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Diskutiere im Thema Schizoide Persönlichkeitsstörung im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #91
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Also Zotti, hier kommen meine Notizen zu verschiedenen Therapie-Materialien. Ich versuche auch mal einiges aus meiner Sicht zu kommentieren. Vielleicht hilft da einiges weiter:

    Zur Ich-Wahrnehmung: bei Schizoidie ist kein stabiles <zusammen mit>/<zu hause in> möglich. Diese Defizit wird von Außenstehenden auch so wahrgenommen und kann zur Ablehnung führen. Weit nervtötender für das Umfeld ist aber dieser Anschein von gleichzeitigem Wollen/Nicht-Wollen. Aggressive Reaktionen ruft bei Partnern von Schizoiden auch weniger ein Fehlen oder eine konstant zu abgekühlt gehaltene Affektivität hervor. Das Problem für die Angehörigen/Freunde ist eher ein Schwanken beim Affektausdruck: mal gelingt er situationsgemessen, dann kommt überhaupt nichts für ein außen <wahrnehmbares>, dann wieder etwas manieriert-exzentrisch ver-rücktes oder nur ein sehr <verkümmert-oberflächlicher> Versuch, das nächste Mal erscheint der Affektausdruck völlig deplaziert in der Situation oder dem Gegenüber nur völlig selbstwidersprüchlich. Das führt zu einer <Unberechenbarkeit>, die wiederum als belastend erlebt wird.
    Ein zu sehr auf Symbole, Gesten, Gemüt fokussierter Blick auf schizoides Verhalten kann zu Fehleinschätzungen führen. Ein Rückschluss Außenwirkung auf ein Innenleben eher irreführend.
    Die sehr individualistisch beanspruchte Unabhängigkeit bleibt eher <Fassade>. Gerade auf emotional-interaktiver Ebene besteht überhaupt keine Autonomie, auf kognitiver Ebene nur eine sehr brüchige, die auch von Schizoiden selbst als solche gefährdete sehr bewusst erlebt wird.
    Diese ,Gefährdetheit' wird umso stärker ,getriggert', je stärker gerade vom <Kommunikationsgegenüber> eine eigene Selbstwertgefühlskraft ausgesendet wird. Egal ob diese Selbstwertenergie aggressiv ausgerichtet ist oder auch nur ,vorgetäuscht' ist. Grundsätzlich löst eine solche Konfrontation bei Schizoiden Ängste vor Vereinnahmung/Überrollen/Grenzverletzung aus. Dieses ,Gefährdungsserleben' gegenüber selbsicherem Verhalten kann sogar noch im privaten Rahmen (trotz jahrelanger Vertrautheit) auf paradoxe Weise zunehmen. Gerade gegenüber als selbstsicherer/emotional reifer eingeschätzen Bezugspersonen ist dann vom Schizoiden aus, es noch weniger weniger möglich, positives Feedback zu geben. Eine zu starke Bestätigung <resoluten> Verhaltens wäre für Schizoide immer eine Gefahr, sich den benötigten <Autonomie-Raum> selbst zu beschneiden gegenüber einem Umfeld, das immer schon als irgendwie <stärker/überlegen> erlebt wird.
    Diese Grundsatz-Misstrauen bzgl. dem sozialen Umfeld steht im Zusammenhang mit typischen situativen Mustern im Entwicklungsprozess schizoider Symptomatik. Eine hochsensible Neigung zu Verletzlichkeit erlebt als schonmal von Grund auf benachteiligende <Schwäche>, die aber von Erziehungsverantwortlichen nicht anerkannt wird. Eher wird auf dieses diffuse <Benachteiligungsgefühl> auf Seiten der Heranwachsenden von den Erwachsenen mit Ignoranz bestraft/ als Einbildung abgetan oder führt direkt zu (auch körperlichen) Erniedrigungsaktionen, die anscheinend abhärten/anpassen sollen. Zugleich tritt dem ,schizoiden Kind' gegenüber auch von dieser Seite eine häufig sogar übertriebene Fürsorge auf, hinter der sich jedoch häufig ein Wunsch nach Besitzergreifen der ,Erziehungsinstanzen' verbirgt.
    Das kann auf schizoider Seite zu einem Ambivalismusgefühl gegenüber einer sozialen Umgebung führen, innerhalb der niemandem getraut werden darf, keine offene Kritikäußerung zugestanden wird und auch keine ,neutralen Ansprechpartner' zur Verfügung stehen.
