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Diskutiere im Thema Wie abgrenzen im Umgang mit Depressiven? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #11
    Mega-Wusel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 2.452

    AW: Wie abgrenzen im Umgang mit Depressiven?

    Danke Dir, Smile. Das werd ich ihr klar machen müssen. Das hoffe ich auch, dass sie das versteht. Dass es zwar schön ist, wenn man jemanden hat, der zu hört, aber nicht schön, wenn man seine Vorschläge immer wieder abweist.. Ich hatte ihr das auch vor 2 Monaten geschrieben. Dass ich alles versuche, aber ich den Eindruck habe, wie gegen ne Wand zu reden.. Dass ich das nicht mehr kann.

    Ich bin gespannt. Wenn sie sich nichts anmerken lassen würde, dann wäre es einfacher für mich. Dann kann ich damit umgehen.

    Mal sehen... sie wollte heute Abend nochmal anrufen. Sie wusste es aber noch nicht, und wollte nach Tagesform entscheiden.. ob oder ob nicht..

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Wie abgrenzen im Umgang mit Depressiven?

    hallo schnubbel

    ... das ob oder ob nicht..... ehrlich..... gerecht wäre dann aber auch....
    ein ob oder ob nicht..... auf deiner seite..... ev. bin ich da ev. auch nicht...

    ev. bin ich ungerecht.... ich weiss es nicht.... ich musste für mich feststellen, dass ich in manch situation
    eine gewisse erwartungshaltung einnahm..... nach ellenlangen diskussionen, erwartete ich, dass der mensch
    jetzt was tut.... u.s.w...... und immer wieder wurde ich enttäuscht.... oder irritiert, dass es mir mies ging, und
    dieser mensch.... bei dem alles so schlimm erschien..... wieder gut.... bis zur nächsten krise.... ich wieder erwartungen
    hegte.... er würde was ändern..... wieder wurde ich enttäuscht....

    das meine ich mit nicht verantwortung tragen für andere - du kannst vorschläge unterbreiten.... doch überlasse ihr,
    was sie damit macht.... ev. macht sie auch nichts....

    in meiner jetzigen situation wäre ich sehr abweisend.... nicht die richtige person dafür....
    "mach was - oder lasse mich in ruhe"

    lg

  3. #13
    Mega-Wusel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 2.452

    AW: Wie abgrenzen im Umgang mit Depressiven?

    Smile, da verstehe ich Dich voll und ganz. Und ich sehe da auch einen großen Fehler auf meiner Seite, bzw. in meiner Person. Dass ich mich einfach als schlecht empfinde, wenn ich das denke, was Du genauso beschrieben hast. Und das tat ich. Natürlich hat man irgendwie eine Erwartungshaltung, dass wenn man schon gefragt wird, was man tun kann, dass derjenige auch annehmen kann und wenigstens einen Versuch unternimmt, aus dem Tief raus zu kommen. Ohne Zweifel, ich weiß, dass es schwer ist, sehr schwer.. aber es ist machbar. Ich glaube auch meine Therapeutin würde mir das irgendwann sehr klar sagen, wenn ich jedesmal nur käme, meine Probleme schildere, aber beim Reflektieren, wie ich versucht habe das ein oder andere zu ändern, immer sagen würde: "nee, das ist nichts für mich".. "das will/kann ich nicht".

    Ich kann es nicht einschätzen, ob sie wirklich keine Kraft hat, was zu ändern oder ob ihr schlichtweg der Wille fehlt.
    Dass der Antrieb oft fehlt, das kennen wir ja grade zur Genüge.. aber umso mehr stolz bin ich auf mich, wenn ich sehe, ich hab den Hintern hoch bekommen und was geschafft.. Ein tolles Gefühl! Allein das ist meine Motivation.

    Seufz.. Liebe Grüße

  4. #14
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Wie abgrenzen im Umgang mit Depressiven?

