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Diskutiere im Thema ADHS und extreme Höhenangst / Flugangst im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 8

    ADHS und extreme Höhenangst / Flugangst



    Ich habe mittlerweile extreme Höhenangst, allein wenn Luftaufnahmen im TV sehe
    oder Türme fange ich an schweissnasse Hände zu kriegen.

    Früher war das nicht so extrem, das hat sich pö a pö verschlimmert. Ich habe echt Panik
    in Aufzügen auf Rolltreppen (hatte ich früher nie) kann keine Türme, Treppen ersteigen.
    Im Freizeitparks kann ich keine Karrusells fahren da ich auch Panik kriege und mir total schlecht wird.

    Deshalb ich schon mal nen Spruch "ach mit Dir brauchen wir da ja eh nicht hinfahren, du fährst ja kein Karusell". etc...
    Toll finde ich das auch nicht aber viele meinen ich soll mich doch einfach zusammen nehmen oder es mal versuchen,
    dann geht es schon. Hab ich alles gemacht, macht alles nur schlimmer.

    Mein Freund war einmal total sauer, weil ich kurz vor einer Fahrt mit ner Sommerrodelbahn gekniffen habe das Ticket war
    schon bezahlt, da war er so sauer das wir sogar nach hause gefahren sind.
    Er ist sonst echt ein lieber Kerl auch verständnisvoll aber da kapiert
    er nicht das ich Panik habe, da er selbst in der Höhe arbeitet und das toll findet.
    Ich mache Entspannungsübungen, Atementspannung, Jacobson, hift nur minimal.
    Habt ihr auch solche Probleme, was macht ihr dagegen? Ist das wirklich wahr das man sich das wieder abtrainieren kann?

    Freue mich auf Eure Antworten
    Gruss Wusel7

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 376

    AW: ADHS und extreme Höhenangst/Fluganst

    Hallo wusel

    Ich leide an leicht ausgeprägter Höhen- und Tiefenangst, bin aber keineswegs schwindelfrei (also weder Dachdecker noch Tiefseetaucher wäre ein Beruf für mich)

    Wenn ich wo weit oben stehe und ich seh längere Zeit runter kommen mir immer so Zwangsgedanken was mir passieren würde wenn ich da runterfallen würde. Länger kann ich da auch nicht runterschauen, habe aber ansonsten keine großen Probs bei meiner Freundin die im sechsten Stock wohnt, man muss ja nicht ständig runtergucken.
    Irgendwo wäre bei mir eine Grenze, aber wir haben ja zum Glück eh keine so extremen Wolkenkratzer wie in den USA oder in Ostasien.

    Genauso würde ich im Meer/See auch nicht an Stellen schwimmen wo ich weiß dass unter mir 20,100 oder mehr Meter liegen, auch wenn das Boot in der Nähe bleibt und ich da nicht runtersehe.
    Der Gedanke alleine ist einfach nur grauenhaft.
    Und ab einer Wassertiefe von ca. 4 Metern möchte ich auch immer lieber was zu fassen in der Nähe haben (Beckenrand,Bojen)

    Flugangst hatte ich bei unserer ersten Urlaubsreise mit dem Flugzeug im Alter von 12 Jahren, danach aber nicht mehr.
    Allerdings waren das eher Kurzstrecken (bis maximal 2,5 h Flugzeit) und das letzte Mal im Flieger ist schon 7 Jahre her.
    Nächstes Jahr werde ich aber wahrscheinlich fliegen, auch Kurzstrecke, Langstreckenflüge riskiere ich (vorerst) lieber nicht.


    Was ich noch nicht packe sind enge oder veraltete Aufzüge, mit extrem engen Aufzügen (kenne einen) fahr ich erst gar nicht mit und in etwas veralteten nur gemeinsam mit anderen Leuten. Da geh ich dann lieber die Treppen hoch, ein wenig Sport ist eh gesund.
    Geändert von crazyy1 ( 8.09.2011 um 12:32 Uhr)

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und extreme Höhenangst/Fluganst

    Hallo Wusel,

    mit Flugängsten kenne ich mich ein wenig aus.

    Schau mal in diesen Thread, dort findest Du vielleicht auch einige Tipps, die Dir ein wenig helfen können.

