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Diskutiere im Thema ADS und Sozialphobie im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #21
    ADHD-Squirrel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 437

    AW: ADS und Sozialphobie

    Ja, Konfrontation sollte eigentlich die Lösung sein, in manchen Dingen habe ich einfach das Gefühl das es nicht besser wird, wahrscheinlich weil ich doch noch zu sehr davor flüchte.

  2. #22
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 44

    AW: ADS und Sozialphobie

    Meine erste Diagnose lautete tatsächlich "Sozialphobie". Ich konnte mich aber nie richtig mit ihr anfreunden. Was mich persönlich angeht, waren die Ängste immer zu situationsabhängig für eine Phobie, d.h. nur dann vorhanden, wenn ich mich Leuten nicht richtig warm wurde oder ich das Gefühl hatte, abgelehnt zu werden. Und ich glaube nicht, dass soziale Ängste so ganz auf einer Ebene mit z.B. einer Spinnen- oder Agoraphobie liegen.

    Bestimmte Situation sind mir aber fast immer ein Graus. Alles, was mit Smalltalk und eher unstrukturierten sozialen Situationen zu tun hat wie z.B. Parties, Abholsituationen in der Kita, Elternversammlungen in der Schule, insbesondere natürlich, wenn ich niemanden kenne. In solchen Situation gelingt es mir einfach nicht, die Situation selbst proaktiv zu strukturieren oder zu steuern. Ich bin dann sehr passiv und abwartend, suche nicht von mir aus das Gespräch (es sei denn ich zwinge mich sehr dazu) und beende einen entstandenen Kontakt auch nicht aus eigenem Antrieb. Grausam!

    Ich habe das Gefühl, dass sich meine Aufmerksamkeit wie ein Seismograph auf negative Signale von anderen richtet. Es kann schon sein, dass es diese Signale mehr oder weniger ausgeprägt tatsächlich auch gibt. Andere Menschen mit weniger feinen Antennen (der Begriff "Stino" ist mir nicht geheuer) übersehen solche Signale entweder, gewichten sie anders und nehmen auch die positiven Signale stärker wahr. Ich reagiere hauptsächlich auf die (tatsächlichen oder eingebildeten) negativen Vibes. Und schon ist der schönste Teufelskreis im Gange.

    Ich glaube schon, dass das beides mit ADHS zu tun hat: die Schwierigkeit mit unstrukturierten sozialen Situationen und der Hyperfokus auf negative Botschaften. Auf die Diagnose Sozialphobie kann ich persönlich gut verzichten.

  3. #23
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 236

    AW: ADS und Sozialphobie

    Fluttershy schreibt:
    Ja, Konfrontation sollte eigentlich die Lösung sein, in manchen Dingen habe ich einfach das Gefühl das es nicht besser wird, wahrscheinlich weil ich doch noch zu sehr davor flüchte.
    Konfrontation ist sehr wichtig! Funktioniert aber meines Erachtens weniger effektiv, wenn man nicht weiß woher die Ängste kommen und seine eigenen Gedanken zu der angstbesetzten Situation nicht überprüft:
    ein paar Denkanstöße:
    -Was ist in meinem Leben wichtig und hängt das von dieser Situation ab, bzw. was die anderen in dieser Situation von mir und meinem Handeln denken?
    -Bin ich von diesen Menschen in dieser Situation wirklich so sehr abhängig wie ich es denke? Können mir die anderen überhaupt was antun? Was wäre das Schlimmste?
    -Denken die anderen wirklich so schlimm von mir bzw. dem, was ich in dieser Situation tue, oder bilde ich mir das nur ein?- In wie weit übertrage ich das, was ich von meiner Leistung/Gespräch (zu schlecht) denke in meinen eigenen Gedanken auf die anderen? Werden die anderen wirklich so streng zu mir sein, wie ich es mir in Gedanken vorstelle, werden sie mich wirklich überfordern? In welchen Situationen habe ich im bisherigen Leben diese Gedanken gelernt?
    - Wo ist Kritik der anderen ein wichtiger und gut gemeinter Hinweis zur Verbesserung?
    - Wieso sollten mich andere prinzipiell für ...(negative Eigenschaften) halten, nur wenn ich in dieser Situation eine Schwäche zeige? In welchen Situationen habe ich im bisherigen Leben diese Gedanken gelernt?
    -Warum sollen sich die anderen in dieser Situation wirklich so sehr mit dem, was ich dazu beitrage beschäftigen, sie haben schließlich noch ganz andere Dinge im Kopf.