    @schnubbel

    du hast kein fehler - nein - ich hoffe, das ich das so nicht rübergebracht habe!

    es ist doch schön, wenn man mitfühlen / mitleiden kann - (habe mal irgendwo gelesen, dass man eigentlich schon
    das, als persönliche grenzüberschreitung ansehen kann.... ganz streng genommen, ist es dies auch.... vorstellen/erahnen können,
    wie es dem anderen geht.... oder mitfühlen gar mitleiden.... sind zwei verschiedene dinge)

    ich glaube, das ich eben genau hier meine schwierigkeiten habe.... ich sauge die emotionen und das empfinden des gegenübers in mich auf...
    ohne zu erkennen.... das dies nicht MEIN ist.... es gehört dem anderen...

  5. #15
    Mega-Wusel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 2.452

    AW: Wie abgrenzen im Umgang mit Depressiven?

    Ah, mach Dir keinen Kopf, Du hast das nicht falsch rüber gebracht! Ich sehe es genau wie Du.. nur ich sehe in mir selbst meinen Fehler, wenn ich mich bei solchen Gedanken als schlecht empfinde.. Also Du hast den Nagel vollkommen auf den Kopf getroffen. Auch das Unterscheiden: Ist es meine Baustelle oder nicht...

    Hab vorhin drüber nachgedacht, ob das schon an Helfersyndrom grenzt.. Immer helfen und tun und machen und der andere tut nichts, sondern saugt nur Kraft. Ist vielleicht jetzt sehr böse geschrieben, aber wenn man wirklich alles versucht, auch mit Ablenken und dennoch hat man immer ein Gesicht wie 3-Tage Regenwetter neben sich dann zieht das Kraft.. Und da muss ich bei mir ansetzen, dass ich nicht der Bespaßer bin, der für gute Laune sorgen muss.. Das geht ja nur, wenn der andere sich drauf einlassen will.

    Eine andere Kollegin hat ihr mal ziemlich hart ins Gesicht gesagt, dass sie sich gar nicht helfen lassen will und sich offenbar in ihrem Sud aus Selbstmitleid wohl zu fühlen scheint, sonst würde sie was ändern.. Mit dieser Kollegin spricht sie jetzt nur noch das Nötigste..

  6. #16
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 28

    AW: Wie abgrenzen im Umgang mit Depressiven?

    Schnubbel schreibt:
    Eine andere Kollegin hat ihr mal ziemlich hart ins Gesicht gesagt, dass sie sich gar nicht helfen lassen will und sich offenbar in ihrem Sud aus Selbstmitleid wohl zu fühlen scheint, sonst würde sie was ändern.. Mit dieser Kollegin spricht sie jetzt nur noch das Nötigste..
    Hallo zusammen!

    Puh, wie traurig :-( Genau das ist es, was man eben nicht sagen soll und warum Depressive/Burn-Outler sich dann mehr und mehr zurückziehen "mich versteht ja sowieso keiner..."! Furchtbar!!

    Ich weiß nicht, ob deine Freundin im Internet liest, aber ich habe hier eine ganz tolle Seite, die mich quasi "überleben" lies :-) Erst jetzt bin ich bereit zu akzeptieren und überhaupt zu verstehen was los ist. Mir war vorher nicht mal bewusst was genau mir mir los ist! Immer nur "ungerechte" Kritik von Anderen. Ich war wie deine Freundin auch total launisch und agressiv (am Anfang), dann habe ich mich immer weiter zurückgezogen und wollte irgendwann keinen mehr sehen bis sogar Suizidgedanken, die immer stärker wurden aufkamen. Hilfe zu bekommen habe ich alleine auch nicht mehr geschafft und Hilfe von Außen (außer unentwegt DUMME, altkluge Ratschläge, die ich nicht mehr hören konnte und mich nur noch mehr zum Rückzug bewegten) gab es auch nicht, ganz im Gegenteil.

    Dann bin ich zufällig auf eine Seite gestoßen, die mein Verhalten excellent widerspiegelte und ich erkannte mich darin 1:1 wieder. Hier mal die Seite vorab:

    Burnout - die Phasen - NetDoktor.de

    Zitat aus obigem Link (Stufe 3)
    :"Angesichts der Desillusionierung und Frustration suchen Burnout-Patient einen Schuldigen für ihre Misere. Das können sie selbst sein, aber auch andere.