    Ansonsten wäre meine Empfehlung, einen Verhaltenstherapeuten/ -therapeutin zu suchen.
    Die Verhaltenstherapie ist, was Angsterkrankungen angeht, sicher eine sehr gute Wahl, die wuppen das recht gut.

    Immerhin konnte ich meine durch den Burnout ausgelöste Fahrangst wieder in den Griff bekommen. Noch nicht ganz und ein wenig fährt immer noch mit, aber das ist fast schon nebensächlich im Vergleich zu dem, wie es vorher war.

    LG
    Fliegerlein
    (der zu aktiven Fliegerzeiten selbst vielen Betroffenen aus der FLugangst hat helfen können)

  4. #4
    Mega-Wusel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 2.452

    AW: ADHS und extreme Höhenangst/Fluganst

    Bei mir sind beide Ängste sehr stark ausgeprägt.
    Das was Du mit dem Fernsehen beschreibst kenn ich auch.. Am Schlimmsten ist es im Kino...

    Aber stell mich immer wieder diesen Ängsten. Es kostet Kraft. Man sagt, je öfter man sich der Angst stellt, desto mehr geht sie zurück.. Kann ich aber so nicht unterschreiben. Ich fliege, mich zerreißt es innerlich vor Angst während des ganzen Fluges, ich geh auf nen Turm, bekomm zittrige Knie.. trau mich dann kaum die Treppe wieder runter... weil sie den Blick nach unten frei gibt. Gotische Kirche... ich weiß nicht, was man noch machen kann.. Vielleicht sollte ich wirklich anfangen zu vermeiden.. weil aushalten bringt zumindest bei mir nichts.

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und extreme Höhenangst/Fluganst

    Hallo Schnubbel,

    ja, im Angstreduktionstraining ist ein Teil auch die sog. Angstkonfrontation.

    Allerdings heißt das auf keinen Fall, wenn man Flugangst hat, sich der Angst zu stellen und zu fliegen.
    Das funktioniert nicht nicht, das macht es nur viel schlimmer.

    Bei der Angstkonfrontation wird man gaaanz langsam an die Angst herangeführt.
    Das ist ein sehr vorsichtiger und kontrollierter, genau festgelegter Prozess!!

    Als erstes macht man eine Tabelle mit Angstgraden, legt also fest, welche Situation welche Angststärke auslöst.
    Das geht von Situationen von 10% bis zu 100%, also stärkste erlebte Angst.

    Dann wird eine Situation bestimmt, bei der diese Angst zu, z.B. 30% erreicht wird.
    Auf keinen Fall mehr!!

    Die Angst muss zu jedem Zeitpunkt beherrschbar bleiben!!
    Das ist ganz ganz wichtig.
    Wenn ich mich unkontrolliert einer solchen Situation aussetze, dann habe ich keine Chance es damit besser werden zu lassen!

    Dieser Situation wird man dann solange ausgesetzt, bis sie nicht mehr wirkt.
    Die Angst wird dadurch gelindert, sie wird sozusagen "langweilig" und am Ende ist sie nicht mehr da.

    Danach kommt die nächste Stufe, z.B. die Situationen, die man vorher mit 60% eingestuft hat.

    Deshalb ist es so wichtig, dass man diese Bestimmung im Vorfeld gemacht hat, denn das, was am Anfang 60% waren, sind jetzt nur noch 30%, denn dieser ganze "Angstturm" ist jetzt um 30% kleiner geworden, weil unten sozusagen 30% abgeschnitten wurden.

    Also her mit der vormals 60% Situation und wieder das gleiche Verfahren: So lange aussetzen bis auch diese Situation keine Angst mehr auslöst.

    Das geht dann immer so weiter, bis die Angst besiegt ist.


    Wichtig dabei ist unbedingt, dass man das Ganze geplant und kontrolliert macht.
    Deshalb ist eine Hilfe durch einen Angsterfahrenen Verhaltenstherapeuten so wichtig.


    Wenn ich Flugängstlern geholfen habe, dann habe ich mich z.B. anfangs erstmal nur mit ihnen unterhalten und sie immer wieder gefragt, wie es ihnen gerade geht.
    Dann das Flugzeug erklärt. Warum es fliegt und warum es fliegen will (und das will es tatsächlich, es will fliegen).

    Später geht man zum Flieger, nur ansehen, vielleicht anfassen, lässt sich die einzelnen Teile erklären.
    Wieder später steigt man ein, schaut sich alles an, auch das Cockpit, lässt sich alles zeigen und erklären, auch die Geräusche, die ein Flieger so macht
    (das ist einer der größeren Angstauslöser, man kennt diese Geräusche nicht und weiß nicht, was da passiert und wenn man Angst hat, ist das immer mit schlecht verbunden)

    Dann lässt man wieder später die Maschine mal an, rollt ein bisschen und sieht, wie es jetzt geht.

    Immer langsam, immer kontrolliert und immer vorsichtig.

    In jedem meiner Fälle sind die Leute auch anschließend mit mir geflogen, erst eine kleine Platzrunde von 5 Minuten, dann ein kleiner Rundflug über die Stadt oder über Land und jedem hat es sichtlich und spürbar Spaß gemacht und sie sind wiedergekommen und gern in Urlaub geflogen etc.

    Allerdings hatte ich sicherlich auch keine wirklich schweren Fälle.
    Das hätte ich mir auch nie zugetraut, denn ich bin kein Therapeut, sondern war nur ein psychologisch etwas angehauchter Flieger .
    Aber das Prinzip ist das Gleiche und es ist wirklich gut in den Griff zu bekommen.

    Aber niemals, wirklich niemals mit einer Holfzahmmermethode in der man sich voll der Angst aussetzt.

    Ups, ... sorry, viel Text, ich hoffe nicht zu viel und dass es hülft

    Liebe Grüße
    Fliegerlein

  6. #6
    Mega-Wusel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 40
    Forum-Beiträge: 2.452

    AW: ADHS und extreme Höhenangst/Fluganst

    Hallo Fliegerlein,

    das hast Du toll erklärt, ich danke Dir.. Das Fliegen kann ich leider nicht beeinflussen. Ich muss es beruflich öfters tun. Und das Argument: Öhm Chef ich hab Flugangst, tönt in den Ohren eines Geschäftsmanns und Vielfliegers eher lächerlich. Also beiß ich mich durch..
    Einerseits finde ich Flugzeuge unwahrscheinlich faszinierend. Wie sich sowas schweres einfach in der Luft halten kann.. Es hat was Magisches.. Ich hab gute Zeiten was das Fliegen betrifft. Da komm ich ohne Probleme durch den check-in und schaff es auch noch bei Marché was zu essen. Dann gibt es aber Zeiten, da kommen mir vor Angst die Tränen, wenn ich nur am Flughafen vorbei fahren, weiß dass ich demnächst auch dran bin.. und wenn ich dann die Maschinen abheben seh gehts mir oft schlecht.
    Ja, es ist einerseits die Angst vor dem Unbekannten. Die Geräusche. Wenn die Maschine in Begriff ist aufs Rollfeld zu fahren. Da kommt kurz vorm Anrollen so ein seltsames Geräusch, wie wenn einer ne Schallplatte scratcht.. oder wie als hätte einer den falschen Gang eingeworfen nur nicht so dumpf wie im Auto, sondern schrill.. Mittlerweile hab ich das öfters gehört, also geh ich davon aus, das Geräusch gehört dazu, ist gewollt.. aber dann dieses Gefühl in diesem Ding gefangen zu sein. Ich kann nicht eben mal sagen, könnt ich mal bitte an die frische Luft, hab grad ne kleine Krise.. Ich muss da drin sitzen und warten. Und das Warten ist so schlimm.. Ich kann mich mit nichts ablenken, keine Zeitung, kein Film.. ich weiß, wenn Wolken kommen ruckelt es.. Ich weiß es. Ich weiß auch, dass die Maschine ihre Tragflächen nicht verlieren wird. Und ich weiß auch, dass die meisten Unfälle direkt nach dem Abheben oder im Landeanflug passieren.. also nicht aus der Luft.. zumindest sind es von da aus weniger..
    Ich hab im Mai nen Flug gehabt, da hat mir ein Kunde angeboten die Hand zu halten. Ich hab mich geschämt. Nein, ich komm schon klar. Als ich kurz vorm Heulen war, nahm er meine Hand und innerlich war er irgendwann nach 2,5 Stunden froh, als das Blut wieder ungehindert bis in die Fingerkuppen fließen konnte. Ich war klatschnass, am Zittern..
    Mir kreiseln Gedanken durch den Kopf, wenn ich abstürze. Es geht noch nichtmal um mich.. Wenns aus großer Höhe passiert, bin ich eh ohnmächtig, wenn die Maschine aufdatzt.. aus geringer Höhe krieg ich es zwar mit, werde aber davon ausgehen können, dass es schnell rum ist.. Ich habe Angst, meine Tochter allein zu lassen.. Keine Kontrolle zu haben.. Furchtbar.
    Aber, ich muss zu meiner Verteidigung sagen, dass ich eine sehr stille Panikerin bin. Ich panike in mich hinein.. Also jemand der es nicht weiß, denkt vielleicht anhand meines zur Faust geballten Gesichts, ich bin ne blöde Kuh mit mieser Laune.. aber ich mach nicht andere noch verrückt, sondern mach das ganz allein mit mir aus, oder aber mit der Hand, die mir angeboten wird..

