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Diskutiere im Thema Schizoide Persönlichkeitsstörung im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #51
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 40

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    @shroud: Danke für die Darstellung deiner Sichtweise.
    Tatsächlich könnte ich mir auch nicht vorstellen, dass da Null affektive Empathie vorhanden wäre, ich hab mich da auf pauschalisierende Ausdrücke die eben in der Fachliteratur so zu finden sind gestützt. Sorry, ich hätte mich besser zum Ausdruck bringen müssen.
    Aber ich finde es sehr interessant deine Sichtweise dazu zu lesen.
    Darf ich dich was fragen(natürlich nur wenn du sie mir den beantworten willst)?
    Wie könnte die verrückte verschrobene Art des Empathie Ausdruckes im Konkreten den aussehen?

    Die Komorbität von As + SPS tritt ja auch des Öfteren auf, was nicht verwunderlich erscheint, da viele AS in der Jugend traumatisierenden Mobbing ausgesetzt waren. Ich persönlich zeigte in meiner späteren Jugend vermutlich ebenfalls schizoide Züge. Ich hatte eine beste Freundin und der Rest wurde mir irgendwie egal - ich konnte nichts mit ihnen anfangen.
    Das was du über dieses größtmöglichstes Bestreben nach "Beinfreiheit" und "Fluchtwegen" in Beziehungsangelegenheiten, schreibst ist mir auch sehr vertraut.

    Ach ja, nicht alle Aspies haben auch Zwänge- ich bin ein durch und durch zwangfreier Mensch. Routinen hab ich ein paar - morgendlicher Kaffee (der nicht nur bei ASlern Pflicht ist ), oder einfache unauffällige Details wie eine bestimmte Blickrichtung an einer bestimmten Stelle auf den Weg zur Uni. So etwas fällt niemandem auf und mich erfreut einfach der Anblick. Diese Routinen sind nicht vorwiegend für die Komunikationsverhaltensmuster von Asperger Autismus verantwortlich sondern diese "Stimmings" (Routinen - event. Zwänge (?)) dienen eher dem " inneren Ausgleich".
    Die Komunikationsverhaltensmuster, sind meiner Meinung nach Ausdruck der schwach ausgeprägten kognitiven Empathie, Informationsflut - die Lage wird analysiert, gleichzeitig stürmen extrem viele Informationen auf einem ein und zusätzlich die eigenen Gedankengänge formulieren ... , oder man zeigt die Tendenz große Reden zu halten ohne sich ausreichend in das Gegenüber hineinzuversetzen, da man gerade mit dem Inhalt von dem was man spricht voll eingenommen ist und es einem nicht auffällt.
    Dazu kommen Verständigungsprobleme, vor allem wenn im Hintergrund störende Lärmpegel einem das Gesagte in Stücke reißen.

    @Zotti:
    das klingt im Großen und Ganzen doch recht harmonisch bei dir.

