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Diskutiere im Thema Kann mich nicht zu Medikamenten durchringen im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1

    Kann mich nicht zu Medikamenten durchringen

    Hallo,

    ich bin ganz neu hier, 34 Jahre alt und komme aus Norddeutschland.
    Vor einigen Jahren wurde bei mir ADS diagnostiziert. Seit der Diagnose habe ich mich nicht mehr damit auseinandergesetzt. Die Gewissheit "anders" zu sein, wollte ich nicht akzeptieren, habe auch eine medikamentöse Behandlung abgelehnt.

    Wie man sich denken kann, ist nichts besser geworden, vieles schlimmer.
    Ich kann mich nur sehr schwer konzentrieren, es sieht immer aus, als höre ich den Menschen zu, weiß aber oft nicht, was sie erzählen. Selbst, wenn ich nach etwas gefragt habe, höre ich die Antwort oft nicht.

    Aufräumen und Ordnung halten ist für mich ganz, ganz schwer. Alles wird überall liegengelassen und somit habe ich jetzt ein hausgemachtes Problem: mein Freund erträgt es nicht mehr, was ich sehr gut verstehen kann, denn ich ertrage es auch nicht mehr. Täglich herrscht Chaos im Kopf.

    Ich kann auch Menschenmassen absolut nicht ertragen, mag nicht bummeln gehen aber auch nicht gerne telefonieren. Dafür könnte ich stundenlang meinen Gedanken nachhängen.

    Ich glaube es ist Zeit für eine Therapie. Aber ich habe Angst davor. Angst vor Selbsthilfegruppen, Angst, vom Arzt nicht ernst genommen zu werden, Angst vor Medikamenteneinnahmen. Ich nehme sehr ungerne Medikamente ein.

    Von Natur aus bin ich kein ängstlicher Typ, aber mich so zu offenbaren fällt mir unglaublich schwer.

    Wie habt ihr den ersten Schritt gemacht?

    Sorry für so viel Text.

    Herzliche Grüße von der Tüdeltante.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 735

    AW: Kann mich nicht zu Medikamenten durchringen

    Hallo Tüdeltante, der Text ist so vollkommen okay.
    Ich verstehe Dich sehr gut.

    Angst vor Selbsthilfegruppen, Angst, vom Arzt nicht ernst genommen zu werden, Angst vor...
    Ich meine ja immer, dass das alle notwendige Prozesse sind.
    Ohne sie ist man nicht in der Lage, den nächsten Schritt zu machen,
    vorwärts zu kommen.
    Du mußt nur ganz fest in Dich reinhören, irgendwann wirst Du ganz
    von allein reagieren. - So wie Du nun hier darüber schreibst, zum
    Hörer greifen und Termine machen...ect.pp. Irgendwann wirst Du
    innerlich bereit sein.
    Ich glaube, daß viele von uns dieser Stimme nicht mehr zuhören, weil
    sie gewohnt waren, sie nicht ernst zu nehmen und deswegen oft nicht
    recht vorwärts kommen.

    Ich sag da immer, daß eben alles seine eigene Zeit hat...
    Vertrau ihr, vertrau Dir. Dann bist Du offen genug, neue Wege zu gehen.


    Alles Liebe
    Etosha

  3. #3
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: Kann mich nicht zu Medikamenten durchringen

    Hallo,

    auch ich kann das , was du schreibst verstehen und gut nachvollziehen..

    für mich, war der schritt zu handeln da, als der leidensdruck zu hoch war..ich weit über dem limit..

    ja, horch in dich rein..und denk dran , das du die wahl hast..


    Welches sind die möglichkeiten..

    was möchtest du..

    was die vor-nachteile..im moment..aber..auch für die zukunft..

    ich drück dir die daumen..

    LG angeL

  4. #4
    ADLer

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 3.384

    AW: Kann mich nicht zu Medikamenten durchringen

    zwölfdreissi schreibt:
    Grüß dich Tüdeltante,

    der erste Schritt ... den denke ich, hast du längst getan, denn du hast deine Diagnose schon und irrst nicht noch suchend durch die Gegend, so wie viele von den Verdachts-ADHSlern.

    Seine Diagnose anzuerkennen und die Behandlung anzugehen ... du wirst deinen richtigen Zeitpunkt erkennen ... ganz sicher, verlass dich auf deinen Bauchgefühl ... deine Intuition.

