Seite 4 von 5 Erste 12345 Letzte
Zeige Ergebnis 31 bis 40 von 46

Diskutiere im Thema ADHS und Alkoholismus im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #31
    Simönchen

    Gast

    AW: ADHS und Alkoholismus

    Liebe Mel,

    das weiß ich nicht. Auch ich hab nachgefragt, ob die Eltern da nicht vielleicht "Vorbilder" waren - der Arzt verneinte es.

    Keinen Schimmer, aber extrem schockierend für mich.

    Simönchen

  2. #32
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: ADHS und Alkoholismus

    naja, wenn nicht die eltern...dann doch irgendwer, der da als vorbild fungiert hat und irgendwie muss es dem mädchen denn auch noch möglich gewesen sein, an den wein ranzukommen. selbst im supermarkt gekauft hat sie den sicherlich nicht....
    finde ich auch erschreckend. beides. also, dass sie überhaupt zugang hatte aber auch, dass sie den getrunken hat um runterzukommen.

  3. #33
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 15

    AW: ADHS und Alkoholismus

    Hi,

    mein Vater, der- das ist seit Längerem klar, mir zumindest- auch ADS hat, sich aber strikt weigert das therapieren zu lassen (er und meine Ma gingen vor meiner und der Diagnose meines Bruders von Depressionen und/ oder Manischer Depression aus, wenn sie denn überhaupt mal drüber sprachen), therapiert sich seit ich ihn bewusst wahrnehme, also seit der Kindheit, selbst mit Alkohol. Das ist mir sehr früh bewusst geworden und es hat einige sehr sehr negative Assoziationen in mir verankert, unter denen ich heute noch manchmal leide.

    Dessen ungeachtet trinke ich seit ich ca. 14 bin auch schon mal, in der Pubertät (die anscheinend so bis Ende 20 ging bei mir, hehe) regelmäßig am Wochenende, seit ich arbeiten gehe, also auch schon jahrelang jetzt, eher selten. Wenn aber- ich bin in mehreren Bands, habe Konzerte und bin also dann in "trinkfreudigem Umfeld" trinke, dann merkte ich irgendwann, dass ich "als Frau" doch schon einiges vertrage. Das gute an mir ist, finde ich zumindest, dass ich mich NIE so betrunken habe, dass ich irgendwo eingepennt bin, total alle Hemmungen (die sind eh riesig) verloren habe, oder sonst in einer Form extrem wurde.

    Zeitweise war ich aggressiv, wenn ich was getrunken habe, hab rausgefunden, dass das am Getränk, Rum, lag. Natürlich waren auch die damaligen Umstände (bescheidene, zum Scheitern verurteilte Beziehung etc) ausschlaggebend, aber ich hab das bewusst nochmal getestet, und da ist wirklich was dran.

    Ich hasse es, wie mein Vater trinkt- das ist bei ihm so ein tägliches Ritual, wie bestimmt bei vielen Abhängigen- und wie der Rest meiner Familie das leugnet. Ich bin die Einzige, die offen damit umgeht, was natürlich nix bringt. Ich hab mcih aber davon frei gemacht ihn "retten" zu wollen, er ist für sich selbst verantwortlich.

    Was er durch seinen Alkoholismus in mir ausgelöst hat, das habe ich ihm geschrieben, nur übergeben hab ich es ihm noch nicht. Einen geeigneten Zeitpunkt wird es aber nie geben, deshalb brauche ich eigentlich gar nicht mehr abzuwarten. Worauf auch..

    Ich habe mir sehr früh vorgenommen (mir darüber bewusst wie ähnlich ich meinem Vater bin) NIE so zu "enden" wie mein Vater. Dadurch, dass ich eine Psychiater aufsuchte, die Diagnose stellen ließ und dann in Behandlung war und immer weiter suche und mich damit auseinandersetze, bin ich auf einem guten Weg.

    Mein Vater hat vor ein paar Monaten mal gesagt er habe a vielleicht dann doch "dieses" ADS. Da bin ich fast aus den Latschen gekippt. Um Konsequenzen aus dieser Einsicht zu ziehen ist er leider zu schissig. Man müsste sich ja eingestehen "Makel" zu haben.

    Ich denke gerade in der "älteren" Generation ist es noch so wichtig, was andere über einen denken, dass die wenigsten das Alkoholproblem 1. sehen wollen 2. ansprechen können 3. in Angriff nehmen. Sehr, sehr schade!

    Mein Freund, bei dem ich auch sicher bin, dass ADHS hat, trinkt für meinen Geschmack viel zu oft und viel Alkohol. Er ist Russe und manchmal hab ich den Verdacht, dass er das auf seine Herkunft schiebt, nach dem Motto "Das ist da eben so".