  2. #52
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo sinia,

    ich glaube in der Tat immer mehr: Das eigentliche Problem bzgl. affektiver Empathie ist die in der Pubertät gemachte Erfahrung, alles was so von der Gesellschaft bzgl. der Leitbegriffe Empathie/Sozialkompetenz an Normerfüllung erwartet wird, entpuppt sich als zumindest mehrdeutig bis scheinheilig.
    Als 13/14jähriger bekommst du durchaus schon einiges von deiner Umwelt mit und kannst das durchaus auch auch schon auf einer abstrakteren Ebene reflektieren. Wenn du dann z.B. nach jeder Pause über längere Zeit aus benutzte Taschentücher aus deinem Ranzen fischt, auf dem Hof mit Kirschkernen bespuckt wirst oder per Bodycheck im Treppenhaus gegen die Glaswand gedrückt wirst, willst du dich irgendwie beschweren/die Hilfe hören.
    Du hast vielleicht eh schon (vielleicht aufgrund Hypo-ADS/Generalisierter Angsterkrankung etc.) Schwierigkeiten, dich verständlich/bemerkbar zu machen. Da triffst du dann auf irgendwelche <Aufsichtspersonen>, deren größte Sorge es anscheinend ist, dass nicht irgendwelche Minderjährige am Schulgelände eine Zigarette rauchen. Ich habe mich da dann immer nur von dieser Seite <abgewiegelt> gefühlt. Das sind doch alles eigentlich harmlose <Jungs-Kappeleien>, man müsse doch Verständnis haben. Einige haben da priva aucht eine einschneiende Gewalterfahrung gemacht, die armen <Jungelchen> stehen aber auch heutzutage unter einem gewaltigen Leistungsdruck. Ich würde doch alles zum Großteil selbst provozieren, wenn ich mich so explizit überall von denen abseits stelle in der <Klassengemeinschaft>.
    Nicht falsch verstehen: Ich war sogar dabei, als der Vater einem, der mich dann besonders gepiesackt hat, vor einer größeren Gleichaltrigengruppe richtig heftig eine ins Gesicht gescheuert hat. Gewalt von Elternseite sehe ich durchaus als Problem. Auch ich kenne übermäßigen <Leistungsdruck>, der dir psychosomatisch zusetzen kann. Das sind alles durchaus Missstände, die ich anerkenne. Ich kann aber die als Einzelperson nicht lösen, wenn ich die neben meinem eigentlichen kräftezehrenden <Paket> auch noch permanent besonders verständnisvoll mitzubeachten habe.
    Vielleicht klingt das für Aussenstehende irgendwie verbittert-menschenfeindlich, wenn du dann nach dem Motto <Rutscht mir doch alle den Buckel runter, ich bin doch nicht euer Sozpäd> für dich da eine Grenze ziehst. Ich sehe das als eher als schützenden Entlastungsraum.
    Affektive Empathie/soziale Kompetenz-Bewertungen sehe ich eigentlich nur als perspektivische gerechtfertigt. Das immer schon eingeschränkte Vorverständnis, das die ,Mehrheitsgesellchaft' davon hat, um daraus teilweise Schizoiden einen Vorwurf zu haben, <blickt auch nie wirklich über den eigenen Tellerrand>. Affizieren lässt sich das meiste <Betroffenheitsgerede> auch nur davon, was sie an irgendwie eigene Verletzungen/Bedrängungen erinnert oder zumindest projektiv dafür offen ist. ,Radikaler Fremdes' wird meist nur eingehender beachtet, wenn es irgendwie z.B. von deutlichen Gewaltexzessen (heftigeren Prügeleien) oder Lärmgetöse (Randale im Alkoholrausch) begleitet wird.
    Als Schizoider suchst du dir dann vielleicht abseits dieses <Minenfelds> einen anderen Ort, um affektive Empathie zu leben. In meinem Fall z.B. Tiere und fiktive Figuren. Meine derzeit bei mir lebenden Tiere finde ich z.B. auch alle in unterschiedlicher Weise <traumatisiert>. Eine Katze lässt sich z.B. auch überhaupt nicht anfassen, der Kater schmust so um die Beine, springt neben dich auf die Möbel, irgendwie packen/festhalten solltest du ihn aber auch nicht. Komischerweise ist aber die Katze (im gebührenden Abstand) viel häufiger im Alltag in meiner Nähe, als der Kater, der zumindest ab und an irgendwie <Schmuseeinheiten> einfordert, auch wenn er wahrlich kein typischer <Schmusetiger> ist.
    Komischerweise bekommst du aber dann gerade von Leuten, deren Affekthaushalt dir als irgendwie <gesünderes> Vorbild hingestellt wird, die <bescheuertsten> Kommentare dazu. Der Hund wird als <Knochenmann> betitelt, alles Tiere sind ,dumm', wenn sie nicht die menschlichen Erwartungen erfüllen, ihnen irgendwie als Bedürfniserfüllung zu ,dienen'. <Deutschland habe ja anscheinend Platz für alle, jetzt fühlt man sich hier auch schon für alle Tiere aus ausländischen Tötungsstationen verantwortlich> usw. usf.
    Erst sind die meistens verwundert, dass ich anscheinend doch in einer Form affektive Empathie zeigen kann. Dann gehts mal wieder in die allseits beliebte Abwertungsspirale: Deine Affizierbarkeit z.B. durch Tiere oder Romanfiguren wird als verschrobene Einzelgänger-Marotte oder <naive Träumerei> bestenfalls belächelt. Das alles angeblich (so sehen sie das häufig verkürzt pauschal) über ein Mitgefühl gegenüber schonmal von vornerein als <höherwertig> eingestuften realen Mitmenschen zu stellen, wird häufig für die Außenwelt zum empörenden Affront.
    Dabei vermischen die doch viel häufiger Themengebiete: z.B. wenn in der Diskussion über aus dem Ausland gerettete Tiere, irgendwelche diffusen Grundängste bzgl. menschlicher Emigrationsbewegungen mitschwingen.

