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Diskutiere im Thema Beispiele und Abgrenzung ADHS vs Borderline im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 4

    Beispiele und Abgrenzung ADHS vs Borderline

    Hallo liebe Community!

    Könnt ihr mir helfen, noch ein besseres Bild davon zu bekommen, wie sich ADHS und Borderline abgrenzen lässt? Vielleicht anhand von Beispielen?

    Ich starte mal mit einem Beispiel:

    ADHS: impulsives, lautes Auslösen eines Streits, weil man sich zu Recht geärgert hat
    Borderline: impulsives, lautes Auslösen eines Streits, weil man sich einbildet, das Gegenüber will einem nur Böses, obwohl es nur eine harmlose, nicht wertende Aussage gemacht hat

    Ist das richtig?

    Ich würde sagen, ADHSler ecken an, weil sie sich auffällig benehmen (zappeln, vordrängeln, ablenkbar) und Borderliner ecken an, weil sie verdrehte Auffassungen haben, oft manipulieren und kontrollieren.

    Ich will hier niemanden zu nahe treten oder verurteilen. Ich will nur besser verstehen. Und das kann ich am besten über Beispiele!

    Danke für eure Hilfe!

    eager

  2. #2
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.321

    AW: Beispiele und Abgrenzung ADHS vs Borderline

    So in etwa sehe ich es aus meiner Erfahrung heraus:

    ADHSler rastet aus. Auslöser: "Kleinigkeit"
    Borderliner rastet aus. Auslöser: "Kleinigkeit"

    ADHSler hat sich am nächsten Tag wieder beruhigt und schämt sich fürchterlich für seinen Ausraster. Entschuldigt sich. Überlegt, wie er solche Ausraster in Zukunft vermeiden kann. ...

    Borderliner setzt am nächsten Tag noch gezielte Stiche oder erklärt dem Gegenüber, daß es sich absolut unmöglich benommen hat. Rechtfertigt sein Verhalten mit: "Ich mußte dich anbrüllen; schlagen; ..., damit du weißt, wie schrecklich du bist. Du bist schuld!"

    Ohne Hilfe gelingt es weder dem ADHSler noch dem Borderliner, sein Verhalten zu ändern.
    Der ADHSler möchte sein Verhalten ändern, kann aber nicht.
    Der Borderliner weiß nicht, daß sein Verhalten anderen schadet. Wenn er denn weiß, welches Verhalten er ändern sollte, damit soziale Kontakte gelingen, wird er dies lernen wollen.

    Sowohl beim ADHSler, als auch beim Borderliner kann ein Training helfen.
    Wobei der ADHSler eine medikamentöse Einstellung mit MPH benötigt, damit a) das Training greifen kann (z.B. Achtsamkeitsübungen ohne MPH sind bei mir völlig sinnlos) und b) das Gelernte eingesetzt werden kann.

    Bohus/Wolf schreibt:
    Viele Menschen mit Borderline-Störungen haben es geschafft, unabhängig von psychiatrischer/psychotherapeutischer Versorgung zu leben und ihr eigenes Leben zu verwirklichen. Sie setzen ihre Pläne um und stehen sehr intensiv mitten in der Welt. Wenn wir sie fragen, was geholfen hat, das „Ruder herumzuwerfen“, dann berichten die meisten, dass es darum ging, die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen und sich bewusst dafür zu entscheiden, einen neuen Weg zu gehen. Dazu waren dann zunächst oft sehr kleine Schritte nötig. Aber mit Hilfe von Skills haben sie es geschafft.
    2 Die Module des Skillstrainings
    2.4 Modul Stresstoleranz
    Bohus/Wolf: Interaktives SkillsTraining für Borderline-Patienten. © Schattauer Verlag 2009
    Arbeitsblatt: Stresstoleranz 21
    Entscheidung für einen neuen Weg


    Ich fürchte, daß das in der Art bei ADHSlern nicht klappt. Allein schon wegen der nötigen MPH-Verschreibung.
    Soweit ein Teil meiner Beobachtung. (Ausnahmen bestätigen die Regel!);

    LG Patty






    Geändert von Patty ( 9.06.2013 um 19:23 Uhr)

  3. #3
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Beispiele und Abgrenzung ADHS vs Borderline

    eager schreibt:
    Hallo liebe Community!

