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Diskutiere im Thema Wie bekommt man eine Diagnose? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 3

    Wie bekommt man eine Diagnose?

    In letzter Zeit komme ich immer mehr über mich selbst ins Grübeln. Ich bin 25 Jahre alt und eigentlich ist in meinem Leben alles ganz in Ordnung: das Studium nähert sich dem Ende. Ich habe viele Freunde, liebenswerte Eltern und bin gesund.

    Allerdings bin ich seit je her Single. Und seit je her gibt es eine Reihe Dinge, die ich einfach nicht schaffe, die mich mehr und mehr belasten. Vor einiger Zeit hat dann eine Freundin eher scherzhaft gemeint: vielleicht hast du ja ADHS. Und nachdem ich einiges darüber gelesen habe, frage ich mich das langsam sehr ernsthaft.

    Meine Probleme:

    - mir fällt es oft sehr schwer anderen Menschen zu folgen. Einfach, weil meine Gedanken schnell abschweifen. Ich bin jemand, der immer recht schnell in den Wolken lebt.

    - insbesondere überfordern mich Situationen, bei denen ich mit vielen Menschen in einem Raum bin. Und zwar nur dann, wenn ich keine klare Rolle habe. Vorträge sind für mich kein Problem - im Gegenteil, ich kann das richtig gut und bin da total aufgedreht. Auch kann ich problemlos in Gruppen arbeiten, wenn ich genau weiß, was ich zu tun habe.

    Wenn mir aber die Struktur fehlt - z.B. bei Vereinstreffen, Familienfesten o.ä., dann fühle ich mich schnell überfordert. Diese vielen Stimmen, Gesichter und Eindrücke prasseln alle in mein Gehirn. Dann schalte ich ab, setze mich in eine Ecke und träume vor mich hin.

    Viele sagen mir immer: "du bist halt ein ruhigerer Mensch". Aber daran liegt es nicht. Wenn ich nämlich mal in einen Redefluss komme, dann kann ich so schnell, so viele Dinge sagen, dass mir niemand mehr folgen kann. Und dann bin ich auch ganz furchtbar überzeugend und anregend für andere Menschen...

    Aber wie gesagt: in Situationen mit vielen Menschen, bin ich überfordert. Und das führt dazu, dass es mir sehr schwer fällt, Zugang zu anderen Menschen zu bekommen. Und ich vermute auch, dass das der Grund ist, wieso ich nie auch nur annähernd eine Beziehung auf die Beine stellen konnte. Mich haben die Situationen einfach überfordert. Ich hatte immer das Gefühl, mein Gehirn gerät ins Brennen und ich muss irgendwo hin, wo es ruhiger ist.

    - ich bin auch ein sehr kreativer Mensch. Ich kann manchmal rasend schnell neue Dinge entwickeln. Das hilft mir jetzt am Ende meines Studiums sehr - meine Arbeiten sind sehr gut.

    Auf der anderen Seite bin ich eine totale Niete, wenn es darum geht, konzentriert etwas zu berechnen oder einer Vorlesung zu folgen.

    Und ich werde sehr schnell unkreativ, wenn ich nicht genug Ruhe habe. Aber oft habe ich das Gefühl, dass mein Kopf einfach seine "Rechenleistung" unterbewusst für etwas anderes verwendet, wenn ich so schweigsam bin...

    - ich habe motorisch starke Defizite. Lange habe ich geglaubt, dass es daran liegt, dass ich Probleme habe, Bewegungen zu erlernen. (Als Kind war ich auch bei einem Ergotherapeuten). Aber in letzter Zeit stelle ich fest: mein Problem ist, jemandem zu folgen, der mir einen Bewegungsablauf vormacht. Ich kann mich einfach nur mit Mühe konzentrieren - schweife sehr schnell ab.

    - ich kann mich unglaublich in eine Sache vertiefen. Kann dabei die Zeit und meine Umgebung ganz vergessen. Das sind die Momente, in denen ich mich am wohlsten fühle. (Als nächstes kommen die Momente, in denen ich meine kreativität in Ruhe ausleben kann)



    Für mich ist nur klar: es kann einfach so nicht weitergehen. Mir geht es nicht sehr gut, weil ich mich oft sehr einsam fühle. Einfach, weil ich nicht mit den anderen Menschen mithalten kann. Sie sind mir oft zu schnell und zu unruhig - und sie tun Dinge, denen ich im Augenblick des Geschehens nicht folgen kann.