    Sieht der von Burnout Betroffene die Ursachen seiner Probleme in erster Linie bei sich selbst, kann sich schnell eine Depression entwickeln. Er fühlt sich unfähig, ohnmächtig, hilflos und betrachtet sich selbst als Versager. Sein Selbstwertgefühl schwindet. Es kommt zu typischen Symptomen einer Depression, beispielsweise einem Gefühl innerer Leere, Pessimismus, Nervosität, Angst, Ohnmacht und Niedergeschlagenheit bis hin zu Suizidgedanken.

    Andere Betroffene suchen die Schuld bei Kollegen, Vorgesetzten oder "dem System". Sie reagieren mit Aggressionen. Typisch ist, dass sie ihren eigenen Anteil an den Problemen häufig nicht erkennen. Sie sind launisch und ungeduldig. Sie geraten häufig in Konflikte mit anderen, sind intolerant, chronisch gereizt und fühlen sich schnell angegriffen. Ihr Zorn richtet sich gegen Vorgesetzte und Kollegen, Familienmitglieder und Freunde." Zitat Ende

    So, durch dieses geschilderte Verhalten bin ich meinen Mann und meine Freunde ziemlich gut losgeworden und stehe jetzt wirklich ganz alleine da. Ich bin sehr traurig darüber, das Niemand der mir wichtig war an meiner Seite geblieben ist und "durchgehalten" hat, außer einer einzige Freundin, die mir sehr geholfen hat und an der ich nun üben kann, blöde Ratschläge einfach zu überhören ;-)

    Wissen ist Macht! Zumindest kenne ich jetzt den Gegner und weiß gegen wen ich überhaupt kämpfen soll! Anderen habe ich nicht geglaubt/nicht glauben wollen/können! Deren Aussagen waren nicht fassbar für mich. Wenn es andere gesagt haben, die selbst nicht betroffen sind, klingt es irgendwie falsch und altklug! Wenn man sich aber selbst in den Symptomen wieder findet, gewinnt man erst die EIGENE Erkenntnis. Das war bei mir besonders wichtig. Vielleicht klappt es ja auch bei Deiner Freundin? Ich drücke jedenfalls ganz fest die Daumen!

    Diese Beschreibungen haben mir total geholfen überhaupt mal eine Einsicht zu gewinnen. Ich bin kein böser Mensch und WARUM ich plötzlich so bösartig war, wusste ich ja selbst nicht. Man nimmt ja auch alles ganz anders wahr, wenn man dann noch -wie von der obigen Kollegin- darauf angesprochen wird, fühlt man sich (durch die geänderte Selbstwahrnehmung) nur noch schlimmer kritisiert und ist tief enttäuscht und beleidigt von der ganzen Welt (war bei mir auch extrem schlimm).


    Auch Erfahrungsberichte bei Depressionen fand ich sehr erlösend (man ist garnicht alleine mit diesem Verhalten und es gibt sogar einen Grund dafür).

    Und das Beste: ES GEHT WIEDER VORBEI!!!!

    Meiner Meinung nach ist Erkenntnis der erste Schritt zur Besserung!!! Mir hat die Schilderung sehr geholfen und ich wusste nun das es einen Grund dafür gibt wie ich mich neuerdings verhalte UND es gibt einen Ausweg UND ich bin nicht alleine damit!!! Eine große Last ist von mir abgefallen, nicht sofort aber Stück für Stück und jetzt habe ich endlich die Kraft mir professionelle Hilfe zu suchen!! Inzwischen scheint sogar manchmal wieder die Sonne für mich.

    Ihr schafft das GEMEINSAM, davon bin ich überzeugt!!! Bitte wende Dich nicht komplett von ihr ab, sie ändert ihr Verhalten ganz bestimmt wieder. Wenn Du eine Pause brauchst, kannst Du ihr ja anbieten einfach anzurufen (Tag und Nacht) und dich ansonsten -unmerklich!- ein bisschen rar machen. So, das sie halt weiß sie könnte(!) sich jederzeit melden und auf Dich verlassen. Tun wird sie es wahrscheinlich erstmal sowieso nicht, aber es gibt ein beschützteres Gefühl, das man noch von irgendjemandem geliebt wird und nicht ganz alleine auf der Welt ist.

