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Diskutiere im Thema Diagnosekriterium Kindheit: Kann aus ADHS subklinisch ADHS klinisch werden? im Forum ADS ADHS Erwachsene: Diagnose und Behandlung
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Alles rund um ADS / ADHS-Diagnose, Diagnoseverfahren für ADHS / ADS und nicht-medikamentöse Therapieverfahren wie Psychotherapie, Neurofeedback, Biofeedback, Soziotherapie, Ergotherapie und andere
  1. #41
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Diagnosekriterium Kindheit: Kann aus ADHS subklinisch ADHS klinisch werden?

    Hyper80 schreibt:
    Yasmine, es freut mich sehr für dich, dass du endlich einen Termin bei einer auf AD(H)S spezialisierten Fachperson bekommen hast! Ich bin sehr gespannt, was dabei heraus kommt!
    Das ist lieb von dir, Hyper! Vielen Dank!

    Eigentlich warte ich seit Monaten auf den Anruf von Dr.L aus Regensburg. Da er sich aber trotz 2 Anrufe nicht gemeldet hat, habe ich mich kurzerhand entschieden, den von meinem ex-HA vorgeschlagenen Arzt zu kontaktieren.Und siehe da, Termin erhalten!

    Nachdem ich die Fragebögen von Krause ("ADHS bei Erwachsenen", 4.Auflage) gelesen/ausgefüllt habe, habe ich allerdings keinerlei Zweifel mehr an meiner eigenen AD(H)S.

    Vermutlich habe ich sie von meinem Vater geerbt, wobei 2 Onkel (Brüder meiner Mutter) und ihre Söhne (ein Cousin nannten wir als Kind "der Terrorist", ein anderer litt an Legasthenie und berichtete seiner Mutter von einer permanenten inneren Unruhe als Erwachsener, die er durch viel Ausdauersport bekämpfe) könnten auch betroffen sein. Die Mutter übrigens auch und meine Cousine (schwer übergewichtig, Chaos-Queen hoch drei) ebenfalls. Meine beiden Onkel ist extrem impulsiv, einer hat meine Tante vor der ganzen Familie geohrfeigt, sie hat daraufhin den Kontakt abgebrochen. Ein Mal wollte er mir das Windsurfen beibringen, er hielt dabei das Seil in der Hand, das am Brett gebunden war, vergaß aber das Seil loszulassen, als ich richtig in Fahrt gekommen war, so dass diese abrupt beendet wurde..ich landete ins Wasser, geriet in Panik, weil ich unter dem Segel auftauchte..danach wollte ich vom Windsurfen nichts mehr hören!

    Gerade lese ich die 4.Auflage von "ADHS bei Frauen-den Gefühlen ausgeliefert" von Doris Ryffel-Rawak und was soll ich sagen...bingo!
    Geändert von Yasmine (22.11.2017 um 14:35 Uhr)

  2. #42
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 365

    AW: Diagnosekriterium Kindheit: Kann aus ADHS subklinisch ADHS klinisch werden?

    tusnelda schreibt:
    OT: doch.
    Martin Winkler zuletzt und für jeden hörbar in seinem Vortrag auf dem Münsinger Symposium, Cordula Neuhaus laut Ohrenzeuge während eines ihrer Seminare.
    Hallo tusnelda,

    Ja, du hast absolut recht.

    Ich habe mir jetzt ein paar Beiträge des Münsinger Symposiums bzw. des entsprechenden Podcasts bei Winkler angehört und tatsächlich: Nicht nur Winkler, sondern auch Neuhaus äußern deutlich, dass sie sich der Gruppe der ADHS-Betroffenen zurechnen. Als Experten auf diesem Gebiet brauchen die beiden aber sicher keine offzielle Diagnose, oder?

    Das wäre ja auch etwas problematisch, da deren akademische Laufbahn bei ADHS laut Rossi und Barkley gar nicht möglich gewesen wäre - es sei denn, sie wären schon zu Schulzeiten mit Stimulanzien behandelt worden (was ich wiederum für möglich, aber eher unwahrscheinlich halte).