    Könnt ihr mir helfen, noch ein besseres Bild davon zu bekommen, wie sich ADHS und Borderline abgrenzen lässt? Vielleicht anhand von Beispielen?

    Ich starte mal mit einem Beispiel:

    ADHS: impulsives, lautes Auslösen eines Streits, weil man sich zu Recht geärgert hat
    Borderline: impulsives, lautes Auslösen eines Streits, weil man sich einbildet, das Gegenüber will einem nur Böses, obwohl es nur eine harmlose, nicht wertende Aussage gemacht hat

    Ist das richtig?

    Ich würde sagen, ADHSler ecken an, weil sie sich auffällig benehmen (zappeln, vordrängeln, ablenkbar) und Borderliner ecken an, weil sie verdrehte Auffassungen haben, oft manipulieren und kontrollieren.

    Ich will hier niemanden zu nahe treten oder verurteilen. Ich will nur besser verstehen. Und das kann ich am besten über Beispiele!

    Danke für eure Hilfe!

    eager
    Hallo eager,

    deine Frage bezieht sich ja darauf, welche VERHALTENSWEISEN einer Person diese "Abgrenzung" zwischen den einzelnen Störungsbildern ermöglichen.

    Eine solche, nämlich verhaltensbasierte, Unterscheidung ist dann nicht unbedenklich, wenn sie die einzige Unterscheidung wäre. Man muss ja noch die Entstehungsgeschichte, die Dauer, die aktuelle und die latente Symptomatik, eventuell medizinische Befunde, genetische Disposition .... und noch vieles andere mehr, in die Betrachtung mit einbeziehen.

    Also eine Gesamtauflistung - sofern überhaupt möglich - mag jemand anderer übernehmen, das wäre eine äußerst umfangreiche Angelegenheit! - aber vielleicht ja später noch einmal, denn die Frage an sich finde ich interessant genug, um darüber ein Essay zu schreiben.

    Vorerst soviel:

    Borderline-Störungen gehören zu den Persönlichkeitsstörungen; sind also, einfach gesprochen, eine durchaus ernsthafte und nicht leicht zu behandelnde Angelegenheit.

    Die Gesamtsymptomatik ist durchaus stärker belastend und beeinträchtigend für das gesamte Leben der Betroffenen als bei einer ADHS. Auch die Prognose ist bei Borderlinestörungen ungünstig. Häufig kommen bei diesen Patienten affektive Störungen aufgrund ihrer eingeschränkten Lebensqualität hinzu.

    Die Borderlinestörung setzt im Jugend- oder frühen Erwachsenenalter ein (ADHS: schon in der Kindheit) was dafür spricht, dass die Borderlinestörung im weitesten Sinne eine Traumafolge-Störung sein könnte. Also: Die Äthiologie bei Borderline und ADHS unterscheidet sich.

    Ebenso wie beim ADHS vermutet man ebenfalls biologische Faktoren - aber, was Wunder, natürlich ist das Gehirn immer an psychischen Prozessen beteiligt. Aber was nun "zuerst da war", Henne oder Ei, und wie es mit den Wechselwirkungen ausschaut, ist noch nicht abschließend geklärt.

    Über ADHS schreib ich jetzt nix, da steht ja hier im Forum schon genug.

    Du siehst also, dass man es nicht gut am VERHALTEN einer Person in einer bestimmten Situation fest machen kann.

    Und schon absolut GAR NICHT sollte man überhaupt daran denken, dass irgendwelches schräges oder anstrengendes oder sonst ein Verhalten "Borderline bedeutet". Das hast du ja auch nicht getan, ich wollte das nur noch mal sagen.

    Beides - ADHS und Borderline - sind klinische Diagnosen, die erst nach einem umfangreichen diagnostischen Prozess gestellt werden sollten, wenn man alle anderen in Frage kommenden Diagnosen AUSSCHLIEßEN kann. Dies gilt besonders für die stigmatisierende Borderline-Diagnose, denn die kann, einmal gestellt, den Betroffenen im weiteren Lebensverlauf zusätzliche Steine in den Weg legen.

