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Diskutiere im Thema Klinikaufenthalt sinnvoll? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    Böse Klinikaufenthalt sinnvoll?

    Hallo zusammen,

    mich beschäftigt eine Frage immens, und ich wäre froh, wenn ich von euch einige Meinungen zu lesen bekäme.

    Mir ist jetzt schon mehreren Seiten aus nahegelegt worden, nochmals über einen Klinik-Aufenthalt nachzudenken. Ich jedoch denke, dass es mir hierfür nicht schlecht genug geht. Dieser Gedanke kommt daher, weil ich im letzten Jahr mit so vielen Borderlinern auf einer Station war, und beim Anblick der ganzen-zum Teil noch sehr frischen- Narben, den Anzahlen an Suizid-Versuchen und auch ansonsten "verkorksten" Lebensläufen mit Missbrauch, Drogen- und Alkohol-Karriere, frage ich mich nun tatsächlich, ob ich ein Anrecht habe zu sagen, dass es mir schlecht geht und ich Hilfe nach wie vor benötige.
    Denn mein Leiden sieht man mir eben nicht an; lebenslang depressiv heule ich auch nicht den ganzen Tag lang, sondern kann sogar auch herzhaft lachen, um aber auch im nächsten Moment sofort wieder abzustürzen.

    Was mich also quält ist die Frage, WIE schlecht muss es mir gehen, um Hilfe von außen beanspruchen zu dürfen?
    Und geht es euch auch so, dass ihr, obwohl ihr wisst, dass man Leidensdruck nicht vergleichen kann bzw. darf, da er subjektiv ist, dieses trotzdem tut, mit dem Schluss, dass ihr euch noch schlechter bzw. schuldiger fühlt, da es allen anderen ja eigentlich viel viel schlechter geht als euch?

    Wer versteht mich?

    Liebe Grüße
    Amneris

  2. #2
    Patty

    Gast

    AW: Klinik sinnvoll?

    Hallo Amneris,

    ja, das kenne ich auch.

    Ich wurde schon mal mit Blaulicht ins Krankenhaus gefahren und hatte dabei ein schlechtes Gewissen, weil es ja jemandem noch schlechter gehen könnte, als mir und da ich ja den Krankenwagen belege ....

    Ich fürchte, es ist ein Selbstwertproblem.

    Mittlerweile habe ich gelernt, daß ich darauf achten sollte, was Menschen zu mir sagen, die es gut mit mir meinen. Wenn es heißt: "Es geht dir sehr schlecht, ruf sofort den Arzt an", dann sollte ich das machen, auch wenn ich selber gar nichts davon merke.

    LG Patty

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsener
    Forum-Beiträge: 1.650

    AW: Klinik sinnvoll?

    Hallo Amneris,

    wenn es dir schon andere nahegelegt haben, dann scheint es dir ja auch "objektiv" schlecht zu gehen-aber unabhängig davon kann man sich, finde ich nicht damit vergleichen, was andere für Probleme haben.

    Du denkst ja nicht ohne Grund über einen Klinikaufenthalt nach.

    Ich war vor Jahren, als ich die Diagnose ADHS noch nicht hatte, aber dafür eine somatoforme Störung u.einiges andere auch mit lauter noch kränkeren Menschen in einer psychosom.Klinik zusammen, wie du das beschreibst- anfangs fühlte ich mich da auch etwas deplatziert,aber nach einigen Wochen völlig daseinsberechtigt!

    Ich würde allerdings auch nicht nochmal einen Aufenthalt in Erwägung ziehen weil ich
    1. nicht aus meinem Alltag rausgerissen werden will (irgendwie muss man sich ja dann doch auch bei der ARbeit erklären warum man plötzlich untertaucht, ich war 5 Wochen weg)-das war schon etwas nervig und schwierig, weil ich nicht als krank gelten wollte.
    2. und weil ich kaum was umsetzen konnte von dem was ich damals so gelernt habe, weil es ja ein geschützter Raum ist den man dann zu Hause überhaupt nicht hat-und da bin ich dann doch in ein Loch gefallen und alles war wie vorher.

    Deswegen versuche ich mit Therapie und Medikamenten jetzt im Alltag kleine Veränderungen zu versuchen, was mehr o.weniger gut gelingt.

    Wenn man aber absolut nicht weiterkommt kann ein Umgebungswechsel einem einen ziemlichen Anschub bringen (wie es ja auch mit einem Urlaub möglich ist), das ist der Vorteil finde ich.

    Ein paar Gedankenanstöße...

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 1.096

    AW: Klinik sinnvoll?

    Also heute Nacht habe ich geträumt, dass meine Ärztin mich für die Klinik "angemeldet" hat
    Ob das ein Zeichen ist Na ja, geändert hat sich seit meinem ersten Post oben, dass ich nun zwischenzeitlich meine Diagnose bekommen habe, und das liest sich schon recht heftig. Und mir geht es jetzt auch entsprechend wieder schlechter, aber das liegt bestimmt an dieser doofen bipolaren Störung- menno, diese permanenten Schwankungen sind aber auch echt anstrengend

    LG Amneris

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 534

    AW: Klinik sinnvoll?

    Ich fühle mir dir Amneris .

    Ich selbst bin zwar nicht Bipolar aber ich weiss ziemlich gut was das bedeutet da meine Ex frau auch diese Diagnose hat.

    Ich wünsche dir alles gute und viel kraft für den weg der vor dir liegt.
    Nur du selbst kannst dir Helfen in dem du dir Hilfe suchst, was du ja schon getan hast.

    Bleibe auf diesem weg

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 32
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Klinik sinnvoll?

    Zunächst einmal höre auf dich selbst und vergleiche dich nicht mit anderen.

    Ganz egal wie schlecht es dir geht, es wird immer irgendjemanden geben, dem es noch schlechter geht. Das bedeutet im Umkehrschluss aber keinesfalls, dass es dir gut geht, oder dass du keinen Anspruch auf medizinische Hilfe hättest.

    Ich weiß, dass das so daher gesagt viel einfacher und einleuchtender klingt als es dann in der Umsetzung auch ist (auch ich habe mir die letzten 4 bis 5 Jahre [vielleicht sogar noch länger] eingeredet, dass es mir nicht so schlecht geht bzw. gar nicht so schlecht gehen kann und, dass ich nicht undankbar sein darf, da es anderen Leuten ohnehin noch viel schlechter geht).

    Vertraue dir selbst und lass dich bestenfalls von anderen Beraten, aber höre dir die Ratschläge an und wäge ab.

    Viel Erfolg und Zuversicht und viele Grüße aus Wien...

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