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Diskutiere im Thema ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #21
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    ja, meine große Bühne;-) Wenn es um meinen Leidensdruck und die Verzweiflung geht, dann spring ich nicht so leicht in die Metaebene, wie ich es doch sonst tue. Wäre gesund, wäre wohl der Schritt aber eben Neuland und mit Blockaden belegt oder mit Kontrollverlust und Angst....

    Es wäre schön, wenn es mehr Fachleute - egal welche Disziplin - Deines Schlages gäbe. Nicht einfach ein Leben aus zweiter Hand leben und das über Jahrhunderte Abgeschriebene abschreiben, sondern irgendwie spielerisch und kreativ ....und dabei dann eben offen bleiben...

    der ist für Dich:
    WIZO - Geisterfahrer - YouTube

  2. #22
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    , ich sehe nur über den damaligen Tellerrand.
    ..das werd ich mal für mich übernehmen...

    und bitte nicht aufhören mit weiter"erstnehmen und querdenken"

    LG angela
    Geändert von AngeLa (11.04.2012 um 18:18 Uhr)

  3. #23
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    Was mich so nervt ist die Betonung meiner Therapeutin, die Persönlichkeitsstörung dominiert bei mir,d.h war vor dem ADHS da. Am ADHS zweifelt sie natürlich Abgesehen davon, dass es mir total egal sein kann,letztendlich sind die Beschwerden nun mal da, hasse ich diese Rechthaberei, Therapeut sagt das, Psychiater das, ich kann mir aussuchen, habe ich beides, nur eins oder gar nichts von allem.

    Meine Idee dazu, ADHS ist für mich greifbar,das kann ich angehen mit Medikament und Verhaltenskontrolle (soweit halt möglich)-aber wie ich mich von meiner "schrecklichen Kindheit" und der Persönlichkeitsstörung befreie bzw. was ich überhaupt machen kann außer festzustellen, das meine Eltern nicht auf meine Bedürfnisse eingegangen sind,bleibt offen.

    @Erika, was du schreibst mit Lösungsansätzen,das würde mich interessieren, was du da konkret meinst?

  4. #24
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    Maj.Derrick schreibt:
    Was aber ist Narzismus denn eigentlich für ein Überlebensmodell.... Ich kenne keine Liebe, weder zu mir, noch zu anderen. Ich bin völlig beziehungslos, das macht Angst und beklemmt.
    Ja, auf Dauer ist es eben keines - zumindest für Menschen, die sich dieses Modell eben nicht zu eigen machen können (Dilettanten)

    Ich versuche es mit einem Beispiel...

    Es ist, als säße ich in einem Gefängnis, einem dunklen Loch. Ich habe es mir darin leidlich eingerichtet Ich habe Fernseher, Süßigkeiten, einen Computer, usw. . Aber immer wieder sehe ich draußen die Sonne. Bei mir im Loch ist es kühl, die Sonne verspricht Wärme. Irgendwann bin ich es Leid, im kühlen, dunklen Loch zu sitzen. Ich will in die Sonne....
    Aber wie schaffe ich das?
    Ich gehe zur Tür, versuche sie zu öffnen. Klappt nicht, also ziehe ich mich wieder enttäuscht in meine dunkle Ecke. Aber wieder sehe ich die Sonne....
    Also noch mal, vielleicht hab ich was übersehen...
    Ich gehe wieder zur Tür, rüttle diesmal stärker daran... Und siehe da, sie lässt sich öffnen! Vor Schreck gehe ich wieder zurück. Ich höre eine Stimme, die mich fragt, was willst du da draußen? Hier bist du sicher und du kennst dich aus...
    Wieder sehe ich die Sonne und möchte es nun versuchen. Ich weiß ja nun, die Tür lässt sich öffnen, also probiere ich es. Ich öffne die Tür. Draußen flimmert der Boden von der Hitze der Sonne.
    Eine warme Welle schlägt mir entgegen. Das ist mir zu viel, ich gehe wieder zurück.
    Aber an sich war die Wärme toll, Das will ich wieder.
    Ich renne nach draußen, spüre die Sonne auf der Haut, es ist ein wunderschönes Gefühl! Ich will gar nicht mehr zurück...
    Doch meine Haut ist keine Sonne gewohnt, ich verbrenne sehr schnell.
    Also wieder zurück in mein Loch, die Wunden heilen lassen....