    Zur Therapie:
    Gerade dieses andauernde ,Unterlegengeheitsgefühl' gegenüber nicht-artikulierten Anteilen der Gruppeninteraktion bewirkt, dass Schizoide aus einer <Angststresserfahrung> wichtige Anteile von beobachteten/erlebten Gruppeninteraktionsmustern ,ausblenden', nur ,eingeschränkt wahrnehmen'. Dieser Anteil betrifft v.a. alles eher intuitiv als für die Gruppe selbstverständlich verabredete innerhalb sozialer Kommunikationsprozesse, wie es sich z.B. in sehr symbolhafter-ritualisierter, aber dennoch auch im größeren Kollektiv als relativ eindeutig erlebter Botschaftenvermittlung zeigt.
    Unterhalb einer direkten Artikulationsebene (daher müssen sie auch nicht schriftlich fixiert werden oder extra als herkömmliches ,Bildungsgut' gelehrt werden) stehen also innerhalb einer kulturellen Gruppe schnell verfügbare, daher sehr ,ökonomische' Kommunikationsmuster, deren Verständnis schon mal als intersubjektiv abgesicherter ist, zu Verfügung. Die sind auch deshalb für kompetente Kommunikationsteilnehmer so effizient, weil sie nicht mehr extra reflektiert oder logisch begründet werden müssen.
    Für Schizoide müssen aber diese emotional-intuitiven ,Kommunikationsstile', die der Mehrheit so selbstverständlich erscheinen, auf einer abstrakteren Ebene erklärbar gemacht werden. Hier liegt ein möglicher Therapieansatz.
    Emotional Nachempfinden können Schizoide andere Kommunikationsstile aber nicht, auch nicht aus Beobachtung heraus nachahmen/beschreiben. Sie können aber durchaus etw. affektiv <spüren> im Gegenüber-Verhalten, aber nicht auf einer <gleichberechtigten Ebene> Emotionales/Affektives unterhalb einer sachlicheren-distanzierteren Ebene dem Anderen rückvermitteln.
    Daher ist es wichtig möglichst erstmal auf einer unpersönlicheren Ebene zu bleiben (Schizoide beziehen sowieso schon zu stark alles erleben auf ihr stets als <existentiell bedrohtes> Ich). Das bedeutet aber auch auf für Angehörige, dass sie auch über ihr eigenes Empfinden nie zu direkt persönlich sprechen sollten, sondern eher auf allgemeinerer Sachlichkeits- und Distanzebene.
    Überhaupt kann Kontakt zu Schizoiden eher auf der Inhaltsebene gemeinsamer Interessen/Hobbies hergestellt werden als über <emotionale Anspracheversuche>. Dafür ist eher den von schizoider Seite <ausgesendeten> Innen-Impulsen zu folgen, über <rohe Impulse> von außen (z.B. soziales aus der Reserve Locken) ist an Schizoide eher nicht ranzukommen.
    Dabei ist wichtig, dass die für Außenstehende merkwürdig wirkenden schizoiden <Eigenraum>-Wertungs- und Bedeutungshierarchien erstmal respektierend anerkannt werden. Das heisst nicht, dass sie übernommen oder aktiv gutgeheissen werden müssen.
    Defizite in der sozialen/emotionalen Interaktion werden von Schizoiden eher <intransitiv> wahrgenommen, d.h. sie können das in diesem Bereich als Mangel erlebte schlecht einem Gegenüber allgemeinverständlich mitteilen. Um wirklich tiefer in die Problematik als Außenstehender Einsicht zu bekommen, sollte eher reflektiert-detailliert auf sachlich-distanzierte Weise konstant nachgefragt werden. Auf dieser Basis können dann dem Schizoiden <Formulierungsangebote> als Ausdruckshilfestellung gegeben werden, diese Angebote ( also definitiv nicht ,vorgefertigte Schablonen') müssen aber auf reflektiert- kognitiv artikulierter Ebene bleiben.
    Schizoidie ist für Außenstehende nicht <rein emotional nachvollziehbar>. Deshalb sollten Angehörige auch bzgl. des Vertrauensaufbaus darauf verzichten zu sehr über eine <ritualisierte Trost - und emotionale Verständnisebene> zu gehen. Das wäre eher kontraproduktiv, da Schizoide diese Ebene eher als oberflächliches Placebo oder heuchlerische Mehrdeutigkeit wahrnehmen könnten und sich dann eher wieder zurückziehen.
    Geändert von shroud (16.03.2013 um 13:49 Uhr)

