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Diskutiere im Thema ADS und Sozialphobie im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #31
    tam


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 151

    AW: ADS und Sozialphobie

    verpeilt. schreibt:
    was weißt du schon über eine soziale Phobie, wie sie entsteht, was dahinter steckt und was dagegen getan werden kann?
    Von Anfang des Jahres bis zum Juni habe ich eine Verhaltenstherapie gemacht, dort wurde auch die soziale Phobie festgestellt und behandelt und der Verdacht auf ADS geäußert. Ein Buch über Sozialphobie habe ich auch gelesen, war geliehen, weiß den Titel gerade nicht.
    Ich konnte die Ursachen in meinem Leben auch finden und die Behandlungsmöglichkeiten, inkl. der ABC-Analyse und Konfrontation, nachvollziehen. Ich sehe nur nicht, dass es mit einer Einstellungs-, Verhaltensänderung oder einem 'Wollen' hinzubekommen ist.

    Nicht,
    - wenn ich andere durch meine Schusseligkeit nerve,
    - ich mich schnell durch Umgebungsgeräusche genervt fühle, mich nicht konzentrieren kann,
    - bei mir in Gesprächen schnell die Emotionen hochkommen,
    - ich in einer permanenten Anspannung bin, die ich nicht willentlich steuern kann
    - mich andere nicht Einbeziehen, weil ich sowieso nichts beizutragen habe,
    - wenn bei schwierigen oder einfach nur unklaren Aufgaben ganz schnell Versagensängste entstehen,
    - wenn mich bei mir und anderen Kleinigkeiten nerven oder zu Schamgefühlen (mir ist ganz oft irgendwie ALLES peinlich) führen.

    Die Anspannung kriege ich oft kurzfristig durch z.B. Laufen weg oder wenn ich in etwas versunken bin z.B. eine Zeitschrift oder Buch. Es gibt nur wenige Menschen, bei denen ich mich entspannen kann, wenn sie in meiner Umgebung sind, aber dass ist auch situationsabhängig und sofort vorbei, wenn eine dritte Person dazukommt.

    verpeilt. schreibt:
    Auch wenn es mit der Konfrontation noch nicht klappt, kann es schon enorm weiterhelfen, die persönlichen Ursachen herauszufinden und sich mit den Denkmustern zu beschäftigen.
    ...
    Für mich ist es wichtig, darüber nachzudenken:
    - wie wurde ich früher von anderen behandelt?
    Mal so und mal so, je nach Symphatie. Gilt ebenso für heute...
    - in welcher Weise war ich früher von anderen abhängig?
    Bin stark von der Laune und Verhaltensweisen anderer um mich herum abhängig, dass gilt ebenso für heute. Welche Abhängigkeiten sind hier noch gemeint?

    verpeilt. schreibt:
    Ich habe vor kurzem die Erfahrung gemacht, dass meine Leistung nicht gereicht hat und ich deswegen kritisiert und abgelehnt wurde. Ich hatte die Situation vorher für mich erfolgreicher eingeschätzt, als es tatsächlich gewesen ist.
    In Folge der Ablehnung habe ich die Sache auf einem niedrigerem Level mit weniger Anforderungen gemacht und es klappt zumindest schon besser.
    Ich habe mich bisher entweder mit meinem Vorgesetzten verkracht (wenn ich mich gemobbt oder ungerecht behandelt fühlte) oder mich, wie bei den letzten beiden Arbeitsverträgen, selber für unfähig gehalten und gekündigt bzw. ein Übernahmeangebot (da fühlte ich mich aber auch von ein paar Kollegen gemobbt) nicht angenommen.
    Nach dem letzten Vorstellungsgespräch sollte ich am nächsten Tag eine Zusage oder Absage machen und ich habe abgesagt. Im Moment ist die Angst schon wieder zu versagen einfach zu groß und der Akku leer.
    verpeilt. schreibt:
    Wie wahrscheinlich ist es, sehr häufig Misserfolge zu haben oder es nie zu schaffen?- gerade für AD(H)Sler?
    Was ich aus Büchern und hier aus dem Forum so mitbekommen habe, scheint ein ADSler gute Voraussetzungen für Misserfolge zu haben. Da schöpfe ich nun auch Hoffnung, dass die eigentliche Ursache ADS ist und dass ggf. eine Behandlung erfolgen kann, die zumindest einige Störungen verbessert.
    Wie wahrscheinlich ist es, sehr häufig von anderen überfordert und schlecht behandelt zu werden?
    Da habe ich keine Antwort drauf.
    (Hab gerade Nachrichten geschaut und da kam ein Bericht über Apple....also da fielen mir noch andere Beispiele, auch aus dem Privatbereich, ein und die Wahrscheinlichkeit, von anderen überfordert oder schlecht behandelt zu werden schätze ich als hoch ein.)
    Was macht den Misserfolg so schlimm?
    Bei mir ist es mittlerweile die Unfähigkeit, mein Leben dauerhaft irgendwie selber zu finanzieren und zu gestalten. Immer wieder von vorne anzufangen und andere sich entwickeln zu sehen erzeugt Frust und Neid.
    Geändert von tam (22.08.2013 um 15:09 Uhr) Grund: doch eine Antwort zur Wahrscheinlichkeit, überfordert zu werden.

