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Diskutiere im Thema Hoffnungslosigkeit im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 20

    Hoffnungslosigkeit

    Es gibt Tage, da schimmert ein kleiner Hoffnungsschein ins trübe Leben.
    Man denkt sich: "Hey, das wird schon, warte einfach bis du jenes oder dieses machen kannst (z.B. eine Reha) und dann wird das schon."
    Vielleicht belügt man sich auch selbst, damit man sich besser fühlen kann. Durchaus eine Möglichkeit, ist aber dann ja nicht so schlimm, denn man
    fühlt sich ja gut und wer sich gut fühlt hat gute Gedanken. Mittlerweile sehe ich auch einen "neutralen Zustand" schon als "gut" an.

    Dann gibt es Tage... triste und graue Tage als wenn die Welt untergeht. Düster setzt sich der dunkle Schatten über mich und hüllt mich ein.
    Der Hoffnungsschimmer verschwindet und es gibt nichts was mich schützt, mich mit den Emotionen und die dadurch entstehenden Gedanken auseinanderzusetzen.
    Jene sind genauso trist und grau. Völlige Hoffnungslosigkeit. Ganz schlimm ist es, wenn ich eine Tasse Kaffee zu viel trinke. Innere Getriebenheit.
    Als wenn etwas aus mir herausbrechen möchte, aber statt das zu tun wirbelt es umher und ich kann es einfach nicht anders als "depressiv" beschreiben.

    Meine Gefühlswelt bestimmt sehr stark meine Gedanken. Kann ich mein jetziges Gefühl nicht beschreiben, irre ich eher planlos umher, verheddere mich
    in Belanglosigkeiten und suhle mich in diesem Chaos. Gedankenkarussel mit einer Mischung Geisterbahn. Ängste kommen zum Vorschein.
    Manchmal auch etwas Trauer, aber hauptsächlich ist es einfach Hoffnungslosigkeit die alles überlagert und mich total demotiviert fragen lassen:
    "Wird man mir jemals helfen können?" - Ich sehe es einfach nicht, ich bin so verdammt stur und sowieso klingt alles so banal und logisch. Leute
    die dir sagen, dass du dir nicht so viele Gedanken machen sollst. Sehr witzig, als wenn ich die Macht über meine Gedanken habe.
    "Man muss sich auch mal zusammenreißen und in den sauren Apfel beißen." - Mir schmeckt der bescheuerte Apfel aber nicht mehr, mir wird davon nur noch schlecht.

    Die Vorstellung davon, was für "Tipps" mir ein Therapeut geben könnte, so dass es bei mir Klick macht... Ich sehe es nicht. Es wäre doch schon längst passiert
    in all diesen Jahren, wenn es so verdammt einfach wäre. Ich sehe mich einfach nicht nochmal die Schulbank drücken, um vllt das machen zu können was ich im Entferntesten Sinne vielleicht machen wollen würde, mir gleichzeitig dann aber auch unsicher bin ob es richtig ist, ob ich es durchhalte und und und.
    Morgens das pünktliche Aufstehen, motiviert auf der Arbeit zu sein und mich mit dem ungeheuren Stress auseinandersetzen mich in das soziale Chaos zu stürzen.
    Angst davor, alleine zu sein und nicht mehr die Hilfe und Nähe der Familie zu haben, wenn ich umziehe. Trauer dann z.B. nicht mehr meine Mutter in der Nähe wohnen zu haben,die im Notfall vllt doch mal einkaufen kann, wenn es gar nicht mehr geht.

    Total auf mich allein gestellt sein. Mit diesem Druck von außen, mit den ständigen Bildern im Kopf was in der Menschheit alles schief läuft. Nachrichten
    über Großstädte in denen Bandenkriege und Morde passieren und man sich nur tagsüber auf die Straße trauen kann und nicht mal da kann man sich 100%
    sein. Wenn ich jetzt nicht aufhöre zu schreiben, wird es einfach zu viel. Es hört auch nie auf, ich finde immer etwas neues. Man sagt mir etwas und ich habe 1000 Argumente, warum das nicht so gut ist, dagegen. Totale Selbstzweifel, fehlendes Vertrauen in mich und vorallem in andere. Ich fühle mich alleine, möchte
    aber auch nicht unbedingt "irgendwelche" Menschen um mich herum haben. Und Familiennähe will ich auch nicht zu viel.

    Dieses Jahresende ist es besonders hart. Ich war vier Jahre in einer Beziehung, die gar nicht mal so gesund war. Aber das will ich nicht wahrhaben.
    Mir fehlt das Ungezwungene. Sich in den Arm nehmen zu können und die Gewissheit, dass man ja jemanden hat, der einen liebt. Ob das was sie
    fühlte mit all ihren Problemen (Würde schon so Borderline bei ihr vermuten - bei mir manchmal allerdings auch - auch wenn so Ritzen oder sowas nie ein Ding war.)
    überhaupt wirkliche Liebe war. Vermutlich nicht, denn ging es mal nicht so wie der andere wollte, gab es Krach und eine Trennung. Man konnte nicht miteinander und nicht ohneeinander, man war abhängig voneinander wie von einer Droge, bis sie dann wieder zurückgezogen ist zu ihrer Familie. Lange Story, egal.
    Auf jedenfall gab es viel Gehopse in andere Betten und ähnliche Scherze und ich muss irgendwie ja drauf gestanden haben, wenn man schlecht behandelt wurde.

    Sie aber wohl auch. Man konnte nie zueinanderfinden. Wenn man sich sicher war, dass man jenes möchte, wollte sie am nächsten Tag schon wieder etwas völlig anderes.
    Und mit mir genauso. Trotzdem hatte man jemanden wo man sich irgendwie wohl fühlte, weil man sich in vielen Situationen auch mal echt gut verstanden hat.
    Naja und das ganze ging halt natürlich mit Krach auseinander als sie dann zurück ist und sie hat da jetzt wieder ihr neues Leben aufgebaut, mit ihrer Familie hat auch einen neuen Freund, und und und. Ob das alles ganz so toll ist, vage ich zu bezweifeln aber naja. Sie hat ihre Ablenkung. Sie ist mir gegenüber im Vorteil, denn
    sie konnte kalt abschließen und etwas neues finden und aufbauen. Naja, sie war nach allem was nach mir kam auch nicht wirklich wählerisch.
    Da wird genommen was glitzert und für mich kommt das nicht in die Tüte.

    Mir fehlt jemand mit dem ich viel durchgemacht habe oder wo man sich über Jahre kennt und wo der Kontakt halt noch da ist, und wo man füreinander da ist.
    Es war halt mein Antidepressivum aber es wurde dann wohl alles zu anstrengend. Nun ist diese Leere in mir halt noch viel größer, weil
    meine Ausgangslage halt sehr beschissen ist. Ich will und KANN mich nicht in etwas neues stürzen, dazu ist mein Leben viel zu sehr Baustelle
    und dieses ganze Wissen zieht nur noch mehr herunter, wenn man sich seiner Fehler bewusst ist, und man sich halt viel in der Vergangenheit verbaut hat.
    Ich bin momentan nicht mal mehr mobil und wäre auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen wenn ich irgendwo anders wäre. Horrorvorstellung.
    Nervt mich schon in bekannten Gebieten diese zu nutzen aber dann auch noch in fremden Städten die womöglich sogar noch riesig sind?
    Total alleine ohne das man seinen Partner bei sich hat? Im Moment eine unvorstellbare Qual.