    Vor meiner Behandlung - ich nehme Methylphenidat und Coachingstunden - wusste ich vieles wie es funktioniert, z. B. Ordnung, Struktur, Zeitmanagement ... nur scheiterte ich jedesmal bei der Umsetzung. Auch heute noch fallen mir einige Dinge schwer, vor allem "am Ball" zu bleiben ... das ist für mich ok, denn ich akzeptiere und mag mich so wie ich bin.

    LG zwölfdreissig
    Das mit dem wissen und dem umsetzen..

    da knabber ich auch noch dran..aber jeder tag..neue chance..

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 42
    Forum-Beiträge: 98

    AW: Kann mich nicht zu Medikamenten durchringen

    Da ich wiederholte Depressionen hatte, war die Diagnose für mich eine Erlösung und der Schritt zu einer Verhaltenstherapie logisch und zwingend. Ich überlege gerade, was ich verändern will und was von meinem ADHS-Verhalten, wie ich es nenne, bleibt. ich möchte mich nicht total verändern, ich möchte nur die Dinge, die mir massive Schwierigkeiten bereiten, bearbeiten. Ich mag viele Dinge an mir, die ADHS-spezifisch sind und die werde ich nicht "bekämpfen"!
    Natürlich nehme ich nicht gerne Medikamente, aber ich wollte es "ausprobieren" - weglassen kann man es ja immer und für mich ist nach wie vor die Therapie die wichtigste Maßnahme, nicht das Medikament.

    Methylphenidat ist kein Wundermittel und vor allem ist es keine Droge.
    Ich habe es verschrieben bekommen und in meiner Urlaubszeit zum ersten Mal genommen, niedrig dosiert, aber retard. Ich war total nervös und aufgeregt, hatte das hier sogar an dem Tag gepostet.

    Was passierte, war: NIX.
    Insgesamt habe ich die Wirkung des Medikaments überschätzt - ich nehme nun etwas mehr und merke, dass mir Dinge leichter fallen - das ist kein enormer Fortschritt, aber eine kleine Erleichterung. Vor allem, wenn ich versuche, mnein Verhalten zu ändern und mich dabei am Riemen reißen muss (andere Reize ausblenden, am Ball bei einer Sache bleiben, Geld ausgeben, Reizen erliegen)
    Dass sich was mit dem Medikament ändert, ist übrigens meinem Partner aufgefallen - ich habs nicht deutlich gemerkt und erst nach einigem Nachdenken und auch ein paar Tagen ohne Medikament registriert.
    Aber dass ich mich nun extrem gut konzentrieren könnte - nö, das kann ich nicht sagen. Ich werde nie so sein wie Kollegen von mir, die hochkonzentriert arbeiten können, egal, ob ich Medikinet nehme oder nicht. Aber das ist für mich ok - dafür kann ich andere Sachen, die meine Kollegen nicht können:-)

    Stell dir Therapie und Medikation nicht als Bedrohung vor - du wirst nicht maßgeregelt oder zu etwas gezwungen. Eine Therapie ist eine Dienstleistung und du bestimmst, was genau du möchtest - manche kaufen beim Bäcker Brot, Brötchen, Kuchen und Teilchen und manche nur ein Croissant. Und so rollen manche Menschen in einer Therapie ihr ganzes Leben auf, andere aber haben schon gewisse Vorstellungen, was Thema sein wird und bearbeiten nur diese. Außerdem entwickelt sich eine Therapie ja auch - man lernt ja doch sehr viel über sich selbst, wenn man mit jemandem redet, der sich mit ADHS auskennt.

    Wenn du keine Medikamente nehmen willst, tu es nicht. Wer weiß, ob sie dir nützen. Wie gesagt, für mich war es kein Wahnsinnserlebnis, Medikinet zu nehmen.

    Such dir 2-3 wichtige Aspekte raus, die du mithilfe des Therapeuten ändern möchtest und sage ihm, was du an dir magst und nicht ändern willst. Für diese Klarheit wird der Therapeut dankbar sein. Dann könnt ihr gemeinsam arbeiten und im besten Fall wenden sich deine Probleme zum Guten, entstressen dich und dein Selbstwertgefühl wird besser - so ist es bei mir, nachdem aber erst mal der riesige Absturz kam und ich mich daran erinnerte, wie wenig Selbstwertgefühl ich hatte und leider auch noch habe. Eine ADHS-Kindheit, - Jugend und -Studienzeit hinterlässt ihre Spuren, vor allem, wenn sich die eigene ADHS-Mutter komplexmäßig an ihrer Tochter austobt.

