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Diskutiere im Thema ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #101
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    Smile schreibt:
    @expendice

    narzissten sind sogar sehr emphatisch,
    sonst könnten sie nie so manipulativ eingreifen.
    Das erscheint mir unlogisch.
    Gerade der Mangel an Empathie ist als eines der grundelgenden Merkmale bei der Diagnose definiert.

    Hier auf die Schnelle das Zitat aus den ICD 10, entnommen den Leitlinien Persönlichkeitsstörungen, Definition u. Behandlung der AWMF Deutschland:
    "7. Mangel an Empathie; Ablehnung, Gefühle und Bedürfnisse anderer anzuerkennen oder sich mit ihnen zu identifizieren"

    Wir dürfen Beobachtungsgabe nicht mit Empathie verwechseln.
    Empathie bezeichnet die Fähigkeit, sich in andere Menschen einfühlen zu können.

    Man muss nicht empathisch sein, um Menschen zu manipulieren.
    Dazu reicht eine gewise Beobachtungsgabe.

    Ich muss nicht wissen, was unter der Motorhaube meines Autos passiert, ich muss nur wissen, dass es schneller wird, wenn ich aufs Gas trete.
    Es kann mir aber ungemein helfen, wenn ich mich mit dem, was unter der Haube passiert besser auskenne, denn dann kann ich das Gaspedal mit Rücksicht darauf einsetzen und z. B. materialschonend und benzinsparend fahren.
    Wenn ich mich also "in den Motor einfühle", dann kann ich spüren, dass es ihm nicht gut tut, wenn er in kaltem Zustand im Winter gleich mit Vollgas bombardiert wird, weil das Schmiermittel noch viel zu viskos ist, die Temperaturunterschiede innen zu Außen zu hoch sind und daher Spannungen entstehen, die den Motorblock bersten lassen können usw.
    (Ja ich weiß, Automotoren mit Menschen zu vergleichen ... soll ja nur ein Bild sein )

    Demzufolge muss ich auch nicht wissen und verstehen und fühlen, was in anderen Menschen passiert!
    Ich muss nur wissen, welchen Knopf ich drücken muss, um eine gewünschte Raktion zu erzielen.

    Dazu braucht es kein Einfühlungsvermögen.
    Im Gegenteil:
    Gerade das fehlende Einfühlungsvermögen macht dem Narzissten diese Manipulation ja erst möglich, denn er weiß in den meisten Fällen ja gar nicht, was er damit bei anderen Menschen anrichtet.
    Er fühlt nicht, was die fühlen, nimmt das gar nicht wahr.

    Das bedeutet nicht, dass er ein schlechter oder böser Mensch ist!
    Er kann sich nicht in andere einfühlen, insofern ist es für ihn ganz normal, seine Spielchen mit anderen zu spielen, denn er nimmt das so gar nicht wahr, erkennt nicht die Qual und das Leid der Anderen.
    So wie ein Farbenblinder keine Farben sieht, sieht er nicht die Gefühle anderer Menschen.
    Das ist, wohlgemerkt, eine rein sachlich und logische Betrachtung, keine Bewertung und soll keineswegs sein Handeln rechtfertigen oder abmildern, wohl aber erklären.

    Tatsächlich aber ist das meiner Meinung nach einer der Punkte, an dem sich eine narzisstische PS eines ADS'lers von der eines Normalos unterscheidet.

    Wobei die Definition der ICD hier einen gewissen Interpretationsspielraum zulässt, denn dort steht nicht "Unfähigkeit" sondern "Ablehnung", Gefühle und Bedürfnisse anderer azuerkennen ...

    Das kann auch bedeuten, dass ein ADS'ler oder ein Hochsensibler aufgrund seiner hohen Empathie diese zum Schutz seiner selbst abschottet und damit das Bild einer narz.PS zustande kommt.
    Ich halte es nicht mehr aus, also spalte ich es ab.

    Wie gesagt, Martin schrieb ja bereits, dass jede PS eine Überlebensstrategie ist.


    handkehrum glaube ich, trägt jeder ein wenig von einem narzissten in sich.
    Es wäre auch schlecht, wenn nicht.
    Eine gewisse Menge von gesundem Narzissmus muss auch in jedem von uns stecken.
    Aber eben eine gesunde Menge.

