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Diskutiere im Thema Umgang mit Suizidgedanken im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.388

    Umgang mit Suizidgedanken

    Wir ADHSler haben ja immer wieder verbohrte Gedanken, etwas jetzt unbedingt tun zu müssen… das ist jetzt gerade bei mir so.
    Und da mir das Thema wichtig ist und ich nicht immer die richtige Distanz habe, um darüber zu schreiben, mache ich es jetzt (auch wenn man als ADHSler ja sonst über alles eine Nacht schlafen sollte…)

    Vorweg:

    Das hier soll NICHT eine Anleitung zum Suizid werden!!!

    Wer dies hier sucht oder kurz davor steht, sich selbst etwas anzutun, sollte dringend Hilfe in Anspruch nehmen!
    Informationen gibt es beispielsweise hier:

    http://www.suizidprophylaxe.de/Hilfsangebote/liste%20der%20einrichtungen%20 zur%20suizidpraevention.htm
    oder
    http://www.selbstmord.de/forum/portal.php


    Mir geht es darum, wie man mit Suizidgedanken bei sich selbst oder anderen Menschen gut umgehen kann. Mir geht es um Verständnis. ich selbst bin davon seit 20 Jahren betroffen und ich habe auch mit anderen Menschen zu tun, die suizidal sind oder waren. Ich möchte das Verständnis im Umgang mit den Suizidgedanken fördern ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Ich schreibe von meinen persönlichen Erfahrungen und Meinungen!

    Warum Suizidgedanken? Wer hat sie?
    Suizidgedanken entstehen dadurch, dass die eigenen Erlebnisse und Erfahrungen derart negativ besetzt sind, dass sie in Frage stellen, wie die Zukunft weiter gehen kann – geprägt von Zukunftsangst, Versagensangst, Hoffnungslosigkeit…

    Es gibt körperliche Erkrankungen, die dazu führen können beispielsweise beim Clusterkopfschmerz oder der Trigeminusneuralgien, bei denen die Schmerzen so unerträglich werden können, dass ein Suizid als einziger Ausweg scheint.

    Bei psychischen Erkrankungen spielen Suizidgedanken eine wichtige Rolle. Wer stark genug von einer Depression betroffen ist, hat früher oder später immer Suizidgedanken.

    Jeder Mensch, der einen starken Leidensdruck hat, kann Suizidgedanken entwickeln unabhängig von der Ursache.
    Es kann entweder eine Hochrechnung sein des bisherigen Lebens oder eine akute unerträgliche Situation, die andere Optionen in den Schatten stellt.

    Warum schreibe ich das hier?
    Wer sich hier in das Forum verirrt (nein nicht Wörtlich gemeint, denn es ist unendlich wertvoll!!!), der hat einen Leidensdruck. Warum sollte ein glücklicher mit sich zufriedener Mensch nach Selbsthilfe in einem Forum suchen. Deshalb braucht sich hier niemand schämen, der schon die Gedanken hatte, nicht mehr auf dieser Erde sein zu wollen!

    Ich denke, dass hier viele von dem Thema betroffen sind. Ich finde es wichtig, diese Gedanken richtig einordnen zu können. Ich habe mich lange Zeit selbst dafür gehasst, dass ich Suizidgedanken habe. Das ist aber ein Teufelskreis. Der Hass fördert nämlich die Suizidgedanken nur. Wenn man die Hintergründe besser versteht, kann man damit anders umgehen.

    Auf welchen Erfahrungen beruhen meine Aussagen?
    Ich habe seit Kindheit – bewusst seit dem Alter von 9 Jahren Suizidgedanken. Vielleicht früher aber daran erinnere ich mich nicht. Eine Schulfreundin hat Suizid begangen. Meinem Vater unterstelle ich Suizid auf Raten durch Alkohol, Zigaretten etc. Ich habe noch nie einen Suizidversuch begangen. Ich war letztes Jahr akut suizidal und hatte konkrete Pläne. Ein Freund ist depressiv und spricht mit mir offen über seine Suizidgedanken. Das sind die wichtigsten Eckdaten jedenfalls.