    Wie gesagt, dieses Jahr ist es schwer. Ich sehe mich selbst als hoffnungslosen Fall, der nie einen Fuß irgendwo hinsetzen kann, wo ich es gerne hätte.
    Und wie gesagt, ich bin stur. Ich will schon arbeiten (noch lieber aber auch gar nicht um all den Anforderungen und dem Druck aus dem Weg zu gehen), ich will aber auch nicht Koch werden oder so. Da sind mir viel zu viele negative Emotionen bei den meisten Berufen vorhanden. Viel zu viele Bilder wo ich mir denke "Neee." - alleine schon wenn ich zuhause das Kochen hasse, will ich doch nicht noch einen Beruf darausmachen. Koch ist nur ein Beispiel, das geht mir mit anderen Berufen genauso.
    Naja ihr merkt schon, es wird mal wieder sehr viel aber dafür gab es auch einen großen Einblick in meine momentane Gefühlsküche die nach verbranntem Essen stinkt.
    Nun werfe ich das Essen wohl erstmal in den Müll und hungere mich ins Neujahr. Der Januar wird übrigens trist... und grau...

    Btw. dieses Mal kein Korrekturlesen. Diese Reflektion fühlt sich nicht gut an.

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 10.928

    AW: Hoffnungslosigkeit

    liebe lemon


    ich kann im moment leider deinen text nicht ganz lesen,was nicht an deinem text liegt,sondern einfach an mir


    das was ich jedoch lese,erinnert mich an mich
    und an zeiten,wenn mein leben aus dem gleichgewicht gerät und vor allem an zeiten vor meiner therapie

    dort hab ich gelernt ,wie ich damit umgehe wenn meine gedanken mich überrennen


    ich weiß auch nicht so recht ob du antwort willst oder einfach nur schreiben möchtest


    mir war nur wichtig ,dir hier zu schreiben und dir zu sagen ,dass du nicht alleine bist

    alles gute und liebe für dich
    Geändert von Butterblume (31.12.2013 um 20:19 Uhr) Grund: wortaustausch

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Hoffnungslosigkeit

    Ja. Danke.

    Weiß auch nicht... bisschen jammern und in den negativen Gefühlen suhlen ist schon ganz okay.
    Es geht im Moment wieder etwas besser, lenke mich gerade so ein bisschen ab und zu meiner eigenen Verblüffung klappt es heute auch ganz gut.

    Ich sehe es nur einfach nicht vor mir. Ich sehe nicht wo ich in 10 Jahren stehe. Ich sehe nicht, dass es mir in 10 Jahren deutlich besser gehen könnte.
    Das was ich sehe, sind nur die Hürden, die unüberwindbar scheinen.

    Untherapierbar werfe ich mal jetzt so in den Raum.
    Ich möchte nicht in irgendwelchen Werkstätten verenden und Vogelhäuser oder sowas zusammenhämmern
    weil nichts anderes geht. ^^

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.275

    AW: Hoffnungslosigkeit

    lemon schreibt:
    Ich sehe es nur einfach nicht vor mir. Ich sehe nicht wo ich in 10 Jahren stehe. Ich sehe nicht, dass es mir in 10 Jahren deutlich besser gehen könnte.
    Das was ich sehe, sind nur die Hürden, die unüberwindbar scheinen.
    Mhm, das kenne ich...

  5. #5
    ellipirelli

    Gast

    AW: Hoffnungslosigkeit

    lemon schreibt:
    Der Januar wird übrigens trist... und grau...

    keine voreiligen Prophezeiungen------- hier scheint zb seit ner Stunde die Sonne und es ist wunderschön...
    Was ich meine: zieh dich nicht selbst mit lauter negativen "Annahmen" (gilt für vieles in deinem Text, nicht nur das Wetter) runter-----> siehe: selffulfilling prophecies...

  6. #6
    AlteEiche

    Gast

    AW: Hoffnungslosigkeit

    Hallo! Ich lese deine Erklärungen im moment kann ich nicht genau alles lesen, meine Auffassung ist nicht so gut. Aber ein Teil möchte ich schon mal kommentieren. Vielleicht ist das auch stellvertretend der Kernpunkt.

    Ich selbst bin ja auch ADS Betroffen und hatte wirklich einige weitere gesundheitliche Tiefschläge, zermürbende Lebenserfahrungen und vieles mehr. Panikattacken, Phobien, auch Angstzustände, paranoide Episoden, Psychosen und Enttäuschungen zwischenmenschlicher Natur in vielen Facetten. Vor allem die Feinfühligkeit, die Hypersensibilität, gekoppelt an die emotionale Dysfunktionen und Regulationsprobleme machen es so schwer. Aussenstehende verstehen das meistens nicht.

    Ich kann jedenfalls vieles verstehen, nicht nur aber auch weil ich vieles eben selbst erlebt habe. Manches ist besser einiges nicht so gut verarbeitet. Viele diffusen Probleme sind überwunden, manches steht noch zur Abarbeit an.

    Meine Gefühlswelt bestimmt sehr stark meine Gedanken. Kann ich mein jetziges Gefühl nicht beschreiben, irre ich eher planlos umher, verheddere mich
    in Belanglosigkeiten und suhle mich in diesem Chaos. Gedankenkarussel mit einer Mischung Geisterbahn. Ängste kommen zum Vorschein.
    Ja, das kennen die meisten hier wohl. Vielleicht hilft dir wenn ich dir erkläre das da oft Illusionen von Ängsten (irreal nie vorhanden, haben keine Grundlage) oder auch Projektionen (in Bildnisse übertragene / transformierte Ängste und Befürchtungen, oft schrecklich schockierende Konstruktionen unseres wirren manchmal etwas wahnsinnigen Verstandes).

    DIese Illusionen kommen davon, das wir unseren Geist nicht zur Ruhe bringen können. Es ist wie bei einem Menschen, der in Isolationshaft gefangen ist: Das Gehirn kann nicht anders. Wenn es keinen Punkt zur Fokussierung hat, keine Reize bekommt oder eben überreizt ist, dann konstruiert das Gehirn seine Beschäftigung selbst! Es werden mehr oder minder zufällige Dinge assoziiert, die dann vor unserem geistigen Auge auftauchen - Das ist ein ganz normaler Vorgang und ADSler scheinen wenn sie mit ihrer Aufmerksamkeit nicht wissen wohin, oder die überreizte Verarbeitung gerade nicht funktioniert, damit häufiger konfrontiert zu sein. Das wäre wie ein TV Apparat, der einen Wackelkontakt hat und ständig zappt! So verhalten wir uns ja oft sogar und machen im Grunde genau dasselbe bewußt, weil wir uns wieder mal auf nix fokussieren können.
    Wird dir klar wie das Zusammenhängt? Das ist ein Element unserer ADS. Was kann man machen?

    Mir hilft es durch Audioreize also Musik, Naturklänge oder andere minimalistische Musik oder Vorträge, manchmal durch Bewegung, oft (leider) durch Essen das zu regulieren.

    Die Reize der Töne müssen vom Gehirn verarbeitet werden, wenn sie da sind. Das braucht viel weniger kapazitäten als sich wirklich auf etwas zu konzentrieren. Entweder hören wir diese Klänge ganz bewußt, oder aber wir lauschen den Klängen unbewußt, das Gehirn muss das rausfiltern. In beiden Fällen ist das Gehirn etwas beschäftigt und "zappt" weniger oder gar nicht mehr herum.

    Ist doch einen Versuch wert?

