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Diskutiere im Thema ADS und Sozialphobie im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #41
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 236

    AW: ADS und Sozialphobie

    Hallo tam,
    ich finde deinen Beitrag von heute, 12:40 sehr wichtig und interessant, kann aber wegen meinem derzeitigen Gedankenchaos + Erschöpfung nur teilweise antworten, nehme mir aber vor, später noch einmal zu antworten. (ich brauche ADS-bedingt sehr lange, um einen Beitrag zu schreiben)

    Ich denke, dass diese Thematik weit ins Philosophische, politische, gesellschaftliche reicht. und der Sellbstwert + ADS-Thread passt hier genau so gut rein
    (das, was ich in den nächsten Zeilen schreibe ist von mir selbst ersponnen)

    Vielleicht sollten wir erst mal eine Bilanz aufstellen:
    Was brauchen wir im Leben?
    - trinken, essen, ausreichend Schlaf, Kleidung und eine Wonung: essen und trinken bekommen wir in Deutschland fast immer, Wohnung auch.
    - freunde (Leute, die Verständnis für und haben und die uns helfen; für die wir Verständnis haben und denen wir helfen können)
    - eine Beschäftigung, die weder zu stark über- noch unterfordert und ein gesunder Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit
    - noch was vergessen???
    Ich denke, dass es wichtig ist, nicht den ganzen Tag von anderen überfordert, schlecht behandelt und kritisiert zu werden, auch wenn die materiellen Bedürfnisse immer erfüllt sind. Ich denke, dass wir lernen können, in einem gewissen Maße tatsächliche Überforderung, von anderen schlecht behandelt werden, Kritik... wegstecken können, wenn wir in anderen Fällen Situationen erleben, bei wir gerecht behandelt werden und wenn wir im Hinterkopf haben, dass unsere materiellen Bedürfnisse (zumindest in Deutschland) erfüllt sind.

    Wie können wir unsere Bedürfnisse erreichen, wie stark ist das von unserer Leistungsfähigkeit und unserem Umfeld abhängig, oder von unserer derzeitigen Situation?

    Ich habe in letzter Zeit über die berufliche Situation von AD(H)Slern nachgedacht, und wie das ganze auf die Psyche wirkt, besonders in Bezug auf SP. (Ich selbst stehe noch vor meiner beruflichen Laufbahn, bein Mitte zwanzig, also noch schön grün)
    Eigentlich könnte man ja sagen, dass es egal ist, im Job immer wieder zu scheitern, wenn wir fliegen, dann gibts immer noch zu essen und zu trinken. Aber es gibt ja noch das Problem mit dem Amt immer einen Job annehmen zu müssen (jetzt tappe ich ins Unwissen, wenn es anders ist, klärt mich auf).
    Falls es tatsächlich so sein sollte als AD(H)Sler IMMER den Anforderungen nicht zu genügen und von anderen kein Verständnis zu bekommen, dann wäre das recht zermürbend.
    Ich selbst finde es psyschisch schlimm, häufig einer Überforderung ausgesetzt zu sein, also Aufgaben, bei denen ich nicht in der Lage bin, sie zu lösen. oder bei Kritik für Dinge, die ich nicht ändern kann. Vielleicht noch das Lieblingsgeschenk überfordernde Strafaufgaben für die Fehler, die ich begangen habe, die bei Nichterfüllung zu Kritik, Ablehnung, Unverständnis und weiterer
    Überforderung führen.
    Eigentlich brauchen wir keine Schuldgefühle haben, wenn wir uns angestrengt haben und andere das aber anders sehen. Bei mir bleibt dann trotzdem eine gewisse Angst da.

    Ich denke NICHT, dass wir AD(H)Sler absolut unfähig sind. Wir müssen nur lange genug suchen, um eine Aufgabe zu finden, bei der wir unsere Stärken einbringen können, und wo uns für unsere Schwächen Verständnis entgegengebracht wird.

