene Ärzte als Kassenarzt machen. In dem Moment, in dem ein Privatrezept ausgestellt wird, ist das strenggenommen keine kassenärztliche Leistung mehr und hat dadurch keine kassenrechtlichen Konsequenzen. Natürlich müssen Ärzte, wenn sie als Kassenarzt tätig werden, die für Kassenärzte geltenden Richtlinien und Verordnungen beachten. Aber der niedergelassene Arzt mit Kassensitz ist eine Art "Zwitterwesen": nicht alles was er tut, tut er für die gesetzlichen Krankenversicherungen, er arbeitet auch als Arzt, wenn er Behandlungen und Verordnungen vornimmt, die die gesetzlichen Kassen nicht vorsehen. Das fängt bei individuellen Gesundheitsleistungen(IGeL) und hört bei Verordnungen auf Privatrezept auf.

    Richtlinine sind Verwaltungsvorschirften, die die Kassenärzte aufgrund des mit der KV geschlossenen Vertrags über den Kassensitz als für sie während der Erbringung der kassenärztlichen Leistung anerkennen. Sie gelten dann nicht, wenn die Ärzte ärztliche Leistungen außerhalb des Kassenarztrechts erbringen.

  9. #89
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.859

    AW: Alkoholproblematik

    Ich beziehe mich auch ausschließlich auf Kassenärzte. Privatärzte müssen lediglich die Menschenrechte beachten.

    Ich habe ohnehin meinem Arzt versprochen, meine Krankenkasse anzurufen. Zwar wollte ich anrufen, ob ich unbedingt eine VT machen müsse, oder ob eine Gesprächstherapie, die ich zur Zeit mache, ausreicht. Ich werde gleich fragen, was mit dem Arzt passiert, wenn ich an keiner Therapie teilnehmen würde.

    Mein Arzt würde, wie ich oben bereits schrieb, die weitere Behandlung ablehnen. Er sagte, dass er Angst vor Strafe hätte.
    Geändert von Steintor (17.03.2014 um 14:26 Uhr)

  10. #90
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Alkoholproblematik

    Meine Ärztin hätte sicher keine Angst vor "Strafe", nur vor ausbleibendem Behandlungserfolg...

    So lange Therapeuten mit Ahnung absolute Mangelware sind ist diese Forderung als Pflicht eh absolut weltfremd: Viele sind nicht in Therapie weil sie keinen Therapeuten bzw Therapieplatz finden, nicht weil sie nicht wollen. Dafür kann dann doch der Psychiater nix.


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    Gesendet von meinem Telefon ... was die heute können ...

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