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Diskutiere im Thema Vertraue mir selbst nicht im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 32

    Vertraue mir selbst nicht

    (ich hoffe, der Text ist im Bezug auf Drogen nicht zu offen)

    Ich bin Psychiatern und Therapeuten immer aus dem Weg gegangen, weil ich Angst hatte, dass man mich sofort als jemanden, der sich nur ein Substitut für Drogen erschleichen oder sich as Leben einfach machen will, abstempelt. Gewisser maßen denke ich sogar selbst, dass es genauso ist. Ich vertraue mir in dieser Hinsicht nicht,… weiß nicht, ob das nachvollziehbar ist.

    Ich hab schon sehr früh eine Affinität zu Medikamenten gehabt. Mit 13 Valium im Medikamentenschrank gefunden, mit 14 Codein aus Kombipreperaten rausgefiltert und mit 17 schließlich unglücklicher Weise auf eine Flasche Tramadol gestoßen und eine einjährige Abhängigkeit entwickelt. Alkohol trinke ich, seit ich 18 bin, regelmäßig mit 15, 16b hab ich eher Komasaufen und größeren Abbständen betriebn. Ich hab Coffeintabltten in Massen gekauft und mit Ende 17 habe ich aus alter Gewohnheit einer Opiatabhängigen im Badezimmer einer Bekannte rumgewühlt und fand Ritalin. Ich wusste unterschwellig wahrscheinlich genau, was ich schon immer eigentlich suchte, ich hatte ausreichend darüber gelesen. Die Erfahrung hat mir schließlich den Rest gegeben. Ich stellte fest, dass die Wirkung von Opiaten und anderem dagegen beschissen war, weil ich ja eigentlich nicht “berauscht” sein wollte (ich habe auch nie Drogen auf Feten genommen. Wenn ich z.B. harte Drogen hatte, habe ich sie gehamstert und in kleinen Dosen über Werktage verteilt, immer im stillen Kämmerlein und zum Alltag bewältigen). Mit 19 kam schließlich der Absturz mit Speedähnlichen Chemikalien, falsche Dosierung zum Abschluss, paranoide Zustände. Wegen denen hab ich letztendlich Hilfe gesucht, jetzt sind sie abgeklungen, dagegen steht die Diagnose ADS.

    Mir kommt das alles spanisch vor, irgendwie will ich auch nicht so recht glauben, das es dermaßen einfach ist. Dass es keine Wunderpille ist, ist mir klar aber aus alter Erfahrung weiß ich genau, wie viel besser es mir damit gehen würde.
    Ich denke schon selbst, dass ich eigentlich nur ein Junkie bin der sich die ganze ADS geschichte eingeredet hat um letztendlich, nach 3 Jahren, haha, sein Zeug auf Rezept zu bekommen.
    Meinem Therapeuten (nicht der, der ADS diagnostiziert hat) gegenüber hab ich diesen Verdacht schon geäußert, er hat gelacht und gesagt, dass ich dann aber eine sehr ausdauende Schauspielerin wäre und hat mir vorgehalten, wie lächerlich der Gedanke eigentlich ist.

    Jaah… trotzdem hält mich dieses Misstrauen davon ab, dem Herren Psychiater einfach eine Mail zu schreiben, dass ich mir ziemlich sicher bin, das mir Ritalin helfen wird und dass ich es neben der Therapie nehmen will.

    So. Wie man mir da jetzt helfen kann, weiß ich nicht, aber ich hab vielleicht gehofft das irgendwer das versteht und was dazu sagen kann.

  2. #2
    Ist interessiert

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 88

    AW: Vertraue mir selbst nicht

    Am Wichtigsten ist es wohl, dass du offen und vor allem ehrlich mit deinem Psychiater und deinem Psychologen darüber sprichst. Aber eben die gesamte Geschichte erzählst, von anfang bis Ende. Auch deine Ängste und Sorgen. Wie lange bist/warst du bei beiden in Behandlung? Weil wenn du eine längere Zeit bei denen warst, können die sich am ehesten ein Bild von dir und deinem Zustand machen.

    Natürlich verstehe ich auch, dass du, denke ich, weißt, dass sie auch nur Menschen sind und nur das wissen können, was du ihnen von dir erzählst und sie somit auch hinters Licht führen kannst, um an dein Ridalin zu kommen. Aber genau deswegen solltest du eben ausführlich darüber reden - damit du dir selbst auch vertrauen kannst!

    Ich denke aber ehrlich gesagt, dass man hier im Forum sich hüten wird, dich dazu oder dagegen zu raten, zumindest kann ich mir das vorstellen, denn das ist wirklich eine heikle Sache. Ist man dafür, kann es sein, dass sich eben deine Ängste sich bestätigen. Ist man dagegen, kann es sein, dass du es nicht machst und anstelle dessen etwas anderes anstellst.

    Ich selbst bin kein Psychologe, aber vielleicht hast du auch dieses Suchtverhalten wegen ADHS gehabt? Wie gesagt - sprech am besten mit deinem Psychologen/Psychiater ausführlichst darüber.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Vertraue mir selbst nicht

    Ich hab beiden meine Erfahrungen im vollen Umfang geschildert. Der ADS Arzt hat allerdings nicht so viel nachgebohrt, weswegen ich bei ihm eher nur was, wie und wann beschrieben hab. Gegenüber dem alllgemeinen Psychologen hab ich sogar explizit meine Angst geäußert und wie gesagt, er hat das abgetan.

    Beide sagten, das mein Umgang mit Drogen auf eine versuchte Selbsttherapie schließen lassen.

    Mit dem Spezialisten hatte ich bislang nur einen Einstündigen Termin, den anderen hab ich öfter gesehen inkl. Gespräch mit meiner Mutter.

  4. #4
    besenreiterin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 2.591

    AW: Vertraue mir selbst nicht

    hallo

    hier gibt es einige im forum die einiges an erfahrungen haben auch was deinen konsum alternativer dinge betrifft .

    ich finde persönlich !!! also kann ich nicht für alle sprechen und ich habe ja auch keine ausbildung in dem bereich ,
    das du alleine durch deine bedenken und deine schilderung schon relativ deutlich zeigst das du nicht nur " irgendwas " wie soll ich sagen, haben möchtest ,das kannst du sicher wesendlich einfacher haben .

    insofern würde ich persönlich nun dir sagen das du ein wenig vertrauen durchaus in dich haben darfst . den !!! wenn ich deinen text richtig gelesen haben dann haben ja beide ärzte dir auch zugestimmt .bzw deutlich gesagt das es sowas gibt wie SELBSTMEDIKATION.

    ich bin sicher das hier wie gesagt dir einige helfen können . wir haben hier einen geschützten bereich für sucht und diese dinge .
    ein wenig geduld musst du allerdings aufbringen.
    lies hier, lerne und frage ...

    liebe grüsse hexe

  5. #5
    besenreiterin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 2.591

    AW: Vertraue mir selbst nicht

    ach ja sorry bin bisweilen zu schnell und vergesslich .

    du solltest dich vorstellen ist ne gute idee denke ich .
    lies mal die liebevollen anweisungen dann erklärt es sich von selber .

    hexe

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 272

    AW: Vertraue mir selbst nicht

    ColaQueen schreibt:
    ...Gegenüber dem alllgemeinen Psychologen hab ich sogar explizit meine Angst geäußert und wie gesagt, er hat das abgetan.
    Könne ja auch sein, das der Herr Psychologe nicht so gut mit ADS vertraut ist?

    LG vom Nordmann

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Vertraue mir selbst nicht

    Nordmann schreibt:
    Könne ja auch sein, das der Herr Psychologe nicht so gut mit ADS vertraut ist?

    LG vom Nordmann
    er nicht, der andere ist darauf spezialisert.

    ich war am donnerstag bei einem coach und mein entscheidung steht jetzt. sie selber hat adhs und hat mir gesagt sie würde mir in jedem fall empfehlen, es zu probieren.

