Zeige Ergebnis 1 bis 6 von 6

Diskutiere im Thema Diagnoseverfälschung durch Komorbiditäten im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    Diagnoseverfälschung durch Komorbiditäten

    Sicher gibt es einige hier, die das erlebt haben.

    Hier dürfen alle reinschreiben, ich fahre aber mit nem Thread fort, den ich mit jemandem in nem andern Thema geführt habe, und der nun hierher verschoben wurde, um nicht allzu sehr vom Thema abzuschweifen.

    ......................
    [QUOTE][/Da ich wegen Depressionen eingewiesen wurde, war mir auch nicht unbedingt nach rumzappeln zumute. Also konnte es natürlich auf gar keinen Fall ADHS sein.QUOTE]
    Hi Bobbchen, genau das habe ich auch schon erlebt und habe mich dann nämlich gefragt, wie sich jemand verhält, der ADHS hat und gleichzeitig depressiv ist.
    Bei mir ist es nämlich so, dass meine Zappeligkeit, wenn ich stock depri bin irgendwann zum erliegen kommt.
    Für mich ist das eigentlich logisch, aber für gewisse Aerzte wohl nicht.

    Wobei mir auch schon das Umgekehrte passiert ist.
    Ich war mit Antidepressiva eingestellt und fühlte mich total depressiv.
    Aber ich war immer so unruhig, dass mir keiner der Aerzte glaubte, dass ich depressiv bin.
    Dabei hatte ich alle Symptome eine Depression, lediglich war ich nicht antriebsgehemmt.
    Also, ich glaube, auch Medis können irgendwie Diagnoseergebnisse verfälschen. Wär auch irgendwie logisch.

    Bis dann

    Nicci

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 40

    AW: Diagnoseverfälschung durch Komorbiditäten

    Hallo Nicci,

    Depressionen mit innerer und äußerer Unruhe gibt es aber. Habe schon mal davon gehört und ich glaube, es gibt auch einen Namen: agitierte Depression? Vorstellen kann ich mir allerdings auch nicht, wie sich das anfühlt. Bei mir wirken sich Depris eher so aus, dass ich hypoaktiv werde. Die ganze Aktivität spielt sich nur im Inneren ab, von motorischer Unruhe keine Spur. Nur der Fuß wackelt weiter.

    Einem Arzt, der nicht gerade ADHS-Spezialist ist, würde ich es noch nicht mal vorwerfen, wenn er unter diesen Umständen nicht draufkommt. Das Problem ist nur, dass die meisten meinen, sich trotzdem dazu äußern zu müssen, wenn man sie auf den Verdacht anspricht. Meistens kommen dann nur die aus den Medien bekannten Klischees. Wenn sie dann beim Lesen des mehrseitigen Lebenslaufs immer noch nicht auf die Idee kommen, dann kann man schon ganz schön ins Staunen kommen.

    Das Problem ist meines Erachtens, dass die meisten Psychologen und Psychater beim Diagnostizieren nur auf die aktuellen Symptome schauen anstatt aufs Ganze, also auf Zusammenhänge und die psychische Entwicklung des Patienten. Dann würden sich viele Fehlinterpretationen häufig von selbst erledigen, wie zum Beispiel die Verwechslung von Aufmerksamkeitsstörungen mit Dissoziation. Sowas hat man ja nicht einfach so, sondern man hat es erworben. Und erworbene Störungen müssten doch eigentlich im Lebenslauf nachvollziehbar sein, oder nicht? Naja, vielleicht ist das für manche Psychater einfach zu komplex.

    Jetzt komm' ich schon wieder später ins Bett als ich wollte. Ein Mist ist das.

    Ja also, gute Nacht wünscht Bobbchen

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 272

    AW: Diagnoseverfälschung durch Komorbiditäten

    Bobbchen schreibt:
    Das Problem ist meines Erachtens, dass die meisten Psychologen und Psychater beim Diagnostizieren nur auf die aktuellen Symptome schauen anstatt aufs Ganze, also auf Zusammenhänge und die psychische Entwicklung des Patienten. Dann würden sich viele Fehlinterpretationen häufig von selbst erledigen, wie zum Beispiel die Verwechslung von Aufmerksamkeitsstörungen mit Dissoziation. Sowas hat man ja nicht einfach so, sondern man hat es erworben. Und erworbene Störungen müssten doch eigentlich im Lebenslauf nachvollziehbar sein, oder nicht? Naja, vielleicht ist das für manche Psychater einfach zu komplex.
    Ja so ist das wohl... Mir hat das in der Klinik auch gestunken. Reine Symptombehandlung. Habe den Klinikarzt gefragt was das soll, und ob man denn nicht mal eine individuelle Behandlung machen sollte, statt Standardprogramm für jeden, und er meinte das wäre halt eine Kostenfrage.

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: Diagnoseverfälschung durch Komorbiditäten

    Guten Abend Bobbchen,

    ich hoffe, du hast heute morgen nicht verschlafen .

    Ich weiss, es gibt so was, wie Agitierte Depression. Ich hatte in der Aktutphase mal so ne Frau, im Zimmer, die das hatte. Das war selbst für mich nicht angenehm, denn die ist dauern stereotyp im Zimmer umher gegangen, sogar in der Nacht. Es war für mich fast nicht zum Aushalben.
    Nach etwa drei Tagen hat die Pflege dann interveniert und sie bekam Beruhigungsmedis und ein Einzelzimmer.

    Einem Arzt, der nicht gerade ADHS-Spezialist ist, würde ich es noch nicht mal vorwerfen, wenn er unter diesen Umständen nicht draufkommt. Das Problem ist nur, dass die meisten meinen, sich trotzdem dazu äußern zu müssen, wenn man sie auf den Verdacht anspricht. Meistens kommen dann nur die aus den Medien bekannten Klischees. Wenn sie dann beim Lesen des mehrseitigen Lebenslaufs immer noch nicht auf die Idee kommen, dann kann man schon ganz schön ins
    Ja, ich auch nicht, aber ist es denn zu umständlich, zu schwierig, zu teuer oder zu aufwendig, einen Patienten zu nem Kollegen zu überweisen, der sich mit ADHS auskennt?

    Bei mir ist auch etwas höchst fragwürdiges passiert.
    Ich war wegen ner aktuen Krise in der Aktutklinik. Eine Woche vorher habe ich von nem ADHS-Spezialisten den Befund ADHS gekriegt, aber die Aerzte der Aktuklinik haben sich geweigert, den Befund zu akzeptieren und haben mich weiter anhand der Borderlinediagnose behandelt. Mindestens zwei mal pro Tag habe ich die Aussage gehört, "die Spannungszustände, die sie haben, sind wegen der BL-Störung. Sie müssen Skills anwenden und Therapie machen, dann geht es ihnen besser."
    Aber nichts hat geholfen, diese Skills waren nur ein Tropfen auf einen heissen Stein.
    Ich wollte einfach nur weg aus dieser Klinik.

    Hier komm ich auch grad nicht mit, wegen dem Dissoziieren.
    Wie meinst du das?
    Ich habe tatsächlich schon ADHSlerinnen kennengelern, die Dissoziiet hat, allerdings hatte die auch einen traumatischen Hintergrund.

    Was ich von mir kenne, sind so kurze Momente, in denen ich so in meine Gedanken versunken bin, dass ich zB. einen kurzen Moment die Realität ausblende. Wenn ich selber wieder zurückkomme, finde ich den Link zurück in die Realität, aber wehe, man spricht mich an, oder "weckt mich", dann bin ich ganz aus dem Häuschen.
    Kennst du das?

    Bis dann

    LG Nicci

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 40

    AW: Diagnoseverfälschung durch Komorbiditäten

    Hallo Nicci,

    ja, Dissoziation hat tatsächlich (meistens) einen traumatischen Hintergrund. Kinder, die misshandelt oder missbraucht werden benutzen diesen Mechanismus häufig in dem sie die unerträgliche Situation ausblenden. Also als eine Art Selbstschutz, weil sie keine Möglichkeit haben, sich zu wehren oder sich zu entziehen. Dieses Verhalten wird dann auch im Erwachsenenalter beibehalten. Die extremste Form ist die Dissoziative Identiätsstörung, die früher mal multiple Persönlickeitsstörung hieß.

    Bei mir ist es aber so, dass meine Aufmerksamkeitsspanne beim Zuhören ziemlich kurz ist, ich irgendwo hängenbleibe und meinen Assoziationen folge. Und zwar mitunter auch dann, wenn mich das Thema durchaus interessiert. Das hatte ich meiner Therapeutin in der Klinik auch genauso geschildert. Die hat das völlig ignoriert, eine Aufmerksamkeitsstörung kam für sie ohnehin nicht infrage. Dafür hat sie mein häufiges "Abschalten" als Abwehrmechanismus interpretiert, so als würde ich unbewusst die Realität ausblenden, weil sie mir unerträglich sei. Lieber irgendwas an den Haaren herbeiziehen als das Naheliegendste in Betracht ziehen. Zum Schluss kritisierte sie dieses Verhalten auch noch, weil es unhöflich wirke. Na sowas. Leute gibt's. Für sie selbst machte die Interpretation allerdings Sinn, da sie mir die Diagnose schizoide PS gab. Halte ich zwar für möglich, vermute selbst aber eher das Asperger-Syndrom bei mir.

    Hätte ich die ADHS-Diagnose vorher schon gehabt, hätten sie sie vermutlich auch ignoriert oder nicht ernst genommen wie bei Dir.

    Ist wirklich ein starkes Stück. Die Skills gegen die Spannungszustände bewirken bei mir mitunter eher das Gegenteil. Bei Borderlinern haben die Spannungen ja auch ganz andere Ursachen.

