Hmmm,

ich hab ja so einges an psychischen Bödsinn mit mir herumzutragen, hab das schon einige Male geschrieben: Borderline, Essstörungen (Anorexie mit bulimischen Phasen, die sich aber interessanterweise seit MPH ganz drastisch verbessert hat!), Ängste, Depression und ganz besonders: Schlafstörungen. Die standen am Anfang von allem. Schon mit zwei Jahren, hat mir meine Mutter heute am Telefon erzählt, also beim Ausfüllen eines ADS Fragebogens die Frage nach dem Schlafverhalten als Kind war, habe ich nur schwer einschlafen können und war immer wieder wach in der Nacht.
Heute ist das noch immer so. Seit der sehr strenge Rhythmus der Schulzeit nicht mehr aufrecht erhalten wird (ich hatte damals das Pech, auf dem Dorf zu wohnen und daher sehr lang zur Schule fahren zu müssen, dort dann in der Oberstufe noch mehrmals die Woche 10 Stunden Unterricht zu haben und andererseits das Glück, dass ich auf dem Dorf zwei eigene Pferde halten durfte, was hieß: Sieben Tage die Woche um 5 Uhr aufstehen, füttern, 5 Tage die Woche um 17 Uhr zu Hause, Pferde versorgen, misten, Hausaufgaben, um 22-23 Uhr erschöpft, aber glücklich ins Bett), macht mir der Schlaf große Probleme.
Ich kann schwer einschlafen, bin tagsüber oft müde und habe nachts Panikattacken.

Jetzt ist schon wieder so ein Abend, aber heute sind mir dazu ein paar Gedanken gekommen, denn in dieser Phase jetzt fühle ich mich eigentlich nicht schlecht, im Gegenteil:
Ich habe das Gefühl, dass ich jetzt erst richtig atmen kann. Tagüber stehe ich unter Anspannung, bin erschöpft, aber kann mir nicht "erlauben" zu schlafen (und schaffe es dann auch nicht), weil ich ja noch arbeiten, einkaufen, mit dem Hund raus, dies das und jenes erledigen muss etc....
Ich mache also durch bis abends, oft traurig, ängstlich und in schlechter Stimmung.
Dann irgendwann beginnt sich meine Stimmung erstmal langsam zu heben:
Es wird ruhiger um mich herum. In den frühen Abendstunden kann ich zum ersten Mal am Tag effizient ruhige Dinge tun, wie kochen, am Laptop sitzen, Schreibarbeit, aufräumen. Und je später es wird, umso mehr kommt mein Kopf zur Ruhe, auch wenn ich Angst bekomme, sobald ich daran denke, bald schlafen gehen zu müssen.
Die Welt wird still, mein Arbeitsplatz ist geschlossen, die Geschäfte haben zu, ich KANN gar nichts mehr erledigen von dem ich glaube, dass ich es erledigen MUSS ("ich muss" erzählt mir eine böse innere Stimme nämlich den ganzen Tag! ). Auch mein Hund stellt sich auf die Nacht ein, liegt also ruhig atmend neben mir und fordert mich nicht mehr. Ich hab endlich Zeit, meinen fliegenden Gedanken nachzuhängen, genau den Impulsen zu folgen, die in meinem Kopf zum jeweiligen Zeitpunkt heranschweben und komme dabei fast ein bisschen bei mir selbst an. Die Müdigkeit wird angenehm, ich werde innerlich endlich ruhiger. Auch die Eindrücke von Außen werden weniger. Ich kann sie mir aussuchen: Kerzen an, das Fernsehen nervt mich, also heute ein Hörbuch, oder ein bisschen klassische Musik. Manchmal sogar gar nichts, nur Ruhe, am Tag ist das für mich kaum möglich.
Eigentlich fühle ich mich dann für ein paar Stunden erst wirklich wohl.

Aber wie gesagt, immer mit der Angst vor dem Schlaf. Ich will nicht genau dann schlafen, wenn ich in mir selbst endlich zur Ruhe komme, ich will das genießen, glaube ich. Und die Stille um mich herum, keien Hektik mehr von außen, so dass sich die Innere auch legt.
Aber ich hab auch Angst, dass es am nächsten Tag genauso weitergeht wie zuvor. Also gilt wieder: Den Zustand möglichst lang genießen.

Bis dann der Blick auf die Uhr fällt und mein Kopf sich sofort ausrechnet, wieviel Schlaf denn noch drin ist bis zum Beginn des nächsten Tages, welcher Termin auch immer als erstes ansteht. Und schon ist die Angst da. Und die bösen Erinnerungen an früher, "Traumaprobleme", die hier nichts weiter zu suchen haben. Aber der Auslöser ist die Angst vor der erneuten Erschöpfung am nächsten Tag, wo ich doch jetzt endlich ein zufriedenes Gefühl gefuunden hab. Kann ich dann nicht augenblicklich einschlafen (was selbstverständlich ziemlich unwahrscheinlich ist ^^) schaukelt sich alles zusammen zur Angstattacke auf und ich verletze mich aus Verzweiflung im Schlimmsten Fall selbst und/oder nehme noch Beruhigungsmittel, die am nächsten Tag natürlich ein Hangover nach sich ziehen, das den Tag noch unangenehmer macht, besonders, wenn sie mir nicht reichen und ich manchmal noch Alkohol dazu trinke. Das ist so ein böser Teufelskreis, der mir an allem, was ich erreicht hab, den Spaß verdirbt.

Kennt das jemand, so oder so ähnlich?
Ich würde so gern ein paar Stunden die Ruhe in der Nacht genießen und dann doch gelassen einschlafen... lieber würd ich mich am Tag ochmal eine Stunde hinlegen... aber wie fahre ich so weit runter, dass mir das gelingt..?

Gute Nacht euch allen!! =)