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Diskutiere im Thema Borderlinestörung im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 396

    Borderlinestörung

    Hallo Leute, ich hab das hier schon in einem anderen Thread geschrieben, wollte aber nochmal eure Meinung im "komorbiditäten-forum" dazu hören:

    "Seit letzten Mittwoch fühle ich mich unglaublich übermäßig energievoll. Ich war von Mittwoch bis Sonntag in Bremen und habe jeden Tag gefeiert und vergleichsweise wenig Schlaf gebraucht. Gut kann auch daran liegen dass ich schon lange nicht mehr feiern war und ich den ganzen Tag über nichts großartiges gemacht habe. Am Sonntag bin ich nachts heimgekommen, nach 8 Stunden fahrt und war nicht richtig müde, mein Kollege ist gefahren! Es gibt Tage, bei denen ich nach 1,5 Stunden Autofahrt total aggressiv und am Arsch bin... Am Montag bin ich dann ins Handballtraining. Am Dienstag ins Fußballtraining und abends in die Sauna und am Mittwoch war ich Badminton spielen und es hat alles so gut geklappt. Obwohl ich Handball nicht spiele war ich einer der Besten, meine Leistung im Fußball war auch sehr gut obwohl ich nicht regelmäßig ins Training gehe, Badminton war so lala, mein Gegner war sehr gut, aber es hat erstaunlich gut geklappt. Gut ich liebe Abwechslungsreiche Sportarten und das schon immer. Auch vielleicht deswegen weil mein Arbeitsgedächtnis so schlecht ist und ich nachdem ich jeden Tag was "anderes" trainiert habe, das Gefühl bekommt ich mache was Neues. Das ist ja auch bei Adhslern oft der Fall, dass neue Dinge sie interessieren. Das habe ich wohl künstlich mit der Abwechslung erreicht(?) in der Sauna habe ich allerdings gedacht ich bin nah am Zusammenbruch, habe wieder mein Neurodermidtis an den Händen bekommen. Normal bin ich schlapp nach der Sauna, war und bin ich aber nicht wirklich, ich habe das Gefühl diese Hypomanie zu haben. Augenringe habe ich auch gekriegt, aber das Gefühl ist sehr energiegeladen.

    Gestern dachte ich mir ich mach mal lieber halblang und hab dem Trainer gesagt ich schau nur zu. Dabei ist eben diese Aggressivität gekommen. Auch hat mir noch so ein Penner einen dummen Kommentar gepresst, da war ich dann wahrscheinlich wirklich in einem düsteren Moment, vorallem weil ich nichts darauf gekontert habe -.- ... Nun ja, im Rückblick auf diese anhaltende Powerphase, kann ich doch davon annehmen, dass ich unter einem BorderlineSyndrom leide? Bei meinem Neurodermidtis bin ich mir nicht so sicher ob das nicht auch Selbstverletzungsform hat, oft halt ich meine Hände ein paar Sekunden nämlich unter heißes Wasser am Wasserhahn, dabei empfinde ich dass Druck und Stress nachlässt..."

    Es fällt mir auf dass ich oft depressive Phasen habe und dann wieder solch "Hochphasen"!

    Ich erwarte keine Diagnose oder Vermutungen, aber vielleicht könntet ihr mir sagen ob so eine "Powerphase" auch bei AD(H)S vorkommen kann?

    Zu dem bin ich im Moment in einer Entscheidungsphase und dadurch besondern gestresst und auch auf diese Frage "hyperfokussiert"... Wie kann man sich von einer Hyperfokussion lösen? Und wieso wird Borderline auch als Komorbidität genannt?
    Ist es möglich etwas gegen dieses Syndrom zu unternehmen? Ein normales Leben zu führen?

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: Borderlinestörung

    Huhu!

    Hab hier was für Dich was Du Dir vielleicht mal durchlesen solltest (falls Du das noch nicht gelesen hast !