  3. #53
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 433

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    @schroud: Naja, "Krankheit" ist ja auch Definitionssache.

    Ich hab da häufiger gelesen, dass es auch von "abendländischen Vorstellungen" abhängen soll.
    Okay, keine Ahnung wie korrekt das alles nun ist, oder ob ich da nun ein paar Sachen vermische: Aber angeblich erleben sich Leute hier als "Subjekt" und getrennt vom Rest.
    Das führt dann irgendwann zu einem gesellschaftlich anerkannten bzw fast schon erwarteten Narzissmus, dass man sich seine Freiheit doch nehmen soll und was auch immer....blabla.
    Aber insgesamt wird ja immer Individualität und Unabhängigkeit usw angestrebt.
    Aber was passiert in wirklichkeit: die ach so unabhängigen sind nur deshalb so stark, weil sie sich in Gruppen zusammen rotten und andere aus Kompensation klein machen wollen.
    Den ganzen Vorgang blenden sie quasi aus und schreiben es ihrer persönlichen Genialität zu, Selbstbetrug. Wenn ich "fies" wär könnt ich auch sagen, dass es da um "bewusstes" Machtausüben geht.
    Heutzutage soll jeder auf sich gestellt sein, soziale Verbände fallen auseinander.... und dennoch rotten sie sich zusammen und erheben sich über andere.
    (Vor allem über die, die diesen sozialen Beistand nicht haben und "leichte Beute" sind. So einfach wie nem Kind den Lolly zu klauen: man suche sich nicht einen gleichstarken Gegner um sich im Wettbewerb zu messen (und über einen fairen Sieg zu freuen), man ist feige und geht genau auf die zu, von denen man nicht erwartet, dass sie sich wehren. (und wenn sie sich doch mal wehren ist das Gejammer groß...mimimi). Das ist nicht mehr blos ein Spiel, das ist Ernst. Ein Spiel ist eine Simulation, nach dem Spiel stehen beide beteiligten wieder auf. Beim "Ernst" steht nur einer wieder auf)

    Wenn ich dagegen in östliche Philosophie gucke, sei es Laotse oder Buddha und was auch immer, dann zeigt sich da, dass es denen um die Relationen zwischen dem Individuum und anderen geht. Nichts anderes sagt z.B. das Prinzip mit Yin-Yang. Klar, irgendwie steht alles in dichter Beziehung zueinander.
    Die Einsicht besteht da dann daraus zu sehen, dass es das Kollektiv nicht ohne den Einzelnen geben kann, dass das "Ich" eine Illusion ist, ein Konstrukt.
    Wenn man so will kann man da sehen, dass das "Ich" nur so mächtig werden kann, weil es andere gibt, die es so mächtig werden lassen.
    Vieles läuft da auf diese Dualität hinaus. Bekannt ist z.B. das Zen-Koan "Was ist das Klatschen einer Hand?"
    Mit einer Hand kann man nicht klatschen, man braucht dafür irgendwas, worauf es klatscht.


