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Diskutiere im Thema Fibromyalgie im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #11


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9.524

    AW: Fibromyalgie

    Hallo Blu,

    Fibromyalgie ist ein chronisches Schmerzsyndrom dessen Ursachen noch nicht hinreichend erforscht sind. Dazu kommt, dass die Diagnose wohl nicht ganz einfach ist.

    Chronische Schmerzen können aber sehr viele, sehr unterschiedliche Ursachen haben. Ein wenig überspitzt gesagt: Nicht alles was weh tut ist Fibromyalgie. Zum Beispiel treten bei einigen Formen von Rheuma schmerzende Knötchen auf und auch bei einigen anderen Erkrankungen kommen sie vor. Bei einer solchen Vielzahl möglicher Ursachen wäre es schlecht, wenn du dich auf Fibromyalgie "einschießen" würdest. Denn dann wäre die Gefahr groß, dass die Ursache übersehen wird.

    Solche Dinge muss grundsätzlich ein Arzt klären, der sich auf dem entsprechenden Gebiet auskennt. Gerade bei chronischen Schmerzen ist es sogar oft so, dass mehrere Ärzte Ursachen aus ihrem Bereich abklären müssen. Also zum Beispiel ein Orthopäde Gelenke und Muskeln, ein Neurologe die Signalverarbeitung der Nerven, ein Pathologe Gewebeveränderungen, ein Rheumatologe Entzündungsherde und und und ...
    Geändert von traenenclown (20.03.2010 um 18:48 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler

  2. #12
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 5

    AW: Fibromyalgie

    Danke, traenenclown!! Hast natürlich Recht...

    (Ich hasse es, Ärzte finden zu müssen, die einem helfen können, aber muss wohl sein...)

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Fibromyalgie

    Kolibri schreibt:
    Ausser ADS habe ich auch noch eine chron. Schmerzkrankheit (Fibromyalgie). Wie bei AD(H)S spielen auch hier die Neurotransmitter wie Serotonin eine große Rolle. Ich hatte deswegen schon länger den verdacht, dass da ein Zusammenhang besteht. Vor kurzem las ich nun auch einen fachärztlichen Bericht, in dem dies bestätigt wurde! Ich habe einmal einen Bericht über Fibromyalgie geschrieben, den ich hier einstelle. So werden sicher einige Fragen ausgeräumt und evtl. hat der oder die ein/e oder andere ja ähnliche Beschwerden, ohne zu wissen, wieso und warum!?


    FIBROMYALGIE

    Dieser Bericht liegt mir sehr am Herzen, da ich selber an dieser Krankheit leide. Leider gibt es sehr viele Menschen, die mir vorwerfen, ich würde „übertreiben“, schließlich könne das ganze doch nicht so schlimm sein, ich sei doch noch so jung, usw. Besonders von Menschen, die deutlich älter sind als ich, höre ich solche Äußerungen immer wieder! Krankheiten befallen aber immer mehr auch junge Menschen und ich erhoffe mir, mit diesem Bericht ein wenig für Aufklärung sorgen zu können. Mein Beweggrund, diesen Bericht bei ciao einzustellen ist keineswegs der, dass ich „jammern“ will, wie schlecht es mir doch geht. Ich wünsche mir nur ein wenig mehr Toleranz gegenüber allen Menschen, die an dieser (oder einer anderen Krankheit!) leiden und bitte um Rücksichtnahme und Verständnis! Ich hoffe, die Länge schreckt Euch nicht allzu sehr ab und freue mich über Eure Kommentare! LG Silke
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    - Was ist Fibromyalgie eigentlich?
    - Der lange Leidensweg
    - Der Krankheitsverlauf der Fibromyalgie
    - Symptome und Begleiterscheinungen der Fibromyalgie
    - Die Diagnose
    - Ursachen
    - Mögliche Therapien
    - Fazit

    Obwohl kaum einer je diesen Namen gehört hat, handelt es sich nicht um eine „exotische Ausnahmekrankheit“. Allein in Deutschland sind über 2 Millionen Menschen betroffen! Laut Dr. med. Thomas Weiss, der einige Bücher zum Thema geschrieben hat und sich in seiner Mannheimer Praxis mit dieser Krankheit befasst, sind je nach Land und Untersuchung 1 – 4 % der Bevölkerung betroffen. Von allen Patienten eines Arztes der Allgemein-Medizin sind es ca. 2 – 6 %. In der Praxis eines Rheumatologen oder Orthopäden sogar 6 – 20 % ( Logisch, denn dorthin gehen die Menschen mit ihren Schmerzen ja auch zuerst!) Die meisten Patienten, die an dieser Krankheit leiden sind Frauen (etwa 90 %), aber auch Männer sind durchaus davon betroffen. Wobei ich aus Erfahrung sagen kann, dass selbst die gesunden (Ehe-)Männer der erkrankten Frauen durchaus „betroffen“ sind – da der Umgang mit der Krankheit als solches und auch mit den erkrankten Frauen alles andere als leicht ist!

    Im Internet gibt es einige Seiten, die über die Krankheit und ihre Therapien aufklären. Auch habe ich einige Foren gefunden. Ich möchte hier jedoch keine Liste aufstellen, die nur unvollständig sein könnte oder gar von einigen als „einseitig“ bezeichnet werden würde! Auf Anfrage teile ich Interessierten aber gerne einige von mir als hilfreich befundene Seiten mit – oder ihr „googelt“ einfach mal selber!

