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Diskutiere im Thema Therapie abbrechen erlaubt? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    Therapie abbrechen erlaubt?

    Ich habe/hatte auch immer Depression und war deswegen die letzten Jahre in Behandlung.
    Seit letzten Sommer mache ich eine Tiefenpsychologische Therapie, also so mit Couchliegen zweimal die Woche. Der Therapeut hat von ADHS null Ahnung.
    Und es nervt mich schon ein halbes Jahr. Ich bin danach eher schlechter drauf als vorher und der Typ hört mir anscheinend einfach nicht richtig zu.
    Am Anfang fand ich ihn ganz gut, aber es wird schlecher, finde ich.

    Jetzt nehme ich seit einer Woche Medikinet. Habe mich endlich durchgerungen.
    Und... es geht mir viiieel besser seitdem! Also die Depression vorallem. Ist kaum noch zu spüren.

    Was sagt der Therapeut heute zu mir? "Sie können entweder ihr Leben lang Medikamente nehmen oder an ihren Problemen arbeiten."
    Dieser Hannebambel hat doch nicht die geringste Ahnung.
    Ich harmoniesüchtiges Häschen habe natürlich gesagt, ich will ja was ändern.
    Am liebsten hätte ich ihm mal erklärt, dass ich eine Stoffwechelstörung habe und allergrößter Wahrscheinlichkeit nach mein Leben lang Medikamente nehmen muss. Ist ja mit meinem Schilddrüsenzeug nicht anders. Da fehlt was und wenn man das nicht ersetzt, wird man blöd im kopf. Genau wie ADHS.


    Jedenfalls, langes Geschwafel, kurzer Sinn:

    Ich will eigentlich schon seit einer Weile die Therapie abbrechen.
    Aber ich weiß nicht wie.
    Und ich weiß nicht, ab man dann von der Krankenkasse eine Weile "gesperrt" ist. Also keine andere Therapie anfangen kann. Auch wenn es um eine andere Krankheit geht.

    Weiß jemand was dazu?

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.120

    AW: Therapie abbrechen erlaubt?

    Hej Schnuff

    so wie du das erzählst, geht es weniger um die Therapie abzubrechen, sondern, das da einfach kein Vertrauensverhältnis mehr besteht...

    da wäre es sinnvoller , für einen Therapeutenwechsel, weil dann unterbrichst du die Therapie nicht, sonst kann es sein, das erst mal 2 Jahre keine Therapie genehmigt wird ...

    und ein Wechsel, das ist auf alle Fälle erlaubt, weil wenn die Chemie nicht mehr stimmt, ist es schwierig , Therapie durchzuführen ...ist je nach dem wieviele Stunden du noch hast , für den neuen Therapeuten, vom reinarbeiten nicht so dolle, aber es ist erlaubt...
    da kannste auch mal noch nachlesen , wie vorgehen ...
    Psychotherapie machen - wie vorgehen?
    von Google gekennzeichnet - 2/2012


    Bei mir wurde auch erst auf Depressionen...behandelt ... nach dem so einiges aus und durchprobiert wurde und falsch behandelt (sagte der jetztige behandelnde Neurologe) ... hatte ich die Faxen dicke und machte mich auf die Suche nach einem Arzt der sich mit ADHS auskennt, bereue es nicht, das heißt aber nicht, das es mit Medis nehmen getan wäre...Therapie ist trotzdem notwendig, aber dieses Mal "paßt" es ...davor habe ich mich immer wie Falschgeld gefühlt, herumgereicht, weitergereicht...

    ...und das ist wirklich ein dummes Geschwätz...das wenn man Medikamente nimmt , nicht mehr an sich arbeiten muß...da sollte der Therapeut sich vielleicht mal besser informieren ... bei so einer Einstellung, da Vertrauen haben ...

  3. #3
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 473

    AW: Therapie abbrechen erlaubt?

    Tiefenpsychologie ist für ADSler ein Alptraum, da wir, im Gegensatz zu den Nicht-ADSler die Situationen richtig nochmal durchleben.
    Das Thema hatten wir schon mal in unserer Selbsthilfegruppe.

    Schöner Beitrag von Dori, würde ich auf jeden Fall durchziehen.

    So ne doofe Nuss der Therapeut

    VG von Melli und halte durch !

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    AW: Therapie abbrechen erlaubt?