    Vielleicht sollte sie sich mit den diversen Links zu Burn Out und Depression mal beschäftigen, besonders die Beschreibungen der Angehörigen und was auch in ihnen vorgeht. Das fand ich auch sehr hilfreich und in der Folge fand ich deren Verhalten auch nachvollziehbarer.

    Hmm, möglicherweise wäre es besser wenn sie "zufällig" diese Seiten entdeckt, weil DU dich wegen "DEINER DEPRESSION/ BURN OUT" gerade damit beschäftigst? Du könntest sie vielleicht dazu nach ihrer Meinung fragen??? Wenn erstmal Interesse geweckt ist, liest sie daheim vielleicht weiter?

    Nun ja, jeder ist ja auch anders, es gibt keine Garantie das es hilft, aber einen Versuch ist es doch wert Ich hoffe jedenfalls das sie da wieder rauskommt und nicht von allen hängen gelassen wird, das wünsche ich wirklich keinem! Viel Glück für Euch Beide jedenfalls.

    Ich wünsche Dir (und natürlich ihr!) ganz viel Kraft und alles Gute!!!

    Ganz viele liebe Grüße, von einer die es gerade selbst schmerzhaft erleben muss
    80

    Dir möchte ich noch sagen, dass Du ihr Verhalten keinesfalls auf Dich beziehen darfst. Sie meint ja nicht wirklich was sie sagt. Halte durch!!! Besserung ist unterwegs

  7. #17
    Mega-Wusel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 2.452

    AW: Wie abgrenzen im Umgang mit Depressiven?

    Hallo liebe Banane,

    wow, viel Text.. die Links muss ich mir mal genauer zu Gemüte führen..

    Also was Depressionen und Burnout betrifft (ich bin ja selbst eine dieser Kandidaten ) hat sie so ziemlich gut mitbekommen, was es heißt, wie man ist, wenn man das "hat". Ich hab ihr auch immer erzählt, wenn ich zum Arzt bin, was er gesagt hat.. dass ich in Therapie bin.. sie hört sich das an, findet es toll, dass ich das mache, ABER nein, das ist nichts für sie... Sowas brauch sie nicht. Wie gesagt, ich weiß, der Schritt sich das einzugestehen ist schwer.. Es ist aber kein Schritt, der Offenbarung nach Außen bedeutet.. lediglich Offenbarung zu sich selbst. Sie muss niemandem sagen, dass sie krank ist.. sie kann damit arbeiten gehen.. sie muss, halt NEIN, sie SOLLTE sich selbst eingestehen, dass etwas nicht in Ordnung ist und es sinnvoll wäre, sich helfen zu lassen..

    Ich hab heute lange nach gegrübelt, weil sie eben nicht angerufen hat, sondern nur schrieb, sie sei kaputt und würde wohl am Samstag tel wollen.. Es tut sich in mir der Gedanke auf, dass sie eigentlich weiß, dass sie auch eine BETROFFENE ist. Wenn sie sich aber das eingestehen würde, das eine Kapitulation an sich selbst bedeuten würde... Sie hatte schon Gedanken, nach einer Not-OP, dass es besser wäre wenn sie nicht mehr wäre.. warum sie nicht gestorben sei (und es war nicht mehr nur 5 vor 12). Dass sie sich nicht mehr behandeln lässt auf ihre Krankheit hin.. Das tat mir so weh.. Und das, allein das zeigt mir, dass ihr Befinden nicht zu unterschätzen ist..

    Ich weiß auch, dass der Kommentar der Kollegin hart war.. einer Ohrfeige gleich kommt. Jedoch ist diese Kollegin oft zu ihr gefahren und hat zu gehört, ist mit ihr spazieren gegangen, hat sie im Krankenhaus besucht (ich konnte nicht, weil ich auf Dienstreise war), als sie auf Intensivstation lag.. Ihr ebenso Lösungsmöglichkeiten unterbreitet hat, . aber alle wurden abgeschmettert. Die Reaktion war sicher hart, aber wahrscheinlich auch ein Signal, dass sie eine Grenze für sich setzt.. Sie wollte ihr helfen, aber es war umsonst.