    Welche Abstufungen gibt es?
    Als ich 9 Jahre alt war hatte ich schon den Wunsch, nicht mehr Leben zu wollen. Ich hätte das damals nicht als Suizidgedanken benennen können. Aber heute sehe ich diesen Wunsch so.

    Es gibt in meinen Augen keine eindeutige Hierarchie. Es ist vielmehr ein Kontinuum, das bei dem Gedanken daran, das Leid nicht mehr ertragen zu wollen bis hin zu konkreten Suizidplänen geht. Es sind Schwankungen in jedes Extrem in kurzer Zeit möglich, wenn jemand Suizidgedanken hat. Vor allen Dingen kann das bei ADHSlern noch schneller wechseln aufgrund der schnellen Stimmungsschwankungen oder der Impulsivität.

    Meine persönlichen Erfahrungen mit meinen Suizidgedanken
    Ich war immer ein Einzelgänger und oft unglücklich und wie schon gesagt, kämpfe ich seit 20 Jahren gegen meine Suizidgedanken. Ich habe früher die Meinung vertreten, wer noch darüber spricht, tut es nicht. Diese Einstellung habe ich geändert bzw. relativiert für mich.

    Lange Jahre habe ich mich selbst geschützt, indem ich keine konkreten Suizidpläne zugelassen habe. Ich wusste, dass wenn es mir zu schlecht geht und ich keinen konkreten Plan habe, dann bekomme ich es auch nicht hin. Aber einen fertigen Plan nur noch umzusetzen wäre für mich zu gefährlich gewesen.
    Ich habe nie darüber gesprochen. Es hat mich belastet, dass ich Suizidgedanken hatte. Ich habe mich dafür gehasst. Da ich gläubig bin, hat mich das noch zusätzlich abgehalten.

    Eine schwere Depression vor einem Jahr hat das geändert. Ich wurde offen darauf angesprochen von einem Freund und das hat mir geholfen. Es hat so viel Anspannung genommen, dass ich mich nicht mehr alleine gefühlt habe und wieder weiter von dem Gedanken weggekommen bin. Mit ihm spreche ich offen darüber. Ich habe tolle Freund mit denen ich mittlerweile auch von mir aus über meine Suizidgedanken spreche.

    Ich habe vor einem Jahr einen sehr konkreten Plan entwickelt. Ich werde ihn NICHT benennen! Es geht mir hier darum, Suizide zu verhindern und nicht Ideen für die Umsetzung zu streuen. In den entscheidenden Momenten hatte ich nicht den Zugang zur Methode. Die Angst vor dem Sterben habe ich verloren. Wenn du findest, dass alles zu spät ist, dann ist dir das auch egal –genau wie mein Glaube.

    Keine Angst, ich habe mich wieder etwas distanziert. Dennoch habe setzte ich mich mit dem Thema immer wieder auseinander.

    Umgang mit Betroffenen
    Für Außenstehende ist es unendlich schwer mit den Suizidgedanken umzugehen, insbesondere wenn es um einen geliebten nahestehenden Menschen geht. Einfacher wird es, wenn man es wagt nachzufragen.

    Mir hat man erzählt, dass es für Betroffenen oft eine Erleichterung bedeutet, wenn das Thema nicht mehr tabuisiert wird und sie darüber sprechen dürfen. Das trifft sicherlich dann zu, wenn jemand sich selbst nicht versteht und seine Gedanken verachtet. Und selbstverständlich ist es abhängig von demjenigen, der frägt. Als ich mit meinen Gedanken sehr weit fortgeschritten war, tat es mir sehr gut als mich ein Freund offen darauf angesprochen hat. Es war schwer für mich aber es war im Nachhinein positiv. Ich mache mir zu dem Thema viele Gedanken.