    Außerdem würde sie mir Therapie auch erst dann beginnen wollen, wenn ichhalbwegs vernünftig eingestellt bin. Sie sagte, ihr ziel wäre es, mirsoweit zu helfen dass ich in 1 bis 2 jahren komplett ohne Medikamente klarkomme - sie hätte das auch so geschafft. Da beruhigtmich wiederum weil ich ja ncht ewig pillen schlucken will.

    Das Gespräch hat meine Einstellung sehr verändert. Die frau hat mir dermaßen aus der seele gesprochen wie kaum ein Mensch zu vor, insbesondere was soziale Ängste usw. anbelangt (was ich bisher wenig angesprochen hab, weil es mir irgendwie unangenehm war - sie wiederum hat ganz von selbst angemerkt, was sie an mir und meinem verhalten auffällig findet und was wir daran ändern werden).

    Sie meinte z.B., dass allein dadurch, dass ich hibbelig bin und kaum Blickkontakt halten kann, ich desinteressiert wirke, selbst wenn ich interessiert bin und dass das auf Fremde sehr negativ wirken muss. Ich hab mich meine ganze Jugend hindurch gefragt, was zur Hölle ich falsch mache das Menschen mir immer sagen, sie würden denken, ich wolle nichts mit Ihnen zu tun haben oder mich unsympathisch finden. Mir ging das gar nicht in den Kopf rein, das Blickkontakt so wichtig ist. Weil wenn ich erzähle seh ich sowieso nun mal rein gar nichts, dann bin ich fokussiert und wenn ich mich wiederum beim zuhören darauf konzentriere, jemandem in die Augen zu gucken, hör ich nicht, was er sagt.
    Sie sagte, genau deswegen brauch ich am Anfang auch die Medikamente, ansonsten wird es zu anstrengend und ich wird wahrscheinlich nach 1, 2 Sitzungen abbrechen.

    Wir haben es beim ersten mal schon 10 Minuten lang probiert einfach nur Blickkontakt zu halten und nachdem es mir zuerst ausgesprochen seltsam und lächerlich vorkam, gewöhnte ich mich nach einer weile dran. als ich allerdings zu sprechen anfing, ging gar nichts mehr.
    irgendwie war das gespräch für mich danach auch gelaufen, was den konzentrationspegel anbelangt.

    Ich hab jetzt ehrlich gesagt keine Zweifel mehr, dass die Diagnose stimmt und solange ich nicht nur Tabletten schlucke sondern mich auch darum bemühe meine Verhaltensmuster zu ändern usw. brauch ich mich deswegen schätze ich auch nicht schlecht fühlen .-.

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 49
    Forum-Beiträge: 171

    AW: Vertraue mir selbst nicht

    hallo colaqueen,

    eine sucht kann sich nur bei substanzen die euphorie erzeugen entwickeln.

    um diesen glücklichen zustand zu erhalten muß man dann die dosis ständig erhöhen.

    unter abhängigkeit versteht man normalerweise die notwendigkeit eine gleichbleibende menge einer substanz einzunehmen um entzugserscheinungen zu vermeiden.

    mph in normaler dosierung erzeugt normalerweise keine euphorie.
    daher kann sich auch keine sucht entwickeln.

    ebensowenig treten entzugserscheinungen auf, weshalb man auch nicht von einer abhängigkeit sprechen kann.

    es gibt aber ein missbrauchspotential, da normale menschen durch mph ihre konzentrations und leistungsfähigkeit steigern können.
    wenn eine arbeits oder erfolgssucht besteht und jemand versucht seine leistungsfähigkeit dauerhaft durch mph zu steigern wird er die dosis erhöhen müßen.
    am ende kann es zum totalen zusammenbruch kommen.
    die eigentliche ursache liegt aber nicht im mph sondern in der arbeitssucht.

    z.b. kann auch ein bodybuilder sich mit steroiden völlig ruinieren.
    stereoide machen ebenfals nicht abhängig, doch bei einer psychische sucht nach mehr muskeln besteht auch hier ein gefähliches missbrauchspotential.