    Liebe Grüße
    Marcus

  2. #102
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    Fliegerlein schreibt:
    "7. Mangel an Empathie; Ablehnung, Gefühle und Bedürfnisse anderer anzuerkennen oder sich mit ihnen zu identifizieren"

    Marcus
    hallo marcus, genau das meine ich....! es ist ein unterschied ob ich mich nicht hineinfühlen kann oder
    es nicht zu lasse.

    so ist doch ein narzisst nicht gleich ein narzisst - per definition.
    wenn ich gefühle anderer ablehne - heisst das theoretisch ich könnte sie annehmen?
    wenn ich mich nicht mit meinen gegenüber identifizieren kann oder will?

    ich behaupte ein sehr empathischer mensch, kann wenn er denn will das umfeld sehr gut manipulieren.....
    fühlt er sich bedroht, oder weiss der gugger, könnte er dies für sich einsetzen.....

    der begriff der empathie wird auch noch different definiert:
    "Arthur Ciaramicoli unterscheidet zwischen authentischer Empathie und funktionaler Empathie. Letztere hat manipulative bzw. ausbeuterische Ziele von Werbung bis hin zu Sadismus, z. B. Missbrauch, Folter usw.."

    daher finde ich es schwierig.... ich möchte die nps nicht werten.... doch ich empfinde es als grosser unterschied,
    ob jemand mit - fühlen kann.... oder eben nicht.

    also bewusst oder unbewusst....?.... ist für mich ein riesen unterschied....

    gruss

  3. #103
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    Smile schreibt:
    wenn ich gefühle anderer ablehne - heisst das theoretisch ich könnte sie annehmen?
    wenn ich mich nicht mit meinen gegenüber identifizieren kann oder will?
    Zumindest lässt die Formulierung den Schluss grundsätzlich zu.
    Ich würde aber eher sagen, dass dahinter die Option steht, dass eine Person das kann, wenn man ihr zeigt, wie es geht.
    Das nicht zulassen von Einfühlungsvermögen kann durchaus auch auf einer tatsächlichen Unfähigkeit beruhen, so würde vermuten ist es bei Autisten.
    Wobei man klar unterscheiden muss, von welcher Art von Empathie man redet, denn auch Autisten können sehr wohl empathisch sein.

    ich behaupte ein sehr empathischer mensch, kann wenn er denn will das umfeld sehr gut manipulieren.....
    fühlt er sich bedroht, oder weiss der gugger, könnte er dies für sich einsetzen.....
    Auf jeden Fall, da bin ich ganz Deiner Meinung.
    Allerdings denke ich nicht, dass es eine zwingende Notwendigkeit ist, um Menschen zu manipulieren.

    Da würde ich eher sagen, dass ein empathischer Mensch sich bewusst für eine Manipulation anderer entscheidet, während ein Mensch mit einer PS dies sicherlich nicht bewusst tut.
    Es ist eine Schutzreaktion und die läuft unbewusst ab.
    Ziel einer Therapie ist es ja, gerade das in's Bewusstsein zu bringen.

    der begriff der empathie wird auch noch different definiert:
    "Arthur Ciaramicoli unterscheidet zwischen authentischer Empathie und funktionaler Empathie. Letztere hat manipulative bzw. ausbeuterische Ziele von Werbung bis hin zu Sadismus, z. B. Missbrauch, Folter usw.."
    Auch sehr interessant.
    Darüber lese ich mir gerne noch mehr an.

    Ich wüsste noch eine weitere Unterscheidung, die ebenfalls sehr elemtar ist:
    Die Unterscheidung zwischen kognitiver und affektiver Empathie.
    Die kognitive Empathie bezeichnet den bewussten Vorgang, sich in das Denken und Fühlen einfühlen zu können, während die affektive Empathie die ist, die man empfindet, wenn man gerade aktuell einen anderen leiden sieht.
    Jemand fällt und verletzt sich und man fühlt mit.
    Wir sehen grausame Szenen im Fernsehen und werden davon ebenfalls betroffen, weinen, leiden mit.
    So etwas in der Art.

    daher finde ich es schwierig.... ich möchte die nps nicht werten.... doch ich empfinde es als grosser unterschied,
    ob jemand mit - fühlen kann.... oder eben nicht.
    Ja, sehe ich auch so.
    Auch halte ich es für sehr wichtig, dass man nicht wertet, .. aber ja, ich sehe da auch einen großen Unterschied.