    Mindestens fünf der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein, wenn von einer solchen Störung gesprochen wird:

    1. Starkes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
    2. Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
    3. Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.
    4. Impulsivität in mindestens zwei potenziell selbstschädigenden Bereichen (z. B. Geldausgeben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, zu viel oder zu wenig essen). Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
    5. Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.
    6. Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung (z. B. hochgradige episodische Dysphorie, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern).
    7. Chronische Gefühle von Leere.
    8. Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren (z. B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen).
    9. Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.


    ADHS
    Nach jüngeren Erkenntnissen lässt sich bei mehr als der Hälfte aller BPS-Patienten rückblickend eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (AD(H)S) feststellen (Bohus 2004). In solchen Fällen ist die gesellschaftliche Integrationsfähigkeit, insbesondere die Teilnahmefähigkeit am Berufsleben, extrem belastet.
    Unabhängig davon haben AD(H)S und BPS nach außen hin verschiedene ähnliche Merkmale, weshalb diese beiden Störungsbilder oft verwechselt werden. Dazu gehören geistige Abwesenheit, Impulsivität, Sensibilität und Unausgeglichenheit. Geistige Abwesenheit aufgrund einer BPS ist in der Regel dissoziativ bedingt und besteht phasenweise. Bei AD(H)S ist die Aufmerksamkeit allgemein eingeschränkt (kurze Aufmerksamkeitsspanne, leichte Ablenkbarkeit).
    Wird die erhöhte Empfindlichkeit und Impulsivität von AD(H)S-Betroffenen als genetische Veranlagung betrachtet, so entsprechen diese Eigenschaften allen Modellen, die sich mit den Ursachen für die BPS beschäftigen. Insofern wären Menschen mit AD(H)S prädestiniert, eine BPS zu entwickeln.


    Quelle: Wikipedia


    Ich bin selber bald wieder in der Diagnostik um herauszufinden ob ich neben ADHS auch eine BPS habe....
    Ich denke es kommt sehr auf den Leidensdruck an, so wie bei allem. Kann ich mit dem was ich habe umgehen und leben, brauche ich im Prinzip keine Diagnose und muss ja auch nix dagegen tun, aber wenn der Leidensdruck eben da ist, dann sollte man auch was unternehmen ... meine ganz persönliche Meinung

    LG

    Rose


    PS: Ich hoffe das mit dem zitieren aus der angegebenen Quelle ist ok, falls nicht, sorry!!!

  3. #3
    Gesperrt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 26
    Forum-Beiträge: 259

    AW: Borderlinestörung

    Also ich ehemaliger Freund von mir hat meines erachtens nach Borderline. Es war nahezu unmöglich mit ihm zu leben, das ist echt total schlimm. Ich habe mittlerweile die Freundschaft gekündigt, weil es einfach nicht mehr anders ging.

    Ich glaube aber nicht das du Borderline hast, Stimmungsschwankungen sind durchaus normal bei ADHS, ich habe das auch das ich mich einen Tag total Schei**e fühle und den darauffolgenden Tag fühle ich mich als ob ich Mammut Bäume ausreißen könnte .

    lg

  4. #4
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 396

    AW: Borderlinestörung

    Das auf WIkipedia zur Borderlinestörung habe ich auch schon gelesen... Aber ich glaube das fast jeder der AD(H)S hat,unter diesen Symptomen zeitweise leidet! Ist halt schwer sowas von sich selbst zu behaupten, da einem bestimmt immer Situationen in den Sinn kommen, in dem man schon den großteil dieser Symptome erfüllt hat!