    Konfrontation hilft, weil man dadurch eine Erfahrungen sammelt. Z.B. dass die Welt nicht untergegangen ist oder manchmal dass es besser gekommen ist als man erwartet hatte. Dennoch ist es schwierig, nachher nicht ins Negativdenken zu verfallen und die Reaktionen der anderen Menschen aus der Situation unnötig schlecht umzuinterpretieren.

  4. #24
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.197

    AW: ADS und Sozialphobie

    @Cloudyhead

    ich hatte mal eine Freundin die hatte wirklich soziale Phobie, die war nicht in der Lage ein Getränk zu holen. Das musste ich erledigen. Auch hatte sie mich ständig versetzt und ich habe gewartet und sie hatte immer neue Ausreden gehabt warum sie nicht kommt, das hat mich verletzt. Sie war auch auf der geschlossenen Abteilung und hatte massive Probleme mit ihren Ängsten.

    Ich kam mit den Leuten mit einer SP nie klar. Da gabs ein Mann der hatte SP, und traf mich mit ihm, er suchte eine Frau, ich suchte einen Mann. Wir hatten echt nen netten Tag und er meinte zu mir "du warst überhaupt nicht ängstlich oder schüchtern, du kamst mir sehr offen vor" das hatte mich sehr gewundert weil ich immer denke das ich recht schüchtern bin.

    Wenig später brach er den Kontakt ab, er will doch alleine bleiben so eine Schnarchnase. Meine Freundin hat angeblich auch Sp , aber sie kommt mir auch nicht so vor. Sie ist wie ich, sehr aufgeschlossen gegenüber menschen die sie kennt, sehr vergesslich, und kann nicht so zuhören, und sie ist sehr langsam mit allen........ich bin zu schnell .................. und ich denke das ist eben wie bei mir, das noch oder etwas anderes dahinter steckt, was nie erkannt wurde. Entweder zusammen oder eben nur ADS. Nun weiß sie das ich wahrscheinlich auch ADS habe und sie denkt es nun von sich auch weil es ihr alles bekannt vorkommt

  5. #25
    tam


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 151

    AW: ADS und Sozialphobie

    verpeilt. schreibt:
    Konfrontation hilft, weil man dadurch eine Erfahrungen sammelt. Z.B. dass die Welt nicht untergegangen ist oder manchmal dass es besser gekommen ist als man erwartet hatte. Dennoch ist es schwierig, nachher nicht ins Negativdenken zu verfallen und die Reaktionen der anderen Menschen aus der Situation unnötig schlecht umzuinterpretieren.
    Meine Mutter hat demnächst Geburtstag, mein Vater schlägt vor, Essen zu gehen, meine Mutter ist begeistert, unter mir tut sich ein schwarzes Loch auf.
    Ich werde absagen, habe aber jetzt schon Angst vor einer Reaktion wie '...dann machen wir was anderes.' Ob ich nun mitgehe oder nicht, ich versaue es so oder so. Ich mag zur Zeit nicht raus, weiß, dass ich vor lauter Anspannung des Essen nur verderben würde.

    Raus gehen, ohne besonderen Sozialkontakt geht gut, zum Schwimmen fahren, ab ins Becken, Bahnen ziehen und zurück; durch den Wald laufen usw.
    In ein Restaurant, die ganzen Leute an den anderen Tischen?! Never.

    Konfrontation ist bei mir, im Moment zumindest, nicht möglich, oder bereits zu spät. Die Menge an Peinlichkeiten im Leben erstickt mich gerade. Wenn ich Sport mache, wird's besser...fahre dann auch gleich mal zum Schwimmen...