    Was nun - um auf deine Frage noch einmal zurück zu kommen -

    ADHS oder Borderline ist, wenn jemand "gleich die Wände hoch geht", kann man einfach NICHT sagen.

    --> Es könnte sich auch um eine Depression, eine Erschöpfungsreaktion, eine Angststörung.... und um tausend andere Sachen auch handeln.

    Liebe Grüße,

    Luzie

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Beispiele und Abgrenzung ADHS vs Borderline

    Hallo Luzie, danke für den ausführlichen Text. Ich weiß, dass meine Fragestellung sehr vereinfacht war... Und dass es solche "einfachen" Beispiele wahrscheinlich nicht zum Ausdruck bringen können... :/

  5. #5
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 909

    AW: Beispiele und Abgrenzung ADHS vs Borderline

    eager schreibt:
    Hallo Luzie, danke für den ausführlichen Text. Ich weiß, dass meine Fragestellung sehr vereinfacht war... Und dass es solche "einfachen" Beispiele wahrscheinlich nicht zum Ausdruck bringen können... :/
    Ach, ich kann dich gut verstehen!! Wenn man mit dieser Frage beschäftigt ist, dann braucht man natürlich alle Infos, die man kriegen kann... Ist nur gerade bei Borderline - sehr, sehr schwierig.

    Falls ich es schaffe, schreib ich hier auch noch mal ausführlicher rein!

    Liebe Grüße,

    Luzie

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 583

    AW: Beispiele und Abgrenzung ADHS vs Borderline

    Also erstmal ist es schwierig, sowas aufzuschreiben, denn jeder Borderliner ist, wie ein ADHSler auch, erstmal auch ein Mensch und somit sind seine Handlungen individuell.
    Trotzdem kann man natürlich bei gewissen Verhaltensweisen "typisch BL/ADHS" sagen... allerdings muss man im Hinterkopf behalten, dass es keine unumstößliche Regeln, sondern statistische Beobachtungen sind. Also wieder individuell verschieden. Und wie Luzie richtig schrieb: Auch Entstehungsgeschichte, Umfeld und was noch alles dazugehört spielen eine sehr große Rolle.
    Deswegen also jetzt aus meiner Perspektive, wie ich es selber als Betroffene wahrnehme:

    Deinem Vergleich kann ich erstmal zustimmen, mit einem großen ABER: es hört sich an, als würden sich BLer nie zu Recht aufregen. Das wäre schlichtweg Unfug.
    Aber wahr ist, dass ein BLer eher als ein ADHSler dazu neigt, Aussagen zu seinem eigenen Nachteil zu verdrehen (nenne ich gerne negative Egozentrik).

    Pattys Aussage finde ich schwierig, dass er das schlechte Gewissen des BLers als nicht-existent ansieht. Falsch.
    Aber die Grundaussage ich trotzdem richtig: Bei Persönlichkeitsstörungen gibt es das Problem, dass die Person keine anderen Handlungsmöglichkeiten sieht.
    Ein ADHSler sagt also: Es tut mir leid, ich hätte so und so reagieren, nächste mal versuche ich es besser zu machen.
    Der BLer sagt: Es tut mir leid, aber wie hätte ich denn sonst reagieren sollen?

    Beim Manipulieren würde ich auch sehr aufpassen. Das Wort Manipulation setzt voraus, dass die Handlung bewusst geschieht.
    Dies ist bei mir(!) nicht der Fall. Ich weiß im nachhinein z.B., dass ich hier und da "manipuliert" habe, aaaber nie nie niemals bewusst.
    Es geschieht meist aus einer Handlung heraus, in der ich selber extrem unter innerem Druck (vor allem Verlustsängste) stehe und das Unterbewusstsein scheint dann eine große Rolle zu spielen. Schwer zu beschrieben, da mir das immer erst später auffällt... Um beim Beispiel Verlustsangst zu bleiben: Person X will irgendwo hingehen und ich kriege Panik. Dann gehe ich in einen Automatikmodus über und ich mache alles, damit diese Person da bleibt. Person X bleibt also da, meine Panik flaut ab und langsam dämmert es mir, dass ich scheinbar gerade irgendwelche Mittel eingesetzt habe, um "meinen Willen" durchzusetzen. Aber eben nicht bewusst und in sofern ist das Wort Manipulation vollkommen fehl am Platz. Auch "Machtspielchen" oder "Willen durchsetzen" sind falsch, da sie immer bewusste Gedankengänge ("ich möchte bestimmen/meinen Willen durchsetzen") voraussetzen. Ich nenne es lieber "manipulativer Schutzmechanismus", denn Weg und Ergebnis sind nunmal von außen betrachtet identisch zu einer bewussten Manipulation, weswegen nicht-Betroffene es gerne gleichsetzen.

    Naja, aus von Luzie genannten Gründen finde ich es schwer, selber mehr Beispiele aufzulisten, ich glaub der wichtigste ist wirklich der Punkt, dass bei einer Persönlichkeitsstöung die geeigneten Werkzeuge fehlen, um anders zu reagieren, während bei ADHS die Werkzeuge vorhanden sind, in der Hektik aber gerne mal verschludert werden...

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 4

    AW: Beispiele und Abgrenzung ADHS vs Borderline

    @Patty: Sorry, hatte vorhin deinen Post übersehen, als ich ins Forum geschaut hatte. Dein Beispiel hilft mir sehr gut weiter bzw. so hätte ich es auch beschrieben. Wusste nur nicht, ob ich damit richtig liege.

    @ReRegenbogen: Ja, sorry natürlich können und dürfen sich Borderliner auch zu Recht aufregen. Das war jetzt eher so konstruiert. Daher beschreibt es Pattys Vergleich besser.

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 523

    AW: Beispiele und Abgrenzung ADHS vs Borderline

    Patty schreibt:
    ADHSler rastet aus. Auslöser: "Kleinigkeit"
    Borderliner rastet aus. Auslöser: "Kleinigkeit"

    ADHSler hat sich am nächsten Tag wieder beruhigt und schämt sich fürchterlich für seinen Ausraster. Entschuldigt sich. Überlegt, wie er solche Ausraster in Zukunft vermeiden kann. ...

    Borderliner setzt am nächsten Tag noch gezielte Stiche oder erklärt dem Gegenüber, daß es sich absolut unmöglich benommen hat. Rechtfertigt sein Verhalten mit: "Ich mußte dich anbrüllen; schlagen; ..., damit du weißt, wie schrecklich du bist. Du bist schuld!"


    Ohne Hilfe gelingt es weder dem ADHSler noch dem Borderliner, sein Verhalten zu ändern.
    Der ADHSler möchte sein Verhalten ändern, kann aber nicht.
    Der Borderliner weiß nicht, daß sein Verhalten anderen schadet. Wenn er denn weiß, welches Verhalten er ändern sollte, damit soziale Kontakte gelingen, wird er dies lernen wollen.
    das ist lustig, genauso seh ich das auch
    wobei meine ex freundin BL hatte und ich im verdacht auf ADS stehe
    es gab einige Situationen wie diese..
    allerdings rastete ich selten aus.. sie dagegen ziemlich oft,
    ich war eher perplex wieso sie so handelte wie sie handelte und ich war immer schuld, an allem
    ihre stimmungsschwankungen und ausraster kamen häufig wie aus dem nichts,
    auch bekam sie keine therapie

    naja bei mir tauchen wutausbrüche auch aus dem nichts auf, aber nur wirklich dann,
    wenn ich mich hintergangen oder unfair behandelt fühle..
    und auch bei streits wird es dann eigentlich nur noch schlimmer,
    wenn ich dann wirklich in diesem rage modus bin- (blinde wut)

    ich muss echt lernen das zu kontrollieren..
    ich hab vor kurzem jemand getroffen, der auch dieses Wutproblem hatte-
    allerdings, hatte er gelernt damit umzugehen, von daher weiß ich.. man kann es schaffen zu kontrollieren
    aber es ist noch eine menge arbeit.. die da vor mir liegt

    ich denke vorallem das selbstverletzende verhalten bzw suizidverhalten ist bei menschen mit adhs,
    nicht so ausgeprägt bzw kaum vorhanden im vergleich zu BL, wobei sich nicht jeder BL selbstverletzt!

