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Diskutiere im Thema schizophrene Freundin- totale Hilflosigkeit im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 64

    schizophrene Freundin- totale Hilflosigkeit

    hi,

    eine meiner ältesten Freundin driftet seit ca. 2 Jahren ab und niemand kann helfen weil sie komplett in ihrer Welt ist und keine "Einsicht" hat, dass etwas nicht mit ihr stimmt.

    Vorab- es gibt keine offizielle Diagnose, denn sie ist ja nicht "verrückt" und geht nicht zum Arzt. Aber bereits ihre Mutter ist erkrankt und ihr Vater (selbst Arzt) ist vertraut mit den Symptomen. Sie lebt in Norddeutschland, ihre Eltern in Süddeutschland. Und sie lebt alleine, ist gesellschaftlich auch eher außen vor. Daher fällt es wahrscheinlich der näheren Umgebung nicht so sehr auf wie krank sie ist.

    Sie hat die Vorstellung, dass sie therapiert wird und alles um sie herum darauf arrangiert wird. Fährt ein rotes Auto vorbei, hat das eine Bedeutung, schreit der Uhu, hat das eine Bedeutung, geht die Sirene, läuft jemand mit einer Kamera herum, fliegt ein Flugzeug..... alles ist für sie bestimmt.
    Sie erhält dadurch Anweisungen was sie zu tun hat. Ihr Tag ist streng strukturiert weil sie ja alles immer abarbeiten muß.

    Es ist endlos....

  2. #2
    Mumford

    Gast

    AW: schizophrene Freundin- totale Hilflosigkeit

    Das klingt für mich nach (paranoider) Schizophrenie. Aber das ist nur mein Eindruck als absoluter Laie.

    Ich kenne selbst jemanden mit einer Diagnose auf Schizophrenie. Sie ist sich aber über ihren Zustand im Klaren und geht damit auch recht offen um.
    Obwohl man es ihr gar nicht anmerkt (-sagen auch Andere-), braucht sie trotzdem ab und zu Medikamente, wenn es zu sogenannten "Schüben" kommt.

    Das mit den "Anweisungen" hat sie mir mal ganz gut beschrieben. Sie kann dann wirklich nicht mehr auseinander halten, ob es Einblidung ist, oder nicht.

    Jedenfalls ist sie in Behandlung und kann damit sogar recht "gut" (-wenn man das überhaupt so sagen kann-) leben.

    Aber zunächst musste sie sich erst einmal über ihre Krankheit im Klaren werden.
    Geändert von Mumford ( 6.04.2013 um 23:27 Uhr) Grund: Formulierung geändert

  3. #3
    WbD


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 216

    AW: schizophrene Freundin- totale Hilflosigkeit

    Hey Du,

    da kannst du ohne Krankheitseinsicht leider erst einmal nicht viel machen. Einer meiner besten Freunde hat paranoide Schizophrenie, hört in Akutphasen bewertende und imperative Stimmen. Passiert hin und wieder mal, trotz Dauermedikation, und dann ist es auch bei ihm manchmal schwierig, einen Zugang zu finden, obwohl wir ein gutes Vertrauensverhältnis pflegen, und er mir meist über den Weg traut, wenn ich ihm zu einem Besuch im psychiatrischen Krisenzentrum fahren möchte.

    Will sagen: Je mehr du probierst, sie zu überzeugen, umso mehr musst du einen nachhaltigen Knick in eurem Vertrauensverhältnis fürchten, was langfristig gesehen problematisch ist.

    Darf ich fragen wie alt deine Freundin ist?

    LG
    WbD

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 466

    AW: schizophrene Freundin- totale Hilflosigkeit

    Hallo pindakaas,

    leider gehört die fehlende Einsicht zum Krankheitsbild.

    Darüber reden zu können, wie es Mumford beschreibt, wird evtl erst dann möglich, wenn der bereits bestehenden ärztlichen Diagnose nicht mehr ausgewichen werden kann, oder Medikamente ein Reflektieren ermöglichen.
    Schizophrene sind während der Schübe nicht fähig zur Metakommunikation, d.h., du kannst mit ihr gar nicht sachlich und distanziert über ihr Verhalten, bzw ihre Behauptungen reden - wie du sicher schon gemerkt hast.
    Das macht es umso schwieriger, sie zum Gang zum Arzt zu ermutigen, mehr als hin und wieder vorschlagen kannst du das nicht, jegliche Überredungsversuche dürften eher "nach hinten los"gehen, insofern als dass sie sich möglicherweise bedroht fühlt und du zu einer gefühlten "Feindin" wirst. (sorry, wenn ich schon Geschriebenes wiederhole)

    Um mit deiner Hilflosigkeit besser klarzukommen, würde ich dir sehr empfehlen, dich über den Umgang mit Schizophrenen zu informieren. Dazu gehört z.B., Wahnvorstellungen weder auszureden, noch zu bestätigen, gleichzeitig aber zum Ausdruck zu bringen, dass du sie nicht teilst - ohne zu versuchen ihr die Augen über die Unsinnigkeit zu öffnen, so wie Vorgehensweisen in der Kommunikation, die klar und transparent sein sollte, und nichts wie Ironie oder Metaphern enthalten darf.

    Diese Informationen hätten mir vor Jahren in derselben Hilflosigkeit sehr weitergeholfen, hätte ich sie gehabt.
    Wie jemand im Freundeskreis iiiirgendwann geschafft hat, denjenigen dazu zu bringen, sich ins Krankenhaus fahren zu lassen, ist mir ein Rätsel, ich war nicht dabei.

    Das einzige, was mir geholfen hat, war Öffentlichkeit (die du positiverweise ja hier auch schon suchst). Also nicht allein mit dem Problem zu sein, mit Freunden, Verwandten sprechen, zur Not eine Beratungsstelle aufsuchen, vielleicht findet man dort ja Ratschläge, wie man jemanden dazu bewegen kann, einen Arzt aufzusuchen.

    Es ist in der Tat blöd, nur zuschauen zu können, bis sie irgendwann so auffällig wird, dass sie ggf. zwangseingewiesen wird . Das kann lange dauern und weit gehen. Und so etwas wie ein Leidensdruck scheint ja auch nicht vorhanden zu sein.
    (Oder hat sie vielleicht ein Kind, dass du den Vorschlag machen könntest, sie möge sich für das Kind einer Untersuchung unterziehen?)

    Mich würde interessieren, was sie zu der Diagnose ihrer Mutter sagt, auch wenn die wahrscheinlich kaum eine Einsicht herbeirufen kann.
    Und ihr Vater kann auch nichts machen? (frag mich jetzt nicht was denn, ich weiß es auch nicht)

    LG

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 71

    AW: schizophrene Freundin- totale Hilflosigkeit

    pindakaas schreibt:
    Sie hat die Vorstellung, dass sie therapiert wird und alles um sie herum darauf arrangiert wird.
    Genau das hat meine beste Freundin auch erlebt.
    Ich empfand das oft als zermürbend. Sie war so überzeugt davon, dass alle sich gegen sie abgesprochen hatten, die Ärzte und Therapeuten sie nur kontrollieren wollten.

    pindakaas schreibt:
    Es ist endlos....
    Genau. Du sagst es. Es sei denn, du gewinnst Abstand und sorgst für dich.

    Wenn ihr Vater selbst Arzt ist, kann man nicht noch mehr für sie tun.

    Meine Philosophie von "Erziehung" und "Menschen ändern" ist die: wenn man mit gutem Beispiel voran geht und den anderen die positiven Effekte selbst erkennen lässt, wird er/sie gegebenenfalls neugierieg, etwas anderes auszuprobieren.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 64

    AW: schizophrene Freundin- totale Hilflosigkeit

    Danke für Eure Nachrichten...

    Sie lebt sehr isoliert, ihre Eltern sind ja weit weg und auch ich wohne weit weg. Zu Beginn ihrer Erkrankung hatte sie den Kontakt zu mir abgebrochen weil sie meinte, ich würde dazu gehören. Damals hatte sie das starke Gefühl von Bedrohung und Verfolgung, war extrem misstrauisch. Nach ca 10 Monaten nahm sie wieder zu mir Kontak auf. Grund war, dass sie sich inzwischen nicht mehr negativ verfolgt fühlte, sondern dachte/denkt dass man sie therapieren möchte um ihr zu helfen bezogen auf Männer und Beziehung. Sie akzeptiert das alles und macht mit.


    Sie ist Ende vierzig, finanziell eigentlich durch eine Rente gut abgesichert. Deswegen konnte sie auch soviel unterwegs sein und es ist nicht aufgefallen.
    Meine Freundin sagt natürlich dass es bei ihr anders ist, denn sie wüßte ja was die Symptome sind bei ihrer Mutter und bei ihr trifft das eben nicht zu.
    Ich mache schon so wie oben beschrieben, versuche im Gespräch neutral zu bleiben. Auf Kritik reagiert sie sehr agressiv. Mir ist es wichtiger den Kontakt zu halten als zu versuchen aufzuklären, das kommt eh nicht an...

    Okay, weiter warten auf irgendwas ist wohl angesagt

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 316

    AW: schizophrene Freundin- totale Hilflosigkeit

    Hi,

    hab so einen Fall in der Familie. Mein Onkel, das geht seit 5 Jahren so. Erst langsam, ganz schleichend, mittlerweile ist es so weit, das er irgendwo im Wald lebt. Er "forscht". Wir befürchten, dass es langsam so weit ist, dass er bald sterben wird. Er verweigert jede Hilfe aber kann sich selbst nicht mehr versorgen. Alle sind böse, haben schlechte Absichten etc. Das erste was ich lernen musste und es ist einer der härtesten Lektionen die ich machen musste "DU KANNST NICHTS TUN!" Im Gegenteil, jede Hilfe hält den Status quo aufrecht. Wir sind so weit, ich und meine Familie, dass wir sagen, das wenn er anruft, wir ihm sagen wir können nichts tun. Sozialpsychiatrischer Dienst ist informiert (Ist ne gute Anlaufstelle) und Polizei auch aber solange er nicht selbst oder fremdgefährdend ist dürfen sie nicht eingreifen denn "Jeder Mensch hat das Recht so verückt zu sein wie er will".

    Schlussendlich kann ich dir nur raten definiere ganz klar deine Grenzen und distanziere dich im Zweifelsfall.

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