    Ich weiß nicht, ob sie sich die Seiten anschauen würde... Ich mag nichts Falsches sagen, aber ich denke eher nicht. Denn ich befasse mich doch nur mit einem Thema spezieller Krankheit, wenn ich davon selbst betroffen bin. Wenn ich mich darin wieder finde.. Ich schätze, würde man sie bewusst auf diese Seite lenken, sie bewusst damit konfrontieren und ihr damit eigentlich auch einen Spiegel vor Augen halten.. , dann würde man wieder einen Rückzug erwirken. Sie sieht sich nicht als Frau, die an Depressionen erkrankt ist.
    Vielleicht bin ich als Freundin, sie sagt ich sei ihre beste Freundin, auch nicht so ernst zu nehmen, wie ein Arzt. Klar, ich habe nicht promoviert.. Aber für Freundin gibt's nun mal noch keinen Doktortitel (scheiß schwarzer Humor, sorry ) Mann, ich will es halt auch nicht so weit kommen lassen, dass sie auf Arbeit Ärger bekommt. Es ist offensichtlich, dass sie anders ist.

    Ich hirne wieder vor mich hin und es macht mich traurig..

    LG Schnubb

  8. #18
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 28

    AW: Wie abgrenzen im Umgang mit Depressiven?

    Ach Schnubbel,

    nicht traurig sein!!! Weißt Du, sie ist wahrscheinlich garnicht mehr in der Lage sich selbst zu reflektieren und wahrscheinlich will sie es auch einfach verdrängen. Die "Anderen" sind ja die Bösen!!! Ihr geht es so schlecht, weil.... Sie kann aber nichts dafür. Das ist die blöde Depression, das merkt sie im Moment auch nicht. Sie hat noch die Scheuklappen auf.

    Auch ein "Deppenarzt", der zwar studiert hat, aber trotzdem NATÜRLICH völlig ahnungslos ist, der sein Geld zwar damit verdient, aber ES nie verstehen könnte, weil er ja schließlich auch nie selbst betroffen war... etc Er redet "nur" seinem Dozenten nach, wie jeder der das studiert hat... alle total ahnungslos wie es MIR geht... und meine "Depression" ist sowieso total a-typisch, keiner versteht "mich"!!! Die wollen doch nur Geld an mir verdienen... Ich bin ganz alleine auf dieser Welt.. Allen anderen geht es viel besser als mir... Alle haben sich gegen mich verschworen, keiner versteht mich, alle hacken immer nur auf mir rum...die sind so gemein..., es wäre besser wenn ich nie geboren wäre... Ich hasse es hier zu sein... Ich wünschte alle würden mich gefälligst einfach in Ruhe lassen... haben eh alle keine Ahnung... Blöde Ratschläge... Alle dumm...etc

    Kommt dir das bekannt vor? Ich war ebenfalls -wie deine Freundin- total gefangen in dieser Denkweise. Alle die mir helfen wollten, haben mich (für mich in meiner Welt) nur böse kritisiert. Waren einfach zu dumm, um mich zu verstehen. Ich wollte irgendwie -trotz meiner Gehässigkeit- sehen wer mich aufrichtig liebt und sich nicht in die Flucht schlagen lässt (kein Selbstwertgefühl mehr). Ich wollte das man um mich kämpft, sich nicht vertreiben lässt, mir zeigt das ich wertvoll bin. Habe mir gewünscht, das jemand rücksichtsvoll und liebevoll ist. Einfach lieb zu mir, vielleicht ohne blöd daher zu reden mich einfach mal knuddelt und mir das Gefühl gibt wichtig zu sein. Vielleicht einfach mal zuhört, ohne meine Ansichten ständig zu bewerten bzw. abzuwerten ("Du siehst das total falsch, merkst du das denn nicht")! Aber immer wenn dann "ein Freund" kam, wurde ich nur noch mehr kritisiert.Du musst es soundso machen, du brauchst "professionelle Hilfe" blablabla. Irgendwann wollte ich garnix mehr hören, ich war inzwischen total hoffnunglos und versackt. Habe einfach aufgegeben und mich isoliert.

