Ach ALF...

Von der Familie hast du mit der Diagnose wenig Hilfe zu erwarten, weil die Diagnose ja wirklich als Schuldzuweisung gelesen werden kann. Da fühlen sie sich garantiert als Personen angegriffen und abgewertet. Es nützt dir allerdings auch wenig, wenn deine Eltern sich jetzt für Erziehungsfehler entschuldigen würden. Deine Probleme hast du dir über Jahre erworben und kannst sie nur mit Therapie und viel eigener Motivation in den Griff bekommen.

Meine Familie mag mich wirklich sehr, trotzdem ist die eine Reaktion ein Wechsel aus Schuldgefühlen und der Zurückweisung von angeblichen Schuldzuweisungen (Mutter) bzw. eine Geringschätzung von dem ganzen Psychozeug, weil Bruder es ja ohne Arzt geschafft hat, nach einer eher gefährlichen Jugend in die richtige Spur zu kommen. Und Depression kennt und versteht er nicht. Liebe schützt leider nicht vor kränkenden und verletzenden Reaktionen.

Das Verständnis und die Ermutigung, die ich so dringend brauche, finde ich bei Fachpersonen, in zwei Selbsthilfegruppen und hier im Forum (im Prinzip auch eine SHG).

Ich wünsche dir, dass du - egal mit welcher Diagnose - in deiner Umgebung die Unterstützung findest, die dir eine positive Entwicklung ermöglicht.

glg
lola