    Allerdings höre ich das von beiden in dieser Deutlichkeit zum ersten Mal und finde es sehr interessant, dass damit nun beide gleichzeitig "aus der Deckung" kommen - möglicherweise ein Hinweis darauf, das Diagnosekriterium "childhood onset" ab sofort und offensiv zum Abschuss freizugeben?

    Wäre mal interessant zu wissen, was Rossi oder Barkley dazu zu sagen hätten...

    Viele Grüße

    Addy

  3. #43
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Diagnosekriterium Kindheit: Kann aus ADHS subklinisch ADHS klinisch werden?

    Addy Haller schreibt:

    Ich habe mir jetzt ein paar Beiträge des Münsinger Symposiums bzw. des entsprechenden Podcasts bei Winkler angehört und tatsächlich: Nicht nur Winkler, sondern auch Neuhaus äußern deutlich, dass sie sich der Gruppe der ADHS-Betroffenen zurechnen.
    Kannst du mir die Links geben?

    Das wäre ja auch etwas problematisch, da deren akademische Laufbahn bei ADHS laut Rossi und Barkley gar nicht möglich gewesen wäre - es sei denn, sie wären schon zu Schulzeiten mit Stimulanzien behandelt worden (was ich wiederum für möglich, aber eher unwahrscheinlich halte).
    Du würdest dich sich darüber wundern, wieviele ADSler gute bis sehr gute Leistungen erbracht haben! Das halte ich für ein Märchen, dass ADS immer mit schlechten Noten korreliert. Einige Erwachsenen, bei denen ADS im Erwachsenenalter diagnostiziert worden, bestätigten mir, dass ihre Leistungen in der Schule trotzdem gut bis sehr gut waren. Bei überdurchschnittlicher Begabung bzw. HB halte ich das für möglich und viele ADS Experten meinen das auch.

    Außerdem können sich ADSler bei starkem Interesse für ein Thema sehr gut konzentrieren (Hyperfokus). So kann ein guter begabter ADSler dem Unterricht konzentriert mitverfolgen, falls er das Thema spannend findet. Das kann übrigens die offenbar häufige Leistungsschwankungen erklären.

  4. #44
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 365

    AW: Diagnosekriterium Kindheit: Kann aus ADHS subklinisch ADHS klinisch werden?

    Yasmine schreibt:
    Kannst du mir die Links geben?
    Aber gern:

    Neuhaus: https://de-de.facebook.com/KollegDAT...1404695895406/

    Winkler: https://anchor.fm/martin-winkler/episodes/f260d4

    Schade, die Sachen sind inhaltlich echt interessant, aber die Soundqualität bietet wahrlich keinen Ohrenschmaus.

    Einige Erwachsenen, bei denen ADS im Erwachsenenalter diagnostiziert worden, bestätigten mir, dass ihre Leistungen in der Schule trotzdem gut bis sehr gut waren. Bei überdurchschnittlicher Begabung bzw. HB halte ich das für möglich und viele ADS Experten meinen das auch.
    Könnte ich mir auch vorstellen. Allerdings ist es in dieser Frage wurscht, was ich mir vorstellen kann oder was du für möglich hältst. Schließlich sind wir keine Fachpersonen.

    Aber auch Fachpersonen dürften grundsätzlich nicht einfach ihre Meinung in eine Diagnose einfließen lassen, dann bräuchte man keine Leitlinien. Wenn der eine Diagnosiker sagt, gute bis sehr gute Schulnoten schließen eine ADHS aus und sich auf die Leitlinien beruft wie etwa Rossi, und dem anderem das Kriterium Schulnoten völlig schnurz ist (und dann zwei völlig verschienede Ergebnisse dabei herauskommen), dann kann das meiner Meinung nach nicht sein. Schließlich sind vom Ergebnis ja Ansprüche auf Hilfeleistung anhängig.

  5. #45
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 591

    AW: Diagnosekriterium Kindheit: Kann aus ADHS subklinisch ADHS klinisch werden?

    Liebe Leute,

    ich hab jetzt tatsächlich mal alles durchgelesen, einiges war ich offensichtlich zuvor übersprungen, na sowas.

