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Diskutiere im Thema ADHS und Spielsucht im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 20

    Frage ADHS und Spielsucht

    Hallo liebe Foris,

    vor weg...ich hoffe ich bin hier in der Abteilung richtig....

    leider ist es ja oft so, dass mit ADHS noch andere Begleiterscheinungen auftreten.
    Oftmals sind es ja Süchte, bei denen die Betroffenen versuchen „abzuschalten“.

    Bei meinem Freund ist es die Spielsucht. Von Anfang an hat er mir darüber erzählt, wie sehr es ihn stört, dass nicht unter Kontrolle zu haben.
    Dass er wochenlang ohne Spielen auskommt und das es dann Momente gibt, in denen er zu viel Stress hat (sich zu viel zumutet) und er dann mit dem Kasino sein ADHS einfach vergessen kann.
    -Ich denke ich brauche nicht zu erwähnen, dass er sich damit reichlich Probleme einfährt, dass weiß er auch alles selber.
    Sein Therapeut meint, dass er sich entscheiden müsse, entweder ein Leben mit Spielen und die Konsequenzen tragen, oder ein Leben ohne Spielen und sich ein anderes Ventil suchen.

    Ich denke, das ist alles leichter gesagt als getan.

    Jetzt am Wochenende fing er an darüber zu reden, dass alles so Stressig sei, im Beruf, er Nachts nicht mehr schlafen kann und er fühlt, wie es sich anbahnt das er durch dreht.
    Er wieder ins Kasino rennt und er hinterher wieder von sich selber stark enttäuscht ist.

    Ebenfalls hat er mich gefragt, wie ich reagieren würde, wenn wir miteinander unterwegs sind und ihn seine Sucht auf einmal überkommt. Ob ich ihm dann sein Geld, was ich für ihn verwalte geben würde zu mindest einen kleinen Betrag…
    Genauso erläuterte er seine Bedenken, dass wenn es so weit kommt, er schon viele Leute verbal vergrault habe….und es ihm im Eifer der Sucht egal sei, wen er wie verbal attackiert…….es nütze auch kein abhauen… denn in Hingabe des Gefechts würde er nur eines sehen, dass ich SEIN Geld habe und er spielen will.
    Kurz um, er würde bei so einem Anfall alles erdenkliche tuen, damit er an sein Geld käme.

    -Er hat totale Angst, dass so eine Situation passiert und ich dann weg bin…
    Der Gedanke daran mache ihn krank. Ich bin in seinen Augen, wie ein Engel, der so eine Behandlung nicht verdient hat.

    Natürlich erschreckt mich seine Äußerung und ich mache mir Gedanken … auch darüber, dass er soweit denkt, bzw. sich damit beschäftigt. -Ich gehe mal davon aus, dass er aus seinen Erfahrungen spricht.
    Andererseits bin ich der Typ Mensch der in solchen Situationen ruhig reagiert.

    Wie soll ich mich generell verhalten?? Ich habe über Spielsucht im Allgemeinen gelesen und weiß, dass Spieler ihr Gegenüber gut beeinflussen können, sie spielen quasi mit einem.
    Neulich habe ich ihm Geld geliehen, habe dieses jedoch zwei Tage später zurück bekommen…sollte ich so was überhaupt machen? Geld leihen?
    -Ich weiß nicht, ob er zocken war.
    Bisher hat er es mir immer erzählt, auch weil er selber von sich dann sehr enttäuscht ist.
    Kennt jemand von euch die Problematik? Wie regelt ihr das? Habt ihr da für euch untereinander bestimmte Regeln/Absprachen aufgestellt.

    LG, Kruemel

  2. #2
    Zissy Stardust

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.577

    AW: ADHS und Spielsucht

    kruemel schreibt:


    Sein Therapeut meint, dass er sich entscheiden müsse, entweder ein Leben mit Spielen und die Konsequenzen tragen, oder ein Leben ohne Spielen und sich ein anderes Ventil suchen.

    Ich denke, das ist alles leichter gesagt als getan.

    Hallo kruemel,

    Mit der Problematik bin ich vertraut.

    Du hast völlig recht: Leichter gesagt als getan - aber alternativlos.

    So gut ich auch verstehen kann, dass Dein Freund sich vor sích selber schützen möchte
    (wobei man nur hoffen kann, dass dies sein wirklicher/einziger Beweggrund ist...)
    indem er Dir die Verwaltung seines Geldes "anvertraut":
    Hältst Du es denn für eine gute Idee, dass ausgerechnet Du diejenige sein sollst, die im Fall der Fälle zwischen ihm und seinem Kick steht?

    Ich will gar nicht näher darauf eingehen, in was für Situationen das Dich b.z.w. Euch bringen kann - Dir fehlt es sicher nicht an Phantasie, Dir das selber auszumalen.

    Aber wenn Dein Freund die Gefahr, wieder zu spielen, ernsthaft minimieren will, sollte dies auch möglich sein, ohne Dir die Last von Entscheidungen aufzubürden,
    von denen er befürchtet, sie nicht selber in seinem Sinne treffen zu können/wollen
    (wobei sich Süchtige ja meistens eh nie vollkommen sicher darüber sind, was genau denn nun eigentlich "in ihrem Sinne" ist:
    Sich selber aushalten lernen oder "mit wehenden Fahnen" dem eigenen Untergang entgegen reiten?
    Legitime Fragestellung übrigens....).