    Zum Thema "Du brauchst professionelle Hilfe" -das habe ich nämlich auch von allen zu hören bekommen:
    Da kann man mir ja gleich ins Gesicht sagen: "Ey du, sorry aber du bist total zum kotzen und hast im Übrigen was an der Rassel!! Du MUSST ganz dringend in eine Therapie, das WIR dich wieder leiden können, du bist nämlich total zum kotzen und gehörst hier nicht zu UNS!!!! Dich muss ein Arzt so einstellen das du liebenswert bist! Also in unser Förmchen passt! Anders finden wir dich nicht gut!"

    Wie ein Lehrer mit erhobenem Zeigefinger wurde ich (in MEINER WELT) nur ausgeschimpft und aus der Gruppe gedrängt (du gehörst nicht dazu, du bist anders als WIR). Bekam immer mehr Komplexe von der ständigen Abweisung und Zurückweisung und wurde immer agressiver, ein Teufelskreis. Es war alles ganz furchtbar!!!

    Schlimm war auch, das in einer Zweier-Unterhaltung nicht mehr: "Ich", sondern "WIR" finden das du dich total verändert hast.... gesagt wurde. Zum ko**** Man fühlt sich so ausgeschlossen von den Mitmenschen und als ob man nun gegen eine ganze Armee ganz alleine dasteht.

    Sie wird es einfach irgendwie selbst erkennen müssen, ohne die (vermeintliche) Kritik von anderen a la "Du bist nicht ganz normal, also so wie WIR". Es tut weh von anderen so dreist abgestempelt zu werden und man darf bei ihrer Agression m.M.n. von einer simplen Abwehr/Gegenwehr ausgehen :-( Sie fühlt sich in die Ecke gedrängt. Sie merkt es gerade einfach nicht.

    Ihre Welt ist halt momentan einfach anders. Wenn sie es aber schafft da raus zu kommen, also bereit (selbst bereit) ist, sich Hilfe zu holen -dafür braucht es aber eben auch wenigstens ein Minimum an Kraft, dann wird alles wieder gut und sie wird wieder der nette Mensch, der sie mal war. Davon bin ich fest überzeugt.

    Vielleicht solltest Du es versuchen (sorry ich schreibe wieder ellenlange Texte). Sie sollte es Wert sein. Am besten man widerspricht ihr erstmal nicht (das sie sich verstanden fühlt) und gibt keine guten Ratschläge (diese nimmt sie derzeit nur als Kritik wahr). Verständnis für ihre Situation zu heucheln ist vll auch ganz gut. Etwas die Seele tätscheln sollte sie ein Stück hochziehen, sodass sie behandelbar wird ;-) Sobald sie etwas aufgebaut ist -zack- schnappen und zum Arzt gehen, den Termin machst am besten Du. Sollte das alles nicht helfen, weiß ich leider auch nicht weiter.

    Keine Angst, wenn sie wegen des Termins sauer wird, ist es gegessen sobald die Antidepressiva wirken und sie dir nur noch danken will *lach

    Ich denk an Euch und klettere jetzt selbst die Leitersprossen (leider ganz alleine) Stück für Stück wieder hoch.

    Liebe Grüße
    Banane80

  9. #19
    Mega-Wusel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 2.452

    AW: Wie abgrenzen im Umgang mit Depressiven?

    Liebe Banane,

    nicht viel, sondern TOLL geschrieben. Dafür danke ich Dir!

    Ja, ich denke auch, dass sie in ihrer Welt gefangen ist. Als sie sehr gehässig zu mir war, als ich helfen wollte und wir auch mal 2 Tage keinen Ton gesprochen (geschrieben) haben, kam sie eben und meinte, sie will mich nicht verlieren, ich sei ihr doch so wichtig und die braucht mich doch. Ich hab ihr damals sehr lieb gesagt, dass sie mich NIE als ihre Freundin verlieren wird, auch wenn wir gerade solche Differenzen haben. Dass ich aber an einem Punkt bin, wo ich mit ihr nicht mehr weiter komme. Ich gerne helfen will, aber sie mir die Hände bindet.