    Da waren ja schon no so ein paar Aspekte, bei denen ich gerne noch was schreiben würde (im Hirn war die Antwort schon fertig, aber es muss ja noch getippt werden, und das dauert sooo lang). Also verschiebe ich das auf in zwei Wochen, da ich dann - hoffentlich - eine wichtige Abgabe, quasi die allesentscheidende zum Ende meiner Ausbildung, ohne die keine Prüfungsanmeldung, hinter mir haben werde und bis dahin ist noch viel zu tun, vor allem, wenn man die Jahre zuvor den Verwaltungskram systematisch aufgeschoben hat

    Ja, ich wäre wohl so eine Luxus-ADHSlerin in Signore Rossis Sicht , da Schule und Studium erfolgreich hinter mich gebracht... Würde er wohl fragen, wie es mir dabei so ging, abgesehn von den Leistungen? Wie es mir in der Familie ging, in anderen sozialen Beziehungen, wie ich integriert war, welche Konflikte es gab, unter welchem Stress bestimmte leistungsrelevate Abläufe abliefen, weil immerzu Termine verstrichen und ich kurz vor dem Kollaps noch irgendwie die letzte Deadline schaffte.

    Ich war die, die immer nur durch die Gegend gehetzt ist (das muss lustig ausgesehen habe ), unter irrem Druck, es irgendwie mit letzter Kraft gebacken gekriegt hat und dann zusammengekracht ist, liegengeblieben, gedacht, das kann's nicht sein, da stimmt was nicht, ich schaff das nicht... und... doch wieder aufgestanden. Nächste Runde, gleiche "Organisation", nichts gelernt...

    Ich war für Viele grundsätzlich und auch für Freunde immer wieder die Anstrengende, die zu laut redet und zu viel, immer mehr wissen will und nie auch mal gut sein lässt, die Uncoole, Hitzkopf, stressige Diskussionen, schnell gekränkt oder aggressiv, entspannt war es nie mit mir, trotzdem gut drauf, keine Party ausgelassen, Hauptsache Musik auf die Ohren, tanzen bis zum Umkippen, dazu ein paar Biere und Zigaretten und die Welt war in Ordnung, überhaupt nicht so sch**** anstrengend wie sonst.

    Sonst war Kaffee- und Schokoladenzeit, um durchzuhalten, Nikotin war auch recht hilfreich, in Lernphasen um so mehr, Pausen mit Kaffee, Kippe und Musik... Von allem anderen habe ich gottseidank die Finger gelassen, das hatte ich viel zuviel Angst, weil ich meinen Sucht- und Experimental-Charakter wohl gespürt habe.

    Für Rossi sicher alles zu weiche Kriterien...

    Dann habe ich Kinder gekriegt, bin halbwegs vernünftig geworden, und habe mich nun unter Druck gesetzt, mit denen alles richtig zu machen. Während andere noch Karriere machten, für die ich rein theoretisch vermutlich auch das Zeug gehabt hätte, aber Hirnschmalz allein reicht da nicht, da braucht man Überblick und Struktur, die ich zu der Zeit nicht hatte. Keine Ahnung, vielleicht hätte ich's unter größten Reibungsverlusten (ohne die Kinder, so wie die anderen, die selbstverständlich erst hinterher ganz geplant Familie gegründet haben) geschafft und wär dann am Ende gewesen.

    Egal, ich war ja auch so am Ende, Kinder können das auch mit sich bringen, wenn diverse Gesundheitsprobleme und damals unerkanntes ADHS auf alle Seiten im Spiel ist. Das Pulverfassbild von dir, Yasemin, passt leider Gottes sehr gut. Hätte Rossi gefragt, wie mir die Bewältigung der Familienaufgaben gelungen ist oder hätte er den Studienabschluss gesehen und nach meinen Jahre später angestreben beruflichen Plänen gefragt, sofort an Leistungssteigerung gedacht... und tschüss? Hätte er wirklich wissen wollen, was außer dem, was auf dem Papier steht, alles los war in meinem Leben?

    Sorry, ich muss da echt aufhören, weil ich mich so in Rage schreibe. Das Ergebnis ist jedenfalls, das ich mittlerweile 18 Jahre nach meinen nicht ADHS-ausgestatteten Kommilitonen aller Voraussicht nach eine Qualifikation erlangen werde, die von diesen viele schon vor 15 Jahren, oft zusammen mit einem Dr. vor dem Namen oder mehr hatten. Mir wird sie hoffentlich einen vernünftigen Berufs[I]einstieg [/|]erlauben. Ohne die Kinder wäre es früher gewesen, das ist klar, aber genau in dieser schwierigsten und in vielerlei Hinsicht auch schönsten Zeit meines Lebens habe ich gelernt, dass bei mir manches anders funktioniert und schließlich auch, warum.

    Ich hoffe, es nimmt mir keiner übel, dass ich manchmal so expertenhaft tue, denn ja, ich bin tatsächlich noch nicht fertig mit meiner Ausbildung (die in etwa einer Facharztausbildung entspricht). Aber ich glaube, ich habe in den letzten fünf Jahren deutlich mehr gelernt, als in dieser Phase so üblich ist, absolute Begeisterung und Hyperfokus macht's möglich. Ja, mit Krisen zwischendurch und "Ich schmeiße alles hin, ich kann das nicht, ich krieg mich einfach nicht zusammen." und die Familie hat den Stress abgekriegt. Was bin ich froh, dass ich auf eine Ärztin gestoßen bin, die nicht nach Rossis Maßstäben urteilt. Seither kann ich mein Leben bewältigen, so in etwa. Davor hat es mich überwältigt.

    Ich bin mir nicht sicher, welche Ziele Rossi mit den Aussagen, die weiter vorne zitiert werden, verfolgt. Entweder, er hat Leute wie mich (uns, hier gibt's doch so ein paar Exemplare) noch nicht gründlich kennengelernt oder er denkt, es sei doch okay, wenn man irgendwann in einem weit unterqualifizierten Job landet (vor ein paar Jahren dachte ich noch, ich geb berufliche Pläne ganz auf und setz mich irgendwo an die Kasse (wenn die so ein dahergelaufenes Theorie-Huhn überhaupt wollen und das der Kasse guttut ) das gibt wenigstens Geld... Stimme aus dem off: nein alice, fang jetzt nicht mit den Bedingungen der PPTh-Ausbildung an, sonst schreibst du noch ne Stunde!). Solange die Schulnoten gestimmt haben und der Studienabschluss erreicht wurde, kann es kein ADHS sein... Ich find's zynisch.

    Ihr seht, ich kann mich doch nicht bremsen mit dem Schreiben, sobald ich hier reinschau. Aber komplexe Antworten auf anspruchsvolle Fragen geht heute und die nächsten Tage nicht, in etwa 14 Tagen wieder, das schau ich mal wieder rein

    Drückt mir die Daumen, das wär toll, dass alles klappt!

    Liebe Grüße!
    Geändert von alice_s (24.11.2017 um 08:28 Uhr)

  6. #46
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 591

    AW: Diagnosekriterium Kindheit: Kann aus ADHS subklinisch ADHS klinisch werden?

    Wohlgemerkt geht es mir nicht darum diagnostische Leitlinien in Frage zu stellen (da tun ja andere), ich finde sie ganz brauchbar.

    Wenn man wie gesagt genau hinschaut (z.B. steht da ja Leiden oder Beeinträchtigungen des Funktionsniveaus muss in mehreren Bereichen vorliegen bzw. vorgelegen haben... Es werden mehrere aufgezählt, es steht nirgendwo, dass es zwangsläufig der Leistungsbereich sein muss und dass man zur Beurteilung der Funktion im Leistungsbereich ausschließlich Noten und Abschlüsse heranziehen kann.

    Eigentlich bringt das auch unter genauer Anwendung eine Bandbreite mit sich. Für mich braucht es da auch keine Abschaffung des childhood onset.

    Jetzt hör ich aber wirklich mal auf...

  7. #47
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 591

    AW: Diagnosekriterium Kindheit: Kann aus ADHS subklinisch ADHS klinisch werden?