    Das andere, diese Projektionen kann man nicht immer so einfach klären. Dafür sind eventuell Psychotherapie oder allgemein auch Gespräche mit Vertrauten Personen nötig, die sich auch darauf einlassen können und vielleicht mit diesen Bildern etwas anfangen können, die emotionale Botschaft im Bild verstehen (das kann man auch lernen). Diese Bilder sind wie Gleichungen, Gleichnisse in denen deine Ängste sich zu externalisieren versuchen, also eine Projektionsfläche suchen. Das ist ein "Selbstverteidigungs"Proze ss, den deine Psyche damit versucht. Wenn deine Ängste nicht mehr IN dir sind, sondern du sie auslagerst, nach aussen projizierst, dann ist für deine Psyche die Bedrohung kleiner geworden, weil das NIcht-Dingliche dann ein Ding zu sein scheint, das du bekämpfen kannst.

    So entstehen im übrigen Phobien ganz allgemein.

    Es ist nicht einfach diese Zusammenhänge zu akzeptieren, vielleicht ist es auch nicht so leicht diese Dinge zu begreifen.

    Wenn du es aber verstehst, dann kannst du verstehen was gerade in dir Abläuft: Im Grunde versucht deine Psyche deine emotionalen Konflikte zu verarbeiten, das können wir ADSler aber nicht sehr gut,deshalb schaukelt sich das ständig auf bis wir diese ganzen Bilderflut haben. Lösen wir aber die zugrunde liegenden Konflikte auf (das ist nicht so einfach und nicht mit Konfrontationstherapie alleine erreichbar, die ja letztlich nur versucht durch Desensibilisierung die irrationalen Objektbezüge aufzulösen aber den zu Grunde liegenden Konflikt vielleicht übersieht.

    Naja alles schwieirg, ich weiß nicht ich möchte dir diese Informationen geben damit du dir etwas helfen kannst. Denn mit einer Sache hast du leider zum Teil Recht


    Manchmal auch etwas Trauer, aber hauptsächlich ist es einfach Hoffnungslosigkeit die alles überlagert und mich total demotiviert fragen lassen:
    "Wird man mir jemals helfen können?" - Ich sehe es einfach nicht, ich bin so verdammt stur und sowieso klingt alles so banal und logisch. Leute
    die dir sagen, dass du dir nicht so viele Gedanken machen sollst. Sehr witzig, als wenn ich die Macht über meine Gedanken habe.
    "Man muss sich auch mal zusammenreißen und in den sauren Apfel beißen." - Mir schmeckt der bescheuerte Apfel aber nicht mehr, mir wird davon nur noch schlecht.

    Ein bischen, aber nicht komplett, sind wir auf uns alleine gestellt. Und die Sturheit mit der wir uns festbeißen und die Dinge nicht akzeptieren wollen, unser Leben meistern wollen, uns nur bedingt helfen lassen wollen aber sofort auf die Barrikaden gehen wenn uns jemand zu entmündigen versucht, das alles zeigt doch das wir eigentlich nichts anderes wollen als die Verantwortung für uns Selbst übernehmen. Wir wollen das alles selbst lösen, wir wollen daran wachsen und diese Dinge lernen und verstehen. Leider fehlt uns zu oft die Anleitung dafür.

    Aber weißt du, es gibt einen Vorteil wenn man die Verantwortung für sich selbst nicht abgibt: Man hat Hoffnung. Denn wenn DU nicht aufhörst weiter zu machen, wenn du immer weiter dich drehst und sei es nur im Kreis, sei es nur das du immer wieder vor die Wand läufst, wie ich das bald 20 Jahre machte, wenn du immer weiter und weiter machst - Dann ist deine Hoffnung noch am Leben das du die Lösungen findest.
    Die Lösungen können heißen oft nicht das man voller Leistungskraft strotzend die Welt erobert. Oft sind es kleinere Dinge. Sich Hilfe holen. Kompetente Leute nerven, bis sie sich Zeit nehmen. Aber auch selbst suchen nach Lösungen. Über Hilfestellungen nachdenken und auch sich selbst hinterfragen. Bin ich auf dem richtigen weg? Hat meine Sturheit noch einen Sinn? Bin ich einfach zu arrogant oder zu ängstlich zu stolz um Hilfe anzunehmen? Bin ich nicht doch zu empfindlich? Müsste ich nicht schwermütig meinen Mitmenschen vergeben, die mich immer so scheiße behandeln? Ich bin doch empfindlich und neige zum Übertreiben? Kann es sein das gar nicht ALLE so ätzend sind, sondern nur bestimmte Leute?

    Offen für diese Reflektion, offen für Veränderungen.

    Und das ist meiner Auffassung nach unser größtes Problem. Unsere Veränderungen sind langjährige einschleichende Veränderungen. Wir sind meist nicht einfach so durch Selbststeuerung in der Lage Dinge einfach zu verändern, schon gar nicht gegen unseren Willen und Überzeugungen. Aber was wir mache.n können, wir können unsere Überzeugungen verändern. Wenn wir zum beispiel überzeugt sind, das alles Hoffnungslos ist, beschneiden wir uns selbst. Wenn wir im Hinterkopf behalten, das solange wir atmen unsere Hoffnung nicht sterben kann, weil Hoffnung eine Art Kreislauf durch Entwicklungs- und Veränderungsprozesse im Leben ist, genau wie der Blutkreislauf selbst! Solange wir nur einen Atemzug röchelnd hinbekommen lebt die Hoffnung weil wir leben!

    Überzeugungen verändern ist ein Prozess und bis sich unsere erneuerten Überzeugungen so eingebrandt haben in unsere neuronalen Netze, das sie unser Verhalten schon steuern, bevor wir mit dem Denken anfangen und sogar der Impulsivität ein Schnippchen schlagen können, dauert es wirklich lange.

    Aber Hey, das ist nicht das Problem oder? Langsame Veränderung ist auch eine Veränderung und die Möglichkeit der künftigen Veränderung ist die Quelle aus der die Hoffnung auf bessere Tage ihre Daseinsberechtigung hat!



    Alles Gute Lemon!

  7. #7
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Hoffnungslosigkeit

    Hallo Lemon,

    Dein Text hat mich ein wenig an mich erinnert, als ich so alt war, wie Du. Ich zerreiße ihn mal ein wenig und zitiere Passagen, die mir irgendwie aufgefallen sind.

    lemon schreibt:
    "Hey, das wird schon, warte einfach bis du jenes oder dieses machen kannst (z.B. eine Reha) und dann wird das schon."[...]
    Reha, die Dir helfen soll. Du solltest Dir helfen. Die Anderen unterstützen Dich dabei.
    Die Vorstellung davon, was für "Tipps" mir ein Therapeut geben könnte, so dass es bei mir Klick macht... Ich sehe es nicht. Es wäre doch schon längst passiert[...]
    Wieder Andere.

    Angst davor, alleine zu sein und nicht mehr die Hilfe und Nähe der Familie zu haben, wenn ich umziehe. Trauer dann z.B. nicht mehr meine Mutter in der Nähe wohnen zu haben,die im Notfall vllt doch mal einkaufen kann, wenn es gar nicht mehr geht.[...]
    Andere
    Sie [die Exfreundin] ist mir gegenüber im Vorteil, denn sie konnte kalt abschließen und etwas neues finden und aufbauen. Naja, sie war nach allem was nach mir kam auch nicht wirklich wählerisch. Da wird genommen was glitzert und für mich kommt das nicht in die Tüte. [...]
    Na und? Lass sie doch. Sie ist Vergangenheit. Vergleiche Dich nicht mit ihren neuen Lovern. Du bist die wichtige Person, nicht ihr neuer Lover.