    Mittlerweile empfinde ich es aktuell nicht mehr als eine Erleichterung, wenn man mich danach frägt. Aber ich nehme es niemandem übel und fasse da nie negativ auf. Wer so mutig ist, diese Frage zu stellen, der hat auch eine Antwort verdient. Und die Frage kommt immer so unerwartet, dass die Antwort ehrlich ist. Bei mir jedenfalls.
    Das habe ich auch bei einem Freund so erlebt. Ich weiß immer, woran ich bin. Das hilft mir sehr, weil es schwer ist, wenn man Angst hat, dass jemand seine Gedanken in die Tat umsetzt.

    Folgendes ist eine reine Spekulation: Ich gehe davon aus, dass wenn man offen über Suizidgedanken sprechen kann mit seiner Umwelt, weil diese das Tabuthema bricht, dann ist auch Platz und Offenheit für Hilfe. Dadurch werden Suizidversuche, die lediglich den Charakter eines Hilfeschreis haben unnötig, denn die Umwelt weiß ja von den Problemen und bekommt die Chance vorher zu helfen.

    Was man aber meiner Meinung nach nicht erwarten kann, ist, dass jemand, der so leidet, dass er Suizidgedanken hat von selbst auf Familie und Freunde zugeht und das thematisiert. Das wäre natürlich wünschenswert. Allerdings ist die eigene Verachtung dafür und die ohnehin schon zu große Last wohl stärker als die Kraft, selbst für Hilfe zu sorgen. Deshalb möchte ich jeden ermutigen, Personen, bei denen man den Verdacht auf Suizidgedanken hat offen anzusprechen.

    Die Zwangseinweisung
    Eine sehr große Angst Betroffenen ist, dass sie gegen ihren Willen stationär eingewiesen werden könnten.

    Die Fakten hierzu sind folgende:
    In Deutschland wird man dann stationär eingewiesen, wenn man akut vor hat, sich etwas anzutun.
    Wer zwar intensive Suizidgedanken oder sogar Suizidpläne hat, aber sich nicht akut etwas antun will, wird nicht zwangseingewiesen (=latente Suizidalität).

    Deshalb rate ich jedem, der Suizidgedanken hat, die Angst vor einer Einweisung zurückzustellen und darüber zu sprechen. So kann man Hilfe bekommen und bleibt nicht alleine.

    Der Umkehrschluss, dass man in akut suizidaler Verfassung etwas vorlügen kann, funktioniert meiner Meinung nach nicht. Ein guter Psychiater merkt das.

    Vorsicht!
    Wenn du von jemandem weißt, der intensive Suizidgedanken hat und dem es plötzlich vermeindlich merklich besser geht, sollte man hellhörig werden! Das gilt vor allen Dingen bei Depressionen. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass jemand kurz vor der Umsetzung steht!
    Wenn sich die Aggressionen plötzlich mehr gegen den Betroffenen selbst wenden und die Gedanken so stark sind, dass eine gedankliche Beschäftigung mit anderen Dingen fast unmöglich wird, dann ist eine kritische Phase erreicht.
    Als Beobachter sollte man gewarnt sein und entsprechend reagieren.

    ... ein Punkt war mir noch wichtig und ich habe ihn vergessen. Wenn es mir wieder einfällt, werde ich ihn nachliefern.

    Fazit:
    Suizidgedanken sind häufiger als man denkt! Als Betroffener meint man das nicht und fühlt sich als einsames Schaaf. Wer es als Außenstehender wagt, das Thema anzusprechen beweißt große stärke und hat den besten Schritt für eine erfolgreiche Hilfe getan. Man muss nicht selbst die Welt ändern können. Aber allein da zu sein und bei den nächsten Schritten zu helfen ist unendlich wertvoll!!!

  2. #2
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: Umgang mit Suizidgedanken

    Danke für das sehr ausführliche Aufklärungsmaterial. Ich hatte nie wirklich Suizidgedanken, aber ich konnte mich so gut in die Thematik einfühlen, danke

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.388

    AW: Umgang mit Suizidgedanken

    Gerne! Das sollte eigentlich auch gar kein Referat werden oder dergleichen. Aber es hat sich bisher keiner getraut, etwas dazu zu schreiben bzw. hier auf dieses Thema zu antworten.

