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Diskutiere im Thema Der Schrei nach Diagnose im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
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Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 72

    Der Schrei nach Diagnose

    aber warum bloss???? Jede Diagnose, jede "Erkrankung" hat doch irgendwie ein so breites Spektrum dass das Schubladendenken wie "aha, Depression...der liegt den ganzen tag mit zugezogenen Vorhängen im Bett und starrt an die Decke" irgendwie fast vermessen ist!ich hab mich immer wohlgefühlt und gut aufgehoben in den Schubladen und mich auch gern darüber definiert, bis mir irgendwann vor einiger zeit ein sehr erfahrener Psychater, leitender Arzt einer grossen Psychtarie, auf meine Aussage" ich habe ADHS und Borderline " entgegnete: "schön, aber wollen Sie mir nicht etwas über sich erzählen". ?!? genau DAS meine ich !!!

    Vielleicht sind jegliche Diagnosen völlig unwichtig, weil eben JEDER so ist wie er ist. .... ??? Oder sind Diagnosen eine Art "Sammelbegriff" ??? Wie Hunde, die nach Rassen eingeteilt werden, denen bestimmte Charaktereigenschaften zugesprochen werden??? ;-))))

    LG Funkydanni

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 38

    AW: Der Schrei nach Diagnose

    Grüß dich Funkydanni ! ! !

    Dein Thema ist sehr gut. Ich komme aus der DDR und da gab es kein ADHS. Bin in den neunziger Jahren bei vielen Psychologen und verschiedenen Kliniken gewesen. Diagnose ??????????? war nie richtig. Hatte ein masives Alkoholproblem und alle Psychologen sowie Ärtzte sagten mir,das wenn ich den Alkohol liese,damit all meine Probleme verschwinden.
    Nun bin ich seit 11 jahren trocken,aber all meine Probleme sind die selben.
    Bin seit September wegen meiner Psyche krankgeschrieben.War im Oktober in Klinik. Dort bekam ich Antidepresiva und wurde nach 14 tagen als gesund entlassen.Danach nächste Klinik,Psychosomatik in Weimar. Dort bin ich nach 3 Wochen als nicht therapiebar entlassen worden. Jedoch bekam ich dort die Bestädigung für meine ADHS. Habe von dort aus gleich Rehaantrag bei LVA gestellt. Nach 6 Wochen kam Zusage,jedoch für eine Psychosomatische Klinik. Dagegen habe ich Einspruch eingelegt,weil ich ja in der Psychosomatik als nicht therapiebar entlassen worden bin.
    Am Freitg nun kam eine neue Zusage von LVA für eine Klinik in Kreischa, bei Dresden. Dort werde ich nachher anrufen um mich zu erkundigen,ob ich da richtig bin.
    Du siehst also., das du nicht alleine bist,bei den Diagnosenwirrwar. Jeder Psychologe hört sich zwar deine Probleme an,aber ich habe bis heute noch keinen gefunden,der mir wirklich geholfen hätte.Ich hoffe das wird sich bald ändern,denn mit 44 Jahren ADHS habe ich meine zufriedenheit noch nie erlebt oder genossen.

    Ich danke dir für diesen Beitrag.
    Alles gute. Axel

  3. #3
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: Der Schrei nach Diagnose

    Leider löst eine Diagnose immer noch ein ziemliches Schubladendenken aus - davor sind auch Ärzte nicht gefeit.

    Letztlich müssen aber soviele Diagnosen gestellt werden, bis das gesamte Spektrum der Symptome abgedeckt ist. Das ist leider nach dem Prinzip der Diagnostik, gerade im Bereich psychischer Störungen, so vorgeschrieben.

    Letztlich ist es aber gerade bei AD(H)S so, dass wir charakterlich davon sehr geformt werden und alleine deshalb eine Unterscheidung zwischen Störung und dem Wesen eines Menschen fast unmöglich ist. Ähnliches haben wir auch hier zum Beispiel schonmal diskutiert:

    http://adhs-chaoten.net/treffpunkt-f...er-grenze.html

    @ Funkydanni

    Ich finde, Dein Doc hat einen guten Ansatz geleistet mit der Bitte, ihm etwas über Dich zu erzählen, nachdem Du die Diagnosen weitergegeben hast.

    Diagnosen sind meines Erachtens sehr wichtig für die richtige Behandlung - nicht selten werden wir AD(H)S´ler ja auf alles mögliche hin therapiert, leider aber nicht auf AD(H)S, wenn es (noch) nicht (richtig) diagnostiziert ist.

    Ein und die gleiche Diagnose wird sich sicher bei unterschiedlichen Menschen ganz verschieden widerspiegeln - nicht jeder Mensch mit AD(H)S ist gleich in seiner Symptomatik, ebenso wenig wie das Menschen mit bipolaren oder anderen affektiven Störungen sind. Für eine Behandlung und Medikation ist aber dennoch die richtige Diagnose sehr wichtig.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Der Schrei nach Diagnose

    Hallo Funkydanni,

    diese Frage beschäftigt mich auch schon länger! Obwohl ich Virtuna zustimme, dass Diagnosen wichtig und Voraussetzung für die richtige Behandlung sind, können sie einen auf der anderen Seite ganz schön runterziehen.