    Deine aktuellen Probleme klingen ähnlich wie meine und ich habe in bisher nur 4 Sitzungen schon erste Erfolge - Ordnung und Struktur zuhause mit ein paar simplen Tricks und das hat sich auch auf meine innere Ordnung ausgewirkt - ich scheine sehr viel Struktur zu brauchen, obwohl ich immer gesagt habe, dass ich mich nicht totorganisieren will - das habe ich meiner Therapeutin auch von Anfang an gesagt. Im Moment versuchen wir es mit zaghaften Strukturen und siehe da - es wirkt und meine Stimmung ist auf einmal gut!!!!
    Ich kann nur empfehlen, das Problem anzugehen - mit Hilfe. Ich fühle mich endlich verstanden, nachdem jahrelang nur depressionsmäßig an mir herumgedoktort wurde. Ich bekomme Struktur in mein Leben und in meinen Kopf und das ist echt Lebensqualität! Das wünsche ich dir auch!! Also - ran an den Speck - erkundige dich, mach Termine, beschäftige dich mit diesem Forum. Mach das Thema auf und zwar nur soweit, wie du magst. Dafür aber RICHTIG!
    Geändert von Janie (22.12.2010 um 22:29 Uhr)

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 24

    AW: Kann mich nicht zu Medikamenten durchringen

    Huhu..



    Klar verstehe ich deine Angst aber wo ist deine Lebensqualität ?! Ängste und Ärger machen ja auch krank. Ich habe vor 15 Jahren angefangen zu "suchen" - warum in ich so??- und habe die Antwort vor kurzen bekommen- ADHS -.

    Die letzten Jahre haben mich krank und schwach gemacht ABER jetzt wo ich weiss was ich habe kann ich mir helfen, ich nehme Ritalin LA 20mg am Morgen und 20 mg am Mittag.

    Klar ist es ein Medikament aber ich habe Lebensqualität bekommen.Natürlich kein neues Leben aber das will ich ja auch nicht .

    Wichtig ist - versuche zu spüren und verlasse dich auf dein Gefühl- du bist vielleicht unsicher aber du wirst richtig entscheiden.

    Es gibt für jeden Menschen einen Weg und bei vielen geht er in diese Richtung und bei vielen in die andere - und beide sind richtig nur braucht der Mensch MUT um ihn zu gehen !


    Lieben Gruß

    die Sina

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 44

    AW: Kann mich nicht zu Medikamenten durchringen

    @ Sina: Welche Art von Lebensqualität hast du durch das Medikament bekommen?

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 24

    AW: Kann mich nicht zu Medikamenten durchringen

    Also...

    Lebensqualität die ich bekommen habe ist in diesem Fall

    - ich bin entspannter mache mir nicht immer nur Sorgen .....
    - kann es besser "aushalten" wo viele Menschen sind
    -ich schlafe besser
    - bin auf der Arbeit nicht immer so angespannt

    ......

    klar ist das nicht immer so aber viel,viel besser geworden.
    Ich nehme mehr am Leben teil.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 234

    AW: Kann mich nicht zu Medikamenten durchringen

    Die Medikamente sind für AD(H)S'ler keine Droge, sondern dafür da, um dir das zu geben, was deinem Körper fehlt bzw. dafür da, um das auszugleichen, was bei anderen vorhanden ist. Wenn jemand was dagegen hat, soll er bitteschön auch eine Lösung darlegen, damit du dein Leben ansatzweise in den Griff bekommst. Und genau da scheinen die Medis zu helfen. Als Kind und in der Jugend hat man doch schon genug mit dem Defizit zu ertragen gehabt oder nicht?
    Geändert von vakuum (23.12.2010 um 01:35 Uhr)

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 24

    AW: Kann mich nicht zu Medikamenten durchringen

    vakuum schreibt:
    Die Medikamente sind für AD(H)S'ler keine Droge, sondern dafür da, um dir das zu geben, was deinem Körper fehlt bzw. dafür da, um das auszugleichen, was bei anderen vorhanden ist. Wenn jemand was dagegen hat, soll er bitteschön auch eine Lösung darlegen, damit du dein Leben ansatzweise in den Griff bekommst. Und genau da scheinen die Medis zu helfen. Als Kind und in der Jugend hat man doch schon genug mit dem Defizit zu ertragen gehabt oder nicht?
    So sehe ich das auch ! Es gibt doch für Kinder nichts schlimmeres als nicht dazuzugehören ,oder????

    Ich habe dass Gefühl wenn ich sie nicht nehmen würde dann ist es eine unterlassene Hilfeleistung an mir selber !!!!

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