    - nächster Punkt wäre Verständnis von anderen: Ich denke NICHT, dass ALLE Leute kein Verständnis und Einfühlungsvermögen für andere haben. Ich habe es zumindest erlebt. Vielleicht sollte man so lange suchen, bis man auf Leute trifft, die Verständnis gegenüber Fehlern aufbringen.

  2. #42
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 236

    AW: ADS und Sozialphobie

    Fluttershy schreibt:
    Nehmen wir mal an der Bäcker ist superfreundlich und mag mich, das stresst mich genauso. Wenn da jedesmal ein fröhliches "und wie geht's dir so?" kommen würde wäre das eine totale Horrorvorstellung! In dem Moment will derjenige was von mir, und sei es auch nur eine "freundliche" Konversation, das setzt mich zu sehr unter Druck.

    Natürlich spielen da wohl Versagensängste rein, aber mich stresst sowas in beide Richtungen, Angst vor Ablehnung, Angst vor Nähe. (wegen Ablehnung? ...)
    OK, jetzt weiß ich worum es geht, das kenne ich selbst von mir und ich habe damit dank anderer sehr netter Leute meine ersten positiven Erfahrungen machen können.

    Ich habe jedesmal um so mehr Angst bekommen, wenn sich jemand genauer erkundigt hat: ich hatte nämlich Angst, dass ich mehr Infos herausrücken müsste, die dann gegen mich verwendet werden und dass irgend was auffliegt (so wie ich es in meiner Vergangenheit erlebt habe). Doch diese Leute wollten mit dem Nachfragen mir nur helfen und mir was Gutes tun, es waren manchmal besonders einfühlsame Leute.
    (Ich war beispielsweise im Labor an der Uni und sollte mit der Aufgabe schon längst fertig sein; war aber noch lange nicht fertig und hatte Angst vor den Leuten, die mich gesehen haben, dass ich immer noch da war, dass sie mich für faul und unfähig halten. Sie wollten sich aber nur erkundigen, was ich gerade mache. Später haben ein paar Leute tatsächlich darüber getratscht, warum ich so lange gebraucht habe, aber ich war nicht von ihnen abhängig. Ein paar andere waren nur interessiert und wollten mir bei der Aufgabe helfen. )

  3. #43
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.197

    AW: ADS und Sozialphobie

    wir bräuchten einen Job wo unsere Stärke zum Vorschein kommt das stimmt, aber welche Ich hab auch immer Angst zu versagen, weil ich schon öfters versagt habe. Ich brauche immer sehr lange bis ich richtig warm werde mit allen. Mit der Arbeit, mit den Kollegen. Manche kommen neu rein und sind gleich oder nach paar Tagen total aufgeschlossen, und ich brauche ungefähr ein Jahr um aufzutauen aber viele denken dann sicher am Anfang, das ich es nicht drauf habe und das ich immer so bin, so ruhig und zurückhaltend etc naja was solls. Neue Situationen machen mir Angst und bin deswegen so gehemmt. Aber wie kann man das abstellen?

  4. #44
    tam


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 151

    AW: ADS und Sozialphobie

    gisbert schreibt:
    Na ich find schon, dass es was krankhaftes hat, wenn 50% der Fahrgäste auf ihren Smartphones rumdaddeln ...
    Ich würds bevorzugen wenn sich die Leute als Gemeinschaft sehen würde, oder ich weiß auch nicht...

    geht mir ja auch oft so, dass ich den Blick verschähmt zu Boden (oder woanders hin) werfe, wenn er sich zufällig mal mit dem eines anderen gekreuzt hat. Das ist eine Reaktion die ich eigentlich nicht will. Anderseits denke ich auch, es wäre doch schön angelächelt zu werden und zurück zu lächeln ...
    Entschuldigung, falls ich da vorher was in den falschen Hals bekommen habe...das ist sicherlich bei mir auch eine Schieflage, alles erst einmal als Gefahr oder Angriff aufzufassen .