    Zu wissen, dass man ein Problem hat, wäre zumindest eine Hilfe. Dann kann ich vielleicht lernen, damit richtig umzugehen. Und ich muss nicht mehr ständig darüber grübeln, was eigentlich an mir so anders ist.

    Daher wollte ich mal nachfragen: was ist der beste Weg, um sich als Erwachsener auf ADHS untersuchen zu lassen?

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 85

    AW: Wie bekommt man eine Diagnose?

    Hallo Weiwa,

    willkommen hier. Du hörst Dich wie viele hier an.

    Zunächst solltest Du zum Hausarzt oder Psychiater gehen und sagen , dass Du begründeten Verdacht hast und Dich testen lassen möchtest.

    Lass Dich nicht abwimmeln. Mache Ärzte behaupten immer noch Erwachsene hätten kein ADS oder es wäre nur eine Mode- Krankheit. Im Zweifelsfall gehe zum nächsten Arzt.

    Dann mache einen kostenlosen Termin in einer Klinik oder Psychiatrischen Praxis zur ADS Diagn ostik im Erwachsenenalter.

    Wo wohnst ? Hier im Forum findest Du auf jedenfall eine Anlaufstelle in Deiner Nähe.

    Die Wartezeiten für die Termin variieren sehr. Es kann Monate dauern.

    Die sagen Dir dann was Du brauchst: Überweisung usw. Laboruntersuchung vom Hausarzt

    Dann mußt Du viele Fragebögen ausfüllen, Schulzeugnisse kopieren usw.

    Bei der Diagnostik wird ein langes Gespräch geführt und viele Test werden gemacht:
    IQ- Test, Konzentrationstest, Ausdauertest, Sinneswahrnehmungen und noch mehr.

    Dann stufen sie Dich ein.

    Es ist ja oft das Problem, dass Leute sagen: Ja, ich bin auch schonmal unkonzentriert oder vergesse etwas oder unruhig oder.....da fängt man an zu zweifeln, ob man sich vielleicht nur nicht genug zusammen reist.

    Ich habe meinen Diagnostik- Termin auch erst am 15.Dez. und mir kommen oft Zweifel oder Leute versuchen mir das schön zu reden.

    Aber meine Psychologin sagt ganz klar: Wenn Sie leiden, dann haben Sie etwas!
    Und dass hat ein Arzt ernst zu nehmen! Und wenn Sie kein ADS haben, dann halt etwas anderes! Und wenn wir keine Klare Diagnose dafür finden, dann müssen wir flexibel sein und trozem versuchen Ihre Lebensqualität zu verbessern. Wenn Sie nicht leiden würden, wären Sie nicht hier!

    Daran denke ich immer wenn ich unsicher bin, dass tut mir gut.

    Viel Erfolg

    sychotante

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 245

    AW: Wie bekommt man eine Diagnose?

    Trotzdem ich jetzt eine Diagnose habe, zweifle ich auch immer noch an mir, ob die Diagnose nicht falsch ist... etc.
    Danke für eure Beiträge, das hilft mir immer wieder, mich wieder zu finden.

    sychotante: Ich hätte auch gerne jemanden, der mir das sagt. Das hilft ungemein, wenn einen jemand ernst nimmt.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Wie bekommt man eine Diagnose?

    Ich habe im Augenblick noch das Problem: was ist, wenn ich das sehe, was ich sehen will? Wenn ich mich so sehr mit ADHS beschäftigt habe, dass ich nun ständig typische Symptome wahrnehme?

    Ich hatte mir auch schon einmal psychologische Hilfe geholt, weil ich mit meiner Einsamkeit nicht klargekommen bin. Als ich der Psychologin von meinen Problemen im Sportunterricht erzählt habe, hat sie auch die Vermutung mit ADHS geäußert - dann aber nicht weiter nachgefragt. Etwas ähnliches hat auch eine Freundin mir in diesem Zusammenhang gesagt.