    Und ich denke, dass jemand mit Mobbing-Erfahrung sicher eher versteht, dass es für jeden Spieler einen Gegenspieler braucht.
    Und eigentlich sollte eine Diagnose doch mehr acht geben auf die Beziehung zwischen den Menschen.
    Wobei: vielleicht tut sie das auch. Aber nicht aus sicht des "Leidenden" sondern aus der anderen Sicht.
    (Und man weiß, dass diese "kognitive Dissonanz" der Gewinner meist dazu führt, widersprüchliches auszublenden. Also alles, was sich nicht mit dem eigenen "positiven" Selbstbild eines Menschen verträgt, wird gerne ausgeblendet, relativiert, anderwertig kompensiert, was auch immer.)
    Manch einer behauptet ja sogar, dass Intelligenz oder sonstige Fähigkeiten alle scheißegal sind, Gewinnen tut am Ende immer eher der mit Macht.
    (Und wer weiß, vielleicht wird Macht durch sowas schon früh trainiert)

    Auch nicht uninteressant ist dazu der Wikipedia-Abschnitt zum "Sündenbock" Sündenbock

    Ich weiß jetzt nicht ob diese Aneinanderreihung von Sachen irgendwie hilft. Mir geht es in erster Linie darum, dass man die Mechanismen dahinter versteht (jetzt ohne zwangsläufig Psychologen und sonstigen usw irgend eine Boshaft zu unterstellen). Wenn man sich von solchen Dingen befreien will, muss man sie verstehen. Zum einen kann alleine das Verstehen einem schon etwas mehr selbstbewusstsein geben (wenn man es nicht vielleicht schon anderwertig hat), zum anderen kann man dann auch versuchen zu trainieren stärker zu werden.
    (Man kann ja dennoch seine persönlichen Werte/Definition von "pro-sozialem Verhalten"/Menschlichkeit/Ethik behalten. Aber halt lernen sich von anderen nicht permanent Steine in den Weg werfen zu lassen)

    Naja, und klar: wenn man bereits Methoden entwickelt hat, unliebsamen Menschen aus dem Weg zu gehen (was vielleicht diese schizotypische Persönlichkeitsstörung ist...), muss man das nicht ändern, solange man selbst nicht darunter leidet.
    (Ich denke andere werden dagegen eher rachsüchtig oder narzistisch.. wieder andere vielleicht überangepasst, unterwürfig, depressiv.....was auch immer....Wut oder Resignation richtet sich dann entweder nach innen oder nach außen)

    vermutlich ist jede Persönlichkeitsstörung nur ein Anzeichen dafür, dass in irgend einem Bereich, der für die menschliche Entwicklung wichtig ist, irgend ein Mangel herrschte.
    Und je nachdem welcher Mangel das war und wie ausgeprägt der Mangel war, bestimmt dann die wahl der Kompensationsmechanismen. Klar, und je nachdem welche Kompensationsmechanismen dem Individuum zur Verfügung standen war es entweder "konstruktiv" (gesund) oder destruktiv (krank).
    Wenn ich den Gedanken genau verfolge sind die "Mobber" ebenso krank, weil sie destruktive Verhaltensweisen verwenden.
    (Würd ich denen das ins gesicht sagen würden sie sich natürlich selbst in Schutz nehmen und ihr verhalten nicht destruktiv sondern konstruktiv bezeichnen, oder als "total normal" bezeichnen. Klar, wer die Definitionsmacht hat, und andere davon überzeugen kann, der gewinnt. Ergo muss man lernen zu seinen eigenen Definitionen zu stehen und diese ebenso überzeugend darbieten. Die sind ja auch nicht immer willkührlich, es gibt ja gute Gründe, dass ich diese Sachen konstruktiv oder destruktiv bezeichne. Aber ich neige leider auch leicht dazu micht unterzuordnen und "blenden" zu lassen, statt auf mich selbst zu vertrauen. Auch wenn ich vielleicht dann doch noch anders damit umgehe als (per Definition) die schiziode Persönlichkeit. Wer weiß. Wie gesagt: Ich seh parallelen, aber vielleicht hätten meine Erlebnisse nochmal eine Spur härter sein müssen um vielleicht wirklich so eine Diagnose zu kriegen.)
    Geändert von tasseKaffee ( 1.03.2013 um 13:55 Uhr)

  4. #54
    Zotti

    Gast

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo, dazu gibt es das Buch "Die Masken der Niedertracht" seelische Gewalt im Alltag.....
    das handelt um Mobbing usw.