  2. #92
    Indigowoman

    Gast

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo Shadowgolf,

    das ist schon schwer, wenn man mehrere, nicht ganz klar voneinander abgrenzbare Störungen hat. Aber schizoide Persönlichkeitsstörung und Asperger sind nach meinem Wissen zwei völlig verschiedene Dinge. Kann mir nicht vorstellen, in welchen Verhaltensmustern sich zwei solche Probanden ähnlich sein sollen. Aber eins habe ich gemerkt: die ruhigen ADSler (die Hypoaktiven) wurden früher (und womöglich heute noch?) besonders oft fälschlicherweise als schizophren diagnostiziert. Warum? Bloß weil sie ruhig sind statt aggressiv und zappelig? Vor den Aggressiven zeigt man mehr Respekt, sogar die Ärzte. Die werden nicht so oft in Kliniken eingewiesen. Bei den Ruhigen bemängelt man, dass sie sich mit ihrem Umfeld nicht kooperativ verhalten würden. Dabei wollen sie selten stören oder lästig sein und ziehen sich bei Problemen eher zurück.

    Und dann noch etwas: Du erwähntest am Anfang ein schlechtes Verhältnis zu deinen Eltern. Dein Vater soll dich wegen Fehlern fertig machen. Bei mir war das früher auch so; und ich kenne auch noch einige andere Leute, die auch solche Eltern hatten, die nicht zu ihnen gehalten haben. Da kann ich dir einen Tipp geben: Kehre den Eltern, Geschwistern und restlichen Verwandten (denn die unterstützen die oft unbewusst) am besten für immer den Rücken. Denn sonst wird das ewig so weiter gehen, dass die dich runterziehen. Du gehst sonst noch kaputt. Das gilt auch für den "schweigenden" Teil der Familie und Verwandtschaft. Denn wäre nur einer für dich, dann würde der-/diejenige mal mit deinem Vater reden oder zumindest protestieren und Hilfe von außen zu Rate holen (z. B. Sozialarbeiter oder Familientherapeuten). Da aber anscheinend keiner was gegen den Erziehungsstil deiner Eltern geäußert hat, kannst du davon ausgehen, dass die alle auf der selben Welle reiten und einverstanden sind. Oder zumindest kein Mitgefühl für dich haben. Musst du mit solchen Leuten Mitgefühl zeigen? Nein, verlasse sie einfach. Auch wenn sie angeblich daran kaputt gehen, davon darfst du dich nicht emotional "einwickeln" lassen. Meine Erfahrung ist, dass solche Eltern keinen Kontakt aus Herzlichkeit aufrecht erhalten wollen, sondern um zu kontrollieren. Entziehe dich dieser Kontrolle für immer! Ziehe in einen anderen Ort und brich die Kontakte ab. Du kannst ihnen ja einen Brief schreiben, dass es endgültig aus ist. Es lohnt sich! Man fühlt sich viel freier, das macht sich auch in der äußeren Stimmung bemerkbar und wie man auf andere wirkt. Man wird auch innerlich selbständiger und unabhängiger, dadurch wird man auch ernster genommen und Leute greifen einen weniger leicht an. Vielleicht kriegst du dann ganz neue Impulse für dein Leben. Aber wenigstens sind dann die Gefühle freier.

