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Diskutiere im Thema ad(h)s und komplexe posttraumatische belastungsstörung? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #21
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 77

    AW: ad(h)s und komplexe posttraumatische belastungsstörung?

    hi leute!
    erstmal respekt für die ehrlichkeit, es gehört viel mut dazu sich so zu öffnen!
    also ich gebe mal zum besten was mir hilft:
    je mehr ich lerne mich von anderen abzugrenzen umso besser geht es mir. (man hüte sich aber vor den extremen)
    ich erkläre mir das folgendermassen: durch die traumata wurde der persönliche freiraum/ rückzugsraum- also die komfortzone verletzt bis komplett zerstört.
    es gilt also dies wieder aufzubauen.
    sehr wichtig ist natürlich ein umfeld in dem ihr euch wohl fühlt und in dem es euch gut geht, wo ihr genauso akzeptiert werdet wie ihr seid.
    denn zunächst gilt: ihr seid perfekt so wie ihr seid.
    was nicht perfekt ist sind eventuelle verhaltens und denkmuster die dem trauma zugeschrieben werden können. aber mehr als daran arbeiten kann man auch nicht. macht euch nicht verrückt! seid nicht zu hart zu euch! lasst es euch so gut gehen wie möglich. das heisst: bleibt bei euch!
    naja, wie gesagt- eine pflanze wächst auch nur gut wenn das umfeld passt- kann man denke ich schon auf den menschen umlegen.

    was sehr hilfreich ist: lebt im hier und jetzt! denn vergangenheit ist vergangen(egal wie hart sie war) und hinterlässt die spuren von ganz alleine- da müsst ihr nicht noch nachhelfen
    und was noch kommen mag- das kann sowieso niemand sagen.

    was auch hilfreich ist: das gefühl gebraucht zu werden oder etwas gut zu können- sowas tut einfach gut!
    (ACHTUNG, damit will ich nicht sagen: aha, ich setz jetzt ein paar kinder in die welt um mein eigenes leben in griff zu kriegen- nur ein übertriebenes beispiel

    es kann nur besser werden...

    ich für meinen teil halte es auch nicht für sinnvoll zu sehr in der vergangenheit (im negativen) rumzuwühlen- stattdessen versuche ich mich auf das positive zu konzentrieren(ich weiss es ist nicht leicht, manchmal sogar schier unmöglich).

    so weiss ich zum besipiel recht gut was man mit menschen nicht machen darf, worauf ich achten werde (damit sind auch subtilere dinge gemeint als schläge oder schlimme psychische gewalt).


    ich wünsche euch das beste! hoffe ich konnte helfen!

  2. #22
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 18

    AW: ad(h)s und komplexe posttraumatische belastungsstörung?

    Ich habe mal gegoogelt weil dieses Thema mich sehr interessiert und dazu dies gefunden:


    Wie verändern sich die Gehirnfunktionen bei einem Trauma?
    Eine gefährliche Situation wird zunächst in der Amygdala festgestellt; dies geschieht ganz automatisch und ohne Zutun des Großhirns. Daraufhin werden Hormone wie Glukokortikoide und Serotonin ausgeschüttet, die den Körper in Alarmbereitschaft versetzen und Energie-Reserven mobilisieren. Innerhalb des Gehirns kommt es nun zu einer folgenschweren Umschaltung des normalen Datenflusses und zu einer Umverdrahtung, die die gesamte Funktionsweise des Systems grundlegend ändert:
    Die Entscheidungsfindung durch das Großhirn wird unterbunden, indem die Verdrahtungen zwischen Amygdala und Hippokampus regelrecht unterbrochen (gekappt) werden. Große Teile der Nachrichten werden dadurch erst gar nicht an das explizite Gedächtnis weitergeleitet. Die Reaktionen auf die Gefahr werden fast ausschließlich von den impliziten Gedächtnissen gesteuert.
    Diese Unterbrechung zwischen verschiedenen Gehirnteilen wird von einigen Gehirnforschern auch Dissoziation genannt. Dissoziation bedeutet wörtlich "Scheidung" oder "Trennung"; die verschiedenen Gehirnteile stehen nun nicht mehr miteinander in vollem Kontakt und können teilweise unabhängig voneinander verschiedene Dinge tun.
    Durch diese Trennung wird vor allem die Reaktionszeit stark beschleunigt. Während das Großhirn zu einer angemessenen Bewertung einige Sekunden benötigen würde, kann eine Flucht oder Verteidigung durch die impliziten Schaltkreise sehr viel schneller organisiert werden. Die Entscheidungswege werden durch die Umverdrahtung drastisch verkürzt!
    Während dies vor Urzeiten ein deutlicher Überlebensvorteil war, kann dies bei "künstlichen" und "menschengemachten" Traumata wie Missbrauch fatale Folgen haben, allein schon wegen der relativ langen Dauer solcher Traumata.

    Wie man u.a. durch Tierversuche nachgewiesen hat, führen schwere und häufig wiederholte Traumata zu einer dauerhaften Umverdrahtung von Nervenverbindungen (insbesondere zwischen Amygdala und Hippokampus) und zu einer physiologisch nachgewiesenen Schrumpfung des Hippokampus. Der Hippokampus ist bei schwer Traumatisierten nachweisbar kleiner als bei Gesunden, und einige seiner Verbindungen zu den anderen Gehirnteilen sind teilweise unumkehrbar unterbrochen. Es ist die Region in unserem Gehirn, die über Erinnern und Vergessen entscheidet.

    Eine dauerhafte Störung des Gleichgewichts von Botenstoffen im Gehirn ist ebenfalls nachgewiesen, und zwar als kausale Folge von wiederholten Traumatisierungen!