    Aber was ist Fibromyalgie eigentlich?
    ****************************** **
    Schlagen wir in einem medizinischen Wörterbuch nach finden wir folgende Bedeutungen:
    „fibra“ – lateinisch = Faser
    „Mys“ – griechisch = Muskel
    „algos“ – griechisch = Schmerz
    „ia“ – griechisch = Zustand
    Die wörtliche Übersetzung würde also „Muskelfaserschmerzzustand lauten. Diesen Ausdruck gebrauche ich auch manchmal, wenn mich jemand fragt, was ich denn „nun habe“. Leider kann auch damit kaum jemand etwas anfangen. Also gebrauche ich auch oft den Ausdruck „Weichteilrheuma“, obwohl dies eigentlich falsch ist – allerdings wurde das Krankheitsbild früher auch von Medizinern fälschlicherweise so bezeichnet! Und damit können die Leute dann zumindest etwas anfangen, wenn es auch das ganze Ausmaß der Krankheit kaum erahnen lässt! Medizinisch handelt es sich „um eine chronische, nicht entzündliche Form eines rheumatischen Zustands, die ausschließlich die Weichteile des Körpers betrifft, vor allem den Übergang vom Muskel zur Sehne. Die Knochen und Gelenke sind dagegen nicht betroffen. Dabei gibt es einzelne Muskel-Sehnen-Übergänge, die besonders schmerzhaft sind. Sie werden als Schmerzdruckpunkte oder tender points bezeichnet. Neben diesen Schmerzen treten im Verlauf der Erkrankung zahlreiche so genannte vegetative Beschwerden auf. Die Laboruntersuchungen sind dabei eher unauffällig, größere Abweichungen von den normalen Werten können in der Regel nicht festgestellt werden. Und schließlich ist die Ursache der Erkrankung nicht eindeutig bekannt.“
    (Quelle: Fibromyalgie – Schmerzen überall von Dr. med. Thomas Weiss)

    Fibromyalgie ist erst seit 1990 unter diesem Namen bekannt und noch lange nicht von allen Medizinern als eigenständige Krankheit anerkannt. Das macht es auch sehr schwer, einen Arzt zu finden, der sich damit auskennt und einen ernst nimmt! Diffuse Muskelschmerzen kannten zwar schon die Ärzte der Antike und im Laufe des 18. Jahrhunderts unterschied man zum ersten Mal Gelenkrheuma von Muskelrheuma, die „tender points“ entdeckte man allerdings erst im 19. Jahrhundert. Im 20. Jahrhundert nahm man immer noch an, es handele sich um eine entzündliche Krankheit und bezeichnete die Krankheit als „Fibrositis“ (alle Krankheitsnamen die auf –itis enden bezeichnen entzündliche Prozesse!). Dass es sich bei dem neuen Krankheitsbild NICHT um eine entzündliche Erkrankung handelt, wurde dagegen erst Anfang der 1980er Jahre klar! Manche Ärzte sind allerdings immer noch der Meinung, es handele sich bei dem Krankheitsbild um eine larvierte (verkleidete) Depression. Dies ist eine psychosomatische Erkrankung, bei der eine Vielfalt körperlicher Beschwerden im Vordergrund steht und nicht die Niedergeschlagenheit wie bei einer „normalen“ Depression. Bei Patienten, die schon lange zu depressiven Stimmungslagen neigen und erst spät die Zeichen einer Fibromyalgie zeigen ist eine Abgrenzung sicher schwierig. Glücklicherweise sind sich die Vielzahl der Spezialisten jedoch einig, dass die Schmerzen Depressionen auslösen und nicht umgekehrt!

    Der lange Leidensweg
    *******************
    Die meisten Betroffenen haben einen langen Leidensweg hinter sich, bis die Krankheit diagnostiziert wird. Sie waren bei vielen verschiedenen Ärzten und Spezialisten. Kaum eine Therapie wurde nicht versucht (bei mir z.B. Reizstrom, Quaddeln, Massagen, Blutegel, und vieles mehr!) kaum ein Gelenk wurde nicht geröntgt! Vor jedem Arztbesuch erhoffte man sich Verständnis und Hilfe und hat doch immer wieder gehört: „Alles in Ordnung. – Sie haben nichts! Sie sind kerngesund!“ Oder aber, es werden verschiedene Einzeldiagnosen gestellt, die auf den ersten Blick durchaus plausibel sind: Meine ständigen Schmerzen im Handgelenk waren entweder auf den Sturz damals mit 10 beim Rollschuhlaufen zurückzuführen oder aber auf das viele Schreiben am PC – „Sehnenscheiden-Entzündung“ war die oft gestellte Diagnose bei mir! Dass diese Diagnose falsch sein musste, erfuhr ich erst viele Jahre später, aber dazu später mehr! Die ständig wiederkehrenden Schmerzen im Rücken und die Kopfschmerzen sind die Folge einer missglückten Flugrolle mit 14. Menstruationsbeschwerden hat jede dritte Frau, also nix ungewöhnliches „Damit müssen sie wohl leben – oder aber die Pille nehmen, die kann die Schmerzen mildern!“ Die Pille half nicht, also musste ich wohl damit leben! Kalte Hände und Füße hatte ich ständig, aber das ist natürlich eine Folge meines niedrigen Blutdrucks! Dagegen sollte ich Kaffee trinken oder aber jeden Morgen Rotwein mit einem Eigelb und Traubenzucker verquirlt. Auf die Frage, ob mein Arzt mir ein Attest ausstellt, dass ich jeden Morgen Rotwein trinken MUSS, bevor ich mit dem Auto zur Arbeit fahre verdrehte dieser nur die Augen! Mit 18 trank ich noch weniger Kaffee als jetzt und den Rotwein ließ ich lieber sein, da mir mein Führerschein zu wichtig war - also auch wieder ein Symptom, gegen das nichts unternommen wurde!

