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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 181

    Therapieziel bei ADHS?

    Hallo

    ich muss kurz ausholen:

    ich habe die diagnose vor drei jahren bekommen. das wurde seriös abgeklärt und alles.
    mir ging es damals echt schlecht. ich hatte 25kg übergewicht, verheerende Blutzuckerschankungen (ich habe noch diabetes), ein riesen chaos in den finanzen (schulden), die wohnung war messie mässig.. ausserdem hatte ich panikattacken, depressive verstimmungen und fühlte mich generell extrem überfordert.

    vor der diagnose war ich schon lange in gesprächstherapien und bekam antidepressivum, da es einfach immer hiess ich sei halt lebenslang depressiv.

    nach der diagnose machte ich zwei jahre lang eine bewegungstherapie und ein halbes jahr eine verhaltenstherapie. ich nehme immer noch täglich 36mg concerta.
    konnte ich die finanzen ordnen, 10kg abnhemen (und halten) die wohung so halb in ordnung halten, die anti depressivum komplett absetzen. die panikattacken sind komplett weg, die depressiven verstimmungen weniger geworden.
    ich fühle mich ncoh nicht super, aber stabil und das ist für mich ein riesen erfolg.

    mein hausarzt hat mir einmal im monat das rezept fürs concerta ausgestellt und die therapieen verordnet. (das die kasse diese zahlt)

    nun hat mein hausarzt aber aufgehört und meine neue ärztin tat erst ein bisschen schwierig wegen dem concerta.
    (sie brauche neue berichte von der psychologin) ausserdem wollte sie von mir wissen, was denn das therapieziel sei und ob man langsam daran denken könne, die medis abzusetzen.?

    und da musste ich ehrlich sagen, dass ich noch gar nie darüber nachgedacht habe. es war so verdammt viel arbeit in den letzten drei jahren, dass ich einfach schon heilfroh bin, das geschafft zu haben und stabil zu sein. (zu funktionieren)

    bis im frühlin machte ich ncoh verhaltenstherapie.. aber momentan bin ich therapiemüde.. ich habe so hart an mir gearbeitet, ich brauche jetzt eine lange pause.. klar könnte vieles noch besser sein / werden, aber ich habe momentan einfach ncht das bedürfnis zur therapie.. die medis möchte ich trotzdem behalten..

    jetzt nähme mich echt mal wunder, was denn euer therapieziel ist? oder gibt es das gar nicht?
    meine psychologin vergleicht die ADS immer mit der Diabetes, wo man ja auch sein leben lang aufs insulin angewiesen ist und keiner auf die idee käme, das "jetzt dann mal langsam abzusetzen"

    ich freue mich auf viele inputs.

  2. #2
    berndkl

    Gast

    AW: Therapieziel bei ADHS?

    erstmal - RESPEKT !!!
    ich finde es sehr beeindruckend welche Energie du aufgebracht hast und noch aufbringst !

    Therapieziel ist eine gute Frage - die ich nicht beantworten kann
    ich habe zwar oft gedacht - was kann eigentlich dabei herauskommen (also nicht wegen mir - ich habe ja bisher "nur" den Verdacht )
    und wie lange dauert sowas ....

    Ich denke aber, das auch du lebenslang Medikamente nehmen werden musst ...
    evt anders dosiert - evt mal ne andere Sorte ...

    gerade kann ich mal keinen richtigen Gedanken fassen -
    jedenfalls wünsche ich dir das es so positiv weitergeht für dich

    Gruß
    Bernd

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 181

    AW: Therapieziel bei ADHS?

    hallo bernd

    vielen dank für dieses lob
    es gab natürlich auch bei mir viele viele kleine rückschläge, und zeiten wo ich unendlich müde war vom kämpfen und manchmal habe ich heute noch das gefühl, ich möchte einfach ins bett gehen und erst in einem halben jahr wieder erwachen, wenn der energiespeicher wieder komplett voll ist
    und die diabetes ist besser, aber noch nicht mal annähernd gut eingestellt.


    aber: nach der diagnose hast du wenigstens einen punkt um anzusetzen
    früher kam cih mir manchmal vor, als schwimme und strample ich in einem pool, der so glatte wände hat, dass ich einfach nicht rauskomme..

    mit der diagnose war es als hätte mir jemand eine leiter in den pool gehängt. raufgehen muss ich sie selber und das kostet kraft. aber immerhin ist es jetzt möglich!

    ich hoffe bei dir geht es auch bald aufwärts.

  4. #4
    Wohnt hier

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    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.267

    AW: Therapieziel bei ADHS?

    Hallo soulseller,

    den Vergleich mit Insulin habe ich auch schon gehört. Oft wird MPH auch mit einer Brille verglichen, durch die dem Patienten erst das (nach)lernen all der Dinge möglich ist, die er ohne Medikation beim besten Willen nicht schaffen kann. Schwer von ADHS Betroffene sind ohne Medikation gar nicht therapiefähig (Aussage von mehreren Fachpersonen). Das letzte Argument könnte für dich vielleicht brauchbar sein.

    In einem Punkt hinkt aber der Vergleich mit Insulin oder Sehbehelfen: das mit der lebenslangen Medikation ist gar nicht so sicher. Ich weiss persönlich von Menschen, die ihre Dosierung in Lauf der Jahre reduzieren konnten. Dies war aber nur mit konsequenter Arbeit an sich selbst und geduldigem Üben möglich.
    Ich hab jetzt aber noch kaum davon gehört, dass vom Brillentragen die Sehkraft besser wird - allenfalls bei einer Schielbrille. Hm... Denkanstoss...

    Die Frage nach einem Therapieziel finde ich auch etwas seltsam - kann es sein, dass da jemand von ADHS wenig Ahnung hat? Wenn es überhaupt sowas wie ein Therapieziel gibt, dann wäre es wohl die Besserung der Symptome im Rahmen einer Langzeitbehandlung. .... oder so....

    lg
    lola

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