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: Borderlinestörung

    Also ich selber habe die Verdachtsdiagnose und gehe unter anderem deshalb jetzt bald in eine Klinik! Und ich kann Dir nur sagen, dass das was Du da beschreibst für mich NULL nach dem klingt worunter ich "leide"... wie Du richtig sagst, vieles trifft auch bei ADHS´ler manchmal zu, aber ich denke die Art ist unterschiedlich ... ich find irgendwie grad nich die richtigen Worte um Dir zu sagen wie ich das meine .... also ich habe das was da beschrieben ist nicht phasenweise sondern schon IMMER seit meiner jugenzeit (pubertät ca) und es ist immer da, mal extremer mal weniger extrem...

    Ich denke viele Fragen dahingehend kann man sich selber beantworten... mir ist nachdem ich mich mit dieser "Möglichkeit" auseinander gesetzt habe vieles klar geworden... es sind viele kleine Teile die sich plötzlich wie ein Puzzel zusammen fügen.... (ähnlich wie damals bei meiner ADHS Diagnose)

    Ich finde wenn man sich informiert und dann ganz ehrlich zu sich selber ist kann man sich die Antwort auf sowas meist schon selber geben.... aber wirklich beantworten kanns dann eben doch nur der Arzt!

    Irgendwie hoffe ich, dass einigermaßen verständlich wird was ich sagen wollte.........

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 396

    AW: Borderlinestörung

    Hey Rose,

    Vielen Dank für deine Antwort. Ich hoffe deine Stimmung ändert sich noch mal zu einer Besseren!
    Ich denke auch dass man ehrlicher zu sich sein sollte, das versuch ich auch.

    Liebe Grüße

  7. #7
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Borderlinestörung

    zlatan_klaus schreibt:
    Ich denke auch dass man ehrlicher zu sich sein sollte, das versuch ich auch.

    Liebe Grüße
    Hallöchen,

    genau das denke ich auch!

    Man sollte sich fragen, ob man mit der "Idee" noch eine weitere Diagnose machen zu lassen, vor der Arbeit an der vorhandenen Diagnose "weglaufen" möchte, oder ob es tatsächlich viele Gemeinsamkeiten mit dem neuen Krankheits-/Störungsbild gibt.

    Die Antwort darauf findet man aber nur, wenn man wirklich ehrlich zu sich selbst ist!

    L.G.
    happypill

  8. #8
    Bin hier neu, seid lieb zu mir

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Borderlinestörung

    Hi ihr alle
    Ich bin neu hier und habe ADHSbedingte Borderlineschübe. Ich bin gespannt was ihr dazu alles so wisst, da ich noch nicht lange mit dieser Diagnose lebe, erst seit einem Zusammenbruch vor drei Jahren. Gut gibt es dieses Forum, ich werde mich nun etwas hineingewöhnen.
    Grüessli aus der Schweiz von Space

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Borderlinestörung

    HAllo Ihr,
    also ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass auch ich gelegentlich solsche Schübe habe...

    Mindestens fünf der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein, wenn von einer solchen Störung gesprochen wird:


    1. Starkes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
    2. Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, das durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist.
    3. Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes oder der Selbstwahrnehmung.
    4. Impulsivität in mindestens zwei potenziell selbstschädigenden Bereichen (z. B. Geldausgeben, Sexualität, Substanzmissbrauch, rücksichtsloses Fahren, zu viel oder zu wenig essen). Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind.
    5. Wiederholte suizidale Handlungen, Selbstmordandeutungen oder -drohungen oder Selbstverletzungsverhalten.
    6. Affektive Instabilität infolge einer ausgeprägten Reaktivität der Stimmung (z. B. hochgradige episodische Dysphorie, Reizbarkeit oder Angst, wobei diese Verstimmungen gewöhnlich einige Stunden und nur selten mehr als einige Tage andauern).
    7. Chronische Gefühle von Leere.
    8. Unangemessene, heftige Wut oder Schwierigkeiten, die Wut zu kontrollieren (z. B. häufige Wutausbrüche, andauernde Wut, wiederholte körperliche Auseinandersetzungen).
    9. Vorübergehende, durch Belastungen ausgelöste paranoide Vorstellungen oder schwere dissoziative Symptome.
    ..hmm sollte es mir Bedenken geben wenn so gut wie alles von der Liste auf mich zutrifft, bzw. Zeitweisen zugetroffen hat...




    Ich denke auch dass man ehrlicher zu sich sein sollte, das versuch ich auch.
    ...das sollte man... auch wenn ich das nicht immer bin...


    Auf jedenfall kriege ich im letzten Moment immer noch ganz gut die Kurve denke ich, meine Mutter meinte ich solle mal in Therapie gehen, habe dazu aber leider keine Zeit und so...

    LG Yoyo

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: Borderlinestörung

    Hallo ihr Lieben,

    da ich ja bis vor kurzem in der Klinik war und nun die Doppeldiagnose ADHS und Borderline habe wollte ich zu dem Thema mal noch was einstellen was ich in der Klinikzeit gegen Ende geschrieben habe und vielleicht kann daraus ja jemand ein bissl mehr ziehen als aus Wikipedia !

    Hoffe es kann der ein oder andere was damit anfangen!


    LG

    Rose



    So nun ein paar wissenswerte Informationen für alle die nicht wissen was eine Borderline Persöhnlichkeitsstörung über
    haupt bedeutet. Ich will gleich zu Anfang sagen, dass ich das aus MEINER Sicht und meinem bis jetzt Wissen beschreibe,
    allerdings habe ich diese Informationen hier von der Station und aus meinen Therapien, also nichts aus den Fingern
    gesaugtes !

    In der Gesellschaft gilt eine Borderline Persöhnlichkeitsstörung meistens als die Krankheit bei der
    "die Jugendlichen oder jungen Erwachsenen sich die Arme aufschneiden".
    Daher mal am Anfang gesagt, dass laut Ärzten ca die Hälfte von BPS-Patienten in ihrem Leben noch nie geschnitten haben.
    Allerdings haben diese Menschen andere "Problemverhalten" und manchmal auch andere Arten von Selbstverletzendem Verhalten.
    Aber Menschen mit einer BPS müssen KEIN selbstverletzendes Verhalten haben, genausowenig bedeutet es, wenn ein
    Mensch SVV hat, dass er Borderliner ist.

    Boderline entsteht durch zwei große Faktoren.

    Der erste Faktor ist die Veranlagung. Menschen die an einer BPS erkranken sind von Natur aus sensibler auf die Welt
    gekommen als die meisten anderen.

    Der zweite Faktor ist das was der Mensch in seiner Kinderheit/Jugendzeit oder auch jungem Erwachsenenalter erlebt (es
    gibt auch Fälle wo es noch später ist, aber das ist wohl eher selten).

    MEISTENS wenn diese beiden Faktoren zusammenkommen entwickelt dieser Mensch eine Emotionsregulationsstörung die dann unbehandelt zu einer
    Borderline Persöhnlichkeitsstörung wird und im Laufe der Zeit entwickelt dann jeder individuell seine "Problemverhalten".

    Bei fast allen Patienten ist es so, dass sie ihre Emotionen und Gedanken ab einem bestimmten Punkt (oder auch dauerhaft)
    nicht mehr steuern können.
    Das hat etwas mit der Anspannung zu tun. Die meisten Menschen mit einer BPS haben immer eine gewisse Grundanspannung.
    Stelle Dir eine AnspannungSkala von 0-10 vor. Der gesunde Mensch hat in einer entspannten Situation eine Anspannung von
    0-1 (zB auf der Couch sitzen und ein Buch lesend ohne Störungen). Die meisten Menschen mit einer BPS haben eine Grund-
    anspannung von 3-4. Nun ist es bei einem gesunden Mensch so, dass seine Anspannung in einer zB extremen Streitsituation
    vielleicht schonmal auf 5 ansteigt (Ausnahmen bestätigen die Regel). Das ist dann für diesen gesunden Menschen schon
    die "totale Eskalation".Ein gesunder Mensch bekommt das danach aber wieder relativ gut und schnell in den Griff.