  5. #45
    tam


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 151

    AW: ADS und Sozialphobie

    verpeilt. schreibt:
    HIch denke, dass wir lernen können, in einem gewissen Maße tatsächliche Überforderung, von anderen schlecht behandelt werden, Kritik... wegstecken können, wenn wir in anderen Fällen Situationen erleben, bei wir gerecht behandelt werden.
    Ja, das sehe ich genauso. Viele positive Erlebnisse schlagen ein negatives Erlebnis. Ein negatives fegt viele positive Erlebnisse weg. Zumindest kommt es mir so vor.
    Wenn man irgendwann auch noch sich selber gedanklich permanent fertigmacht, gehen die paar real erlebten positiven Ereignisse unter. Da greift dann ja auch die Verhaltenstherapie, um diese negativen Gedankenstrudel zu unterbrechen und durch realistische Gedanken zu ersetzen. (All zu positive Bewertungen finde ich übrigens fürchterlich, die ziehen mich total runter und verderben mir Leistungen, die ich für mich als 'in Ordnung' eingestuft habe.)

    Es kommt vor, dass ich auf einzelne Leistungen oder in manchen Situationen zufrieden bin oder auch mal 'Stolz wie Oskar', ein gesundes Selbstwertgefühl konnte ich jedoch nie aufbauen. Da reicht ein kleiner Schubs, und es ist vorbei.

    Aber grundsätzlich sehe ich das genauso, das eine kann das andere ausgleichen.

    verpeilt. schreibt:
    ... und wenn wir im Hinterkopf haben, dass unsere materiellen Bedürfnisse (zumindest in Deutschland) erfüllt sind.
    Das beruhigt irgendwie schon. Auf der anderen Seite erzeugt es bei mir Scham und damit Rückzug. Hängt wohl auch stark mit dem Selbstwertgefühl zusammen und daran, wie es entstanden ist.

    verpeilt. schreibt:
    Ich selbst finde es psyschisch schlimm, häufig einer Überforderung ausgesetzt zu sein, also Aufgaben, bei denen ich nicht in der Lage bin, sie zu lösen. oder bei Kritik für Dinge, die ich nicht ändern kann. Vielleicht noch das Lieblingsgeschenk überfordernde Strafaufgaben für die Fehler, die ich begangen habe, die bei Nichterfüllung zu Kritik, Ablehnung, Unverständnis und weiterer
    Überforderung führen.
    Eigentlich brauchen wir keine Schuldgefühle haben, wenn wir uns angestrengt haben und andere das aber anders sehen. Bei mir bleibt dann trotzdem eine gewisse Angst da.
    Genau, es ist immer eine Frage des Verhältnisses.
    In einer 'Geist & Gehirn' Sendung über Sport haben die mal den Vorschlag gebracht, im Sportunterricht nach der Anstrengung zu bewerten und nicht nach der Leistung. Das fand ich einen tollen Ansatz.

    verpeilt. schreibt:
    Ich denke NICHT, dass wir AD(H)Sler absolut unfähig sind. Wir müssen nur lange genug suchen, um eine Aufgabe zu finden, bei der wir unsere Stärken einbringen können, und wo uns für unsere Schwächen Verständnis entgegengebracht wird.
    Das ADSler absolut unfähig sind, denke ich auch nicht . Es gibt ausserdem ja viele (die meisten? eher weniger?) ADSler, die private und/oder beruflich erfolgreich sind. An eine andere Welt glaube ich aber auch nicht (mehr). Aber die Vorstellung ist schön.

    verpeilt. schreibt:
    - nächster Punkt wäre Verständnis von anderen: Ich denke NICHT, dass ALLE Leute kein Verständnis und Einfühlungsvermögen für andere haben. Ich habe es zumindest erlebt. Vielleicht sollte man so lange suchen, bis man auf Leute trifft, die Verständnis gegenüber Fehlern aufbringen.
    Erlebe ich auch nicht so, dass alle so negativ sind. Eher, dass wenige dieses völlige Unverständnis aufbringen, dann gibt es ein breites Mittfeld der Gleichgültigkeit und dann noch ein paar wenige, welche ein großes Einfühlungsvermögen und Verständnis haben.