    solange dich mph nicht euphorisch macht und du nicht arbeits oder erfolgssüchtig bist, brauchst du dir also keine sorgen machen.
    mph ist für adsler eine sinnvolle medizien.

    ich habe jahrzehntelang drogen konsumiert um einigermasen klar zu kommen.
    zuletzt hab ich täglich fast eine halbe flache wodka gleichmäßig über den tag verteilt konsumiert. einen richtigen rausch habe ich mir dabei weder gewünscht, noch bekommen.

    seit dem ich mph nehme ist zwar nicht mein ads, aber das verlangen nach alkohol verschwunden.
    das ist natürlich nur meine persöhnliche erfahrung und andere haben nicht dieses glück.

    wenn du den ehrlichen wunsch hast nüchtern zu leben kann dir mph eine große hilfe sein.

    drogensucht gild aber als kontraindikation, da reicht es wenn du kontakt zu anderen drogensüchtigen hast.
    daher würde ich mir gut überlegen was du deinen ärtzten erzählst.

    wenn du die passende therapie findest kann dir das helfen dein verhaltensmuster zu ändern.
    das pasiert nämlich nicht automatisch durch die einnahme von mph.

    ich hoffe dir etwas weitergeholfen zu haben und wünsch dir viel erfolg und glück.

    paul

  9. #9
    Freischalte-Mail noch nicht bestätigt

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 20

    AW: Vertraue mir selbst nicht

    Hallo ColaQueen,
    ich habe auch mein Leben lang (seit ich 12 war) versucht, die Anspannung mit Alkohol, shit, Valium, und was ich sonst so kriegen konnte, zu lösen. In den letzten Jahren habe ich mir ein regelrechtes Programm zurechtgelegt: mal von dem Einen, mal das Andere, damit ich nicht süchtig werde.
    Seit ich MPH nehme, brauche ich sonst garnichts mehr, das Verlangen ist einfach weg (beim Wein fast schade), die Anspannung nicht mehr da.

    Ich wollte auch nie betrunken sein, nur entspannt, weshalb ich noch ein Glas und noch eine Pille geschluckt habe, immer in der Hoffnung, daß es besser wird und immer in dem Wissen, daß es nicht wirklich funktioniert. Jetzt kann ich es endlich sein.

    Goldkind

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 272

    AW: Vertraue mir selbst nicht

    ColaQueen schreibt:
    Außerdem würde sie mir Therapie auch erst dann beginnen wollen, wenn ichhalbwegs vernünftig eingestellt bin. Sie sagte, ihr ziel wäre es, mirsoweit zu helfen dass ich in 1 bis 2 jahren komplett ohne Medikamente klarkomme - sie hätte das auch so geschafft. Da beruhigtmich wiederum weil ich ja ncht ewig pillen schlucken will.
    Das wäre klasse, wenn es klappen würde.

    Selbst wenn es nicht klappen sollte nach 2 Jahren ohne Medi´s auszukommen, wenn jedoch die Nebenwirkungen wenig oder nicht vorhanden sind und das Wohlbefinden in einen akzeptablen Maß vorhanden ist, sollte das doch auch OK sein, oder?

    Sei nicht zu ungeduldig.
    Als ich angefangen habe Anti-Depressiva zu nehmen hatte ich zuerst bedenken, das ich die lange nehmen müsste.
    Später hatte ich Angst, das ich die nicht mehr verschrieben bekommen würde (weil die mir gut helfen).

    Meine Neurologin und mein Psychotherapeut haben mich beide beruhigt und mir gesagt, das ich selbst entscheide wiel lange ich etwas nehmen werde.

    Die Medi´s sollen mir helfen mein Gleichgewicht wieder zu finden, je nachdem wie lange es dauert, werde ich diese nehmen.


    Daher mein Tipp: Fokusiere dich nicht zu sehr auf die Medikamente die du nimmst oder noch nehmen must, sofern diese dir gut helfen.

    LG vom Nordmann

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Thema: Vertraue mir selbst nicht im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung bei ADHS bei Erwachsenen Forum
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