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Diskutiere im Thema ADHS und Diabetes Typ 1 im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf AD(H)S
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 21

    Ausrufezeichen ADHS und Diabetes Typ 1

    Hallo alle Zusammen !

    Hab da mal eine Frage :

    Gibt es unter uns noch jemanden der Diabetes Typ 1 hat ??

    Würde mich deshalb gern mal mit jemanden austauschen auf diesem Gebiet

    Vielen Dank Zinki

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf AD(H)S
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 21

    AW: ADHS und Diabetes Typ 1

    Möchte mich hier mal für alle anderen etwas verständlicher zu dieser Thematik äussern, damit ihr mich vielleicht etwas besser versteht, oder noch besser vielleicht einen Tip für micht habt.

    Also eine Unterzuckerung (kann bis zum Koma gehen) merkt man wenn man anfängt mit den Fingern zu zittern (Steigerungsform wenn es schlimmer wird wie Alkeholkrank auf Entzug) so das man garnicht mehr selbst den Traubenzucker ausgepackt bekommt.

    Dazu bzw. ein anzeichen vorher von unwohlsein sowie ein unruhiges Gefühl in der Magen - Bauchgegend.

    Dies habe ich aber in letzter Zeit wo sich einige Probleme häufen in der Familie sowie mit meinem Sohn der auch ADHS (festgestellt ärztlich, Medikament Medikenet 10 mg am Tag), so daß ich denke das ich unterzuckert bin, bin es aber garnicht.

    Das zittern der Hände kommt dann dazu bei Angstzuständen bzw Situationen wo ich denke, das ich damit nicht zurecht komme und überfodert bin.

    Bin dann aber nach einer Blutzuckermessung im grünen Bereich bzw. etwas darüber aber auf keinen Fall unterzuckert.

    Danke LG Zinki

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 380

    AW: ADHS und Diabetes Typ 1

    wie ist deine frage ?

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf AD(H)S
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 21

    AW: ADHS und Diabetes Typ 1

    Ob es nur mir so ergeht oder ob andere die Diabetes haben auch dieses Bauchgefühl empfinden und zittern der Finger/Hände und es für eine Unterzuckerung halten.

  5. #5
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: ADHS und Diabetes Typ 1

    Hallo Zinki

    Also ich bin nachweislich kein Diabetiker, aber ich kenne eine solche Unterzuckerung ebenfalls - genau mit den von Dir beschriebenen Symptomen.

    Was mich ein wenig verwirrt hat seinerzeit war, dass man mir mal gesagt hat, dass eine Unterzuckerung eigentlich nur bei Diabetikern geben kann - was mir auch aufgrund des Glucose/Glykogen-Stoffwechsels einleuchtend erscheint. Dennoch tauchen solche körperlichen Reaktionen bei mir immer mal wieder auf - und verschwinden bei Zuckerzufuhr

  6. #6


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9.524

    AW: ADHS und Diabetes Typ 1

    Hallo Zinki,

    Hypoglykämien (Unterzuckerungen) und genauso Hyperglykämien (hoher Blutzucker) haben mit Sicherheit Auswirkungen auf den Körper und die Psyche. Als Betroffener sind aber viele der Dinge die ich im folgenden schreibe persönliche Erfahrungen.

    Als erstes noch eine Anmerkung zum Beitrag von Virtuna

    Virtuna schreibt:
    ... Also ich bin nachweislich kein Diabetiker, aber ich kenne eine solche Unterzuckerung ebenfalls - genau mit den von Dir beschriebenen Symptomen. ...

    Was mich ein wenig verwirrt hat seinerzeit war, dass man mir mal gesagt hat, dass eine Unterzuckerung eigentlich nur bei Diabetikern geben kann ...
    Es ist nachgewiesen und inzwischen auch anerkannt, dass es einen gewissen Anteil von Nichtdiabetikern gibt, die in bestimmten Situationen Unterzuckerungen entwickeln können. Leider lässt sich das nur dann definitiv bestätigen, wenn der Betroffene genau dann den Blutzucker misst, wenn er eine Unterzuckerung hat.

    Dazu kommt noch, dass es meistens sehr lange dauert, bis die Betroffenen herausfinden, in welchen Situationen sie gefährdet sind. Es gibt nämlich eine ganze Reihe Auslöser, die immer wieder einzeln oder zusammen vorkommen. Dazu gehören zum Beispiel Stress, körperliche Aktivität und bei manchen sogar schnell wirksame Kohlenhydrate. Wer tippt aber auf eine Unterzuckerung, wenn es ihm immer dann komisch wird, wenn er in einer Stresssituation Cola oder süßen Sprudel trinkt.

    In schlimmen Fällen führt das oft zu einer Odyssee von Arzt zu Arzt, in den meisten Fällen wissen die Betroffenen nur, dass es manchmal Situationen gibt, in denen sie "komisch drauf" sind oder vielleicht sogar nur einen unerklärlichen Heißhunger verspüren.


    Unterzuckerungen erlebe ich aber sehr ähnlich wie ihr. Vor allem kommen bei mir schon bei einer relativ milden Unterzuckerung innere Unruhe, Desorganisiertheit, Chaosdenken und Probleme mit der Impulskontrolle auf. Also Symptome, die sich mit den Kernsymptomen von ADHS überschneiden. Allerdings lief das vor der ADHS Therapie nur auf eine Steigerung des sowieso schon vorhandenen nervösen Grundlevels hinaus.

    Der Unterschied ist aber, dass Unterzuckerungen zeitlich beschränkt sind, während die ADHS-Symptome keine Pause haben. Hier kommt aber schon wieder der nächste Fallstrick. Wenn der Blutzucker sehr hoch ist, dann kommt eine extreme Müdigkeit und Schlappheit auf. Die geht bei mir so weit, dass sie die innere Nervosität fast komplett abdämpfen konnte. Vor der ADHS-Therapie konnte das sogar kurzzeitig angenehm sein, da die ganze Nervosität zurückging. Aber auch das war zeitlich beschränkt. Wenn es länger als ein paar Stunden angedauert hat, war es kaum auszuhalten.


    Was du über die Symptome bei dir schreibst, lässt sich nur sehr schwer zuordnen. Es gibt einfach zu viele Dinge, die da auch eine Rolle spielen können.

    Zuallererst sind die Gefühle, die in verschiedenen Stresssituationen aufkommen einer Unterzuckerung sehr ähnlich. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer Psychologin, in dem es darum ging, ob es einen Unterschied zwischen einer Unterzuckerung und einer Panikattacke gibt.

    Was von fast allen Ärzten unterschätzt wird, sind auch die vielen Wechselwirkungen zwischen Blutzuckerwert und Psyche. Meistens reduziert es sich auf zwei Sätze: 40% Der Diabetiker sind depressiv. Je depressiver sie sind, desto schlechter sind ihre Blutzuckerwerte, da sie sich gehen lassen. Ich behaupte, dass das zu kurz gegriffen ist. Fast jeder Arzt, der sehr viele Diabetiker betreut, weiß, dass sich bei vielen davon Blutzucker und Insulinbedarf mit dem psychischen Zustand ändern. Manche glauben ihren Patienten sogar, dass es Akutwirkungen gibt. Es scheint so zu sein, dass bei einem Großteil der Blutzucker in psychischen Stresssituationen ansteigt. Bei einigen kommt es auch zum Gegenteil, was als 'Tiger in Ketten Phänomen' bekannt ist. Hier lässt der Stress den Blutzucker sinken. Eine Unterzuckerung entsteht, die den Stress und die Gefahr sich emotional "reinzusteigern" wiederum erhöht. Wie ein Tiger, der um so wilder an den Ketten zerrt, je weniger Bewegungsfreiheit ihm bleibt. Leider ist das ganze von Patient zu Patient sehr unterschiedlich.

    Als letztes noch ein kurioser Effekt, den man aber auch nicht vernachlässigen darf: Einige Diabetiker bekommen manchmal die Unterzuckerungssymptome, vor die Unterzuckerung auftritt. Bei mir ist das auch der Fall und ich muss meinem Diabetologen dafür danken, dass er mich auf diese Idee gebracht hat. Es passiert mir, dass ich Unterzuckerungssymptome spüre, mein Blutzuckerwert aber im Normalbereich ist. Meistens bin ich dann aber eine halbe- bis Dreiviertelstunde später unterzuckert.