    Leider gehöre ich noch zu der Generation, bei der ADHS wohl insgesamt noch nicht so recht wahrgenommen wurde.

    Was dafür spricht, sich testen zu lassen sind die Erfahrungen der letzten Wochen.

    Dank der Psychologin und vieler Freunde habe ich meine Angst vor anderen Menschen meistens im Griff. Aber es bleibt dieses Gefühl der Überforderung in vielen Situationen. Und das Gefühl, dass ich in vielen Lebenslagen nicht richtig "anwesend" bin.

    Mir ist auch mittlerweile klar geworden, woher oft diese Angst rührt: wenn jemand versucht, mich aus diesem Traumzustand herauszureisen, dann fühlt sich das oft sehr aggressiv an. So als würde jemand auf mich einhämmern und mich anschreien. Auch wenn das gar nicht böse gemeint war...

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 231

    AW: Wie bekommt man eine Diagnose?

    Aber meine Psychologin sagt ganz klar: Wenn Sie leiden, dann haben Sie etwas!
    Und dass hat ein Arzt ernst zu nehmen! Und wenn Sie kein ADS haben, dann halt etwas anderes! Und wenn wir keine Klare Diagnose dafür finden, dann müssen wir flexibel sein und trozem versuchen Ihre Lebensqualität zu verbessern. Wenn Sie nicht leiden würden, wären Sie nicht hier!

    Daran denke ich immer wenn ich unsicher bin, dass tut mir gut.

    Viel Erfolg

    sychotante[/QUOTE]


    Das ist genau die richtige Antwort/Meinung von deiner Psychologin...
    Von dieser Sorte Mensch, müsste es noch viel viel mehr geben.

    Da fühlt man sich doch als Patient verstanden, ist leider nicht immer so.

    Grüße
    PinkPanther

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 15

    AW: Wie bekommt man eine Diagnose?

    Das was du da geschrieben hast könnte ich bei meinen Probs gleich noch mit hinten dranhängen. Vor allem der Teil mit der fehlenden Struktur passt exakt.

    Wenn ich eine Konversation leite und mein Gehirn bekommt Stück für Stück die Information, die es braucht um ein Gesamtbild zu erzeugen geht alles gut. Anders funktiniert es nicht.

    Wie kommst du denn klar, wenn du Vorlesungen nicht folgen kannst. In den Tuts wirds dir ja nicht anders gehen? In Ruhe wirst du das meiste sicherlich verstehen. Aber das ist doch ein riesiger Mehraufwand oder nicht?

    Würde mich wirklich interessieren, was da bei dir rauskommt.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 3

    AW: Wie bekommt man eine Diagnose?

    Naja, ich bin aus zwei Gründen ganz gut durchs Studium gekommen:

    1. Ich hab mich mein Leben lang mit dem Thema befasst und sehr viel Vorwissen mitgebracht

    2. Ich hab oft wochenlang alleine gelernt und geackert. Am Schluß bin ich gar nicht mehr in Vorlesungen oder Übungen gegangen und hab mir alles gleich selbst beigebracht.

    Ehrlich gesagt, wenn ich Ruhe habe und alleine bin, kann ich sehr produktiv sein. Ich kann dann in wenigen Stunden die Arbeit von Tagen schaffen. Aber dann kriege ich wieder tagelang nichts auf die Reihe.

    Ich bin sehr stark autodidaktisch veranlagt. Und ich fühle mich auch nur dann wirklich wohl. Vorallem, weil ich dann mein Tempo alleine bestimmen kann und mich nichts anderes ablenkt.

    Vor allem stürzt es mich oft in depressive Phasen, wenn ich sehe, dass es mir so schwer fällt, Zugang zu anderen Menschen zu finden. Weil ich oft nichts lieber hätte, als jemand, mit dem man stundenlang zusammen ruhig im Bett liegen kann und dabei Musik hören kann.

    Über die Geschichte mit der Diagnose muss ich noch nachdenken. Ich hab ein wenig Angst davor, mir schon wieder Hilfe holen zu müssen. Das letzte Mal war das eher ein Flopp. Ich hatte permanent das Gefühl, dass ich die Antworten der Psychologin vorausberechnen konnte...

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