    Zu der Sache mit dem langsamen Ranführen. Ich war letztes Jahr in einer Tagesklinik. Mal abgesehen, dass ich dort auf Borderline behandelt wurde, was ich nicht hab, hat man auch meine Ängste in Angriff genommen. Ich sagte was von Platzangst in engen Räumen, also zwang man mich zum Fahrstuhlfahren. Das macht mir nicht viel aus, weil ich es nahezu täglich mache, aber ich musste durch. Dann Höhenangst. Nichts mit 30% und das ne Weile aushalten. Nein.. Schön einen Turm rauf steigen bei -15 °C und starkem Wind. Dann dieser Witterungslage ausgesetzt oben an der Brüstung stehen müssen. einmal rechts rum, einmal links.. fertig, Thema durch. Höhenangst austherapiert. Super... ich hab mir geschworen, nie wieder sowas zu machen.
    Hab ich aber, letzte Woche. Auf einen gotischen Kirchturm. Ich war euphorisch, wollte meine Kunden begeistern, mich nicht ausklinken.. Enge Wendeltreppe rauf, vor Angst gelacht...mach ich auch beim Zähneziehen. - und oben.. Panik in mich hinein.. Rauf war ja das eine..aber runter.. die luftige gotische Turmarchitektur zwang mich immer wieder beim Hinabwendeln zu schauen. Ich musste mich dann setzen und es ging nichts mehr. Aber das machte auch nichts besser, denn die Treppe war nur 80 cm breit und daneben der Blick in die Tiefe.. Ich weiß, das war definitiv das letzte Mal... zumindest in diesem Rahmen.

    Hmmm..

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADHS und extreme Höhenangst / Flugangst

    Hossa Schnubbel, das ist, was die Tagesklinik angeht, alles andere als gut gelaufen würd ich sagen.
    So gehts nu' wirklich nicht und ich weiß nicht, was die sich dabei denken.
    Sowas macht mir nur mehr und mehr Angst vor diesen Kliniken (muss noch mal September/ Oktober und hab echt Schiss davor, meine Erfahrungen sind auch nicht gerade die besten...)

    Neben der Angstkonfrontation gibt auch die "positiven realistischen Gedanken".
    In dem Link zu dem anderen Thread, den ich oben gepostet habe, findest Du dazu einige Beispiele.

    Was Deinen Chef angeht:
    Ganz ehrlich: eigentlich sollte es doch egal sein, ob er ein Vielflieger und Geschäftsmann ist.
    Flugängstler gibt es nun mal.
    Das sucht man sich nicht aus und deswegen ist man weder ein Schwächling noch ein Weichei oder was man da sonst noch so alles zu hören bekommen kann...

    Es ist schon witzig (naja, was man so witzig nennen mag...):
    Ich habe jahrelang anderen aus ihrer Flugangst helfen können, mir selbst aber nicht.
    Zwar habe ich die Amaxophobie, also die Fahrangst in den Griff bekommen, aber es bleibt noch so einiges mehr, generalisierte Angststörung, Versagensangst, Zukunftsangst, und davon habe ich noch nichts wirklich im Griff.

    Aber die Fahrangst hat geklappt und ich habe bei den Flugängstlern gesehen, dass es gut funktioniert, das gibt mir etwas Hoffnung.

    Mut heißt nicht, keine Angst zu haben.
    Nur wer seine Angst besiegt, hat Mut bewiesen,
    Schlauer Spruch, ich weiß, aber ich versuche mir das immer wieder vorzuhalten, denn das Schlimmste ist die Angst vor der Angst, das wird zum Selbstläufer und das Selbstwertgefühl wird bei Angstpatienten auch nicht besser.

