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Diskutiere im Thema ADHS und Selbstwertgefühl im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 83

    ADHS und Selbstwertgefühl

    Ein gesundes Selbstwertgefühl zeichnet sich ja durch eine positive Beziehung zu sich selbst aus. Wenn ich mich selbst mag, dann können mich auch andere mögen. Mit einem gesunden Selbstwertgefühl ist man mit sich selbst im Reinen, mit sich selbst im Einklang. Man kann zu sich stehen und sich selbstsicher behaupten.


    Kann von einem ADHS-Betroffenen überhaupt ein starkes Selbstbewusstsein bzw. ein gesundes Selbstwertgefühl erreicht werden?


    Mit einer solchen psychischen Erkrankung ist es ja sehr schwer wirklich sich auch so zu akzeptieren wie man ist und sich selbstsicher zu behaupten!

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: ADHS und Selbstwertgefühl

    mr91 schreibt:
    Mit einer solchen psychischen Erkrankung ist es ja sehr schwer wirklich sich auch so zu akzeptieren wie man ist und sich selbstsicher zu behaupten!
    Warum ist das schwer?

    Ich denke, wenn man nicht weiß, dass man ADHS hat, dann ist es schwer, weil man immer denkt, dass man selber schuld an den ganzen Problemen ist. Aber wenn man weiß, dass man ADHS hat, dann kann man das bei der Betrachtung der eigenen Leistungen (und Fehler) berücksichtigen. Und das führt dann zu einer Korrektur des negativen Selbstbildes. Bei mir ist das zumindest so. Aber das dauert schon seine Zeit. Aber ich würde nicht sagen, dass es schwer ist: Im Gegenteil.

  3. #3
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 232

    AW: ADHS und Selbstwertgefühl

    Ich tu mich da schwer mit Definitionen.. was ist denn ein starkes Selbstbewusstsein? Und ein gesundes Selbstwertgefühl? Ich glaub jeder hat doch was an sich zu nörgeln, ist unzufrieden oder sonstwas.

    Dass ich keine Fachtexte lesen und den Inhalt erfassen kann ist schon scheiße und lässt meinen Traum von nem Fernstudium in die "ferne" rücken (hahahha, Wortwitz).. Aber deswegen hab ich trotzdem ein paar wenige Freunde mit denen ich Spaß habe, die mich mögen auch wenn ich oft an mir selbst rumkrirtierse und mich auch sehr oft für irgendwas hasse, os dass ich quasi in so eine "ich-hasse-mich-gerade-starre-Position" verfalle damit ich nicht gänzlich expolodiere und irgendweas zerschlage.. aber ich weiß auch, dass ich sehr lustig sein kann, meine kreativität total abgehoben ist, was auch nicht jeder versteht..

    mit sich selbst in Einklang und Reinen sein klingt wie buddistische Meditation.. also etwas, was doch auch nicht selbstverständlich ist. das ist ja schon ein hartes training an so einen Punkt zu kommen ^^

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 83

    AW: ADHS und Selbstwertgefühl

    was ist denn ein starkes Selbstbewusstsein? Und ein gesundes Selbstwertgefühl? Ich glaub jeder hat doch was an sich zu nörgeln, ist unzufrieden oder sonstwas.
    Darüber sind sich Fachleute wohl auch nicht einig. Viele Psychologen sind heute der Ansicht, dass ein wirklich starkes Selbstwertgefühl bzw. starkes Selbstbewusstsein erst dann erreicht ist, wenn man sich wohl in seiner Haut fühlt, im Einklang mit sich ist. Also nicht jeder der selbstbewusst, selbstsicher autritt, hat auch wirklich ein starkes Selbstbewusstsein. Ein richtiges Selbstwertgefühl ist der Zielzustand und das hätten gegenwärtig nur wenige Menschen, aber jeder könne sich das als Ziel setzen. Aber natürlich haben auch selbstbewusste Menschen manchmal Selbstzweifel oder finden sich nicht 365 Tage im Jahr immer schön.

  5. #5
    cocolores

    Gast

    AW: ADHS und Selbstwertgefühl

    mr91 schreibt:

    Mit einer solchen psychischen Erkrankung ist es ja sehr schwer wirklich sich auch so zu akzeptieren wie man ist und sich selbstsicher zu behaupten!
    Im Gegenteil. Alles, was du dir ohne das Wissen um die pathologischen Facette der Sache als Unzulänglichkeit, Charakterschwäche oder Intelligenzmangel ausgelegt hast, kannst du dir so uminterpretieren, dass du weder Schuldgefühle noch Scham empfindest; die Dinge, mit denen du dir deine Selbstsicherheit demolieren würdest.
    Man entwickelt seine Bewältigungsstrategien und Alltagskompensationen, braucht dazu gute verständnisvolle Freunde und vor allem viel Selbstironie; und fertig ist ein Mensch, der sich so akzeptiert.