    Die Schmerzen kamen - und gingen wieder weg, also dachte ich an nix schlimmes. Die „Sehnenscheiden-Entzündungen“ dauerten zwar immer länger und wurden mittlerweile mit einem Gipsverband ruhig gestellt aber man konnte immer noch damit leben und schließlich wurden die Belastungen (durch Beruf und Haushalt) ja auch immer mehr (redeten die Ärzte mir ein und ich glaubte es natürlich!)

    Im Sommer 2002 war ich 32 Jahre alt, frisch geschieden und wieder verliebt und war vor kurzem zu meinem (jetzigen) Mann in den Odenwald gezogen. Mein Handgelenk konnte ich schon wieder 4 Wochen nicht bewegen und in der kommenden Woche hatte ich ein Bewerbungsgespräch im Kindergarten! Also suchte ich mir jetzt doch mal einen Arzt. Mein Mann empfahl mir einen Sportarzt, bei dem ich auch gleich einen Termin vereinbarte! Bei der ersten Untersuchung fragte er mich nach meiner Krankengeschichte, um mich näher kennenzulernen. Ich erzählte ihm von über 20 Jahren Problemen mit immer wiederkehrenden Schmerzen im Handgelenk, Rücken, den Knien und der Hüfte. Kopfschmerzen hatte ich sowieso fast jeden Tag, die erwähnte ich gar nicht. Und die Migräne-Anfälle, die regelmäßig einmal im Monat auftraten und die sonstigen „monatlich wiederkehrenden Unzulänglichkeiten“ gehörten hier ja auch nicht hin – schließlich war ich ja nicht beim Frauenarzt! Also konzentrierten wir uns auf die aktuellen Beschwerden: Die Schmerzen waren mittlerweile nicht nur im Handgelenk, sondern auch im Ellenbogen und auch die Schulter tat sehr weh! Der Arzt meinte nur zu mir: „Wenn sie so oft eine Sehnenscheidenentzündung hatten, wie sie mir sagen, müsste ich Abnutzungserscheinungen sehen, aber da ist NICHTS! Das kann also gar nicht sein! Und eine Sehnenscheidenentzündung wandert auch nicht so hoch, das sind mehrere Sachen unabhängig voneinander“ Er gab mir eine Spritze in die Schulter und stellte den Arm mal wieder mit einer Gipsschiene ruhig. Das Bewerbungsgespräch führte ich mit Schiene und bekam den Job trotzdem, was mich sehr gefreut hat! Eine Woche später bekam ich vom Arzt die zweite Spritze in die Schulter und die Schmerzen waren weg! Aber – Ihr könnt es Euch sicher schon denken – sie kamen wieder!

    Etwa zu dieser Zeit stellte man bei meinem hibbeligen Sohn ADHS fest und als ich mit ihm bei der Kinderärztin war fragte sie mich, ob ich denn auch schon in Behandlung wäre. Da hab ich also Erzieherin gelernt und war nicht mal in der Lage, die so naheliegenden Dinge bei meinem Sohn und auch bei mir zu erkennen! L Mir war zwar immer klar, dass ich „anders“ bin, aber als Krankheit hab ich das nie gesehen! Hier alles aufzuzählen, was ADS ist, würde den Rahmen sprengen, dazu schreibe ich mal einen eigenen Bericht! Nur so viel: Auch ADS hat was mit Serotoninmangel im Gehirn zu tun – welch ein Zufall!???
    Seit 2003 bin ich also auch wegen ADS in Behandlung!

    Im Mai 2004 hatte ich wieder solche Schmerzen, dass ich es nicht schaffte, mit dem Auto rückwärts einzuparken! Ich hatte weder die Kraft in den Armen, das Lenkrad richtig einzuschlagen, noch konnte ich den Kopf drehen, um nach hinten zu schauen! Mit Tränen in den Augen stieg ich aus und überließ das Einparken meinem Mann! Seitdem saß ich noch genau zweimal hinterm Steuer eines Autos, mit ähnlich ernüchterndem Ergebnis! Und das, wo das Auto fahren früher zu meinen Lieblingsbeschäftigungen zählte und ich dabei herrlich entspannen konnte! Was gibt es schöneres, als bei strahlendem Sonnenschein im Auto mit heruntergelassenen Scheiben tolle Musik zu hören und durch die Gegend zu kurven?
    Aber nun gut, ich habe mich damit abgefunden - bleibt mir ja auch nichts anderes übrig!