    Der Weg in die Sonne beginnt für mich damit, dass ich erkenne, dass ich im Loch sitze und dass es draußen Sonne gibt.
    Wie ich ihn nun angehe, da hat wohl jeder seine eigenen Strategien.

    Zu schnell verursacht große Verletzungen, lässt uns lange wieder im Loch verschwinden. Wenn wir Helfer haben, bekommen wir vielleicht Schutzkleidung, Sonnencreme, Sonnenbrille....
    Damit können wir die Sonne genießen, uns daran gewöhnen. Wir werden nicht mehr so schnell verbrannt. Je nach Hauttyp werden wir nie ganz ohne Schutz raus können.
    Aber irgendwann sind wir so weit, dass wir uns weit weg von unserem Loch bewegen können.

    Ich bin weit weg, plötzlich verschwindet die Sonne, es beginnt zu stürmen. Ich erschrecke fürchterlich, was soll ich tun? Mein Loch ist viel zu weit weg....
    Da merke ich, wie schön es ist, den Wind in den Haaren zu spüren, auf meiner Haut... Ich schaffe es, mich dagegen anzulehnen.... Ich bekomme Lust, auch den Regen auf meiner Haut zu spüren, denn ich weiß, die Sonne kommt dann wieder und trocknet mich....

    Vielleicht ist das auch der Vorteil, ADHSler zu sein, ein Dilettant. Denn wir geben uns nicht damit zufrieden, in dem Loch zu bleiben. Wir möchten da raus, auch wenn wir nicht wissen wie und darüber oftmals verzweifeln, dass wir es nicht schaffen.

    @hypie1

    Ich meine die "Sonnencreme, Schutzkleidung usw." als Strategie. Oder auch nur, den "Außenaufenthalt" zu Beginn kurz halten, damit wir die Sonne genießen können, uns nicht verbrennen.
    Wenn vor dem Loch noch gefährliche Raubtiere patrouillieren, dann gilt es erst diese zu entfernen. Auch die Dinge, die uns das Loch "schmackhaft" machen, gutes Essen, Fernseher, usw. sind Hindernisse auf dem Weg in die Sonne. Ebenso "Glaubenssätze", dass die Sonne grundsätzlich schadet, Hautkrebs verursacht usw.

    Ich mag es, in der Sonne zu liegen

    LG
    Erika

    P.S. Es gibt hier sehr gute Literatur dazu, z.B. Heinz-Peter Röhr "Narzißmus - Das innere Gefängnis" oder auch Bärbel Wardetzki "Weiblicher Narzissmus - Der Hunger nach Anerkennung"
    Geändert von 1411erika (12.04.2012 um 09:14 Uhr) Grund: P.S. ergänzt

  5. #25
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    @Erika,

    auch ich bin ein großer Freund von blumigen Bildern, ich finde nur so kann man sich ausreichend gut zu gegenseitigem gerade emotionalen Verständnis vorarbeiten....und Deines gefällt mir ausgesprochen gut.

    aushol:[
    Ich arbeite viel mit Träumen, ihrer Symbolik und ihrer emotionalen Qualität. Ich glaube die Seele krempelt sich im Traum auf links und ich werde in die Lage versetzt mich im Spiegel der erträumten Symbole zu erkennen. Ich habe also gelernt mir Träume zu merken, ich hatte nämlich einen Therapeuten, der mich dafür geöffnet und aufgrund meiner Trauminhalte sehr viel gezeigt hat.
    Ich denke Träume sicher aufzulösen und für den Verstand zu "übersetzen" kommt wegen der mächtigen Verschlüsselung, Dimensionalität, Vielschichtigkeit, Vernetzheit und vieler Deutungshierachien der Traumsymbolik wohl dem Versuch gleich chinesich lernen zu wollen. Auch fließt immer die eigene Projektion mit ein, das blöde Bewusstsein und verfärbt oder trübt den Blick. Es gibt leider eh viele Scharlatane und Klugscheisser.....]