    Danke erst mal für die Info.
    Ich wüsste vielleicht schon jemand anderes. Die Frau die die Diagnostik für ADHS gemacht hat, macht auch Therapie. Und die weiß wenigstens, was ADHS ist.(wenn sie mir sonst auch etwas verpeilt rüber kommt).


    Das mit den Medikamenten hast du falsch verstanden. er meinte ja nicht, dass ich nicht mehr an mir arbeiten soll. im Gegenteil, für ihn sind alle Probleme psychisch und aus der Kindheit und so. Er war blos sauer, weil ich meinte, ich merke extreme Veränderungen durch das Medikament. Sowas will er ja nicht hören. Die Gefühle sind nicht chemisch erzeugt, sonst könne ich ja lebenslang Medikamente nehmen und alles wäre gut. Meinte er.
    Falls das jetzt irgenwie verständlich ist? Ich bin grad konfus.
    Das ist auch so was.
    Nach einer Sitzung bin ich den ganzen tag nicht zu gebrauchen. Und die Stunde (mit Hin und Rückfahrt mit bus sinds sogar 2!) fehlt mir schon im Lernen. Und dann den ganzen Tag neber mir stehen...
    ich heul mich schon bei meinem Mann aus "Mein Therapeut versteht mich nicht!"

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.649

    AW: Therapie abbrechen erlaubt?

    Hallo Schnuff,

    meine Erfahrung ist, egal welche Richtung der Therapeut vertritt; er muss einen mit dem ADHS annehmen und wenn das nicht der Fall ist (und das lese ich klar bei dir raus) dann bringt es nichts weiterzumachen.

    Dabei geht es nicht darum,dass tiefenpsychologisch bei ADHS nicht angebracht ist (vgl. auch Krause, ADHS im Erwachsenenalter). Mir hat das eine Menge gebrcht, um all das was früher schiefgelaufen ist mit den unerkannten unbewältigten Symptomen aufzuarbeiten. Systemische u. verhaltenstherapeutische Methoden haben mir ebenfalls genutzt.

    Wenn du dich nicht verstanden fühlst (auch was die Medikamenteneinnahme angeht) dann taugt er nichts. Damit meine ich nicht,dass man mal schlecht drauf ist nach einer Sitzung weil man provoziert wurde oder eine harte Erkenntnis erlangt hat. Aber da gibt es einen Unterschied und warum dann lange quälen.

    Ruf doch die KK mal an, ob du die Stunden die noch ausstehen bei wem anders fortsezten kannst,vllt, kannst du das dann bei der Frau fortsetzen.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 135

    AW: Therapie abbrechen erlaubt?

    Hallo Schnuff,

    aus privaten Gesprächen mit Psychologen habe ich erfahren, dass die sogenannte
    tiefenpsychologische Behandlung, bzw Psychoanalyse mehr oder weniger ein Relikt
    aus früheren Zeiten ist, und, empirisch nachgewiesen, nur eine geringe Erfolgsquote
    hat.
    ADS ist keine psychische Erkrankung oder Störung, sondern eine Veranlagung, die
    sich leider nicht mit den Anforderungen unserer "modernen" Anpassungs- und Leistungs-
    gesellschaft verträgt.
    Die behandlungsbedürftigen Probleme ergeben sich aus diesem "Anderssein", so zum
    Beispiel Depressionen oder Ängste.
    Diese Komorbitäten lassen sich wesentlich besser mit Verhaltens- oder Gesprächs-
    therapien behandeln als mit endlosen Psychoanalysen.
    Da außerdem noch das Verhältnis zu Deinem Therapeuten nicht das beste ist, würde
    ich Dir raten, die Therapie abzubrechen und die Zeit sinnvoller zu verbringen.

    Alles Gute für Dich
    deroptimist

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.120

    AW: Therapie abbrechen erlaubt?

    @theBee


    theBee schreibt:
    Ich hab zwar mal wieder nur den Threadstart gelesen Aber mehr ist gerade nicht drin



    Mir fällt dazu nur ein: warum immer dieses Therapieabbrechen? Was soll der Quatsch? In jeder Thera gibt es Tiefpunkte!

    Denk da vielleicht mal drüber nach. Denn es gibt genug Leute die auf einen Therapieplatz warten müssen bis sie schwarz werden.


    Liebe Grüße

    theBee


    find ich voll daneben , was du da schreibst, erst nur anlesen, aber Kommentar abgeben...so das mußte sein....

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 52

    AW: Therapie abbrechen erlaubt?