  6. #26
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 1.197

    AW: ADS und Sozialphobie

    man sollte sich der Situation aber stellen. Früher wars für mich auch immer Horror mit essen zu gehen und ständig war mir davor übel und brachte meistens kaum einen Bissen herunter. Und dann hat es sich gebessert, einfach so, weil ich dann oft mitging bzw ich mich zwang. Manchmal aß ich halt nur etwas kleines oder trank auch nur mal was. Meine Eltern unterstützten mich da immer und wollten sogar das ichs mir überlegen kann , ich brauch nicht usw, gerade deswegen weil sie es sagten, ging ich mit. Konnte das ja auch auf Arbeit jeden Tag üben. Wenn ich mit meinem Freund essen gehe, habe ich manchmal angst es nicht zu schaffen, also das aufzuessen. Aber er sagt dann meist *was du nicht isst gibst du mir* das beruhigt mich irgendwie immer. Also wo alles kein Zwang ist, das find ich beruhigend.

    Konfrontation funktioniert auch nur wenn man sich seiner Ängste bewusst ist. Ich sollte mich immer fragen "wovor habe ich jetzt Angst?" ich hatte Angst peinlich aufzufallen, das ich das essen wieder ausspucke (Übelkeit) oder fühlte mich beobachtet "i Ist dieser Raum echt so schrecklich, wenn ja müssten die anderen auch Angst haben" "wenn ich esse+trinke passiert nichts, es ist nur meine Angst" ich habe mir dann eine Lösung geschaffen, immer wenn ich die Flasche zu mir führte (angst vorm zittern) zog ich den Bauch ein, und dann wieder aus, oder bewege ein Körperteil zb den Fuß das sieht bzw sah niemand. Manchmal kommts wieder, so ganz leicht aber eben überhaupt nicht schlimm das ich Angst hätte, ich mache einfach weiter. Und setze mich auch mal dahin wo ich die Leute sehe und da ich sie beobachten kann gibt mir so ein Gefühl *ich habe alles im Blick*
    Geändert von sourcream ( 6.08.2013 um 18:57 Uhr)

  7. #27
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 236

    AW: ADS und Sozialphobie

    Es ist wirklich schwer, die Konfrontation tatsächlich durchzuführen! Selbst wenn man sich der Ängste bewusst ist - ich erlebe es immer wieder neu.

    Gerade, wenn ich vorher eine schlechte Erfahrung gemacht habe, wenn es beispielsweise wirklich schlechte Konsequenzen hatte, wenn ich eine bestimmte Leistung nicht erbringen konnte, eine Fehler gebeichtet habe o.ä. Dann erhalte ich über die Konfrontation die Erfahrung, dass es wirklich so schlimm oder noch schlimmer ist, als ich gedacht habe und ich bekomme Angst. - Aber es gibt trotzdem etwas zu lernen, auch wenn man scheitert: Wir gewöhnen uns an die Situation und können Misserfolge besser aushalten.

    Manche Ängste sind ja tatsächlich real. Manchmal sind wir wirklich von anderen abhängig und es geht um etwas Wichtiges.
    Und gerade mit AD(H)S kommt man in Situationen, wo man von anderen tatsächlich überfordert wird - und wenn man tatsächlich in ganz vielen Situationen immer wieder abgelehnt wird, dann kommen die Zweifel, ob man es überhaupt irgendwo mal schafft.

    ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Ich selbst habe keine Angst vor den Angstsymptomen, wie zittern, aber ich habe Angst davor, wenn mein "Sicherheitsverhalten" auffliegt, wie auch die Situationen, die ich aus Angst gemieden habe.
    Geändert von verpeilt. ( 6.08.2013 um 23:39 Uhr)

  8. #28
    tam


    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 151

    AW: ADS und Sozialphobie

    Ich habe noch gar keine Gewissheit, ob ich nun meine soziale Phobie aufgrund von Störungen durch ADS und dadurch entstandenen negativen Erfahrungen habe oder ich durch eine vorhandene soziale Phobie ADS-typische Symptome zeige. Schon im Kindes- und im Jugendalter mochte ich bei Besuch, für meine Eltern oder meine Eltern und mich, nicht gern aus meinem Zimmer kommen, ich hatte immer ein flaues Gefühl im Bauch. Auch bei Verwandtschaft oder langjährig Bekannten. Selbst, wenn es nur um eine Begrüßung ging. Ich hatte aber auch immer Schwierigkeiten zu Plaudern, durch den Kopf schwirrt alles Mögliche, aber nichts für ein Gespräch verwertbares - oder einfach nur gähnende Leere und innerliche Anspannung.