    Macht haben natürlich auch die die mehr Geld haben und finanziell abgesichert. Das erlebe ich in meinem privatem Umfeld deutlich.

    Geld wird oft als Mittel eingesetzt, über andere Macht zu haben, oder zumindest zu bestimmen und den anderen etwas in Abhängigkeit zu halten.

    Diese fernöstlichen Weisheiten, ich weiß nicht, wie sieht es aber in diesen Ländern wirklich aus, darum habe ich mich davon auch frei gemacht
    von diesem Yin-und Yang usw.

    Ich versuche mich selber zu finden und meine eigenen Theorien. Kann ich jetzt nicht so ausdrücken, doch für mich ist auch Freiheit, wenn ich
    nicht immer was von anderen annehmen muß oder so.

    Hier ein schönes Sprichwort noch oder Satz:


    Es werden soviel schöne Worte in der Welt über Freiheit geredet, aber nichts in der Welt macht so unfrei wie Armut.


    Martin Andersen Nexö

    Gruß Zotti

  5. #55
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    @sinia
    Vielleicht war das in der Tat auch etwas oberflächlich-vorschnell: mich von den Aspies über eine <Zwangscharakter>-Zuschreibung abzugrenzen. Wahrscheinlich bin ich da ebenfalls auch <von Fachweltseite> immer mehr als <schnelle Wahrheit> fixierten Stereotypen aufgesessen:
    Ein Therapeut, der auch schon über 20 Jahre im Beruf war, hat mir übrigens mal rückgemeldet. Er hätte in den ersten Momenten, als ich mich bei ihm zum Gespräch vorgestelt habe, auch ein ,Zwänglerproblem' vermutet.
    Bei mir wurde auch schon Asperger vermutet, eben wegen der montonen Stimmlage, der eingefrorenen Mimik. Dazu noch eben die Unfähigkeit zwischen einzelnen Mimik-Gestik-Elementausschnitten eine irgendwie sinnstabile Verknüpfung zu schaffen. Wie gesagt bzgl. verbaler Sprache (ob mündlich oder schriftlich) kenne ich diese Schwierigkeiten in der Form überhaupt nicht
    Mehrmalige Begründung, warum ich dann mal Schizotypie, dann immer wieder Schzoidie, ab und an auch mal eine nicht mehr so genau abzugrenzende ,Mischform' aus beidem diagnostiziert bekommen habe: zuviel reflexiver Distanzabstand und zu große Flexivariabilität bei der Eigen-Sinn-Strukturierung.