    Dabei haben wir doch das volle Recht zu sagen, dass wir Flugangst haben, auch wenn der Chef noch so viel fliegt und das selbstverständlich findet.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 12

    AW: ADHS und extreme Höhenangst / Flugangst

    Hey Wusel, Hey Crazyy,
    zu Euern Ängsten kann ich auch noch einiges sagen, wir haben zwar schon 2012 aber Ängste lassen sich nur schwer verarbeiten b.z.w. ausblenden.
    Erstmal zum Thema Höhe und Absturz.
    Auch ich bin ein Mensch welcher Treppen ohne Geländer ab einer Höhe von 2m meidet warum wurde in den vorhergehende Beiträgen schon super beschrieben.
    Ist die Stelle wo ich hinauf will aber vorschriftsmäßig abgesichert traue ich mich auch diese "zu erklimmen" weil ich Vertrauen zu den entsprechenden Sicherungsmitteln für mich und meine ureigene Angst erarbeitet habe. Nun ist es mir egal ob Turm oder Baugerüst nur Wackel darf es nicht.
    Jetzt kommt Wassertiefe und ertrinken dran, liebe Crazyy, das ist nähmlich auch ein gräßliches Thema an welchem ich noch ganz toll arbeiten muß.
    Es ist kompliziert aber wir tasten uns mal ganz sachte heran. Was Du im folgenden liest ist alles hart aber wahr.
    Vielleicht hilft es Dir ein wenig.
    Als Schulkind sollte ich schwimmen lernen, hatte eine nette "Lehrerin" die auch mit Kindern umgehen konnte. Ich habe bei Ihr zum Leidwesen meiner Eltern das Schwimmen nicht lernen können.
    Wie es sich später herausstellte hatte sie auch schon 2 Geburtstage im Jahr 1x den tatsächlichen und einmal den Tag der Wiederbelebung nach ihrem Badeunfall. Die daraus resultierend Angst vor dem Ertrinken muß ich wohl gespürt und für mich mit übernommen haben ( ADHS und 7. Sinn ). dazu kamen noch Koordinationsstörungen in der Motorik und aus wars erst mal!
    Baden bei spürbaren Beckengrund nie ein Problem.
    Bei meinem ersten freiwilligen Versuch in meiner Jugendzeit ein Schwimmerbecken( 2,2m) tief zu durchqueren bekam ich einen Krampf ins Bein und schon war die Angst zu ertrinken wieder da, sogar, relativ nachhaltig.
    Bahnenschwimmen (nur Brust) habe ich mir während der REHA nach Herz-Infarkt "erarbeitet" (Beckentiefe 1,5m Körpergröße < 1,80m ).
    Vom Freischwimmen in unbekannten b.z.w. Naturgewässern wurde uns dort aber aus gesundheitlichen Gründen abgeraten. Nur da ohne Schwimmhilfe wo man garantiert Grund hat da die Gefahr sich beim Schwimmen zu überschätzen sehr groß ist und durch eine aufkommende Panick (bei Menschen wie mir ganz normal ) der nächste Infarkt nich lange auf sich warten läßt.
    Mit meiner Frau gehen wir regelmäßig Paddeln und da wir noch lange auf dem Wasser unterwegs sein möchten haben wir uns N50 Schwimmhilfen (Schwimmwesten, keine Rettungswesten)
    zugelegt welche ich dann auch zum schwimmen in Naturgewässern für mich nutze. So wie ich das aus Deinem Beitrag ersehen kann habt Ihr auch ein Boot. Rede doch einmal mit Deinem Partner ob er nicht die ca. 20 bis 30 € für Dein Wohlbefinden auf und im Wasser investieren möchte um Dir das Wassergehen zu erleichtern. Keine Angst eine geprüfte N50 Weste hällt
    Dich über Wasser, ich ( 105 kg) nutze sie auch und fühle mich sicher mit ihr.
    Wenn Du ihr noch nicht traust probier erstmal eine in Deiner Größe im Pool. Kurze Empfehlung Secumar VIVO 50 >40kg ist eine ist eine Einheitsgröße und läßt sich daher auch zügig weiterverkaufen wenn Du nich damit klar kommst.
    Bis bald mit chaotischem Gruß Holly.

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