  2. #32
    ADHD-Squirrel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 437

    AW: ADS und Sozialphobie

    Danke! Endlich mal schwarz auf weiß das blosse Konfrontation gar nichts bringt, außer mehr Ängste bei immer wiederkehrenden Misserfolgen.
    Das sage ich bestimmten Leuten seit Ewigkeiten, aber eine Einsicht wird es nicht geben.
    Gewöhnung will ich nicht grundsätzlich kleinreden, aber es gibt Dinge die werden nicht besser sondern schlimmer.

    Beispiel: Morgens in der Bäckerei Brötchen kaufen. Mache ich beim ersten Mal mit Ängsten, aber aushaltbar (vorausgesetzt natürlich ich war überhaupt erst in der Lage das zu tun)
    Umso öfter ich das mache umso so schlimmer wird es. Für mich ist das logisch!

    Sozialphobie -> Angst vor sozialen Situationen -> umso mehr mich der Dorfbäcker sieht, umso mehr kennt er mich -> sozialer Druck -> Ängste

    sowas kann doch nur schlimmer werden.

    Das Bus fahren alleine!!! hingegen wurde bei mir Angstfreier.
    Wenn viele Fahrgäste im Bus sind ist meine Angst aber nach Jahren unverändert da. Warum sollte ich auch weniger Angst haben? Jemand der diese Angst auch teilt versteht wohl was ich damit meine.
    Für mich hat das auch einen bedrohlichen Effekt, hat eigentlich schon gar nichts mehr mit SP zu tun?



    Gesendet mit Tapatalk.

  3. #33
    tam


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 151

    AW: ADS und Sozialphobie

    Fluttershy schreibt:
    Sozialphobie -> Angst vor sozialen Situationen -> umso mehr mich der Dorfbäcker sieht, umso mehr kennt er mich -> sozialer Druck -> Ängste
    Die ansteigende Angst oder auch erhöhte Ablehnung, je länger ich jemanden kenne, habe ich auch oft. Meine Fehltritte, Situationen, die ich irgendwie als unangenehm empfunden habe und Fehler, welche ich meine an anderen zu erkennen, summieren sich. Ich vergesse alles mögliche, aber sowas bleibt erhalten.

    Dass die Angst steigt, 'nur' weil ich jemanden öfter sehe, habe ich, wenn die Person mich grimmig oder hochnäsig anschaut. Oder wenn ich die Vermutung habe, dass die Person über Dritte vielleicht 'über mein Versagen' Bescheid weiß.
    @Fluttershy: Ist das eine oder andere bei Dir auch der Fall?

    An Orten, wo mehrere Menschen sind, habe ich vor allem Schwierigkeiten bzw. fühle ich mich minderwertig, wenn andere hauptsächlich zu zweit oder in Gruppen zusammen sind. Bin daher auch meist 'nur auf der Durchreise'. In öffentlichen Verkehrsmitteln habe ich immer eine Zeitschrift dabei. Ohne fühle ich mich extrem unwohl und starre auf den Boden oder aus dem Fenster. Naja, scheint vielen so zu gehen, vor allem mit Smartphones.

  4. #34
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.248

    AW: ADS und Sozialphobie

    In öffentlichen Verkehrsmitteln habe ich immer eine Zeitschrift dabei. Ohne fühle ich mich extrem unwohl und starre auf den Boden oder aus dem Fenster. Naja, scheint vielen so zu gehen, vor allem mit Smartphones.
    Ich guck auch oft aus dem Fenster oder mache die Augen zu.
    Was soll man denn sonst machen?
    Die anderen Fahrgäste in die Augen gucken und anlächeln?

  5. #35
    tam


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 151

    AW: ADS und Sozialphobie

    gisbert schreibt:
    Ich guck auch oft aus dem Fenster oder mache die Augen zu.
    Was soll man denn sonst machen?
    Die anderen Fahrgäste in die Augen gucken und anlächeln?
    Ja, hast schon Recht, den Zusatz hätte ich einsparen können. Es ging aber auch mehr um das beklemmende Gefühl der Minderwertigkeit, welches sich einstellt wenn ich nichts dabei habe mit dem ich mich ablenken kann. Verzeih mir bitte die Platzverschwendung .