    Falsch: Er ist so. Wir sind so.

    Hoffend auf Stärke,

    Knollenwoman- die das letzte Mal im Winter betrunken war! Yeah!

  4. #34
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS und Alkoholismus

    Ich kenne in Deutschland keinen ADHS-Spezialisten, der das Alkoholismus-Problem ADHS-spezifisch behandeln oder auch nur ansehen würde.

    ADHSler werden schneller alkoholabhängig als Normalos (ich kenne Leute, die vom ersten Schluck Alkohol mit 12, 13 oder 14 Jahren psyhisch abhängig waren, also eine Suchtentwicklung ähnlich wie beim Heroin oder Nikotin), das isd das erste. Das zweite ist, sie halten länger durch, d.h. bis es zum totalen Crash kommt dauert es viel länger als bei Normalos. Normalo-Alkoholiker verspüren nach der Trockenlegung zumeist eine Verbesserung ihres psychischen Zustandes, ADHS-Alkoholiker meist eine Verschlechterung. Deshalb sind chronische rückfallbauer meist (unerkannte) ADHSler. Denn ein Alki, der die Erfahrung macht, Mensch, mir fällt es zwar schwer nichts mehr zu saufen, aber seitdem ich nichts mehr saufe, bin ich viel klarer in der Birne, empfinde ich wieder Lebensfreude, kriege mehr Dinge auf die Reihe, habe weniger Probleme im sozialen Umfeld, hat es natürlich leichter trocken zu bleiben als der ADHS-Alki, der feststellt ohne Alkohol gar nichts mehr auf die Reihe zu kriegen, überhaupt keine Freude mehr zu empfinden, noch weniger auf die Reihe zu kriegen und noch mehr soziale Probleme zu haben.

    Wie kann man einen ADHS-Alkoholiker auf Dauer trocken halten?

    1. Alkoholismus ist verknüpft mit anderen Impulskontrollstörungen wie zu schnelles Fahren, Computersucht, Spielsucht, Sexsucht, Zwangsstörungen usw. würde ich grundsätzlich Lithium versuchen, Problem hierbei: macht viele ADHSler dizzy, müde.

    Wäre ich Suchtmediziner und würde mich mit ADHS auskennen, würde ich dem Patienten zwei Notfallmedikamente an die Hand geben: bspw. Mph und ein NL. Ich würde sagen: Wenn Sie ein überwältigendes Saufverlangen verspüren, nehmen sie eine der beiden Pillen, berichten sie mir, ob das Saufverlangen sich steigert oder vermindert.

    Auf diese Weise würde ich herausfinden, ob der Patient den Alkohol primär als Upper oder als Downer einsetzt.

    Entgegen den Annahmen verwenden die meisten ADHSler Alkohol als Upper, also nicht als Beruhigungsmittel, nicht also, wie die gängige lehrmeinung annimmt als Versuch des Runterkommens und sich aus einem Zuviel an Umwelteinflüssen abzuschotten, sondern weil überhaupt nichts los ist, weil ihre Umgebung reizarm ist, banal ausgedrückt, die meisten ADHSler saufen nicht zur Beruhigung, sondern aus Langeweile, also nicht, damit weniger in der Birne los ist, sondern überhaupt mal etwas los ist.

    Um das Saufverlangen behandeln zu können, ist es essentiell herauszufinden, warum primär gesoffen wird. Dem ADHS-Alkoholiker zu sagen: Hör auf zu saufen, dann bessert sich Dein Leben automatisch, bewirkt wie gesagt i. d. R. das Gegenteil.

    Die meisten ADHS-Alkoholiker, die ich kenne, sind funktionierende Alkoholiker, d.h. sie werden durch ihren Alkoholkonsum nicht auffälliger, ausfälliger, unverträglicher, aggressiver, depressiver, unkonzentrierter, sondern unauffälliger, gelassener, sozial angepasster, ruhiger, heiterer und konzentrierter. Sie kriegen Arbeit und leben aufgrund ihrer Sauferei nicht schlechter, sondern besser auf die Reihe, deswegen sind die wenigsten bereit, über ihren Alkoholkonsum nachzudenken. Denn das Nachdenken setzt wie gesagt erst ein, wenn etwas schlechter läuft, nicht wenn etwas besser läuft.