    Zum Leistungskriterium/Aufmerksamkeit ist mir noch was eingefallen... verknüpft mit so ein paar persönlichen Beispielen (vielleicht sollte ich mal ein Buch schreiben, haben andere ADHSler ja auch schon erfolgreich gemacht ), wer gleich mal die eigentliche Aussage will, springe zum letzten Abschnitt.


    Ist Aufmerksamkeitssymtomatik schlicht auf zu hohem Niveau, wenn man im Gymnasium wahlweise im Unterricht abschweift, deutliche als die Ausführungen des Lehrers die da hinten mit ihrem Gerappel ‎mitkriegt, zwischendurch wegdämmert, weil's schon wieder so erbärmlich uninteressant ist, s‎ich mit Kritzeleien bei der Stange hält oder, wenn's einen echt packt, sich Hyperfokus-gesteuert in den Bann eines Themas fallen lassen kann?

    In der Uni gab's eine Professorin, ich weiß genau, wie sie aussieht, wie ihre Körper- und Kopfhaltung beim Sprechen war, wie ihre Haarfarbenuancen wechselten, aber was sie gesagt hat...? Hab ich nachgelesen, zu öder Vortragsstil. Ging nicht anders, sie kam rein und ihr Anblick hat meinen Kopf umgeschaltet.

    Mir war gleich klar, wenn ein Dozent nur farbenblind sein konnte, so wie der immer seine Kleider kombinierte, aber Moment mal, aufwach, wieso schreibt der da "Masse" an die Tafel, Hilfe, bin ich in Physik gelandet? Ach ne, er ist Schweizer, klaro "Maße der Mitte" macht auch mehr Sinn... Wie machen das eigentlich die Schweizer ohne ß, das muss doch zu ständigen Missverständnissen führen, würde mich echt mal interessieren, ich muss mal einen fragen... und weg...

    Aber ich konnte auffangen, was ich verpasst hatte, ich bin entweder wieder auf den Zug aufgesprungen oder hab's nachgeholt, anstrengend war das schon, aber ich hatte immer dieses Ziel, es zu schaffen/zu beweisen, auch wenn der Weg zum Ziel kompliziert verlief, haben mir die intakten Bereich meines Hirns eben doch einiges ermöglicht.

    Andererseits war da ein Kriminologie-Prof, der hielt Vorlesungen, dass es eine Wonne war, ich hab heute noch Einzelheiten abgespeichert. Das war einfach nur geil, sorry für die Ausdrucksweise. Dafür musste ich kaum nacharbeiten (glücklicherweise, die Literatur war viel langweiliger...), und kam mir vor wie der Held, weil ich ohne Riesenaufwand wie die anderen mit links reussierte. Ja, eingebildet war ich dann auch, auch wenn ich mich in anderen Situationen oft genug für einen Loser und Täuscher hielt.


    Zählt Aufmerksamkeitssymtomatik nur, wenn sie in der Hauptschule abläuft oder in Schulversagen endet? Warum? Hätte ich die "normalere" Begabung gehabt, hätt's vielleicht nicht geklappt mit meinem Bildungsweg, aber ist das nicht nachvollziehbar, dass sich das relativ zueinander verhält?
    All diese Fragen würde ich gerne jemandem stellen, der sagt, Hochschulabschluss und ADHS gehen grundsätzlich nicht zusammen.

    Aber ich habe selbst lange gebraucht, bis mir das gedämmert ist. Hätte mich damals jemand nach Leiden oder Einschränkungen im Leistungsbereich gefragt, dann hätte ich vermutlich ergebnisfixiert an Noten und Bildungsweg gedacht, und verneint. Darum geht es aber nicht allein, es geht auch um den Prozess und dessen Effekte auf die Person und ihre psychosoziale Funktion.
    Geändert von alice_s (24.11.2017 um 10:15 Uhr)

  8. #48
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Diagnosekriterium Kindheit: Kann aus ADHS subklinisch ADHS klinisch werden?

    Ich dachte, du hörst auf, Alice!

    Habe deinen 3.Beitrag nicht gelesen, nur die ersten beiden überflogen. Zur "Kasse" hätte ich eine lustige Geschichte zu erzählen, Job bei BurgerKind als Studentin, damals dachte ich, die 2.beste im Studium, aber du kannst keine Kasse bedienen, du bist also sicher unterirdisch dumm.

    Jetzt muss ich endlich mit dem Haushalt anfangen..

  9. #49
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Forum-Beiträge: 698

    AW: Diagnosekriterium Kindheit: Kann aus ADHS subklinisch ADHS klinisch werden?

    Das ist schon drollig, wenn nun an der Frage "hat Winkler ADHS" die Existenz von ADHS im Erwachsenenalter festgemacht wird.

    Wir sollten uns doch einig sein, dass es ein Unterschied zwischen den Kriterien nach DSM V oder ICD 10 gibt und der "Praxis". Offiziell habe ich keine ADHS-Diagnose. Ich war mal bei Prof. Mautner in HH. Das war ein Erlebnis für sich. Da kann man ein Buch drüber schreiben. Zu seinem Schutz erspare ich mir Details.

    Fakt ist, dass ich keine offizielle ADHS-Diagnose habe. Zumindest nicht in der Kindheit. Und inoffiziell haben nun Frau Krause und Frau Neuhaus unabhängig voneinander mir das bescheinigt.

    Entscheidend ist doch, welche Kompensationsstrategien bzw. welche Anforderungen an höhere Handlungsfunktionen bestehen. Welche positiven Teilhabestärken und welche Schwächen bestehen.

    Ich hatte in vielen Bereichen "Glück". Aber eben auch in vielen anderen Bereichen ganz ganz grosse Probleme.

    Wenn man ADHS weiter als die ICD Kriterien begreift, dann gibt es ein late onset ADHS. Ganz klar. Auch für Akademiker. Das sieht auch Barkley und sogar Piero Rossi so. Zumindest mit Piero bin ich ja enger im Kontakt :-)

  10. #50
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADS / ADHS
    Forum-Beiträge: 390

    AW: Diagnosekriterium Kindheit: Kann aus ADHS subklinisch ADHS klinisch werden?

    web4health schreibt:
    Entscheidend ist doch, welche Kompensationsstrategien bzw. welche Anforderungen an höhere Handlungsfunktionen bestehen. Welche positiven Teilhabestärken und welche Schwächen bestehen.
    Ja! Als Kind trieb ich sehr viel Sport (JEDEN TAG, entweder lief ich draußen mit anderen Kindern, oder tanzte/turnte ich zu Hause/im Garten-als Kleinkind hüpfte ich bis spät in den Abend hochvergnügt auf dem Elternbett-übrigens wie mein ADS Sohn), zum Leidwesen meiner Mutter wirkte der Beruhigungsaft kontraproduktiv. War ich hyperaktiv? Im Nachhinein frage ich mich, ob das viele (tägliche) Sport mir eben nicht enorm geholfen hat, ob ich eben nicht hyperaktiv gewesen wäre, wenn ich das nicht gehabt hätte (mein Vater war sehr sportlich, 2-3 Stunde Tennis im Sommer am WE waren üblich, dazu täglich schwimmen, im Winter jedes WE 6 Std auf den Skiern, 2 Wochen in den Weihnachtsferien und Winterferien, dazu 4-6 Std Ballet/Woche).

    Ich war aber nicht oppositionell/aggressiv wie mein Sohn, sondern im Gegenteil schüchtern/scheu, brav/angepasst (aus Angst vor Zurückweisungen, mein Vater war ein Choleriker). In der Schule hatte ich keine Probleme mit Aufmerksamkeit/Leistungen (dafür aber mit Mobbing), aber außerhalb der Schule war ich oft geistesabwesend, in meiner kleinen "Blase". Ich nehme jetzt an, dass ich durch überdurchschnittliche intellektuelle Begabung auf den Unterricht bis in die 10.Klasse hyperfokussieren konnte und deswegen keine schlechten Leistungen hatte.

    Ich war also als Kind, falls ich tatsächlich ADS habe, keine typische ADSlerin, da brav/angepasst und gut (bis sehr gut) in der Schule.