    Grüße von Indigowoman (schade, ich hätte lieber einen Smiley mit Blume, der nicht rot wird)

  3. #93
    Zotti

    Gast

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo Shroud, danke für die Mitteilung. Kann heute nicht lesen. Es passiert ständig was.
    Gestern nacht kam mein Freund von einer Party zurück so um 3.00 Uhr. Ich hatte da keine Lust mitzugehen und habe mich mittags
    schon mit meiner Mutter und Söhnen und Freundin in Essen getroffen. Ich hatte ihm per Email geschrieben, das er doch ruhig gehen soll
    und dann abends nochmal angerufen und gesagt, daß er sich ja von der Arbeit erholen muß und abschalten. Das wirkt wohl positiv.

    Na ja, dann bin ich schon eingeschlafen und plötzlich kam er und hat auch mal den Schlüssel meiner Wohnungstür benutzt, den habe ich
    ihn mal nachmachen lassen und der hängt bei ihm zu Hause. Also auf jeden Fall bin ich wachgeworden und dann kam er zum Bett und ich
    fragte, na wie war es auf der Party. Da sagte er: "Ja , ich bin von einem Türken bebissen worden.".
    Ach Gott, da dachte ich, was ist das denn. Dann hat er mir alles erzählt, soll ich das jetzt hier schreiben, nein, ein andermal, also drei Türken
    haben die Partygäste angemacht usw. vor der Türe und dann sind die anderen Partygäste auch rausgegangen und es gab eine Rangelei
    oder fast Schlägerei. Mein Freund hat einen Türken an die Wand gedrückt und da hat er ihn in den Oberarm gebissen. Das ist echt richtig
    rot und noch mit Zahnabdruck. Na ja, eine Scheibe wurde noch eingeschlagen doch die Polizei hat zwei geschnappt.

    War ich froh, daß ich nicht dabei war. Also und morgen treff ich mich mit meinen Asperger-Sohn und es geht weiter mit der Beantragung
    der Waisenrente. Hoffentlich hab ich alle Unterlagen dabei, dann noch von der Schule eine Bescheinigung und eigentlich müßte ich jetzt
    schon im Bett liegen, sonst bin ich morgen so kaputt.

    Ja dann hat die Oma angerufen, also die von dem Verstorbenen, die scheint sehr nett zu sein. Hat viel erzählt, dadurch ist das Partnerproblem
    jetzt neutralisiert. Mal gucken, ist ja jetzt auch wichtiger die Formalitäten zu regeln und dann muß ich ja noch gucken wie es weitergeht mit
    dem Sohn der in der Klinik ist. Er darf allerdings auch raus, war gestern mit beim Treffen mit meiner Mutter und heute hier zu Hause. Mein
    Freund hat ihn dann auch mit dem Auto zur Klinik zurückgebracht und er hat ihm auch noch nachträglich zum Geburtstag Geld geschenkt.

    Dann ist es für mich wieder so in Ordnung. So jetzt muß ich wirklich schlafen. Ich melde mich wieder und es hilft mir wirklich sehr, über diese Störung
    Erklärungen zu bekommen. Bis morgen oder übermorgen oder überübermorgen, viele Grüße von Zotti

  4. #94
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 241

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Grundsätzlich löst eine solche Konfrontation bei Schizoiden Ängste vor Vereinnahmung/Überrollen/Grenzverletzung aus. Dieses ,Gefährdungsserleben' gegenüber selbsicherem Verhalten kann sogar noch im privaten Rahmen (trotz jahrelanger Vertrautheit) auf paradoxe Weise zunehmen. Gerade gegenüber als selbstsicherer/emotional reifer eingeschätzen Bezugspersonen ist dann vom Schizoiden aus, es noch weniger weniger möglich, positives Feedback zu geben. Eine zu starke Bestätigung <resoluten> Verhaltens wäre für Schizoide immer eine Gefahr, sich den benötigten <Autonomie-Raum> selbst zu beschneiden gegenüber einem Umfeld, das immer schon als irgendwie <stärker/überlegen> erlebt wird.
    Das erlebe ich bei mir. Ich bin froh, einen Partner zu haben, der mich mit seiner Persönlichkeit nicht "überschwemmt", trotzdem aber als sicherer Anker fungiert. Ich fühle mich ihm sehr verbunden (liebe ihn, so wie es mir möglich ist), habe aber auf anderer Ebene eine Distanz zu ihm. Anders könnte ich ohnehin nicht mit einer Person zusammenleben. Wenn dieses Verhältnis nicht so gegeben wäre, und das war früher bei anderen immer der Fall, breche ich aus. Kann da gar nicht anders.

    Der Umgang mit anderen Menschen bedeutet für mich Streß. Kenne ich sie näher, ist es besser. Bin aber immer auch ein wenig in der Hab-Acht-Stellung, da Situationen auftreten können, bei denen ich nicht weiß, wie sie reagieren und ich vieles auf mich beziehe.
    Habe mich aber gut anpassen können, so dass die wenigsten wissen, wie problematisch der Umgang mit Menschen für mich ist.

  5. #95
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo

    mein Mann hat eine schizoide Persönlichkeitsstruktur

    In Situationen, in denen es ihm schlecht geht kommen wir sehr gut klar. Ich kann mich dann so weit zurücknehmen, dass ich ihn dann ihn sein lasse und er korregiert mich nicht ständig, da er ja sehr mit sich beschäftigt ist.

    Ich verstehe Einiges in seiner Art und Weise nicht, aber in Situationen, in denen er angegriffen ist, muß ich ihm das ja nicht auch noch sagen.


    Wenn es mir schlecht geht ist es genau anders herum. Er macht mir massiv deutlich, dass meine Art damit umzugehen "falsch" und für ihn nicht verständlich ist. Und wenn er etwas nicht verstehen kann, dann kann er auch nicht darauf eingehen.

    Es ist total merkwürdig.

    Ein Beispiel. Als mein Vater starb (ich habe ihm die Hand gehalten) habe ich mit meinem Mann telefoniert. Er hat mir dann lang un bereit erkĺärt, dass ich mich in dieser Situation total merkwürdig verhalte. Ich habe hinterher geheult - mehr wegen der Unfähigkeit meines Mannes einfach nur mal für mich da zu sein, als über den Tod meines Vaters.

    Er ist sehr nett und hilfsbereit. Ich bekomme jede Unterstützung von ihm, hauptsache sie ist für ihn sinnvoll oder nachvollziehbar.
    Da meine Gefühle für ihn aber nicht nachvollziehbar sind, bekomme ich höchsten Kritik aber keine Unterstützung.

    Mein Mann ist ein wunderbarer Mann für gute Tage, für Tage wo es ihm schlecht geht, für rationale Probleme -

    Er ist aber nicht in der Lage, sich emotional auf mich und meine Ängste einzustellen. Ich denke, er ist nicht empathisch - er ist von meinen Gefühlen so überrannt, dass er mich ehr platt machen muß, als dass er sich auf meine Gefühle einstellen kann.


    Manchmal denke ich, dass ihm meine Gefühle, besonders Angst/Trauer/Wut/Ärger so überrennen, dass er sich davor schützen muß und er dann lieber mich "platt" macht, als das er in der Lage ist meine Gefühle auch nur etwas an sich ran zu lassen.

    Heute war wieder so eine Situation. Ich hatte einen Arzttermin und habe dort erfahren, dass ich eine sehr unangenehme Nachbehandlung einer Hauterkrankung haben werde. Diese Nachbehandlung verändert Einiges in meiner und unserer Planung für die nächsten ca. 3 Monate.

    Er tut so, als ob es vollkommen daneben ist, dass ich darüber traurig bin und auch etwas Angst vor der Nachbehandlung habe (es kann nicht etwas wirklich schlimmes passieren). "Das ist so, mach dich nicht irre blah, blah, blah"

    Ich mache mich ja gar nicht irre, ich will nur etwas traurig sein dürfen wenigstens ein paar Stunden.