    Normalerweise ließen die Schmerzen ja immer wieder nach, bevor sie an einer anderen Stelle wieder auftraten. Nun kamen aber zu diesen Schmerzen auch noch die im Rücken. Später tat auch noch die Hüfte weh und dann die Knie. Schleichend gesellten sich auch immer größere Verdauungsprobleme dazu, die ich erst gar nicht richtig wahrnahm, außerdem redet „man“ da auch nicht mit jedem drüber! Mein Kreislauf war ständig im Keller und es ging mir einfach nur noch rundum schlecht! Zu dieser Zeit gab die Ärztin bei uns im Haus ihre Praxis auf und ich wechselte zum Hausarzt meines Mannes! Dessen Frau ist ebenfalls Ärztin und bat mich zu einem ersten Gespräch, bei dem meine „gesamte“ Krankengeschichte zur Sprache kommen sollte. Ich sollte also etwas Zeit mitbringen! Zeit? Ärzte haben so was auch??? Das kannte ich bis jetzt so nicht und war deswegen auch sehr überrascht von dem langen Gespräch in entspannter, netter Atmosphäre! Dabei erwähnte ich auch einen Bericht, den ich bei meiner Mutter in einer Zeitschrift entdeckt hatte. Es ging darin um Fibromyalgie und so genannte „Tender-Points“, die sehr schmerzempfindlich auf Druck reagieren. Alle Symptome in dem Bericht trafen auf mich zu! Da schaute mich die Ärztin groß an und meinte: „Stimmt, warum ist DA noch keiner drauf gekommen?“! Sie fragte noch einige Dinge ab, die ich alle positiv beantwortet habe! Wobei positiv in diesem Falle eher negativ für mich bedeutet! Nach 2 Stunden (!) entließ sie mich mit einer Überweisung zum Rheumatologen, starken Schmerzmitteln, guten Literaturtipps und jeder Menge guter Ratschläge und Wünsche! Sie bereitete mich darauf vor, dass der Rheumatologe gut sei und ich deshalb mit einer Wartezeit rechnen solle, aber dass der nächste freie Termin über ein halbes Jahr später sein sollte, war schon der Hammer!

    Mein Mann und ich gönnten uns eine Woche Wellness-Urlaub, der uns beiden sehr gut tat – die Schmerzen ließen wirklich nach! Dann stellte ich fest, dass ich schwanger war und meine Ärztin meinte, dass die Hormonumstellung der Schwangerschaft sich wohl günstig auf den Krankheitsverlauf auswirken würde. Ich ließ alle Medikamente (auch die gegen ADS) weg, da ich mein Kind nicht gefährden wollte und es ging mir trotzdem recht gut! Der Termin beim Rheumatologen fiel in genau diese fast schmerzfreie Zeit und trotzdem war der Arzt sich relativ sicher, dass ich Fibromyalgie habe. Zu 100 % könne man sich hier nie sicher sein, meinte er – was zur Folge hat, dass ich auch keinerlei Hilfe von Seiten der Krankenkasse erwarten kann.

    Nach der Geburt kam dann aber schnell die Ernüchterung – die Schmerzen kamen ebenso schnell wieder, wie sie verschwunden waren und sind seitdem wieder voll da! Ich probiere seit kurzem ein neues Medikament aus: 5-H T P, also Tryptophan, dass zur Bildung von Serotonin gebraucht wird (Serotonin kann man wohl nicht einnehmen, da es vom Körper selbst produziert werden muss, wenn ich das alles richtig verstanden habe!?)
    Von meiner Hausärztin habe ich zumindest ein Attest, mit dem ich eine Haushaltshilfe bei der Lohnsteuer absetzen kann, allerdings macht dies auch nur einen gewissen Prozentsatz aus und den Rest müsste ich wiederum selbst zahlen. Meine Mutter kann mir hier auch nicht mehr so helfen wie in der Schwangerschaft und unserem Umzug in die neue Wohnung, da sie 2 Stunden weit weg wohnt und seit einem Jahr eine eigene Kneipe hat, die sie zeitlich ziemlich in Anspruch nimmt! Ich bin also so ziemlich auf mich allein gestellt und wenn ich die Hilfe meines Mannes und meines großen Sohnes nicht hätte, würde ich sicher an so manchem Tag verzweifeln!

    Der Krankheitsverlauf der Fibromyalgie
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    Was ich an meinem Beispiel bereits beschrieben habe, fasst Dr. Weiss so zusammen:
    - Der Erkrankungsbeginn ist oft schleichend und unauffällig. Am Anfang stehen meist unspezifische Beschwerden wie z.B. Abgeschlagenheit, Schlafstörungen oder Magen-Darm-Beschwerden
    - Später kommen Schmerzen im Bereich der Lenden- oder – etwas seltener – der Halswirbelsäule hinzu.
    - Erst dann entwickeln sich die typischen Schmerzen in Armen und Beinen sowie weitere Begleitsymptome und Beschwerden.
    - In der Regel verschlimmert sich die Erkrankung nicht stetig.
    - Heftige Schmerzattacken lösen schmerzfreie Intervalle ab.
    - Kälte, Nässe, Infektionen oder äußere Belastungen können zur Verschlimmerung führen.
    - Bis sich das Vollbild der Erkrankung herausgebildet hat, dauert es durchschnittlich etwa zehn Jahre; durchschnittlich weitere sieben Jahre später wird die Diagnose „Fibromyalgie“ gestellt.

    Symptome und Begleiterscheinungen der Fibromyalgie
    ****************************** ***************
    - Rückenschmerzen
    - Schmerzen in Armen und/oder Beinen
    - Diffuse Schmerzen überall (Nach längerem Krankheitsverlauf können diese nicht einmal mehr genau lokalisiert werden – es tut einfach „überall“ weh!)
    - Schlechte Stimmung, Depressionen
    - Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen
    - Kalte Hände und Füße und Nasenspitze
    - Vermehrtes Schwitzen
    - Mundtrockenheit
    - Kreislaufprobleme (Schwindel, niedriger Blutdruck)
    - Wassereinlagerungen, geschwollenes Gesicht und Hände, besonders am Morgen
    - Bereits leichte Stöße verursachen blaue Flecken
    - Überdehnbarkeit der Gelenke (ich kann z.B. meinen Daumen an den Unterarm der gleichen Hand führen!)
    - Blasen- und/oder Gebärmuttervorfall (hängt alles mit dem schwachen Bindegewebe zusammen!)
    - Gelenksteifigkeit, man kann kaum die Zahnbürste richtig fassen, keine Flasche öffnen
    - Verstärkte Venenzeichnung
    - Menstruationsschmerzen
    - Nachlassen des sexuellen Interesses, Impotenz
    - Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafschwierigkeiten)
    - Darmbeschwerden, Blasenbeschwerden
    - Kloßgefühl im Hals, Schluckbeschwerden, Heiserkeit
    - Atembeschwerden (unklare Beschwerden in der Brust mit Atemnot)
    - Herzbeschwerden
    - Missempfindungen wie Taubheitsgefühle oder Überempfindlichkeit der Haut
    - Zittern der Hände
    - Kopfschmerzen – Migräne
    - Zahnschmerzen, Schmerzen in der Kaumuskulatur
    - (Kreisrunder) Haarausfall
    - Störungen des Hörvermögens, Ohrgeräusche („Tinnitus“)
    - Kälte verstärkt die Schmerzen – schon ein kalter Luftzug im Sommer reicht aus!
    - Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit

    Bei mir treffen nicht ALLE dieser Punkte zu, aber mehr als ¾ aller Symptome kann ich aufweisen, jedoch bin ich weit davon entfernt auf diese „Leistung“ stolz zu sein – wie es mir bereits unterstellt wurde! Sicher hat jeder von Euch auch Probleme mit dem ein oder anderen Punkt dieser Liste – wenn aber der Großteil davon fast täglich zutrifft, macht das Leben manchmal einfach keinen Spaß mehr! Dazu kommt, dass bei Schmerzpatienten (und dazu gehören die Fibro-Patienten) mit der Zeit ein Effekt auftritt, der sich „Schmerz-Gedächtnis“ nennt. Das bedeutet, das sich das Gehirn den Schmerz „merkt“ und die Toleranzschwelle, an der Schmerz empfunden wird, immer weiter absinkt! Ich denke, das ist in etwa vergleichbar mit dem „Memory-Effekt“ eines Akkus, der sich mit der Zeit nicht mehr ganz auflädt!

    Die Diagnose
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    Trotz aller Beschwerden ergeben die ärztlichen Untersuchungen keine Auffälligkeiten. Röntgenbilder und Blutuntersuchungen sind „normal“. Dennoch sollten beim Verdacht der Fibromyalgie alle möglichen Untersuchungen gemacht werden, um andere Krankheiten mit ähnlichen Symptomen ausschließen zu können! Hier alle zu nennen würde zu weit führen, einige sind jedoch z.B. Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS), Infektionen (Hepatitis, Borreliose,...), entzündliches Gelenkrheuma, hormonelle Erkrankungen wie z.B. Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, und vieles andere mehr. Auch bestimmte Medikamente (z.B. Cholesterinsenker und Asthmamittel) können unter Umständen Schmerzen auslösen, die einer Fibromyalgie ähneln!

    Wenn alle anderen Krankheiten ausgeschlossen werden konnten gilt der Verdacht einer Fibromyalgie als begründet, wenn:
    - Schmerzen sowohl im Wirbelsäulenbereich als auch in beiden Armen und Beinen über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten vorhanden sind.
    - Mindestens 11 von 18 festgelegten Druckpunkten bei einer Druckintensität von vier Kilopond deutlich schmerzempfindlich reagieren.
    - Depressive Verstimmungen oder Stimmungsschwankungen den Patienten beeinträchtigen.

    Ursachen
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    Da das Krankheitsbild der Fibromyalgie noch nicht lange erforscht wird, gibt es noch keine Langzeitstudien. Es scheint jedoch erwiesen zu sein, dass den Patienten Serotonin fehlt! Dies ist ein Neurotransmitter, ein Botenstoff, der im Gehirn gebraucht wird. Wie wir alle noch von „Otto“ wissen, „kommunizieren“ die Organe mit dem Gehirn („Leber an Großhirn.....“) *gg* Fehlt ein Botenstoff, können diese Botschaften nicht „abgeliefert werden“ Das ist z.B. ein Grund dafür, dass manche ständig essen (der Magen meldet zwar „Ich bin satt“ – es kommt aber nicht im Gehirn an!) andere wiederum das Essen regelrecht „vergessen“, da sie vom Magen keine Hungergefühle gemeldet bekommen! Andere Stoffe sind dagegen zu viel vorhanden, so dass z.B. die Meldung „Mir ist kalt“ viel zu schnell kommt! Das ganze ist jetzt sehr laienhaft und grob erklärt, aber ich denke, mit den ganzen medizinischen Ausdrücken und Hormonen können die wenigsten etwas anfangen. Wer sich dafür interessiert, kann weitere Infos gerne von mir erhalten!
    Ein weiterer Grund für die Schmerzen sind nach Meinung von Dr. Thomas Weiss tierische Eiweiße, die zu einer „Übersäuerung“ des Körpers führen. Ich habe daraufhin eine 6wöchige Entgiftungs-Kur gemacht und meine Ernährung fast komplett umgestellt. Auch hier gilt: weitere Infos gerne auf Anfrage!

    Mögliche Therapien
    *****************
    Fibromyalgie ist nicht heilbar, man kann nur versuchen, die Symptome zu lindern!
    Dies geschieht durch möglichst viele der nachfolgenden Punkte. Einige davon kann man zu Hause durchführen, andere nur in speziellen Kliniken, einige sind sehr kostspielig, andere „nur“ zeitintensiv.
    - Über die Krankheit informieren und die Einstellung dazu ändern! (Sagt sich so leicht, funktioniert aber leider nicht immer!)
    - Entspannen und loslassen (Auch das ist an den meisten Tagen nur sehr schwer zu realisieren!)
    - Physikalische Therapie z.B. Baden, Wärmeanwendungen, Kältetherapie, Massagen (Wärme lindert die Schmerzen bei mir sehr; Kälteanwendungen, wie z.B. die Kältekabine mit –60 bis –110°C kann ich mir absolut nicht vorstellen, hab es aber noch nie ausprobiert! Massagen dürfen nicht zu fest sein, sonst hat man danach mehr Schmerzen als vorher!)
    - Fitness schaffen. Hierzu schreibt aber selbst Dr. Weiss: „ Wenn jede Bewegung mühsam ist, ist der Gedanke an schweißtreibenden Sport nicht sehr verlockend.“ (Wie recht er hat!)
    - Gesunden Schlaf fördern (Mit hochdosiertem Baldrian fällt das Einschlafen leichter – allerdings nehm ich den höchstens mal am Wochenende wenn mein Mann nachts für den Kleinen aufsteht, falls er wach wird. Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn sonst hören würde!)
    - Gesunde Ernährung (Ich habe meine Ernährung umgestellt, esse viel mehr Vollkorn und Sojaprodukte als vorher, außerdem mehr Obst und Gemüse. Allerdings verfalle ich oft noch in alte Muster zurück und „belohne“ mich mit Süßigkeiten und anderen Leckereien! L)
    - Für bessere Durchblutung sorgen (Das Rauchen konnte ich mir leider auch noch nicht abgewöhnen!)
    - Therapie des Lymphödems (Lymphdrainage ist sicher toll – aber auch teuer und wird leider nicht erstattet!)
    - Medikamente (Kein Schmerzmittel brachte bisher den gewünschten Erfolg, Nahrungsergänzungsmittel muss ich alleine zahlen und wurden mir auf Dauer zu teuer, der gewünschte Erfolg blieb ebenfalls aus! Momentan probiere ich ein neues Tryptophan-Medikament, das muss ich zwar auch selbst zahlen, aber ich hoffe halt immer noch, dass es was bringt!) Das einzige Medikament, das mir laut Ärztin von der Krankenkasse bezahlt werden würde, wäre Morphium, aber ich habe keine Lust, den Rest meines Lebens im Dämmerzustand zu verbringen!
    - Psychotheraphie (Wegen ADS bin ich ja bei einer Psychologin gewesen, allerdings hatte ich auch dort nicht unbedingt das Gefühl, ernst genommen zu werden...und dafür jedes Mal 65 km nach Frankfurt zu fahren? Mein Mann muss Urlaub nehmen, und und und....- ich versuch das jetzt erst mal weiter alleine!)
    - Laut Dr. Bauer, einem Arzt aus München ist eine Operation die einzige wirklich wahre Hilfe. Allerdings ist diese nicht medizinisch anerkannt und die Kosten werden nicht übernommen. Eine OP würde ich auch wirklich als allerletzte Möglichkeit in Betracht ziehen. Ich versuche es lieber auf die „sanfte Art“ des Dr. Weiss! Mit dem was Dr. Bauer in seinen Büchern schreibt, kann ich mich ehrlich gesagt auch nicht wirklich anfreunden, aber das ist jedem selbst überlassen – ich denke, dass viele die noch länger als ich unter den Schmerzen zu leiden haben, diese Möglichkeit in Erwägung ziehen!

    Fazit
    *****
    Dr. Thomas Weiss schreibt in seinem Buch „Fibromyalgie – Schmerzen überall“, dass Fibromyalgie zwar eine chronische Erkrankung mit langjährigem Verlauf ist. Sie sei zwar mit langem Leiden verbunden, führe dennoch nie zu einer Veränderung der Gelenke oder anderer Organe. „Deformierungen oder Funktionsbeeinträchtigungen, wie sie bei der rheumatoiden Arthritis (Gelenkrheuma) vorkommen, gibt es nicht. Dementsprechend steht am Ende der Krankheit auch nie der Rollstuhl, wie es verständlicherweise oft von Betroffenen befürchtet wird.“ Dazu sagte mir ein saarländischer Arzt der Allgemeinmedizin, dass ich bedenken solle, dass ja schließlich die Muskeln betroffen wären und das Herz doch auch ein Muskel sei! Die Gedanken, die mir bei diesem Satz im Kopf herumschwirrten, versuche ich jedoch zu verdrängen und vertraue hier einmal Dr. Weiss, der sich ja in seiner Praxis fast ausschließlich mit Fibromyalgie befasst! Ich versuche, mich mit dem Gedanken anzufreunden, dass die Schmerzen der Fibromyalgie nach dem 60. Lebensjahr meistens deutlich nachlassen. Dass dann wiederum andere Wehwehchen auftauchen verdränge ich auch hier wieder bewusst!

    Empfehlen kann ich diese Krankheit nun wirklich keinem – ich wünsche sie nicht einmal jemandem. Obwohl ich manchmal schon daran dachte, dass manche Menschen, die mich nur müde belächeln, nach einem Monat mit allen Symptomen sicher anders denken würden! Vielleicht würden dann auch mehr Menschen Rücksicht nehmen? Es passiert mir leider immer noch sehr oft, dass sogar Menschen aus meiner Familie - mit denen ich nicht täglich zu tun habe - vergessen, dass ich Schmerzen habe. Wenn ich dann aufschreie, wenn sie mich fest in den Arm nehmen oder „freundschaftlich“ auf die Schulter klopfen oder in den Arm kneifen, halten sie mich für „hysterisch“ und sagen auch schon mal: „stell dich nicht so an!“. Wie weh so etwas - nicht nur körperlich - tut, kann sich ein nicht betroffener kaum vorstellen! Genauso schlimm ist es, wenn die Kinder oder der Mann mit einem kuscheln wollen (der Mann evtl. auch mehr) und einem dabei vor Schmerzen die Tränen in den Augen stehen oder gar die Wangen herunter laufen! In solchen Momenten verfluche ich die Krankheit (und mich) regelrecht und wenn ich nicht so eine tolle Familie hätte, würde ich sicherlich nicht noch einen Tag mit Schmerzen überstehen!

    An manchen Tagen komme ich vor Schmerzen kaum aus dem Bett, obwohl ich mir schon extra den Wecker etwas früher stelle, um alle Muskeln langsam dehnen zu können. Doch ich muss ja aufstehen, denn ich will den Großen nicht schon vor der Schule sich selbst überlassen und muss ja auch darauf achten, dass er etwas vernünftiges frühstückt und seine Tabletten gegen ADS nimmt. Außerdem soll er ja auch ein gesundes Pausenbrot mitnehmen, welches ich ihm lieber morgens frisch mache, statt es schon über Nacht in den Kühlschrank zu stellen! Dann habe ich etwa 1 – 2 Stunden Zeit, meine Wohnung aufzuräumen, meine E-Mails zu lesen und evtl. auch ein paar Berichte bei ciao zu lesen, bewerten und kommentieren. Dann wird der Kleine wach und fordert meine Aufmerksamkeit. Das geht jeder Mutter so und ist natürlich auch das Recht eines jeden Kindes! Wenn er dann aber auch noch schlecht geschlafen hat, die Zähne schmerzen oder er einfach nur mal „knatschig“ ist, bin ich schnell am Ende mit meiner Geduld und Kraft! Dann bin ich einfach nur froh, wenn er nach dem Mittagessen wieder eine Stunde schläft und ich wieder ein wenig Zeit habe, mich zu erholen. Der Große hat dann natürlich auch Hunger, wenn er nach Hause kommt und muss auch Hausaufgaben machen. Trotzdem unterstützt er mich zu allem noch – mal mehr mal weniger, wie bei allen Kindern in diesem Alter! – indem er mit dem Kleinen spielt, mich mal massiert oder aufheitert, indem er mir von seinem Vormittag erzählt. Wie in wohl allen Familien gibt es auch bei uns Streit wegen einem chaotischen Zimmer, nicht gemachter Hausaufgaben oder auch mal einer schlechten Note. Aber da ich weiß, dass er unter seinem ADS auch leidet und die Mehrbelastung durch meine Krankheit auch für ihn nicht leicht ist, kann ich ihm – wenn ich ehrlich bin – nicht lange böse sein. Meistens bin ich sogar sehr stolz auf ihn, wenn er mir wieder einmal alles abnehmen will und sogar bügelt!
    Mein Mann erledigt nach seiner Arbeit noch den Einkauf, hilft mir sehr viel im Haushalt, kümmert sich abends um den Kleinen, badet ihn (wenn nötig), und bringt ihn später auch ins Bett! Ich liege dann meist schon völlig erledigt auf der Couch, habe ab und zu gerade noch die Kraft, eine Geschichte vorzulesen, was wir alle sehr genießen! Ansonsten verbringe ich die Abende je nach Zustand auf der Couch, in der Badewanne oder vor dem PC. Desweiteren hab ich es noch nie erlebt, dass mein Mann maulig ist, wenn er mir mal wieder die teueren Soja-Produkte kauft, oder die Margarine, die ja auch 3,75€ für 250g kostet! Auch die Frage, ob ich mir die Tabletten holen soll, die 50 € im Monat kosten, hat er sich gar nicht erst gestellt. Für ihn ist klar, dass er alles kauft und bezahlt, was mir auch nur ansatzweise helfen könnte! Er würde mir sogar eine Wärmekabine kaufen, wenn wir den Platz dafür hätten! Mir ist klar, dass ich die beste Familie habe, die man sich wünschen kann und sicher nicht jeder so toll unterstützt wird - trotzdem fällt es mir meistens sehr schwer, dafür dankbar zu sein! Durch die Schmerzen und wohl auch wegen meinem ADS bin ich oft gereizt, reagiere aggressiv und bin ungerecht! Ich habe keine Ahnung, wie ich es verdient habe, dass meine Lieben mich trotz allem so mögen, wie ich bin und es mit mir aushalten. Ich kann nur hoffen, dass die Liebe, die ich ihnen geben kann, ausreicht, das alles gut zu machen!!!

    Ich weiß, der Bericht ist sehr lang geworden – aber eine Krankheit mit so vielen Symptomen kann man leider nicht in zwei Sätzen abhandeln. Ich hoffe, es war trotzdem nicht allzu langweilig und danke allen, die bis zum Schluss durchgehalten haben!

    Hallöchen Kolibri!
    Der Artikel von Dir, den könnte man besser gar nicht schreiben. Es ist alles bestens beschrieben. 3/4 Deine Punkte treffen auch auf mich zu. Ich habe erst seit einer Woche diese Diagnose von der Rheuma-Klinik bekommen. An so was hatte ich mein Leben nicht daran gedacht. Ich habe die Fibro an den Rippen. Ich sage Dir, es ist nur götlich diese Schnerzen, trorz Tabletten. Habe ja auch noch andere rheumatische Erkrankungen.

    Ganz liebe Grüße
    blümchen

  4. #14
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 196

    AW: Fibromyalgie

    Hallo Kolibri
    Nachdem ich gemerkt habe, dass du den link für Fibromyalgie angehängt hast, hab ich Deinen Bericht mit grosser Spannung gelesen. Da ich selber neben ADHS noch Diabetes Typ 1, Schilddrüsenunterfunktion, Anstrengunsasthma, Schmerzen aufgrund eines Unfalles (die eigentlich nicht mehr so sein sollten), eine operierte Schulter, wo ich das Gefühl habe, die Sehnen verkürzen innerhalb Stunden, nachdem sie in der Therapie gedehnt wurden und einen Fuss, der 5 Mal operiert wurde und nun das Grosszehengrundgelenk versteift wurde und hinten der Nerv, der zuständig ist für die Ferse (Gefühl) gekappt wurde, weil er immer pulsierte. Die Gebärmutter ist draussen, weil ich immer unerträgliche Bauchschmerzen hatte etc. ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass ich nicht ernst genommen werde und ich habe gedacht, bei Deiner Geschichte, ich lese von mir. . . Ich kann das ganze noch nicht ganz so aufgestellt sehen... Du hast von der Autofahrerei geredet und da kommen mir die Tränen, wenn ich sehe, dass ein ähnlicher Verlauf im Anmarsch ist..
    Ich habe gelesen, dass von einer OP noch die Rede ist. was wird denn da gemacht?
    Auf jeden Fall werde ich einiges in Angriff nehmen. Hast Du eine Erklärung dafür, warum Methylphenidat bei Migräne hilft? . Ich konnte die stärksten Medis einnehmen und nichts half und per Zufall hab ich letztens die Concerta zur falschen Zeit genommen und die Kopfweh waren fast weg.. Ich habe zum Glück einen guten Psychiater, vielleicht kann er mich unterstützen, um festzustellen, ob ich Fibromyalgie habe. Auf jeden Fall herzlichen Dank für Deinen Beitrag.
    Enya

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Fibromyalgie

    Hallo Ihr Lieben!
    Ich habe erst seit kurzem Fibro.... Undzwar habe ich diese in den Rippen und den ganzen Rücken. Ich nehme Schmerztableten, und die Schmerzen die ich jetzt noch habe, müßte ich mit leben ( laut Aussage der Ärzte in Rheuma- Klinik ). Ich kann mich nicht nach vorne beugen, nicht die Arme hoch heben usw. Nun bin ich auch noch mit anderen Krankheiten vorbelastet. Auf jeden Fall war ich heute bei der Krankengymnastik gewesen. Erst bekam ich Lymph... und dann nahm sie sich meinen Rücken vor. Ich kam dort raus, als wäre mir ein dicker Stein vom Rücken genommen worden. Es hatt beim ersten Mal gut angeschlagen, worüber ich sehr erstaunt bin. Auch werde ich Akkupunktur versuchen. Es ist ja alles nur ein Versuch, aber vielleicht hilft ja irgend etwas davon.

    Ganz liebe Grüße
    blümchen

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
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    Forum-Beiträge: 85

    AW: Fibromyalgie

    Hallo Ihr Fibros,

    bin einer von euch. Seit 2 Jahren habe ich jetzt diese Diagnose und bei mir hat sich seit dem vieles zum guten geändert. Nach einer vier wöchigen Reha welche meine Beweglich- und Belastbarkeit verbessert hat habe ich mir eine Schmerztherapeutin gesucht welche nach einigen erfolglosen Versuchen der Medikation mit Antidepressiva jetzt Tramadol verschrieben hat. Zusätzlich erhalte ich Procaininfusionen und bei einem Schub auch mal Infusionen mit Muskelrelaxern. Nebenwirkungen wie Übelkeit, Schwindel und anderes habe ich von den Opiaten nicht! Natürlich habe ich immer noch Schmerzen. Diese habe ich aber gut im Griff und habe seit einem Jahr nicht mehr auf Arbeit gefehlt.
    Ich hoffe das es bei mir lange so bleibt und Ihr auch einen Weg für Euch findet.

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Thema: Fibromyalgie im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
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