    Das Gleichgewicht zwischen positiven und negativen Erfahrungen und symphatischen und unsymphatischen Menschen in der Umgebung ist bei einem Sozialphobiker ... nicht optimal, würde ich sagen .

    Aber das 'Warum' und 'Was muss zur Änderung getan werden', läßt sich nicht verallgemeinern. Für mich habe ich bisher nur herausgefunden, dass es im Laufe der Jahre immer schlimmer geworden ist. Durch eine Verhaltenstherapeutin hat die Ursache (vielleicht) einen Namen bekommen, nach dem ich mich selber immer mehr für schlicht 'unfähig zum Leben', mit all den dazugehörigen Endzeitszenarien, betrachtet habe. Durch die Psychiaterin, Bücher und dieses Forum kriege ich mit, dass es vielen so geht und auch viele eine medikamentöse Behandlung benötigen, um zufriedenstellend am 'normalen' Leben teilnehmen zu können.

    Oha, wenn ich demnächst den Termin beim Psychiater habe, gehe ich hoffentlich nicht vor ihm auf die Knie und Küsse seine Füße.

    Sich andere Möglichkeiten offenzuhalten, durch Änderung der eigenen Sichtweise, Wechsel der Umgebung, andere Arbeit usw. auch ein zufriedenes Leben leben zu können, finde ich aber auch wichtig. Vielleicht hilft auch nur die Kombination.

    Durch Medikamente erhoffe ich mir eine Art festen Boden unter den Füßen, so dass ich andere Dinge wieder in Angriff nehmen kann und nicht schon beim Gedanken daran zusammenbreche.
    Geändert von tam (23.08.2013 um 18:49 Uhr) Grund: Ergänzung

  6. #46
    tam


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 151

    AW: ADS und Sozialphobie

    sourcream schreibt:
    wir bräuchten einen Job wo unsere Stärke zum Vorschein kommt das stimmt, aber welche Ich hab auch immer Angst zu versagen, weil ich schon öfters versagt habe. Ich brauche immer sehr lange bis ich richtig warm werde mit allen. Mit der Arbeit, mit den Kollegen. Manche kommen neu rein und sind gleich oder nach paar Tagen total aufgeschlossen, und ich brauche ungefähr ein Jahr um aufzutauen aber viele denken dann sicher am Anfang, das ich es nicht drauf habe und das ich immer so bin, so ruhig und zurückhaltend etc naja was solls. Neue Situationen machen mir Angst und bin deswegen so gehemmt. Aber wie kann man das abstellen?
    Das Frage ich mich auch, wie man sein Bestes geben kann, wenn man sich eingeschüchtert fühlt. Wie soll man mit Menschen warm werden, wenn ständig die Angst sich zu blamieren im Vordergrund steht. Etwas ausgeglichener zu sein und sich nicht so leicht umpusten zu lassen, wäre gut.
    Nimmst Du Medikamente gegen Sozialphobie oder ADS? Bist Du in einer Verhaltenstherapie?

    Fluttershy schreibt:
    Wenn es passt lächel ich Menschen an, wenn aber eine Gruppe Jugendlicher einsteigt wünsche ich mir einfach nur noch woanders zu sein.
    Fluttershy schreibt:
    Nehmen wir mal an der Bäcker ist superfreundlich und mag mich, das stresst mich genauso. Wenn da jedesmal ein fröhliches "und wie geht's dir so?" kommen würde wäre das eine totale Horrorvorstellung! In dem Moment will derjenige was von mir, und sei es auch nur eine "freundliche" Konversation, das setzt mich zu sehr unter Druck.

