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Diskutiere im Thema MP, Diss oder einfach nur bekloppt? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 96

    MP, Diss oder einfach nur bekloppt?

    Hallo in die Runde. Ich bin seid gestern etwas durcheinander und wei√ü grad nicht weiter. Ausgangspunkt war ein Thread hier im Forum bei dem es um Gef√ľhlsvulkane geht usw. Ich habe dort mein Erleben solcher "Gef√ľhlsvulkane" beschrieben. Ich setze euch den Inhalt meines Beitrages hier rein damit ihr wisst was ich meine. Bitte lasst einen gutgemeinten Vorschlag wie zb geh zum Therapeuten, es klappt nicht. Unten erkl√§re ich auch gerne weshalb. Hier also die beiden Texte:

    Ich weiß nicht ob ihr dass vielleicht kennt. Aber bei mir ist es mal
    so dass ich komplett ausraste, dann gehen auch schonmal Sachen kaputt.
    Was mir aber manchmal mehr Sorgen macht, wenn ich dann wieder klar bin
    ( um es mal so auszudr√ľcken) ist die Tatsache, dass ich mich in
    verschiedenen Situationen in böse Gedanken reinsteigere. Ich will
    jetzt hier nicht ins Detail gehen, denn dann w√ľrde ich wohl direkt
    eingewiesen werden. Aber mir gehen dann Bilder vorm geistigen Auge ab,
    die an Detailreiche nicht zu √ľbertreffen sind. Und dass sind sicher
    keine Kuschelgedanken, ganz im Gegenteil. Mir kommt es, wenn ich
    wieder normal denke, so vor, als w√ľrde jemand anderes das Denken in
    den Momenten f√ľr mich √ľbernehmen, denn eigentlich bin ich alles andere
    als aggressiv oder gewaltätig. Auch das zerstören von Gegenständen-
    meistens bin ich danach wie so eine Art verwirrt √ľber mich selbst. Es
    sind Momente wo ich eingeengt werde, mit dem R√ľcken zur Wand stehe
    oder ich Situationen nicht kontrollieren kann bzw. ich das Gef√ľhl habe
    sie nicht kontrollieren zu können. Es sind manchmal aber auch nur
    irgendwie Schl√ľsselreize, die bewirken dass ich dann nicht denke wie
    sonst, ne Musik oder einfach eine Situation. Ein Beispiel. Ich saß mal
    in Haft. Mein Zellenkollege,es war fr√ľher abend- lag in seinem Bett
    und schnarchte ganz leise. Ich lag oben und mit einmal liefen mir
    wieder Bilder ab. Ich stellte mir vor ihm mit einer Rasierklinge die
    Kopfhaut abzuziehen, ihn vorher allerdings in die ewigen Jagdgr√ľnde zu
    schicken. Allein diese Kette an Bildern, auf welche Art, was kann
    schiefgehen, die Art sich dabei zu bewegen, was kann kaputtgehen usw
    usf. Im nachhinein macht es mir Angst, wenn ich mich aber in einer
    solchen Situation befinde wirkt es eher entspannend. Ich bin dann auch
    aus dem Bett rausgegangen und nach unten zu ihm gegangen und hab ihn
    angesehen und weiter √ľberlegt. Er wachte dann auf und irgendwie wurde
    dann die Kette der Bilder unterbrochen.

    Keine Ahnung wie ich es erklären soll, nd bitte auch nicht falsch
    verstehen. Ich kanns ja selbst nicht richtig einordnen. Gehts noch
    jemandem so?