    Ich habe über lange Zeit wiederholt davon geträumt, dass ich entweder in einer Höhle oder einem Atombunker sitze, meist sehr eingeengt unbequem und natürlich allein und leider auch ohne sichtbaren Ausweg, bzw. auch ohne Motivation. Diese Träume wurden dann abgelöst von Tunnel- u. Schützengräbenträumen. Ich bin dann - zwar an der Oberfläche - sobald irgendwo die Möglichkeit bestand, abgetaucht, habe mich verschanzt, eingeigelt. Reflexartig! Leider jedesmal so unglücklich, dass ich irgendwie kopfüber feststecken blieb und mich selbst nicht befreien konnte.

    Was in uns treibt uns also raus aus dem Loch. Ist es der Schmerz der Sehnsucht nach Liebe?! Und wir mögen es uns das wie den Aufenthalt auf einer sonnigen Blumenwiese im Mai vorstellen, wie ein glückliches Gartenfest mit gutem Essen, lieben Menschen und Musik, wie extatischen verschmelzenden Sex. Wir haben uns, also ich red jetzt von mir - so unglaublich viel leidvolles angehängt, Zwänge, Neurosen, Süchte, SSV was weiß ich alles...und das alles hab ich/wir vielleicht lieber ausgehalten, als diesen tief empfundenen Schmerz der Sehnsucht nach Liebe spüren zu müssen...?
    mag ich kontrolliert, hart, zynisch, besserwisserisch, aggressiv, miesmacherisch und eben narzistisch geworden sein.... feige, müde und resigniert...mich in den hintersten Winkel der Höhle zurückgezogen haben...es gibt wohl trotzdem ein Draussen und es wird sich nicht nur lohnen dorthin zu gehen, es bleibt auch der einzige Ausweg.

    Die ersten Schritte scheinen mir übermenschliche Anstrengung zu bedeuten, ich reagiere auf Sonnenlicht traumatisiert, verängstigt und verloren. Ich schäme mich auch meiner Hässlichkeit und Minderwertigkeit, die nur im Licht sichtbar wird. Es fehlen mir Methoden und Werkzeuge, es fehlt die Kraft, die Disziplin und der Mut und dass dicke Fell. Und über allem steht der brutale Erkenntnisschmerz so lange und soweit weg von Liebe gewesen zu sein.

    Ich habe für mich immer das Bild von einem Kälbchen gebraucht, dass nach der Geburt sofort der Mutter entrissen, in einen 2m² hölzenern Verschlag gesperrt wird, der keinen Blick nach draussen frei gibt. (Das ist auf vielen Bauernhöfen die gängige Praxis) Dieses Geschöpf liegt sich wund, es bekommt Gelenkschmerzen und steht in der eigenen Scheisse. Darüber wird sicher auch sein einsamer Geist ein bisschen sonderbar. Aber kommt es von sich darauf, dass etwas nicht stimmt. Ich will sagen, es kennt es doch nur so. Die Realität ist so, seine Realität. Wenn ich diesem Geschöpf nun die Türe öffne, dann wird es nicht klarkommen. Es hat weder laufen richtig gelernt, noch kann ich erwarten dass es cool, souverän oder mit Lustgewinn und Entdeckerlust auf andere Lebewesen und Kühe, Bäume und Vögel reagiert, von der blendenden Sonne ganz zu schweigen.

  6. #26
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    Maj.Derrick schreibt:
    Was in uns treibt uns also raus aus dem Loch. Ist es der Schmerz der Sehnsucht nach Liebe?! Und wir mögen es uns das wie den Aufenthalt auf einer sonnigen Blumenwiese im Mai vorstellen, wie ein glückliches Gartenfest mit gutem Essen, lieben Menschen und Musik, wie extatischen verschmelzenden Sex. Wir haben uns, also ich red jetzt von mir - so unglaublich viel leidvolles angehängt, Zwänge, Neurosen, Süchte, SSV was weiß ich alles...und das alles hab ich/wir vielleicht lieber ausgehalten, als diesen tief empfundenen Schmerz der Sehnsucht nach Liebe spüren zu müssen...?
    mag ich kontrolliert, hart, zynisch, besserwisserisch, aggressiv, miesmacherisch und eben narzistisch geworden sein.... feige, müde und resigniert...mich in den hintersten Winkel der Höhle zurückgezogen haben...es gibt wohl trotzdem ein Draussen und es wird sich nicht nur lohnen dorthin zu gehen, es bleibt auch der einzige Ausweg.
    Ich kann die Frage nur für mich beantworten:
    Ich habe lange Zeit gar nicht gemerkt, dass ich in diesem Loch sitze. Ich habe es mir da sehr bequem eingerichtet und so allerlei "Ersatz" für die Sonne gefunden. Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass da draußen etwas anderes ist....
    Und ja, ich sehe es auch als einzigen Ausweg!