    Natürlich spielen da wohl Versagensängste rein, aber mich stresst sowas in beide Richtungen, Angst vor Ablehnung, Angst vor Nähe. (wegen Ablehnung? ...)
    Bei den Jugendlichen könnte ich mir negative Erinnerungen aus der Vergangenheit vorstellen oder eine aktuelle Angst, weil Jugendliche in der Gruppe echt gemein sein und vielleicht über irgendetwas Äußerliches lästern könnten ?!
    Hast die die Angst vor der Konversation immer, oder nur an manchen Tagen/Momenten oder bestimmten Situationen?
    Für Smalltalk gibt es die Übung, ggf. erst einmal im geschützten Raum, wie z.B. in Kursen von der VHS speziell dafür. Das hatte ich mir mal vorgenommen. Dann fallen mir aber auch genug Situationen ein, in denen ich damit keine Schwierigkeiten hatte. Und viele Situationen, in denen ich gerne mit Menschen zusammen war. Da hab' ich dann das Vorhaben wieder aufgegeben, weil ich im geschützten Raum das bestimmt hinkriege und mir vielleicht sogar richtig Spaß macht - in realen Situationen ich dann aber plötzlich doch wieder Angst und Beklemmungen bekomme und einfach nur weg will.

    Sozialphobie ist doch eine unangemessene Furcht in sozialen Situationen. Wenn man aber Angst zu versagen hat, weil man schon so oft versagt hat (oder andere meinen, dass man versagt hat), ist die Furcht dann unangemessen? Oder ist es eine eher realistische Einschätzung und eher gesunde Reaktion, um nicht vollständig umzufallen?

    Wenn also die Einschränkungen durch ADS vermindert werden, besteht auch eine reele Chance, dass die Sozialphobie verschwindet oder zumindest sich leichter behandeln läßt. Wie seht ihr das?

    - - - Aktualisiert - - -

    verpeilt. schreibt:
    OK, jetzt weiß ich worum es geht, das kenne ich selbst von mir und ich habe damit dank anderer sehr netter Leute meine ersten positiven Erfahrungen machen können.

    Ich habe jedesmal um so mehr Angst bekommen, wenn sich jemand genauer erkundigt hat: ich hatte nämlich Angst, dass ich mehr Infos herausrücken müsste, die dann gegen mich verwendet werden und dass irgend was auffliegt (so wie ich es in meiner Vergangenheit erlebt habe). Doch diese Leute wollten mit dem Nachfragen mir nur helfen und mir was Gutes tun, es waren manchmal besonders einfühlsame Leute.
    Diese negative Grundeinstellung 'andere wollen mir was böses' habe ich auch. Und oft genug lösen sich meine bösen Vorahnungen in Luft auf. Vielleicht sollte man solche Situationen aufschreiben und sich ab und zu mal durchlesen, um die Erinnerung mit positiven Erlebnissen aufzufrischen.

  7. #47
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 236

    AW: ADS und Sozialphobie

    tam schreibt:
    Ja, das sehe ich genauso. Viele positive Erlebnisse schlagen ein negatives Erlebnis. Ein negatives fegt viele positive Erlebnisse weg. Zumindest kommt es mir so vor.
    Wenn man irgendwann auch noch sich selber gedanklich permanent fertigmacht, gehen die paar real erlebten positiven Ereignisse unter. Da greift dann ja auch die Verhaltenstherapie, um diese negativen Gedankenstrudel zu unterbrechen und durch realistische Gedanken zu ersetzen. (All zu positive Bewertungen finde ich übrigens fürchterlich, die ziehen mich total runter und verderben mir Leistungen, die ich für mich als 'in Ordnung' eingestuft habe.)

    Es kommt vor, dass ich auf einzelne Leistungen oder in manchen Situationen zufrieden bin oder auch mal 'Stolz wie Oskar', ein gesundes Selbstwertgefühl konnte ich jedoch nie aufbauen. Da reicht ein kleiner Schubs, und es ist vorbei.