    Hallo schnuff,

    Da du dich zu deiner Vorgeschichte und was zu deinen Depressionen geführt hat nicht weiter ausgelassen hast nur mal folgenden Gedanken. Die Psychoanalyse ist nicht wie oben von einem Diskutanten behauptet ein Relikt. Sie hat ihren Platz in der Bewältigung von Traumata. Falls möglicherweise ein solches deinen Depressionen mit zu Grunde liegt, wäre sie schon der richtige Weg, dieses an zu gehen. Aber bei einem Therapeuten der sich mit deinen ADHS typischen Besonderheiten nicht auskennt, würde ich das nicht angehen wollen.

    Etwas anderes ist es nat. was die Depression in Folge der ADHS-Verhaltensweisen angeht, da ist die Verhaltenstherapie wohl eher angesagt. Wenn in deinem Falle keine tief verschütteten Traumata vorliegen, dann wäre meiner Meinung nach ein Therapeutenwechsel angesagt. Wobei du nach mehr als 5 Sitzungen diesen nicht ohne Kassengenehmigung wechseln kannst.

  9. #9
    Neues vorgestelltes Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 473

    AW: Therapie abbrechen erlaubt?

    theBee schreibt:

    ....Und dein Therapeut hat nicht die Aufgabe dein Freund zu werden sondern dir auch mal etwas zu sagen, was du sch**** findest. Ja, es ist sogar seine verd****** Pflicht dir genau das zu sagen! Er hat von ADHS keine Ahnung? Ja ist das dein einziges Problem?
    ...
    ...vielleicht nicht das einzige Problem, doch aber mit das schwergewichtigste.
    Es gibt doch nicht schlimmeres, als sich in einer Therapie nicht ernst genommen zu fühlen. Gerade die ADS ist es doch, die uns überall im Leben Füsschen setzt!
    Meine Therapie habe ich nach 2,5 Jahren letzte Woche erfolgreich beendet und sehe meine ADS nun als "Feature" an, dass die anderen nun mal nicht haben. Es ist oft nicht einfach, aber es ist zu schaffen!
    Danke an meine Therapeutin, die mir geholfen hat, diese Ansicht anzunehmen.

    Glaub mir, bee, schnuff denkt da ganz viel drüber nach!

    Liebe Grüße von Melli

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    AW: Therapie abbrechen erlaubt?

    Danke the Bee für deine ausführrliche Antwort.

    Im allgemeinen finde ich auch, dass du recht hast. Natürlich muss man selbst in der Therapie was einbringen.
    Aber ich versuche es ja schon über ein halbes Jahr, und es ist auch nicht meine erste Therapie.

    Ausserdem möchte ich nicht völlig abbrechen, ich sehe schon noch Bedarf. Aber ein Wechsel, wie er von anderen vorgeschlagen wurde, wäre glaube ich hilfreicher.

    Nunwill ich nochmal die Problempunkte erläutern, falls es jemand wissen will.

    -Ich kann mich nicht entspannen. Ich habe es versucht, wirklich. Aber ich werde nicht locker.

    -Ich habe das Gefühl, der Therapeut hört mir einfach nicht zu. Dazu habe ich Belege, wie zB dass er ständig die gleichen Sachen nachfragt, die ich schon mehrfach erwähnt hatte. (Ich rede ständig über meine Prüfungen, er fragt immer wieder "welche Prüfungen? Was studieren sie? was machen sie jetzt?". Oder ich habe bestimmt dreimal erwähnt, dass ich ADHS habe, bevor er es gepeilt hatte)

    - er sagt zwar, ich könne über alles reden, aber wenn ich dann sage, was mir durch den Kopf geht, versteht er nicht, wovon ich rede oder ist gereitzt. "Das ist mir zu allgemein! Was ist denn ihr Problem?"
    - er gibt oft keine Antwort (ich soll ja reden, nicht er) und
    -er ist unzuverlässig. Er hat einfach vergessen, mir zu sagen, dass er nicht da ist. Aber ich bin immer pünktlich (naja, einmal hatte der Bus Verspätung, da konnte ich ja nichts dafür).

    -und letzter, nicht so schwerwiegend, aber doch für mich bemerkenswert. Er ist fast immer der letzte der mich reinruft (ist gemeinschaftspraxis) und ich bin der erste, der geht (nach 45 Minuten, die anderen haben 50 Minuten).


    Alles in allem fühle ich mich einfach nicht wohl. Und das ist nun mal Vorraussetzung, um erfolgreich über seine Gefühle reden zu können.
    Ohne Vertrauen geht das nicht.

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