    Mir fehlt jemand mit dem ich viel durchgemacht habe oder wo man sich über Jahre kennt und wo der Kontakt halt noch da ist, und wo man füreinander da ist.
    Du solltest lernen, für Dich selbst da zu sein. Dich selbst zu lieben. Bevor Du Dich nicht selbst lieben kannst, wirst Du auch keine Anderen lieben können. Du würdest immer von Anderen abhängig sein und schnell zu deren Opfer werden. Du bist stark. Das solltest Du beherzigen.
    Mir drängt sich eine Frage auf:

    Was würde Dir denn Freude bereiten?

    Und: wie könntest Du das, was Dir Freude bereitet, ohne Hilfe von Anderen, realisieren?

    Mich würde auch mal interessieren, was Du für gute Eigenschaften hast. Würdest Du mir 5 gute Eigenschaften von Dir nennen?
    Geändert von Steintor ( 1.01.2014 um 17:25 Uhr)

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Hoffnungslosigkeit

    ellipirelli schreibt:
    keine voreiligen Prophezeiungen------- hier scheint zb seit ner Stunde die Sonne und es ist wunderschön...
    Was ich meine: zieh dich nicht selbst mit lauter negativen "Annahmen" (gilt für vieles in deinem Text, nicht nur das Wetter) runter-----> siehe: selffulfilling prophecies...

    Vollkommen richtig. Hier hat sich die Sonne auch gezeigt. Ein Versuch des Wettergottes sich über mich lustig zu machen.
    Ganz so schlimm war es dann ja doch nicht, aber es sind sind die Assoziationen die wie Geistesblitze in den Kopf schießen. Januar = grau.

    AlteEiche schreibt:
    Hallo! Ich lese deine Erklärungen im moment kann ich nicht genau alles lesen, meine Auffassung ist nicht so gut. Aber ein Teil möchte ich schon mal kommentieren. Vielleicht ist das auch stellvertretend der Kernpunkt.

    Ich selbst bin ja auch ADS Betroffen und hatte wirklich einige weitere gesundheitliche Tiefschläge, zermürbende Lebenserfahrungen und vieles mehr. Panikattacken, Phobien, auch Angstzustände, paranoide Episoden, Psychosen und Enttäuschungen zwischenmenschlicher Natur in vielen Facetten. Vor allem die Feinfühligkeit, die Hypersensibilität, gekoppelt an die emotionale Dysfunktionen und Regulationsprobleme machen es so schwer. Aussenstehende verstehen das meistens nicht.

    Ich stimme zu und manches von den Schilderungen kenne ich auch, wenn auch einige Dinge wie z.B. Psychosen nur phasenweise aus gewissen, nunja, Experimenten.
    Paranoides Verhalten / Denken kommt immer wieder mal durch, ist dann aber auch nur aktiv, wenn ich mal wieder eine Tiefphase habe. Ich sehe das Problem da eher in fehlendem Selbstvertrauen, Vertrauen in andere und generell eben durch die Dinge, die man durchgemacht hat. Wäre ich z.B. in einer Psychose geblieben, wäre mein erster Weg natürlich in eine Psychiatrie gewesen aber da das nicht der Fall war (wurde auch eher durch das Experiment getriggert und war danach verschwunden) und auch sonst der Rest einfach nur ein einheitlicher Brei ist, von dem jede Geschmacksnuance mal nur ein wenig in den Vordergrund tritt oder an manchen Zeiten gar nicht, ist das einfach nicht akut genug. Es ist ein Berg mit negativen Emotionen, der sich nach und nach anhäuft, und man weiß einfach nicht wo man anfangen soll.

    Ich kann jedenfalls vieles verstehen, nicht nur aber auch weil ich vieles eben selbst erlebt habe. Manches ist besser einiges nicht so gut verarbeitet. Viele diffusen Probleme sind überwunden, manches steht noch zur Abarbeit an.

    Ja, es hört irgendwie nie auf und man wird neidisch auf Menschen, die diese Zeit für ihren eigenen Erfolg oder andere Dinge nutzen können.
    Während andere eine Weltreise machen, macht man selbst eine Reise, allerdings nur ins eigene Innere um irgendwann ansatzweise das zu bekommen, was andere oft schon zu haben scheinen. Mir ist bewusst, dass der Eindruck oft trügt oder dass das Beispiel hier eindeutig ein Extrembeispiel ist aber man führt sich im Zusammenhang ja auch vor Augen das man schon viel mehr verbockt hat, als andere aus dem Bekanntenkreis und diese oft schon viel weiter sind als man selbst.

    Ja, das kennen die meisten hier wohl. Vielleicht hilft dir wenn ich dir erkläre das da oft Illusionen von Ängsten (irreal nie vorhanden, haben keine Grundlage) oder auch Projektionen (in Bildnisse übertragene / transformierte Ängste und Befürchtungen, oft schrecklich schockierende Konstruktionen unseres wirren manchmal etwas wahnsinnigen Verstandes).

    DIese Illusionen kommen davon, das wir unseren Geist nicht zur Ruhe bringen können. Es ist wie bei einem Menschen, der in Isolationshaft gefangen ist: Das Gehirn kann nicht anders. Wenn es keinen Punkt zur Fokussierung hat, keine Reize bekommt oder eben überreizt ist, dann konstruiert das Gehirn seine Beschäftigung selbst! Es werden mehr oder minder zufällige Dinge assoziiert, die dann vor unserem geistigen Auge auftauchen - Das ist ein ganz normaler Vorgang und ADSler scheinen wenn sie mit ihrer Aufmerksamkeit nicht wissen wohin, oder die überreizte Verarbeitung gerade nicht funktioniert, damit häufiger konfrontiert zu sein. Das wäre wie ein TV Apparat, der einen Wackelkontakt hat und ständig zappt! So verhalten wir uns ja oft sogar und machen im Grunde genau dasselbe bewußt, weil wir uns wieder mal auf nix fokussieren können.
    Wird dir klar wie das Zusammenhängt? Das ist ein Element unserer ADS. Was kann man machen?

    Sicher. Für mich macht es Sinn, dass öfters gesagt wird, dass unsere Fähigkeit zur Reizfilterung nicht so ist wie bei normalen Menschen. Das wir mit der Reizüberflutung zu kämpfen haben und einfach nicht so schnell schalten können oder uns auf das fokussieren können was wichtig ist und alles andere unwichtige ausblenden.


    Mir hilft es durch Audioreize also Musik, Naturklänge oder andere minimalistische Musik oder Vorträge, manchmal durch Bewegung, oft (leider) durch Essen das zu regulieren.

    Ja, mir fällt es schwer mir dieses Element in den Alltag einzufügen. Ich weiß, dass klassische Musik einfach sehr beruhigend ist und ebenso wie Naturklänge, wobei letztere auch noch eine meditative Komponente haben. Würde ich für etwas Lernen müssen, wäre das eine gute Maßnahme, aber momentan ist es nicht so und tagsüber fehlt mir sonst der Reiz und oft auch die Kraft einfach abzuschalten, weil ich entweder zu aktiv oder das komplette Gegenteil bin. Ich bin auch ziemlich lärmempfindlich. Aus meiner alten Wohnung musste ich gar ausziehen, weil die Wände einfach nicht gut isoliert waren und ich über mir jedes Poltern und verschieben eines Stuhls hörte und das im Minutentakt. Das war auch so ein Trigger, der paranoide Gedanken auslöst, die genauso gut wahr wie auch falsch sein könnten. (Der Bewohner über mir könnte das mit Absicht tun, um mich zu ärgern. Er könnte aber auch total ahnungslos sein, ebenso wie machtlos, dass er so einen Krach veranstaltet.)