    Und diesen hier:

    Naja, es ist ja nicht so dass ich in meinem Leben noch keinen
    Psychiater kennengelernt habe-mehr als genug. Da habe ich aber direkt
    mein nächstes Problem. Ich gehe mit einem ernst gemeinten Ansatz hin,
    aber wenn ich dann da sitze ist es f√ľr mich so als wenn dass dann auch
    wieder ein Moment ist in dem ich nicht selbst rede. Mein inneres ruft
    eigentlich danach zu sagen was ist, aber gesagt wird was anderes. Ich
    geh dann da raus und es geht nicht lang dann weiß ich wieder dass ich
    nicht gesagt habe was ist. Keine Ahnung, scheint komplizierter zu
    sein. Wenn dann zum Beispiel Fragen zu bestimmten Sachen komme, wie
    sich eine bestimmte Situation verhalten hat, ist es so dass bei mir
    direkt wieder ein Kopfkino beginnt in dem sich die Situation abspielt,
    aber nicht so wie sie war, sondern ganz anders. Aber eben auch wieder
    sehr Detailreich und oft verbunden mit verschiedenen Personen, wer was
    gesagt und in dem Moment gemacht hat. Und dann fang ich an diese
    Situation zu schildern. Komischerweise ist dann immer alles passend
    und plausibel wenn ich dann erzähle. Ich muss dann immer aufpassen
    dass ich nicht selbst an das glaube was ich erzähle. Wenig später ist
    mir dann auch klar dass etwas wieder nicht sauber gelaufen ist, aber
    ich kanns halt nicht kontrollieren, es passiert dann einfach. Und ich
    bin jemand der nicht l√ľgen kann, wenn was ist und ich hab irgendwie
    Mist gemacht dann sag ichs auch. Aber es gibt Situationen in denen
    dann komplexe Geschichten von mir wiedergegeben werden die √ľberhaupt
    nicht stimmen. Ich fahr in solchen Situationen im Kopf eine Schiene
    die ich selbst nicht wieder verlassen kann. Im nachhinein weiß ich
    aber das es nicht richtig war und versuche auch zu retten was zu
    retten ist. Ach ich hab keine Ahnung. Und der Moment in dem ich Dinge
    erzähle ( komischerweise sind sie wirklich alle plausibel,
    nachvollziehbar und man glaubt mir) ist der selbe Moment
    (gef√ľhlsm√§√üig) wie der wenn ich solch Aggrobilder sehe. Alles in allem
    ist es recht anstrengend und kostet total viel Kraft. Nach solchen
    Gesprächen bin ich meist völlig ausgepowert.

    So, das sind die beiden Texte. Komischerweise ist es so, dass ich √ľber alles schreiben kann, wie ich ticke, wo Deffizite sind usw. Aber wenn ich mit jemandem spreche, ist es als w√§r ich fremdgesteuert und jemand anders √ľbernimmt mein handeln und Denken. Ich kriege die Situationen voll mit, kann aber nichts machen m sie zu verhindern, es ist als w√ľrde es einfach automatisiert weiterlaufen. Ich habe mich noch nie damit auseinandergesetzt, bis gestern abend und den dann folgenden Chat mit einem lieben User hier. Und pl√∂tzlich sitzt man da und es fallen einem zig Dnge ein, die auff√§llig sind. So vorgestern zum Beispiel. Ich hatte Besuch, schaute mit einem Freund einen Film. Ich stand auf, ging in die K√ľche und fing an Kl√∂√üe zu kochen, um 22 Uhr wohlgemerkt. Ich legte sie ins Wasser zum aufquellen, machte den Herd an um 5 Minuten wieder hin zu gehen und den Herd abzuschalten und sie einfach liegen zu lassen. Das Beispiel mit meinem Mith√§ftling im Text ist eigentlich noch harmlos. Es ist ja nichts passiert. Vor 16 Jahren allerdings war es so dass etwas passiert ist. Es war abends und ich merkte dass es in mir wieder einen Schalter umgelegt hat. Ich wu√üte die ganze Zeit dass es nicht recht ist und wollte es auch nicht machen, aber zum Schlu√ü stand ein mehrst√∂ckiges Haus in Flammen, sehr viele Menschen verloren ihre Wohnung. Ich habe bei der Polizei damals sofort gestanden, bin sogar noch ins Haus gelaufen und habe Leute rausgeklingelt und rausgeholt. Wenn ich diese Aggrobilder vor mir habe, diese Filme ablaufen, oder ich dann wie gesteuert bin, ich also nicht antworte was ich antworten will kriege ich das voll mit, innerlich wehre ich mich ja. Deswegen denke ich dass es doch eigentlich nicht MP sein kann, dann kriegt man es doch nicht mit-oder? Dass sind dann auch Momente in denen ich mit mir selbst rede.