    @tasseKaffee
    Ja, diese Weitung des Analyserahmens auf das große Kulturerbe-Ganze ist mir durchaus ein Begriff. Kennst du J. Lacans Versuche, die freudianischen Theoriehypothesen nochmals ein Stück von der reinen Anwendungsorientierung in der Praxis abzuheben, für eine kritischere Meta-Reflexion von kulturellen Strukturen?
    Mich hat dein Beitrag etwas daran erinnert: da wird ja auch vom aus ,Spiegelstadien' als Mängelwesen geborenen ,Subjekten' ,erzählt' und den mit diesen ,Dramoletten' interagierenden kulturellen Symbolordnungen.
    Letztlich kämen wir aber wieder dann an dem Punkt an: Wir alle sind irgendwie <neurotisch>, <psychotisch>, die eine Form einfach nur willkürlich ,stigmatisierter' als die andere. Die Frage ist nur, inwiefern dir das dann auch ganz konkret im Alltag weiterhilft, wenn du eine solche <Sichtweise> annimmst.
    Meine <persönlichen Eigenheiten> sehe ich auch nicht als mich irgendwie <beschämende> Krankheit. Trotzdem muss ich weiterhin Psychopharmaka schlucken, intensiv daran therapeutisch arbeiten. Andere, die du vielleicht als ähnlich <PS-gestört> einstufen könntest, evtl. überhaupt nicht.
    Wahrscheinlich sind wir dann bei den in Zottis Beitrag angesprochenen Machtasymmetrien. Du kannst natürlich auch wiederum sagen: Niemand zwingt dich die ganzen Medikamente zu nehmen, in die Therapiestunde zu gehen etc.
    Aber was wäre die Alternative:
    Wahrscheinlich liegst du dann tagesüber bei heruntergelassenen Rolläden im Bett und deine gesellschaftliche Teilhabe besteht noch darin, dass du mit überdimensionierter Sonnenbrille vielleicht noch bei Dämmerung in der Waldeinöde herumschleichst.

  6. #56
    Zotti

    Gast

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo shroud, darf ich fragen welche Medikament du nimmst? Dann schreibe ich euch hier auchmal, ich komme mit vielen Menschen zurecht, sehr gut eben mit ADSlern, Aspergern und SChizoide kenne ich ja nur meinen Partner.

    Wenn ich reine Borderliner kennengelernt habe, denen habe ich nie vertrauen können und auch habe ich jetzt eine Narzisstin kennengelernt. Da wurde sehr viel integriert oder wie nennt man das. Ich wurde in den Himmel gelobt und jetzt aus unerfindlichen Gründen in die Hölle verbannt. Allerdings war es auch eine Bekannte nur udn ich habe gleich gewußt, daß man ihr nicht vertrauen kann.

    Dann habe ich letzten Sommer das erste mal in meinem Leben eine Frau kennengelernt, da habe ich sofort gespürt, die ist irgendwie irre, das sieht man an den Augen.
    Doch diese Frau wohnte auch bei mir in der Nähe und deren Mann hat sie mit den zwei Kindern verlassen. Sie kannte mich durch einen gemeinsamen Bekannten aber nur sehr flüchtig und ich habe ihr dann aus Mitleid oder Mitgefühlt oder nein einfach aus normaler Hilfsbereitschaft ein paar Wochen geholfen ihre Wohnung zu entrümpeln und aufzuräumen und auch mit diversen Briefkram geholfen und war auch bei Terminen mit beim Jugendamt.

    Ich habe immer bemerkt, daß ich diese Frau nirgendwo einordnen konnte. Sie gab mir dann auch an einem Abend einen Bericht zu lesen, weiß nicht mehr vom Jugendamt oder was weiß ich und da habe ich so einiges gelesen und wenn das stimmt, würde ich nie und nimmer Kontakt zu so einer Person haben wollen. Also gemeint ist, was sie mit ihren Kindern angestellt hat. Die Diagnose die darin stand lautete zudem "paranoide Schizophrenie". Das Wort Schizophrenie kenne ich und auch das Wort paranoid. Doch das es paranoide Schizophrenie gibt wußte ich nicht.

    Erst habe ich mich darum nicht so gekümmert, doch dann sah ich durch Zufall oder göttliche Fügung im Bericht einen Beitrag aus dem Nachtcafe, da war auch ein netter symphatischer Mann in der Diskussionsrunde und der hatte genau diese paranoide Schizophrenie. Er hatte im Wahn seinen Vater getötet. Er war dann auch jahrelang in der Psychiatrie und hat Therapien gemacht und nimmt jetzt Medikamente. Allerdings hatte er schon selber gemerkt, daß bei ihm was nicht stimmt, doch keine adäquate Hilfe bekommen.