    Ich habe auf meinem Smartphone sogar einen ganzen Ordner von verschiedenen Naturklängen. Regen, Regen auf verschiedene Oberflächen, Regenstürme, Donner, das Rauschen von Sand und Wind in einer Wüste und und und. Eines haben sie jedoch gemeinsam. Keines von denen hat Vogelgeräusche. Dieses Zirpen am Morgen geht so direkt in mein Gehirn und erinnert mich wohl eher daran, dass ein neuer Tag anbrechen könnte, den ich eigentl. als Teil der Gesellschaft verbringen sollte als Alleine. Aber ich schweife ab. Momentan schaffe ich es nicht, mir mal 30 Minuten für eine Meditation zu nehmen. Ich würde es gerne, aber Aufwand und Ergebnis scheinen nicht auf ein Level zu sein. Stattdessen schlafe ich mit jenem Regen lieber Abends ein.

    Ich habe sogar mal eine ganze Zeit lang Luzides Träumen als Lösung oder zumindest mögliche Lösung für viele meiner Probleme gesehen, aber der Erfolg stellte sich nicht ein. Ich sehe zwar jetzt, dass wo ich überhaupt nichts mehr mache (Traumtagebuch schreiben z.B.) mich viel schlechter an meine Träume erinnere und somit schon einen Fortschritt hatte, aber das Träumen muss man ja auch selbst im Alltag verfolgen, in dem man manche sogenannte "Reality-Checks" durchführt und zwar so oft, das man sich das so angewöhnt, dass man das selbst mit in den Traum übernimmt und dann sich dort bewusst wird das man träumt und innerhalb dieses Traumes alles mögliche tun und lassen kann. Sogar irgendwelche Situationen erschaffen, Fahrrad fahren oder irgendwelche Bewegungen die man z.B. dafür braucht, zu erlernen oder zu verbessern so das es als Training genutzt werden kann, für was auch immer. Naja, wie gesagt, ich schweife wieder ab, tut mir leid. Weiter im Text.
    Auch wenn da ganz bestimmt ein Zusammenhang zu dem ist, das ich immer wieder Dinge anfange und scheitere, wegen fehlenden Reizen, so dass das sicher mit ein Hauptgrund irgendwo ist.

    Die Reize der Töne müssen vom Gehirn verarbeitet werden, wenn sie da sind. Das braucht viel weniger kapazitäten als sich wirklich auf etwas zu konzentrieren. Entweder hören wir diese Klänge ganz bewußt, oder aber wir lauschen den Klängen unbewußt, das Gehirn muss das rausfiltern. In beiden Fällen ist das Gehirn etwas beschäftigt und "zappt" weniger oder gar nicht mehr herum.

    Ist doch einen Versuch wert?

    Das andere, diese Projektionen kann man nicht immer so einfach klären. Dafür sind eventuell Psychotherapie oder allgemein auch Gespräche mit Vertrauten Personen nötig, die sich auch darauf einlassen können und vielleicht mit diesen Bildern etwas anfangen können, die emotionale Botschaft im Bild verstehen (das kann man auch lernen). Diese Bilder sind wie Gleichungen, Gleichnisse in denen deine Ängste sich zu externalisieren versuchen, also eine Projektionsfläche suchen. Das ist ein "Selbstverteidigungs"Proze ss, den deine Psyche damit versucht. Wenn deine Ängste nicht mehr IN dir sind, sondern du sie auslagerst, nach aussen projizierst, dann ist für deine Psyche die Bedrohung kleiner geworden, weil das NIcht-Dingliche dann ein Ding zu sein scheint, das du bekämpfen kannst.

    So entstehen im übrigen Phobien ganz allgemein.

    Es ist nicht einfach diese Zusammenhänge zu akzeptieren, vielleicht ist es auch nicht so leicht diese Dinge zu begreifen.

    NLP, also das Neurolinguistische Programmieren hat ein ähnliches Prinzip für eines der Übungen die es dort gibt.
    Es geht darum, dass man sich diese Ängste bildlich vor Augen führt und dann visuell einen kleinen Film kreiert (im Kopf) wo man diese Angst immer weiter verkleinert bis sie irgendwann verschwindet. Und damit nehme ich gleich schon Bezug auf den nächsten Punkt von dir, wo du sagst das wir ADSler das nicht wirklich sehr gut können, da es eben eine ganze Flut von Bildern ist. Ich denke, dass Menschen die sehr viel rationaler sind als wir, mit dieser Technik eher Erfolg haben, denn selbst wenn ich für einen kleinen Moment diese Emotion von mir schieben kann, bin ich der entsprechenden Angst in der nächsten Situation schon wieder völlig ausgeliefert. Aber natürlich auch da wieder der Punkt, dass ich mir selbst im Weg stehen könnte, denn es ist kein spürbares Erfolgserlebnis und dabei ist es doch jenes was ich mir nach all diesen Jahren des Scheiterns irgendwo erhoffe. Und dann verfluche ich meine Gedanken, denn sie führen mich jetzt gerade zu weiteren Gedanken, darüber das Menschen durch ihre selektive Wahrnehmung doch viel mehr Wert auf das Schlechte legen und sich mehr über einen Verlust ärgern als sich über einen Gewinn zu freuen.
    Wieder ein Hindernis.

    Wenn du es aber verstehst, dann kannst du verstehen was gerade in dir Abläuft: Im Grunde versucht deine Psyche deine emotionalen Konflikte zu verarbeiten, das können wir ADSler aber nicht sehr gut,deshalb schaukelt sich das ständig auf bis wir diese ganzen Bilderflut haben. Lösen wir aber die zugrunde liegenden Konflikte auf (das ist nicht so einfach und nicht mit Konfrontationstherapie alleine erreichbar, die ja letztlich nur versucht durch Desensibilisierung die irrationalen Objektbezüge aufzulösen aber den zu Grunde liegenden Konflikt vielleicht übersieht.

    Naja alles schwieirg, ich weiß nicht ich möchte dir diese Informationen geben damit du dir etwas helfen kannst. Denn mit einer Sache hast du leider zum Teil Recht

    Ich bin dankbar für jedes bisschen Input, denn manches kann durchaus einen gewissen Stein ins Rollen bringen, der dann wieder etwas mehr Lebenswillen und Mut mitbringt. Also an dieser Stelle, danke


    Ein bischen, aber nicht komplett, sind wir auf uns alleine gestellt. Und die Sturheit mit der wir uns festbeißen und die Dinge nicht akzeptieren wollen, unser Leben meistern wollen, uns nur bedingt helfen lassen wollen aber sofort auf die Barrikaden gehen wenn uns jemand zu entmündigen versucht, das alles zeigt doch das wir eigentlich nichts anderes wollen als die Verantwortung für uns Selbst übernehmen. Wir wollen das alles selbst lösen, wir wollen daran wachsen und diese Dinge lernen und verstehen. Leider fehlt uns zu oft die Anleitung dafür.

    Aber weißt du, es gibt einen Vorteil wenn man die Verantwortung für sich selbst nicht abgibt: Man hat Hoffnung. Denn wenn DU nicht aufhörst weiter zu machen, wenn du immer weiter dich drehst und sei es nur im Kreis, sei es nur das du immer wieder vor die Wand läufst, wie ich das bald 20 Jahre machte, wenn du immer weiter und weiter machst - Dann ist deine Hoffnung noch am Leben das du die Lösungen findest.
    Die Lösungen können heißen oft nicht das man voller Leistungskraft strotzend die Welt erobert. Oft sind es kleinere Dinge. Sich Hilfe holen. Kompetente Leute nerven, bis sie sich Zeit nehmen. Aber auch selbst suchen nach Lösungen. Über Hilfestellungen nachdenken und auch sich selbst hinterfragen. Bin ich auf dem richtigen weg? Hat meine Sturheit noch einen Sinn? Bin ich einfach zu arrogant oder zu ängstlich zu stolz um Hilfe anzunehmen? Bin ich nicht doch zu empfindlich? Müsste ich nicht schwermütig meinen Mitmenschen vergeben, die mich immer so scheiße behandeln? Ich bin doch empfindlich und neige zum Übertreiben? Kann es sein das gar nicht ALLE so ätzend sind, sondern nur bestimmte Leute?

    Richtig. Manche Tage sind dann doch nicht so grau und es geht. Aber natürlich hat man auch selbst an sich Ansprüche und gewissermaßen auch Ziele. (In meinem Fall sind es eher Träume oder Wunschvorstellungen)
    Man möchte sich in seiner Haut wohlfühlen, man möchte in einem schönen Haus oder einer schönen Umgebung sein. Man möchte einen Beruf der auch Spaß machen kann, in dem man sich weiterentwickeln und sogar aufsteigen kann. Dann möchte man irgendwann vielleicht auch eine Familie und einen Partner, der mit einem durch dick und dünn geht. Es sind nicht alle Menschen schlecht, sicher nicht, aber man bekommt den Eindruck von außen, dass alles irgendwie den Bach heruntergeht und schlechter wird. Die Medienpräsenz ist einfach schlecht für jemanden, mit unseren Reizfiltern. Das ist ein Grund, warum ich mich für Politik nicht interessiere. Ich würde mich den ganzen Tag nur aufregen. UND natürlich ist man da traurig wenn man sich vor Augen führt, dass andere schon das haben was man in der ein oder anderen Art auch möchte. Man verliert die Hoffnung, auch irgendwann nochmal so weit zu kommen, denn man wird nicht jünger und verschenkt immer mehr von der Zeit, wenn man hier und da immer mal probieren muss und weitere Rückschläge in Kauf nehmen muss. Ich bin immer wieder aufgestanden aber irgendwann frage ich mich auch, ob ich nicht ein Limit habe.
    Den passenden und kompetenten Therapeuten in der Nähe finden, die passende Behandlung zu finden und somit dann auch wirklich die Unterstützung zu bekommen, die man braucht um voranzukommen.

    Denn bei einem bin ich mir sicher, so gerne ich auch alles alleine machen würde, ich komme aus meiner momentanen Situation definitiv nicht mehr alleine heraus und brauche Unterstützung und Hilfe, so viel ist mir schon seit langem klar, aber es zieht sich alles wie Kaugummi. Probleme mit dem Wohnort, fehlende Therapeuten die auch nur im Entferntesten eine Ahnung von AD(H)S haben, sozialer Rückzug, Termine bei anderen Ärzten, gesundheitliche Probleme und und und... all das ließ mich die letzten Jahre nur sehr wenig Fortschritt machen, denn ich bin halt alleine. Keiner der einen Rat hat, was man am Besten tun kann. Alleine gelassen mit dem Gefühl, das man nur für sich selbst ist und andere Leute nerven muss, bevor man vielleicht irgendwann das bekommt was man braucht. Und keiner in der Familie wo wer sagt "Ich kenne da jemanden, da könntest du dich mal melden" oder sowas, sondern Try & Error, wie bei allem im Leben. Es schlaucht.


    Offen für diese Reflektion, offen für Veränderungen.

    Und das ist meiner Auffassung nach unser größtes Problem. Unsere Veränderungen sind langjährige einschleichende Veränderungen. Wir sind meist nicht einfach so durch Selbststeuerung in der Lage Dinge einfach zu verändern, schon gar nicht gegen unseren Willen und Überzeugungen. Aber was wir mache.n können, wir können unsere Überzeugungen verändern. Wenn wir zum beispiel überzeugt sind, das alles Hoffnungslos ist, beschneiden wir uns selbst. Wenn wir im Hinterkopf behalten, das solange wir atmen unsere Hoffnung nicht sterben kann, weil Hoffnung eine Art Kreislauf durch Entwicklungs- und Veränderungsprozesse im Leben ist, genau wie der Blutkreislauf selbst! Solange wir nur einen Atemzug röchelnd hinbekommen lebt die Hoffnung weil wir leben!

    Überzeugungen verändern ist ein Prozess und bis sich unsere erneuerten Überzeugungen so eingebrandt haben in unsere neuronalen Netze, das sie unser Verhalten schon steuern, bevor wir mit dem Denken anfangen und sogar der Impulsivität ein Schnippchen schlagen können, dauert es wirklich lange.

    Aber Hey, das ist nicht das Problem oder? Langsame Veränderung ist auch eine Veränderung und die Möglichkeit der künftigen Veränderung ist die Quelle aus der die Hoffnung auf bessere Tage ihre Daseinsberechtigung hat!

    Persönlichkeitsentwicklung (Do-it-yourself - war natürlich ein Fail, auch wenn ich trotzdem viel theoretisches Wissen behalten habe, das jedoch noch an der Praxisanwendung scheitert und eben weil das nicht für AD(H)Sler gedacht war ) und positives Denken, sowie Affirmationen sind mir durchaus ein Begriff. Du hast Recht, denn wenn
    ich nicht wüsste, das Menschen sich ändern können, hätte ich schon lange lange vorher aufgegeben. Ich sage mir nicht "Ich bin, wie ich bin und da kann man nichts dran ändern"
    so wie es viele andere tun, weil selbst wenn man nicht an sich arbeitet, man sich über kurz oder lang immer ein wenig verändert oder je nach den Erlebnissen auch sehr stark. Was witzig klingt, wenn ich vorher noch sagte, es gibt keine Hoffnung. - Es fehlt halt eben die Anleitung.
    Viel Input, einiges muss ich sacken lassen, einiges werde ich vermutlich wohl nochmal demnächst lesen.

    Trotzdem, habe ich auch eine Frage an dich , die du natürlich nicht beantworten musst, wenn du nicht möchtest. Eine PM wäre auch in Ordnung, aber ich sehe an dir, das du schon sehr viel reflektiert hast über dich und wohl schon einiges erreicht hast. Oder zumindest bist du dir bewusster darüber geworden, wer du eigentlich bist oder genauer gesagt, wer du eigentlich heute bist. Da steckt eine Menge Arbeit und Fleiß drin. Siehst du selbst, das es sich schon DEUTLICH gelohnt hat? Oder ist der Weg der noch kommt, für dich, deutlich schwieriger als das was du schon geschafft hast? - Klingt etwas weird, aber ich denke du weißt worauf ich hinaus möchte.
    Alles Gute Lemon!
    Danköö!

    Steintor schreibt:
    Hallo Lemon,

    Dein Text hat mich ein wenig an mich erinnert, als ich so alt war, wie Du. Ich zerreiße ihn mal ein wenig und zitiere Passagen, die mir irgendwie aufgefallen sind.



    Mir drängt sich eine Frage auf:

    Was würde Dir denn Freude bereiten?

    Und: wie könntest Du das, was Dir Freude bereitet, ohne Hilfe von Anderen, realisieren?