    In einigen Tagen habe ich meinen ersten Termin beim Psychiater und ein paar Tage darauf ein Vorstellungsgespräch für einen neuen Job. Das Vorstellungsgespräch werde ich schon meistern, da gibt's eine Struktur und das Thema ist bekannt. Selbst, wenn ich mal was nicht weiß, habe ich wenig Stress, da ich ja nix verlieren, sondern nur etwas gewinnen kann. Und in einer Stunde ist es vorbei.
    Wenn ich aber daran denke, mit neuen Kollegen zum Mittag zu gehen oder auch beruflich mit Ihnen zu kommunizieren, nachfragen zu müssen, wenn ich etwas nicht weiß und andere bekommen es mit (natürlich stelle ich immer mal wieder auch dämliche Nachfragen) oder jemand erklärt mir etwas und ich weiß nicht, ob ich nun in das rechte oder linke Auge oder den Nasenrücken fixieren soll, anstatt dem Gesagten zu folgen, dann kriege ich Angst .
    In der letzten Arbeitsstelle habe ich versucht, mich bei allem nicht beruflichen auszuklinken, was eine gaaanz schlechte Idee war. Da war ich natürlich der Aussenseiter schlechthin und beruflich kommunizieren musste ich ja trotzdem. Bis ich mich dann getraut habe, jemanden zu fragen, wenn ich nicht weiterkam, verging immer eine lange Zeit in der ich mich immer elender fühlte. Hatte ich mich dann mal aufgerafft, hatte ich dass Gefühl, alles um mich herum stellt die Lauscher auf (Grossraumbüro) und witzelt über mich. So an den Haaren herbeigezogen ist meine Annahme aber auch nicht. Durch meine Schusseligkeit habe ich viele Fehler gemacht und dann sind Kollegen auf mich zugekommen, wenn irgendwo ein Fehler war, und ich gar nichts damit zu tun hatte.
    Eiselein schreibt:
    Das lässt sich sogar ganz einfach sagen, weil Stimulanzien (aktuell Attentin) gut gegen soziale Phobie wirken, die Angst- und Panikstörung aber eher verstärken (Amphetamin mehr als Mph. Warum dann nicht Mph? Weil Mph die Depression stärker verstärkt als Amphetamin.)

    Wenn man es ganz genau nimmt, so kann man sagen, dass die soziale Phobie neben Dissoziation, Schlafstörung, Depression und Angst- und Panikstörung meine einzige Komorbidität ist, die unter dem Einfluss von Stimulanzien tatsächlich signifikant zurückgegangen ist.

    Beispiel: Bei einem Seminar habe ich des Abends in kleiner Runde eine Reihe von eigenen Gedichten vorgelesen und mich der Kritik gestellt, so etwas wäre früher schlichtweg undenkbar gewesen.
    Da sich die ADS Diagnose ja eine ganze Weile hinziehen kann, habe ich die Hoffnung mit einer Medikation gegen soziale Phobie und Versagensängste, im günstigen Fall eines positiven Vorstellungsgesprächs, den Job erst einmal annehmen zu können. Oder ist es bei einem Erstgespräch unangebracht, den Psychiater danach zu fragen?

    Vielleicht mache ich mir aber auch nur wieder zu viel Stress und will alles mal wieder über's Knie brechen. Die jetzige Situation, mit 42 Jahren, seit 1 1/2 Monaten im Elternhaus gestrandet und mal wieder nicht für sich selber sorgen zu können macht mich schon fertig und das dadurch entstehende Schamgefühl ist Pulver für meine soziale Phobie.