    Jetzt kommt von euch sicher, geh zum Doc. War ich schon ganz oft. Das komische ist, ich kann √ľber alles schreiben. Ich kann mit Buchstaben alles be- und umschreiben. Es ist beim schreiben so, als w√ľrde mir da nichts reinpfuschen k√∂nnen. Es kann dann einfach nur die Wahrheit raus. Im pers√∂nlichen Gespr√§ch klappt dass dann nicht mehr, da ist es so als w√ľrde automatisch umgeschaltet.

    Ich meine, die Diskussion gestern hat mir schon irgendwie geholfen einige Dinge anders zu sehen, aber es macht eben auch Angst. Denn mit dem Wissen darum, dass es ja so sein könnte, kommt die Angst dass da etwas ist, was ausbrechen kann und dann Sachen macht die ich nicht will.

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: MP, Diss oder einfach nur bekloppt?

    Hm, teilweise kann ich das nachvollziehen.

    Also ich erzähle auch Dinge, die nicht so waren bzw. sind, wie ich sie erzähle. Ich könnte sie auch so erzählen, wie sie richtig sind, da ist nix schlimmes dabei. Aber das mache ich komischerweise nicht.
    Ich f√ľhre das bei mir auf meine Kindheit zur√ľck, weil ich dort diverse Familiengeheimnisse nicht erz√§hlen durfte und deshalb andere Geschichten erz√§hlen oder erfinden musste. Au√üerdem habe ich meiner Familie viele Dinge nicht erz√§hlt, weil ich entweder nicht wusste, wie sie reagieren w√ľrden, insbesondere meine Eltern, oder weil ich genau wusste, dass die Reaktion sehr negativ ausfallen w√ľrde. Dar√ľberhinaus haben gewisse Familienmitglieder Dinge, die mich betrafen, der halben Welt erz√§hlt. Privatsph√§re gab es kaum eine.

    Aufschreiben kann ich das alles. Aber aussprechen geht nicht. Auch nicht in einer Therapie.
    Ich denke, ich bin mittlerweile so aufs Geheimhalten und Geschichten erzählen getrimmt, dass es mimr schwer fällt, da wieder rauszukommen.
    Seit ich das weiß, kann ich aber Freunden zumindest aktuelle Probleme von mir mir erzählen, ohne sie zu verheimlichen oder was zu erfinden. Das geht aber nur bei einigen wenigen Menschen.

    Dein Thread und deine Beitr√§ge haben mir sehr geholfen. Mir war n√§mlich irgendwie √ľberhaupt nicht so bewusst, wie krass das ist.

    Ich habe bei mir in den letzten Wochen gemerkt, dass in der Kindheit gewisse Dinge passiert sind, die mich quasi in diese Schiene gedrängt haben und jetzt kann ich diese Schiene nur schwer verlassen.
    Ich kann mich nur schwer an diese Dinge in der Kindheit erinnern und eigentlich will ich es auch nicht. Aber anders komme ich aus dieser Schiene auch nicht raus.

    Meine letzte Therapie ist daran gescheitert, dass ich nicht reden konnte.
    Ich w√ľrde gerne mal mit Jemandem vom Fach dar√ľber sprechen. Aber das geht so nicht. Bl√∂de Situation.

    Was bei mir ganz gut funktioniert, ist das Schreiben.
    Bei mir hat sich das so ergeben, dass sich die einzelnen Rollen/Pers√∂nlichkeiten in mir (ich bin keine MP) Briefe schreibe, oder die schreiben sich untereinander Briefe. Klingt durchgeknallt, ist es wohl auch. Aber es hilft. Ich kriege erst √ľber diese Hilfspersonen einen Zugang zu mir.
    Nur merke ich, dass mich das ab und an an den Rand meiner Kraft bringt und sehr emotional ist, diese ganzen Kindheitserinnerungen. Und ich weiß nicht, wie lange ich das so alleine noch durchstehen kann.