    In meinem Job bspw. machen Kollegen ohne AD(H)S auch nicht weniger Fehler als ich. Aber ich muss für dieselbe Fehlerquote mehr tun als sie. Das könnte ich mir jetzt ankreiden und mich darüber ärgern, aber im Grunde kann ich auch stolz darauf sein.
    could be a feature, not a bug..

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 1.209

    AW: ADHS und Selbstwertgefühl




    Kann von einem ADHS-Betroffenen überhaupt ein starkes Selbstbewusstsein bzw. ein gesundes Selbstwertgefühl erreicht werden?
    Also ich habe wieder ein besseres Selbstwertgefühl seit ich die Diagnose habe. Jetzt weiß ich endlich warum ich die letzten Jahre nichts gebacken bekommen habe. Ich bin nicht faul, ausgebrannt oder beziehungsunfähig. Ich bin nicht verrückt, sondern habe eine Krankheit, die ursächlich für meine Probleme ist.

    Trotzdem schiebe ich nicht die ganze Verantwortung an die Krankheit ab, sondern versuche zumindest mein Verhalten zu verändern und zu kontrollieren. Denn hier bin ich trotz Erkrankung teilweise steuerungsfähig.

    Zum Thema Selbstwertgefühl kann ich ganz allgemein sagen, dass man gleichzeitig krank UND eine spitzen Persönlichkeit sein kann.
    Meine Defizite bestimmen ja nicht wer ich BIN. Wenn ich mich nur über meine Leistung definieren würde, wäre es mit meinem Selbstwertgefühl momentan nicht weit her.

    Anders siehts mit dem Selbstvertrauen aus. Das hat nämlich in den letzten Jahren ganz schön gelitten. Wenn man jahrelang nichts so richtig gut gemacht hat, dann traut man sich einfach auch weniger zu. Früher hab ich mir alles zugetraut, alles ausprobiert und auch noch Spass dabei gehabt. Heute gehe ich in der Regel davon aus bei neuen Dingen zu scheitern.

    Konkret: Ja. Auch mit ADHS kann man ein starkes Selbstbewusstsein haben. Wenn man sich nicht durch Leistung oder seine Defizite definiert.

  7. #7
    Ist hier zuhause

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    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS und Selbstwertgefühl

    mr91 schreibt:
    Kann von einem ADHS-Betroffenen überhaupt ein starkes Selbstbewusstsein bzw. ein gesundes Selbstwertgefühl erreicht werden?
    Vermutlich nur, insofern es ihm gelingt, sein eigenes Ding durchzuziehen, seinen eigenen Weg zu bestreiten. Das jahrelange Herumwursteln und Dahinvegetieren in Fremdstrukturen, das ständige Nurerledigen dessen, was einem aufgetrichtert wird, muss irgend wann zum kompletten Überschnappen führen oder zur Auflösung jeglicher Eigenheit, dem allmählichen Verlöschen der Persönlichkeit, der Einreihung in die gesichtslose Armee.

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: ADHS und Selbstwertgefühl

    Eiselein schreibt:
    Vermutlich nur, insofern es ihm gelingt, sein eigenes Ding durchzuziehen, seinen eigenen Weg zu bestreiten.
    Was ohne Lobbyismus eigentlich kaum (nicht) möglich ist, da die Kräfte begrenzt und anderweitig benötigt sind.

    Und auch wenn man den kleinen Revoluzzer in sich pflegt, ihn aufbaut und nur punktuell und zielsicher einsetzt, er braucht (intellektuelle) Aufmerksamkeit und vor allem Ruhepausen. Die kosten Zeit und bringen Stagnation und Rückschläge mit sich, was wiederum den Revoluzzer und seine eigens eingerichtete Umgebung angreifbar macht.

    Dieser ständige Territorialkampf (etwas anderes ist eine akzeptierte Daseinsberechtigung nicht), führt doch eigentlich (ohne Hilfe) zwangsläufig zur



    Eiselein schreibt:
    Auflösung jeglicher Eigenheit, dem allmählichen Verlöschen der Persönlichkeit, der Einreihung in die gesichtslose Armee.



    Ok..... wer einen Revoluzzer Marke Rottweiler in sich trägt hat da mehr Chancen.

  9. #9
    cocolores

    Gast

    AW: ADHS und Selbstwertgefühl

    creatrice schreibt:
    Dieser ständige Territorialkampf (etwas anderes ist eine akzeptierte Daseinsberechtigung nicht)

    Auch wenn ich zu wissen glaube, was du meinst und inwieweit da etwas dran ist, halte ich diese Aussage für etwas zu überspitzt. Nach meinem individuellen Erleben hört dieser Territorialkampf genau in dem Moment eigentlich auf, in dem ich mich als ADHSler begriffen habe.