    Mich würde auch mal interessieren, was Du für gute Eigenschaften hast. Würdest Du mir 5 gute Eigenschaften von Dir nennen?

    Puh, ähm, ja... Hart, selbst wenn ich nicht so in meinem See aus Trauer und Hoffnungslosigkeit schwimme...
    Bei einem Bewerbungsgespräch würde mir sicherlich etwas einfallen, um meine Schwächen und Stärken ein bisschen zu verdrehen und gut da zu stehen,
    denn man muss da ja ein ganz klein wenig flunkern, wie sicherlich hier so einiger weiß. Aber ganz ehrlich? I don't know.

    Ein Durchbruch würde mir Freude bereiten. Ein gutes Gefühl, den ganzen Tag über. Funktionieren wie andere Menschen. Alles nicht so eng zu sehen.
    Liebe empfangen und geben zu können. Kraft aus dieser Liebe zu ziehen. Kraft zu haben, für alles das kommt und mich aus nichts aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen.

    Kurz gesagt... Alles was ich jetzt nicht habe, würde mir Freude bereiten.
    Ohne Hilfe von Anderen? Gar nicht. Ich habe Ideen und Pläne, mir diese Hilfe zu besorgen, aber es ist keine dabei, wo ich mir wirklich sicher sagen könnte "Hey, danach gehts dir besser!" - Es ist alles nur ein vages "Vielleicht geht es dann, vielleicht können dir die helfen, vielleicht, vielleicht." - Nicht zu viel, sonst ist die aufgebaute Hoffnung mal wieder völlig zerstört.

    Hm, seufz, okay, zurück zu den 5 Eigenschaften... Öhm... Ja... können wir das verschieben?
    Ich weiß manchmal einfach nicht, wer ich bin und was ich sein will. Und möchte. Und das was ich manchmal bin, ist in manchen Situationen einfach derbe unpassend. Im Nachhinein vielleicht amüsant, aber so im Allgemeinen. Hm, das würde hier echt den Rahmen sprengen und ich würde wieder abschweifen.
    Vielleicht ist in der Hinsicht ein Rätsel zu sein, ja eine tolle Eigenschaft, denn es macht mich mysteriös! Yeah!
    Ne, seht ihr? Falscher Rahmen, hier gehts um Hoffnungslosigkeit und ich reiße Witze, weil es heute eigentlich ganz okay ist. Total unpassend.
    Und ich finde es gut außerhalb der Norm unpassend zu sein. - Vielleicht habe ich ja Humor. Anspruchsvollen Humor, der nicht
    auf den ersten Blick zu erkennen ist, der sich aber fremdschämt bei vielen was andere heutzutage als witzig bezeichnen.
    Ich schweife ab, Medikinet macht mich manchmal kommunikativer als gut für mich ist.

    Tut mir leid, aber das mit den fünf Fähigkeiten wird wohl nichts.

  9. #9
    AlteEiche

    Gast

    AW: Hoffnungslosigkeit

    Meine Güte, das mal eine Antwort.

    Da spricht die Wertschätzung! Freu mich das dir hier geholfen wird und meine Antworten dir Anregungen gebracht haben.

    Trotzdem, habe ich auch eine Frage an dich , die du natürlich nicht beantworten musst, wenn du nicht möchtest. Eine PM wäre auch in Ordnung, aber ich sehe an dir, das du schon sehr viel reflektiert hast über dich und wohl schon einiges erreicht hast. Oder zumindest bist du dir bewusster darüber geworden, wer du eigentlich bist oder genauer gesagt, wer du eigentlich heute bist. Da steckt eine Menge Arbeit und Fleiß drin. Siehst du selbst, das es sich schon DEUTLICH gelohnt hat? Oder ist der Weg der noch kommt, für dich, deutlich schwieriger als das was du schon geschafft hast? - Klingt etwas weird, aber ich denke du weißt worauf ich hinaus möchte.
    Ich habe viel reflektiert auf vielerlei Art und Weise. Das Problem ist wenn man zwischen sich und seinem Tun uneins ist, braucht man eine Anleitung und einen Leitstern. Verhaltenskodex der einem wirklich hilft. Also WIRK-same Modelle und Tragfähige Verhaltenskonzepte.

    Als ADSler sitze ich nicht selbst am Steuer meines Lebens sondern bin Beifahrer in einem Fahrzeug das sich selbst Fährt!

    Der Teil von uns, der durch Triebe, Übersprungshandlungen, durch "Dopaminsucht" als Ausgleich für den Mangel agiert, Die Körperintelligenz, die durch unsere "geistige Schwäche", also gestörte Selbststeuerungsfunktionen eigentlich normalerweise das Steuer an sich nähme, ist schlapp, vielleicht sogar gänzlich abgeschossen.

    Oh mann was bin ich durch gewesen als ich das geschrieben hatte Ich korrigier den Satz mal...

    Der Teil von uns, der durch Triebe, Übersprungshandlungen, durch "Dopaminsucht" als Ausgleich für den Mangel agiert, Die Körperintelligenz, die uns das Handeln schwer macht, es in die Hand nimmt uns beherrscht, weil wir durch unsere "geistige Schwäche", also gestörte Selbststeuerungsfunktionen, das nicht immer übernehmen können. Wir selbst hätten normalerweise das Steuer in der Hand, aber der Teil von uns, der Steuert ist schlapp, vielleicht sogar gänzlich abgeschossen, wenn uns Antrieb und Motivation total abhanden gekommen ist.
    12:22 03.01

    Das gilt es auszugleichen. Auch meine Konzepte sind bei mir noch unausgereift. Ich arbeite an einigem ja noch.

    Ein anderes Problem ist der Wertekanon nach dem man lebt. Wenn wir uns nicht klar werden wohin wir wollen, können wir nicht dorthin lenken. Das ist das Problem das die Ziele unseres Lebens immer durcheinander sind. Dadurch das wir kein Bock haben, voller Unlust, Motivationsdefiziten, Kraftlosigkeit, immer am Limit leben, weil unsere neuronalen Defekte unsere Kraft rauben.

    Wenn wir aber nicht konkrete Ziele einhalten, brauchen wir andere Leitsterne die besser funktionieren. Für mich ist das ein christliches Wertesystem, der Verhaltenskodex von "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" und allem was dazu gehört.

    Dieser eine Satz kann wenn man ihn in seiner Gänze auf Situationen, auf Inhalte und Auswirkungen psychologisch analysiert ganze Bücherregale füllen. Darauf möchte ich aber hier nicht weiter eingehen. Schreib ne PM wenn du mehr inhaltliches wissen möchtest.

    Jedenfalls ist so ein Leitstern das wichtigste.

    Die meisten Menschen haben das ja schon. Sie wissen sie wollen Arzt, Koch oder Pilot werden, wir schaffens mit Getöse meist nur zum Bruchpiloten und selbst wenn wir Arzt oder Koch im Sinne des Wunschberufes werden, dann sind wir meist unter unseren Möglichkeiten. Entfalten die Potentiale nicht, die wir eigentlich hätten und alles kostet uns so viel Kraft und Energie, das wir uns aufreiben dabei und es fühlt sich für viele offenbar genauso an als hätten sie es nicht geschafft.

    Ich habe im Sinne des simplify your Life irgendwann gelernt über die vielen Ziele nachzudenken und ich stelle Fest: Es ist fast alles wertloser Tand. Die Menschen streben nach Nichts. Am Ende ist es sinnlos über Besitz, Reichtum, tolles Essen, Schulbildung und mehr zu verfügen. Sicher, das ist alles schön und kann das Leben bereichern, ja - aber es ist auch Ballast, der uns zu Aufgaben und Arbeiten zwingt, die die meisten nicht machen möchten und ich als ADSler eben nicht machen kann.