    Danke! Endlich mal schwarz auf weiß das blosse Konfrontation gar nichts bringt, außer mehr Ängste bei immer wiederkehrenden Misserfolgen.
    Dazu habe ich gerade noch einen interessanten Beitrag von Fliegerlein in einem anderen Thread gelesen:
    https://adhs-chaoten.net/treffpunkt-...tml#post401287

  6. #36
    ADHD-Squirrel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 437

    AW: ADS und Sozialphobie

    gisbert schreibt:
    Ich guck auch oft aus dem Fenster oder mache die Augen zu.
    Was soll man denn sonst machen?
    Die anderen Fahrgäste in die Augen gucken und anlächeln?
    Äh, guck mal in was für einem Thread du hier schreibst, dann sollte dir klar sein was damit gemeint ist.

    @tam
    Ja, mir geht es so wie dir. Der Beitrag von Fliegerlein ist wirklich interessant, werd später nochmal genauer im Thema lesen.

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  7. #37
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.248

    AW: ADS und Sozialphobie

    Na ich find schon, dass es was krankhaftes hat, wenn 50% der Fahrgäste auf ihren Smartphones rumdaddeln ...
    Ich würds bevorzugen wenn sich die Leute als Gemeinschaft sehen würde, oder ich weiß auch nicht...

    geht mir ja auch oft so, dass ich den Blick verschähmt zu Boden (oder woanders hin) werfe, wenn er sich zufällig mal mit dem eines anderen gekreuzt hat. Das ist eine Reaktion die ich eigentlich nicht will. Anderseits denke ich auch, es wäre doch schön angelächelt zu werden und zurück zu lächeln ...

  8. #38
    ADHD-Squirrel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 437

    AW: ADS und Sozialphobie

    Ich vermeide auch auf meinem Smartphone rumzudaddeln weil ich mir dabei doof vorkomme, aber ich brauche auch oft Ablenkung um mich von meinen negativen Gedanken wegzubringen.

    Wenn es passt lächel ich Menschen an, wenn aber eine Gruppe Jugendlicher einsteigt wünsche ich mir einfach nur noch woanders zu sein.

    Gesendet mit Tapatalk.

  9. #39
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 236

    AW: ADS und Sozialphobie

    @ fluttershy
    Du möchtest vom Bäcker Brötchen. Der Bäcker muss dir die Brötchen (gegen Bezahlung) geben, weil das sein Job ist.
    Was könntest du in dieser Situation befürchten. (Ich nehme mal an, du könntest befürchten, dass der Dorfbäcker schlimme Gerüchte über dich im Dorf verbreiten könnte, kann in deinem Fall natürlich was anderes sein, ist aber nur ein beispiel)

    Du erfährst über die Konfrontation mit dieser Situation nicht, ob die Befürchtung eingetreten ist oder nicht. (In einem der Bücher, die ich gelesen habe, steht drin, dass die Konfrontationssituation über einen längeren Zeitraum andauern sollte)

    Ist der Dorfbäcker wirklich so ein "*********" und hat neben seiner Arbeit und den vielen anderen Kunden nur im Sinn, schlecht über dich zu denken und anderen etwas schlechtes über dich zu erzählen? Wieso sollte er eignetlich schlecht über dich denken, und nicht beispielsweise etwas gutes und etwas schlechtes?
    Und falls er wirklich etwas schlechtes über dich bemerken sollte, warum sollte er dich komplett als schlecht... abstempeln?

    Und falls der Dorfbäcker wirklich schlechte Nachrichten über dich im Dorf verbreiten sollte, merken das sich die Leute im Dorf wirklich für eine Ewigkeit?
    Und vor allem: Wenn dies alles doch passieren sollte: in wie weit bist du dann von den Leuten im Dorf abhängig? Was brauchst du in deinem Leben?
    Werden sie dir Essen und trinken wegnehmen? - Nein.
    Werden sie verbieten dein Haus zu betreten?- Nein.

  10. #40
    ADHD-Squirrel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 437

    AW: ADS und Sozialphobie

    Nehmen wir mal an der Bäcker ist superfreundlich und mag mich, das stresst mich genauso. Wenn da jedesmal ein fröhliches "und wie geht's dir so?" kommen würde wäre das eine totale Horrorvorstellung! In dem Moment will derjenige was von mir, und sei es auch nur eine "freundliche" Konversation, das setzt mich zu sehr unter Druck.

    Natürlich spielen da wohl Versagensängste rein, aber mich stresst sowas in beide Richtungen, Angst vor Ablehnung, Angst vor Nähe. (wegen Ablehnung? ...)

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