    Natürlich "verteidige" ich mich noch gegenüber dem einen oder anderen und verteidige meinen höchst eigenen Claim insofern, als dass ich versuche, meinem Gegenüber beizubiegen, dass die Slapstickeinlagen meines Alltages nicht Ausdruck fehlender Willenskraft oder schlampiger Hirnaktivität sind. Aber hinsichtlich Lobbyismus hat die Einsicht in das Vorhandensein der ADHS in meinem Leben dazu geführt, dass ich sogar weniger auf Zuwendung und Verständnis von aussen angewiesen war, denn ich konnte plötzlich einordnen, was ich tat, warum ich es tat. Das, was mir eigentlich vorher den Großteil meiner Energie abgezogen hat, waren nicht die notwendigen Coping - und/oder Handlungskompensationsstrategi en, sondern mein eigenes innerliches Fighten um ständige, tägliche, stündliche Selbstakzetanz dessen, was mir gerade wieder Idiotisches "passiert" ist, was anderen nicht passiert (gefühlt und tatsächlich). Ich habe aufgehört, mit mir zu hadern und das hat unglaublich Energie freigesetzt. Ich habe plötzlich die Freiheit, mich situativ zwischen Schadensbegrenzung und Systempflege zu entscheiden und empfand das als Erleichterung - und als immensen Benefit für mein Selbstwertgefühl. Insofern würde ich persönlich sogar so weit gehen zu sagen, dass ich das (sichtbar/scheinbare) Nivellieren meines Verhaltens nicht als Verlust meiner Persönlichkeit empfinde, sondern als einen Gewinn im Umgang mit meinen eigenen Ressourcen. Der Revoluzzer in mir verliert an Ambivalenz, was mir ( immer ganz speziell bei mir zu betrachten) zu einem im Gegensatz zu früher gesünderen Einstellung zu einer "Niemals rechtfertigen"-Prämisse geführt hat.

    Kannst du mir mal an einem Beispiel erläutern, was du bspw. damit meinst, dass Ruhepausen Rückschläge mit sich bringen?

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 6.847

    AW: ADHS und Selbstwertgefühl

    cocolores schreibt:

    Kannst du mir mal an einem Beispiel erläutern, was du bspw. damit meinst, dass Ruhepausen Rückschläge mit sich bringen?

    Gern!

    Nehmen wir mal das Beispiel Job. Man hat Probleme mit der Konzentration, der Ordnung, der Ablenkung, der Vergesslichkeit und der Organisation, um nur einige Teilgebiete zu nennen. Sprich, man bräuchte mehr Pausen, mehr Zeit, mehr Verständnis dafür, dass der Arbeitsplatz nicht ständig (automatisch), sondern nur zu festgesetzten Zeiten (selbst- oder fremdmotiviert) aufgeräumt wird, das der Geräuschpegel niedrig bleibt und komplexe Aufgaben detailliert zum Mitschreiben genannt werden, dass es Konzentrations- und Motivationseinbrüche gibt.

    In der Realität sieht es so aus, dass dies sehr sehr viel Verständnis von Vorgesetzten und Kollegen erfordert, welches grösstenteils nicht da ist. Ich muss also den Revoluzzer auspacken und für meine Eigenheiten (die ja trotzdem zu guten Arbeitsergebnissen führen) kämpfen. Die Lobby ist also nicht vorhanden.

    Die andere Möglichkeit ist, was meist nach gewisser Zeit des "Kampfes" so ist, den Revoluzzer ruhen zu lassen (meist mangels Kraft), und zu versuchen, sich krampfhaft an die Gegebenheiten und Gepflogenheiten zu halten. Das ist aber auf Dauer nicht durchzuhalten, da Konzentration, Motivation etc. nur mit enormen Kraftaufwand zu schaffen sind. Der Rückschlag erfolgt unvermeidlich........ Burnout/Durchgedreht/Abschaltung der Systeme.............


    Im Übrigen hat mir persönlich die Diagnosestellung keine Erleichterung verschafft. Denn, auch wenn ich jetzt "Krücken" in Form von Medis, Therapie und Strategien bekomme, muss ich ja trotzdem enorm weiterkämpfen. Auch die Krücken brauchen Zeit und Kraft, ein "Hinkefuss" ist man ja trotzdem noch in der Gesellschaft (z.B. in Bezug auf Tempo, Leistung etc).
    Mir würde es nur Erleichterung bringen, wenn die Gesellschaft grossflächig akzeptiert, das es weit ab von der Norm auch funktionsfähiges, leistungsstarkes, integrierwürdiges Leben gibt.

    Über "Slapstickeinlagen" und andere Peinlichkeiten kann ich übrigens selbst am Besten lachen, ich sprach eher von den existentiellen Dingen, die eine dauerhafte Berufstätigkeit erschweren, die Sozialkontakte erschweren etc etc.
    Geändert von creatrice ( 8.06.2013 um 14:15 Uhr)

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