    Corazón schreibt:
    Aber auch wenn ich unterwegs bin und jemandem begegne, auf der Straße oder beim einkaufen oder so, ist es mir unangenehm denjenigen zu treffen, also bei Menschen, die ich näher kenne.
    Was soll ich sagen? Wieviel und wie lang ist genug? ... und wie kriege ich unauffällig die Kurve zur Verabschiedung?

    sourcream schreibt:
    man sollte sich der Situation aber stellen. Früher wars für mich auch immer Horror mit essen zu gehen und ständig war mir davor übel und brachte meistens kaum einen Bissen herunter.
    Das Essen selber, ob im Restaurant, im Cafe auf dem Bürgersteig oder aus der Tupperdose auf der Parkbank stellt für mich keine Hürde dar, wenn ich alleine bin. Es sind immer wieder diese peinlichen Momente der Stille und ich fühle mich schuldig, dass kein lockeres Gespräch entsteht. Es fehlt mir aber auch oft die Motivation nachzufragen, mich nach dem anderen zu erkundigen, den Gedanken auszusprechen.

    verpeilt. schreibt:
    Es ist wirklich schwer, die Konfrontation tatsächlich durchzuführen! Selbst wenn man sich der Ängste bewusst ist - ich erlebe es immer wieder neu.

    Gerade, wenn ich vorher eine schlechte Erfahrung gemacht habe, wenn es beispielsweise wirklich schlechte Konsequenzen hatte, wenn ich eine bestimmte Leistung nicht erbringen konnte, eine Fehler gebeichtet habe o.ä. Dann erhalte ich über die Konfrontation die Erfahrung, dass es wirklich so schlimm oder noch schlimmer ist, als ich gedacht habe und ich bekomme Angst. - Aber es gibt trotzdem etwas zu lernen, auch wenn man scheitert: Wir gewöhnen uns an die Situation und können Misserfolge besser aushalten.
    Sehe ich auch so, irgendwie komme ich aus allen möglichen Situationen immer wieder deprimiert heraus. Eine Gewöhnung kann ich jedoch nicht wirklich erkennen, eher ein verstärkter Rückzug.

    ...und nochmals Danke für diesen Thread! ...und ja, die Kombi ADS und Sozialphobie ist wirklich zum .

  9. #29
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 236

    AW: ADS und Sozialphobie

    Hallo tam,

    was weißt du schon über eine soziale Phobie, wie sie entsteht, was dahinter steckt und was dagegen getan werden kann?

    Ich habe mir die Bücher "Raus aus dem Schneckenhaus" und "Frei von Angst und Schüchternheit" gekauft.
    Auch wenn es mit der Konfrontation noch nicht klappt, kann es schon enorm weiterhelfen, die persönlichen Ursachen herauszufinden und sich mit den Denkmustern zu beschäftigen.
    -----------------------------

    Für mich ist es wichtig, darüber nachzudenken:
    - wie wurde ich früher von anderen behandelt?
    - in welcher Weise war ich früher von anderen abhängig?
    - wie werde ich heute von anderen behandelt?
    - in welcher Weise bin ich heute von anderen abhängig?

    ----------------------------------------------------------

    Bei einer neuen Arbeit ist es nicht schlimm Unwissen zu zeigen.
    Ich kenne dieses Problem auch mit der Angst vor Fragen stellen oder auch keine Fragen zu haben. (Das Problem mit dem keine Fragen haben ist ein typisches Hypo-ADS-Problem, wodurch ich häufig einen schlechten ersten Eindruck gemacht habe, aber wenn ich weiter bleiben durfte, dann wurden auch die positiven Seiten gesehen)

    Sind die anderen auf Arbeit tatsächlich nur damit beschäftigt, deine Kompetenz einzuschätzen und dich, falls du inkompetent sein solltest, das spüren zu lassen? Wieso sollten sie dich wegen wenigen Fragen oder Aussagen gleich für inkompetent halten?
    Wahrscheinlich denken die anderen gar nicht über dich nach, sondern sie denken nur an die Sache, die du fragst. Oder sie freuen sich über den Neuen, dem sie etwas erklären können.

    Ich weiß, dass es schwer ist. Es fällt mir immer noch sehr schwer, Fehler zuzugeben, die ich gemacht habe. Bei Konflikten ziehe ich sofort den Schwanz ein. Ich zögere, verdränge es, die Zeit vergeht und ich fürchte mich vor: "Warum sagen Sie das erst jetzt?" + die negative Konsequenz, die es für das Ansprechen der gewissen Sache sowieso gegeben hätte.

  10. #30
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 236

    AW: ADS und Sozialphobie

    verpeilt. schreibt:
    Es ist wirklich schwer, die Konfrontation tatsächlich durchzuführen! Selbst wenn man sich der Ängste bewusst ist - ich erlebe es immer wieder neu.

    Gerade, wenn ich vorher eine schlechte Erfahrung gemacht habe, wenn es beispielsweise wirklich schlechte Konsequenzen hatte, wenn ich eine bestimmte Leistung nicht erbringen konnte, eine Fehler gebeichtet habe o.ä. Dann erhalte ich über die Konfrontation die Erfahrung, dass es wirklich so schlimm oder noch schlimmer ist, als ich gedacht habe und ich bekomme Angst. - Aber es gibt trotzdem etwas zu lernen, auch wenn man scheitert: Wir gewöhnen uns an die Situation und können Misserfolge besser aushalten.

    Manche Ängste sind ja tatsächlich real. Manchmal sind wir wirklich von anderen abhängig und es geht um etwas Wichtiges.
    Und gerade mit AD(H)S kommt man in Situationen, wo man von anderen tatsächlich überfordert wird - und wenn man tatsächlich in ganz vielen Situationen immer wieder abgelehnt wird, dann kommen die Zweifel, ob man es überhaupt irgendwo mal schafft.
    Ich habe vor kurzem die Erfahrung gemacht, dass meine Leistung nicht gereicht hat und ich deswegen kritisiert und abgelehnt wurde. Ich hatte die Situation vorher für mich erfolgreicher eingeschätzt, als es tatsächlich gewesen ist.
    In Folge der Ablehnung habe ich die Sache auf einem niedrigerem Level mit weniger Anforderungen gemacht und es klappt zumindest schon besser.
    Wie wahrscheinlich ist es, sehr häufig Misserfolge zu haben oder es nie zu schaffen?- gerade für AD(H)Sler?
    Wie wahrscheinlich ist es, sehr häufig von anderen überfordert und schlecht behandelt zu werden?
    Was macht den Misserfolg so schlimm?

    ------------------------------------------------------------------------------------

    Ich zitiere aus "Raus aus dem Schneckenhaus"- soziale Ängste überwinden (falls das hier im Forum erlaubt ist)
    S. 153:
    "Der Erfolg der Konfrontationstherapie beruht auf zwei Faktoren:
    Gewöhnung ... Je mehr Sie sich daran gewöhnt haben, etwas unabhängig von Ihrer Befindlichkeit zu tun, desto weniger fürchten Sie sich davor. Die Erfahrung zeigt jedoch: Viele Menschen mit sozialen Ängsten gewöhnen sich allein aufgrund regelmäßiger Konfrontation nicht an soziale Situationen, sodass ihre Erwartungsängste nur durch den Aspekt der Gewöhnung nicht abnehmen. Zuasätzlich bedarf es einer Änderung der Denkmuster.
    Erfahrungsbedingte Änderung der Denkmuster...
    ...
    Konfrontationsübungen bewirken keine Löschung der Angstreaktionen, es geht viel mehr darum mithilfe von positiven Erfahrungen negative Erwartungen zu ändern, aufgrund des erfolgreichen Umgangs mit anderen Menschen neue Verhaltensweisen zu erlernen sowie allgemein ein größeres Sicherheitsgefühl zu bekommen. Die Entwicklung positiver Erwartungen ist der entscheidende Veränderungsaspekt bei sozialen Ängsten ... Die Konfrontation führt aufgrund der positiven Erfahrungen, die mit ihr verbunden sind, zur Änderung der bisherigen negativen Erwartungen und ermöglicht dadurch eine grundsätzlich andere Sicht von sozialen Kontaken..."

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