    Vereinfachung in allen Bereichen. Nicht mehr ein ganzer Hausrat, sondern Reduktion auf das nötigste. Nicht mehr das Leben vollbepackt mit allem Ballast der Eitelkeiten und dem Tand der Erfolgs- und Statussymbole. Völlig Unnütz das meiste.


    Mehr kann ich zu dem Bereich jetzt nicht schreiben, bin zu abgelenkt.

    NLP, also das Neurolinguistische Programmieren hat ein ähnliches Prinzip für eines der Übungen die es dort gibt.
    Es geht darum, dass man sich diese Ängste bildlich vor Augen führt
    Ich kenne die NLP als ein Sammelsurium von "zusammengefrickeltem" Psychomanipulationsgedöhnse.
    Auch Emoflex nutzt meiner Meinung nach diesen von mir beschriebenen Effekt.

    Ich will nur meine Meinung sagen das ich solche Methoden nicht für förderlich halte, auch wenn sie Betroffenen kurzfristig helfen mögen.

    Langfristig wird tief in die Psyche eingegriffen und assoziierte Zusammenhänge auseinander gerissen, die sich verlagern können und im Oberstübchen am Ende nach längerer Anwendung mehr kaputt gemacht als es förderliche wäre. Ich bin mit meiner Kritik nicht alleine. Sämtliche nur auf die Manipulation der Psyche abzielenden Techniken sind bei vielen ernsthaften und am Patientenwohl orientierten Therapeuten nicht beliebt. Manche sehen die Risiken nicht oder weniger, soll jeder halten wie er will.

    Vor allem NLP hat seinen schlechten Ruf zu Recht. Es ist im Regelfall nichts anderes als Geldschneiderei und dient oft nur zur Durchsetzung von Interessen gegen den Willen der Opfer und ist ein Marketingkonzept, vielleicht hat es sogar etwas von einem "MLM". Die mit diesem Gedankengut infizierten verlieren zusehends die soziale Komponente im Umgang mit anderen. Sie manipulieren sich selbst und andere zusehends. Das ist ein Verlust an echter Kommunikation, authentischem Lebensgefühl und zwischenmenschlichem Vertrauen.

    Ich erkläre das damit du weißt, das ich nicht diese NLP Sache meinte, sondern nur das Prinzip beschrieben habe, mit dem du deine psychischen Vorgänge besser verstehen kannst. Stelle das nicht auf eine Stufe mit NLP-Systemen oder deren Derivate.

    MFG
    Geändert von AlteEiche ( 3.01.2014 um 13:23 Uhr) Grund: Kauderwelschkorrektur

  10. #10
    Muh!

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 6.856

    AW: Hoffnungslosigkeit

    Klasse, Lemon. Deinen Text werte ich als sehr positiv. Du hast mir nämlich fünf gute Eigenschaften Deiner Person genannt und die finde ich phantastisch.

    lemon schreibt:
    Puh, ähm, ja... Hart, selbst wenn ich nicht so in meinem See aus Trauer und Hoffnungslosigkeit schwimme...


    1. positive Eigenschaft. Du bist ein Macher. Du schreibst von Trauer und Hoffnungslosigkeit. Dennoch schreibst Du davon. Du willst da raus. Schau, andere die gehen erst gar nicht so weit, dass sie hier her kommen und sich den Frust von der Seele schreiben. Sie gehen in die Kneipe, wenn sie überhaupt gehen, und betäuben sich. Du machst was, Du bist aktiv, Du willst da raus.

    lemon schreibt:
    Bei einem Bewerbungsgespräch würde mir sicherlich etwas einfallen, um meine Schwächen und Stärken ein bisschen zu verdrehen und gut da zu stehen, denn man muss da ja ein ganz klein wenig flunkern, wie sicherlich hier so einiger weiß. Aber ganz ehrlich? I don't know.


    2. Super, einfach nur klasse! Du erkennst die Wirklichkeit. Du hast erkannt, dass es wichtig ist, ein Bisschen Show zu machen, um in der Gesellschaft klar zu kommen. Das können auch nicht Viele. Die Meisten geben sich damit ab, dass sie Probleme haben, begeben sich in eine Subkultur und isolieren sich von der Allgemeinheit. Du aber willst in die Menge und dort agieren Du willst mit den Menschen spielen. Das ist die ideale Voraussetzung, um Großes zu werden. Im Moment stehst Du Dir dabei noch ein Wenig selbst im Wege, aber ich bin mir sicher, dass Du die Kurve kriegst.

    lemon schreibt:
    Ein Durchbruch würde mir Freude bereiten. Ein gutes Gefühl, den ganzen Tag über. Funktionieren wie andere Menschen. Alles nicht so eng zu sehen.
    Liebe empfangen und geben zu können. Kraft aus dieser Liebe zu ziehen. Kraft zu haben, für alles das kommt und mich aus nichts aus dem Gleichgewicht bringen zu lassen.


    3. Du hast Ideale. Und, Du hast großartige Ideale. "Kraft aus Liebe" das ist eine Losung, die ich toll finde. Die Meisten wollen ein Leben als Nichts, also am Partner hängen, der sie ernährt. Du aber willst durch die Liebe Kraft schöpfen, um im Alltag etwas zu schaffen. Du willst aufbauen. Andere wollen nur zerstören. Ich habe Respekt vor Dir!

    lemon schreibt:
    Kurz gesagt... Alles was ich jetzt nicht habe, würde mir Freude bereiten.


    4. Selbstverwirklichung. Fortschrittsglaube. Bescheidenheit finde ich gut, bis zu einem bestimmte Maß. Irgendwann wird es evangelisch (Glück nur im Jenseits), und da sollte man mit Bescheidenheit aufhören. Mit bescheidenheit hat noch Niemand etwas Großes geschaffen, und damit meine ich Persönlichkeiten, wie Gandhi, Nelson Mandela, Lenin, Mao, Heinrich Böll, Günter Grass, Helmut ******* und, und, und. Du hast Ziele. Klar, was man hat, wird schnell langweilig, und das sollte Motor sein, es immer besser zu machen, um fortschrittlich zu sein. Aber siehe Dich die anderen an. Die sitzen da, gucken fern und träumen von einer anderen Welt. Sie bemühen sich aber gar nicht, das ziel zu erreichen. Du handelst und Du willst immer besser werden. Das ist klasse.

    lemon schreibt:
    Ohne Hilfe von Anderen? Gar nicht. Ich habe Ideen und Pläne, mir diese Hilfe zu besorgen, aber es ist keine dabei, wo ich mir wirklich sicher sagen könnte "Hey, danach gehts dir besser!" - Es ist alles nur ein vages "Vielleicht geht es dann, vielleicht können dir die helfen, vielleicht, vielleicht." - Nicht zu viel, sonst ist die aufgebaute Hoffnung mal wieder völlig zerstört.


    5. Du bist realistisch und drehst nicht durch, Du willst Hilfe. Du bist kein Egoist, der nur für sich allein agiert, sondern der bereit ist, mit Anderen zu leben. Ich stelle mir Dich als einen sehr guten Familienvater vor.

    lemon schreibt:
    Hm, seufz, okay, zurück zu den 5 Eigenschaften... Öhm... Ja... können wir das verschieben?
    Nö!

    Du bist super. Das solltest Du akzeptieren.
    Geändert von Steintor ( 3.01.2014 um 15:43 Uhr)

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