  5. #35
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADHS und Alkoholismus

    Nochmal zur Unterscheidung die beiden Hauptsaufgründe bei Normalo-Alkis:

    1. Erleichterung von Sorgen und Problemen, Entspannung

    2. Abbau von Hemmungen, geselliger werden

    die beiden Hauptsaufgründe bei ADHS-Alkis:

    1. Reizunterflutung, Langeweile

    2. antidissoziativer Effekt des Alkohols, ADHS-Alki erlebt Alkohol, auch wenn er nichts von seiner Dissoziation weiß, als stimmungsstabilisierend. (Das ist ein wichtiger Punkt, weil er von den meisten Psychiatern nicht verstanden wird, der Normalo-Alki säuft also, damit sich alles irgendwie komischer, lustiger, unrealer anfühlt, der ADHS-Alki, damit sich alles echter, konkreter, realer anfühlt.)

  6. #36
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 185

    AW: ADHS und Alkoholismus

    danke schön erklärt.

    findet der
    Firle

  7. #37
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 67

    AW: ADHS und Alkoholismus

    Servus,

    also mein Artzt/Psychiater fragt jedesmal wie es mitdem Alkoholkonsum aussieht. In der Regel befriedigt ihn die Antwort nicht. Er erklärt mir zwar immer, dass ich aufpassen muss, ich glaube nur, dass der Zug abgefahren ist.
    Mein Trinkverhalten ist kaum kontrollierbar. Mag auch am Beruf liegen (Brauer im Studium), aber ne Entschuldigung ist das keine. Gelegentlich ne Flasch guten Vodka hat schon was. Ansonsten 6-8 Hale. Es ist mir klar, dass das krank ist, aber es beruhigt.

    Momentan hab ich die Kraft nicht um aufzuhören, aber es ist in Planung.

    Grüße
    Sean

    Gesendet von meinem BlackBerry Runtime for Android Apps mit Tapatalk 2
    Geändert von Sean (22.03.2013 um 03:11 Uhr)

  8. #38
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 185

    AW: ADHS und Alkoholismus

    Sean schreibt:
    Servus,

    also mein Artzt/Psychiater fragt jedesmal wie es mitdem Alkoholkonsum aussieht. In der Regel befriedigt ihn die Antwort nicht. Er erklärt mir zwar immer, dass ich aufpassen muss, ich glaube nur, dass der Zug abgefahren ist.
    Mein Trinkverhalten ist kaum kontrollierbar. Mag auch am Beruf liegen (Brauer im Studium), aber ne Entschuldigung ist das keine. Gelegentlich ne Flasch guten Vodka hat schon was. Ansonsten 6-8 Hale. Es ist mir klar, dass das krank ist, aber es beruhigt.

    Momentan hab ich die Kraft nicht um aufzuhören, aber es ist in Planung.

    Grüße
    Sean

    Gesendet von meinem BlackBerry Runtime for Android Apps mit Tapatalk 2
    Hi Sean,

    das kommt mir sehr bekannt vor.

    Ich bezeichne mich mal als Feierabend und Frustsfäufer. Bin die letzten Jahre fast jeden Abnd nach der Arbeit am Supermarkt vorbei und habe mir ein Sixpack Bier 1-2 Flaschen Wein oder auch schon mal eine Flasche Wodka oder Gin gekauft, was dann im Laufe des Abends weggeatmet wurde.

    Ganz verstärkt war das die letzten zwei Jahre. Da war es sehr oft, fast abendlich bis zu einer Flasche Wodka und ein Sixpack.

    Seit ich allerdings MPH nehme (Anfang Januar), war schlagartig Schluss damit. Und es fehlt mir auch überhaupt nicht. Es ist mit völlig egal.
    An lediglich zwei Abenden Habe ich jeweils ein mal eine Flasche Rotwein zum zum Abendessen mit jemandem geteilt, sowie ein mal drei Bier mit einem Freund in der Kneipe.
    Eben nicht als Abschußmittel wie bisher, sondern als Genussmittel wie es ein soll.

    Und siehe da, ich konnte es genießen, weil es gepasst hat. Und nach der Menge war auch genug. Wollte dann gar nicht mehr.

    So hatte ich mir das eigentlich vorher immer gewünscht.

    Der Firle

  9. #39
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 67

    AW: ADHS und Alkoholismus

    Warum kann man nicht eingach als funktionaler Alkoholiker durchs Leben gehn. Raucher tuns doch auch.


    Gesendet von meinem Galaxy Nexus mit Tapatalk 2

  10. #40
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 795

    AW: ADHS und Alkoholismus

    Also ich trinke am Tag 2-3 Bier und dann bin ich gut drauf. Da kann ich noch gut Auto fahren, was man nicht soll, und krieg noch was auf die Reihe. Nur werde ich dann müde.

    Viel mehr als 5 Bier und noch ein leichter Likör sollten es aber nicht werden. Dann kann ein falscher Blick, ein falsches Wort oder eine blöde Erinnerung mich zur Weißglut treiben.

Seite 4 von 5 Erste 12345 Letzte

Stichworte

Thema: ADHS und Alkoholismus im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum