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Diskutiere im Thema Alkoholsucht im Forum ADS ADHS Erwachsene: Komorbiditäten
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
ADS/ADHS und Depressionen, Angsterkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Borderline, Abhängigkeit/Sucht, Messie-Syndrom und andere typische Komorbiditäten (Begleiterkrankungen und Folgeerkrankungen)
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 146

    Alkoholsucht

    Hallo

    ich bin seit Dezember 2010 in Behandlung(Medikament/Therapie).
    Seitdem trinke ich keinen Alkohol mehr und es ging bis zu diesem WE
    gut.(sehr gut und problemlos)

    Aber seit Freitag habe ich ein saustarkes Verlangen etwas zu trinken.
    Bzw. richtig lust und sucht mich zu besaufen.

    Ich will und werde aber nichts mehr trinken, das bin ich meiner Familie
    und mir schuldig.

    Aber was kann man gegen dieses Verlangen tun?Gibt es Hilfsmittel,
    Medikamente etc.

    Und ich bin auch sehr Depressiv und hatte gestern richtige Todessehnsucht
    ist aber heute wieder weg.


    Vielen Dank Cruise48

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 43

    AW: Alkoholsucht

    Hallo Cruise,
    kannst du denn einen Auslöser benennen?
    Ne Idee, woher die depressive Stimmung und diese Gedanken kommen?
    Find´s klasse, dass du so am kämpfen bist! Hast du ne Chance, schnell zu deinem Therapeuten zu gehen? Oder zu einer anderen Anlaufstelle?
    Wenn deine Familie dein großer Motivator ist, viell. können sie dich in der schwierigen Situation begleiten? Was mit ihnen unternehmen, dich erstmal ordentlich ablenken?
    Wünsch dir alles Gute!!!

  3. #3
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Alkoholsucht

    Hallo, gut, dass du dich der Sucht stellen willst, aber alleine geht das nicht. Wenn du in eine Selbsthilfegruppe (AA oder Blaukreuz) für Alkoholiker in deiner Nähe schnell gehst, die kennen das alles und können dir helfen. Die Familie ist damit überfordert und sollte selber in eine Angehörigen-Gruppe. Denn eine Sucht sehr gut und problemlos zu überwinden, das geht ja leider mit keinem Medi auf Dauer. Du bleibst ja Alkoholiker.

    LG Maggy

  4. #4
    ...ist dusselig

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 39
    Forum-Beiträge: 391

    AW: Alkoholsucht

    Hallo Cruise!
    Also das mit dem "Suchtdruck" kenn ich auch ganz gut....ich hab ~12 Jahre täglich (nach der Arbeit) gekifft....bis ich vor knapp 3 Jahren aufgehört habe....

    Der "Suchtdruck" kommt auch bei mir in unregelmässigen abständen wieder,aber nicht ohne auslöser....d.h. wenn ich stress in der Beziehung habe(also nicht für jeden kleinen pups,muss schon was echt heftiges sein)meine Zukunftsängste mal wieder zu stark vorhanden sind und solche Sachen halt,dann hab ich echt Lust....und Druck....aber bin wenn ich mich dem nicht hingegeben habe(hab ich auch bisher nicht) äusserst Stolz auf mich!!

    Mittlerweile weiss ich schon wann sowas passieren könnte,und versuche schon vorher "gegenzurudern"oder mich andersweitig abzulenken....oder nach Hilfe im sozialen Umfeld(Familie)zu fragen,lange Gespräche reichen bei mir zum Glück!

    Ich finds sehr gut das du der Versuchung nicht Erlegen bist!!Sei Stolz auf dich!

    Mfg
    Dusselköpfchen

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Alkoholsucht

    Hallo!

    "Suchtdruck" kenne ich auch: mein Freund trinkt seit einem halben Jahr nichts mehr wegen MPU-Vorbereitung und ich mache aus Solidarität mit - und weil ich vor einem halben Jahr mit dem Rauchen aufgehört habe und Angst vor Rückfall unter Alkoholeinfluss hat. Manchmal packt uns beiden auch dieses unglaubliche Verlangen, uns total zu betrinken - um am Wochenende diesen "kleinen Urlaub im Kopf" zu haben. So einen richtigen Ersatz habe ich dafür noch nicht gefunden - Bierdurst kann man eben nur mit Bier löschen.

    Ich treibe zurzeit relativ viel (moderaten) Sport wie Wandern und ausgedehnte Waldspaziergänge. Das macht mich auf eine ganz andere Art zufrieden, negative Gedankenspiralen verschwinden und auch der Sauf- und Rauchdruck nimmt enorm ab.

    Außerdem unternehmen wir zurzeit mehr mit Bekannten, die auch nüchtern sind - sonst fällt es ja doch schwer, den anderen beim Trinken zuzusehen.

    Bleib tapfer!

    LG
    crazykate

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 146

    AW: Alkoholsucht

    Hallo

    und vielen Dank für die netten und aufmunternden Worte.

    Heute geht es mir schon wesentlich besser um nicht zu sagen gut.

    In einer SHG bin ich schon wegen Adhs. Aber mal schauen ob ich nicht noch
    was anderes dazu mache als Hilfe.

    Und ich dachte immer so schlimm ist/war das gar nicht mit dem Trinken.
    Aber ich glaube das geht fast allen so.

    Liebe Grüße Cruise48

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 26

    AW: Alkoholsucht

    Das Problem habe/hatte ich auch. Nach vielen Rückfällen hat mich der Psychologe auf den richtigen Weg gebracht. Ich war bei den AA und dem blauen Kreuz. Die haben mich aber leider nicht für voll genommen, da bei mir keine körperliche Abhängigkeit vorliegt und ich keinen stationären Entzug gemacht habe. Ich habe eben nicht morgens schon Schnaps getrunken sondern "nur" heimlich Bier. Ich habe dann aber keine Kontrolle mehr - bis zum Exzess. Ich habe ein Problem mit Alkohol, weiß einfach nicht wann Schluß ist!

    Ich persönlich finde diesen Weg gut und habe ihn zum Teil durchlebt - nicht alle Stationen waren notwendig! Aber ich hoffe, es hilft Dir ein wenig...

    1. Als Alki outen (zumindest diskret im Freundeskreis - nicht im Job)
    2. Entzug
    3. Psychologe wegen Verhaltentherapie
    4. Selbsthilfegruppe
    5. Medikamentöse Einstellung mit Antidepressivum, Distraneurin, Haldol, Antabus, Timonil, Tiapridex, Nemexin, Acamprosat o.ä. (nach Verschreiben bzw. Behandlungsform)
    6. Regelmäßige Blutkontrolle / Leberwerte
    7. Viel Wasser, gesund essen und SPORT!!!!
    8. Tagebuch
    9. Umgang und Riten evt. ändern
    10. Notfallnummer!!!!
    11. Entspannungstechniken

    Wende Dich an a-connect.de. Super Menschen, die einem helfen können ohne religiösen oder wirtschaftlichen Hintergrund. Ich habe Mona auch meine Probleme erzählt
    Ich hoffe, es war etwas für Dich dabei

    Ganz liebe Grüße

    Dennis


  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 100

    AW: Alkoholsucht

    Hallo Cruise48,

    Gerne möchte ich Dir auch mein persönlicher Erfahrungsbericht zum Thema "Wege in ein abstinentes Leben" mitteilen.

    Die sogenannten "Cravings", (das reissen nach der Substanz), werden von Betroffenen in diesem Zeitraum der Entwöhnung, als häufig und sehr stark empfunden.
    Mit ganz einfachen Worten gesagt: Muss sich der Organismus und das Gehirn erst mal daran gewöhnen, keine Substanz mehr zu erhalten. Und dagegen wehrt sich anfangs unser Gehirn und Körper, vehement.

    Je länger Du jetzt also abstinent bist und dich mit deiner Suchtproblemematik intensiv auseinandersetzt, ärztlich, klinischer Entzug / Entwöhnung, desto weniger häufig und weniger stark empfindest Du die "Cravings". "Nimm Dir Zeit und mach Dir wenn möglich nicht zuviel Druck. Den Druck ist in der Entwöhnungsphase, die häufigste Ursache, für Cravings und der Grund, weshalb wir betroffenen Rückfällig werden.

    Wie Du sicherlich in der Klinik erfahren hast, gehören Rückfälle zum Entwöhnungsprozess. Aber denk daran: Ein Rückfall ist nicht schlimm, wen wir unser Hauptziel, (Abstinenz) weiterhin verfolgen.