    Bei einem Menschen mit einer BPS steigt die Anspannung oft schon wegen nicht so großen Dingen die mies laufen bis zu 7 hoch.
    Ab der 8 beginnt bei den meisten Menschen das "Aussetzen des Denkens". Bedeutet wirklich, dass keine Gedanken mehr da
    sind die die Realität so wahrnehmen wie sie ist. Es ist nur noch "Handeln" oder "Ausrasten" oder eben SVV um den
    Druck zu regulieren. Jeder findet für sich eine andere Art der Regulation, diese stellt dann meist das sogenannte
    "Problemverhalten" dar. Einige Beispiele ab 8-10: Schneiden,Drogenkonsum, den Kopf gegen die Wand/auf den Boden schlagen,
    rumschreien, Wutanfälle, sich oder andere verletzen durch schlagen oder was auch immer, extermes Autofahren, Klettern ohne Sicherung,
    gestörtes Essverhalten (zB Erbrechen), Manipulatives Verhalten, ungeschütze extrem häufig wechselnde Sexualkontakte uvm....
    In der Nachbetrachtung wenn der "Druckabbau" stattgefunden hat und sie sich wieder "runterreguliert" haben (was meist sehr lange dauert)
    ist es für die meisten Menschen so, dass oft das Gefühl aufkommt "das bin ich nicht gewesen" , "das wollte ich nicht",
    "was habe ich da gemacht".
    Oft treten dann tiefe Traurigkeit bis hin zu Depressionen und oder Schuldgefühle auf (die auch wieder zu Selbst-
    verletzendem Verhalten führen könnnen) ...ein Teufelskreis...
    Bei den meisten Betroffenen kommt es irgendwann zu suizidalen Gedanken, weil sie einfach alles nicht mehr aushalten und keinen
    Weg aus dem "Irrsinn" finden. ABER hier gilt das gleiche wie beim Schneiden, nicht JEDER Borderliner hat suizidale Absichten und
    nicht jeder der diese hat ist Borderliner......

    Durch diese und andere Verhaltensweisen (das waren nur beispiele, es gibt seeeeehr viele und teilweise skuriele
    Problemverhalten) kommt es so gut wie immer zu Problemen im Zwischenmenschlichen Bereich.Beziehungen sind schwer stabil
    zu erhalten, das Selbstwertgefühl der Betroffenen geht meist gen null. Gehäufte familiäre Probleme, Verlust von
    Freundschaften, Kindesentzug, finanzielle Probleme (durch zb Kaufsucht oder "Belohnungssysteme"), Abhängigkeit von Substanzen
    oder Alkohol, schwere körperliche Erkrankungen (zb Hepatitis oder HIV durch ungeschützten Sexualkontakt), Arbeitslossigkeit etc pp.

    Nun kommt der Punkt wo ich gerne den Vergleich ADHS und Borderline Persöhnlichkeitsstörung bei Erwachsenen rausfiltern möchte.
    Ich selber habe viel darüber nachgedacht und auch in der Therapie drüber gesprochen.
    Für mich ist es umso interessanter, da ich ja beide Diagnosen habe, die auch beide hier durch viele Tests nochmal bestätigt wurden.

    Es gibt definitiv Punkte an denen sich ADHS Komorbiditäten und Borderline Symptome überschneiden.
    Ein Arzt hier sagte aber zu mir, dass es auch viel davon abhängt wie stark ADHS ausgeprägt ist.
    Es gibt sicher sehr viele Menschen mit ADHS denen solche Verhaltensweisen fremd sind. Aber es gibt eben auch welche denen einige der
    Dinge sehr bekannt vorkommen.
    Es gibt wohl auch Studien in denen Erforscht werden soll ob ein unbehandeltes ADHS zu einer BPS werden kann. Bestätigt
    wurde das nicht und die Ärzte mit denen ich gesprochen habe halten das für eher unwahrscheinlich. Aber nichts genaues weiß man nicht
    (ist das was ich daraus entnommen habe).