    Ich denke, er "schenkt" mir seine Probleme und meckert dann, dass ich sie vermeindlich habe.


    Elvira

    ps. er hat auch noch narzißtische Züge

  6. #96
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo Ellwirrwarr,

    das ist glaube ich, wie du es hier beschreibst, sehr typisch für die Problematik, nachdem was ich jetzt in den letzten Tagen nochmals nachgelesen habe.

    Du gehst halt sehr schnell in emotionalen Spannungssituationen auf diese für dich effektive Ebene der sehr verdichteten Ritualisierungen und rein symbolischen Handlungen. Du hast da einen unverstellteren Zugang und das entlastet dich natürlich erstmal. Wie gesagt, für Leute die da sicher sind auf diesem <Terrain> ist das natürlich ein Vorteil, ohne großen Begründungszwang, Logikanforderungen, lange reflektierte Artikulation finden sie erstmal eine gute Ausdrücksmöglichkeit für Belastungen.

    Für deinen Mann, entweichst du aber durch eine solche Kommunikationsstrategie ins völlig Unverbindlich-Schwammige. Das soll jetzt kein Vorwurf an dich sein und ist auch nicht wertend gemeint.
    Ich verstehe das durchaus, dass du in solchen dich betreffenden Belastungssituationen diesen Weg für dich nutzt und nicht erstmal deinem Partner ausführlich genau gedanklich sachlich-distanziert darlegst, warum du jetzt einen solchen Verarbeitungsweg für dich wählst, der ihm so fremd wirkt.

    Daher bisher auch immer meine Skepsis, solche Beziehungsprobleme mit Schizoiden alleine im privaten Beziehungsrahmen lösen zu wollen. Gerade, wenn ihr als Partnerin selbst aufgrund seelischer Belastungen emotional instabil seid, dann könnt ihr doch gerade gar nicht darauf immer verzichten, auch solchen Umgang mit eurem eigenen emotionalen Stress zuzulassen.

    Auch wenn das euren Partner ein Stück weit von euch <entfremdet> und diese für ihn nicht aufschlüsselbare Heftigkeit Angst schürt: Das <Opfer> (so einseitig gehalten) ist doch auch von eurer Seite nicht so durchzuhalten. Das muss doch wahrscheinlich für euch sehr kraftraubend sein, wenn es ab jetzt heissen würde: Solche Intuitiv-rein emotional gehaltenen Entlastungsstrategien sind <absolut tabu>. Erst, auch wenn ich gerade selber nicht weiss, wo mir mein Kopf steht, muss ich meinem Partner gegenüber eine sachlich nachvollziehbare ,Erklärung' geben und ihm ein reflektiert-distanziertes Gegenüber bleiben, das alles detailliert verbal-kognitiv ausartikuliert.

    Ich habe heute noch ein kleines <Parabel-Bild> zum Abschluss:
    Vielleicht hilft das für Außenstehende schizoides Erleben dieser <Gefährdertheit> verständlicher zu machen.

    Stellt euch z.B. mal vor, ihr würdet z.B. im schon weiter fortgeschrittenen Erwachsenenalter nach Italien auswandern. Über längere Jahre habt ich euch davor bereits, abends im VHS-Kurs und privat am Schreibtisch das wichtigste Alltagsvokabular und die Grundgrammatik <eingepaukt>. Ihr könnt also so ungefähr die <zentralsten Fetzen> der realen Alltagskommunikation verstehen und auch erstmal unter größerem Konzentrationsaufwand und eher bedächtig eigene Anliegen grobschlächtig <radebrechen>.
    Unter dieser Voraussetzung geht ihr dann z.B. auf dem Markt. Neben euch auf einmal heftigeres Gestikulieren, sich lauter erhebende Stimmen: Ihr versteht so ungefähr, dass die Gruppe an <Einheimischen> irgendwie etwas über ihr letztes Wochenende bespricht. Für mehr reicht euer Hörverständnis/Fremdsprachenwissen noch nicht aus.
    Irgendwie nehmt ihr aber die Kommunikationsszene abseits des Artikulierten als auf der Kippe wahr: Werden sich die Gesprächspartner gleich <um den Hals fallen> oder vielleicht doch <eher die Augen auskratzen> oder gleich ganz unaufgeregt nach dem kleinen Smalltalk-Plausch wieder auseinandergehen?