    Aber grundsätzlich sehe ich das genauso, das eine kann das andere ausgleichen.

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    Das Gleichgewicht zwischen positiven und negativen Erfahrungen und symphatischen und unsymphatischen Menschen in der Umgebung ist bei einem Sozialphobiker ... nicht optimal, würde ich sagen .
    Sehe ich auch so, dass bei Sozialphobikern dieses Gleichgewicht nicht optimal war oder ist.
    Dazu kommt der eventuell der übersteigerte Glaube, stärker vom Umfeld abhängig zu sein, als es tatsächlich der Fall ist.

    Wenn das Umfeld in der Vergangenheit problematisch war und es in der Gegenwart verständnisvoll ist, lässt sich die Sozialphobie viel besser verrinern als wenn das derzeitige Umfeld tatsächlich problemtisch ist und starke Abhängigkeiten bestehen.

    In einem gewissen Maß könnten wir unser Umfeld selbst wählen. Auch wenn wir noch so lange suchen, werden wir NIE ein perfektes, absolut verständnisvolles Umfeld finden. Doch wir können so lange suchen, bis wir im fast gleichem Maße gute und schlechte Erfahrungen machen, um die Kraft zu haben, die schlechten Erfahrungen mit den guten auszugleichen.

  8. #48
    Pepperpence

    Gast

    AW: ADS und Sozialphobie

    Ich bin eine Weile in eine Selbsthilfegruppe für Sozialphobiker gegangen (bzw. gehe auch jetzt noch ab und an hin) und sehe da viele Parallelen zu mir, sehe aber auch dass die Probleme ähnlich aussehen aber im Grunde doch ganz anders sind.
    Bevor ich von meiner ADS wusste, hatte ich schon immer das Gefühl ich passe nicht so ganz in die Gruppe.

  9. #49
    Psy


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 50

    AW: ADS und Sozialphobie

    JO kennt man bist also nicht alleine. Freu mich auch nicht über GB's oder Feiertage mir kommt das alles total Fremdartig und eher belastend vor. Fehlt an solchen Tagen auch irgendwie Komplett der Bezug zu Gästen und ko ist en echter graus. Unter Freunden und Menschen ( Kino, Treffen und co) ist es Situationsabhängig. Schlimm ist wenn die Stimmung gedrückt ist da fühl ich mch schnell mal verantwortlich für und könnte in Boden versinken.

  10. #50
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 64

    AW: ADS und Sozialphobie

    Es erstaunt mich sehr, in wie vielen Posts ich mich hier wiederfinde.
    Vor allem auch die Bemerkungen zu Beginn des Threads, man sei in solchen Situationen überspannt, finde ich sehr treffend. Außerdem die Äußerung von Tam, dass Umgebungsgeräusche einen furchtbar irritieren.
    Heute unterhielt ich mich in einer Vierergruppe. Dann hat eine Person begonnen, mir etwas zu erzählen, während die anderen beiden ein eigenes Gespräch angefangen haben. Das hat mich vollkommen fertig gemacht. Ich saß da und hab nur genickt, obwohl ich kein Wort verstanden hab. Meine Gedanken waren auf die Frage fokusiert: Was mach ich, wenn mein Gegenüber gleich eine Reaktion erwartet. Ich kann ja nicht sagen: „Sorry, aber ich hab grad überhaupt nichts verstanden“ oder „Ey, ihr beiden da, haltet mal die K*appe, ich kann so nicht zuhören!!!“ : D

    Manchmal gibt es so Momente, in denen mich die Phobie verlässt und das sind wirklich die Schönsten in meinem Leben. In solchen lerne ich eine Facette von mur kennen, die es mir viel leichter machen würde, mich anzunehmen. Ich bin entspannt und merke, dass die anderen auch entspannter sind, alles läuft, man lacht... ich wär unfassbar glücklich, wenn sich diese Augenblicke etwas ausdehnen ließen.

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