    Dennoch,
    bei heftigen depressionen tauchen auch bei mir sogar sachen wie selbsthass, sowie suizidgedanken auf-
    das komische daran ist, selbst- wenn ich absolut nichts habe, wofür es sich lohnt zu leben,
    bzw. selbst wenn ich keinen sinn sehe, hier und jetzt für meine existenzberechtigung,
    so denke ich mir- muss es doch irgendeinen grund geben, warum ich auf der welt bin-

    irgendetwas gutes muss dieses leben an sich haben, was es so lebenswert macht
    und das hat es- nur sieht man all diese wundervollen dinge nicht, wenn man depressiv ist.

    Das ist allerdings mein persönliches Problem, ich denke das kann man nicht verallgemeinern-
    und auf ADHS beziehen, bzw hat auch mit dem selbstbild zu tun


    Borderliner haben meist ein ziemlich gestörtes selbstbild.. sie hassen sich selbst mehr als alles andere,
    sie hassen das was sie im spiegel sehen.. und bestrafen sich selbst...
    sie bestrafen ihre eigene sterbliche hülle mit unglaublichem schmerz,
    dabei verspüren sie eine deutlich erhöhte lust auf suizid,
    oft führt sogar der selbsthass zu dem suizid-

    (selbsthass= zb. auf dem harten boden schlafen, weil man selbst denkt, man ist es nicht wert im bett zu schlafen,
    ritzen mit rasierklingen, schlucken von rasierklingen, verbrennungen mit feuerzeugen, kopf/fäuste an harte steinwände schlagen usw usw)


    viele BL sagen sie brauchen den Schmerz, damit sie wissen, dass sie noch lebendig sind.
    Mit dem Suizid bzw dem expliziten Wunsch danach wollen sie auch Aufmerksamkeit erregen,
    nein das klingt jetzt irgendwie falsch hmm ..
    meistens senden sie ihren mitmenschen eindeutige zeichen vor ihrem suizid.. und wollen, dass man sie errettet
    bzw wollen, dass man sie wahrnimmt, dass man sich um sie kümmert

    entschuldigung, hatte vor einiger zeit reportagen auf Youtube über Borderliner gesehen
    Jugendliche mit borderliner in psychatrien hieß glaub ich der titel



    also wie gesagt, gibt es BL auch ohne SVV

    BL merkmale:

    • Der Betroffene will nicht alleine sein, will Trennungen vermeiden, und das auf jeden Fall
    • Zwischenmenschliche Beziehungen sind zwar intensiv, aber auch sehr instabil, Hass und Liebe wechseln sich häufig ab
    • Der Betroffene hat eine gestörte Identität. Er hat eine gestörte Selbstwahrnehmung.
    • Der Betroffene ist sehr impulsiv. Er lebt oft ohne Rücksicht auf Verluste.
    • Der Betroffene droht oft mit Selbsttötung und Selbstverletzung.
    • Der Betroffene ist auffällig unausgeglichen und instabil. Häufig sind auch Angst und Reizbarkeit oder depressive Stimmungen zu bemerken. Diese Stimmungen sind jedoch nur kurz vorhanden.
    • Der Betroffene fühlt sich leer und ihm ist langweilig
    • Der Betroffene kann seine starke Wut nicht unterdrücken
    • Der Betroffene mißtraut phasenweise jedem, in Krisen schaltete er komplett ab. Er erlebt sich selbst fremd und verändert.