    Zum Glück ist mir das einmal in der Diabetesambulanz passiert, als ich auf den Arzttermin gewartet habe. Ich hatte das Gefühl, unterzuckert zu sein. Habe selber den Blutzucker gemessen, dazu hat die Laborantin ihn mit zwei verschiedenen Verfahren und mit dem Blut aus zwei unterschiedlichen Einstichstellen überprüft. Alle drei Werte lagen im Normalbereich und sehr nahe beieinander (Abweichung zwischen dem niedrigsten und dem höchsten 4mg/dl), also definitiv keine Unterzuckerung. Ich habe das dann mit dem Arzt besprochen und seine erste Frage war, ob das immer wieder vorkommt. Als ich gesagt habe, dass das so ist, sollte ich nochmal den Blutzucker messen und siehe da, ich war leicht unterzuckert, obwohl ich subjektiv symptomfrei war. Seine Aussage war, dass ein geringer Anteil Diabetiker manchmal diese "Vorahnungen" hat. Da die Symptome oft abgeklungen sind, bis der Blutzucker zu sinken beginnt, kommen die Betroffenen dann in tiefe Unterzuckerungen, weil erst dann wieder Symptome auftreten.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Die ADHS-Diagnostik bei Diabetikern oder allgemein bei Menschen mit Unterzuckerungsneigung ist deutlich schwieriger als bei nicht betroffenen. Hier ist es ganz wichtig, Unterzuckerungssymptome, Beruhigung durch (zu) hohen Blutzucker und ADHS-Symptome auseinanderzuhalten.

    Ein Problem ist, dass es kaum Psychiater gibt, die dazu noch Diabetologen sind. Darum liegt bei Diabetikern schon im Bereich der "gängigen" psychischen Erkrankungen vieles im Argen und noch viel mehr bei exotischen wie ADHS.

  7. #7
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: ADHS und Diabetes Typ 1

    ...ich schätze mal, da haben wir jemanden vom Fach...

    Vielen lieben Dank Dir, traenenclown, für die super ausführliche Darstellung Deiner Erfahrungen - da sind auch für mich, als bekennenden Anti-Diabetiker (...gibt´s dat Wort? ), viele wichtige und interessante Informationen dabei!

  8. #8


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9.524

    AW: ADHS und Diabetes Typ 1

    Hallo Virtuna,

    sorry, dass ich gleich wiedersprechen muss. Ich bin nicht vom Fach. Als Betroffener habe ich mich aber über den Hintergrund und die Ergebnisse der Forschung auf dem Gebiet informiert. Mit der Zeit kommt da ein Sammelsurium an Wissen und ein großer Erfahrungsschatz zusammen.

    Noch zur Wortwahl: Anti-Diabetikerin würde bedeuten, dass du gegen Diabetes und gegen Diabetiker bist. Ich hoffe, dass du das nicht bist. In deinem Fall wäre wohl eher Nicht-Diabetikerin angebracht.
    Geändert von traenenclown (21.09.2009 um 14:22 Uhr) Grund: Satzzeichen umverteilt ;)

  9. #9
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: ADHS und Diabetes Typ 1

    Danke für die Hilfe, traenenclown! Genau DAS Wort hatte ich gesucht...

    ...mir schwirrt schon wieder der Kopf von dem ganzen Lernstoff

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 332

    AW: ADHS und Diabetes Typ 1

    Hallo Zinki, ich kann mich dem vom traenclown nur anpassen. Ich habe 12 Jahre lang auf einer Schwerpunktstation für Diabetes gearbeitet. Dabei ist mir bewust geworden das man nicht alle Diabetika über einen Kam scheren kann. Jeder Diabetika reagiert anders. Es gibt Patienten die Unterzuckern bei werden von 130 mg/dl und es gibt welche die fahren mit 19 mg/dl im Rollstuhl umher und messen nur weil es Abendbrot gibt. Ich habe selber kein Diabetes habe aber Phasen, 2 Stunden nach dem Frühstück, wo mein Zucker mal so auf 50 mg/dl sinkt. Ohne das ich jetzt Leistungssport oder ähnliches gemacht habe. Wenn Du glaubst das da was nicht im Ordnung ist einfach messen, messen und wieder messen. Wenn Du das öffter hast wird man das auch im HbA1C sehen. Wenn Du dir unsicher bist dann mach doch mal ein Tagesprofil. Vor dem Frühstück, 2 Stunden nach dem Frühstück, vor dem Mittag, 2 Stunden nach dem Mittag u.s.w. das würst Du kennen. Wenn das dann nicht ok ist gehe zu Deinem Diabetologen und las Dich neu einstellen, evtl. in einer Klinik, sicher ist sicher.
    LG Kathy

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