    Mein behandelnder Oberarzt sagte zu mir, dass es meist so ist, dass dieses "zwanghafte" der BPS (meist) zuzuschreiben ist.
    Es ist keine Frage mehr von "will ich das" oder "Will ich das nicht". Man hat einfach ab einem gewissen Punkt keine "Macht" mehr über
    seine Gedanken und sein Handeln. Es ist also das Ziel zu erlernen gar nicht an diesen Punkt zu kommen und WENN man an ihn kommt Mittel und Wege (Skills)
    zu finden diese Situation in den Griff zu bekommen.
    Dazu muss man viel lernen!!! Und das ist bei ADHS´lern ja so eine Sache... jemand der "nur" eine BPS hat und sich im "normalfall" gut
    konzentrieren kann hat es einfacher als jemand der beides hat...

    Das "schöne" ist, dass viele Therapieformen für beide Diagnosen geeignet sind. zB Achtsamkeit erlernen sowie Ergotherapie und Körperwahrnehmung (darüber
    kann man auch die Konzentration sehr gut trainieren). Skillstraining ist eine Sache wo ich oft denke, dass sie auch eigendlich für beides
    sinnvoll ist, allerdings weiß ich nicht ob das für ADHS´ler angeboten wird.
    Die sogenannten Skills sind Fertikeiten die zur Regulation und Entspannung dienen sollen und NICHT schädlich sind.
    Es gibt Hochspannungsskills die eingesetzt werden
    wenn eben die Gedanken nicht mehr "unter Kontrolle" sind (oder auch damit sie nicht außer Kontrolle geraten im besten Falle).
    Da gibt es dann sehr viele Möglichkeiten und es kommt ein wenig darauf auf welche "Kanäle" bei einem zugänglich sind.
    Hochspannungsskills könnnen zB Amoniakampullen (aus der Apotheke) sein an denen man riecht (wie ein Schlag ins Gesicht) oder Chilli Schoten kauen(NICHT
    schlucken), Eisbeutel an emfindliche Stellen legen, eiskalte Dusche, saure oder ecklige Bonbons....
    Es gibt eine ganze Palette an Skills und jeder muss für sich die richtigen finden. Die meisten Menschen setzen Skills unbewußt im Alltag ein um sich
    abzulenken (hier sprechen wir NICHT von Hochspannungsskills) zb Puzzeln, telefonieren, Tagebuch schreiben , heißen Kaffee, ein Blatt zerreißen,
    einen Ball in der Hand drücken, Fingerspiele, Hirnflickflacks, singen, Musik hören, Musik machen..... alles Skills, wenn man sie bewußt einsetzt.

    Skills und Achtsamkeit sind zwei Dinge die eigendlich Hand in Hand gehen. Ich muss achtsamkeit erlernen um zu wissen WANN ich überhaupt einen Skill
    einsetzen sollte und ich kann mich auch über Achtsamkeitsübungen regulieren (wenn die Anspannung nicht zu hoch ist, aber das ist auch typ und "kanal"
    abhängig).
    Im groben gesagt geht es bei der Achtsamkeit darum den Moment in dem man sich befindet deutlich wahrzunehmen und sich nicht vom vergangenen oder
    zukünftigen belasten zu lassen. Es geht darum achtsamer mit sich selbst zu sein und zu erkennen was ich wann brauche und welche
    Situationen ich mit Achtsamkeit besser meistern kann.
    Hört sich WESENDLICH einfacher an als es ist. Wenn man sich damit intensiv befasst merkt man, dass das grade in der heutigen Zeit
    selbst für den "gesunden" Menschen eine Herausforderung darstellt.


    by Rose geschrieben 15.01.2012







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