    Kannst du dich vielleicht erinnern, ann das in deinem Leben angefangen hat?

    So, eigentlich kann ich dir gar keinen Rat geben. Außer vielleicht, dass dir Schreiben helfen könnte.
    Ein Therapeut wäre sinnvoll, das weißt du. Ich weiß es bei mir auch. Aber wir bräuchten einen Therapeuten, der sich auf der gleichen duchgeknallten Ebene bewegt wie wir. Jemand, der mitkriegt, wie wir sind und wer wir sind. Wenn es so einen gäbe, dann könnten wir zu dem gehen. Aber so...?
    Keine Ahnung.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 172

    AW: MP, Diss oder einfach nur bekloppt?

    Wenn man vor einer Wand steht und nicht hindurchkommt, k√∂nnte man √ľber andere Wege nachdenken. Oder davor stehen bleiben und der Mauer die Schuld geben das man nicht weiter kommt.

    Bitte nicht missverstehen, ich kann die beschriebenen Probleme ziemlich gut nachf√ľhlen, denn ich konnte auch jahrelang nur schreiben aber nichts von den wichtigen Dingen aussprechen. Trotzdem bin ich jahrelang zum Therapeuten gegangen. Denn erst wenn man sich an jemanden gew√∂hnt, Vertrauen aufbaut und der eigenen Mauer immer wieder klar macht, dass man sie weg haben will, f√§ngt das was sich da in einem blockiert an in Bewegung zu kommen!
    Es gibt nicht nur diese Mauer, es gibt auch ganz viele kleine Alltagsprobleme. Die kann man dem Therapeuten auch so nach und nach erzählen. Sich dadurch entlasten, sich ganz langsam greifbarer und begreifbarer machen.

    Wenn man jemandem etwas nicht sagen kann, aber es aufschreiben kann, warum dann nicht genau das auch tun? Die Blockade wird damit umgangen und je √∂fter man auf die Art "geh√∂rt" wird, desto mehr kann man dadurch dann auch f√ľr sich selbst begreifen.

    Ich denke derart massive Blockaden gehören in therapeutische Behandlung. Zu einer guten Therapie gehören mindestens zwei Leute die sich aktiv einbringen. Ist der Therapeut nicht der Richtige, sucht man sich einen den man als richtiger empfindet!
    Man muss wollen! F√ľhlt sich schwer an, nervt wie sau manchmal, ist frustrierend und immer mal wieder mit R√ľckschl√§gen verbunden, ich wei√ü, hab ich alles durch. Aber aufzugeben macht dich zu deinem eigenen schlimmsten Feind, denn allein durch √§u√üere Umst√§nde wird sich das Problem nicht l√∂sen lassen.

    Dass du hier dar√ľber schreibst zeigt - in meinen Augen - das du nicht aufgeben willst. Du willst einen Weg finden diese Problem zu l√∂sen. Ich dr√ľck die Daumen f√ľr den n√§chsten Anlauf!
    Geändert von Lilith (11.04.2012 um 13:08 Uhr) Grund: sorry, Tippgicht

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: MP, Diss oder einfach nur bekloppt?

    Hi Lilith,

    Damit triffst du einen der Punkte sehr gut.

    Klar, man muss das auch wollen. Denn wenn man nicht mit dem Therapeuten reden will, dann klappt das auch nicht.
    Und dazu geh√∂rt dann nat√ľrlich auch, dass man daran arbeitet, die Blockaden wegzubekommen.

    Ich hatte in meiner Therapie das Problem, dass mir gar nicht bewusst war, dass ich da eine Blockade habe. Ich wusste nicht, warum ich manchmal einfach irgendwas erzähle, was teilweise nichtmal stimmte.
    Und ich wusste auch nicht, warum es mir damals fast unm√∂glich war, √ľberhaupt zu reden, was zu erz√§hlen. Und vor allem Jemandem zu vertrauen.