    Maj.Derrick schreibt:
    Die ersten Schritte scheinen mir übermenschliche Anstrengung zu bedeuten, ich reagiere auf Sonnenlicht traumatisiert, verängstigt und verloren. Ich schäme mich auch meiner Hässlichkeit und Minderwertigkeit, die nur im Licht sichtbar wird. Es fehlen mir Methoden und Werkzeuge, es fehlt die Kraft, die Disziplin und der Mut und dass dicke Fell. Und über allem steht der brutale Erkenntnisschmerz so lange und soweit weg von Liebe gewesen zu sein.
    Es ist ein gewagter Schritt! Und dass wir davor Angst haben, erneut verletzt und enttäuscht zu werden, das ist denke ich auch normal...

    Scham wegen Hässlichkeit und Minderwertigkeit .... auch dieses Gefühl kommt von alten Mustern! Gehört zu dieser Stimme, die uns die Sonne madig machen will....

    Den Schmerz müssen wir betrauern, denn er ist berechtigt und real. Aber wir können uns nun anders entscheiden, weil wir um die Sonne wissen....

    LG
    Erika

  7. #27
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 676

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    Mein Vorschlag :

    Visualisiert das Bild, d.h. stellt es euch vor und macht dann mal Rechts-Links-Augenbewegungen oder klopft mal abwechselnd auf den rechten und linken Oberschenkel.

    Was passiert dann ?

    Quatschen bzw schreiben ist gut, verändert aber nichts

  8. #28
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    web4health schreibt:
    Zunächst sollte man sich wieder klarmachen, dass eine Persönlichkeitsstörung eine Überlebensstrategie ist. Also zunächst hoch sinnvoll aufgrund der Beziehungserfahrungen in der Familie bzw. seinem Lebensumfeld ist.

    Das kann bei ADHSlern auch so sein, ist dann aber eher der Egozentrismus mit der Unfähigkeit zum Perspektivenwechseln. Nicht unbedingt Narzismus.

    ADHSler haben nach meiner Erfahrung wiederum das Problem, dass sie diese Strategien nicht durchhalten. Sie verfestigen sich nicht, so wie eben auch Beton abbinden muss. Das gelingt bei ADHSlern nicht dauerhaft. Sie bleiben schwammig bzw. zu weich. Oder aber es erscheinen scheinbar widersinnige Kombinationen (wie z.B. histrionisch-zwanghaft) oder narzistisch - selbstunsicher / dependent in den Diagnosen.

    Häufig wechseln dann die Strategien wie ein Chamäleon, dass sich in seinen Färbungen dem emotionalen Umfeld anpasst. Logisch, dass dies dann gegenüber einigen Leuten immer gleich aussieht. Besonders gegenüber Therapeuten.


    Deine Generalthese "ADHSler sind Universaldilettanten, die kaum eine Störung sauber hinbekommen" mal im Hinterkopf behaltend, stell ich mal eine neue These auf.

    Du verwendest Wörter wie "weich", "schwammig", vielleicht könnte man auch sagen ausweichend, schwer zu fassen.



    Also genau erklären kann ich`s auch noch nicht. Aber mir scheinen "weich", "schwammig" absolut die Folgen einer Dissoziation zu sein.

    Vielleicht ist das unmittelbare Reagieren auf den Therapeuten im klinischen Setting so etwas wie live dissoziieren.

    Mit einem Musikstück verglichen vielleicht eine Art Etüde der Dissoziation.

    Der Therapeut sitzt also vor dem Gefühlsklavier des Patienten, drückt eine Taste, schlägt eine Saite an.

    Der ADHSler reagiert weich und schwammig...

    Warum?