    Ich denke, glaube, meine , dass es bei einem Menschen mit einer PS unbewusst ist.
    Soll heißen, ich kenne auch Narzissten, die gewiss nicht unter einer PS leiden, sondern einfach nur Arschgeigen sind
    Und bei denen bin ich mir sicher, dass es ihnen bewusst ist, denen sind andere einfach nur schnurzegal und da fehlt mir persönlich dann jegliches Verständnis...

    Liebe Grüße
    Marcus

  4. #104
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    hallo marcus

    es interessiert mich, da es auch um abgrenzung geht.
    dies auch mit dem hintergrund, immer wenn ich versucht hatte, mich zu positionieren,
    mich für mich stark zu machen ---> galt dies als egoistisch (im negativen sinne)

    so funktionierte erziehung.... damals. :-)

    man verlangt mitgefühl und mitleid.... verständnis.... aber wehe... na ja.

    so zurück, versuche ich mich zu schützen, mich abzugrenzen bin ich gezwungen
    einen teil zu blockieren, mitgefühl und mitleid zu unterdrücken.....?..... eins der marker, ein narzisst zu sein :-)

    wenn man tief in eine depression steckt, ist man gezwungen sich selbst zu schützen.
    wenn man in eine sucht steckt, ist man derart drinnen, dass man sich und die sucht schützt.

    in solch schwierigen phasen eine diagnose zu erhalten, dass man ein narzisst sei.... nach obigen
    kriterien.... ist ja dann sehr wahrscheinlich.... obwohl man vom grundwesen her anders ist. (nur im moment nicht).

    handkehrum, so glaube ich, müssen ja therapeuten und hilfssteller auch eine art persönliche grenze
    ziehen.... um sich selbst zu schützen, um helfen zu können.... eine gewisse distanz und oft, so glaube ich, dürfen
    sie mitgefühl nicht zu weit aufkommen lassen ---> narzisstische züge?

    ich bin immer noch der meinung, dass ein wahrer narzisst es nicht nötig hat sich hilfe zu suchen,
    da er unter seinem verhalten ja nicht leiden kann...... so sollte es meiner meinung nach eine unterscheidung
    zwischen diesen geben. (meine meinung)

    p.s. unbehandelte adhs - kann mürrisch machen - irgendwann geht einem die umgebung.... auf gut deutsch...
    so auf den sack.... dass man sich zurückzieht.... und narzisstisch auftritt.... die schuld nach aussen sucht.... das umfeld
    für alles verantwortlich macht.... selbst hat man immer recht.... pessimistisch, alle wollen einem was böses... da man immer
    wieder scheitert..... in selbstmitleid zerfliesst und dies auch von der umgebung bedingungslos erwartet....w
    wie kann und soll das umfeld darauf reagieren? den weg zur nps-diagnose - ich weiss nicht.....
    doch das umfeld muss sich auch schützen, und kann, meiner meinung nach ohne persönliche abgrenzung
    nicht helfen. (ähnlich wie ko-abhängigkeit)

    lg
    Geändert von Smile (16.08.2012 um 12:16 Uhr)

  5. #105
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    Hallo Smile,

    (EDIT: Warnung vorab, ... ist mal wieder etwas länger geworden, ... hoffentlich hast 'nen Snickers zur Hand )

    Smile schreibt:
    es interessiert mich, da es auch um abgrenzung geht.
    dies auch mit dem hintergrund, immer wenn ich versucht hatte, mich zu positionieren,
    mich für mich stark zu machen ---> galt dies als egoistisch (im negativen sinne)
    Finde ich interessant, weil der erste Gedanke, als ich das gelesen habe der war, dass Dein Gegenüber möglicherweise selber ein ziemliches Selbstwertproblem haben könnte, denn wenn man kategorisch versucht, andere klein zu halten, deutet das zumindest darauf hin.
    Wenn jemand in der Umgebung oder Familie ist, der unbedingt die erste Geige spielen will/ muss, dann wird er nicht zulassen, wenn andere anfangen, ihren Selbstwert aufzubauen.
    Wer sich selber innerlich klein findet, der hält andere um sich herum gezielt noch kleiner, damit er eben größer wirkt.
    Das deutet für mich darauf hin, dass Du es mit Narzissten zu tun hattest.


    so zurück, versuche ich mich zu schützen, mich abzugrenzen bin ich gezwungen
    einen teil zu blockieren, mitgefühl und mitleid zu unterdrücken.....?..... eins der marker, ein narzisst zu sein :-)
    Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke, die Art des Schutzes ist entscheidend dafür, ob es eine narzisstische Ausprägung hat.