    Meiner Therapeutin habe ich versucht, das zu erklären. Sie meinte dazu nur, ohne Vertrauen könne eine Therapie nicht funktionieren. Sie hat mein Schweigen, mein Stottern als Therapieverweigerung gedeutet.

    Meine Psychiaterin hat mich gefragt, wer mich denn zu ihr geschickt hat. Sie konnte nicht glauben, dass ich freiwillig da bin. Sie dachte, ich wurde dazu gewzungen. Ja, letzten Endes habe ich mich selber dazu gezwungen, weil ich aus diesem Teufelskreis rauswollte. Auch die √Ąrztin deutet meine Schwierigkeiten als Verweigerung.

    Da steht man dann als Betroffener bl√∂d da. Wenn n√§mlich das Problem, wegen dem man die Therapie macht, mangelndes Vertrauen in andere Personen ist und die Unf√§higkeit √ľber Gef√ľhle und intime Dinge zu sprechen, eine eigentliche Therapie erschweren bzw. unm√∂glich machen, weil der Standard-Therapie-Prozess √ľber Gespr√§che abl√§uft.

    Mir war es damals nichtmal m√∂glich √ľber meine Alltagsprobleme zu sprechen. In meiner Familie hatte ich keine Probleme zu haben. Und wenn ich welche hatte, dann sollte ich die selber l√∂sen. Ich wurde ausgelacht, verspottet, blo√ügestellt, meine Probleme wurden Au√üenstehenden (Verk√§uferin im Supermarkt, Friseuse, etc. )erz√§hlt und dort breitgetreten und sich dar√ľber lustig gemacht.

    Das hier ist aber nicht mein Thread, daher möchte ich meine Probleme hier nicht erörtern.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 96
    Ich kenne es ja zu gen√ľge. Im Grunde habe ich Therapiewillen. Aber es ist dann so, dass ich mich da wie fremdgesteuert verhalte. Ich merke es ja immer wieder. Ich kriege die Situationen ja klar mit, kann aber nichts dagegen machen, obwohl meine innere Stimme ruft dass ich es anders machen soll. Ich wunder mich dass niemand was merkt. Ich komme mir in diesen Momenten dann irgendwie mechanisch vor. Jede Bewegung, Regung oder Mimik ist wohl √ľberdacht. Nichts ist spontan oder echt, selbst wenn ich dann lache ist es k√ľnstlich weil mir etwas sagt dass muss jetzt sein. Du irrst wenn du sagst dass hat mit fehlendem Vertrauen zu tun. Ich habe viel zu oft zu viel Vertrauen in Leute.

    Ein lustiges weiteres Beispiel - ich habe zwei Wochen lang Durchfall. Gehe deswegen zum Arzt. Kaum bin ich in der Praxis drin, gehe auf Toilette - ist der Durchfall weg. Wirklich, dass ist so passiert. Ich sitze dann beim Arzt und statt √ľber den Grund meines Besuchs zu reden ( den der Durchfall ist ja weg- war tats√§chlich alles sch√∂n fest wie es sein soll ;0 ) frage ich ihn irgendwelche Sachen √ľber Medikinet. Kaum bin ich dann zu Hause, hab ich wieder Durchfall. Ach vielleicht passt das auch nicht hierhin.

    Ne, ich glaub dass passt wirklich nicht hierhin...

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 96
    An deinen Hinweis mit der Kindheit habe ich auch schon gedacht. Ich bin gerade dabei mir s√§mtliche Unterlagen aus allen Heimen in denen ich war zu besorgen. Denn ich habe starke Erinnerungsl√ľcken. Erinnerungen an Kindheit eigentlich ab dem Alter von 10 Jahren, dann wieder eine gro√üe L√ľcke zwischen 15 und 20 Jahre. Ich kanns also nicht mal sagen, denn da ist rein gar nichts. Okay, mit 18 hatte ich einen schweren Unfall, wurde von einem Zug angefahren, meinen damalig besten Freund hat es f√∂rmlich zerrissen. Da w√§re sicher ein Ansatz.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: √Ąrztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 470

    AW: MP, Diss oder einfach nur bekloppt?