  7. #97
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 433

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Wenn der Mann von Elwirrwarr tatsächlich schizoides Verhalten an den Tag legt, dann gibt es aber verdammt viele Schizoide auf dieser Welt, kann das sein?
    Denn ganz ehrlich: ich hab das Gefühl dass unter Männern so ein Verhalten sehr häufig vorkommt, und ich glaube nicht dass das immer schizoid ist.

    Emotional kühles Verhalten, fehlendes "über den eigenen Tellerrand gucken" und geringere mitfühlende Empathiefähigkeit kann viele gründe haben, und das alles ist leider überhaupt nicht selten.
    Mag bei manchen auch eine "Maske" sein um möglichst "hart" oder cool zu wirken, andere haben diese Maske so verinnerlicht dass sie das ganz normal finden. Aber wenn das schon Schizoid wäre, wären das einfach verdammt viele.

    (Viele Männer kommen mit der Emotionalität von Frauen nicht klar. Es ist schon etwas hart auf einen Trauerfall so zu reagieren. Nur würd ich da etwas kritischer sein bei der "Ferndiagnose". Um mehr gehts mir nicht )

  8. #98
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    @tasseKaffee

    Schizoid ist er noch nicht allein, dass er gegenüber heftigeren Emotionen so <abblockt>. Da kann es durchaus verschiedene Hintergründe geben. Eine Schizoidie-Diagnose wäre dann eher die Folge, wenn er so handelt, eigentlich aus einer <existentiellen Angst> heraus, dass diese ihm <fremde> Gefühlsintensität ihn überrollend vereinnahmt, ihn auf einer emotionalen Ebene (auf der er eigentlich völlig abhängig ist und keine Verteidigungsstrategien kennt) zum hoffnungslos <unterlegenen Spielball> ihrer für ihn undurchschaubaren Emotionalität degradiert.

    Verknüpft sich dann eine solche Problematik noch mit narzisstischen Anteilen, verkompliziert sich wahrscheinlich die Beziehungsproblematik nochmals entscheidend. Evtl. kommt daher auch Elwirrwarrs Erleben, er würde sie <platt> machen, bevor sie dazu fähig ist. Nachdem was ich bisher über Schizoidie gelesen habe, ist ein so stark <handlungsorientierter> Abwehrversuch aber in dem Rahmen untypisch.

  9. #99
    Zotti

    Gast

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    Hallo, ich habe heute nichts gelesen, ist mir im Moment zu viel. Bin ständig unterwegs wegen der Halbwaisenrentenbeantragung und dann in der Klinik bei meinem Sohn.

    Morgen muss ich wieder früh los und bin den ganzen Tag unterwegs.

    Für meinen Partner auch mal gut, da ruft er doch dann mal an und wundert sich, dass ich nicht erreichbar bin.

    Also bis dann mal, ich lese mir das alles noch durch nur im Moment nicht.


    Gruß von Zotti

    Lieber Shroud, weißt du denn vielleicht dafür eine Erklärung, fällt mir gerade noch ein.

    Also bin im Moment überlastet gehirnmäßig oder wie man das nennt. Nun war ich gestern wieder in der Klinik bei meinem Sohn. Irgendwie fühlt man sich da wohl, die Ärztin hatte meinen Termin vergessen, ein Pfleger oder ein Arzt suchte seinen Schlüssel und als ich die Theaterkarten für das Theaterstück was dort gespielt wird in einen Raum rein kam, der eng war, da rempelte eine irgendwo gegen und es fiel was um.

    Mit jedem Krankenpfleger kann man ganz locker reden als wenn ich die schon alle kenne. Sind aber auch überwiegend jüngere Leute. Die die dann krank sind, da sind schon einige die einem leid tun, doch das will ich nicht alles erzählen.

    Also auf jeden Fall all diese Eindrücke da und dann wurde ich von einem guten Bekannten in der Klinik abgeholt und wir fuhren zu mir nach Hause mit seinem Auto. Die sind weggezogen nach Koblenz also da in die Nähe und haben hier noch in ihrem alten Haus was auf dem Speicher, was weg muß. Ich nehme dann einige Sachen und die kommen in meinen Keller.

    Wir fuhren dann erst zu meiner Wohnung um ein paar Sachen in den Keller zu stellen und dann wollten wir nochmal zu seinem Haus aufräumen und aussortieren usw. Also wir waren dann in meiner Wohnung. Der gute Bekannte stand dann in meinem Eßzimmer und ich ging in mein Wohnschlafzimmer hinter meinem großen Schrank und habe mir einen anderen Pulli angezogen. Dann ging ich zurück und in den Flur und dachte wo ist den der J., machte die Wohnungstüre auf und guckte ins Treppenhaus, ich hörte was und dachte der ist schon zum Auto gegangen.

    Also ich dann um meine Jacke zuholen zurück ins Eßzimmer gehe, da steht er da, ich dachte ich träume, ich fragt ihn ob er in der Küche war oder in dem anderen Zimmer, er meinte nein, er hätte die ganze Zeit da gestanden. Meine Frage, kann es sein, daß das Gehirn bei Überlastung einfach einen ganzen Menschen irgendwie ausschaltet, also da man ihn nicht sieht. Lügen tut er auf keinen Fall, er ist auch sehr intelligent, vielleicht auch ein bißchen Asperger oder ADSler.

    Doch ich habe mich wirklich erschrocken, dass ich ihn übersehen habe. Ich dachte schon, in der Klinik sind viele die sehen welche die nicht da sind und ich sehe einen nicht, der aber da ist.

    Also bis nächstes Mal und würde mich über eine Antwort freuen oder ob einer sowas auch schonmal hatte?

    P.S. Mit kleineren Gegenständen, da habe ich das auch schon erlebt, aber einen ganzen Menschen übersehen, der ca. 1-2 Meter weit weg steht?

    Geändert von Zotti (21.03.2013 um 00:36 Uhr)

  10. #100
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Schizoide Persönlichkeitsstörung

    @Zotti

    Also ich kenne das eher so, dass ich wenn ich von der Außenwelt zu sehr gestresst bin, auch Leute übersehe, aber nicht so auf eine Person beschränkt. Ich gehe dann ganz raus aus der Situation für ganz kurze Zeit. An der U-Bahn, als ich unterirdisch mal länger in der rush hour warten musste, bin ich z.B. mal mit einem anderen Wartenden zusammengestossen. Da werde ich dann wieder <geerdet>, entweder durch den Rempler oder wenn mich irgendjemand anspricht. Solange ich aber Stimulantien oder auch Reboxetin (Edronax) nehme passiert mir das nicht. Anscheinend bewirken die Medis dann nochmals eine Art <Watteschutzwall> gegen die überfordernden Außenreite, so dass ich nicht so stark aus der Situation <raus muss>.
    In einem solchen Fall bemerke ich dann auch nicht Leute, die da eigentlich schon länger gestanden haben müssen. Mir fehlt dann aber auch ein kurzer Ausschnitt, was ich da getan haben muss. In dem einen Fall muss ich z.B. irgendwie meinen Rucksack geöffnet haben und auch mich <pirouettenmässig> um die eigene Achse gedreht haben. Das kann ich dann so einigermaßen rekonstruieren nach dem kurzen Ausfall.
    Das ist aber so eine Mischung aus Angst und Reizüberforderung. In deinem Fall liegt es vermutlich eher darin, dass du in einer etwas gelagerten Überlastungssituation einfach noch stärker auf dir das gerade Notwendige fokussiert hast. Vielleicht war der junge Mann da im Moment einfach etwas <zu still>, dass er da durch einen (wie ich vermute) Selektionsschutzwall bei dir durchdringen konnte.

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