    Ich denke, bei ihr wird es ein langer Weg werden. Da wir weit auseinander wohnen (richtig weit), dennoch gleicher Arbeitgeber, kann ich sie leider nicht einfach an die Hand nehmen und sagen: "Ich hab nen Termin für Dich gemacht und Du kommst jetzt mit!" Glaub mir, wenn ich könnte, dann würde ich. Wenn wir näher beieinander wohnen würden, dann könnte ich auch versuchen sie aus ihrer Isolation raus zu holen. (solang ich mich dabei nicht selbst vergesse). Ich hab ihr ganz oft gesagt, dass sie ein toller Mensch ist, eine tolle Frau... bezogen auf ihre Situation, dass sie es nicht verdient hat, dass man ihr so weh tut... ich froh bin sie zu haben. Nur leider hält es nicht lang an. Das nächste ABER liegt schon auf der Zunge.

    Vielleicht ist es aber auch Angst in ihr, dass sie sich zwar bewusst ist, dass Hilfe notwendig ist, aber als Simulantin abgetan zu werden. Ich weiß es nicht.. Vielleicht auch die Angst über alles dann zu sprechen. Grübeln ist das eine. Gedanken sind leise. Spricht man sie aus, hat es jemand gehört.. dann hört man auch selbst, was man denkt und das ist nicht immer schön.. Gedanken kann man verdrängen.. ein gesagtes Wort, steht im Raum..

    Hoffe Du hast gut geschlafen.

    LG Schnubb

  10. #20
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.275

    AW: Wie abgrenzen im Umgang mit Depressiven?

    Liebe Schnubbel,

    GENAU DAS SELBE PROBLEM (!!!) habe ich auch.
    Also... ich hatte kein Burnout. Aber mir geht es zur Zeit auch nicht gut, bin psychisch labil und habe sehr grosse Stimmungsschwankungen.

    Nun ist da ein sehr guter Freund von mir (mein bester?). Er ist depressiv und hat sich auch schon was angetan. Wenn es einigermassen geht, sehen wir uns oft, aber meist geht es nach einigen Tagen dann wieder mies.
    Ich mache mir dann immer den ganzen Tag lang Sorgen, versuche aber, ihm das nicht zu zeigen. Versuche eher, ihm Mut zu machen und für ihn da zu sein.

    Abgesehen davon, dass ich nicht mit Sicherheit sagen kann, dass ich in dieser Hinsicht erfolgreich war: Es raubt mir einfach meine Kräfte und ich werde psychisch noch labiler, als ich eh schon bin. Er weiss das, und ich habe ihm letzthin auch geschrieben, dass man jemandem nur wirklich helfen kann, wenn es einem selbst einigermassen gut geht.
    Somit bin ich sicher nicht gerade die beste Anlaufstelle für ihn.

    Aber das Kräfteraubendste daran ist, dass er in seinen schlimmsten Phasen (aber irgendwie auch sonst, er ist sehr verschlossen, obwohl er sich offen gibt, und man kommt fast nicht wirklich an ihn ran) in seiner eigenen Welt lebt (wie er selbst sagt!).
    Für ihn gibt es dann keine Hilfe, und er mag nichts unternehmen, obwohl es eigentlich realistische Möglichkeiten gibt.
    Ich kenne das Gefühl auch von mir manchmal. Doch auf der anderen Seite zu stehen, das finde ich so hart. Ich kann nicht helfen und muss zusehen, wie er immer tiefer im Nebel versinkt.

    Ich war sogar drauf und dran, den Kontakt mit ihm abzubrechen, weil ich das Gefühl hatte, ich schade ihm nur. Das war gestern. Heute habe ich unerwartet einen Anruf von ihm gekriegt, er will mich treffen...
    Ach, manchmal komm ich aus ihm einfach auch nicht ganz klar.

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