    Auch habe ich vor kurzem einen Mann auf Youtube entdeckt der BL hatte- (nun gelöschter kanal)
    hauptsächlich sprach er über seine sicht des lebens (Welt ist schwarz weiß/ gut böse) und seiner beziehung zu seiner mitmenschen,
    und dass er auf andere wie von einem anderen planeten wirkt.
    seine stimmung war stets unterschiedlich, mal gelangweilt, mal super gelaunt, mal wütend auf irgendwas-
    man merkte sofort, was er an diesem tag erlebt hatte

    ich war erstaunt, in wie vielen Dingen er mir ähnelte-
    schade dass er den kanal gelöscht hat, sonst könnte ich noch näher beschreiben was ich dort sah-
    und wie ich den unterschied zu adhs sehen würde
    Geändert von DerTyp (10.06.2013 um 01:05 Uhr)

  9. #9
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.321

    AW: Beispiele und Abgrenzung ADHS vs Borderline

    ReRegenbogen schreibt:
    Pattys Aussage finde ich schwierig, dass er das schlechte Gewissen des BLers als nicht-existent ansieht. Falsch.
    Wo habe ich geschrieben, daß der BLer kein schlechtes Gewissen haben könnte?

    So in etwa sehe ich es aus meiner Erfahrung heraus:
    ...
    Der Borderliner weiß nicht, daß sein Verhalten anderen schadet. Wenn er denn weiß, welches Verhalten er ändern sollte, damit soziale Kontakte gelingen, wird er dies lernen wollen.
    Außerdem:
    Soweit ein Teil meiner Beobachtung. (Ausnahmen bestätigen die Regel!);
    Während ich in der Reha war, erzählten mir einige Borderlinerinnen wiederholt, daß ihnen erst während der Therapie bewußt geworden sei, daß dieses oder jenes Verhalten einem Mitmenschen geschadet habe. Einmal durch die "Konfrontation", die ein Baustein unserer Therapie war. Zum anderen durch die Therapeuten.

    Diese Borderlinerinnen hatten ein sehr schlechtes Gewissen. Hätten sie gewußt wie, dann hätten sie manches ungeschehen machen wollen.

    Soviel dazu.

    Zur Vervollständigung:
    Nein, nicht jede Borderlinerin hat mir berichtet, daß sie vorher nicht wußte, daß sie jemand anderem Schaden zugefügt hat.
    Kein einziger der männlichen Borderliner hat das Problem erwähnt. (Dazu kein Kommentar, ...)
    Eine Borderlinerin hat es sich zum Ziel gesetzt anderen zu schaden und mich dafür verurteilt, daß ich Schwächere schützen wollte.
    usw.
    usw.
    usw.

    und: jeder Mensch ist ein Individuum.
    und: Je nach Art des Frühschadens die Ausprägung des Borderlines.
    und, und und ...

    Nicht korrekt ist, daß ich geschrieben habe: "Der Borderliner weiß nicht ..."
    Ich hätte korrekter schreiben sollen: "Ein Großteil der Borderliner weiß nicht ..."

    LG Patty
    Geändert von Patty (10.06.2013 um 14:04 Uhr)

  10. #10
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.321

    AW: Beispiele und Abgrenzung ADHS vs Borderline

    DerTyp schreibt:
    das ist lustig, genauso seh ich das auch
    wobei meine ex freundin BL hatte und ich im verdacht auf ADS stehe
    es gab einige Situationen wie diese..
    allerdings rastete ich selten aus.. sie dagegen ziemlich oft,
    Interessante Parallele. Wobei es bei mir ein weibliches Familienmitglied ist.

    DerTyp schreibt:
    ich war eher perplex wieso sie so handelte wie sie handelte und ich war immer schuld, an allem
    Bei mir war es so, daß ich als kleines Kind keine andere Wahl hatte als zu denken, ihr Verhalten sei völlig in Ordnung. Bis heute wirken diese Gedankenmuster. Daß ich schuld an allem bin, habe ich bis vor kurzem geglaubt.

    DerTyp schreibt:
    ihre stimmungsschwankungen und ausraster kamen häufig wie aus dem nichts,
    Das war mit das Schlimmste. Du sitzt mit derjenigen gemütlich beim Kaffeetrinken. Völlig ohne Vorwarnung: Schlimm weil ich keine Chance hatte herauszufinden, wie ich die Ausraster hätte vermeiden können. Dabei war sie es ja, die sich um ihre Ausraster hätte kümmern müssen.

    DerTyp schreibt:
    auch bekam sie keine therapie
    Genau. Sie hat niemals einen Psychiater aufgesucht und auch niemals eine Therapie gemacht.
    Die Therapien mache ich!

    LG Patty

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