    Ja, wie gesagt, diese Zustände, wo ich wie aus der Realität weg getreten wirke und einfach meinen Gedanken nachhänge, habe ich auch. Meine Mitpatienten in der Klinik haben sich gewundert, dass ich dann, wenn sie mich ansprachen, trotzdem wusste, worum es ging und antworten konnte. Ich rekonstruiere in solchen Situationen blitzschnell das Gespräch aus den Bruchstücken, die ich mitbekommen habe, und versuche dann das beste daraus zu machen um mich aus der Situation zu retten. Scheint zu funtionieren.

    So, jetzt aber ab ins Bett, morgen muss ich wirklich früh raus.

    Gute Nacht und viele Grüße von Bobbchen

  6. #6
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.316

    AW: Diagnoseverfälschung durch Komorbiditäten

    Hallo Bobbchen,

    Echt interessant, wie klein die Welt doch ist.
    Für sie selbst machte die Interpretation allerdings Sinn, da sie mir die Diagnose schizoide PS gab. Halte ich zwar für möglich, vermute selbst aber eher das Asperger-Syndrom bei mir.
    Ich habe neben dem ADHS eigentlich die Diagnsoe Aspergersyndrom.
    Da meine Mutter die Auffälligkeiten erst ab der vierten Klasse bemerkt hat, hat der Spezialist trotz allen Kriterien für das Aspergersyndrom dennoch nen Atypischen Autismus diagnostiziert.
    Ich orientiere mich eher am Aspergerautismus, da mir das irgendwie fassbarer erscheint.
    Zu deiner Psychologin zurück: Echt manchmal erschrecken, wie die zu voreiligen Diagnosen um sich wefen. Und hast du mal so ne Diagnose, wirst du sie so schnell auch nicht wieder los. Noch schlimmer, wenn sie schon irgendwo in deinen Akten steht

    Schau doch mal in den Thread Fortsetzung MCD-Kind rein. Wir befassen uns da auch mit dem Thema Autismus. Vielleicht hast du ja auch Lust, da mitzuschreiben

    Die Skills gegen die Spannungszustände bewirken bei mir mitunter eher das Gegenteil. Bei Borderlinern haben die Spannungen ja auch ganz andere Ursachen.
    Wirklich erstaundlich ist, dass ich nun mit MPH praktisch kein Spannungszustände mehr habe, auch keine BL-Spannungszustände mehr.
    Aber wahrscheinlich ist bei mir die BL-Störung wirklich erst durch ein nichtbehandeltes ADHS heraus entstanden.
    Interessant, aber auch kompliziert, diese Zusammenhänge (hier im Forum wurde dies auch schon oft diskutiert).

    Ja, wie gesagt, diese Zustände, wo ich wie aus der Realität weg getreten wirke und einfach meinen Gedanken nachhänge, habe ich auch. Meine Mitpatienten in der Klinik haben sich gewundert, dass ich dann, wenn sie mich ansprachen, trotzdem wusste, worum es ging und antworten konnte. Ich rekonstruiere in solchen Situationen blitzschnell das Gespräch aus den Bruchstücken, die ich mitbekommen habe, und versuche dann das beste daraus zu machen um mich aus der Situation zu retten.
    Könnte geradewegs von mir stammen . In der Schule wars immer am praktischten, wenn der Unterrichsstoff noch an der Tafel oder in den Unterlagen gestanden hat, so konnte ich blitzschnell den Zusammenhang wieder herstellen. Meistens hats auch funktioniert, war aber oft haarscharf.
    Aber eher aufschrecken tueh, wenn ich gedankenversunken ner Tätigkeit nachgehe, und mich plötzlich jemand anspricht, dann erschrecke ich manchaml richtig.
    Aber wirklich erstaunlich ist, dass mir trotz dieser kleinen Unaufmerksamkeiten noch nie ein Unfall im Strassenverkehr passiert ist. So als wäre irgendein anerer Teil von mir doch noch mit der Realität verknüpft.

    So, ich sollt mal wieder ein bisschen lernen.
    Habs heute so mit meiner Thera besprochen.
    Bis dann

    LG Nicci
    Geändert von Nicci (29.07.2011 um 22:02 Uhr)

Ähnliche Themen

  1. Komorbiditäten, und wenn nicht?
    Von kerry im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 25.10.2010, 21:55
  2. ADS / ADHS und Komorbiditäten
    Von Sally im Forum ADS ADHS Erwachsene: Umfragen
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 15.03.2010, 22:05
  3. Umfrage zu Komorbiditäten
    Von lola im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
    Antworten: 47
    Letzter Beitrag: 2.01.2010, 16:32
  4. Erfahrungen mit Begleiterkrankungen/ Folgeerkrankungen/ Komorbiditäten
    Von Alex im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
    Antworten: 22
    Letzter Beitrag: 28.09.2009, 12:24
  5. Text zu Komorbiditäten und Fehldiagnosen
    Von lola im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 6.08.2009, 11:57

Stichworte

Thema: Diagnoseverfälschung durch Komorbiditäten im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum