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Diskutiere im Thema Was soll mir die Testung bringen? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 13

    Frage Was soll mir die Testung bringen?

    Hallo liebe Chaoten,

    seltsame Frage vielleicht für viele von Euch, aber ich weiss im Moment wirklich nicht ob mir eine Testung etwas bringt.

    Aber von vorne:

    Das ich wahrscheinlich auch ADS(H) habe, auf die Idee hat mich eigentlich die Ergotherapeutin meiner kleinen Tochter gebracht. Genau genommen hat sie es mir direkt auf den Kopf zugesagt.

    Witzig, eigentlich dachte ich es käme nur von meinem Mann. Der ist defintiv ein ADSler (Träumer). Er ist zwar auch nicht getestet, aber nach der Elternschulung für unsere Tochter war es eigentlich völlig klar für uns, dass er es hat. Erklärte für mich auch sehr vieles.

    Ich bin wohl eher der Mischtyp, weil: ich bin extrem organisiert, absolut nicht chaotisch veranlagt, denke und arbeite strukturiert. Bin nicht impulsiv, habe keine Stimmungsschwankungen. Bin kein Träumer, sondern Realist. Bin absolut nicht kreativ in gestalterischen Dingen.

    Aber: ich kann/konnte noch nie gut nein sagen. Bin extrem hilfsbereit, auch über meine eigenen Grenzen hinaus. Ertrage Ungerechtigkeiten überhaupt nicht. Habe eine sehr hohe Empathiefähigkeit. Denke zuviel nach.

    Vor einem Jahr habe ich einen Burn-Out erlitten. Ich bekam eine schwere Panikattacke ausgerechnet beim Autofahren. Seither bin ich in therapeutischer Behandlung. Ich bekam Beruhigungsmittel zum Einschlafen und musste täglich Citalopram einnehmen (Serotonin).

    Die Beruhigungsmittel habe ich nicht lange genommen. Hatte nicht den Eindruck, dass ich damit besser schlafe oder durchschlafen kann. Mit dem Citalopram habe ich im Oktober aufgehört. Anfangs dachte ich okay, damit geht es mir besser. War aber nicht wirklich so. Ich hatte trotz Medikamente Panikattacken. Seit ich keine mehr nehme, geht es mir eigentlich besser.

    Nur leider kann ich immer noch nicht Autofahren. Ich habe große Angst, dass ich andere Menschen gefährde, wenn ich währendessen eine Attacke erleide. Also laß ich es sein. Ist aber für mich mehr als lästig, bin eigentlich auf das Auto angewiesen. Konfrontationstherapie ist schwierig, es sei denn ich probier das mal nachts um 3.00 Uhr morgens, wenn keiner auf der Straße ist.

    Mein Leben war eigentlich immer sehr anstrengend. Das hatte aber immer mit Erlebnissen zu tun, auf die ich keinen Einfluß hatte. Irgendwann konnte ich das alles nicht mehr ertragen. Jahr für Jahr Katastrophen, nie kam ich zur Ruhe. Ich bin eine echte Powerfrau, aber die Power wurde immer weniger. Ich hatte kaum Möglichkeiten mich zu regenerieren und dann kam halt der Burn-Out.

    Jetzt bin ich ernsthaft am überlegen:

    - Soll ich mich testen lassen?
    - Warum?
    - Was genau bringt mir das eigentlich?
    - Gut, dann erhalte ich vielleicht MPH.
    - Wofür?
    - Das ich wieder mehr Power habe?
    - Wieder über meine Grenzen hinausgehe und dann hinknalle?
    - Hilft MPH gegen die Panikattacken?
    - Kann ich mit MPH wieder Autofahren? Lt. Packungsbeilage meiner Tochter sollte man ja wohl eher vorsichtig sein, mit Bedienen von Auto und Maschinen etc.!?

    Therapeutische werde ich ja bereits betreut. Okay, die Therapeutin geht nicht von ADS aus (darüber haben wir noch nie gesprochen, weil ich ja erst seit ein paar Wochen selber darüber nachdenke), sondern von postraumatischen Belastungsstörungen.

    Mein größtes Problem derzeit (außer nicht Auto fahren können) ist eigentlich die ständige innerliche Frage: schaffe ich das, habe ich dazu noch die Kraft?

    Also, liebe ADHS-Chaoten, könnt Ihr mir bei der Frage: "bringt mir die Testung wirklich etwas" weiterhelfen?

    Danke für Eure Antworten

    ElGuro

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: Was soll mir die Testung bringen?

    Jeder Therapie sollte normalerweise eine Diagnose voraus gehen

    oder?

  3. #3
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: Was soll mir die Testung bringen?



    da kann jeder sicher nur für sich sprechen..

    Therapie sollt diagnose vorrausgehen..schon ein wichtiger punkt..

    Für mich der hauptpunkt..

    GeWissheit zu haben..so wie wissen..über das..was mich betrifft..mein wesen allgemein..

    Die Diagnose..hat mir das Ungewisse genommen..

    hat mir Möglichkeiten für Behandlung und Therapie gegeben..

    ist dann aber auch wieder in den Hintergrund geraten..

    Aber:

    die Testung..brachte mir in dem moment..Bewegung und die Möglichkeit zu handeln..

    weiss net, ob ich mich grad klar ausdrücke..

    Aber..tu es--> wenn es für dich wichtig geworden ist..

    ich denk an dich

    Angel

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 13

    AW: Was soll mir die Testung bringen?

    Danke liebe Schurkin und liebe AngeLa für Eure Antworten.

    Klar habt Ihr recht. Vor jeder Therapie sollte eine Diagnose stehen. Hab ich ja auch. Die Diagnose vor einem Jahr lautete generalisierte Panikstörungen. Dass das eine Komorbidität zu ADHS ist, weiß ich inzwischen.

    In der Therapie habe ich gelernt, dass ich in den letzten Jahren ständig über meine physischen und psychischen Grenzen gegangen bin. Die Therapeutin konnte gar nicht begreifen, wie ich das so lange durchhalten konnte. Ich eigentlich auch nicht. Jetzt weiß ich wieso.

    Nachdem meine Tochter im Sommer diagnostiziert worden ist, habe ich mich natürlich informiert. Aber halt immer in Richtung Kinder.

    Als die Ergotherapeutin meiner Tochter mir sagte, dass ich auch eine AD(H)S-lerin bin, dachte ich zuerst die hat 'nen Knall. Auch meine beste Freundin schaute wie ein Auto, als ich ihr davon erzählte.

    Aber...., dann habe ich natürlich auch bei den Erwachsenen nachgelesen. Was die so schreiben, wie die sich so fühlen etc..

    Das war dann ungefähr so: hab ich auch, habe ich nicht, habe ich auch, habe ich nicht .......
    Ich bin weder typisch für die Träumer, noch für die Hyperaktiven.

    So, jetzt bin ich halt am überlegen. Ich habe AD(H)S - okay und nu?

    Was ist anders in einer Therapie für AD(H)S? Ich bin ja bereits in einer Verhaltenstherapie.

    Was ändert sich, wenn ich die Diagnose schriftlich habe?

    Klar kann ich den ganzen langen Weg gehen, kann mich ja auch direkt an den Psychologen meiner Tochter wenden. Der ist sowohl für Kinder als auch für Erwachsene zuständig und hat sich auf AD(H)S spezialisiert.
    Dauert da natürlich genauso lange, wie wo anders.

    Würde denn das MPH helfen gegen die Panikstörungen? Das andere Psycho-Zeugs hat ja nicht geholfen. Kann mir da jemand was dazu sagen?

    Bin halt am hin- und herüberlegen. Deswegen auch meine Frage.

    Hoffe, dass ich mich verständlich genug ausgedrückt habe.

    LG
    ElGuro

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 34

    AW: Was soll mir die Testung bringen?

    Eine Stimulans gegen Panikstörungen ? Naja, das glaube ich aber nicht. Meine persönliche Meinung wäre, dass die Panikstörungen sich verstärken oder öfter auftreten.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Was soll mir die Testung bringen?

    Wäre es nicht möglich, daß die Panik unter MPH weniger wird, da die ganzen Reize besser "sortiert" werden ?

    Beim Autofahren sind es doch besonders viele "wichtige" Reize, die man einschätzen und beachten muß...

    Als ich damals den Führerschein gemacht habe, hatte ich große Angst davor, die ganzen Eindrücke nicht richtig zu verarbeiten und einzuordnen - z.B. einen Kinderball zu übersehen, weil ich zu sehr auf die Verkehrsschilder achte...

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 13

    AW: Was soll mir die Testung bringen?

    Hallo liebe bleimel,

    danke für Deine Antwort.

    Das ist eigentlich die Frage, die für mich wirklich interessant wäre.

    Könnte ich durch MPH wieder Autofahren, bzw. bekomme ich durch das MPH meine Panikstörungen besser in den Griff?

    Ich traue mich nicht mehr Auto zu fahren, weil ich Angst habe, eine Attacke zu bekommen. Wenn ich MPH einnehme, könnte das dann meine Angst vor einer evtl. gar nicht mehr aufkommenden Attacke nehmen?

    Wenn ich einmal wieder gefahren bin und es ist nichts passiert, dann wäre ja auch meine Angst zukünftig unbegründet. Zumindest nach meinem logischen Verständnis.

  8. #8
    mit Nebenwirkung

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 48
    Forum-Beiträge: 4.672

    AW: Was soll mir die Testung bringen?

    bleimel schreibt:
    Wäre es nicht möglich, daß die Panik unter MPH weniger wird, da die ganzen Reize besser "sortiert" werden ?

    ...
    Genau so empfinde ich es!
    Ob es in einer Panikattacke hilft weiß ich nicht. Ich hatte die in letzter Zeit nur nachts und bin nicht auf die Idee gekommen eine Dosis MPH einzunehmen. Mach ich aber bei der nächsten!

    Ich musste MPH anfang letzten Jahres für mehrere Monate absetzten, krankheitsbedingt.
    Ich hatte übelste Ängste, diffus (ohne erkennbaren Grund) und dauerhaft.

    Hab mich dann entschieden es mit MPH zu versuchen... und diese "Grundangst" verschwand. Im nachhinein hab ich erkannt, dass es etwas mit der Gedankenflut zu tun hatte. Und oft merke ich jetzt noch, dass es Zeit für die nächste Dosis wird, weil eine Angst kommt ohne Grund.

    Ich wollte es eigentlich nicht schreiben, weil ich fürchte jetzt kommt

    Kann gar nicht sein. MPH hat keinen Einfluß auf Ängste. Das ist Placebo sonst nix.

    Aber eigentlich ist mir das wurscht. Ich kann wieder allein sein und alleine aus dem Haus! Das war nämlich nicht möglich vorher.
    Und darüber bin ich froh.

    L.G.
    happypill

  9. #9
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: Was soll mir die Testung bringen?

    ElGuro schreibt:
    Könnte ich durch MPH wieder Autofahren, bzw. bekomme ich durch das MPH meine Panikstörungen besser in den Griff?

    Ich traue mich nicht mehr Auto zu fahren, weil ich Angst habe, eine Attacke zu bekommen. Wenn ich MPH einnehme, könnte das dann meine Angst vor einer evtl. gar nicht mehr aufkommenden Attacke nehmen?

    Unwahrscheinlich. Wenn es sich wirklich um eine eingefressene Angst- und Panikstörung handelt.

    Diese muss extra behandelt werden.

    ADHS und Angst ist eine hartnäckige Angelegenheit. Es handelt sich bildlich gesprochen um siamesische Zwillinge, die also an irgendeiner Stelle so zusammengewachsen sind, dass sie nur ungern voneinander lassen können.

    Leider hat unser Gehirn, meist bereits in der Kindheit, gelernt, dass es uns durch die Aussendung von Angstgefühlen in einen Zustand der erhöhten Wachsamkeit und Aufmerksamkeit versetzen kann.

    Und das tut es besonders gerne beim Herannahen von Überforderungssituationen.

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 13

    AW: Was soll mir die Testung bringen?

    Hallo happibill, hallo Eiselein,

    erstmal herzlichen Dank für Eure Antworten.

    Zu happibill: Okay, das ist interessant für mich. Weil, ich bin ja am überlegen, warum ich mich testen lassen soll, einziger interessanter Grund momentan, mph.

    Ansonsten habe ich kein Problem, dass ich AD(H)S-ler bin. Habe bis jetzt gut damit gelebt, muss ein paar Sachen in meinem Verhalten änder. Bin in Therapie.
    Aber halt diese blöden Panikattacken. Therapeutin sagt: Gute Sache, ihr Körper hat ihnen damit ein Stoppschild vor die Nase gehalten, damit sie endlich mal auch auf sich selber achten. Gut okay, hab ich verstanden. Gehe diese Angelegenheit (auf mich mehr achten) an. Aber halt das doofe nicht Autofahren können. Das macht mich echt fertig. Soweit, war jetzt Deine Antwort an mich sehr hilfreich.

    Zu Eiselein: Ich bin in Therapie wegen der Panikstörung, wird behandelt. Medikamente, habe ich bereits geschrieben, haben nicht geholfen. Eigentlich geht's mir jetzt besser, nachdem ich nix mehr nehme. Was Du geschrieben hast mit der erhöhten Aufmerksamtkeit/Wachsamkeit deckt sich mit den Aussagen von Therapeutin. Mein Körper schickt mir die Warnung mehr auf mich aufmerksam zu werden. Habe ich begriffen. Muß ich wie bereits geschrieben dran arbeiten.

    Danke an Euch Beide für Eure Antworten. Beides war für mich sehr hilfreich!
    LG
    ElGuro

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