    Aber schon damals gab es Anzeichen einer ADS, wie diese extremen Stimmungsschwankungen durch starke emotionale Verletzbarkeit durch Kränkung, Zurückweisung (siehe Video von Dr.Winkler! Dank übrigens Dr.Winkler dafür!!!). Unter diesen Stimmungsschwankungen als Reaktion auf Kränkungen/Zurückweisung (+ PMS) habe ich mein Leben lang gelitten (keine bipolare Störung, da die depressiven Tiefs immer-außer durch PMS ausgelöst-reaktiv sind und ich außerdem nie an Manie gelitten habe).

    Ich war eine Außenseiterin (klar, nicht ADS typisch, aber häufig bei ADS), ich konnte "ohne Punkt und Komma" dauernd reden als ich wegen Kranksein nichts zu tun hatte (ich nervte meine Oma den ganzen Tage damit).

    Wenn ich allerdings die DSM IV Kriterien für AD(H)S S bei Kindern anschaue, würde ich eher sagen, nein, ich hatte als Kind kein AD(H)S:

    Tab. 1: Symptome der ADHS entsprechend DSM-IV

    Unaufmerksamkeit

    – 1) Beachtet häufig Einzelheiten nicht oder macht Flüchtigkeitsfehler.
    – 2) Hat oft Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder beim Spielenaufrechtzuerhalten.
    – 3)Scheint häufig nicht zuzuhören, wenn andere sie/ihn ansprechen.
    – 4) Hält häufig Anweisungen anderer nicht durch und kann Arbeiten nicht zu Ende bringen.
    – 5) Hat häufig Schwierigkeiten, Aufgaben zu organisieren.
    – 6) Hat eine Abneigung gegen Aufgaben, die länger dauernde geistige Anstrengung erfordern.
    –7) Verliert häufig Gegenstände, der sie/er für Aktivitäten benötigt.
    Lässt sich öfter durch äußere Reize ablenken.
    – 9) Ist bei Alltagsaktivitäten häufig vergesslich.

    Hyperaktivität

    – 10) Zappelt häufig mit Händen oder Füßen und rutscht auf dem Stuhl herum.
    – 11) Steht in der Klasse oder in anderen Situationen, in denen sitzen bleiben erwartet wird, häufigauf.
    – 12) Läuft häufig herum oder klettert exzessiv in Situationen, in denen dies unpassend ist (beiJugendlichen oder Erwachsenen kann dies auf ein subjektives Unruhegefühl beschränktbleiben).
    – 13) Hat häufig Schwierigkeiten, ruhig zu spielen oder sich mit Freizeitaktivitäten ruhig zubeschäftigen.
    – 14) Ist häufig „auf Achse“ oder handelt oftmals, als wäre sie/er getrieben.
    – 15) Redet häufig übermäßig viel.Impulsivität
    – 16) Platzt häufig mit den Antworten heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist.
    – 17) Kann nur schwer warten, bis sie/er an der Reihe ist.
    – 1 Unterbricht und stört andere häufig (platzt z. B. in Gespräche oder Spiele anderer hinein).
    aus: https://www.zi-mannheim.de/fileadmin...senenalter.pdf

    Einzig Punkt 3 und 15 könnte bei mir als Kind zutreffen. In vielen (den meisten) Punkten (schräge Schrift) kann ich aber das Verhalten meines Sohnes deutlich erkennen (Diagnose ADHS mit oppositionellem Trotzverhalten mit 7 Jahren im SPZ).

    Dafür kann ich viele Verhaltensweisen (schräge Schrift) erkennen, die jetzt bei mir als Erwachsene (ich würde sagen , seit der Pubertät) eindeutig zutreffen.

    Die Wender-Utah Kriterien finde ich für mich aufschlussreicher:

    Tab. 2: Wender-Utah-Kriterien der ADHS im Erwachsenenalter

    Aufmerksamkeitsstörung

    Unvermögen, Gesprächen aufmerksam zu folgen
    Erhöhte Ablenkbarkeit
    Vergesslichkeit

    Motorische Hyperaktivität

    Innere Unruhe
    Unfähigkeit, sich zu entspannen
    – Unfähigkeit, sitzende Tätigkeiten durchzuführen
    Dysphorie bei Inaktivität

    Affektlabilität

    Wechsel zwischen neutraler und niedergeschlagenerStimmung
    Dauer von einigen Stunden bis maximal einigen Tagen