    Weil es meist eine unangenehme Saite ist, die der Therapaut anschlägt, genauer gesagt, eine Saite, die im Betroffenen etwas Unangenehmes auslöst, das - in unserem gemeinsam erarbeiteten Vokabular ausgedrückt - geradezu eine Einladung zur Dissoziation darstellt.

    In einer anderen Situation, als eine andere Saite zum Klingen gebracht wird, reagiert dann der Patient - Stichwort: Chamäleon - plötzlich überhaupt nicht weich und schwammig, sondern beispw. resolut und aggressiv. (Für den Therapeuten eine Einladung über Narzissmus nachzudenken?)

    Wichtig scheint mir jedenfalls die Feststellung zu sein, dass der dissoziierte Patient aufgrund seiner Dissoziation und der dissoziativen Vorgänge, die in ihm automatisch ablaufen, je nach dem welche oder wie heftig eine Saite durch den Therapeuten angeschlagen wird, auf diesen den Eindruck machen MUSS, es mit einem Menschen zu tun zu haben, der aufgrund seiner Dissoziiertheit in einen Verteidigungszustand gerät, obwohl er ja (scheinbar) gar nicht angegriffen wird.

    Was ich sagen wollte, das was vom Therapeuten im Anschluß zusammendiagnostiziert wird, scheint mir einfach eine Antwort desjenigen zu sein auf den Zustand der Dissoziation.

    Anders ausgedrückt: ADHS + Dissoziation scheint Symptome zu erzeugen, die der Therapeut, mit ADHS und/oder Dissoziation nicht vertraut, nun als narzisstisch, selbstunsicher, abhängig usw. deuten MUSS.

    Die Dissoziation scheint es also zu schaffen, alle möglichen Symptome zu generieren, die man dann unter allen möglichen Diagnosen zusammenzufassen versucht.

    Der echte Zustand scheint aber in vielen Fällen eben derjenige der Dissoziation zu sein, und die diagnostizierten unterschiedlichen Persönlichkeitsstörungen scheinen dem an- oder hinzugedichtet, aufgepfropft zu sein, den tatsächlichen Sachverhalt mithin verdüsternd statt aufhellend.

    Fazit: Vieles, was als Komorbidität zum ADHS hinzugedichtet wird, ist in Wirklichkeit (nur) Folge der Dissoziation, in vielen Fällen keine eigenständige Störung.

  9. #29
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 676

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    Richtig.

    Wobei ich gerne bildlich fassbare Begriffe wähle und weniger abstrakte Eigenschaftswörter.

    Es hat ja schon seinen Anfang in der frühen Mutter-Kind-Interaktion. Da haben die Bindungstherapeuten ja irgendwie auch Recht.

    Wenn ein Kind mit ADHS-Konstitution auf eine Mutter und / oder Vater mit ADHS und / oder Dissoziation trifft wird es spannend (im Sinne von angespannt) oder eben schwammig. Natürlich ist das "schwer zu fassen", wenn etwas so feucht und glitschig ist und nicht so recht fest werden will bzw sich festlegen will / kann.

    Das erschwert dann auch Freundschaften. Man ist vielleicht ein guter Zuhörer und wird zum emotionalen Mülleimer. Aber echte Freundschaften oder Nähe entstehen nicht. Das lässt dann auch wieder verweifeln. Die Aggregatzustände der Emotionen von weich bis fest werden eben nicht kontrollierbar bzw. einschätzbar, weil sie so stark durch die Reaktionen der Anderen abhängig sind.

    In der Therapeuten-Beziehung bildet sich das Problem wieder ab. Als Therapeut bekommt man die ADHSler schwer zu fassen. Sie werden als ausweichend oder aber widerständig erlebt. Wobei eben viele unterschiedliche Aspekte von einem Therapeutenteam wahrgenommen werden. Ählich wie bei Borderline-Patientinnen, die ein Team spalten.

    Im Gegensatz zu dieser emotional-instabilen Persönlichkeitsstörung ist aber eben die "Anregung" durch die Umwelt bzw Personen bei ADHSlern eher in einer Art "Aufweichung" zu erleben.

    Häufig haben sich gewisse "Verhärtungen" ergeben, die so wie eine feste Maske oder Mauer wirken können. Andererseits aber sofort weich wird, wenn man die richte Anregung / Schwingung gibt.