    Auch sehr wichtig ist, das Du ein soziales Netz aufbaust. Menschen die Dich in dieser schweren Zeit, mit viel sozialer Kompetenz unterstützen. In der Klinik wirst Du höchstwahrscheinlich einen sogenannten Notfallpass erarbeiten. Dieser kann von entscheidender Bedeutung sein, ob ein Rückfall leztendlich stattfindet oder nicht.


    Diese grundlegenden Erfahrungen und die Erfahrungen der Betroffenen (Austausch der Mitpatienten) war für mich von riesiger Bedeutung. Ich konnte mir so mein individueller Plan oder Weg zur Abstinenz erstellen.


    Ich selber wurde von Benzodiazepinen wie: Valium (Diazepam), körperlich wie psychisch abhängig: Ich ging das folgendermassen an:





    1.
    Krankheitseinsicht, (Ich habe ein Suchtproblem und stehe damit nicht alleine. Ich will das ändern, als positive Voraussetzung)

    2. Stationärer Entzug, UPD Bern-Bolligen, Schweiz (Ich entgiftete meinen Körper innerhalb 3 Monaten, mit derselben Substanz Diazepam, von welcher mein Körper abhängig war.) Ärztliche Beobachtung, Begleitung
    3. Anschliessende Entwöhnungstherapie im TAM, PZM Münsingen, Schweiz. ( Innerhalb 3 Monaten setzte ich mich mit meinem Suchtproblem intensiv auseinander.)

    4. Wohnform, Ich ging in ein betreutes Wohnen, für Menschen mit psychosozialen Problemen und Suchterkrankungen. Dort befinde ich mich zurzeit und profitiere enorm von sinngemässer Altagsstrukturierung und dem geschützten Rahmen, der dieses Wohnheim anbietet.

    5. Ambulante analytisch-psychiatrische Therapie,( 2 mal wöchentlich beim Psychiater ehemaliger Oberarzt eines integrierten Drogendienstes und Spez. auf Therapie der ADS Symptomatik.)

    6. Neu- Einstellung pausierter Medikamenten, ADS Symptomatik=Dexamphetamini sulfas, Abhängige Persöhnlichkeitsstörung= Seroquel

    7. Abstinenz,auf alle Suchtmittel seit Dezember 2010 ((Dranbleiben))





    Das sind grob zusammengefasst, meine individuellen Schritte in ein abstinentes Leben. Du wirst das ebenfalls (auf Deine Art) schaffen. Wen Du auf irgendeine Art Ünterstützung zu Deiner Problematik benötigst oder wen Du Fragen hast, dann melde Dich bitte unschiniert bei mir.
    Soweit ich kann helfe ich Dir gerne und jeder Zeit weiter.

    Viele Grüsse


    Jorolym


  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 146

    AW: Alkoholsucht

    Hallo Dennis83 und Jorolym,

    vielen Dank für die doch sehr ausführlichen und äusserst
    guten Tips.

    So etwas hilft einem schon sehr weiter.

    Ich bin jetzt seit 12.12.2011 trocken und es wird milder.

    Es wird leichter wenn man sich die Wahrheit eingesteht und nicht kämpft
    sondern vor der Sucht kapituliert weil man nicht gewinnen kann.

    Und so muss ich sagen läuft es momentan ganz gut aber
    ich muss auf der Hut sein und dranbleiben denn diese Krankheit
    habe ich ja mein ganzes Leben.

    LG Cruise48

  10. #10
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Alkoholsucht

    Hallo Cruise48.
    Ich finde es gut, dass du die Sache sehr ernst nimmst.
    Vor einiger Zeit habe ich einen guten (meinen einzigen) Freund verloren.
    Er war Alkoholiker und verstarb grausamst an Multiorganversagen.
    Es ist zwar nicht immer eine schöne Welt in der wir leben,
    aber es gibt doch Tage um die es sehr schade wäre,
    wenn wir sie nicht mit uns und anderen teilen könnten.

    Und stell dir vor, du würdest hier im Chaotenclub als Toter auftauchen?
    Wieder einmal mehr Tränen der Verzweiflung. Das wäre echt schlimm.

    Bleibe trocken und lerne sehen.
    Alkohol macht blind. Im doppelten Sinn.

    LG --hirnbeiß--

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