    Es lässt sich immer eine andere Person für die Verwaltung seines Geldes finden (das weiß er auch, glaub mir), als ausgerechnet der Mensch,
    den er (wie gesagt: hoffentlich) am wenigsten enttäuschen möchte.
    Was ist denn, wenn er es, trotz vorausgesetzten besten Wollens, nicht schafft, völlig abstinent zu bleiben?!

    Doppelter Selbsthass/Perspektivlosigkeit ("Hat ja eh alles keinen Sinn, wenn ich es nicht einmal für SIE schaffe")/Resignation ("Jetzt ist ja eh alles egal")/Verstärkte Gefahr des tieferen Abgleitens in die Suchtmechanismen/Verlust des Partners und so weiter und so fort...
    oder alternativ
    Dein neues Leben als Co-Abhängige (nach Informationsmaterial musst Du nicht lange suchen....).


    Wäre es denn überhaupt realistisch, darauf zu hoffen, dass Dein Freund Dir dauerhaft einfach immer nur dankbar dafür sein wird,
    wenn Du denn wirklich die richtigen Entscheidungen für ihn treffen würdest (mal abgesehen davon, dass das ja keine Dauerlösung sein kann)?
    Letzten Endes macht ein Süchtiger aller Erfahrung nach ja dann doch denjenigen verantwortlich für sein Elend,
    der ihm den Zugang zu seiner jeweiligen "Problemlösungsstrategie" verwehrt.

    Alles, was Du schreibst, klingt für mich danach, als suche Dein Freund sich derzeit noch jedes erdenkliche "Schlupfloch", um sich nicht der Tatsache stellen zu müssen, dass nur er selbst mit dem Spielen aufhören kann (wenn er es denn wirklich will).

    Die vermeintliche Einsicht, die er ja an den Tag legt, ist in meinen Augen leider auch nur eines dieser "Schlupflöcher".

    Ich kann Dir nur raten, Deine Grenzen zu wahren, solange Du noch kannst. Damit hilft man Süchtigen immer am besten
    (auch wenn die das naturgemäß meistens erstmal anders sehen.....

    Mach Dich nicht zum Teil des Problems ( und leih ihm z.B. -selbstverständlich- kein Geld, solange er offensichtlich ein Problem im Umgang mit Geld hat).

    Wäre ich er (und ich war mal so), dann hätte ich vollstes Verständnis für so ein Verhalten, und ich würde deswegen ganz sicher nicht Deine Gefühle für mich in Frage stellen - im Gegenteil.

    Alles Gute Euch beiden!!

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Angehörige(r)
    Forum-Beiträge: 20

    AW: ADHS und Spielsucht

    Moin Spätzünder,

    vielen Dank vorab für deine Antwort.

    Spätzünder schreibt:
    Hallo kruemel,
    Ich kann Dir nur raten, Deine Grenzen zu wahren, solange Du noch kannst. Damit hilft man Süchtigen immer am besten
    (auch wenn die das naturgemäß meistens erstmal anders sehen.....

    Mach Dich nicht zum Teil des Problems ( und leih ihm z.B. -selbstverständlich- kein Geld, solange er offensichtlich ein Problem im Umgang mit Geld hat).

    Wäre ich er (und ich war mal so), dann hätte ich vollstes Verständnis für so ein Verhalten, und ich würde deswegen ganz sicher nicht Deine Gefühle für mich in Frage stellen - im Gegenteil.

    Alles Gute Euch beiden!!

    Genau das ist der Punkt, den ich versuche zu finden.
    Meine Eigenen Grenzen wahren!

    -Und nein, es ist nicht mein Bestreben, dass ich zum Teil des Problems werde....ihm sein Geld verwalte und ich in so eine Situation gerate, die er selber angesprochen hat.
    Ich möchte nicht das Ziel des Pulverfasss werden bzw. sein und ich denke, wenn ich dass alles auf mich nehme, ich sein Ziel auf kurz oder lang werden würde.

    Fakt ist, da es in den letzten Stunden bei ihm zum Super Gau kam, dass ich für mich selber jetzt entschlossen habe, mich mal richtig ausführlich bei einer Beratungsstelle beraten zu lassen.
    Ich muss wissen, wie ich mich besser verhalten und was alles auf mich zukommen kann.
    Das werde ich ersmtal unabhängig von ihm machen und danach werde ich ihn einbeziehen, dass ich dort war, zur Beratung und mich dementsprechen nund verhalten werde.
    Es gibt zwei Möglichkeiten, wie du selber beschreiben hast, entweder er versteht es oder eben nicht.


    LG, Kruemel

  4. #4
    .

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.018

    AW: ADHS und Spielsucht

    Hallo Kruemel,

    Spätzünder hat es schon schön beschrieben, "Co - Abhängigkeit"

    Die Suchterkrankung beeinflusst auch das Umfeld und die Angehörigen beschäftigen sich mit den Problemen der Abhängigen, sie versuchen Hilfestellungen zu geben,

    sie warnen und mahnen um dann doch wieder zu beschützen, zu erklären und zu rechtfertigen.

    (Die Partnerin die Kredit gibt oder Schulden begleicht,)

    Aber mit dem "scheinbar" helfenden Verhalten wird den Abhängigen jedoch nicht geholfen, die Sucht wird nur mitgetragen und da beginnt die Co - Abhängigkeit.

    (Beschützen - Kontrolle - Anklage)

    "Hilfe durch Nicht-Helfen" ist hier angesagt!

    Er muss sich Hilfe suchen und das bestreben muss von ihm ausgehen. Professionelle Hilfe zB. durch die Diakonie - "Diakonische Suchthilfe" die sind eigentlich überall ansässig.

    Lieben Gruß
    Smiley

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