    Dann habe ich mich im Internet schlau gemacht und bin auch auf ein Forum gestoßen in Düsseldorf bezüglich dieser Störung. Die habe ich dann angeschrieben und sie sagten auch, es wäre toll, daß ich mich um die Frau kümmere, doch sie muß Krankheitseinsicht haben und bevor Therapien da was bewirken sind die Medikamente erstmal sehr wichtig. Das ist aber eben bei dieser Frau nicht so. Ich habe getan was ich konnte, sie ruft mich heute noch an und will mich besuchen kommen, doch ich treffe sie nur ganz selten mal. Das ist sehr schwierig bei dieser Krankheit. Auch da kommt es aus schweren Kindheitstraumen, sie hat auch noch eine ältere Tochter die in Bayern in einer Pflegefamilie wohnt und ich habe von der gemeinsamen Bekannten da schlimme Sachen gehört, wie sie mit dieser Tochter umgegangen ist.

    Irgendwie habe ich das Gefühl ich ziehe solche Menschen an, doch dann denke ich wieder, es ist einfach so, daß ich alle versuche so zu akzeptieren wie sie sind. Doch in diesem Falle möchte ich mit dieser Frau sowenig Kontakt wie möglich. Sie darf auch ihre Kinder nicht sehen und irgendwie merkt man im Gespräch, daß sie sehr böse über ihre Kinder redet und ich sage dazu auch nie was. Vom Jugendamt aus, sollten die Kinder eine Traumatherapie machen und das finde ich gut und auch sie soll daran beteiligt werden, was sie überhaupt nicht versteht. Im Gegenteil, sie sagt dann immer zu mir, die sagen alle ich bin psychisch krank, sowas, ich bin doch ganz normal.

    Daraufhin mache ich sie immer aufmerksam, daß ich ja ADS habe und einer meiner Söhne Asperger und auch alle Leute die sie durch mich kennenlernt irgendetwas haben und das das doch nicht schlimm ist.

    ACh ja, was wollte ich damit den sagen, ja also ich wollte sagen, es gibt eben Menschen, die doch gefährlich sein können für ihre Kinder und da muß ich auch sagen, es wäre besser, wenn solche Menschen dann ihre Medikament nehmen.

    Gruß Zotti
    Geändert von Zotti ( 2.03.2013 um 17:32 Uhr)

  7. #57
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.423

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo Zotti,

    Mal ganz kurz, da ich gehen muss: Schizoide bin ich nicht, nur ADSlerin... Aber ich habe schon gelesen dass dein partner sich gestresst fühlt, wenn du schnell redest. ich fèhle mich auch gestresst wenn leute mit mich schnell reden und sogar überfordert oder überfahren wenn ich nicht zum wort komme und es kann mich aggressiv machen. Es ist ein art reizèberflutung und dazu kann ich selber nicht mehr denken und bei mich bleiben.

    Andere meinen nicht böse und ich mache meine bestens... dein partner tickt sicher anders als ich, aber nur zu sagen, dass sich mit jemand zu unterhalten der wie eine ADS mit H schnell redet und neigt im wort zu fallen (nicht böse gemeint) auch sehr anstregend sein kann und manche menschen überfordern kann. Mich überfordert es mehr wenn stinos es machen, weil bei ADSler gibt es 2 vorteilen: sie denken so wie ich und ich folge besser und lassen sich auch ablenken und wieder im wort fallen, wenn ich mal doch mich druchsetzen möchte...

    Dein aspergersohn kann dort mit dich sachlich reden, aber dein partner leider nicht...

    lg

  8. #58
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo Zotti,

    meine Medikation wechselt immer sehr stark, da sich häufig bei mir ein Gewöhnungseffekt einstellt, der auch durch Dosiserhöhung nicht ausgeglichen werden kann. Da hilft dann nur ein Präparatwechsel, kann dann aber nach einer Pause auch wieder zur ursprünglichen Dosis zurückkehren.
    Mal sehr grob ausgedrückt: Als Alltagsmedikation habe ich meist eine 2er-3er-Kombi (wechselnd zusammengesetzt aus den Bereichen Stimulantien, klassische Antidepressiva, Nootropika).
    Dann habe ich noch Angst- und Beruhigungsmedis für den Notfall, die ich aber nur sehr dosiert einsetze und auch über längere Zeiträume überhaupt nicht.
    Früher hatte ich auch teilweise atypische Neuroleptika, habe aber nur schlechte Erfahrungen gemacht und würde sie heute nicht mehr einnehmen.