    Zur Kindheitsaufarbeitung: Mir hat dabei geholfen, die m√∂glicherweise zu Ergebnissen f√ľhrenden Quellen immer leicht halbbewusst mit mir herumzutragen und das m√∂gliche Ziel eher so zu betrachten, wie man ein besonders scheues Tier vielleicht nur aus dem Augenwinkel anschaut.
    Beharrlich, aber mit Geduld. Hat bei mir auf diese Art ca. zwei Wochen gedauert, hatte dann aber zwei ganz dicke Klopper gefunden. Erinnere mich immer noch nicht an die Situationen selbst, aber habe die definierte Erinnerung an vorher und nachher. Und das hilft, diese Situationen theoretisch zu rekonstruieren.

    Also lass vielleicht die Unterlagen erstmal offen liegen und schau' ab und zu eher unfokussiert durch. Wenn irgend ein Satz, Wort, wasweissich Deine Aufmerksamkeit besonders fesselt, hör auf, mach 'was Anderes, aber lass es im Hintergrund weiterlaufen.
    Monotone handwerkliche Tätigkeiten oder in der Badewanne liegen & die Gedanken treiben lassen haben mich da sehr weitergebracht...

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 96
    Mir f√§llt noch eine Situation ein bei der mir so ziemlich jede Erinnerung fehlt. Es ist schon einige Jahre her, da gab es Stre√ü. Ich erinnere mich noch daran wie ich meinem Cousin die Monatsmiete auf den Tisch legte (wir hatten eine Wg) und einen Brief unter den K√ľhlschrank. Ich wei√ü was danach kam, aber nicht mehr die Einzelheiten. Ich schrieb Mails an die Polizei, teilte mit bewaffnet zu sein und dass ich vorhabe einen Polzisten zu erschie√üen. Ich hatte wohl eine Gaspistole dabei. Meine Erinnerung beginnt in dem Moment, in dem ich in eine Polizeiwache ging und dem Beamten sagte das man mich wohl suchen w√ľrde. Nachdem ich meinen Namen sagte dauerte es nicht lange bis ich fixiert am Boden lag. Ich war im Ruhrgebiet gelandet, wohnte in Baden-W√ľrtenberg. Ich wei√ü nicht wie ich dorthinbekommen bin. Habe wohl auch unter Angabe eines falschen Namens ein Hotelzimmer genommen. Dass ist auch eine Situation an die mir jede Erinnerung fehlt. An andere Sachen kann ich mich hervorragend erinnern. Aber es sind Dinge von denen ich nichts mehr wei√ü. Achja, ich war nicht betrunken oder so.

  9. #9
    F√ľhlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 671

    AW: MP, Diss oder einfach nur bekloppt?

    Meine G√ľte, das klingt heftigst. Das d√ľrfte auch verdammt schwer werden, da gute Therapeuten zu finden, oder ?

    Hast Du die Diskussion hier √ľber Dissoziation verfolgt ? Derzeit 29 bis 30 Seiten Text, die sich trotz Anstrengung zu lesen lohnen. Oder auch nur die Zusammenfassungen von Eiselein zum Thema in diesen Seiten... Siehe hier http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...tml#post220981

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 96
    Ja, hatte gestern die Seiten gelesen, nachdem ich meine Beitr√§ge beim Gef√ľhlsvulkan abgegeben hab und man mich darauf hinwies. Ach ich wei√ü auch nicht. Vielleicht sollt ich auch nicht zu viel dahinein interpretieren, ist sicher alles harmlos. Vielleicht einfach nur bl√∂de Umst√§nde gwesen oder so.

    Bei deinem Link komm ich zu irgendwas mit einem Medikament ;0

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