    Sich hinter einer Schutzmauer, einer Fassade zu verstecken muss ja nicht zwangsweise bedeuten, dass man sich dabei "aufbläht", also ein größeres Ego nach außen darstellt, als man selber hat.
    So kann man sich z. B. schon durch seine Kleidungswahl von anderen abgrenzen.
    Wenn die Kollegen z.B. an ihrem Arbeitsplatz üblicherweise léger gekleidet sind, Jeans/ T-Shirt einer aber meist Stoffhosen und Hemd trägt, könnte er damit sagen, dass er sich von dem rest des Teams abgrenzen will.
    Zwar steht er in der gleichen Hierachie, aber grenzt sich optisch ab, möglicherweise nicht mal durch sein Verhalten.
    Aber es kann schon sein, dass er sich, bewusst oder unbewusst, erhofft, dass die Kollegen ihm gegenüber eine gewisse Distanz halten.

    Ist das bereits narzisstisch?
    Sagt er damit, "Seht her, ich bin was Besseres"?
    Vielleicht mag er diese Art Kleidung einfach lieber, ungeachtet der Frage, ob damit ein "Stand" definiert wird.
    Oder es ist die Kleidung, die er verträgt, weil er andere Sachen nicht mag, sie nicht gerne am Körper spürt, er sich darin unwohl fühlt.

    Bei anderen wiederum sieht die Fassade anders aus, und zwar jedesmal anders.
    Ihre Fassade besteht darin, möglichst gar nicht aufzufallen.
    Wo immer sie auch sind, sie werden in der Gruppe untergehen, nicht auffallen, denn sie passen sich ihr vollkommen an.

    Würde man sie in einer Gruppe beobachten, könnte man meinen, "Wat denn, der ist doch ganz normal, völlig unauffällig"
    Steckt man ihn aber in eine andere, völlig von der ersten unterschiedliche Gruppe, würde man auch dort wieder feststellen, dass er sich sofort den anderen angepasst hat, wieder genau so wirkt, wie all die anderen.
    Und das in jeder Gruppe, egal welche es ist.
    Auch dieser Mensch versteckt sich hinter einer Fassade.
    Aber er versucht nicht, sich nach außen hin als mehr darzustellen, als er innerlich tatsächlich ist.

    wenn man tief in eine depression steckt, ist man gezwungen sich selbst zu schützen.
    wenn man in eine sucht steckt, ist man derart drinnen, dass man sich und die sucht schützt.

    in solch schwierigen phasen eine diagnose zu erhalten, dass man ein narzisst sei.... nach obigen
    kriterien.... ist ja dann sehr wahrscheinlich.... obwohl man vom grundwesen her anders ist. (nur im moment nicht).
    Würde ich auch so sehen, ja.
    Aber möglicherweise ist man es in dem Moment dann auch.
    Eine PS ist ja nichts angeborenes.
    Die Vorgeschichte erklärt die Entstehung, bildet sozusagen die Kausalkette.
    Aber am Ende steht man mit dieser PS da.

    Es würde mich allerdings sehr interessieren, ob nach abklingen der Depression, bzw. der anderen Beispiele, sich auch die PS wieder zurückbildet.

    Das widerspräche allerdings diesem Ansatz aus den Richtlinen PS:
    Leitlinien Persönlichkeitsstörungen AWMF schreibt:
    "Persönlichkeitsstörunge n zeichnen sich per definitionem durch einen relativ stabilen zeitlichen Verlauf aus. Dennoch ist der
    Ausprägungsgrad von Verhaltensauffälligkeiten eng mit situativen Lebensumständen verbunden.
    Hierdurch bedingte
    Veränderungen äußern sich in recht umschriebenen Reaktionen in den Bereichen Kognition, Affektivität, Beziehungsgestaltung und
    Impulskontrolle. Es besteht eine negative Korrelation zwischen Alter und Häufigkeit von Persönlichkeitsstörungen, d. h. die
    Prävalenz von Persönlichkeitsstörungen sinkt mit zunehmendem Alter (Johnson et al., 2000; Robins et al., 1991). Verlaufsstudien
    der letzten Jahre zeigen eine geringe Stabilität."
    Auch dürfen wir sicherlich die Grunddefinition einer PS nicht außer acht lassen:
    (ebenfalls den Leitlinien entnommen)