    Daher bin ich froh, dass du das Schweigen jetzt gebrochen hast!

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 191

    AW: Umgang mit Suizidgedanken

    Hallo Swidi,

    bin gerade erst auf den Thread aufmerksam geworden und möchte Dir für die Offenheit und die Aufklärungsarbeit danken.
    Ich selber war mir nie bewusst, dass meine immer wiederkehrenden suizidalen Gedanken (nie Versuche unternommen) solch eine klinische Bedeutung für mein Gesamtleid haben.
    Bei mir haben die Gedanken auch so mit 8 oder 9 Jahren angefangen, als Folge von unverständnis und der Meinung, dass man mich nie verstehen wird.
    Später ist das umekehrt in ein "Mich liebt eh keiner" (bezogen auf meine ELtern).
    Und seit ich in einer Beziehung bin: "Wofür kämpfe ich jeden Tag, wenn eh alles falsch ist was ich mache".
    Da ich aber weiterhin Ziele und Träume verfolge, die im Rahmen des Möglichen sind, sehe ich mich nicht akut gefährdet.
    Es sind eher die Phasen nach Impulsivitätsausbrüche, in denen mir suizidale Gedanken durch den Kopf gehen.

    lg schwedenfan

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.388

    AW: Umgang mit Suizidgedanken

    Schwedenfan, deine Gedankengänge kenne ich auch gut.

    schwedenfan schreibt:
    Es sind eher die Phasen nach Impulsivitätsausbrüche, in denen mir suizidale Gedanken durch den Kopf gehen.
    Das ist das Problem, was bei ADHSlern ja nicht gerade eine Ausnahme ist. Ein Freund wollte von mir das Versprechen, dass wenn ich es jemals tatsächlich vor haben sollte, dass ich nach der Entscheidung noch 1x drüber schlafen soll. Ich konnte das Versprechen nicht geben. Aber alleine die Forderung hat gewirkt. In grenzwertigen Momenten habe ich an ihn und seinen Wunsch gedacht.
    ... also diese Forderung / Wunsch / Bitte oder wie man es nennen will, ist zur Nachahmung empfohlen!

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Umgang mit Suizidgedanken

    Hallo

    Dringend Hilfe suchen, wenn das der Fall ist. Suizidgedanken sind NICHT normal, denn der Mensch hat von Natur aus einen (Über)Lebenstrieb. Man muss dieses Gefühl nicht durchleiden, denn Depressionen sind behandelbar...sage ich aus eigener Erfahrung. In Akut-Situationen hat mir Tavor außerdem gut geholfen...ca. viermal in meinem Leben...danach war der Druck/Drang vorbei.

    Es nützt nichts, viel zu schreiben oder sich Gedanken zu machen: Depressionen sind eine Krankheit, die einen veranlassen sollte, den Arzt aufzusuchen!

    VG Amn

  7. #7
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Umgang mit Suizidgedanken

    Hallo Swidi,

    auch wenn ich selbst nur einmal vor 12 Jahren suizidale Gedanken hatte, finde ich Deinen Beitrag klasse und wichtig.

    Zum Glück hatte ich viel zuviel Angst davor, es zu tun. Ich habe es auch damals niemandem gesagt, weil dann ja eine Selbstgefährdung vorgelegen und ich zwangseingewiesen worden wäre. Mein Mann war aus Angst um mich eh schon kurz davor.

    Heute ist das für mich glücklicherweise kein Thema mehr, u.a. weil ich zwei Kinder habe, die mich brauchen und ich heute viel mehr über mich weiß und mich selbst besser einschätzen kann.

    Dein Beitrag ist eine Bereicherung.

    LG Tanja

  8. #8
    salamander

    Gast

    AW: Umgang mit Suizidgedanken

    Ich möchte dazu auch etwas sagen, aus eigener Erfahrung.

    Ich habe mit Suizidgedanken gelebt, die sehr konkret waren. Bei mir waren es die Suizidgedanken,
    die mich am leben hielten. Das mag paradox klingen, war es aber nicht.