    War neulich zur ADS-Diagnose und bekam am Rande mitgeteilt, dass ich vermutlich auch Borderline habe. Das hat mich erstmal umgehauen und ich war tagelang völlig niedergeschlagen. Da ist bei mir auf einmal dieses ganze Schubladen-Denken abgelaufen: "Aha, jetzt biste also so Eine...!" Ich habe mich kranker, wertloser und depressiver gefühlt als vor der Diagnose. Das, was ich vorher als mehr oder weniger liebenswerte, individuelle Eigenheiten und Macken empfunden hatte, hat jetzt plötzlich den Stempel "krank".

    Deshalb: man sollte sich vorher gründlich überlegen, welche Erwartungen man stellt und was für Konsequenzen das haben kann, bevor man sich zur Diagnosestellung anmeldet...

    LG
    crazykate

  5. #5
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: Der Schrei nach Diagnose

    @ crazykate:

    Bei mir wurde damals auch (fälschlicherweise, wie sich im Nachhinein herausstellte) zuächst die Diagnose BPS gestellt. Ich weiß deshalb sehr gut, wie sehr einen so etwas aus der Bahn werfen kann.

    Alleine schon die Tatsache, dass sich sehr viele Symptome von AD(H)S und BPS überschneiden bzw. einander ähnlich sind, führt zu sehr vielen Fehldiagnosen diesbezüglich. Ich habe selbst damals nach der Diagnosestellung der BPS erst angefangen, diese Störung auch zu leben - ich war einfach froh, dass ich endlich eine Erklärung hatte, auch wenn es die falsche war.

    Lasse das für Dich einfach links liegen, crazykate, sofern es Dich nicht weiter belastet oder einschränkt. Die Aussage "vermutlich auch Borderline" sagt eigentlich schon alles, finde ich. Es gibt da anscheinend keine Sicherheit für.

    Ich finde gerade nochmal deshalb sehr wichtig, dass eben kein Schubladen-Denken stattfindet - obwohl ich mich seinerzeit davon auch nicht befreien konnte. Es ist wirklich wichtig für sich abzuwägen, wann eine Diagnose für einen selbst wichtig und angebracht ist - nämlich vermutlich dann, wenn der Leidensdruck so groß wird, dass man alleine nicht mehr damit zurecht kommt sondern eine entsprechende Hilfestellung i.F.v. (medikamentöser) Therapie braucht.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 68

    AW: Der Schrei nach Diagnose

    [quote=Virtuna;51642]@ crazykate:

    Ich habe selbst damals nach der Diagnosestellung der BPS erst angefangen, diese Störung auch zu leben - ich war einfach froh, dass ich endlich eine Erklärung hatte, auch wenn es die falsche war.

    ...das genau ist auch mein Gefühl seit der Diagnose BPS im März! Irgendwo Erleichterung - aber auch ein altes Schema: Problem benannt - Lösung suchen - Ziel erreicht...

    ..heute von meiner Therap. gesagt bekommen: Nehmen sie es an, betrachten sie sich mit Neugier, Interesse und Humor...aber es ist und wird ein Teil von Ihnen bleiben - nur ist die Frage, wie damit umgegangen wird...

    Egal ob ADHS, BPS - irgendwo sind das WIR - ich finde das spannend und will lernen meine Gefühel anzunehmen und nich wegzudrücken...

    Aber dem Kind einen Namen zu geben..hmmm war mir jetzt doch wichtig..auch die noch ausstehenden ADHS Diagnose...

    Hoffe nicht zu wirr zu schreiben....

    LGR ALF

    P.S.: ..noch was: "Sind wir nicht alle ein bißchen Bordi"??? *lach*

  7. #7
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: Der Schrei nach Diagnose

    ALF1101 schreibt:

    P.S.: ..noch was: "Sind wir nicht alle ein bißchen Bordi"??? *lach*
    Auf jeden Fall insofern, als dass wir vielleicht nicht die Diagnose unbedingt erfüllen, meiner Meinung nach, aber dennoch von der Norm garantiert mal abweichen.

    Liebe Grüße!

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 41

    AW: Der Schrei nach Diagnose

    Tja, ich bin noch nicht ganz sicher, wie es jetzt weitergeht - erstmal abwarten, bis der Bericht kommt. Wie immer brauche ich wohl auch hier viel Zeit, um alles zu verarbeiten - habe mir jede Menge Fachliteratur über beides - ADS und BPS - besorgt und werde erstmal in Ruhe lesen.

    Bisher habe ich mich in vielen Dingen bereits wiedergefunden, in manchen nicht. So kann ich wohl nach und nach meine "individuelle Störung" annehmen.

    Werde dann später entscheiden, ob ich tatsächlich noch eine genauere Diagnose brauche!

    Danke Euch auf jeden Fall für die Tipps - die gehen auf jeden Fall in eine Richtung, die mir gefällt!

    lG
    crazykate

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 59

    AW: Der Schrei nach Diagnose

    Eine Diagnose ist bestimmt sinnvoll, finde ich, denn dann kann man es zuordnen und grübelt nmicht immer herum, was mit einem ist, sondern man weiß es und findet eben dann auch andere Menschen und andere Hilfsmöglichkeiten, meine ich.

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