    Leitlinien Persönlichkeitsstörungen AWMF schreibt:
    Die Klassifikationssysteme DSM-IV und ICD-10 sprechen von einer Persönlichkeitsstörung, wenn bei einer Person bestimmte
    Verhaltens-, Gefühls- und Denkmuster vorhanden sind, die merklich von den Erwartungen der soziokulturellen Umgebung abweichen
    und sich in einem breiten Spektrum sozialer und persönlicher Situationen bemerkbar machen. Dabei sind die Persönlichkeitszüge
    überdauernd vorhanden, unflexibel und wenig angepasst und führen in klinisch bedeutsamer Weise zu Leiden oder Beeinträchtigung
    in sozialen, beruflichen oder anderen wichtigen Funktionsbereichen. Andere Konzeptionen von Persönlichkeitsstörungen umgehen
    den auch heute noch zum Teil pejorativ erlebten Störungsbegriff und sprechen von dysfunktionalen Persönlichkeits- und
    Verhaltensstilen (Schmitz et al., 2001).
    und
    Leitlinien Persönlichkeitsstörungen AWMF schreibt:
    Eine Persönlichkeitsstörung liegt dann vor, wenn ein Mensch auffällige Verhaltensweisen und Einstellungen aufweist, die ihn durch
    ihren Ausprägungsgrad und/oder ihr Zusammenspiel erheblich in seiner Zufriedenheit und im Erreichen seiner persönlichen Ziele
    einschränken oder aber, wenn er sich aufgrund dieser Eigenschaften so verhält, dass er häufig mit anderen Menschen oder mit der
    Gesellschaft in Konflikt gerät. In der Symptomatik können neben Selbstwertproblemen auch eine gestörte Affektregulation, eine
    mangelnde Impulskontrolle oder auffälliges interpersonelles Verhalten führen.
    handkehrum, so glaube ich, müssen ja therapeuten und hilfssteller auch eine art persönliche grenze
    ziehen.... um sich selbst zu schützen, um helfen zu können.... eine gewisse distanz und oft, so glaube ich, dürfen
    sie mitgefühl nicht zu weit aufkommen lassen ---> narzisstische züge?
    Nicht im Sinne der o.a. Definitionen würde ich sagen.

    ich bin immer noch der meinung, dass ein wahrer narzisst es nicht nötig hat sich hilfe zu suchen,
    da er unter seinem verhalten ja nicht leiden kann...... so sollte es meiner meinung nach eine unterscheidung
    zwischen diesen geben. (meine meinung)
    DAS sehe ich allerdings genau so!
    Die werden aber auch nicht mit dem Verdacht auf eine PS zum Arzt gehen, sondern werden irgendwann aufgrund einer Depression ausfallen, weil sie eben auch immer wieder anecken und gesteckte Ziele nicht erreichen etc. etc.
    Dann erst dürften sie wohl mit der Diagnose konfrontiert werden.

    Wobei ich an dieser Stelle noch mal betonen muss, dass ich mir das nur denke und hier nur das rein theoretische Schulbuchwissen runterleiere.
    Ok, ... in den letzten beiden Klinikaufenthalten sind mir da einige begegnet und ich habe auch von einigen die Reaktionen darauf beobachten können.


    p.s. unbehandelte adhs - kann mürrisch machen - irgendwann geht einem die umgebung.... auf gut deutsch...
    so auf den sack.... dass man sich zurückzieht.... und narzisstisch auftritt.... die schuld nach aussen sucht.... das umfeld
    für alles verantwortlich macht.... selbst hat man immer recht.... pessimistisch, alle wollen einem was böses... da man immer
    wieder scheitert..... in selbstmitleid zerfliesst und dies auch von der umgebung bedingungslos erwartet....w
    wie kann und soll das umfeld darauf reagieren? den weg zur nps-diagnose - ich weiss nicht.....
    doch das umfeld muss sich auch schützen, und kann, meiner meinung nach ohne persönliche abgrenzung
    nicht helfen. (ähnlich wie ko-abhängigkeit)
    Sehe ich auch so.
    Auch wenn ich es nicht besser weiß, so vermute ich doch, dass es Unterschiede zwischen den PS gibt, wenn sie auf der Grundlage einer ADS entstehen oder eben nicht.
    Kann ich aber na klar auch nur vermuten.
    Ist ein wenig meine Beobachtung, mehr aber auch nicht.