    Richtig ist, dass nun es sehr stark von der emotionalen Voraktivierung durch den Therapeuten bzw. Interaktionspartner abhängt, wie man sich als ADHSler präsentiert und damit eben auch, was ein Therapeut diagnostiziert.

    Das macht Angst und ist auf der anderen Seite natürlich auch ein Wunsch, wenn man innerhalb seiner eigenen Einsamkeit gefangen ist.

    In der Therapie heute hatte ich bei einer Anorexiepatientin das Bild eines Schneemanns, der sich als Körperwahrnehmungsstörung quasi über die normale Figur der Patientin legt.

    Würde jetzt Wärme und Nähe kommen, würde dies den Schneemann schmelzen lassen. Schön und gut. Dann wäre aber auch der Schutzmantel weg. Dann doch lieber Kälte und Eis, der den Schutzmantel erweitert aber die Einsamkeit erhöht.

    ADHSler können sich nicht so recht entscheiden, ob sie nun Hart oder weich sind, vielleicht auch beides zugleich.

  10. #30
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 53

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    *räusper*

    Sagen wir, es finden laufend Erlebnisse und Erfahrungen statt, die bedrohlich für das Überleben des "Ich" sind. Es ist einmal stark gefährdet zu 'desintegrieren', weil:

    a) eine zu brutale Herabwürdigung und Ablehnung durch das Objekt - meinetwegen die Mutter, deren wohlwohlende emotionale Wärme und Bestätigung essentiell wäre, stattfindet....oder aber

    b) es wird dem 'Ich' die ebenfalls essentielle Sicherheit genommen, eigenes Erleben und eigenes Verhalten emotional verbindlich gespiegelt zu bekommen. Damit meine ich, dass das Objekt - die Mutter stark ambivalent auf unser kleines 'Ich' reagiert, sie beispielsweise einmal aufbrausend und wütend, ein anderes Mal bemutternd, fürsorglich und ein drittes Mal überhaupt nicht reagiert.

    Unserem kleinen Menschen fehlt also entweder das Fundament sein Persönlichkeitsgebäude hochzuziehen ganz, oder er ist genötigt in stark erdbebengefährdetem Gebiet zu bauen, wobei er in diesem Fall in Konfusion gerät, weil er keine Ahnung hat, wie er Schwingungsdämpfer oder Stützen für verschiedene Gebäudeflügel anbringen soll, weil mal Längs- mal Querstöße scheinbar völlig willkürlich kommen.

    In jedem Fall ist das erlebte so bedrohlich, dass es notwendig wird emotionale und rationelle Erinnerung getrennt voneinander im Erinnerungsspeicher zu deponieren, da diese gemeinsam abgespeichert wohl eine Art 'kritische Masse' bilden würden, die explodieren könnte.

    Das ist natürlich eine bescheidene aber nötige Überlebensstrategie. Bei gesunden Menschen wird beides vereint abgelegt und wird, wie bei der Verarbeitung von Epoxidharzen als Harz und Härter gemischt abbindend, einen soliden Baustoff für ein Persönlichkeitsgebäude abgeben.
    Der gefestigte Mensch ist also entsprechend stabil, ist greifbar und eben nicht weich oder schwammig.

    Unser nichtnormale Mensch hat natürlich Probleme. Es regnet ihm nicht nur rein und jeder Windstoß bringt sein Gebäude ins Wanken, nein er hat bei neuen Erdstößen oft die Tendenz spröde, statt flexibel zu reagieren. Am Schlimmsten ist aber die Tatsache, dass er im Falle von Ausbesserungsarbeiten und notwendigen Anbauten immer mit dem Feuer spielt, da er nie weiß, wieviel von welchem Harz er mit wieviel von welchem Binder mischen muss und es daher immer zur Explosion kommen kann...so er versehentlich mal "richtig assoziert" und auf blöd das Traumafass ansticht, statt zu dissozieren...


    Ist dieses Bild begreiflich und habe ich es richtig begriffen?

    Wenn ja, wäre Heilung dadurch möglich, dass man aus dem sicheren Hafen der erwachsenen Mündigkeit heraus, entsprechend getrennt abgelegte Affekte und Erinnerungen vorsichtig dadurch entschärft, indem man sie kontrolliert hervorholt und vereint

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