    Bei mir war es eine Lebenssituation, in der mir als einzige Entscheidungsgewalt geblieben war, mich
    für Leben oder Sterben zu entscheiden. Ich hab etwa 2 Jahre in der Verfassung verbracht, und nicht
    mit meinem Therapeuten darüber gesprochen, weil ich diese Entscheidungs für nichts aus den
    Händen geben hätte, sie mit Zähnen und Klauen verteidigte, weil es um mein Leben ging, das mir
    alleine gehört, über das niemand außer mir mehr entscheiden durfte.

    Ich hatte konkrete Pläne, die ich so ausgefeilt hatte, dass, kommt der Moment, wenn es soweit ist
    mich niemand retten kann. Es war für mich das ausschlaggebenste überhaupt, dass nichts und
    niemand in meine Entscheidung hineinpfuschen kann.

    Am Leben hat mich gehalten, die tägliche Option es aus meinem freien Willen heraus, beenden
    zu können. Das wissen darüber, daß dies meine ureigenste Entscheidung ist, die die Welt, wenn
    ich es tue respektieren und hinnehmen muß. Denn ist mein Leben, und nur mein Leben, über das
    nichts und niemand sonst mehr entscheiden darf.

    So habe ich zwei Jahre von einem Tag zum nächsten überlebt.

    Als ich auf meiner Kur Menschen traf, die ähnliches erlebt haben, meine Empfindungen teilten,
    den Tod als ihr persönliches Recht betrachteten, fing es an mir gut damit zu gehen. Angefühlt
    hat es sich, als würde der Tod mit am Kaffeetisch in der Sonne sitzen. Als er dazu gehören
    durfte ging er.

    Reden darüber, war in meinem damaligen persönlichen Umfeld nicht möglich, die waren alle viel
    zu sehr erschrocken und in Panik. Ein Gespräch war für mich unmöglich, weil alle mich abhalten
    wollten, anstatt zu verstehen, dass ich diese Option brauchte um überleben zu können.

    Salamander

  9. #9
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.388

    AW: Umgang mit Suizidgedanken

    Amneris schreibt:
    Dringend Hilfe suchen, wenn das der Fall ist. Suizidgedanken sind NICHT normal, denn der Mensch hat von Natur aus einen (Über)Lebenstrieb.
    Das sehe ich ganz genau wie du! Ich hoffe nicht, dass der Eindruck entstanden ist, dass ich das anders sehe.

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Umgang mit Suizidgedanken

    Swidi schreibt:
    Das sehe ich ganz genau wie du! Ich hoffe nicht, dass der Eindruck entstanden ist, dass ich das anders sehe.
    Hallo swidi

    Ich wollte es nur noch einmal betonen.

    Bis vor einem Jahr habe ich gedacht, dass diese Gedanken "normal" wären und sie verstärkten sich immer weiter bis sie nachher quasi schon chronisch zu mir gehörten. In einer besonders schlimmen Phase als ich Angst hatte, dass ich mir tatsächlich was antun könnte, bin ich dann bei meinem Arzt aufgeschlagen...und habe zum ersten Mal in meinem Leben 1mg Tavor bekommen...und was soll ich sagen? Die Ängste waren fort zusammen mit dem Suizid-Druck...zum ersten Mal war mir klar, dass man diese Gedanken nicht durchleiden muss, dass das sogar kontraproduktiv ist, weil sie sich immer stärker manifestieren und verselbständigen.

    Das soll kein Aufruf zur Tavor-Einnahme sein, denn eben auf Grund dieser Erfahrung würde ich es niemals regelmäßig einnehmen, sondern betrachte es als absolutes Ausnahme-Situation-Notfall-Medikament. Und selbstverständlich muss man eine Depression auf Dauer anders loswerden als mit Benzos.

    Das Erlebnis war jedoch so einschneiden und für mich ein Schlüsselereignis, so dass ich es hier einfach mal erwähnen wollte...auch als Hoffnung für diejenigen, die meinen man könnte nichts gegen diese Gedanken tun.

    VG Amn

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