    LG
    Marcus
    Geändert von Fliegerlein (16.08.2012 um 13:22 Uhr) Grund: Längenwarnung eingefügt ;)

  6. #106
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    Meine erstdiagnostizierende Kinderärztin hat immer gesagt, als sie gesehen hat, dass ich mehrmals mit Narzisstischer Persönlichkeitsstörung vordiagnostiziert war, das sei Papperlappap, ein ADHS ohne Narzissmus oder narzisstische Züge gebe es gar nicht. Und ob mir noch nicht aufgefallen sei, dass diese ADHSler IMMER ALLES besser wissen?

    Ich bin geneigt, ihr zuzustimmen.

  7. #107
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 62

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    Jeder Mensch hat narzistische Züge, sonst könnte er nicht überleben.

    Dazu mal folgendes:

    Narzisten im Krankheitsbildsinne fühlen sich innerlich schwach und versuchen krankhaft Ihrer Ausenwelt das gegenteil zu beweisen.

    Borderliner fühlen sich von innen grandios und veruchen sich nach außen Krankhaft klein und immitieren Emphatie um aufmerksamkeit zu bekommen. Ähnlich wie narzisten Emphatie imjmitieren.

    Beide Personengruppen sind arg auf sich selbst bestimmt. Versuchen aber sozial um sozialen Status zu kämpfen.

    ADHS'ler sind eigentlich sehr emphatisch und achten ebenfalls gut bei anderen anzukommen, aber nicht um Ihrer Selbst willen, also anders als Borderliner und Narzisten, sondern um anderen etwas gutes zu tun.

    Dann gibt es ADHSler die sich nicht so aktzeptieren und sich narzistische Wesenszüge anzutrainieren indem sie ins gegenteil verfallen und wie oben jemand erwähnte besonders auf sich fixiert zu sein. Das macht sie zu einem erlernten Narzisten. Ist aber bald noch kränker als Narzist im Krankenbildsinne zu sein.

    Ausgeglichenheit ist wichtig. Sich als ADSler zu aktzeptieren, weiterhin stärken wie die Emphatie nutzen. Froh sein ADHS zu haben und sich aber dennoch gesund abgrenzen.

    Tipp: Einen Zettel machen, aufschreiben welche Eigenschaften man niemals will und welche man unbedingt ausbauen will. Aber niemals versuchen ein anderer Mensch zu werden.

  8. #108
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    expedice schreibt:
    Borderliner fühlen sich von innen grandios und veruchen sich nach außen Krankhaft klein und immitieren Emphatie um aufmerksamkeit zu bekommen. Ähnlich wie narzisten Emphatie imjmitieren.
    Passt das nicht besser oder auch zu der histrionischen PS?


    Sich als ADSler zu aktzeptieren, weiterhin stärken wie die Emphatie nutzen. Froh sein ADHS zu haben und sich aber dennoch gesund abgrenzen.
    Also...:
    Sich als ADS'ler zu akzetpieren: JA
    Froh sein, ADS zu haben? Never ever.
    Warum sollte ich froh darüber sein, eine Störung zu haben, die mich schon mein Leben lang behindert?

    Es akzeptieren: Ok, ... das ist wichtig und notwendig.
    Froh darüber sein ... dazu sehe ich keinen einzigen Grund und das hat IMHO nichts mit Akzeptanz zu tun, eher mit Selbstbetrug.

    http://www.youtube.com/watch?v=4xpEBE9VDWw

  9. #109
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    Da man immer nur ein Video pro Posting einfügen kann; dieses gehört noch zu obigem Posting:

    http://www.youtube.com/watch?v=qguNB4b36Vo

  10. #110
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADS / ADHS und Narzissmus / Narzisstische Persönlichkeitsstörung

    Ich denke die echte Narzisstische Persönlichkeitsstörung, also wo agiert wird ohne Rücksicht auf die Gefühle andere zu nehmen, findet sich eher bei den Kollegen, die in der Forensik oder im Knast einsitzen, wo der Anteil der (unerkannten) ADHSler ja erheblich höher ist als in der Normalbevölkerung.

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