    Desorganisiertes Verhalten

    Unzureichende Planung und Organisation von Aktivitäten
    Aufgaben werden nicht zu Ende gebracht

    Affektkontrolle

    – Andauernde Reizbarkeit, auch aus geringem Anlass
    Verminderte Frustrationstoleranz und kurze Wutausbrüche

    Impulsivität

    Unterbrechen anderer im Gespräch
    Ungeduld
    Impulsiv ablaufende Einkäufe
    Unvermögen, Handlungen im Verlauf zu protrahieren

    Emotionale Überreagibilität

    Unfähigkeit, adäquat mit alltäglichen Stressoren umzugehen,Reizüberflutung, Black-Outs
    Hier treffen fast alle Punkte auf mein Verhalten als Erwachsene zu!

    Einzig die Reizbarkeit ist nicht andauernd bei mir vorhanden, ich leide vor Allem darunter, wenn ich unter großem Stress, Sorgen leide bzw kurz vor der Mense (PMS).

    Ich halte daher die Uta-Wender Kriterien für viel aussagekräftiger als die DSM IV Kriterien, die ja für Kinder entwickelt wurden.

    Wenn man ADHS weiter als die ICD Kriterien begreift, dann gibt es ein late onset ADHS. Ganz klar. Auch für Akademiker. Das sieht auch Barkley und sogar Piero Rossi[ so
    Also ein latenter AD(H)S in der Kindheit, die sich aber erst im Erwachsenenalter manifestiert?

    Sicher ist, bei meinem Sohn hat sich die Hyperaktivität und das oppositionelle Trotzverhalten mit Eintritt in der Pubertät (langsam) gebessert und schließlich gelegt.

    Ein ADS Gehirn entwickelt sich also weiter, das Verhalten ändert sich zum Teil mit dem Heranwachsen. Bei meinem Mann und meinem Sohn kann ich aber noch deutliche ADS Zeichen erkennen (vor Allem starke Vergesslichkeit und chaotisches Organisationsverhalten, dazu starke Impulsivität mit Wutausbrüchen bei Frustrationen, also niedriger Frustrationstoleranz). Nur noch selten habe ich das Gefühl, dass sich mein 15-jähriger Sohn sich wie ein Kleinkind verhält (was mit 10-12 immer noch häufig der Fall war).

    Warum ich jetzt plötzlich seit der Pubertät vermehrt/manifest unter AD(H)S Symptome leide? Vielleicht weil ich vieles jetzt selbst organisieren, entscheiden muss, viel mehr Verantwortungen trage als vorher...als Kind bin ich gut behütet (bis auf die gelegentlichen Wutausbrüche meines Vaters) aufgewachsen, musste nur meine Hausaufgaben machen (keine Ahnung, ob ich mich da überfordert gefühlt habe, ich kann mich nicht daran erinnern), meine Mutter organisierte den Haushalt, im Grund musste ich mich außer Lernen um nichts kümmern. Und da ich nicht unter oppositionellem Trotzverhalten litt, war ich für meine Eltern kein Grund zu Sorge.Im Gegenteil ich wurde immer wie ein Vorzeigekind wegen meiner guten schulischen, künstlerischen und sportlichen Leistungen vorgeführt.

    Also ADS von Geburt an, aber erst in der Pubertät/Erwachsenenalter durch die Konfrontation mit den Schwierigkeiten/Herausforderungen des Lebens manifest geworden?

    Bei ruhigen Tagen, Phasen ohne Stress, Sorgen, Terminen fühle ich mich übrigens fast normal.

    Übrigens: Flüchtigkeitsfehler machte ich als Kind reichlich. ABER da ich nicht zu langsam war und am Ende der Schulaufgabe immer ein bisschen Zeit hatte und unbedingt gute Leistungen erbringen wollte, habe ich immer mehrmals meine Aufgaben zwangshaft kontrolliert und die entdeckten Fehler korrigiert. Meine Beiträge hier lese ich und korrigiere ich auch immer mehrmals.
    Geändert von Yasmine (24.11.2017 um 16:01 Uhr)

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