    Ich würde mich freuen, wenn wir darüber diskutieren könnten.

  3. #23
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 362

    AW: ad(h)s und komplexe posttraumatische belastungsstörung?

    Hallo Püppi-Lotta,

    Danke für den Beitrag, auch wenn mir jetzt der Inhalt größten Teils schon bekannt war.
    Nur mit dem Satz :
    Durch diese Trennung wird vor allem die Reaktionszeit stark beschleunigt
    habe ich etwas Probleme.
    Diese Reaktionszeit macht in einer traumatisierenden Situation doch gar keinen Sinn?
    Man ist der Situation ja ausgeliefert und es besteht keine Möglichkeit für eine Flucht oder des sich entziehens.
    Persönlich kann ich auch eher berichten, dass eine Reaktion überhaupt garnicht möglich war, eher ein Erstarren und die Unfähigkeit zu selber zu agieren.
    Also schon komisch wenn es die Reaktionszeit erhöhen soll.

    LG
    Lillemoor

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 18

    AW: ad(h)s und komplexe posttraumatische belastungsstörung?

    Bei mir ist es eher wie beschrieben. Bei Stresssituation handle ich spontan und komme nicht einmal zum überlegen.
    Obwohl ich mir das wünsche und mich selber Ohrfeigen könnte.
    Während sich bei einem "normalen" Menschen noch Stück für Stück der Stress erst einmal anstaut und dieser deshalb
    über eine höhere Toleranzgrenze verfügt.

  5. #25
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 172

    AW: ad(h)s und komplexe posttraumatische belastungsstörung?

    Für mich liest sich das eher so als wäre es als Traumafolge sehr bedeutungsschwer wenn sich diese beschleunigten Reaktionszeiten dauerhaft einnisten.

    Würde bei mir jedenfalls total passen.)
    Ich habe danach sehr viel schneller auf Gefahrensituationen (insbesondere auf eingebildete Gefahren) reagiert. Nix mit Erstarren oder Flucht mehr! Gebt mir eine Messerstecherei und ich hab ich sekundenbruchteilen analysiert wer da wichtig ist, wen man wie anticken muss um die Situation zu entschärfen usw. Meinen Freunden stand bei sowas immer die Kinnlade runter weil ich weder gefährlich aussehe noch die geringste Ahnung davon habe wie ich mich körperlich verteidigen/retten könnte!

    Seit ich dabei bin das Trauma aufzulösen verlangsamt sich das übrigens! Keine Ahnung was die Hirnforschung dazu sagt, aber ich habe so ganz subjektiv die Meinung dass der Prozess nicht zwangsläufig dauerhaft sein muss, sondern durchaus eine rückläufige Entwicklung möglich ist. (Hoff ich natürlich auch, immer positiv denken )

  6. #26
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.453

    AW: ad(h)s und komplexe posttraumatische belastungsstörung?

    Hallo püppi-lotta,

    Sehr interessant was da im hirn passiert! Es erklärt auch gut wieso menschen von sich sagen dass sie durhc eine trauma nicht mehr wie vorher sind.

    Diese sehr schnelle reaktionzeit, wenn es um etwas dass mein hirn als "bedrohlich" einmal erfahren hat, ist mich bekannt... Durch therapie lässt sich schon etwas ändern, aber ich habe der eindruck, es bleibt immer eine narbe (vor allem wenn es um eine komplexe traumata ist, also eine miese situation die lange gedauert hatte). Also auch wenn ich mich besser im griff habe, ist ein teil von mich der nch neigt dazu wach zu sein, wenn "gefahr" da ist. Aber so dauernd auf der hut wie früher bin ich auch nicht mehr

    lg

  7. #27
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 129

    AW: ad(h)s und komplexe posttraumatische belastungsstörung?

    Hallo!

    Bin ja heilefroh, dass hier weiter geschrieben wird. Ich habe die Gruppe gefunden, komme aber nicht rein. Ich weiß seit 3 Wochen, dass ich komplexe PTBS habe. War auch schon mal in traumatherapie und vor Jahren wegen einem Übergriff in einer Klinik. Obwohl ich nie hinsichtlich meiner Kindheit hinterm Berg gehalten hab, waren die Therapeuten und Ärzte irgendwie nicht in der Lage, die komplexe PTBS festzustellen und so wurde ich immer hinsichtlich aktuellen PTBS behandelt. Meine Güte. Als ich dann die Erläuterungen bei Wikipedia las, ist mir alles aus dem Gesicht gefallen. Plötzlich setzten sich Puzzleteile zusammen und alles hatte einen ganz anderen Zusammenhang.
    Im Moment bin ich total erschlagen von dem allen. Sehr problematisch ist, dass dies alles kurz vor Ende der bewilligten Therapiesitzungen passiert ist. Jetzt gilt es, den Facharzt zu überzeugen, der mich eigentlich nur auf Depris behandelt hat (und Stimmungsverbessernd war kein Medikament bei mir) und dann hoffen und beten, ob ich von der Krankenkasse noch Sitzungen kriege.

    @ Lilith: Danke, dass Du weiter hier geblieben bist. Dass mit den Diagnosen empfinde ich genauso. Ich denke, es hat auch was mit dem Krankenkassensystem als solches zu tun. Niedergelassene Fachärzte brauchen sich oft nicht Mühe zu geben. Die treffen alleine Entscheidungen, wollen nicht hinterfragt werden und kriegen ja so oder so ihre Kohle. Weg des geringsten Widerstands. Engagierte Ärzte zu finden ist schwierig

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