    Ich glaube, die von dir geschilderten Fälle der <Paranoiker> sind nochmals ein gesondertes Thema. Ich glaube z.B. nicht, dass ich persönlich, wenn ich jetzt meine Medis absetzen würde, ein Fall für die <Geschlossene> wäre oder gar irgendjemanden anderen ernsthaft gefährden würde. Trotzdem wäre ich wahrscheinlich noch schwerer <integrierbar> und <dysfunktionaler> für irgendeine soziale Interaktion.

  9. #59
    Zotti

    Gast

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo Shroud, gehört zu der schizoiden Persönlichkeit den auch das man geizig ist? Das würde mich sehr interessieren.

    Mein Partner verdient genug Geld und hat mindestens alleine dreimal soviel zur Verfügung an finanziellen Mitteln wie ich.

    Trotzdem muß ich immer mal fragen, ob er mir mal was bezahlt und das sind nur Kleinigkeiten wie z.B. die Medikamente oder

    was ich dringend zu leben benötige. Er behauptet immer, er bezahle mir alles, das stimmt aber so nicht, wenn wir ausgehen, übernimmt

    er natürlich die Kosten für den Eintritt oder bezahlt die Getränke. Aber wenn ich nicht mitgehe fällt das weg und wenn ich ihn dann frage,

    ob er mir nicht dann die Medikamente bezahlt, lehnt er ab oder reagiert überhaupt nicht. Ich weiß nicht, ich habe auch schon öfter seine

    Wohnung aufgeräumt o.ä. doch er sieht dann trotzdem nicht ein, das sich das finanzielle ausgleicht, wenn ich dafür was praktisches mache.

    'Darum mache ich in seiner Wohnung auch kaum was. Aber da führt jetzt zu weit.

    Er hat auch schon oft Leuten 'Geld geliehen, das war aber einmal ein Bekannter den er durch mich kennengelernt hat. Er sagte dann,

    er hat ja genug und es ist kein Problem Leuten Geld zu leihen. Doch wenn ich ihn frage, macht er es nicht oder nur ungern. Ich habe mir

    einmal was geliehen und dann auch in kleinen Raten zurückgezahlt, das wollte er dann aber auch nicht.

    Wenn ich sage wir setzen uns mal zusammen und besprechen die finanziellen Dinge, dann blockt er total ab und das will er überhaupt nicht.

    Also bis später mal, Gruß Zotti

  10. #60
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    So direkt geiziges Verhalten kenne ich nicht.
    Ich mag nur kein privat ausgehandeltes ökonomisches Aufrechnen ( à la also ich putze bei dir, dafür gibst du mir einen kleinen Taschengeldzuschuss oder ich zahle heute deine Café-Rechnung mit, dafür besorgst du heute abend eine Flasche Rotwein und kochst usw.)
    Das liegt aber daran, dass das oft so auf ungeschriebener, sehr subjektiver Grundlage funktioniert. Als Ad(H)slerin mit viel Sozialintuition und anscheinend auch viel sonstiger ,nachbarschaftlicher Netzwerkerfahrung' kommst dir das eher gelegen. Einem Schizoiden fehlt da eher der Orientierungspunkt und schön getrennt geführte Rechnungen/Konten helfen da eher bei der Übersicht gegen <soziale Fettnäpfchen>

    Allerdings kenne ich einen anderen Schizoiden, der ist grundsätzlich sehr schwierig mit seinem Privatbesitz. Der hat es z.B. überhaupt nicht gerne, wenn (auch Vertraute) z.B. technische Geräte von ihm mitbenutzen.

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Thema: Schizoide Persönlichkeitsstörung im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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